18./19.12.25 – Die Reise nach MaskatWir hatten uns für einen Direktflug mit der Oman Air ab Frankfurt entschieden. Die Airline fliegt nur einmal am Tag und das als Nachtflug mit einem Dreamliner (Boeing 787).

Obwohl Oman Air die letzten Tage vor dem Abflug immer wieder versuchte, die restlichen Business Class Plätze mittels Versteigerung an die Passagiere zu bringen, war mein Gebot einfach zu niedrig. Die Eco hatte jedoch genügend Beinfreiheit. Für Kissen, Decken und Kopfhörer war zudem gesorgt.
Wir starteten recht pünktlich und sobald die Flughöhe erreicht war, begann der Service. Die zwei Chicken Stückchen unter dem trockenen Reis, konnten sogar mit einem Wein hinuntergespült werden. Softdrinks, Säfte und Wasser gab es natürlich auch.
Schlafen konnten wir auf dem sechseinhalbstündigen Flug überhaupt nicht. Eine Stunde vor der Landung wurden noch Schokomuffins und ein Getränk verteilt.
Die Maschine landete pünktlich um 5:50 Uhr in der Frühe. Die Immigration dauerte leider ziemlich lange. Während wir in der Schlange standen und es kaum vorwärts ging, aktivierte ich die eSIM. Die Verbindung funktionierte erst einmal nicht und ins Airport-Wlan konnte ich mich auch nicht einloggen. Nach einem Neustart des Phones und kurz bevor wir an den Schalter durften, hatte ich plötzlich Empfang und schon die erste WhatsApp vom Autovermieter. Der überpünktliche Mitarbeiter wartete schon einige Zeit auf uns. Am Schalter wurden die Abdrücke aller 20 Finger gescannt, Fotos gemacht und nach dem Grund des Aufenthalts gefragt. Im Pass entdeckte der Beamte, dass wir vom letzten Jahr schon zwei Oman-Stempel hatten. Das freute ihn und wir durften endlich einreisen.
Wir holten schnell die Koffer vom Band, damit der Mitarbeiter von Jet Car Rentals nicht noch länger warten musste. Eigentlich wollten wir den Mietpreis bar bezahlen, doch die ATMs waren so früh am Morgen alle leer. Ich ging zu einem Geldwechselschalter, doch die Gebühren waren so hoch, dass mir der freundliche Angestellte riet, woanders zu tauschen. Im Flughafen sind die Gebühren unverschämt hoch. Ich wechselte nur 100 € und davon wurden 12 € Gebühren abgezogen. So blieb uns nichts anderes übrig, den Mietpreis über 966 € per Kreditkarte mit einem Aufschlag von 5 % zu bezahlen. Davon waren 217 € für die Kaution, die 30 Tagen nach Ende des Mietzeitraums zurückerstattet wurden.
Wir erhielten einen silbernen KIA Sportage mit 87862 km auf dem Tacho und kaum Sprit im Tank. Als ich abends das Bild machte, hatte es kurz zuvor geregnet. Das war aber das einzige Mal in den 10 Tagen.
Da ich eine Marotte habe und allen vierrädrigen Reisebegleitern einen Namen verpasse, hieß dieser einfach Sultan. Dies vielleicht auch in Wertschätzung des verstorbenen Langzeitsultans Qaboos (rechts im Bild).
Er war ein Visionär, Staatsmann und Friedensstifter, der sein Land 49 Jahre lang mit Respekt und Toleranz gegenüber allen Menschen regierte. Sultan Qaboos wohnte einige Monate im Jahr in seinem Haus in Garmisch-Partenkirchen. Es war ihm u. a. wichtig, dass Frauen bevorzugt studieren dürfen. Wer mehr über den früheren Regenten erfahren möchte, der sollte unbedingt
diesen Artikel lesen. An Sultan Qaboos sollten sich viele Oberhäupter ein Beispiel nehmen, denn das würde unnütze Kriege verhindern. Sein Nachfolger Haitham bin Tarik (links im Bild), der auch der Cousin ist, regiert das Land genauso weltoffen und fortschrittlich.
Da uns das Straßengewirr um den Flughafen trotz Navi zu ein paar Extrarunden zwang, checkten wir erst kurz nach 8 Uhr im Swiss-Belinn Hotel ein. Ich hatte das Hotel für den Vortag reserviert, bat aber um einen Late Check-in mit Late Check-out. Die Unterkunft war sozusagen als Stundenhotel gebucht

