Autor Thema: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026  (Gelesen 3279 mal)

Christina

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #30 am: 15. Mai 2026, 18:15:16 »
Mal ein organisatorische Frage zwischendurch - wart ihr mit Eurem Standort in Alvor zufrieden oder hättet ihr Euch im nachhinein besser östlicher oder westlicher platziert?

Wir waren sehr zufrieden und würden Alvor jederzeit wieder als Standort wählen. Weiter westlich würde ich, wenn man wie wir ohne einen bestimmten Schwerpunkt "alles" von West bis Ost und Nord anschauen möchte, nicht gehen, da dort bald die Autobahn endet und ohne Autobahn ziehen sich die Wege. Weiter östlich kann man natürlich übernachten, um da einen zeitlichen Vorteil zum Erreichen der östlich liegenden Ziele im Vergleich zu Alvor zu haben, muss man darauf achten, dass man die Autobahn gut erreicht, also ohne, dass man durch eine Stadt hindurch muss.

Also entscheidender als die Frage weiter westlich oder östlich ist die Autobahnanbindung. Wir sind ein paar Mal durch die Außenbezirke von Portimao zur dortigen Autobahnauf-/abfahrt gefahren, statt die von Alvor zu nutzen und das kostet richtig viel Zeit, weil die Strassen morgens und abends voll sind, da fahren die Einheimischen zur Arbeit, Schule, Einkaufen, sehr nervig. Und das wird rund um Albufeira, was ja mittiger liegt, auch der Fall sein.


LG Christina

Christina

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #31 am: 15. Mai 2026, 18:34:23 »
7. Tag – Mittwoch, 04.02.

Auf Sonnenschein folgt Regen und von dem soll es heute reichlich geben. Gegen 9.15 Uhr fahren wir aber trotzdem los, das Cabo de São Vicente und Umgebung und damit die südwestlichste Festlandsecke Europas steht heute auf dem Plan.

Eine knappe Stunde später sind wir dort – ui, das weht aber ordentlich, es hat kurz vor dem Ziel immerhin aufgehört zu regnen, aber mit dem Sturm ist nicht zu spaßen. Er kommt in Böen und ich werde fast weggeweht, da muss man sich genau überlegen wie nahe man an die Kante geht.

Peter hätte ja zu gerne eine „letzte Bratwurst vor Amerika“ gegessen, aber wir wussten schon vorher, dass der entsprechende Verkaufsstand im Winter nicht da ist. Wir schauen uns ein bisschen um (näher an den Leuchtturm oder gar innen hinein kommt man nicht) und gehen dann bald zurück zum Auto, an die Wanderung, die der Rother Wanderführer hier vorschlägt und die ich in Betracht gezogen hatte, braucht man bei diesem Wetter gar nicht zu denken. Wobei, es gibt tatsächlich ein paar Wanderer, das sind aber nach der Größe der Rucksäcke zu urteilen, wohl Fernwanderer, denen nicht viel anderes übrigbleibt, als jeden Tag ihre geplante Route zu absolvieren, die tun mir bei dem Wetter dieses Jahr wirklich leid.


Ein Stückchen landeinwärts steht das Forte Beliche, eine kleine Festungsanlage, in der wohl Heinrich der Seefahrer wohnte, wenn er in Sagres war. Viel zu sehen gibt es nicht, das Gelände des Forte ist verschlossen, die Gebäude sind einsturzgefährdet und nur zu einzelnen Anlässen wird vorübergehend geöffnet. Mir gefällt aber der Blick hinunter auf den steinigen Meeresboden.



Ein weiteres Stück landeinwärts befindet sich ein Souvenirshop mit Café, der geöffnet ist. Wir stöbern zunächst im Shop, die T-shirts mit Aufschrift „I was at the end of the world“, würden uns gefallen, es gibt aber eigentlich für uns beide nicht die passende Größe, Peter nimmt dann trotzdem eines in XL, entweder ihm passt es oder wenn nicht, dann mir, zumindest für Haus- und Gartenarbeit, da kann es gerne weiter und länger sein.

