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Epidemische Lage nationaler Tragweite....
Silke:
--- Zitat von: Rainer am 30. August 2021, 13:13:17 ---
--- Zitat von: Ilona am 29. August 2021, 19:20:33 ---Ich habe dein Zitat mehrfach gelesen und schlussfolgere, dass du die Ungeimpften über einen Kamm scherst und ihnen zumindest die Intensivstation wünscht! Hast du dir vielleicht mal überlegt, dass darunter auch Schwangere, Kinder bis 12 und solche Personen fallen, wo das Risiko der Impfung (Thromoboseveranlagung, hochgradig allergisch ... ) den Nutzen übersteigt?!
--- Ende Zitat ---
Ich wünsche eigentlich niemandem, dass er krank wird, aber man muss auch die Pferde im Stall lassen und zugeben, dass es ein extrem kleiner Personenkreis ist (unter den Erwachsenen), die nicht geimpft werden dürfen. Selbst Schwangere können geimpft werden (die Stiko empfiehlt es nicht grundsätzlich, es gibt aber immer mehr Studien, die für eine Impfung sprechen, insbesondere nach Abschätzung der persönlichen Risiken) und Thromboseveranlagung ist für mRNA Impfstoffe überhaupt kein Thema, sowohl mein ältester als auch mein jüngster Bruder sind schwere Thrombosepatienten (hatten schon mehrere tiefe Venenthrombosen, mein älterer Bruder wäre sogar beinahe an der folgenden Lungenembolie gestorben), beide bekommen Eliquis (nehme ich auch, ist ein modernes Mittel gegen Blutgerinnung) und sind beide mit Biontech vollständig geimpft, der jüngere sogar nach schon erfolgter Krankheit (die ihn aber den Geruchssinn bis heute gekostet hat).
Ich muss auch ehrlich sagen, ich finde es eigentlich auch ziemlich grenzwertig, wenn Impfverweigerer das gesundheitliche Schicksal einzelner anführen nach dem Motto "erst einmal müßt Ihr deren Probleme lösen, bevor ich mich freiwillig impfen lasse". Das eine hat mit dem anderen definitiv nichts zu tun und ich bin ziemlich überzeugt, dass wir so eine hohe Gesamtimmunität erreichen würden (ob es zur kompletten Herdenimmunität reichen würde, kann man schlecht vorhersagen) würden, wenn sich alle impfen ließen, die es problemlos könnten, dass wir automatisch auch einen Schutzschirm über diese Einzelschicksale spannen würden. Auch das sollte Impfverweigerern klar sein, sie können Schicksale anderer schützen, die sich nicht selbst schützen können.
--- Zitat von: Ilona am 29. August 2021, 19:20:33 ---Schrecklich, dass Corona die Gesellschaft so spaltet.
--- Ende Zitat ---
Ja - aber von wem geht die Spaltung denn aus? Die Faktenlage ist doch eindeutig: wir haben ein Virus, wir haben insbesondere jetzt die Delta-Variante, wir haben ein effektives Vaccin und wir haben NUR das Vaccin. Und die Lage auf den Intensivstationen ist eindeutig und selbstredend. Und wir haben eine Schicht in der Bevölkerung, denen das alles egal ist und denen ihre persönlichen Rechte wichtiger sind als das Gemeinwohl. Da kann ich gut verstehen, dass das die Gesellschaft spaltet. Ich selbst bin ja Kritiker der ersten Stunde und finde nach wie vor, dass für Corona zu viel Aufwand betrieben wird. Aber ich muss anerkennen, dass die Gemeinschaft das so akzeptiert und beschlossen hat und ich erkenne auch an, dass die neu entwickelten Medikamente gut sind, sie sind sicher genug (wir haben inzwischen über Milliarden Meßwerte, es sind immer noch keine ausgeprägten Schäden bekannt, es sind immer noch nur geringste Wahrscheinlichkeiten) und sie sind das einzige Mittel, mit dem wir die Epidemie/Pandemie beenden können und "unser Leben" wieder bekommen.
