Autor Thema: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026  (Gelesen 10950 mal)

Christina

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Wunderbar, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang dabei und das Ganze an so tollen und trotzdem einsamen Locations.


LG Christina

Paula

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In der Mojawe Wüste war ich zwar schon aber vermutlich in einer ganz anderen Ecke, denn deine Motive sind alle neu für mich. Ich liebe ja solche Badlands und das kenne ich auch dass ich denke „oh da hinten schaut es auch noch interessant aus“ und dann bin ich irgendwann soweit gelaufen dass ich Mühe habe den Rückweg zu finden.
Gehst du nach Karte oder hast du ein GPS Gerät dabei? So allein ist ja nicht ganz ohne…
Viele Grüße Paula

Horst

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Hallo Paula,
früher Karten, heutzutage GPS über eine Handyapp (Locus - am besten auf Android, neuerdings auch eine Lite-Version für iOS).

Ich trage mir im Vorfeld mal den einen oder anderen Punkt ein und habe dann vor Ort im Gelände etwas Orientierung wo ich hingehen könnte (ignoriere ich aber auch manchmal wenn mich etwas anderes lockt ;) ). Was ich bei Allradstrecken dann schon immer markiere ist der Parkplatz - dann klappt auch der Rückweg im Gelände besser.

Vorteil der GPS-App ist halt dass man nicht auf das Internet angewiesen ist und GPS außer in engeren Schluchten fast durchgängig verfügbar ist.
Komplette Tages-(Wander-)Routen plane ich aber nicht (habe vor einer Reise für die Planung auch nicht mehr so viel Zeit wie früher). Ich lasse mich dann gerne treiben, suche mir sogar oft Locations wo das gut möglich ist.
Generell entscheide ich sowieso vor Ort was ich dann an den jeweiligen Tag machen will und takte vorher nicht alles durch. Nur die Unterkünfte hatte ich vorher (stornierbar) reserviert, da es einige Orte mit wenig praktikabelen Angeboten zu dem Zeitpunkt gab (z.B. Death Valley - wegen den hohen Preisen und Mono Lake nur wenige Motels im März offen).

Horst

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7.Tag - 25.3.2026 Mittwoch: Ein Tag mit Höhen und Tiefen







Der Wecker beendet die Nacht um 5 Uhr. Wie üblich führt mich mein erster Weg zu einer Tankstelle wo ich mich mit einem French Vanilla Kaffee versorge. Heute geht es nach Norden zurück in den Death Valley Nationalpark, den ich ja vor ein paar Tagen schon mal kurz gestreift hatte. Heiß ist es dort immer noch aber zumindest konnte ich den Norden Kalifroniens so bei sehr angenehm warmen Temperaturen erleben, was dort im März eher ungewöhnlich ist und gleichzeitig wenigstens 2 Tagen Mörder-Hitzewelle entgehen. Insgesamt geht der Hitzetrend allmählich dann wieder etwas zurück aber gerade heute und morgen ist es noch einmal richtig heiß.

Um die Dünen bei Stovepipe Wells zum Sunrise zu erleben hätte ich noch eine Stunde früher aufstehen müssen aber das Erlebnis gönne ich mir morgen, dann ist die Anfahrt nicht so weit wie heute mit fast 2 h Fahrt.





Das Licht ist zumindest noch ca. 90 Minuten gut genug um ein paar nette Aufnahmen zu machen und die Schönheit der golden schimmernden Dünen wirken zu lassen. Wenn später die Schatten verschwinden, verschwinden auch die schönen Konturen der Dünen.





Der zweite Vorteil morgens ist der, dass noch nicht so viele andere Leute unterwegs sind, was später schon mal einer Ameisenarmee gleichen kann.




Die Dünen sind zwar nicht die einzigen im Park aber die, die mit Abstand am leichtesten zu erreichen sind. Trotzdem ist das Gestapfe die Düne rauf, wieder runter und die nächste Erhebung hoch anstrengend. Nicht wirklich geeignetes Programm für 40 Grad im Schatten, den es ja nirgendwo hier gibt.





Nachdem ich mich fürs Erste ausgetobt habe fahre ich einen Steinwurf weiter nach Westen zum Parkplatz am Mosaic Canyon. Die 2 Meilen lange einfache Schotterzufahrtsstraße liegt 1/4 Meile westlich von Stovepipe Wells Village und steigt 1000 Fuß zum Parkplatz an. Von hier führt ein leichter Viertelmeilenweg in die Schlucht, wo die umliegenden Felswände aus glattem, wasserpoliertem Marmor bestehen.





Der schönste Teil des Trails sind die ersten 800m durch den engen Canyon.














Wenn die Zeit es erlaubt, könnte man noch gut 1 Meile weiterwandern, bevor der Weg durch einen trockenen Wasserfall blockiert wird, was ich mir aber geschenkt habe. Der Mosaic Canyon ist auf jeden Fall ein leicht zu erlebendes Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Danach geht es für mich weiter mit der Fahrt nach Nordosten.





Ich stoppe noch kurz am Devils Cornfield - wieder so eine Kombination aus fantasievoller Namensgebung und erstaunlicher Natur.





