7. Tag – Mittwoch, 04.02.Auf Sonnenschein folgt Regen und von dem soll es heute reichlich geben. Gegen 9.15 Uhr fahren wir aber trotzdem los, das Cabo de São Vicente und Umgebung und damit die südwestlichste Festlandsecke Europas steht heute auf dem Plan.
Eine knappe Stunde später sind wir dort – ui, das weht aber ordentlich, es hat kurz vor dem Ziel immerhin aufgehört zu regnen, aber mit dem Sturm ist nicht zu spaßen. Er kommt in Böen und ich werde fast weggeweht, da muss man sich genau überlegen wie nahe man an die Kante geht.
Peter hätte ja zu gerne eine „letzte Bratwurst vor Amerika“ gegessen, aber wir wussten schon vorher, dass der entsprechende Verkaufsstand im Winter nicht da ist. Wir schauen uns ein bisschen um (näher an den Leuchtturm oder gar innen hinein kommt man nicht) und gehen dann bald zurück zum Auto, an die Wanderung, die der Rother Wanderführer hier vorschlägt und die ich in Betracht gezogen hatte, braucht man bei diesem Wetter gar nicht zu denken. Wobei, es gibt tatsächlich ein paar Wanderer, das sind aber nach der Größe der Rucksäcke zu urteilen, wohl Fernwanderer, denen nicht viel anderes übrigbleibt, als jeden Tag ihre geplante Route zu absolvieren, die tun mir bei dem Wetter dieses Jahr wirklich leid.

Ein Stückchen landeinwärts steht das Forte Beliche, eine kleine Festungsanlage, in der wohl Heinrich der Seefahrer wohnte, wenn er in Sagres war. Viel zu sehen gibt es nicht, das Gelände des Forte ist verschlossen, die Gebäude sind einsturzgefährdet und nur zu einzelnen Anlässen wird vorübergehend geöffnet. Mir gefällt aber der Blick hinunter auf den steinigen Meeresboden.
Ein weiteres Stück landeinwärts befindet sich ein Souvenirshop mit Café, der geöffnet ist. Wir stöbern zunächst im Shop, die T-shirts mit Aufschrift „I was at the end of the world“, würden uns gefallen, es gibt aber eigentlich für uns beide nicht die passende Größe, Peter nimmt dann trotzdem eines in XL, entweder ihm passt es oder wenn nicht, dann mir, zumindest für Haus- und Gartenarbeit, da kann es gerne weiter und länger sein.
Am Regal steht ein Preis von EUR 18,00, an der Kasse soll es dann plötzlich EUR 39,00 kosten, dann möchten wir es nicht. Die Verkäuferin will sehen, wo etwas von EUR 18,00 steht und meint als wir ihr es zeigen dann, das wäre für die Kindershirts, ja klar, glauben wir sofort, auf dem entsprechenden Regal mit den Kindershirts an anderer Stelle steht ja auch nicht EUR 15,00.
Wir lehnen dann nochmal ab und gehen aus dem Laden, da ruft uns die Verkäuferin nochmal herein, Peter reagiert gar nicht mehr, ich kann dann doch nicht so unhöflich sein und gehe zurück, die Verkäuferin meint nun, sie habe sich geirrt und bietet das Shirt für EUR 18,00 an. Da wir es ja tatsächlich gerne haben möchten, kaufe ich es dann doch noch.
Wir trinken im angrenzenden Gebäude noch einen Kaffee und nutzen die Toiletten. Danach fahren wir in Richtung Sagres, am Ort vorbei und parken auf dem riesigen Parkplatz der Fortaleza de Sagres. Die Festungsanlage nimmt die gesamte Spitze der Landzunge vor Sagres ein, dorthin kommt man nur, wenn man den für hiesige Verhältnisse (und für das Gebotene) doch recht üppigen Eintritt von EUR 10,00 p.P. zahlt, der Parkplatz ist dafür kostenfrei.
Ein Fußweg führt einmal rund um die Landzunge herum, eigentlich ein harmloser Spaziergang, aufgrund des Sturms doch eine größere Herausforderung. Wir versuchen trotzdem die Aus- und Anblicke zu genießen, man sieht hinüber zum Leuchtturm vom Cabo de São Vicente und zum Ort Sagres (kaum zu erkennen aufgrund der Wolken/Regen/Nebel), auf dem Gelände steht eine Kirche und ein weiterer Leuchtturm.