Die Alternative wäre, unser Leben auch einfach so wieder so normal weiterzuleben wie vor der Pandemie. Aber das sehe ich zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr, deswegen beunruhigt mich es ja auch, wenn ich sehe, dass nur ein prozentual kleiner Anteil der Bevölkerung es schafft, schon jetzt im August so viele schwerst Kranke Patienten auf Intensivstation zu schicken, wie letztes Jahr erst Ende Oktober. Und damals war keiner geimpft und heute landen auch nur ungeimpfte auf der Intensivstation. Insofern glaube ich nicht daran, dass wir auch "einfach so" unser Leben wiederbekommen.
Es wird wieder massive Eingriffe in unsere Freiheitsrechte geben (genau was die Impfverweigerer eigentlich auch nicht wollen) und es wird wieder Gerangel um zu wenige Intensivplätze geben. Dann bin ich gespannt, was dann passiert.
Es kann ja auch unmöglich in Deinem Interesse sein, dass dann wieder andere wichtige OPs nachrangig verlegt werden, damit vorrangig ungeimpfte Coronapatienten die Intensivstation belegen. Genau das willst Du ja auch nicht. Also müssen wir im Zweifel die ungeimpften Coronakranken eben NICHT vorrangig behandeln, aber wenn die Intensivbelegung weiter so rasend ansteigt wie momentan, dann habe ich keine Vorstellung, wo das enden soll und wie man das löst?
Es gibt eine einzige Lösung und die lautet: impfen. Und dann kann ich total verstehen, dass es die Gesellschaft spaltet, wenn ein Gros sich impfen läßt aber zusehen muss, dass dennoch die Intensivstationen wieder vollaufen, schneller noch als letztes Jahr und so, als gäbe es kein Vaccin.
--- Zitat von: Ilona am 29. August 2021, 19:20:33 ---Wenn sich das die schwer gebeutelte Gastronomie etc. erlauben kann.
--- Ende Zitat ---
Das wird sie müssen. In meinem Bekanntenkreis sind alle vollständig geimpft und alle denken und handeln auf die gleiche Weise: wir besuchen nur geschlossene Orte/Veranstaltungen, wo wir sicher wissen, dass alle Teilnehmer geimpft/genesen sind. Wenn ich weiß, dass auf einer Feier o.ä. ungeimpfte Teilnehmer sind (bis auf Kinder), gehe ich da nicht hin. Auf Youtube gab es eine ähnliche Diskussion in Sachen Kreuzfahrten, auch da kamen die ersten Meldungen über Schiffe, die keine ungeimpften Passagiere mehr aufnehmen. Auch da kamen dann von Impfgegnern die gehässigen Wünsche, dass die Reederei bitte pleite gehen soll. Passend dazu kam bei AIDA die erste Norwegen Reise wieder ins Programm, mit der Maßgabe, dass nur geimpfte mitfahren können. Die erste Fahrt war bereits am Abend desselben Tages ausgebucht.... Und ich habe genau dasselbe gedacht, wenn eine Kreuzfahrt die Impfung voraussetzt, wähle ich lieber diese als eine andere. Und die Impfverweigerer sind insgesamt glücklicherweise in der deutlichen Unterzahl. Es wird auf Dauer immer weniger Angebote geben, wo sie teilnehmen können. Geimpfte haben da keinen "Bock drauf". Und überleben kann die Gastronomie nicht mit den ungeimpften, sondern mit den geimpften.
Natürlich würde ich mir am meisten wünschen, dass niemand mehr krank wird und das Virus verschwindet. Das ist aber ein unrealistischer Wunsch und es ist definitiv ein unumstößliches Fakt, dass wir das Virus nur mit der Impfung besiegen können. Es liegt an den Impfverweigerern, das einzusehen. Ich habe meinen Teil schon beigetragen. Tat übrigens nicht weh.
--- Ende Zitat ---
Das Problem ist, dass es keine Versorgung bei Imfschäden gibt, solange es für eine Impfung keine Stiko-Empfehlung gibt. Und die gibt es m.W. für Schwangere nicht. D.h. sie können sich impfen lassen, bekommen aber im Fall der Fälle keine Versorgung wie Andere, für die es eine Empfehlung gibt. Da würde ich das Risiko auch nicht eingehen.
