Weiter geht’s…Es ist klar: für das nächste angedachte Ziel müssen wir einmal quer durch die Altstadt – am besten zu Fuß. Einfacher gesagt als getan, denn das Navi kennt nicht unbedingt jede der engen Gassen. Gefühlt laufen wir im Zickzack.

Durch Zufall kommen wir an der

Iglesia de San Román
vorbei, die auch das Museum zur westgotischen Kultur beherbergt. Da spähen wir doch mal kurz hinein, Eintritt heute fei.
Die Erklärungstafeln sind hier nur in Spanisch, also sorry, falls ich was falsch verstanden habe. Die romanische Kirche besteht schon seit dem 12. Jahrhundert. Maurische Bauelemente lassen eine zwischenzeitliche Verwendung als Moschee vermuten. Doch dafür gibt es keine Belege. So ist es die Architektur, die mich hier besonders begeistert. Sie scheint christliches und arabisches zu vereinen.

Altar von ca. 1550


Über die ausgestellten alten westgotischen Artefakte, wie Kreuze, Münzen, Kronen, Reliefbruchstücke, schauen wir nur flüchtig. Wir haben ja noch mehr vor und spazieren deshalb weiter zum Alcázar. Schon seit Zeiten vor den alten Römern gab es auf dem höchsten Hügel hier am bergigen Ufer des Tajo eine Festung. Sie ist Burg, Palast, Gefängnis, Militärakademie und soziale Einrichtung gewesen. Trotz zwei Belagerungen, drei Großbränden und Perioden der Vernachlässigung wurde sie immer wieder aufgebaut. Heute beherbergt der Alcázar ein Militärmuseum. Nicht unbedingt mein Ding, aber der Gatte...

Bei der Bezeichnung Alcázar denke ich immer irgendwie an eine maurische Burg. Doch von der ist tatsächlich nicht viel übriggeblieben: Grundmauern, ein paar Gewölbe und eines der originalen Tore. Der Rest ist 1537 von einem Palast überbaut worden, der dann so ähnlich immer wieder rekonstruiert wurde. Das können wir gut an einem Modell sehen. Immerhin gibt es noch einen Raum, in dem eine typisch maurische Palastwand nachgebildet ist.

An der Museumskasse (5 Euro pP) haben wir einen groben Plan vom Museum bekommen. Der ist bei dem Riesengebäude auch nötig. In den zwei Geschossen des Palastes gibt es Ausstellungen zur Geschichte Spaniens, in anderthalb Kellergeschossen thematische; z.B. zur Geschichte der Fotografie. Natürlich gibt es jede Menge Waffen zu sehen. Interessanter fand ich da die diversen Uniformen und Teile der Ritterrüstungen. Ich habe jetzt einfach mal zwei Collagen zu diversen Stücken erstellt.


Das komplette Museum anzuschauen, braucht sicher viel mehr Zeit als wir dort verbringen wollten. Die Suche nach der Cafeteria bringt uns durch das imperiale Treppenhaus in den Innenhof des Palastes.

Patio de Carlos V
mit Denkmal des Herren. Apropos, die Nummerierung der Carlos in Spanien finde ich sehr verwirrend. Karl V war Kaiser des heiligen römischen Reiches im 16. Jahrhundert und wurde ab 1516 der erste König von Spanien, dort dann Carlos I. Irgendwann im 19. Jahrhundert gab es dann dort den Carlos V. Die Namen von Plätzen, Schlössern und Denkmalen wie hier scheint sich aber auf Karl V zu beziehen

Über den Hof und ein Portal kommen wir zur Terrasse und können den Palast mal von außen bewundern. Er misst im Grundriss 60 x 60 m und die Türme an den Ecken sollen ebenfalls 60 m hoch sein.

Von der Terrasse aus schauen wir außerdem hinüber zur Militärakademie und auf eine Burg, die wohl ein Hotel beherbergt.

Wir finden auch das Restaurant und die Cafeteria, beide sind allerdings an diesem Sonntagnachmittag gerammelt voll

Daher beschließen wir, uns lieber in der Altstadt was zu suchen, und gehen zurück zum Ausgang.
Fortsetzung folgt ...