Am Regal steht ein Preis von EUR 18,00, an der Kasse soll es dann plötzlich EUR 39,00 kosten, dann möchten wir es nicht. Die Verkäuferin will sehen, wo etwas von EUR 18,00 steht und meint als wir ihr es zeigen dann, das wäre für die Kindershirts, ja klar, glauben wir sofort, auf dem entsprechenden Regal mit den Kindershirts an anderer Stelle steht ja auch nicht EUR 15,00.

Wir lehnen dann nochmal ab und gehen aus dem Laden, da ruft uns die Verkäuferin nochmal herein, Peter reagiert gar nicht mehr, ich kann dann doch nicht so unhöflich sein und gehe zurück, die Verkäuferin meint nun, sie habe sich geirrt und bietet das Shirt für EUR 18,00 an. Da wir es ja tatsächlich gerne haben möchten, kaufe ich es dann doch noch.

Wir trinken im angrenzenden Gebäude noch einen Kaffee und nutzen die Toiletten. Danach fahren wir in Richtung Sagres, am Ort vorbei und parken auf dem riesigen Parkplatz der Fortaleza de Sagres. Die Festungsanlage nimmt die gesamte Spitze der Landzunge vor Sagres ein, dorthin kommt man nur, wenn man den für hiesige Verhältnisse (und für das Gebotene) doch recht üppigen Eintritt von EUR 10,00 p.P. zahlt, der Parkplatz ist dafür kostenfrei.

Ein Fußweg führt einmal rund um die Landzunge herum, eigentlich ein harmloser Spaziergang, aufgrund des Sturms doch eine größere Herausforderung. Wir versuchen trotzdem die Aus- und Anblicke zu genießen, man sieht hinüber zum Leuchtturm vom Cabo de São Vicente und zum Ort Sagres (kaum zu erkennen aufgrund der Wolken/Regen/Nebel), auf dem Gelände steht eine Kirche und ein weiterer Leuchtturm.







Nach dem Rundgang gehen wir ins Museum, das in einem recht neuen und ganz modernen Gebäude untergebracht ist.


Thema des Museums ist die Seefahrtgeschichte Portugals, vor ein paar Jahrhunderten hatte Portugal ja eine ganze andere Bedeutung in der Welt als heute.


Allzu viel Zeit nehmen wir uns aber nicht für das Museum, es ist schon Mittagszeit und ich habe Hunger, leider gibt es auf dem gesamten Fortaleza Gelände überhaupt keine Möglichkeit etwas zu essen, schade, sonst hätten wir uns nach einer Stärkung dem Museum intensiver widmen können. So schauen wir uns noch im Souvenirshop um, der richtig schöne, geschmackvolle Sachen hat. Am Ende kann ich mich dann aber doch für gar nichts entscheiden, Peter begeistert sich für ein Brillenetui, Brillenputztuch und Notizbuch mit identischem „Seefahrer“ Motiv, das kommt dann natürlich alles mit.

Wir fahren nach Sagres und finden dort gleich neben dem vorab ausgesuchten Parkplatz ein nettes Café („Caffe Espresso Sagres“). Heute klappt es wie gewünscht mit einem weniger üppigen Mittagessen, wir essen beide eine Käse-Schinken Focaccia mit Chips und weil es so gemütlich im Café ist, danach gleich jeweils einen Milchkaffee und einen Schokokeks, der genauso lecker ist, wie er aussieht (zusammen mit einem weiteren Kaffee und einem Mineralwasser EUR 32,60).



Als wir das Café verlassen ist es noch trocken und wir spazieren durch Sagres bis zum Hafen am anderen Ortsende. Vom Ort selbst habe ich gar keine Fotos gemacht, es gibt ein paar Straßen mit Wohnhäusern und ein paar kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants und an der Küste ein großes, vor sich hin verfallendes Hotel.

Der Hafen ist für das kleine Sagres recht groß mit Hafenmauer und Leuchtturm, auch hier wird noch mit kleineren Booten Fischerei betrieben, sehr schön.




Kurz bevor wir das Auto erreichen, fängt es wieder zu regnen an.

Wir fahren dennoch zu einem der als sehr hübsch beschriebenen Orte am Meer östlich von Sagres in Richtung Lagos mit dem sehr deutsch klingenden Namen Burgau. Auf der steilen und engen Straße durch den Ort fahren wir bis hinunter zum Parkplatz beim Hafen und Strand und parken kostenlos neben zahlreichen Campervans aus ganz Europa, die man an der gesamten Algarve sehr häufig sieht, Wohnmobile oder Wohnwagen dagegen kaum, wohl weil für sie ein Großteil der Parkplätze gesperrt ist.