Nach dem Rundgang gehen wir ins Museum, das in einem recht neuen und ganz modernen Gebäude untergebracht ist.
Thema des Museums ist die Seefahrtgeschichte Portugals, vor ein paar Jahrhunderten hatte Portugal ja eine ganze andere Bedeutung in der Welt als heute.
Allzu viel Zeit nehmen wir uns aber nicht für das Museum, es ist schon Mittagszeit und ich habe Hunger, leider gibt es auf dem gesamten Fortaleza Gelände überhaupt keine Möglichkeit etwas zu essen, schade, sonst hätten wir uns nach einer Stärkung dem Museum intensiver widmen können. So schauen wir uns noch im Souvenirshop um, der richtig schöne, geschmackvolle Sachen hat. Am Ende kann ich mich dann aber doch für gar nichts entscheiden, Peter begeistert sich für ein Brillenetui, Brillenputztuch und Notizbuch mit identischem „Seefahrer“ Motiv, das kommt dann natürlich alles mit.
Wir fahren nach Sagres und finden dort gleich neben dem vorab ausgesuchten Parkplatz ein nettes Café („Caffe Espresso Sagres“). Heute klappt es wie gewünscht mit einem weniger üppigen Mittagessen, wir essen beide eine Käse-Schinken Focaccia mit Chips und weil es so gemütlich im Café ist, danach gleich jeweils einen Milchkaffee und einen Schokokeks, der genauso lecker ist, wie er aussieht (zusammen mit einem weiteren Kaffee und einem Mineralwasser EUR 32,60).
Als wir das Café verlassen ist es noch trocken und wir spazieren durch Sagres bis zum Hafen am anderen Ortsende. Vom Ort selbst habe ich gar keine Fotos gemacht, es gibt ein paar Straßen mit Wohnhäusern und ein paar kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants und an der Küste ein großes, vor sich hin verfallendes Hotel.
Der Hafen ist für das kleine Sagres recht groß mit Hafenmauer und Leuchtturm, auch hier wird noch mit kleineren Booten Fischerei betrieben, sehr schön.
Kurz bevor wir das Auto erreichen, fängt es wieder zu regnen an.
Wir fahren dennoch zu einem der als sehr hübsch beschriebenen Orte am Meer östlich von Sagres in Richtung Lagos mit dem sehr deutsch klingenden Namen Burgau. Auf der steilen und engen Straße durch den Ort fahren wir bis hinunter zum Parkplatz beim Hafen und Strand und parken kostenlos neben zahlreichen Campervans aus ganz Europa, die man an der gesamten Algarve sehr häufig sieht, Wohnmobile oder Wohnwagen dagegen kaum, wohl weil für sie ein Großteil der Parkplätze gesperrt ist.
Wir spazieren durch die engen Gassen, kehren aber sehr schnell wieder zum Auto zurück, es regnet in Strömen, von den fast nie mit Dachrinnen ausgerüsteten Hausdächern tropft es bei jedem Schritt, das macht überhaupt keinen Spaß, bei Sonnenschein aber sicher ein nettes Örtchen.

Auf weitere Aktivitäten im Freien haben wir heute keine Lust mehr, wir fahren zu einer Mall bei Portimão, ich möchte mich in einem Buchladen umschauen (aufgrund des Regenwetters habe ich doch mehr gelesen als gedacht und mein mitgebrachtes Buch geht zu Ende) und wir wollen im Trockenen ein bisschen bummeln. Tatsächlich finde ich ein englischsprachiges Buch, so richtig toll ist es in der Mall aber nicht, die Rolltreppen funktionieren alle nicht, die Aufzüge sind dementsprechend voll, insgesamt es ist es recht voll, viele Schüler verbringen hier wohl Zeit nach der Schule, Familien sind beim Einkaufen und außerdem ist das Einkaufszentrum nicht komplett überdacht, es gibt immer wieder Dachöffnungen, um das Licht hereinzulassen und damit leider auch den Regen, daran, dass es hier auch regnen könnte, haben die Erbauer wohl gar nicht gedacht.
Im hiesigen Supermarkt entdecken wir aber noch ein paar Sachen, die wir in „unserem“ Supermarkt in Alvor vermisst haben, also doch noch ein erfolgreicher Mall-Besuch.
Gegen 17.45 Uhr sind wir dann wieder zurück in der Unterkunft.
Wetter: Regen, trocken zwischen 10 und 14 Uhr, starker Wind, ca. 18°C