Dann geht es auf der Scottys Castle Road etwa 1 h geteert bis zum Ubhebe Crater. Bis kurz vor den Krater fährt man durch typische Death Valley Wüstenvegetation und Badlands. Erst auf der letzten Meile vor dem Krater gewinnt die Straße nochmal deutlich an Höhe und die Landschaft wechselt urplötzlich zu schwarzem Vulkansand und gezackten Felsen.






Der Ubhebe Crater (ausgesprochen YOU-bee-HEE-bee) ist wirklich ein Krater aus dem Bilderbuch, zu dem man mit dem Auto direkt an den Rand fahren kann.






Der Krater ist imposant - einen Kilometer breit und rund 200 m tief. Ubehebe ist ein indianisches Wort und bedeutet „Großer Korb im Fels“.
Vor etwa zweitausend Jahren kam hier Magma in Kontakt mit Grundwasser, das führte zu einer Dampf- und Gasexplosion was den Krater entstehen ließ.







Es gibt drei Hauptwanderwege: einen, der um den Krater herumgeht und etwa 3 Meilen lang ist, ein anderer, der in den Krater 260 Höhenmeter hinab geht, und einen etwa eine Meile, der zu dem kleinen Krater führt, der als Little Hebe bekannt ist.




So entscheide ich mich für die Wanderung zum Little Hebe-Krater. Der Weg verläuft direkt am Kraterrand des Ubhebe Crater ist etwa 1,5km lang und geht durchgehend bergauf. 





Der Little Hebe Crater ist ein kleinerer Maar-Vulkan, der durch Dampf- und Gasexplosionen gebildet wurde und die Form eines Donuts hat.






Faszinierend ist auch die Vegetation die sich im Frühling selbst in dieser kargen Hochebene findet.






Vom Little Hebe kann man entweder wieder zurückgehen oder die komplette Runde um den Ubhebe laufen.




Ich folge noch ein Stück dem Weg und kehre dann um.
Zum Glück ist es bei der 800m höher gelegenen Ubhebe Krater-Landschaft doch ein bisschen kühler als im Zentrum des Parks unterhalb Meereshöhe, aber an die 30°C hat es trotzdem.




Für mich geht es also erst mal zurück zu Parkzentrum nach Furnance Creek, wo ich mir einen Kaffee und ein Typisch USA abgepacktes Süßteil anlache und nach der Verkostung im Wagen ein kleines Nickerchen einlege.
Danach fahre ich auf die Parkstraße nach Westen womit der Wrangler auch gleich wieder etwas Höhenluft schnuppern darf. Schon an der Abzweigung von der CA 190, die den Park von Ost nach West in einem Bogen durchquert, hat sich die Straße auf knapp 700 Höhenmeter hochgeschraubt.




Es geht auf der Emigrant Canyon Road nach Süden, eine landschaftlich durchaus ansprechende Straße, die gleich durch einen sehenswerten Canyon mit bunten Felsen führt.






Nach etwa 10 Meilen und inzwischen 1500 Höhenmetern verlasse ich den sicheren Hafen des Asphalts Richtung Osten und biege auf die Aguereberry Point Piste ein.
Ein Mahnmal an der Strecke deutet darauf hin, dass ADAC & Co hier eine Ecke weg sind.




Bereits nach 2 km verlasse ich die Piste für einen Abstecher zur Eureka Mine, die nur wenige Meter neben der Piste liegt.
Die Eureka Mine mit der Cashier Mill und ihre unterstützende Bergbaustadt Harrisburg (Aguereberry Camp) wurden 1905 von Pete Aguereberry und Shorty Harris gegründet. "Pete" Jean Pierre Aguereberry, geboren 1874 in einer baskischen Familie in Frankreich, hatte einen Kindheitstraum, Gold in Kalifornien zu entdecken. Auf der Suche nach diesem Traum segelte er 1902 nach Amerika und schaffte es 1905 ins Death Valley. Shorty Harris war der berühmte Prospektor, der 1904 die Bullfrog-Mine entdeckte, die die Stadt Rhyolite auf der Ostseite des Death Valley in der Nähe von Beatty hervorbrachte. 1905 entdeckte er Gold in der Panamint Range auf der Westseite des Death Valley zusammen mit Pete Aguereberry und gründete die Eureka Mine.
Aus der Eureka Mine wurden im Laufe von 40 Jahren Gold im Wert von ca.175.000 $ gefördert.
Die Fragmente der Cashier Mill sind sicher die deutlichsten Spuren der Vergangenheit die man am Gelände der Eureka Mine sehen kann.





Ein Schacht der in das Innere der Mine führt ist verschlossen und so kann ich nur durch die Gitter fotografieren. Auf einem Infoschild der Mine steht, das die Mine saisonal wegen dem Schutz von Fledermäusen gesperrt ist.





Pete und Shorty gründeten gleich nebenan die Bergbaustadt Harrisburg/Agueberry Camp, wo sie 300 Männer unterbrachten, die zwischen 1905 und der Schließung der Stadt Mitte der 1910er Jahre hier lebten.





Während Pete Aguereberry bis zu seinem Tod in der Mine verblieb, zog der rastlose Shorty Harris wieder weiter auf der Jagd nach dem nächsten Goldfund.













