29.12.25 – Rückreise Der Rückreisetag war angebrochen und wir konnten uns jede Menge Zeit, vor allem beim Frühstück, lassen. Das nützt jedoch wenig, da die Mägen nur eine begrenzte Füllmenge haben

.
Zurück im Zimmer packten wir unsere Koffer. Die Abholung von Sultan war auf 11 Uhr vereinbart, doch kurz nach 10 Uhr vermeldete der Angestellte von Jet Cars, dass er in der Lobby auf uns wartet. Er war wieder zu früh dran. Normalerweise bin ich überpünktlich, doch der toppte mich locker

. Da es letztendlich egal war, wo wir die restliche Zeit bis zum Abflug verbrachten, checkten wir kurz danach aus und der Fahrer brachte uns zum Flughafen. Der Abschied fiel kurz und schmerzlos aus. Sultan hat uns exakt 1500 km durch den Norden des Omans begleitet.
Damit wir die Koffer los sind, checkten wir gleich am Schalter ein. Obwohl nicht viel Leute vor uns waren, dauerte es etwas, bis die omanischen Großfamilien ihre Unmengen an Kartons und Gepäck aufgegeben hatten. Wir hatten aber immer noch jede Menge Zeit.
Der Flughafen in Muscat ist recht neu und modern, nur mangelt es an Sitzgelegenheiten. Die paar Bänke waren überwiegend der Länge nach von indischen Passagieren belegt. Wir setzten uns in ein Restaurant mit Ausblick aufs Rollfeld
und bestellten uns zwei kleine Portionen Pasta Alfredo. Zwischenzeitlich war es schon 12 Uhr.
Die Abflugtafeln hatten wir immer im Blick, denn das Gate wurde erst 20 Minuten vorher bekanntgegeben. Das ist in dem Flughafen anscheinend immer so, obwohl unser Dreamliner schon die ganze Zeit bereitstand.
Am Gate trafen wir zum dritten Mal das Auswanderer-Ehepaar aus Grand Bahama. Für einen weiteren Erlebnisaustausch blieb leider keine Zeit. Sie flogen Business und wir hatten in der Reihe 36 diesmal Glück mit einem freien Mittelsitz.
Der Pilot brachte den Dreamliner pünktlich in die Luft und nach 10 Minuten überflogen wir die Daymaniyat Inseln, wo wir am Vortag zum Schnorcheln waren.
Die knapp sieben Stunden bis zur Landung zogen sich genauso wie der Service. Wir waren schon zwei Stunden in der Luft und flogen über den Iran
als wieder so ein trockenes Reisgericht mit Chicken serviert wurde.
Getränke wurden auf dem Rückflug anscheinend rationiert. Manches war schon aus oder man sparte für den Flug zurück nach Maskat.
Im Iran hatte es diesen Winter viel geschneit.
Nur einmal wackelte es unterwegs kurz. Der Flug verlief ansonsten sehr ruhig und wir landeten pünktlich um 19 Uhr in Frankfurt.
Es dauerte allerdings 45 Minuten bis die Koffer auf dem Band kreisten. Den Shuttlebus sahen wir deshalb leider nur noch von hinten. Bevor wir in den nächsten Bus stiegen, gingen wir die halbe Stunde zurück ins Terminal, damit uns die Kälte nicht schockfrostete

. Von 30°C auf 0°C war schon heftig.
Kurz vor Mitternacht waren wir wieder zu Hause. Die Autobahn war glücklicherweise frei und die Straßen nicht verreist.
Übernachtung: Zu Hause 0 € mit All-in
FAZIT
Das mit dem Oman war bei mir am zweiten Tag Liebe auf den zweiten Blick

