Autor Thema: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026  (Gelesen 15007 mal)

Horst

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #60 am: 02. August 2026, 08:54:08 »
Die Whitney Pocket ist ja der Hammer! Klasse. Wie gut, dass die Technologie in Bezug auf das Fotografieren so weit fortgeschritten ist. Stell dir mal vor, du hättest nur einen 36er Film zur Verfügung gehabt.
Da hätte ich wahrscheinlich meinen vollen Vorrat verbraucht, wäre am nächsten Tag nach Vegas gefahren um mich neu einzudecken und noch mal hinzufahren. ;)
In den 90ern als ich meine ersten USA-Reisen gemacht habe sind in 3-4 Wochen Touren bei mir damals jeweils ca.15 36er Filme durchgeschossen worden. Natürlich nix im Vergleich zu heute.
Aber die Bilderlieferung zu Hause aufzumachen war wie Weihnachten und Ostern zusammen. :D

Horst

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #61 am: 02. August 2026, 09:33:48 »
12.Tag - 30.3.2026 Montag: Farbenfeuerwerk im Feuertal
 







Wie fast immer ist es noch dunkel, als mein Handywecker den neuen Tag einläutet (oder besser einklingelt). Etwa eine Stunde ist die Fahrt von Mesquite Nevada zum Valley of Fire, ebenfalls in Nevada. Der Bundesstaat Nevada bleibt mir nun bis zum nahen Ende der Reise erhalten. Im Vorfeld war ich mir nicht sicher wann ich nun genau morgens in das Valley of Fire fahren darf. Die offizielle Regelung der Öffnungszeiten ist Sunrise – Sunset. Also habe ich meine Ankunftszeit so getimt, dass ich zum Sunrise (heute um 6:30 Uhr) am östlichen Kassenhäuschen bin. Das ist wie erwartet noch nicht besetzt. So fülle ich einen Umschlag mit meinem Nummernschild aus, lege die 15$ Eintrittsgebühr in den Umschlag, werfe das Kuvert in die dafür vorgesehene Box und mache mich auf den Weg in den Park.
Der State Park wird vom gleichnamigen Valley of Fire Highway erschlossen, der das Tal auf 17 Kilometern Länge von West nach Ost durchquert (somit gibt es neben dem Ost- auch einen Westeingang). Mir scheint, den Highway kann man problemlos auch außerhalb der Öffnungszeiten befahren, also zumindest auch ausreichend vor Sonnenaufgang.

Parkkarte Valley of Fire



Die Knacknuss könnte die beliebte Mouse’s Tank Road (oft bekannter als White Domes Road) sein. In meinem Fall ist die Straße nun (um 6:45 Uhr) jedenfalls offen. Hier könnte es vorher vielleicht eine Barriere geben die man zum Sunrise entfernt aber vielleicht gibt es auch nichts. Es ist jedenfalls weit und breit niemand zu sehen.







Die ersten Sonnenstrahlen treffen auf den Sandstein und die Farben beginnen zu leuchten.
Seinen Namen verdankt das Tal eben diesen rötlichen Sandsteinformationen, die sich in 150 Millionen Jahren aus Dünen entwickelten und von der Erosion zu bizarren Gebilden geformt wurden. Diese scheinen in Flammen (Fire) zu stehen, wenn sie die Strahlen der glühend heißen Sonne reflektieren. Überhaupt erscheint das Tal im nördlichen Bereich der Mojave-Wüste wie ein Glutofen. Die Höchsttemperatur steigt im Sommer regelmäßig bis auf 47 Grad Celsius, und selbst im Winter sind Werte jenseits der 20-Grad-Marke nicht ungewöhnlich. Inzwischen ist die Rekord-Hitze im Südwesten der USA erstmal Geschichte und es herrschen „normale“ Temperaturen für Ende März/Anfang April von Ende 20 Grad (zumindest außerhalb des nochmal wärmeren Valley of Fire's), was sich auch in der Sonne ganz gut aushalten lässt.




