Autor Thema: Das andere Holland - Rotterdam April 2026  (Gelesen 2832 mal)

Christina

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #45 am: 07. August 2026, 20:35:25 »
Dann heißt die Künstlerin auch noch wie ich - oje  ;D

 :lach:


LG Christina

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #46 am: 09. August 2026, 19:48:19 »
7. Tag – Montag, 27.04. - 1. Teil

Da ist er nun also, der von mir bei der Planung der Daten für den Urlaub völlig übersehene Königstag. Das ist ein Nationalfeiertag in den Niederlanden, der immer am Geburtstag des jeweiligen Königs / Königin stattfindet, seit 2014 ist es der 27. April, Geburtstag vom aktuellen Regenten Willem-Alexander. Und leider bedeutet Feiertag nicht einfach, dass alle frei haben, Geschäfte geschlossen sind und jeder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht, sondern, dass gefeiert wird, das ist ein Partytag. Die Aktivitäten sind je nach Stadt unterschiedlich, in Rotterdam gibt es ein paar Konzerte, einen Umzug und die Geschäfte haben geöffnet.

Immerhin ist es ein Montag, da sind die Museen eh geschlossen, also gibt es für mich wenigstens diesbezüglich keine Einschränkungen.

Bei meiner Suche nach Unternehmungen abseits des Partytrubels bin ich auf den Botanischen Garten gestoßen, der an diesem Feiertag um 10 Uhr öffnen soll und auf einen Park mit Blick auf die Skyline der Stadt.

Gegen 9 Uhr mache ich mich zu Fuß auf den Weg in Richtung Arboretum Trompenburg. So kann ich noch einen weiteren Punkt abhaken, den ich auf meiner Liste für Rotterdam habe: Spaziergang entlang Boompjeskade und Maasboulevard, von wo man schöne Blicke auf die Stadt haben soll.

Zunächst sehe ich die Erasmusbrücke mal aus einer anderen Perspektive, am Wilhelminapier hat wieder ein Kreuzfahrtschiff angelegt (dieses ist aber deutlich kleiner als die Aida Perla).



Ich komme an der bunten Skulptur „Marathonbild“ von Henk Visch vorbei, das 2001 anlässlich des 20. Rotterdamer Stadtmarathons enthüllt wurde. Auf dem Betonpodest sind die Namen aller bisherigen Marathon Gewinner festgehalten.


Zu meiner Linken kann ich nun eine Reihe interessanter Gebäude anschauen, überwiegend neueren Datums, aber auch ein älteres ist dabei, das Nieuwe Boompjes aus dem Jahr 1955.





Besonders auffällig ist das weiße „Willemswerf“ mit seinem schrägen „Schnitt“ in der Fassade. Erbaut 1989 und durch den Film „Who Am I“ (in Deutschland „Jackie Chan ist Nobody“) bekannt worden, Jackie Chan rutscht das Glasdach (das erst aus weiterer Entfernung vom Gebäude sichtbar wird) dieser Diagonalen herunter.



Auf Höhe der Willemsbrug ist die Skulptur „Maasbild“ von Auke de Vries verankert. Sie wurde anlässlich der Eröffnung der neuen Willemsbrug 1982 geschaffen.



Die Bebauung zu meiner Linken wird ab hier weniger, dafür werden die Ausblicke auf die Skyline immer besser und verändert sich alle paar Meter. Ich komme kaum voran, weil ich mich immer wieder umdrehen muss. Sogar die Markthalle und der „Bleistift“ sind zu sehen.







LG Christina

Christina

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #47 am: 09. August 2026, 19:55:27 »
7. Tag – Montag, 27.04. - 2. Teil

Gegen 11 Uhr bin ich dann am Arboretum Trompenburg. Der botanische Garten liegt im Stadtteil Kralingen, entstand aus einem privaten Garten einer Villa, wurde 1958 eröffnet und ist für seine vielen Rhododendren bekannt.