und das beim allerersten Besuch im Dezember 2024. Kompliziert, gell

?
Ich fand damals den ersten Stopp in Khasab samt Fahrt in die Berge ok, aber nicht überwältigend. Anders am Folgetag, als wir von Maskat aus den Wadi Shab und das Bimmah Sinkhole besuchten. Da konnte man die hervorragende Infrastruktur sehen, die super ausgebauten Autobahnen und die für Steinwüstenfans reizvolle Landschaft. Somit war klar, wohin uns die Reise ein Jahr später führt.
Ein Direktflug war uns wichtig und da bleibt nur die
Oman Air. Die Boeing 787 der Oman Airlines war ok und auch der Sitzabstand in diesem Dreamliner. Der Service war allerdings schwach und lustlos. Dafür blieb uns das Umsteigen erspart. Der Nachtflug hing uns zudem in den Knochen, da wir nicht schlafen konnten. Deshalb buchte ich ein einfaches Hotel, damit wir uns nach der Ankunft ein paar Stunden ausruhen konnten.
Die
Unterkünfte waren alle sehr sauber und der Gast ist noch König. Abstriche gab es beim Radisson Grand Hormuz, weil sich die Klimaanlage nicht steuern ließ und dadurch ein modriger Geruch im Zimmer war. Hier erhielten wir aber ein Upgrade mit Loungezugang inkl. Verpflegung am Abend. Zu erwähnen ist die teuerste Unterkunft in Jebel Shams, in der wir uns in einer eisigen Nacht schier Frostbeulen holten und am nächsten Morgen die Flucht ergriffen. Erstattet wurde die Übernachtung nicht, aber Booking.com wollte uns mit einer Gutschrift über 30 € etwas besänftigen. Schließlich hatte ich zusätzlich für die Nacht ein Zimmer im Guesthouse von Ahmed gebucht. Diesen herzlichen Gastgeber hätten wir sonst nie kennengelernt.
Der
Mietwagen, ein KIA Sportage, war ein zuverlässiger Begleiter, wenn auch für die steilen Bergetappen zu untermotorisiert. Die Preise für Mietwägen sind im Oman allgemein hoch, dafür war das Benzin mit 50 Cent/Liter ein Schnäppchen.
Das
Essen war (außer im Flieger) überall schmackhaft, denn Gewürze sind die Seele der arabischen Küche. Die Seefahrer brachten diese aus Indien und Ostafrika mit. Seitdem sind die Gewürze ein unverzichtbarer Bestandteil der omanischen Küche. Fleisch wird meistens gegrillt. Hummus, Moutabel und Fladenbrot wird dazu gereicht. Die großen Hotels boten alle ein umfangreiches Büffet an. Selbst Salate konnte man überall bedenkenlos essen. Wasser in Halbliterflaschen wurden meistens auf den Tisch gestellt und waren im Preis inklusive.
Das
Sultanat ist ohnehin sehr sauber und gepflegt. Die Straßen sind besser in Schuss als hierzulande. Es werden überall neue Straßen gebaut oder bestehende erweitert/erneuert. Obwohl die meisten Waren importiert werden müssen, empfanden wir die Preise nicht zu hoch. Die Hypermärkte sind riesig und bieten ein großes, internationales Sortiment.
Landschaftlich bietet der Oman so einiges. Sei es die hohen Gebirge oder die Wadis zum Schwimmen. Es ist ein Land, das man als Selbstfahrer entspannt erkunden kann. Die Menschen sind sehr hilfsbereit und die meisten sprechen Englisch.
GASTFREUNDSCHAFT wird hier noch großgeschrieben.
Die Temperaturen lagen im Dezember zwischen 26° - 30°C und waren aufgrund der trockenen Hitze sehr angenehm. Zur
Bekleidung: Ich hatte einige leichte langärmelige Blusen dabei, die ich in allen öffentlichen Bereichen überzog. Ansonsten weit geschnittene lange Hosen. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich mich respektvoll kleide. In den Hotels sahen wir allerdings einige junge Damen, die nur mit knappen Shorts und bauchfreien Tops bekleidet waren. Da in den Hotelrestaurants auch viele arabische Familien essen, finde ich das unangemessen. Zum Schwimmen in den Wadis oder an öffentlichen Stränden, sollte man keine Bikinis tragen. Ansonsten werden Frauen im Sultanat weder belästigt noch missachtet.
Kurzum: Es war eine abwechslungsreise Reise und ein dritter Besuch ist nicht ausgeschlossen.
Aber: Während ich diesen Reisebericht veröffentlichte, brach in Nahost ein Inferno aus. Bei diesem schrecklichen Krieg kam es zu einem Rundumschlag, bei dem selbst unbeteiligte Staaten wie die VAE und das Sultanat angegriffen wurden. Für mich ist das unbegreiflich. Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter, sondern 2026 in einem modernen Zeitalter, in der ein friedliches Miteinander möglich sein sollte. Ich hoffe, dass dieser Irrsinn bald ein Ende findet und überall Frieden einkehrt.

lichen Dank fürs Mitreisen.