Es ist inzwischen fast 20 Jahre her, dass ich zum letzten Mal hier war. Seitdem hat sich manches geändert. Gerade an der White Domes Road ist es schwierig geworden entlang der Straße anzuhalten oder gar zu parken. Dafür gibt es einige wenige Parkplätze.
So wie oben im Foto zu parken - das war früher kein Problem. Heute darf das nur noch der Ranger.





Winding Road - eine der schönsten Straßen Nordamerikas - die Mouse's Tank Road (offizieller Name) - die man oft als White Domes Road bezeichnet, da sie an ihrem Ende zum White Domes Trailhead führt.





Am vorletzten Parkplatz (Nr.3) stelle ich den Wrangler ab und folge dem Seven Wonders Trail westlich der Straße.






Der Weg taucht in die bizarre Felslandschaft dieser Region ein, die neben ihrem Markenzeichen, den rötlichen Felsen, diverse andere Farbschattierungen aufweist.
Die Gegend beiderseits der White Domes oder Mouse’s Tank Road gilt als die schönste im Park, weshalb hier später besonders viel los sein dürfte.





Nach wenigen Minuten ist der Fire Cave Arch erreicht.





Zweite Perspektive auf den Fire Cave Arch.





Und noch ein dritter Shot auf den Fire Cave Arch der zeigt, wie stark unterschiedliche Blickwinkel ein Motiv beeinflussen können.




Praktisch nebenan versteckt sich der der Thunderstorm Arch.





Auch hier noch der fotografische Gegenschuß.
Ein Tag mit vielen geologischen Unglaublichkeiten nimmt langsam Fahrt auf.
Auch wenn die Felsbögen so charismatisch und spektakulär wirken, sind sie manchmal gar nicht so leicht zu entdecken, wobei ein GPS Programm auf dem Smartphone (bei mir Locus) gute Dienste leistet.











Bevor der Trail die Mouse’s Tank/White Domes Road überquert findet man den Nike Rock (aka Stripped Rock).




Warum der so heißt wird vielleicht aus dieser Perspektive deutlicher.





Ich folge dem Trail noch ein Stück über die Straße bis in den Pink Canyon ...





... und kehre dann vor dem eigentlichen Highlight des Trails, der Fire Wave, wieder um.
Die Fire Wave hebe ich mir heute für den Abend auf.






Zurück am Parkplatz klettere ich noch auf einen Hügel westlich der Straße um mir einen Überblick zu verschaffen und da ich hier am Parkplatz Nr.3 am nördlichsten mit dem Auto erreichbaren Punkt des Parks bin, fahre ich noch die wenigen hundert Meter zum letzten Parkplatz an der Mouse’s Tank Road, dem Trailhead des White Domes Trails.





Am Nachmittag ist hier nicht selten der Parkplatz voll. Am Trailstart gibt es noch eine Hinweistafel zum Rundweg sowie ein Warnhinweis zur Hitze, wobei ich heute bei gemeldet kühlen 32°C im Schatten ja entspannt den Weg fortsetzen kann.





Beim White Domes (weiße Kuppeln) Trail läuft man fast durchgehend auf Sand – man sollte sich also auf etwas anstrengenderes Gestapfe einstellen, dafür ist der Trail mit 2km nicht gerade lang.



Der Weg führt nach wenigen Metern steil abwärts durch eine breite Felsrinne mit rosa-organener bis weißer Farbe.










Danach folgt man rechts abbiegend dem Weg hinein in einen immer enger werdenden Slot Canyon – dem Highlight des Trails.
Nach dem angenehm kühlen Canyon ...





... gelangt man wieder mitten in die pralle Sonne und es geht zudem aufwärts wieder durch eine Rinne in den Felsen nach oben.





Sandsteinstrukturen und Skulpturen säumen den Weg.







Man sollte im Valley of Fire immer auch einen Blick für Details übrighaben.












White Domes Arch.

Nach einer Stunde mit (wie üblich) viel fotografieren bin ich wieder zurück am Wrangler und lege erst mal eine Mittagspause ein. Der Trail ist auf jeden Fall ähnlich wie der Seven Wonders Trail unbedingt eine Empfehlung wert.





