Wir kennen hübschere Strände

Doch das Wasser war hier angenehm und selbst am Feiertagswochenende war es durch die Weitläufigkeit nicht voll.
Erstaunlicherweise gab es Anfang September noch hier und da Tickets für den Caminito im Oktober. Allerdings habe ich keine besorgt, da ich mir total unsicher war, ob das mit Kerstens Knie gut geht. In der Reisepause ab Februar wird er wahrscheinlich endlich die Meniskus OP in Angriff nehmen.
Problem in Spanien dann war der Campingplatz vor Ort, zumindest für Wohnmobile ging da im Oktober nichts mehr.
9. Oktober Rollertour nach SalobreñaNach zwei Faulenzertagen fühlen wir uns unternehmungslustig und satteln den Roller für eine kleine Tour. Schon bei der Anfahrt schaut Salobreña interessant aus: eine Burg auf einem Felsen und weiße Häuser, die an die Hänge schmiegen. Da ich auf dem Roller - besonders auf der viel befahrenen N340 - keine Fotos machen kann,
schaut hier Es waren die Phönizier, die hier erstmals eine Handelskolonie errichteten. Später erbauten die Römer eine erste Festungsanlage, um die Region vor den gefürchteten Piratenüberfällen zu schützen. Von beiden sind kaum Spuren zu finden.
Am Fuße des Berges liegt die Neustadt mit den wichtigsten Versorgungseinrichtungen. Dort parken wir auch an günstiger Stelle, da wir leider nur Wegweiser zu Hotels finden. Und eh wir uns in den Einbahnstraßen verlieren... Es ist ja klar, dass der Weg hinauf zur Burg bergan führen muss.

So spazieren wir dann eine ziemlich gerade ansteigende Straße entlang, die sich schließlich als Sackgasse entpuppt. Für Fußgänger wie uns geht es über eine Treppe weiter zu einem Platz, auf dem man sogar parken könnte. Dürfte der Plaza del Mercado sein.

Bei der Treppe kommen wir an einer Wasserstelle mit Marienbild vorbei und wenig später dann an der Kirche Nuestra Señora del Rosario. Leider geschlossen.

Über Gassen und weitere Treppen kommen wir langsam dem "Gipfel" näher.



Burg in Sicht
Das
Castillo de Salobreña ist das Wahrzeichen des Ortes. Der Bau wurde im 10. Jahrhundert unter der Herrschaft der Nasriden begonnen, während des 13. und 14. Jahrhunderts wurde er als Palast hergerichtet. Er diente dann als Sommersitz des Granadischen Hofes. Im Innern sieht man noch die original Grundmauern und teils alte Mosaikböden. Die Verteidigungsmauern und Türme, die wir noch sehen können, sind allerdings kastilische Anbauten aus dem späten 15. Jahrhundert. Nach der Rückeroberung Andalusiens durch die Christen diente die Festung auch als Gefängnis. Sie verlor an Bedeutung, als Piratenangriffe seltener wurden. Wir zahlen 4 Euro pP Eintritt für die Besichtigung. Vom Palast blieb so gut wie nichts, doch der Spaziergang über die Mauer ist interessant und liefert tolle Aussichten in die Umgebung.


Ruinen des maurischen Palastes


Aussicht nach Westen
sowie hinunter zum Meer, auf den Ort und zur Felskante.

Zusammen mit einer Familie kamen wir am nun geschlossenen Tor an und befürchteten schon über die Mittagspause hier eingesperrt zu sein. Doch der Burgwächter war zum Glück wohl nur mal kurz austreten

Über etwas andere Gassen und Treppen steigen wir wieder hinab zur Unterstadt. Offenbar gibt es auch einen ausgeschilderten Rundweg zu verschiedenen Miradores, doch den lassen wir aus.



Platz des alten Rathauses
Neben Blumenschmuck - auch Versionen für Gießfaule

- und Azulejobildern sehen wir noch das Mural "A flock to the South"

Mit dem Roller fahren wir über die breite Avenida del Mediterráneo zum modernen Strandviertel. Die Region um Salobreña wurde über viele Jahrhunderte vor allem landwirtschaftlich genutzt und erst in den letzten Jahrzehnten zum Badeort ausgebaut.

Peñón,
ein Felsbrocken im Meer, teilt das Ufer in die Playa de la Guardia westlich und die Playa de la Charcal östlich.



Blick zur Burg und dem uferseitigen Felshang
Außer der Reihe der Apartmenthäuser säumen den Strand auch etliche Lokale und Geschäfte. Die Heladeria (Eisdiele) hat leider schon für die Saison geschlossen. Auf dem Rückweg machen wir deshalb einen Umweg zu Lidl für Litereiscreme und weitere Einkäufe.