Wir spazieren durch die engen Gassen, kehren aber sehr schnell wieder zum Auto zurück, es regnet in Strömen, von den fast nie mit Dachrinnen ausgerüsteten Hausdächern tropft es bei jedem Schritt, das macht überhaupt keinen Spaß, bei Sonnenschein aber sicher ein nettes Örtchen.


Auf weitere Aktivitäten im Freien haben wir heute keine Lust mehr, wir fahren zu einer Mall bei Portimão, ich möchte mich in einem Buchladen umschauen (aufgrund des Regenwetters habe ich doch mehr gelesen als gedacht und mein mitgebrachtes Buch geht zu Ende) und wir wollen im Trockenen ein bisschen bummeln. Tatsächlich finde ich ein englischsprachiges Buch, so richtig toll ist es in der Mall aber nicht, die Rolltreppen funktionieren alle nicht, die Aufzüge sind dementsprechend voll, insgesamt es ist es recht voll, viele Schüler verbringen hier wohl Zeit nach der Schule, Familien sind beim Einkaufen und außerdem ist das Einkaufszentrum nicht komplett überdacht, es gibt immer wieder Dachöffnungen, um das Licht hereinzulassen und damit leider auch den Regen, daran, dass es hier auch regnen könnte, haben die Erbauer wohl gar nicht gedacht.

Im hiesigen Supermarkt entdecken wir aber noch ein paar Sachen, die wir in „unserem“ Supermarkt in Alvor vermisst haben, also doch noch ein erfolgreicher Mall-Besuch.

Gegen 17.45 Uhr sind wir dann wieder zurück in der Unterkunft.

Wetter: Regen, trocken zwischen 10 und 14 Uhr, starker Wind, ca. 18°C



LG Christina

Ilona

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #32 am: 16. Mai 2026, 13:33:27 »
Zitat
Wobei, es gibt tatsächlich ein paar Wanderer, das sind aber nach der Größe der Rucksäcke zu urteilen, wohl Fernwanderer, denen nicht viel anderes übrigbleibt, als jeden Tag ihre geplante Route zu absolvieren, die tun mir bei dem Wetter dieses Jahr wirklich leid.

Wer um diese Jahreszeit eine Fernwanderung unternimmt, muss das Wetter einkalkulieren.

Schön, dass sich die Verkäuferin doch noch "besonnen" hat und euch das Shirt zum Regulärpreis :cool2: verkaufte. Wahrscheinlich wollte sie ihren Lohn aufbessern. Ein Shirt für 36 € sollte schon ein Markenprodukt und kein Ich-war-da-Souvenir sein.
Liebe Grüße

Ilona

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Horst

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #33 am: 17. Mai 2026, 09:31:59 »
Also entscheidender als die Frage weiter westlich oder östlich ist die Autobahnanbindung. Wir sind ein paar Mal durch die Außenbezirke von Portimao zur dortigen Autobahnauf-/abfahrt gefahren, statt die von Alvor zu nutzen und das kostet richtig viel Zeit, weil die Strassen morgens und abends voll sind, da fahren die Einheimischen zur Arbeit, Schule, Einkaufen, sehr nervig. Und das wird rund um Albufeira, was ja mittiger liegt, auch der Fall sein.

Gut zu wissen danke.

Das mit dem Wetter auf Reisen gleicht sich über die Jahre ja oft aus. Mir gefällt die Gegend die Du zeigst aber auch bei schlechtem Wetter.
Hattet ihr vor den Wanderungen die Küstenabschnitte am Strand beinhalteten vorher die Geizeiten (Ebbe) im Web gecheckt oder es eben so genommen wie es kommt?

Susan

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #34 am: 17. Mai 2026, 12:14:39 »
So, bin jetzt auch wieder auf dem Laufenden  8) Der Boardwalk in Armacao muss relativ neu sein oder er ist mir bisher nie aufgefallen, weil ich meist lieber am Strand lang laufe. Eine Mückensaison gibt es tatsächlich im Sommer; auf den Campingplätzen wir da öfter gesprayt, sonst merkt man wenig davon. Ganz im Osten der Algarve waren wir lange, lange nicht. Würde mal wieder Zeit den Eindrücken aus deinen Bildern nach. Auf der Ilha ist natürlich im Sommer die Hölle los, ich meine gelesen zu haben, dass dann auch eine Art "timed entry" nötig ist.

