22.12.25 – Vom Jebel Akhdar zum Jebel ShamsGeschlafen haben wir auf über 2000 m Höhe sehr gut.
Zum Sonnenaufgang glühten die Berge
und die wilden Esel zog es zum Wasserreservoir unterhalb des Hotels.
Uns zog es ein Stockwerk höher zum überschaubaren Frühstücksbüffet. Das war eher auf den englisch/orientalischen Gaumen abgestimmt. Doch das frisch gebackene Fladenbrot mit Honig und Ei schmeckte gut und machte satt.

Etwas Bedenken hatten wir vor der Rückfahrt, denn wo es steil rauf geht, geht es auch steil runter. Da dürfen die Bremsen nicht versagen.
Nach 15 Minuten Fahrt und bevor es die steilen Serpentinen abwärts geht, sieht man den Ort Sayq, wo wir übernachtet hatten.

Dann hieß es, soweit mit der Motorbremse möglich, die Serpentinen herunterzufahren. Falls die Bremsen versagen, liegt die Rettung hoffentlich in solchen Notbremsrampen.
Mit heißgelaufenen Bremsen erreichten wir das Tal und fuhren nach Nizwa, der einstigen Hauptstadt, zum Fort weiter. Die Festung ist die älteste und berühmteste im Oman.
Der Eintritt kostete 5 OMR/Person = ca. 11 €.
Einzig in diesem Fort gibt es einen mächtigen Rundturm (40 m Ø und 24 m hoch). Er ist ein Bollwerk omanischer Verteidigungsarchitektur.
Musikanten begrüßen die Besucher mit traditionellem Gesang und Tanz.

Über eine enge verwinkelte Treppe besteigt man den Festungsturm. Nach sechs Türen erreicht man heutzutage unbeschadet die obere Plattform. Feinde stürzten früher in solche Falllöcher und wurden mit heißem Dattelsirup übergossen.
Von oben hat man einen guten Rundumblick über Nizwa.
Im Fort selbst befindet sich noch ein Museum und im Garten ein kleiner Zoo.
Die Folkloregruppe zieht immer wieder durch den Innenhof. Hochachtung vor diesen Männern, die den ganzen Tag und in der Hitze die Besucher unterhalten.
Außerhalb vom Fort ist der Nizwa Souq. Untypisch für einen orientalischen Markt ist, dass es hier Festpreise gibt und man nicht handeln kann.
Hier lief uns das Ehepaar von den Bahamas wieder über den Weg. Nach einem kurzen Plausch gingen wir zum Dattelmarkt weiter. Ich kaufte eine Packung leckere Datteln in dunkler Schokolade, die mit Mandeln gefüllt waren. So offene Ware, von der sich jeder (selbst mit einem Zahnstocher) bedient, meide ich grundsätzlich.
Unser nächster Abstecher führte uns nach Misfat Al Abriyeen, einem urigen Bergdorf, das man nach 9 km serpentinenreicher Straße erreicht. Da im Ort die Parkplätze rar sind, müssen Besucher 450 m entfernt auf dem Parkplatz parken.
Die zwei- bis dreistöckigen Lehmhäuser wurden dicht aneinander und übereinander an den Berghang gebaut. Ich bezeichnete den Ort als Meteora des Orients.

In einer Gasse ist der Zutritt für Männer verboten.
Meine Neugierde führte mich kurz diesem Wasserkanal entlang zu einem Frauengebetssaal.
Das Dorfschwimmbad war nicht befüllt.
Am späten Nachmittag lichteten sich die Besuchergruppen und wir setzten unsere Fahrt in die Berge fort.
Diesmal ohne Fahrzeugkontrolle, doch auch sehr steil und die letzten 9 km auf einer Dirtroad
erreichten wir nach 1,5 Stunden das Sama Heights Resort auf über 2000 m Höhe. Auf den ersten Blick war dies eine traumhafte Unterkunft am Fuß des Jebel Shams, dem mit 3000 m höchsten Berg im Sultanat.
Wir hatten ein Steinhäuschen gebucht und die Katze davor wollte mit einziehen. Während es im Tal mollige 30°C hatte, waren es in der Höhe trotz

nur 14°C. Die Sonne ging aber schnell unter und die Cabin hatte keine Heizung. Es gab nur eine Klimaanlage ohne Heizfunktion. Stattdessen stand ein Mini-Heizlüfter im Raum und dieser brachte null Leistung, denn er schaltete nach einer Minute ab. An der Rezeption holte ich einen zweiten Heizlüfter, der nach kurzer Zeit überlastet war. Im Bad gibt es keinen Heizstrahler, sondern zu allem Elend nur eine Ventilatoröffnung, durch die die Kälte hereinströmte. Ein Fenster hatte die Cabin nicht. Nur ein Fliegengitter mit einem Klappladen davor. Die Holztüre dichtete auch nicht ab. Kurzum enttäuschte die Unterkunft sehr. Etwas wärmer war es nur in der 100 m entfernten Lobby und dort versammelten sich alle Gäste zum kurzen Aufwärmen.
Um 19 Uhr gab es Essen im 150 m entfernten Restaurant, das auch nicht beheizt ist. Zwei Gasstrahler im großen Raum brachten nichts und mit jedem Gast, der durch die Tür trat, strömte eiskalte Luft herein.
Das Essen vom Büffet war schmackhaft. Es wurde von der indischstämmigen Belegschaft zubereitet.
Die Getränke waren im Preis inklusive. Also Wasser und Softdrinks, da die wenigsten Restaurants eine Alkohollizenz haben.
Nun hieß es bei 0°C Außentemperatur in der 8°C kalten Eishöhle zu übernachten. Nach einer Katzenwäsche zogen wir schnell drei Lagen Klamotten über. Das klamme Bett war so kalt, dass man bei jeder Drehung einen Kälteschock bekam

.
Mitten in der Nacht und mit Stirnlampe (die Raumbeleuchtung war zu schwach) buchte ich über Booking.com ein Zimmer im warmen Tal. Eine weitere Nacht würden wir hier nicht verbringen, denn der Fahrer klagte schon über Halsweh und durfte auf keinen Fall krank werden.
Übernachtung: Sama Heights Resort, Jebel Shams,
2 Nächte 1 Nacht für 308 € mit Halbpension über Booking.com