13. Tag, Dienstag, 10.02.Heute sind wir beide wieder soweit fit, dass ein normales Tagesprogramm möglich ist. Und das ist auch gut so, denn heute und morgen sind unsere zwei letzten vollen Urlaubstage.
Das Wetter sorgt allerdings dafür, dass wir uns körperlich schonen können, die noch auf meiner Liste stehenden Wanderungen sind bei überwiegend Regen und tiefhängenden Wolken nicht möglich.
Gegen 9.20 Uhr fahren wir an die Nordwestküste der Algarve, die ist bisher dem Wetter zum Opfer gefallen.
Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir einen Aussichtspunkt über der Praia de Odeceixe, hier fließt der Fluss Seixe, der die Algarve vom Alentejo trennt, in den Atlantik. Dieser Aussichtspunkt soll zu den schönsten der Algarve zählen, aber leider können wir wegen tiefhängender Wolken oder Nebel kaum etwas erkennen und das was man sieht ist schlammfarbenes Wasser, ob nun Meer oder Fluss….
Ein längerer Aufenthalt, gar ein Abstieg hinunter zum Strand ist sinnlos und so fahren wir wieder ein Stück nach Süden in den Ort Aljezur, wo wir am Fluss bei der Markthalle parken (kostenlos).
Der Ort liegt am gleichnamigen Fluss und besteht aus zwei Ortsteilen beidseits des Flusses. Bis zum großen Erdbeben 1755 war die heutige Altstadt eine Hafenstadt, das Meer reichte bis fast an den Ort heran. Das Erdbeben veränderte komplett die Landschaft, aus der Meeresbucht wurde ein ausgetrocknetes Flusstal und Aljezur wandelte sich von der Hafenstadt zur Binnenstadt. Auch viele Häuser wurden zerstört und der Wiederaufbau erfolgte auf der anderen Seite des Tals. Der alte Ortsteil blieb jedoch bewohnt und daher erhalten. Dieser Teil von Aljezur ist heute dessen touristisches Zentrum. Aljezur blieb wie die gesamte Westküste bis heute weitgehend von Bettenburgen verschont, Touristen gibt es hier aber schon seit den 1980igern Jahren, aber keine üblichen Badetouristen, sondern Aussteiger und Surfer.
Dieser, wie ich es nenne, „Öko-Charakter“ ist bis heute erhalten und es gibt eine ganze Reihe von Cafés und Restaurants mit vegetarischer oder veganer Küche, verschiedene kreative Einrichtungen oder Museen. Mir gefällt so etwas (im Urlaub) immer sehr und so freue ich mich auch über unseren Besuch im Café Moagem, das sich in einer ehemaligen Mühle befindet und wo uns gleich (zum ersten Mal in diesem Urlaub) die Frage nach der Art der Milch für den Kaffee gestellt wird (2 Milchkaffee, ein Pastel de Nata EUR 6,20).
Nach der Kaffeepause hat der Regen etwas nachgelassen und wir machen einen Rundgang durch den Ort.
Die Häuser sind um einen Hügel gruppiert, auf dem höchsten Punkt finden sich die Überreste eines Castelo. Während des Aufstiegs und von oben hat man einen (vernebelten) schönen Blick auf das Dorf, auf den neuen Ortsteil auf der gegenüberliegenden Flussseite und auf den Fluss selbst und die angrenzenden Flächen, denen man die Überflutungen der letzten Tage deutlich ansieht. Trotz des vielen Regens blüht aber auch einiges.
Beim Abstieg vom Castelo müssen wir den zuerst gewählten Weg abbrechen, die nassen Pflastersteine sind an einer sehr steilen Stelle so rutschig, dass man trotz des vorhandenen Geländers fast hinfällt. Insgesamt macht der Ort einen recht netten Eindruck mit vielen Häusern in gutem Zustand, aber auch hier gibt es wieder einige fast völlig verfallene Gebäude.







Zum Mittagessen wählen wir das italienische Restaurant „Arte Bianca“, eigentlich in der Hoffnung auf eine kleinere, leichtere Mahlzeit, als sie in portugiesischen Restaurants, die es hier auch gibt, angeboten werden. Tja, da hätten wir uns nicht für eine Pizza entscheiden dürfen bzw. hätte wir wieder eine zum Teilen für uns beide bestellen müssen. So sind wir nach einer Pizza Hawaii (Peter) und einer Pizza Primavera (ich) wieder mal pappsatt (zusammen mit einem alkoholfreien Bier, einer Bio-Limo und zwei Kaffee EUR 42,00), aber die Pizzen sind wirklich lecker, das Restaurant wird von zwei nach Portugal ausgewanderten Italienern betrieben, die nicht den üblichen Pizzateig backen, sondern einen aus Sauerteig.