Die Tore sind allerdings verschlossen, obwohl die Website für heute eine Öffnung ab 10 Uhr angibt. Na ja, ich setze mich erstmal auf eine Bank in der Nähe des Eingangs, ich werde sicherlich nicht die einzige Besucherin heute sein. Und tatsächlich kommt bald eine Frau mit dem Fahrrad, die auch das Arboretum besuchen will. Wir unterhalten uns kurz, dann kommt ein Mitarbeiter zum Tor, der (wie die Dame mir übersetzt) sagt, dass heute Montag sei und montags erst um 12 Uhr geöffnet wird. Die Fahrradfahrerin weist auf die anderslautende Angabe auf der Website hin und der Mitarbeiter sagt, dass er es klären und schnellstmöglich aufmachen wird. Und so ist es dann auch, na ich bin nur froh, dass ich für den Weg hierher viel länger gebraucht habe als gedacht, wäre ich schon um 10 Uhr hier gewesen, hätte ich lange warten müssen (und hätte wahrscheinlich aufgegeben).

Ich zahle den Eintritt von EUR 12,50 und spaziere dann durch den schönen Garten. Wer ein Tulpenmeer erwartet hat: auch hier gilt Rotterdam ist das „andere Holland“.














Nach ungefähr einer Stunde habe ich das Meiste gesehen und gehe zurück zum Eingangsbereich, wo sich ein Souvenir Shop und ein Café befinden. Leider gibt es nur Kleinigkeiten zum Essen, ich nehme ein Stück Quiche, eine Limo und eine Flasche Wasser zum Mitnehmen (EUR 12,75).



LG Christina

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #48 am: 09. August 2026, 20:05:00 »
7. Tag – Montag, 27.04. - 3. Teil

Nach dem Essen gehe ich nochmal durch den Garten zum Hinterausgang und von dort über die Straße in einen weiteren Bereich des Arboretums, der erst in den letzten Jahren dazu gekommen ist und eher naturbelassener angelegt ist.

Von dort spaziere ich durch den Stadtteil Kralingen in Richtung meines nächsten Ziels. Ein sehr nettes Wohnviertel ist das, viele Villen, Einfamilienhäuser, aber auch Mehrfamilienhäuser, dazwischen viel Grün und einige Kanäle.

Nun begegne ich immer mehr Menschen, die irgendetwas orangenes tragen, Restaurants und Cafés, die orange geschmückt sind, orangene Wimpel hängen über den Straßen. Ich komme an der Osteria Vicini vorbei, ein italienisches Restaurant in einer ehemaligen Fabrik oder Werkhalle mit Außensitzplätzen. Hier wird schon gefeiert, es gibt auch eine spezielle Getränkekarte mit orangenen Getränken, aber insgesamt geht es (noch) ruhig zu und ich bin auch nicht die Einzige, die nichts Orangefarbenes trägt. Ich finde noch einen Platz innen (außen ist alles belegt) und bestelle ein Sandwich mit Thunfischpaste und Ei, dazu einen iced Cappuccino (EUR 17,50), nun bin ich satt.


Vom Restaurant ist es nicht mehr weit bis zum Park Kralingse Plas, der sich um einen See erstreckt, dessen Ufer ich einmal rund um folge. Ich komme an zwei Windmühlen vorbei,



an einem schönen Reetdachhaus


und mache eine längere Pause auf einer Bank in der Sonne.

Nun bin ich am nördlichen Seeufer und von hier hat man einen Blick auf die Skyline der Stadt. Das erinnert mich ein bisschen an die Außenalster in Hamburg, dort ist die Skyline allerdings näher und von Kirchtürmen geprägt. Ein Stück des Wegs kann auf Holzbohlen zurückgelegt werden, eine schöne Idee.









An der süd-westlichen Ecke des Parks muss man einige Umwegen laufen, da einiges wegen eines Festivals abgesperrt ist.

Auf dem Weg zur nächsten Metrostation (Oostplein) komme ich nochmal durch nette Wohnviertel, die feiertäglich geschmückt sind.



Nun wird es etwas chaotisch, ich möchte mir noch das „Industriegebouw“ anschauen, das in der Nähe der Metrostation steht, finde es aber nicht. Außerdem könnte ich mal gut eine Kaffeepause vertragen, aber auch das erweist sich als schwierig, weil viele Cafés wegen des Feiertags geschlossen sind und ich mich außerdem immer wieder durch feiernde Menschengruppen durchdrängen muss. Aber ich werde noch fündig. Eine Filiale der „Coffeecompany“ hat geöffnet und das ganze ohne orangene Partystimmung. Bei Cappuccino und Lemon Tarte (EUR 9,55) nutze ich das W-Lan des Cafés und suche im Internet in Ruhe das Gebäude, das ich noch anschauen möchte.


Nach der Pause spaziere ich dorthin.