Dann geht es auf der Mouse’s Tank Road wieder ein Stück zurück nach Süden, ...







... bis ich auf die kurze Fire Canyon Road einbiege und am Silica Dome für ein paar Fotos halte.






Nur einen Steinwurf weiter an der Fire Canyon Road führt ein kurzer Weg zum sehenswerten Fire Canyon Arch.






So wie der guckt, fühlt er sich wohl in seiner Ruhe gestört, zudem spare ich mir jetzt das schattenlose grelle Mittagslicht und fahre ich erstmal wieder auf der Ostseite aus dem Park bis ins nahe Moapa Valley zu meinem Motel, kaufe mir ein Nachmittags-Käffchen und checke am Motel ein. Nachdem ich im Motelzimmer „mein Lager aufgeschlagen habe“ lege ich mal 30 Minuten für ein Power-Nap die Beine hoch, man ist ja keine 22 mehr (in dem Alter war ich übrigens das erste Mal in den USA, wenn ich mich nicht verzählt habe war das meine 21.Reise ins Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten).





Am Nachmittag geht es wieder zurück in den Park und diesmal auf der Valley of Fire Road weiter in den Westen des Feuertals, wo sich ein Abstecher auf die Scenic Loop Road anbietet. Dort trifft man als erstes auf einen der bekanntesten Felsbögen im Park, den Arch Rock. Den kann man heutzutage (wenn man ein braver Tourist ist) nur noch von vorne ablichten, weil das (einfache) beklettern der kleinen Erhebung nicht mehr gestattet ist, was ich von früher noch anders kannte. Wahrscheinlich sind irgendwann mal ein paar Chinesen oder Inder beim Selfieknipsen abgestürzt oder der Rummel auf der kleinen Location war der Parkverwaltung zu groß. Bei 1 Million Besucher pro Jahr kann es an Stoßtagen hier schon mal etwas turbulent zugehen, weshalb man das Wochenende in den Wintermonaten, wenn möglich meiden sollte.






Die phantasievollen Felsen regten offensichtlich auch die Phantasie des Menschen an, so kennt man dieses Steingebilde als Piano Rock.





Um zum Pagoda Arch zu gelangen ist eine kleine Klettereinlage nötig die ich in 10 Jahren wahrscheinlich auch nicht mehr mache. Die Perspektive lohnt aber die kurze Kraxelei über ein paar Felsen und wirklich dramatisch ist es auch nicht.





Die Gegend hier unterhalb des Pagoda Arch wäre alleine schon den Stop an der Scenic Loop Road wert.
Hier gibt es viel zu entdecken. Außerhalb der Mouse’s Tank/White Domes Road findet man im Park übrigens nur den rot-orangen Actec-Sandstone.






Aus diesem Werkstoff ist auch die kleine Felsöffnung am (ehemaligen) Windstone Arch entstanden. Das Bein des Windstone Arch, das ich beim letzten Besuch noch erleben durfte hat aber wie bei Käptain Ahab nicht Moby Dick, sondern die Erosion gefressen.





Dieses Gestein entstand einst aus riesigen Sanddünen vor 150-200 Millionen Jahren. Diese Dünen wurden im Laufe der Zeit durch Druck und mineralische Bindung zu festem Sandstein verfestigt – dem sogenannten Aztec Sandstone. Die rötliche Farbe kommt von Eisenoxid (Rost), das sich im Gestein abgelagert hat.
Später wurde die Region durch tektonische Kräfte angehoben. Dabei entstanden Risse und Schwächezonen im Gestein – perfekte Angriffspunkte für Verwitterung. Die spektakulären Formen – Bögen, Wellen, „Löcher“ – entstanden hauptsächlich durch Erosion - Temperaturschwankungen die das Gestein ausdehnen und zusammenziehen, so dass es zu Rissen kommt. Wind und Wasser formen diese Risse dann weiter.