Die kleine Ghosttown Harrisburg ist durchaus fotogen. Spooky sind die durchlöcherten Gipskartonwände, wohl eine Folge von Feuchtigkeit/Schimmel und diversen Nagetieren.
 




Von Harrisburg sind es noch etwa 5 Meilen auf einer wechselhaften Piste die man mit einem PKW (mit etwas Bodenfreiheit und einem Ersatzrad mit Werkzeug) schaffen kann. Es gibt ein paar "robuste" Stellen und den letzten Anstieg der Piste hinauf auf etwas über 1900 Höhenmeter.
Die letzten 500m vor dem Ziel, kann man auslassen (es gibt dort eine Parkmöglichkeit) und das kurze aber steile Stück hinauf laufen (mit dem Wrangler bin ich natürlich gefahren).









Ganz oben am Aguereberry Point erlebt man nicht nur 10 Grad weniger Temperatur, die Aussicht hinab auf das Tal des Todes mit seinen Salzpfannen ist auch wirklich überragend.




Der Aguereberry Point hat seinen Namen von Jean Pierre „Pete“ Aguereberry, einem der Gründer der Eureka Mine. 
Pete brachte die Gäste zu einem Ort, den er "The Great View" nannte. Daraus wurde nach seinem Tod der Aguereberry Point.
Ideal wäre der Besuch hier oben wohl zum Sonnenuntergang aber so ist das mit den Zielen im Death Valley (oder auch anderswo) - fast alles ist ideal entweder zu Sunrise oder Sunset aber der Tag besteht halt nicht nur aus diesen beiden kurzen Phasen und man hat die Qual der Wahl wohin man sein Fahrzeug und seine Schritte zu den schönsten Zeiten des Tages richtet.






Um zur Golden Hour und zum letzten Ziel des Tages zurück ins Tal des Todes zu kommen, führt mich die Piste zurück zum Asphalt und wie üblich über den Highway 190 und die Badwater Road zum Parkzentrum. Also auch zurück in die Hitze auf Sea Level, in der noch ein paar Wildblumen ihre Blüten in die Sonne strecken, bevor sie dann in wenigen Tagen gänzlich verblüht sind.



Am Golden Canyon stelle ich den Wrangler zum Parken ab.
Neben den Fotos mache ich ja parallel auch immer mal Filmaufnahmen. Ich packe also meine Sony RX100-7 auf das mitgenommene Leichtstativ und bewege mich gerade mal einen Meter weg vom Stativ, da kommt der wohl einzige wirklich mächtige Windstoß dieser Tour und weht mir mein Stativ um.
Ganz schlecht ist ein Kamerasturz immer wenn die Kamera an ist. Ich stelle fest, dass sich der Auslöser nicht mehr betätigen lässt und der kleine Sucher kein Bild mehr zeigt. Na klasse. So ist die RX nicht mehr zu verwenden.
Der Tiefpunkt des Tages nicht nur weil ich hier wieder unterhalb der Meereshöhe bin.

Zum Filmen habe ich ja noch den DJI Pocket 3 dabei und zum Fotografieren kommt mir ein Backup zugute, das ich seit Jahren mitführe und praktisch nie gebraucht habe – eine alte RX100-3. Die hat zwar kaum Zoom, und ist natürlich in mancherlei Hinsicht etwas technisch in die Jahre gekommen aber bezüglich Bildqualität kaum eine Einbuße. So bin ich sehr froh, dass ich die alte Kamera dabeihabe und weiter fotografieren kann.





Ok, einmal tief durchatmen und dann bei 41°C in den Golden Canyon. Trotzdem, dass mich mein Kamera-Malheur natürlich gedanklich noch etwas beschäftigt, ist die Szenerie im Canyon jetzt, eine Stunde vor Sonnenuntergang, grandios.





Das Spiel aus Licht und Schatten, die zunehmend leuchtenden gelben Wänden sind beeindruckend.





Auch die rötliche Wand der Red Cathedral leuchtet in den letzten Strahlen der Abendsonne.

Genug für heute, es geht auf die letzten Meilen zum Übernachtungsort Beatty, gerade jenseits der Parkgrenze und auch jenseits der Staatengrenze von Kalifornien, also im Nachbarstaat Nevada gelegen. Der mit Abstand günstigste Parkversorger, der noch erträgliche Fahrzeiten in den Park hat.