Das Industriegebäude stammt aus dem Jahr 1952 und ähnelt dem Groothandelsgebouw beim Hauptbahnhof (siehe Tagesbericht vom 22.04.), ist aber kleiner. Errichtet wurde es als Bürogebäude für eine Vielzahl von Firmen, deren bisherigen Büros bei der Bombardierung Rotterdams 1940 zerstört worden waren und von vielen Firmen gemeinsam wird es auch heute noch genutzt. Auffällig sind die großen Fenster, die für viel Licht im Inneren sorgen.

Die Metrostation Oostplein ist nicht weit entfernt, aber dort angekommen, muss ich feststellen, dass sie wegen Bauarbeiten geschlossen ist und auf die nächste Station oder die Tram verwiesen wird. Diese nehme ich bis zur Metrostation Beurs und von dort geht es dann zum Wilhelminaplein, in den Supermarkt und dann gegen 17.45 Uhr ins Hotel.

Wetter: teils sonnig, teils Schleierwolken, ca. 8° - 17°C


LG Christina

Ilona

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #49 am: 10. August 2026, 11:25:40 »
Du hast wieder viel gesehen und erkundet  :thumb: .

Vom Königstag hast du nur am Rande was mitbekommen. Meine Schwester war auch mal zu der Zeit in den Niederlanden und stand plötzlich mittendrin. Ihr gefiel das aber.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #50 am: 10. August 2026, 17:24:02 »

Vom Königstag hast du nur am Rande was mitbekommen. Meine Schwester war auch mal zu der Zeit in den Niederlanden und stand plötzlich mittendrin. Ihr gefiel das aber.

Ich wollte so wenig wie möglich davon mitbekommen. Solche Parties und Menschenmassen sind überhaupt nichts für mich.


LG Christina

Susan

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #51 am: 10. August 2026, 18:17:39 »
Auf den Königstag wäre ich schon gespannt gewesen, wenigstens mal kurz in die Party hineinschnuppern  8)

Die Parks sind eine schöne Abwechslung zu den Museen und den architektonischen Besonderheiten. Erstaunlich, dass da schon Rhododendren blühten, unsere sind immer erst spät im Mai dran.

Im Chabotmuseum hätte ich tatsachlich Silvia B. für den Preis gewählt, irgendwie haben diese skurilen Skulpturen etwas.  ^-^ Interessant finde ich auch den Dakpark. ich kenne so einige Einkaufszentren / Gebäude, denen solch eine Begrünung gut stehen würde.

 
Liebe Grüße
Susan

Christina

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #52 am: 11. August 2026, 20:26:48 »


Im Chabotmuseum hätte ich tatsachlich Silvia B. für den Preis gewählt, irgendwie haben diese skurilen Skulpturen etwas. 

Ich fand die auch faszinierend, als ich in den Raum kam, dachte ich im ersten Moment, dass da tatsächlich ein Mensch am Boden liegt. Aber ich habe mich dann doch für Taocheng Wang entschieden, weil ich die Leichtigkeit mochte, das finde ich, ist bei Kunst eher selten zu finden. Ich habe gerade mal nachgeschaut, ob schon eine Entscheidung gefallen ist, aber die Ausstellung geht noch bis Mitte September, vielleicht denke ich im Herbst / Winter daran noch mal nachzuschauen, das würde mich schon interessieren, wer von den dreien den Preis bekommt.


LG Christina

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #53 am: 12. August 2026, 20:01:03 »
8. Tag, 28.04.

Zum letzten Mal gehe ich heute gegen 8 Uhr zum Frühstück, gegen 8.45 Uhr mache ich, auch zum letzten Mal, einen Spaziergang über den Wilhelminapier, heute ohne Kreuzfahrtschiff und erneut bei strahlendem Sonnenschein. Eigentlich möchte ich den Urlaub heute nicht schon beenden, ich hätte durchaus noch ein paar Tage hier füllen können.

Im Albert Heijn kaufe ich noch Proviant für die Zugfahrt ein, dann geht es ins Hotel zurück zum Packen, eilig habe ich es nicht, mein Zug fährt erst um 11.35 Uhr ab Hauptbahnhof.

Gegen 10 Uhr wird es mir aber zu langweilig auf dem Zimmer, ich beschließe schon jetzt zum Bahnhof zu fahren und einen früheren Zug nach Utrecht zu nehmen, nicht, dass doch mal ein holländischer Zug Verspätung hat  ;) und ich den ICE in Utrecht verpasse (Zugbindung besteht nur für den ICE Anteil der Fahrt).