Danach geht es zum Finale nochmal auf die Mouse’s Tank/White Domes Road. Wieder bis zum Parkplatz Nr.3 und auf den Fire Wave Trail, den man zusammen mit dem Seven Wonders Trail auch als Loop gehen kann.






Ich gehe den Trail aber nur bis zur Fire Wave – inzwischen der Ikone des Valley of Fire schlechthin. Viele Besucher kommen nur wegen dieser Felsformation in den Park. So wurde ich gleich am Parkplatz und unterwegs ein paar Mal von anderen Besuchern nach dem Weg gefragt (obwohl das nicht so schwer zu finden ist) verbunden mit der Bemerkung, dass man hauptsächlich wegen der Fire Wave hierhergekommen ist.






Entdeckung und Name dieser wirklich sensationellen Felsformation in einer Gegend die nicht wirklich arm an geologischen Naturwundern ist, geht auf Isa und Steffen Synnatschke zurück.
Die beiden Fotografen und Buchautoren gaben dieser geschwungenen Felsformation nicht nur ihren Namen, sondern machten ihre Fire Wave durch Fotos (u.a. Coverfoto des Know How Reiseführers USA Südwesten vor einigen Jahren) so bekannt, dass die Parkverwaltung den Namen aufgriff und die bis dahin der Öffentlichkeit weitestgehend unbekannte Attraktion in ihre Parkkarten und Parkbeschreibungen aufnahm.



Lichttechnisch ideal wäre die Zeit nach dem Sonnenuntergang aber das ist mit den Öffnungszeiten (Sunrise-Sunset) etwas schwierig (außer man campt im Park), so begnüge ich mich mit dem Anblick kurz vor dem Sunset.






Zum Sonnenuntergang bin ich zurück am Parkplatz und fahre die Straße zurück zur Valley of Fire Road. Da kommt mir auch das Fahrzeug des Parkrangers entgegen, dessen Aufgabe es nun sein dürfte, die letzten noch anwesenden Besucher am Parkplatz zu verscheuchen und denen die dann noch ohne Campingnachweis am Parkplatz stehen eventuell mit einem Ticket zu „belohnen“.
Verbleibt noch die kurze Fahrt aus dem Park Richtung Overton und meinem Motel und das übliche Abendprogramm mit Essen auf dem Zimmer, Bilder sichern, nächsten Tag checken, duschen und den Handy-Wecker für den nächsten Morgen stellen.
 

Übernachtung: North Shore Inn, Moapa Valley, Nevada

Ilona

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #62 am: 02. August 2026, 14:04:21 »
Nevada kann auch kunterbunte Steine :beifall:.

Das VoF ist seit 41 Jahren einer meiner Lieblingsparks. Während meiner ersten USA-Reise fragte mich ein älterer Herr in Las Vegas, ob ich das Valley of Fire kenne. Natürlich kannte ich das damals nur den Einheimischen bekannte Feuertal nicht. Er schwärmte so davon, dass ich auf dem Weg nach Colorado einen Abstecher machte. Obwohl ich nur die zwei Straßen entlang fuhr, war ich sofort von den bunten Steinen und Formationen geflasht  :herz:. Vermutlich sprang im VoF das USA-Virus auf mich über. Im Laufe der Jahre/Reisen erkundeten wir dort fast jede Nische.

 :danke: fürs Zeigen. Das Feuertal ist immer eine Augenweide und so leicht zu erreichen.

Liebe Grüße

Ilona

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Silv

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #63 am: 03. August 2026, 14:08:58 »


Warum der so heißt wird vielleicht aus dieser Perspektive deutlicher.


Als Snoopy-Fan sehe ich da auch einen Snoopy  ^-^

Und bei den Straßen muss ich sofort an Thelma und Louise denken...
Liebe Grüße
Silvia

Christina

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #64 am: 03. August 2026, 20:31:31 »
Jetzt musste ich doch mal mein Album mit den analogen Fotos heraus kramen, nach deinem tollen, ausführlichen Tag im Valley of Fire.