Vorgebucht hatte ich diesmal das Atomic Inn, das letzte was Booking zu meinen Daten in dem Nest noch verfügbar hatte.
So fahre ich vor das Motel-Office des Atomic Inn, dessen äußerlicher erster Eindruck schon etwas schräg rüberkommt. Wobei schon die kurze Fahrt durch den Ort vermittelt, dass Beatty fest in der Hand Außerirdischer zu sein scheint (dazu später noch mal was). Ich bin also gespannt was mich hier erwartet – wie bombastisch mein Schlaferlebnis im Atomic Inn wird.
Das Office wirkt eher wie eine Kindertagesstätte, da zwei Kids mit ihren Fahrrädern ihre Kurven im Büro drehen. An der "Rezeption" hausen 2 "Damen" die mich an die alte Zeichentrickserie der Feuersteins erinnert. Deren Schmuddellook passt immerhin zu den übrigen Eindrücken und bildet somit ein stimmiges Gesamtkunstwerk. Passend zum Motelnamen wirken die beiden ganz schön verstrahlt und es entbrennt eine Diskussion zwischen ihnen, welches Zimmer denn frei sein könnte. Nach 20 Minuten Hin und Her, wobei ich immer wieder kurz davor war einen Schlüssel zu bekommen, den man dann aus Unsicherheit wieder zurückgezogen hat, ringt man sich dann doch zu einem Zimmer/bzw. dem Schlüssel durch, der dann endlich an mich übergeben wird. So laufe ich zu meinem vermeintlichen Zimmer, sperre auf und sehe auf den ersten Blick, dass hier bereits jemand haust (oder die Atombombe schon eingeschlagen hat). Also schnell wieder die Tür geschlossen bevor jemand die Schrotflinte zückt und zurück zu den Flodders aus dem Office. Zunächst ist man dort erst mal ratlos (also wie zuvor). Dann wird die Tochter einer der beiden Grazien losgeschickt um zu eruieren, welches Zimmer frei sein könnte. Wäre man böswillig könnte man denken - organisatorisch noch leicht Luft nach oben. 
Nach einigen Minuten ist die Tochter von ihrem Ausflug zurück, ich bekomme wieder einen Schlüssel und diesmal geht das Ganze auch gut und das Zimmer ist tatsächlich noch frei und auch soweit ok, wenn man keine großen Ansprüche hat.
Nach einem wieder langen Tag gibt es also endlich ein Feierabend-Bier, einen Happen zu Essen und der nächste Tag kann geplant werden.


Übernachtung: Atomic Inn, Beatty, Nevada

Silvia

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Back im Death Valley  :herz: ... obwohl ich damals mehrere Tage dort mit Zelt war bin ich nicht bis zum Uhebe-Krater gekommen.

Jetzt bringst du die Erinnerungen an zwei tolle Wanderungen wieder hoch, den Mosaic-Canyon hoch und den Golden-Canyon-Gower-Gulch-Loop - das war ein Traum




Das i-Tüpfelchen war noch die Hyäne und der Videodreh.
Jetzt hab ich überall nach der Hyäne  :frech:   gesucht und nur den Coyoten gefunden  :zwinker:

Silv

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 :lach: Herrlich die Beschreibung beim Einchecken - wie im Film! Ich hab totales Kopfkino.  :totlach:
Liebe Grüße
Silvia

Ilona

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Zitat
An der "Rezeption" hausen 2 "Damen" die mich an die alte Zeichentrickserie der Feuersteins erinnert. Deren Schmuddellook passt immerhin zu den übrigen Eindrücken und bildet somit ein stimmiges Gesamtkunstwerk. Passend zum Motelnamen wirken die beiden ganz schön verstrahlt

Das passt voll zur Gegend und den Ghosttowns  ;D. Sei froh, dass du nicht im Bates Motel :cool2: gelandet bist.

Mutig :thumb:, dort einzuchecken. Ich denke, wir wären weiter gefahren. Ich habe da immer die Befürchtung, dass wir uns das Bett mit Bettwanzen teilen müssten.

Sind dir in Beatty eigentlich keine Esel begegnet, also vierbeinige :zwinker: ? Bei uns standen 2022 einige entlang und auf dem Highway.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Ein schöner abwechslungsreicher Tag. Die Ghosttown gefällt mir gut mit den durchlöcherten Wänden, erstaunlich, dass das überhaupt noch bis jetzt erhalten ist.

Sehr ärgerlich mit dem Kamerasturz, ich habe seit einigen Jahren auch immer das Vorgängermodel als Ersatz dabei, bisher zum Glück noch nie gebraucht, aber sicher ist sicher.

Herrlich die Geschichte mit dem Motel!



LG Christina

Isa

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Das Atomic Inn ist ja echt herrlich.  ;D  ;D  ;D

Horst

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Das Atomic Inn ist ja echt herrlich.  ;D  ;D  ;D

Es hatte definitiv von allen Zimmern der Reise den höchsten Erlebnisfaktor!  ;)

Paula

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Hallo Paula,
früher Karten, heutzutage GPS über eine Handyapp (Locus - am besten auf Android, neuerdings auch eine Lite-Version für iOS).

Die Locus App habe ich zufällig bei der Vorbereitung des Spanien Urlaubs entdeckt und im Picos de Europa NP einmal benutzt, da muss ich mich noch mehr mit beschäftigen, hat da gut funktioniert.
Viele Grüße Paula