Die "Händeklopfer" sind mir auch schon aufgefallen, dass die mit Fatima zusammenhängen wusste ich bisher nicht - danke für die Erklärung. Überhaupt  sehr interessant bekannte Orte mal zu einer anderen Jahreszeit zu sehen. 
Liebe Grüße
Susan


Christina

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #35 am: 17. Mai 2026, 15:42:43 »
Zitat
Wobei, es gibt tatsächlich ein paar Wanderer, das sind aber nach der Größe der Rucksäcke zu urteilen, wohl Fernwanderer, denen nicht viel anderes übrigbleibt, als jeden Tag ihre geplante Route zu absolvieren, die tun mir bei dem Wetter dieses Jahr wirklich leid.

Wer um diese Jahreszeit eine Fernwanderung unternimmt, muss das Wetter einkalkulieren.

Na ja, wie schon geschrieben, das Wetter diesen Winter war bisher (würde mich aber nicht wundern, wenn das jetzt häufiger so kommt) eine absolute Ausnahme. Einzelne Schlechtwettertage klar, aber diese Regenmengen und die Dauer der Schlechtwetterperiode war sehr außergewöhnlich. Wäre das üblich, würde niemand über Weihnachten dorthin fahren oder gar als Mittel- und Nordeuropäer die Wintermonate dort verbringen. Bei den vielen Campervans dort habe ich immer gedacht, wie schrecklich das dieses Jahr sein muss, in so einem engen Camper zu sitzen, kaum Möglichkeit seine nassen Sachen aufzuhängen und das ohne Aussicht, dass es nur vorübergehend so ist und bald wieder sonnig wird.


Hattet ihr vor den Wanderungen die Küstenabschnitte am Strand beinhalteten vorher die Geizeiten (Ebbe) im Web gecheckt oder es eben so genommen wie es kommt?

Ich hatte mir die Zeiten von Ebbe und Flut zwar schon vorab ausgedruckt und auch meist morgens zusammen mit der Wettervorhersage nochmal angeschaut, aber danach gerichtet haben wir uns dann nicht. Es war ja keine Wanderung dabei, die von den Gezeiten abhängig war und es war für mich auch nicht klar, bei welchem Wasserstand dann tatsächlich an welchem Strand welche Felsen zu Fuß erreichbar sind und welche nicht. Ich habe den Eindruck, wenn ich mir die Fotos von Susan anschaue, dass zu unserer Zeit auch bei Ebbe das Wasser nicht so weit zurückgegangen war wie bei ihr.


LG Christina

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #36 am: 17. Mai 2026, 15:51:09 »
Der Boardwalk in Armacao muss relativ neu sein oder er ist mir bisher nie aufgefallen, weil ich meist lieber am Strand lang laufe.  Auf der Ilha ist natürlich im Sommer die Hölle los, ich meine gelesen zu haben, dass dann auch eine Art "timed entry" nötig ist.


Der vordere Teil des Boardwalk vom Parkplatz aus schien mir ziemlich neu zu sein, der hintere Bereich durch die Sumpflandschaft war wohl schon älter. Bei Temperaturen über 25 °C stelle ich mir das aber nicht mehr sehr angenehm vor, das ist ja alles in der Sonne ohne jeglichen Schatten. Am Strand hat man dann wenigstens ein bisschen Kühlung durch den Luftzug und kann mal mit den Füßen ins Wasser.

Timed Entry - oh je, kaum vorstellbar nach einem Besuch im Winter.


LG Christina

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #37 am: 17. Mai 2026, 16:15:09 »
8. Tag, Donnerstag, 05.02. - 1. Teil

Ich wache mit Halsschmerzen auf, och nee, wird das jetzt zum neuen Urlaubsstandard, schon im letzten Urlaub (Finnland) bekam ich Halsschmerzen.

Aber schon jetzt am Morgen scheint die Sonne, da vergesse ich die Halsschmerzen fast wieder.

Das gute Wetter wollen wir für eine weitere Küstenwanderung nutzen und zwar bei einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Algarve, der Felsformation Ponta da Piedade bei Lagos.