Ich war dort am 15.10.1997 - und habe genau zwei Fotos gemacht :lach: :'( Wir kamen an dem Tag vom Bryce Canyon, sind durch den Zion NP gefahren, haben dort den Canyon Overlook Trail gemacht, dann ging es ins Valley of Fire. Damals war der Elephant Rock scheinbar die Hauptattraktion, von dem habe ich ein Foto und auch eine Erinnerung daran und ich habe noch einen Hügel neben der Straße fotografiert, der liegt eher im Schatten und ist daher kaum erkennbar, an all die bunten Felsen, die du zeigst kann ich mich überhaupt nicht erinnern. Und weiter ging es nach Las Vegas. Wirklich schade, dass man damals noch recht wenig Detailinformationen hatte, andererseits hätte die Zeit für genaueres Erkunden sowieso nicht gereicht.


LG Christina

Horst

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #65 am: 05. August 2026, 07:25:59 »
Wirklich schade, dass man damals noch recht wenig Detailinformationen hatte, andererseits hätte die Zeit für genaueres Erkunden sowieso nicht gereicht.
Das ist wahr und das Internetzeitalter hat mir viele weitere Reisen auch in die USA beschert mit vielen neuen Zielen, nachdem ich fast alles durchhatte was man aus Reiseführern herauslesen konnte. Trotzdem, mein erster Wave-Besuch 2003 ohne wirkliche Wegbeschreibung, nur mit ein paar Landmarken und die Spannung und Aufregung auf dem Weg und das Erlebnis dort wirklich anzukommen (und dann dort alleine zu sein) war ähnlich toll wie ich das auf der ersten Island-Reisen 2009 erlebt hatte. An Informationen zu kommen war damals äußerst beschwerlich. Eine der tollsten Touren in Island zum Dynkur-Wasserfall wurde spontan wegen einer Postkarte gemacht, die mir vor Ort in einem Geschäft ins Auge stach. So ein Ziel dann zu erreichen hatte etwas episches und war auch ein bisschen Glückssache. Das fehlt heute manchmal etwas, weil man eben nahezu alles vorher recherchieren kann.

Horst

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #66 am: 06. August 2026, 09:13:37 »
13.Tag - 31.3.2026 Dienstag: Ein kulinarischer Tag - Plastik am Morgen und Pretzel am Abend








An diesem Morgen habe ich mir mal eine größere Mütze Schlaf gegönnt. Da es ausnahmsweise für heute bedecktes Wetter gibt, muss ich nicht zu einem Sonnenaufgang im Park sein den man nicht sieht. So richtig viel Matratzenhorchdienst gab es die letzten knapp 2 Wochen auch nicht gerade, so dass ein faulerer Morgen auch mal nett ist. Sogar das im Preis inkludierte Frühstück muss ich heute mal nicht sausen lassen, sondern kann mich in das Plastik- und Papptellergewitter stürzen. Der Müll der hier an einem einzigen Morgen produziert wird ist beachtlich. Als ich vom Frühstückstisch aufstehe, ist bereits ein Behälter mit 60-70cm Durchmesser und einem Meter Höhe voll und ein zweiter halb gefüllt. Es ist halt gänzlich alles aus Pappe oder Plastik. Teller, Kaffeebecher, Besteck, Verpackung von Marmelade, Saft, Butter usw. Na ja, wir Deutschen übertreiben es vielleicht manchmal in die andere Richtung.
Da treffen dann ideologisch inzwischen Welten aufeinander.

Diesmal ist das Kassenhäuschen also schon besetzt, als ich wieder von der Ostseite in den Park einfahre.
Das Valley of Fire ist übrigens mit rund 160 Quadratkilometern Fläche der größte State Park Nevadas und zugleich eine Institution. Das Gebiet wurde bereits 1935 unter Schutz gestellt und war damit der erste State Park Nevadas.





Auf der Valley Of Fire Road fahre ich nach Westen. Zunächst halte ich am kleinen Parkplatz des Petrified Tree und wandere einen Hügel hinauf und auf der anderen Seite hinab in einen Wash der zum Ephemeral Arch führen würde. Weil ich auf das kilometerlange Gestapfe durch diesen sandigen Wash, ohne unterwegs etwas zu sehen, keine Lust habe, kehre ich nach 20 Minuten wieder um. Eine sehr gute Entscheidung, denn später lese ich im Internet, dass der Arch schon vor einigen Jahren zusammengebrochen ist.






