21.12.25 – Von Maskat zum Grünen BergWir schlemmten uns noch einmal durchs Büffet und waren danach froh, die Kühlkammer hinter uns zu lassen.
Unser erstes Ziel war die Amouage Parfümfabrik. Schließlich verfügt das Land mehr als reichlich über die Grundsubstanzen wie Weihrauch, Myrrhe und Rosenwasser.
Auf Wunsch von Sultan Qaboos und im Auftrag eines Unternehmers, kreierte Guy Roberts 1971 das einst kostbarste Parfüm der Welt: Amouage.
Guy Roberts, der aus einer Familie von Parfümherstellern aus Frankreich stammt, wählte 120 der anspruchsvollsten natürlichen Öle und Essenzen aus. Weihrauch verleiht den Parfüms zudem eine längere Haltbarkeit, so dass der Geruch länger auf der Haut haftet.
Mittlerweile gibt es unzählige Parfüms der Marke. Nach wie vor wird jeder Flacon von Hand befüllt und auch die Sonne als Designelement auf die Flasche geklebt. Die fleißigen Damen wollte ich bei der Arbeit jedoch nicht fotografieren.
Edle Essenzen und Handarbeit haben ihren Preis. So kostet ein Flacon mit 100 ml Inhalt zwischen 300 – 400 €.
Für unsere Nasen waren die Düfte alle viel zu schwer und deshalb machten wir uns schnell auf den Weg nach Jebel Akhdar, dem Grünen Berg.
Die Autobahn ist anfangs vierspurig. Alle Autobahnen und Überlandstraßen sind übrigens nachts beleuchtet.
Die Schilder sind zweisprachig.
Eine asphaltierte Straße führt zum Sayq-Plateau auf 2000 m Höhe. Um dorthin zu gelangen, sind Fahrzeuge mit Vierradantrieb vorgeschrieben. Am Checkpoint im Tal wird jedes Auto von der Polizei kontrolliert und mittels Tablet registriert.
Die serpentinenreiche Straße führt über 30 km steil nach oben.
Der aufheulende KIA tat uns richtig leid, doch auch stärker motorisierte Fahrzeuge stoßen auf dieser Strecke an ihre Grenzen.
Nach über einer halben Stunde Fahrt erreichten wir das Plateau und checkten gleich im Green View Hotel ein.
Das Hotel ist ein Familienbetrieb und noch ziemlich neu. Unser geräumiges Zimmer verfügte sogar über ein Klimagerät mit Heizfunktion, um das wir in dieser Höhe sehr dankbar waren.
Unser wichtigstes Gadget im Gepäck war übrigens ein Wasserabzieher.
Die meisten Duschen im Oman sind recht offen und nach dem Gebrauch das Badezimmer vollkommen nass. Deshalb hatte ich vor der Abreise so ein verlängerbares Teil besorgt.
Wir bedienten uns von den bereitgestellten Knabbereien und vernaschten eine Tüte Chips und Waffelkekse. Danach machten wir uns auf den kurzen Weg zum Wanderparkplatz.
Wir entschieden uns für den Three-Villages-Walk, der mehr oder weniger entlang den Klippen verläuft,
mit Blick auf die Terrassen.
Die Region gehört zu den fruchtbarsten im Oman. Von Mitte März bis Ende April blühen hier Rosen, aus denen kostbares Rosenwasser hergestellt wird. Aber auch Obstbäume gedeihen hier prächtig. Von November bis Januar ist es allerdings nachts kalt und die Pflanzen befinden sich in der Vegetationsruhe.
Ohne Bewässerung wächst dennoch nichts.
Die Wanderung war recht kurzweilig, denn uns schloss sich ein deutsches Auswanderer-Ehepaar von den Bahamas an. Sie verbringen ihren Ruhestand mit langen Reisen und erzählten uns ihre interessante Lebensgeschichte.
Eigentlich wollten wir bis zu dem Ort absteigen,
doch hohe Treppenstufen und meine fortgeschrittene Hüftarthrose verhinderten das.
Wir machten uns auf den Rückweg, denn wir wollten noch zu dem Hotel rechts oben auf der Klippe.
In den engen Gassen des Ortes entdeckten wir einen kleinen Shop und kauften Rosenwasser ein.
Zusammen mit dem Ehepaar gingen wir zum Anantara Hotel weiter. Es ist eines der höchstgelegenen Luxushotels der Welt. Man darf aber aufs Gelände, denn bevor das Hotel gebaut wurde, landeten Lady Di und Prinz Charles mit einem Hubschrauber an der Stelle. Seitdem befindet sich dort, wo die beiden Leute stehen, der Lady Diana Viewpoint.
Der Zugang war allerdings aufgrund eines privaten Dinners gesperrt. So ein Infinity Pool mit dieser Aussicht ist sicher etwas Feines.
Wir verabschiedeten uns von unseren Wanderbegleitern. Spätestens auf dem Rückflug würden wir uns wieder begegnen.
Zurück im Hotel kam so langsam der Hunger. Da wir Halbpension gebucht hatten, sollte das Essen im angrenzenden Grill-Restaurant serviert werden. Das war jedoch ein Imbiss mit Außenbestuhlung. Bei mittlerweile windigen 5°C war uns das zu kalt. Wir hätten zudem zwei Stunden warten müssen, denn der Grill war noch nicht angeheizt. So bemüht und gastfreundlich die drei Omanis vom Grill auch waren, wir entschieden uns auf eigene Kosten für ein türkisches Restaurant in der Nähe. Dort war es windgeschützt und der preiswerte Grillteller sehr lecker.
Übernachtung: Green View Hotel, Jabal Al Ahkdar, 129 € mit Halbpension über Booking.com