Eine halbe Stunde dauert die Fahrt bis zum Parkplatz (kostenlos) an der Praia do Camilo, wo wir gegen viertel vor neuen ankommen. Die Zugangstreppe zu diesem Strand ist leider gesperrt (wie ärgerlich), wir beginnen also gleich die Wanderung, die auf Holzbohlenwegen in Richtung der Felsformation Ponta da Piedade und dem dortigen Leuchtturm führt.




Vom Holzbohlenweg führen immer wieder Abstecher zu Aussichtspunkten, die wir natürlich alle mitnehmen. Ganz zufrieden bin ich aber nicht, denn diese Aussichtsplattformen bieten nicht wirklich eine gute Aussicht, dafür stehen sie nicht nahe genug an der Abbruchkante. Es gibt keine Schilder, die es verbieten würden, die Holzbohlen zu verlassen, aber ich mache es trotzdem nicht, irgendwie ist die Situation ein bisschen unklar.



Insgesamt ist es aber eine wunderschöne Landschaft, nicht nur die Felsformationen am bzw. im Wasser, auch die Fläche dahinter mit Kakteen, viel grün, gelben Blümchen und auch mal roten Felsen ist sehenswert.

An der Ponta da Piedade gibt es einen weiteren großen Parkplatz, mehrere Restaurants bzw. Cafés und zum Glück geöffnete Toiletten, die wir nutzen. Der sich ebenfalls dort befindliche Leuchtturm ist wie immer in Portugal weiträumig abgesperrt. Der Strand ist über eine steile und lange Treppe erreichbar, jetzt wäre eine gute Zeit hinunter zu gehen, da gerade Ebbe ist und somit zumindest ein kleiner Teil des Strands trockenen Fußes betreten werden kann.


Leider macht sich ausgerechnet gerade jetzt der Inhalt eines chinesischen Reisebusses auf den Weg nach unten (den ersten und einzigen Reisebus, den wir auf der gesamten Reise sehen), nee, das wollen wir uns nicht antun, wir kommen auf dem Rückweg nochmal hier vorbei und werden dann zum Strand gehen, auch wenn dann der Wasserstand nicht mehr so niedrig sein wird wie jetzt.

Wir setzen die Wanderung mit vielen schönen Ausblicken fort, der Wind ist heute nicht weniger stark wie gestern, immer wieder werde ich fast umgeworfen, das Gehen gegen den Wind ist sehr mühsam.




Kurz vor unserem Ziel, dem Strand von Porto de Mós, verlässt der Weg die Küste und führt durch den Ort hinunter zum Strand. Die öffentliche Toilette dort ist wie so oft geschlossen, wir möchten aber sowieso etwas trinken und eine Kleinigkeit essen. Ein einziges Café / Restaurant hat geöffnet („Campimar“), wir setzen uns trotz des Sturms auf die Terrasse direkt über dem Strand und bestellen zwei Kaffee, ein Mineralwasser und eine Pizza zum Teilen, weil es fürs Mittagessen eigentlich noch ein bisschen früh ist (EUR 16,00). Die Pizza wird netterweise gleich auf zwei Tellern serviert und wir genießen ein Weilchen die Sonne auf der Terrasse.


Nach dem Essen spazieren wir über den Strand von Porto de Mós, sehr hübsch hier mit den farbigen Felswänden und den Steinen und Felsen auf dem Sand. Zur nächsten Sandbucht, die wir von oben gesehen haben, kommen wir aber nicht mehr, da steht das Wasser schon wieder zu hoch dafür.




Zurück zur Ponta da Piedade geht es auf dem bekannten Weg.



Die asiatische Busreisegruppe ist erwartungsgemäß weitergereist und wir machen uns an den Abstieg zum Strand. Das ist im unteren Drittel der Treppe recht abenteuerlich, da die Stufen teilweise dick mit rotem Schlamm bedeckt sind, da hat der viele Regen der letzten Wochen einiges von den Felswänden ausgewaschen. Leider ist die Flut schon wieder recht weit vorgeschritten und es gibt keinen Strand mehr, den man betreten könnte. Aber auch von den Steinen am Ende der Treppe und dem letzten Abschnitt der Treppe hat man einen schönen Blick auf die Felsformationen, nochmal anders als von oben, da lohnen sich auch verschlammte Schuhe und Hosenbeine.