So geht es weiter nach Westen bis zum Parkplatz an den Beevives – den Bienenstöcken.





Diese Felsen hier sehen auch wirklich wie übergroße Bienenstöcke aus ...






... und selbst die Bienen sind schon da – in Form meist asiatischer Bienen, man spürt hier die spätere Uhrzeit und dass man für diesen Fotospot eben keinen Meter laufen muss.




















Nur einen langen Steinwurf weit entfernt, an der Arch Rock Straße (Scenic Loop Road) findet man gleich zu Beginn der Einbahnstraße den Atlatl Rock mit historischen Petroglyphen.





Die Felsbilder am Atlatl Rock wurden vor etwa 2.000 bis 4.000 Jahren von den Vorfahren der Pueblo-Völker (den Anasazi) in den roten Sandstein geritzt. Spätere Stämme, wie die Southern Paiute, nutzten das Gebiet ebenfalls und betrachteten die Formationen als spirituell bedeutsam. Die Gravuren zeigen vor allem Atlatl-Speerschleudern - ein wichtiges, namensgebendes Jagdwerkzeug, das vor der Erfindung von Pfeil und Bogen genutzt wurde sowie Tiere, Menschen und abstrakte Figuren.











Auf meiner Fahrt gestern auf der Mouse’s Tank /White Domes Road war mir ein Gebiet östlich der geschwungenen Straße aufgefallen. Also geht es wieder Richtung White Domes, diesmal bis Parkplatz 2.






Von dort wandere ich nach Osten und schon nach wenigen Metern lasse ich alles was an Tourismus im Park gerade unterwegs ist hinter mir.
Abseits der populären Ziele erlebt man also auch im Valley of Fire völlige Einsamkeit, was mir wirklich nicht unangenehm ist.







Gerade in Gegenden wie in diesem Park macht es großen Spaß umher zu stöbern und selbst auf Entdeckungstour zugehen.





Dabei müssen keine sensationellen Dinge vor Auge und Kamera auftauchen, ...





... der Spaßfaktor der Suche macht es aus und irgendwas an dem ich mich erfreuen kann, finde ich hier immer.






Gerade im punkto Farben – treibt es die Landschaft hier ganz schön bunt.
































Danach fahre ich zurück zur Valley of Fire Road und nach Osten.





Nur wenige Meter ist der Weg bis zum Arrowhead Arch, der eine recht ungewöhnliche Form aufweist.






Deutlich mehr Meter sind es zum Pretzel Arch. Den erreicht man vom Parkplatz am Elefant Rock/Kassenhäuschen Ost nach einem Marsch von 1,5km ohne dass man direkt einem Trail folgt (den es nicht gibt). Man durchquert einige Washes und läuft in sanftem Auf und Ab über meist sandigen Untergrund bis man eine Anhöhe erreicht der man Stück nach oben folgt. Dort versteckt sich dann der Pretzel Arch, den ein Bäcker nicht schöner formen könnte.





Rund um den Pretzel Arch gibt es noch weitere Bögen (hier direkt daneben).

So streife ich wieder herum und bin gerade dabei mir einen Weg hinauf auf den Hügel zu suchen wo ich einen netten Arch entdeckt habe, als ich eine Gruppe Dickhorn Schafe vor mir durch den Bogen des Arches flüchtet. Für die Kamera war das zu schnell aber für mich ein cooles Erlebnis.





Ich klettere weiter nach oben zum Arch und finde unterhalb davon noch einen der schwer zu fotografieren ist.
Nun stellt sich mir die Frage – einfach zurückgehen oder weiter auf einer Runde die ich auf meinem Handy habe und zu weiteren Arches nach Süd-Osten.
Neugierig wie ich bin will ich noch etwas sehen.