Paula

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Oh Gott wie ärgerlich so ein Kameraunfall im Urlaub! Josef ist was ähnliches mal zuhause beim ausprobieren des Stativs passiert, zum Glück konnte man die Kamera reparieren, die war damals noch ganz neu. Josef hatte bisher auch immer noch eine Ersatz Kamera im Urlaub dabei, das ist ihm jetzt aber zu viel (er hat sie im Urlaub einmal gebraucht), im Notfall bekäme er dann meine kleine Kompaktkamera. Ich hoffe du konntest sie daheim reparieren.
Mosaic Canyon, Ubehebe Krater und Golden Canyon habe ich auch in bester Erinnerung, da hatten wir aber 30 Grad, bei 41 hätte ich wohl gestreikt.
Unterkünfte gibt es in der Ecke ja echt wenig, aber ein Zimmer wo ich damit rechnen muss dass jemand in mein Zimmer stiefelt wäre mir dann doch zu schräg, haben denn nicht alle Zimmer unterschiedliche Schlüssel? Wie konnten die dir einen Schlüssel eines Zimmers geben, das schon vergeben ist? So verpeilt sind doch nicht mal die Flintstones. Ich hoffe du hast nachts dann keine Überraschungen erlebt…
Viele Grüße Paula

Horst

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Oh Gott wie ärgerlich so ein Kameraunfall im Urlaub! Josef ist was ähnliches mal zuhause beim ausprobieren des Stativs passiert, zum Glück konnte man die Kamera reparieren, die war damals noch ganz neu. Josef hatte bisher auch immer noch eine Ersatz Kamera im Urlaub dabei, das ist ihm jetzt aber zu viel (er hat sie im Urlaub einmal gebraucht), im Notfall bekäme er dann meine kleine Kompaktkamera. Ich hoffe du konntest sie daheim reparieren.

Ja konnte ich bei Sony einschicken und die haben sie für 280 Euronen wieder repariert.


Mosaic Canyon, Ubehebe Krater und Golden Canyon habe ich auch in bester Erinnerung, da hatten wir aber 30 Grad, bei 41 hätte ich wohl gestreikt.
Unterkünfte gibt es in der Ecke ja echt wenig, aber ein Zimmer wo ich damit rechnen muss dass jemand in mein Zimmer stiefelt wäre mir dann doch zu schräg, haben denn nicht alle Zimmer unterschiedliche Schlüssel? Wie konnten die dir einen Schlüssel eines Zimmers geben, das schon vergeben ist? So verpeilt sind doch nicht mal die Flintstones. Ich hoffe du hast nachts dann keine Überraschungen erlebt…
Nun ja ... so ganz ohne ein weiteres Atomic-Inn Erlebnis ging es dann doch nicht ab.

Horst

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8.Tag  - 26.3.2026 Donnerstag:
 





Um 5 Uhr ist meine Nacht beendet, denn dann klopft irgendein Verrückter lautstark an meine Tür. Ich blicke durch das Fenster und mache ihm klar, dass ich nicht gewillt bin aufzumachen und dass er sich trollen soll. Tragisch ist das heute Morgen nicht, da ich meinen Wecker sowieso auf 5.15 Uhr gestellt hatte. Kurz bevor ich das Zimmer Richtung Wrangler verlassen will, klopft es nochmal, wieder der gleiche Typ der wohl Jemanden sucht, um 5 Uhr früh. Ich öffne und erkläre ihm, dass ich nicht der bin den er sucht und breche dann mit dem Wrangler Richtung Tanke auf um wie üblich morgens einen halben Liter Kaffee mit auf die ersten Meilen zu nehmen.







Auch heute geht es in den Death Valley Nationalpark. Ein für mich unverzichtbares Highlight im Park, ist der Sonnenaufgang an den Mesquite Dunes bei Stovepipe Wells. Nach einer Stunde Fahrt ist der Parkplatz vor den Dünen erreicht und ich stapfe wieder von einem Sandhügel zum nächsten hinauf, um auf der anderen Seite wieder hinunter zu rutschen.





Schließlich habe ich eine Position erreicht die mich zufrieden stellt.




Der Morgen mit seiner stillen Stimmung, das Zusammenspiel aus Licht und Schatten, den starken Konturen der Dünen ist wunderbar.









Die vielen Gesichter die dieser National Park zeigt machen das Death Valley für mich zu einem der großartigsten Parks Nordamerikas.



 


Ein eher unscheinbares Besuchsziel im Park ist der Salt Creek Interpretetive Trail. Der Salt Creek ist ein ganzjährig wasserführender Bachlauf, der in der Wüste entspringt und Lebensraum für den seltenen Wüstenkärpfling (ein "lebendes Fossil") bietet. Ein kurzer Holzsteg-Rundweg (1,3km) führt entlang des Baches. Der Bach ist ein Überbleibsel eines riesigen, prähistorischen Sees (Lake Manly). Das Wasser ist extrem salzig (teilweise salziger als Meerwasser).






Danach geht es wieder zu einem der Highlights im Park - dem Golden Canyon. Gestern Abend war ich ja schon mal hier um meine Kamera zu schrotten. ;)






Heute will ich den kompletten Loop laufen - durch den Golden Canyon und die Gower Gulch. Die Runde ist je nach Abstechern 2,5-4h lang und geht 6-8km (je nach Variante).




Auch das Licht ist morgens natürlich ganz anders als am Abend, da oft jeweils die andere Canyonwand der Felsen beleuchtet wird.




Zum Manly Beacon gibt es einen kleinen Aufstieg mit schönem Blick über die Region und die gemusterten Badlands.











Auf der anderen Seite geht es wieder hinunter. Dort trifft man auf den Gower Gulch Trail der in einen großen Wash führt.