Am Hauptbahnhof schaue ich noch durch den Souvenirshop der Tourist Info, richtig schöne Postkarten haben die hier, da nehme ich eine für mich mit, auch sonst gibt es viele tolle Sachen, ich bleibe aber standhaft und kaufe nichts, das einzige was ich noch gerne hätte, wäre ein Paar Miniholzschuhe, solche habe ich mir bei meinen anderen beiden Holland-Reisen auch gekauft, die Tradition möchte ich fortsetzen, genau die gibt es aber nicht, nicht weiter verwunderlich, mit dem typischen Klischee von Holland, das die Holzschuhe perfekt verkörpern, möchte man in Rotterdam nichts zu tun haben.

Der Zugang zur Bahnhofshalle (die Tourist Info befindet sich auch dort, aber noch im Bereich vor der Zugangssperre) gelingt mir heute mit meinem QR Code Ticket problemlos (anders als bei der Anreise als ich den Bahnhof verlassen wollte). Ich bummle noch durch ein paar der sehr netten Geschäfte, die es hier neben zahlreichen (Fastfood) Restaurants, Cafés und einem Supermarkt, gibt.

Der 10.50 Uhr Zug nach Utrecht ist dann meiner. Pünktlich erreicht er um halb zwölf sein Ziel. Hier habe ich nun eine Stunde Zeit bis zur Abfahrt des ICE. Der Bahnhof hat mir schon bei der Hinfahrt gefallen, nun schaue ich ihn mir genauer an: hell, sauber, mit vielen Sitzgelegenheiten, Toiletten, vielen Geschäften und Restaurants, fühlt man sich eher als wäre man in einem Flughafen als einem Bahnhof. Und in einem der Geschäfte komme ich sogar noch zu meinen Holzschuhen und in einem anderen entdecke ich einen hübschen Schal, schon lange war ich auf der Suche nach einem Ersatz für den alten.

Pünktlich um 12.27 Uhr fährt dann der ICE in Utrecht ab. Er ist sehr voll, da haben wohl sehr viele Deutsche in Amsterdam den Königstag gefeiert (viele haben orangene Pullis oder Schals oder Hüte dabei). Ich finde aber dennoch auch ohne Sitzplatzreservierung einen freien Platz, wenn auch entgegen der Fahrtrichtung.

Kurz hinter Venlo, also nicht mehr weit von der deutschen Grenze entfernt, kommt der Zug zum Stehen. Durchsage: „Wir mussten anhalten, wissen aber noch nicht weshalb.“ Oh je, das klingt gar nicht gut, am üblichen vorausfahrenden oder kreuzenden Zug kann es diesmal wohl nicht liegen. Nach einiger Zeit dann die Hiobsbotschaft: „Auf der Strecke zwischen hier und Mönchengladbach gibt es Beschädigungen, die repariert werden müssen (natürlich auf der deutschen Seite). Unklar ist, ob wir warten, bis die Reparaturen durchgeführt sind oder ob wir über Eindhoven und Aachen nach Köln fahren. Letzteres würde einen Umweg von mindestens zwei Stunden bedeuten.“

Herrlich!! Ich bin ja nur froh, dass ich mich mit ausreichend Getränken und Essen versorgt habe, denn nun werde ich, zusammen mit vielen anderen noch viele Stunden in diesem Zug verbringen und die Vorräte im Bord Bistro und Bord Restaurant werden auf jeden Fall nicht ausreichen – das ist mir jetzt schon klar.

Nach längerer Wartezeit wird dann mitgeteilt, dass sich die Fahrleitung für den Umweg entschieden hat. Nun geht es also erstmal zurück in Richtung Venlo, hier wird ein weiterer längerer Stopp eingelegt, die Türen werden geöffnet und man kann sich auf dem Bahnsteig die Füße vertreten. Um 15.15 Uhr (eine Stunde vor der geplanten Ankunftszeit in Frankfurt Flughafen!) starten wir dann die Runde durch Holland.
Um 15.55 Uhr verlassen wir Eindhoven, das Bordbistro hat hier nochmal Proviant laden können und ich schaffe es tatsächlich mir noch einen Cappuccino zu kaufen, bevor die Milch wieder aus ist.
Die endlose Fahrt durch Holland vergeht erstaunlich schnell, ich bin irgendwie dauernd beschäftigt: Kaffee kaufen, Toilette, mich und dann Peter über den neuesten Zeitplan informieren, dieser ändert sich gefühlt minütlich, essen, trinken.