Ansonsten finde ich es befremdlich, dass verlangt wird, dass ich das Gemeinwohl über mein Wohl stelle. Wenn ich für mich das Risiko durch eine Impfung höher als das einer Erkrankung sehe, wäre für mich die Entscheidung klar. Egal, was Andere davon halten.
Was mich aber besonders ärgert: als Genesene reicht es nicht, wenn ich genug Antikörper habe und das nachweisen kann. Es gibt inzwischen auch genug Studien, dass Genesene teilweise auch viel länger genug Antikörper haben. Warum muss ich mich trotzdem impfen lassen? Dabei die Gefahr eingehen, dass mein Immunsystem verrückt spielt, weil ich eine Autoimmunerkrankung habe. In Österreich denkt man zumindest darüber nach, bei findet nicht mal das statt.
Rainer:
--- Zitat von: Silke am 30. August 2021, 14:00:25 ---Das Problem ist, dass es keine Versorgung bei Imfschäden gibt, solange es für eine Impfung keine Stiko-Empfehlung gibt. Und die gibt es m.W. für Schwangere nicht. D.h. sie können sich impfen lassen, bekommen aber im Fall der Fälle keine Versorgung wie Andere, für die es eine Empfehlung gibt. Da würde ich das Risiko auch nicht eingehen.
--- Ende Zitat ---
Mir ist ehrlich gesagt überhaupt noch kein Fall bekannt, wo eine "Versorgung" für einen Corona Impfschaden gezahlt wurde. Bei über 50 Millionen Geimpften in Deutschland also eine extremst seltene Vorstellung, offensichtlich ist ein Lottogewinn mit 6 Richtigen wahrscheinlicher. Es haben übrigens bisher auch die Narkolepsie Geschädigten von 2009 keine ausreichende Entschädigung bekommen, obwohl die Impfung durch die Stiko gedeckt war. Also das würde ich definitiv nicht so überbewerten und letztendlich ist die Wahrscheinlichkeit immer noch 1000(!) mal so hoch, einen schweren Schaden durch Corona zu bekommen und der wird garantiert keine Versorgung bekommen. Irgendwo stimmt da etwas mit der Risikobewertung nicht.
--- Zitat von: Silke am 30. August 2021, 14:00:25 ---Ansonsten finde ich es befremdlich, dass verlangt wird, dass ich das Gemeinwohl über mein Wohl stelle. Wenn ich für mich das Risiko durch eine Impfung höher als das einer Erkrankung sehe, wäre für mich die Entscheidung klar. Egal, was Andere davon halten.
--- Ende Zitat ---
Wenn Du das so sehen willst, bin ich auf Deiner Seite. D.h. aber auch, dass Du keinen vorrangigen Platz in der Intensivstation bekommst und im Zweifel ggf. gar nicht behandelt wirst, weil die Kapazitäten nicht vorhanden sind. Es gibt keine Vorrangbehandlung mehr. Das ist ja genau der Fall, dass wir einfach so weiterleben, als wäre nichts. Das habe ich selbst Anfangs propagiert und ich würde es ggf. immer noch propagieren. Damals gab es allerdings keinen Impfstoff. Und genau das ist (für mich) der "Gamechanger". Ich bin bereit, für das Gemeinwohl eine Impfung in Kauf zu nehmen und damit meinen Beitrag zum normalen Leben zu leisten. Die Alternative ist es, ggf. als Erkrankter keinen Platz in der Klinik zu bekommen und/oder beispielsweise keine Sauerstoffversorgung. Selbst in den USA wird Sauerstoff aktuell knapp - und wir sind immer noch erst im August. Wenn es Dir egal ist, dass Du ggf. keinen Sauerstoff bekommst, weil definitiv keiner mehr da ist, dann akzeptiere ich das.
--- Zitat von: Silke am 30. August 2021, 14:00:25 ---Was mich aber besonders ärgert: als Genesene reicht es nicht, wenn ich genug Antikörper habe und das nachweisen kann. Es gibt inzwischen auch genug Studien, dass Genesene teilweise auch viel länger genug Antikörper haben.