Das letzte Drittel der Runde läuft man durch einen farbenfrohen Canyon zurück zur Badwater Road und dem Parkplatz.

















Von der Badwater Road wechsle ich bei Furnance Creek wieder auf den Highway 190, den ich weiter nach Osten zunächst bis zum Zabriskie Point fahre. Auch hier war ich vor ein paar Tagen schon zum Sunrise.





Heute stoppe ich nur kurz, weil es auf dem Weg liegt, für ein paar Schnappschüsse. Dabei komme ich mit einem italienischen Fotografen ins Gespräch und letztendlich bin ich dann doch eine Stunde am Aussichtspunkt.















Eigentlich will ich noch weiter nach Südosten und mal wieder in luftige Höhen. Eine Asphaltstraße die allerdings ca. ab der Hälfte für Fahrzeuge über 7,5m länge gesperrt ist führt hinauf zum Dantes View auf 1699 Höhenmeter.





Auch hier oben hat man einen herrlichen Blick hinab ins Death Valley und bekommt angenehme Kühle spendiert.




Man kann auch auf kurzen Wegen die Perspektive erweitern.










Danach fahre ich nach Furnance Creek für einen Snack und einen Kaffee. Auch meine Jetlag-Hitze-Frühaufsteh-Nachmittagsmüdigkeit schlägt wieder zu und ich muss mal eine halbe Stunde im Auto dösen.





Danach geht es wieder auf die Badwater Road - diesmal mit dem Ziel Artists Loop Drive.







Dieser Drive dürfte das farbenfrohste sein, was der Death Valley Nationalpark zu bieten hat.






In leichtem Auf und Ab windet sich die Straßen in geschwungenen Kurven zunächst durch eine Mischung von pastellfarbenen Rottönen, sowie Braun, Orange und Gelb.







Der farbliche Gipfel der Naturkunst wartet dann am Artists Pallette Aussichtspunkt. Hier gibt es zusätzlich noch weiß, lila und grüne Felsenpartien, eben wie die Palette eines Malers.





Es gibt auch einige Wege hinein in die Farbenwelt, die ich mir trotz 40 °C nicht entgehen lasse.










So nehme ich wirklich jeden Seitencanyon mit und erklimme die bunten Felsen.


















Auch dieser Aussichtspunkt ist für mich einer der ganz großen Naturwunder im Park. 




Das Finale des Tages zum Sunset gönne ich mir nochmal am Zabriskie Point, ...





... wobei ich hier den Sunrise noch einen Tick stärker finde.

Soweit so gut.
Zurück ins heimelige Atomic Inn verbunden mit der Hoffnung, dass sich kein Fremder in meinem Zimmer niedergelassen hat, was zum Glück auch nicht der Fall ist.
 

Übernachtung: Atomic Inn, Beatty, Nevada

Horst

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9.Tag - 27.3.2026 Freitag: Kunst in der Wüste
 




Die letzten Tage, bin ich immer auf dem Weg vom Death Valley nach Beatty an der Ghosttown Rhyolite vorbeigefahren. Heute wo ich die Region verlassen will, soll das anders sein.





Rhyolite ist nur 5 Autominuten von Beatty entfernt und so muss ich heute nicht ganz so früh aufstehen, um das erste Morgenlicht in der Geisterstadt zu erleben.
Etwa 200 Kilometer entfernt von der Glitzerstadt Las Vegas, liegt in der Nähe des Death Valley die verlassene Geisterstadt Rhyolite.






Der Ort ist eine beliebte Touristenattraktion im US-Bundesstaat Nevada, denn hier kann man noch den Glanz des Wilden Westens erahnen. Und das, obwohl der Ort gerade einmal zwölf Jahre lang existierte. Das genügte aber, um Rhyolite landesweit berühmt zu machen.











Rhyolite entstand nach 1904, nach der Entdeckung von Gold durch den Prospector Shorty Harris (siehe Tag 7 Eureka Mine) - einem der schillerndsten Goldsucher seiner Zeit, der einen eigenen Bericht wert wäre.
Passend dazu findet man am Goldwell Open Air Museum eine Statue. Sie trägt den Titel "Tribute to Shorty Harris" und wurde 1994 von dem belgischen Künstler Fred Bervoets geschaffen.Die Skulptur besteht aus einer ca. 7,30 Meter (24 Fuß) hohen Silhouette eines Bergmanns, der von einem Pinguin begleitet wird. Der Pinguin dient als künstlerische Metapher. Bervoets fügte ihn hinzu, um auszudrücken, wie "fremdartig" (alien) und deplatziert er sich selbst als Künstler in der rauen Mojave-Wüste fühlte – genau wie ein Pinguin in der Hitze.
Tja so ist Kunst...




Zwischen 1905 und 1910 lebten in Rhyolite über 10.000 Einwohner, es war damit die drittgrößte Stadt Nevadas. Zu seiner Ausstattung gehörten drei Eisenbahnlinien, eine Telegraphenstation, ein Elektrizitätswerk, drei Zeitungen, 50 Goldminen, eine Oper, eine Symphonie, drei Krankenhäuser, ein öffentliches Schwimmbad, 19 Hotels, 18 Drugstores sowie 53 Saloons.