Da ich durch meine Expansion vom imaginären GPS Trail abgekommen bin muss ich mir selbst einen Weg suchen wie ich von oben wieder herunterkomme und gleichzeitig in die richtige Richtung weitergehe.





Schließlich finde ich einen Abstieg und entdecke auf meiner Runde u.a. den Little Mosquito Arch.






Little Mosquito Arch von der Seite.






Ich finde noch einige Bögen deren Namen ich nicht kenne oder die keinen Namen haben.





Die auffälligen Felsformationen und „Löcher“ im Valley of Fire State Park ...






... sind das Ergebnis von Millionen Jahren geologischer Prozesse. Vor allem Ablagerung, Verfestigung und Erosion.







Da ich wohl von den vielen Löchern im Park so angetan bin muss ich mein eigenes Loch beitragen.
So bleibe ich mit meiner Hose an einem scharfen Felsen hängen und erschaffe meinen Hosen-Arch – so ganz ohne einen Millionen Jahre dauernden geologischen Prozess – toll. ::)

















Mit vielem Auf und Ab, vor und zurück, Suche nach einem Weg oder einem Arch, bin ich nach ca. 7km und etwa 3 Stunden wieder am Auto zurück.
Für heute reicht es mir auch. Golden Hour Licht fällt heute sowieso aus und ich komme ja nochmal in den Park zurück.



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Paula

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #67 am: 06. August 2026, 10:25:51 »
Das Valley of fire ist wirklich traumhaft, wir waren da 2015 zwei Tage und haben natürlich bei weitem nicht so viel gesehen wie du, wir haben überwiegend die offiziellen Wanderwege beschritten. Die Fire wave war damals noch nicht richtig ausgeschildert, da haben wir eine Weile gesucht, aber ich sehe schon da ist uns einiges entgangen, den Nike Felsen haben wir zum Beispiel nicht gesehen.
Du bist vom Parkplatz 2 aus wenn ich dich richtig verstanden habe einfach quer in die Pampa gelaufen, darf man das eigentlich oder bekommt man Probleme wenn man von einem Ranger erwischt wird? Lohnenwert war das ja auf jeden Fall, ich liebe diese Farbkombinationen aus gelb, rosa, lila  ^-^
Viele Grüße Paula

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #68 am: 06. August 2026, 14:17:44 »
Beim Ephemeral Arch warst du 16 Jahre zu spät dran. Wir hatten ein oder zwei Jahre zuvor noch das Glück und sahen den filigranen Arch, der einem Grammophon-Arm ähnelte. Ich fand nur auf die schnelle keine Bilder, deshalb verlinkte ich ihn.

An dem Tag hast du vollen Einsatz gebracht  :thumb:, wie man an der Hose erkennt. Belüftungsschlitze :zwinker: sind immer gut und manche zahlen für löchrige Hosen sogar ein Heidengeld.
Liebe Grüße

Ilona

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #69 am: 06. August 2026, 14:43:53 »
Du bist vom Parkplatz 2 aus wenn ich dich richtig verstanden habe einfach quer in die Pampa gelaufen, darf man das eigentlich oder bekommt man Probleme wenn man von einem Ranger erwischt wird?
Jein.
Gibt es Trails solltest Du auf den Trails bleiben. Wo es keine Trails gibt (Beispiel Pretzel Arch oder meine Exkursion in die bunten Felsen) wird es geduldet. Also der Ranger wird deswegen nicht einschreiten.
Allerdings sollte man u.a. darauf achten keine Pflanzen zu beschädigen - also eher auf Slick Rock laufen oder in Washes.
Es gibt auch Felsen auf die man klettern darf aber es gibt auch welche auf die man nicht darf (z.B. Arch Rock, Atlatl Rock).

Hier: https://parks.nv.gov/parks/valley-of-fire    gibt es in den "Field Notes" ein paar Infos.
Zitat
Removing, disturbing or damaging any historic structure, artifact, rock, plant life, fossil or other feature is prohibited. State and federal laws protect this area and its resources.

und hier kann man nachlesen, dass man auch gerne seinen Colt im Halfter tragen darf:
Zitat
Can I open carry my firearm? Yes. We follow all state and federal regulations regarding open carry in Nevada.