--- Ende Zitat ---
Es gibt auch genau anderslautende Studien, wonach insbesonders nach leichten Verläufen die Antikörper sehr schnell wieder weg sind und eine 2. Infektion möglich ist. Deswegen empfiehlt die Stiko die einfache Auffrischungsimpfung. Sehe ich sowieso kein Problem drin. Das Problem ist ja insbesondere, dass "Genesene" genau genommen nicht "Genesene" sind, sondern Menschen mit positivem PCR Test. Der Test selbst sagt aber nicht aus, dass man wirklich krank ist und insofern auch genesen ist, er sagt auch nichts über die Schwere der Krankheit und auch nichts über das Immunsystem aus. Man müßte konsequent bei jedem Genesenen nach ein paar Wochen einen Antikörpertest machen, aber das rechnet sich einfach nicht, die Impfung ist einfacher und in jedem Fall sinnvoll.
Silke:
Der Antikörpertest kostet ca. 50 Euro. Die würde ich sofort bezahlen, wenn er mir die Impfung ersparen würde. Wenigstens die Option sollte es geben, damit Jeder selbst entscheiden könnte. Auch bei Geimpften ist es nicht sicher, dass sie nach Monaten noch genug Antikörper haben.
Und Versorgungen von Corona Impfschäden kann es noch nicht im großen Umfang geben, die Anerkennung dauert Monate bis Jahre. Und wenn es sie gibt, wirst du nichts davon hören. Anträge gibt es zumindest bereits. Und bei der Narkolepsie gibt es durchaus anerkannte Fälle. Leider müssen die Betroffenen oft lange Rechtswege durchlaufen.
Rainer:
--- Zitat von: Silke am 30. August 2021, 15:36:01 ---Und bei der Narkolepsie gibt es durchaus anerkannte Fälle. Leider müssen die Betroffenen oft lange Rechtswege durchlaufen.
--- Ende Zitat ---
"Anerkannt" sind die, aber die haben eine lächerliche Rente bekommen. Deswegen sage ich ja, bringt sowieso nichts. In Schweden wurden die Betroffenen pauschal mit ca. 1 Mio. Euro entschädigt vom Staat. Aber in Deutschland nicht.
Aber wie schon gesagt, die Wahrscheinlichkeit für einen wirklich ernsten Impfschaden durch beispielsweise Biontech ist super gering im Vergleich zur Wahrscheinlichkeit, einen bleibenden Schaden durch Corona zu bekommen. Du magst das subjektiv anders empfinden, aber das ist irrational und die Statistiken sprechen eine eindeutige Sprache und auch da gibt es ganz klare Studien, die die Risiken bewerten. Und wenn Du einen Schaden durch Corona hast, gibt es sowieso niemanden, der Dich entschädigt. Du lebst definitiv um Zehnerpotenzen gefährlicher, wenn Du Dich nicht impfen läßt.
Horst:
--- Zitat von: Silke am 30. August 2021, 14:00:25 ---Ansonsten finde ich es befremdlich, dass verlangt wird, dass ich das Gemeinwohl über mein Wohl stelle. Wenn ich für mich das Risiko durch eine Impfung höher als das einer Erkrankung sehe, wäre für mich die Entscheidung klar. Egal, was Andere davon halten.
--- Ende Zitat ---
Solange Du dann nicht verlangst, dass Geimpfte das Wohl einer Minderheit über ihr Wohl stellen müssen (Lockdown, Restaurants zu usw.) finde ich das in Ordnung (Stand heute ;) ).
Also ist es für Dich ok so wie es die Regierung (zumindest bis zur Wahl ) nun vorhat (also das 3G-Prinzip)?
By the way - ich würde meine Hand nicht ins Feuer legen, dass nach der Wahl eine neue Regierung, die ja dann nicht versprochen hat, dass es keine Impflicht geben wird, etwas anderes beschliesst, wenn uns im Spätherbst und Winter die Leichsäcke so ausgehen wie das Klopapier im Frühjahr 2020.
Aber da ich ja in D an die Macht von Bequemlichkeit und Spar- und Schnäppchenmentalität glaube dürfte das nicht so kommen ... ;D
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