Am unglaublichsten für die damalige Zeit ist aber wohl der Komfort, den die Bewohner von Rhyolite erfuhren. Im Jahr 1907 hatten sie nicht nur Strom und fließendes Wasser in ihren Häusern, es gab auch Telefone, eine Telegrafenverbindung und einst liefen mehrere verschiedene Eisenbahnlinien durch die Stadt. Die Bürgersteige waren aus Beton, statt wie sonst oft üblich aus Holz. Der Luxus ging auch auf den Stahl-Magnaten Charles Schwab zurück, der ein Jahr zuvor das Minengeschäft in Rhyolite übernahm, wofür er angeblich bis zu sechs Millionen Dollar gezahlt haben soll.




Um 1914 waren die Goldvorkommen ausgebeutet, der Niedergang der Stadt erfolgte so schnell wie ihr Aufstieg. Im Jahr 1919 schloss als letztes das Postamt von Rhyolite, und der letzte Einwohner, der Postbedienstete, verließ die Stadt.




Heute steht Rhyolite unter Denkmalschutz und ist ein Freilichtmuseum, das von der Rhyolite Preservation Society erhalten wird. Die Stadt bestand überwiegend aus Holzhäusern, von denen heute keines mehr existiert.





Lediglich einige steinerne Gebäude wie Banken, Hotels, das Gefängnis sowie das Bahnhofsgebäude im spanischen Stil der früheren Las Vegas and Tonopah Railroad stehen noch.





Die Ruine des Bankgebäudes wurde zu einer Ikone des Westens. Laut dem Bureau of Land Management (BLM) ist sie das meistfotografierte Gebäude in einer Geisterstadt im Westen des Landes.




Zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten Rhyolites gehört heute auch noch das Bottle House. Es wurde 1906 aus rund 50.000 miteinander vermörtelten Flaschen als Wohnhaus errichtet. Die meisten davon weggeworfene Busch-Beer-Flaschen aus dem benachbarten Saloon.




Verlassene Orte waren schon immer interessant für Künstler. 
Ende der 1980er-Jahre lebte der belgisch-polnische Künstler Albert Szukalski zeitweilig in Rhyolite und schuf währenddessen einige Geisterstatuen aus Gips. Sie sind der wesentliche Bestandteil des  Goldwell Open Air Museums. Seine Figuren sind heute die einzigen ständigen „Bewohner“ der Geisterstadt. Dieses Gips-Ensemble trägt den Titel „Das letzte Abendmahl“ und ist vielleicht die berühmteste Skulptur im Museum. Das 1984 von Albert Szukalski entworfene Stück sollte nur zwei Jahre dort ausgestellt sein, "überlebt" dort aber schon über vierzig Jahre.






Auch der „Ghost Rider“ ist natürlich von Albert Szukalski.





Danach geht es wieder zurück nach Beatty. Das Nest war mir bisher keinen näheren Blick wert. Nun nehme ich mir doch noch etwas Zeit, eine kleine Runde durch den Stadtkern zu drehen.





Die Affinität Nevadas zu Außerirdischen ist ja überall im Staat omnipräsent und ganz besonders fällt das in Beatty auf. Außerirdische, das passt ja irgendwo auch zu dem Präsidenten den man sich zurzeit gönnt.




Trotzdem habe ich mich gefragt woher die Alien-Hommage in Nevada konkret herkommt und es scheint eine Mischung aus Militärgeheimnissen, Mythen und cleverem Tourismus zu sein. Gerade Orte wie Beatty greifen das gerne auf.
Der wichtigste Ursprung ist die berühmte Militärbasis Area 51 in der Wüste Nevadas.
Seit den 1950ern wurden dort geheime Flugzeuge getestet.
Weil alles streng geheim war, konnten sich die Bewohner ungewöhnliche Lichter oder Flugobjekte in der einsamen Weite der Wüste nicht erklären. So entstanden letztendlich die UFO-Gerüchte.
Die Regierung hat lange nicht einmal zugegeben, dass die Basis existiert – das hat die Spekulationen weiter angeheizt.
Die UFO-Theorie stammt aus Presseberichten über eine “fliegende Untertasse“ vom 8. Juli 1947, deren Fund die United States Army gemeldet habe. Diese erklärte dazu am selben Tag, bei Roswell gefundene Trümmer gehörten zu einem abgestürzten Wetterballon mit einem Radarreflektor. Der Fall erhielt zunächst keine besonders große Aufmerksamkeit und geriet nach Juli 1947 schnell wieder in Vergessenheit.
Charles Berlitz und William L. Moore machten den vergessenen Vorfall mit ihrem Buchtitel als Roswell-Zwischenfall (Roswell Incident) 1980 weltweit bekannt. Sie verbreiteten die Verschwörungstheorie, die US-Regierung habe damals ein außerirdisches Raumschiff und Leichen außerirdischer Lebewesen (Aliens) gefunden, heimlich untersucht und halte sie bis heute versteckt. Dem folgten viele weitere Bücher und Filme mit zahlreichen Varianten zu diesem Thema. Der Roswell-Zwischenfall entwickelte sich in den 1990er-Jahren zum bekanntesten angeblichen UFO-Vorfall weltweit, ging in die Popkultur ein und wurde zum Anknüpfungspunkt für zahlreiche Science-Fiction-Geschichten.
Filme, Serien und Verschwörungstheorien haben Nevada als „Hotspot“ etabliert
Die Straße zur Area 51 heißt sogar „Extraterrestrial Highway“ (Highway der Außerirdischen). Orte wie Beatty nutzen das Thema gezielt mit Alien-Deko, Souvenirs und Motels mit UFO-Thema. Nevadas Alien-Image ist also kein Zufall, sondern das Ergebnis von geheimen Militärprojekten, mystischer einsamer Wüste sowie Popkultur und Tourismus-Marketing.
Ein letzter Kaffee von der Tanke in Beatty und ich verlasse die Region Beatty und das Death Valley. Die Wüste bleibt mir allerdings erhalten und auch dem Staat Nevada bleibe ich vorerst treu.