Gegen 13.30 Uhr sind wir zurück am Auto und fahren die kurze Strecke in die Innenstadt von Lagos.


LG Christina

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #38 am: 17. Mai 2026, 16:26:08 »
8. Tag, Donnerstag, 05.02. - 2. Teil

Wir finden noch eine Parklücke auf dem kostenlosen Parkplatz an der Stadtmauer und schlendern ins Zentrum.

Dort lacht uns gleich ein Café („Patisserie A Passagem“) an, es gibt himmlischen Schokokuchen für mich und eine Erdbeertorte für Peter, dazu jeweils einen Milchkaffee (EUR 10,40).


Von der Stadt selbst sind wir nicht so richtig begeistert, das scheint eine ziemliche Partystadt zu sein, in der Fußgängerzone reiht sich eine Kneipe an die andere, an den Wänden immer wieder Schilder mit dem Hinweis, dass sich die Besucher nachts doch bitte leise verhalten sollen, damit die hier wohnenden Leute ihre Nachtruhe kriegen, na hier muss ja im Sommer abends die Hölle los sein.

Natürlich gibt es auch zahlreiche Souvenirgeschäfte, die aber überwiegend eher (aus unserer Sicht) geschmacklose Sachen anbieten, in einem davon gibt es aber doch viel Schönes und ich kaufe mir ein Notizbuch (für eine der nächsten Reisen) und einen bunten Glasuntersetzer mit Fischmotiven, der als Wand- bzw. Regalschmuck in der Küche oder im Schlafzimmer dienen wird.


Wir schauen uns den großen Praça Infante Dom Henrique an,


die schon löchrige Hafenbefestigung


und einen renovierten Teil der Stadtmauer mit Stadttor durch das wir wieder in die Innenstadt kommen.


Es gäbe in Lagos durchaus einiges Geschichtliches zu erkunden, es ist eine alte Seefahrerstadt, Entdecker sind von hier aufgebrochen, im Meer vor der Stadt fanden zahlreiche Seeschlachten statt, Lagos war eine Zeitlang Sklavenumschlagplatz, aber auf Museen und Kirchen haben wir heute keine Lust, wir machen uns stattdessen noch auf die Suche nach Graffiti, für die die Stadt auch bekannt ist.

Nach und nach entdecken wir einige, auch an sonstigen schönen Häusern und Straßenzügen kommen wir noch vorbei.














Gegen 15 Uhr verlassen wir die Stadt, stoppen noch am Supermarkt (irgendwie brauchen wir jeden Tag irgendetwas) und sind um 16 Uhr in der Ferienwohnung.

Nachher möchten wir noch einen Strandspaziergang machen, zunächst trinke ich aber einen heißen Tee gegen meine Halsschmerzen. Dabei wird mir plötzlich schlecht, das vergeht nach einiger Zeit zum Glück wieder, aber auf einen Spaziergang habe ich nun keine Lust mehr. Peter ist das eh nicht so wichtig, daher bleiben wir den Rest des Nachmittags / Abends zu Hause.

Wetter: sonnig, teils wolkig, sehr windig, ca. 18°C
Wanderung: 10,25 km, 360 hm



LG Christina

Susan

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Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Antwort #39 am: 17. Mai 2026, 19:38:07 »
Den Holzbohlenweg waren sie ja als wir das letzte Mal in der Gegend waren noch am bauen. In Richtung Lagos zu den Stränden wie Praia Dona Ana scheint er wohl noch nicht fertig zu sein? Der Strand ist nämlich auch sehenswert. Dass die Aussichtspunkte nicht so nahe an der Kante waren, ist ziemlich sicher der Sicherheit geschuldet. Es wir immer wieder gewarnt, dass die Klippen instabil sein können. Schade, dass ihr nicht hinunter zur Praia do Camilo konntet.

Den Bildern nach ist Wellengang und Wasserstand tatsächlich viel höher als wir es kennen. Ebenso ist in Lagos tatsächlich abends einiges los, bis zur späten Partyzeit sind wir allerdings nie geblieben.  ;)  Und noch was Neues gelernt, die Graffiti sind uns so nie aufgefallen.  8)
Liebe Grüße
Susan