. Das preiswerte Hotel ist in der Nähe vom Flughafen und gut bewertet. Bei einem Zimmerpreis von 71 € inkl. Frühstück gab es nichts zu beanstanden.
Wir stellten unser Gepäck ins Zimmer und gingen erst einmal frühstücken. Das Frühstück war nichts Besonderes, aber es war ausreichend und machte satt. Danach duschten wir und legten uns ein paar Stunden aufs Ohr. Während Heiko etwas schlafen konnte, war ich hellwach. Um 14 Uhr checkten wir aus. Jetzt wurde es Zeit, dass Sultan Sprit bekam. An der nächsten Shell-Tankstelle wurde der KIA vollgetankt. Bei umgerechnet 50 Cent/Liter kostete die Tankfüllung gerade mal 21 €

.
Auf dem Weg zur nächsten Unterkunft steuerten wir das City Centre in Seeb an. Das ist eine große Mall mit einem riesigen HyperMax. Das meiste wird importiert und dementsprechend umfangreich ist das Sortiment an internationalen Waren. Wir kauften fürs Erste nur jede Menge Wasser ein. Danach steuerten wir den nächsten Geldwechselschalter an. Hier wurden im Gegensatz zum Flughafen kaum Gebühren fällig. Mit genügend Wasserflaschen auf dem Rücksitz und omanischen Rial im Portemonnaie, fuhren wir zum nächsten Hotel weiter.
Das Radisson Collection Grand Hormuz befindet sich auch in der Nähe vom Flughafen und ist ziemlich neu. Da sich nach unserer Lanzarote-Reise etliche Radisson Punkte angesammelt hatten, betrug der Zimmerpreis für zwei Nächte nur noch 131 €. Beim Check-in bekamen wir zudem ein Upgrade mit Lounge-Zugang. Darüber freuten wir uns sehr.
Zur Begrüßung bekommt man oft Kahwa, auch Omani-Kaffee genannt, gereicht. Auch im Hotel stand eine Kanne. Der Beduinenkaffee ist ein dünner Kaffee aus Arabica-Bohnen, der mit Kardamom und Nelken gewürzt ist. Man trinkt bzw. bekommt nur die Menge einer Espressotasse davon. Traditionell isst man dazu eine Dattel.

Das Zimmer war sehr geräumig, aber eiskalt heruntergekühlt

. Im Oman wollten wir eigentlich nicht frieren.
Die Temperatur ließ sich nicht regeln. Letztendlich schalteten wir die Klimaanlage aus. Leider konnte man das Fenster nicht öffnen, so dass sich nach kurzer Zeit ein muffiger, modriger Geruch im Zimmer breit machte. So hervorragend die Luxusherberge sonst auch ist, solange die ihre Klimaanlage nicht in den Griff bekommen, können wir dieses Hotel nicht weiterempfehlen.
Ab 18 Uhr war die Lounge geöffnet. Es durften nur berechtigte Personen mit freigeschalteter Karte hinein. Wir hatten keine Ahnung, was uns dort erwartet und waren mehr als überrascht. Es stand ein kleines, aber feines Büffet zur Verfügung. Alkoholische Getränke gab es zudem und das ohne Zuzahlung.
Wir waren dank der fürsorglichen Servicekraft aus dem Iran pappsatt. Die junge Frau ist einfach ein Goldstück.
Die Lounge hat einen Balkon und weil es draußen so schön warm war, blieben wir eine ganze Weile, bis wir uns ins gekühlte Zimmer zurückzogen. Letztendlich steckte uns der Nachtflug in den Knochen und die Müdigkeit siegte.
Übernachtung: Radisson Collection Muscat, Hormuz Grand