Der Highway 95 führt durch typische Wüstenvegetation im Südwesten Nevadas.












Wilde Esel findet man hier in der Mojave Wüste Süd-Kaliforniens und West-Nevadas immer wieder.

Nach knapp 2 Stunden erreiche ich den Stadtrand von Las Vegas und decke mich wie üblich im Walmart mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein.





2,5 Autostunden nach Norden erreiche ich am Nachmittag den Cathedral Gorge State Park.
Obwohl ein richtiger State Park (10$ Eintrittsgebühr) führt diese Gegend eher ein Schattendasein bei prominenter Konkurrenz im Südwesten der USA. Er liegt halt schon etwas abgelegen, weshalb ich es in den vielen Jahren und vielen Touren im Südwesten auch noch nie hierhergeschafft hatte. 

> Parkkarte Cathedral Gorge State Park






Türme die eine Stadt wie von einem anderen Planeten bilden und orange und grau gefärbte Klippen, sind das Ergebnis von Millionen Jahren geologischer Aktivität. Vulkanismus kam in der gesamten Region vor, verteilte Ascheschichten von mehreren hundert Fuß Tiefe und bildete einzigartige Muster im weichen Bentonit-Schlamm. Es entstand eine Verwerfung, ein Riss in der Ebene aus dem ein Tal entstand, dass sich im Laufe der Zeit mit Wasser füllte und einen Süßwassersee formte. Im Laufe der Jahrhunderte begann dieser prähistorische See allmählich zu entwässern, und mit der fortschreitenden Ufererosion kamen Asche und Bimsstein frei, die von antiker vulkanischer Aktivität zurückgeblieben waren.






Was man heute in der Cathedral Gorge sehen und erleben kann, ist das Ergebnis der vollständigen Austrocknung des Sees.





Bis heute sind die Bentonit-Ton-Slot-Canyon-Wände durch Regenstürme in der Region sehr weich und umformbar – das heißt, sie verändern nach jedem Wetterereignis ihre Gestalt.






Ich beginne meine Parkexkursion an den Moon Caves. Höhlen, wie die Moon Cave bestehen aus schmalen und engen Gängen, die ins Innere der Felskathedralen führen ...




... und dort in ungewöhnlich hohen, nach oben offenen Röhren enden. Beeindruckend aber schwierig fotografisch zu erfassen.






Auch die Cathedral Cave, nur einen Steinwurf weit entfernt, zeigt ein ähnliches Bild.



















Highlight im Park ist der kurze Weg zum Miller Point (den man auch direkt mit dem Auto erreichen kann).






Hier erlebt man eine Schlucht, die schon seinesgleichen im Südwesten sucht.










Am Miller Point führen Stahltreppen auf den Aufsichtspunkt hinauf. Mindestens genauso spannend ist es unten im Canyon selbst.






Wer so großer Badlands Fan sein sollte wie ich, wird die kleinen aber feinen Unterschiede der geologischen Strukturen dieser Formationen im Cathedral Gorge State Park zu anderen Badlands-Strukturen im Südwesten durchaus zu schätzen wissen.


















Dazu kommen diese besonderen Slotcanyon (Caves) mit sehr engen hohen Wänden und viele fotogene Strukturen.






Für mich hat sich die Anfahrt in diese abgelegene Region absolut gelohnt.

Der Tag stand heute mal ganz im Zeichen der Kunst. Ist ja in den USA generell nicht selten, dass es Künstler in die Wüste zieht. In Rhyolite wurde mit Glas (Bottlehaus) oder Gips (Ghosts of Rhyolite) gearbeitet und die Natur hatte im Cathedral Gorge einfach nur Schlamm zur Verfügung. Wieder mal ein Beleg dafür, dass diese Wüstenregion alles andere als eintönig ist.


Am späten Nachmittag verlasse ich den Park und fahre die 2 Stunden nach Cedar City und hinüber nach Utah. Bemerkenswerterweise muss ich abends die Heizung im Auto einschalten. Da die Gegend Richtung Utah deutlich höher liegt hat es am Abend vielleicht noch 10 Grad und auf die bin ich nicht wirklich eingestellt.


Übernachtung: Ramada by Windham, Cedar City, Utah