Kurz vor Aachen schnüffelt dann ein Schäferhund mit zwei deutschen Zollbeamten im Gepäck und bei den Passagieren (sehr angenehm, wenn man Angst vor Hunden hat) nach Drogen.

Um 17.30 Uhr verlassen wir dann endlich Aachen (nun würde ich eigentlich seit zwanzig Minuten im Regionalzug zwischen Frankfurt und Alzey sitzen). In Köln leert sich der Zug merklich, viele können ab hier einen anderen ICE in Richtung München nehmen.

Um 19.10 Uhr sind wir dann endlich mit 2 h 40 minütiger Verspätung in Frankfurt Flughafen.

Meinen Anschlusszug um 19.24 Uhr nach Mainz erreiche ich gut, aber kaum zu glauben, auch dieser hat wieder mehrere ungeplante Stopps auf der Strecke, so dass in Mainz aus einer Umsteigezeit von 10 Minuten 2 Minuten werden, in denen ich auch noch das Gleis über die Treppe wechseln muss (für den Aufzug bleibt keine Zeit). Ein sehr netter junger Mann, der ebenfalls diesen Umstieg macht, bleibt dann noch in der Tür des Anschlusszugs stehen bis ich da bin, sonst wäre er mir vermutlich direkt vor der Nase weggefahren.

Jetzt ist es 20 Uhr und es geht auf die letzte Zugetappe meiner Rückfahrt. Ankunft in Osthofen soll um 20.30 Uhr sein, von dort würde es dann mit dem Bus zu meinem Heimatbahnhof gehen, Ankunft dort wäre 21.18 Uhr. Ganz so schlimm wird es für mich nicht, in Osthofen wartet Peter mit dem Auto. Unglaublicherweise verläuft aber auch dieser Reiseabschnitt nicht ohne Störung, noch ein Stopp wäre es vor Osthofen, da kommt der Zug wieder mal zum Stehen, diesmal wegen einer ungeplanten Signalreparatur. Peter schreibt mir dann, dass ich am nächsten Bahnhof aussteigen soll, das ist mit dem Auto nicht weit von Osthofen und wer weiß, wie lange der Zug noch bis dahin brauchen wird.

Bis wir dann zu Hause sind, ist es 21 Uhr. Ein sehr langer, nervenaufreibender Tag geht damit zu Ende und leider auch der Urlaub.

Damit waren nun sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt nur die beiden Fahrtabschnitte mit der holländischen Bahn zwischen Rotterdam und Utrecht pünktlich, sonst kein einziger! Keine Ahnung, wie das so schlimm werden konnte mit der Deutschen Bahn und erst recht keine Ahnung, wie das auch nur einigermaßen zeitnah verbessert werden kann. Etwas Positives zur Deutschen Bahn kann ich immerhin vermelden: am Mittwochabend, also dem Tag nach meiner Ankunft zu Hause, habe ich über mein Kundenkonto bei der Bahn meinen Schadensersatzanspruch (50% des Fahrpreises bei mindestens 2 Stunden Verspätung) geltend gemacht und am nächsten Morgen war bereits die Bestätigung über die Rückzahlung von EUR 19,00 in meinem E-Mail-Postfach. Auf dem Konto war das Geld dann auch gleich nach dem langen Wochenende am Montag.

Wetter: sonnig, windig, ca. 15° - 20° C

In den nächsten Tagen folgt dann noch das Fazit, dann habt ihr es geschafft  ;)


LG Christina

Horst

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #54 am: 12. August 2026, 20:57:14 »
Au weia.
Ich bin ja (zum Glück) kein Bahnfahrer aber wenn man das so liest scheint mir die Fahrt zu den Buffington Pockets einfacher als mit der Deutschen Bahn im ICE von Holland nach Hause zu kommen. Eine Besserung scheint mir hier auch nicht in Sicht ...

Ilona

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Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Antwort #55 am: 13. August 2026, 09:00:01 »
Das sag noch einer was über die Frusthansa. Die Deutsche Bahn sollte sich mal ein Beispiel an China und Japan nehmen. Dort fahren alle Züge pünktlich.

Gut, dass du für Proviant gesorgt hattest :thumb:. Frust und Hunger sind nämlich eine Zeitbombe.

Wir haben auch einen Bahnhof im Ort, doch ich bin in den 20 Jahren nur einmal mit der Bahn gefahren.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)