An dem Tag hast du vollen Einsatz gebracht  :thumb:, wie man an der Hose erkennt. Belüftungsschlitze :zwinker: sind immer gut und manche zahlen für löchrige Hosen sogar ein Heidengeld.
Eines der Dinge dieser Welt die ich wohl nie verstehen werde, wie man für etwas bezahlt was schon kapput ist. :o

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #70 am: 06. August 2026, 14:56:12 »
Juhuu, gefunden.

Wir waren sogar im März 2010 beim Ephemeral Arch und im Mai brach er zusammen :( .

Liebe Grüße

Ilona

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #71 am: 06. August 2026, 14:59:54 »
Eines der Dinge dieser Welt die ich wohl nie verstehen werde, wie man für etwas bezahlt was schon kapput ist. :o

Es ist viel schlimmer, denn die Chinesen machen doch extra Löcher und Schlitze in nagelneue Hosen. Was da für ein Aufwand betrieben wird.

Als Kind hätte mich meine Mutter so nie aus dem Haus gelassen :totlach:. Davon abgesehen, hätte ich mich geschämt.
Liebe Grüße

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #72 am: 06. August 2026, 18:19:19 »
Sogar für einen zweiten Tag gibt es genug Stoff im Valley of Fire und auch mit dunkler Bewölkung macht es was her.

Beim Frühstück in den USA finde ich vor allem bemerkenswert, dass sich im Laufe der letzten 30 Jahre überhaupt gar nichts verändert hat (im Hinblick auf Plastik / Pappe), auch wenn ich ja nun auch nicht so diejenige bin, der Umweltschutz extrem wichtig ist. Aber in allen Unterkünften mit Frühstück der letzten Jahre, in denen ich in Europa war, gab es keinen oder fast keinen Plastik- oder Papiermüll. Ich bin gerade dabei meine Unterkünfte in Finnland nochmal durchzuschauen und lese bei Bewertungen von Finnen bei Apartments oft, dass sie als Negativpunkt die fehlende Mülltrennungsmöglichkeit nennen, also nicht nur die Deutschen übertreiben in diesem Punkt etwas ;)

Peter liebt seine zerlöcherten Jeans sehr, seine erste hatte er ich glaube zehn Jahre oder mehr, dann habe ich ihn genötigt, sie wegzuwerfen, denn zu den ursprünglichen Löchern und Rissen kamen viele dazu. Kurz darauf hat er sich dann wieder eine gekauft :lach:


LG Christina

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #73 am: 07. August 2026, 10:17:43 »
Beim Frühstück in den USA finde ich vor allem bemerkenswert, dass sich im Laufe der letzten 30 Jahre überhaupt gar nichts verändert hat (im Hinblick auf Plastik / Pappe), auch wenn ich ja nun auch nicht so diejenige bin, der Umweltschutz extrem wichtig ist.
Ist bei mir ähnlich, man hält sich halt an die gesellschaftlichen Errungenschaften in diesem Punkt und hinterfragt sie nicht täglich. Kommt man mal wo anders hin, fallen die Unterschiede auf.
Die USA sind in dem Punkto Umweltschutz sicher deutlich negativer zu bewerten als Europa aber nicht durchgehend.
Wenn ich mich daran erinnere wie ich vor 10 Jahren mal von Neapel aus zum Vesuv hochgefahren bin (mit ca. 20€ Gebühr wohl für Parken und was auch immer) war das eine einzige Müllparade (etwa 7-8 Kilometer). Da war kein Meter beiderseits der Straße dabei, der nicht krass vermüllt war. Sowas würde man in den USA (außerhalb von Indianerreservationen im Westen) nicht finden.

Silv

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Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Antwort #74 am: 07. August 2026, 13:34:53 »
Durch das Valley of Fire sind wir damals auch nur durchgefahren und 1-2 mal angehalten. Heute würde ich mir dazu auch mehr Zeit nehmen.
Liebe Grüße
Silvia