Autor Thema: Andalucia y más 2026  (Gelesen 1806 mal)

Ilona

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #30 am: 10. August 2026, 13:47:05 »
18.04.26 – Von Ronda nach Algeciras

Highlights: Schlumpfhausen und das Elfendorf

Wir schliefen recht gut in dem ruhigen Apartment und das Frühstück bereiteten wir uns selbst zu. Nachdem das Geschirr gespült und verstaut war, brachten wir die Koffer nach unten vor die Haustüre. Heiko holte das Auto vom Parkhaus und ich bewachte so lange das Gepäck. 

Wir hatten erst überlegt, ob wir den Schluchtenweg in Ronda gehen sollten, doch das wäre schon wegen dem Gepäck zu umständlich gewesen. Zudem waren wir vor deren Öffnungszeiten wieder on the road.

Auf dem Weg zur Küste machten wir einen Abstecher. Weiße Dörfer gibt es schließlich einige in Andalusien.



Wir erreichten nach einer kurvenreichen Fahrt





das einzige blaue Dorf.

Juzcar wird auch das Schlumpfdorf genannt.



Júzcar ist kein Dorf mit langer Historie, dennoch hat es eine weltweit einzigartige Geschichte, die im Jahr 2011 begann. Damals diente der andalusische Ort als Kulisse für den Animationsfilm Die Schlümpfe.

Zu diesem Zweck kreierte die amerikanische Filmcrew mit rund 9000 Liter blauer Farbe ein authentisches Dorf für die Schlümpfe. Die Einwohner erhielten fürs Anstreichen ihrer Häuser die Farbe und eine Entschädigung.





Der Hype ist vorüber und der 200-Seelen-Ort mittlerweile ziemlich verschlafen, aber es ist mal etwas anderes und durchaus nett anzuschauen.







Mit dem Ohrwurm von Vader Abraham



fuhren wir die Strecke zurück, als mir ein Schild ins Auge fiel. Ein paar weitere Kilometer kurvenreicher Strecke führten uns zum märchenhaften Dorf der Trolle und Elfen.









Die Ortsdurchfahrt ist gesperrt. Man parkt unterhalb des Dorfes Parauta an einem großen Sportgelände. Die Parkgebühr sollte 2 € betragen und es waren jede Menge Parkplätze frei. Eine junge Frau eilte herbei und plapperte uns in Spanisch voll. Mein rudimentäres Spanisch reichte jedoch nicht aus. Ich dachte zuerst, sie will die 2 € kassieren. Mittels dem Google-Übersetzer teilte sie uns aber mit, dass der Weg in den angrenzenden Naturpark mit den alten Olivenbäumen aufgrund der starken Regenfälle in den letzten Wochen, auf eigene Gefahr zu begehen wäre. Wir waren aber nur an dem zauberhaften Dorf interessiert.
 
An den Hauswänden hängen bunte Stühle und Pflanztöpfe.



Wir erkundeten jede Gasse und waren über eine Stunde in dem reizenden, weißen Dorf unterwegs. Das war ein Zufallsfund und ein toller Abstecher, bevor wir uns auf den Weg zur Costa del Sol machten.

Das war an dem Tag unsere längste Strecke. Zuerst sehr kurvenreich bis an die Küste und dann zog es sich, weil wir die mautpflichtige Autobahn vermieden. Als wir sahen, wie stark die ganze Costa del Sol bis in die Berge verbaut ist, war uns schnell klar, dass wir unseren Lebensabend keinesfalls in solch einem legebatterieähnlichen Apartment verbringen werden.
 
Gegen 13:30 Uhr erreichten wir Algeciras und hatten Hunger. Das indische Restaurant Korma hatte nicht nur gute Bewertungen, sondern auch offen. Nach einem sehr leckeren Essen fuhren wir zum AC Hotel weiter. Wir konnten in dem Businesshotel gleich einchecken.



Das erste Zimmer sagte uns von der Lage her an der vielbefahrenen Hafenstraße nicht zu, doch das zweite war sehr ruhig gelegen. 
 
Wir fuhren an dem Tag noch bis Tarifa weiter. Tarifa, am östlichen Ende der Costa de la Luz in der andalusischen Provinz Cádiz gelegen, ist der südlichste Ort des europäischen Festlands. Dort blies der Wind aber nur zur Freude der Kite-Surfer sehr stark.



Parkplätze sind in dem Ort rar und direkt am Strand beim Castle standen zwei obdachlose Einweiser, die freiwerdende Parkplätze für 10 € anboten. Wir ergatterten den letzten Parkplatz, doch wegen einer halben Stunde waren wir (ohnehin) nicht bereit, das Geld zu bezahlen. Keine Ahnung, warum die zwei Obdachlosen geduldet werden und die Polizei nicht eingreift. Wir drückten einem der beiden einen Euro in die Hand. Wahrscheinlich geschieht das selten, denn er zeigte seinem Kumpel freudestrahlend seine Ausbeute.

Zur Isla de Palomas sind wir nicht rüber. Die Böen waren zu heftig.



Das Castle of Santa Catalina mit seinen Bunkern liegt an einer strategisch günstigen Lage.



Der Wind war zu stark und wir schon sandgestrahlt. Schade, denn wir wären gerne noch eine Weile in Tarifa geblieben.

Auf dem Rückweg machten wir kurz bei Lidl Halt und holten uns etwas für die Brotzeit.

Einen kurzen Stopp machten wir noch an einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Küste von Marokko. Die Gegend war aufgrund der starken Regenfälle Anfang April sehr grün.



Abends spazierten wir zu einer Luxus-Mall gegenüber vom Hafen. Wir schlenderten nur kurz durch die hochpreisigen Läden und gingen zum Hotel zurück.

Und wieder ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende.

Übernachtung: AC Hotel by Marriott, Algeciras - 214,50 € für zwei Nächte inkl. Frühstück

Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #31 am: 10. August 2026, 17:20:52 »
Schlumpf Dorf und Elfen Dorf  ;D - mal was anderes, würden mir beide auch gefallen.

Blöd mit dem starken Wind in Tarifa, der kann einem den Spaß schon verderben, aber ein bisschen was konntet ihr ja anschauen.


LG Christina

Susan

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #32 am: 10. August 2026, 17:57:00 »
Tarifa ist nicht umsonst Surfer-Mekka. Das "Sandstrahlen" dort durften wir auch schon mal erleben, seither haben wir den Ort immer umfahren  8)

Schlumpfhausen und das Elfendorf sind eine schöne Abwechslung zu den üblichen weißen Dörfern. Kommen gleich mal auf die Merkliste. 
Liebe Grüße
Susan

Ilona

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #33 am: 11. August 2026, 08:05:25 »
Blöd mit dem starken Wind in Tarifa, der kann einem den Spaß schon verderben, aber ein bisschen was konntet ihr ja anschauen.

Zur Isla wären wir gerne rüber, doch bei diesen heftigen Böen machte das keinen Sinn.

Schlumpfhausen und das Elfendorf sind eine schöne Abwechslung zu den üblichen weißen Dörfern. Kommen gleich mal auf die Merkliste.   

Außer uns waren nur noch zwei Canyoneerer im Schlumpfdorf. In der Nähe ist eine technisch anspruchsvolle Schlucht. In Paruta waren nur ein paar Camper beim Parkplatz, ansonsten waren wir die einzigen Touris im Dorf. Beide Dörfer finden sich vermutlich in keinem Reiseführer.
Liebe Grüße

Ilona

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Paula

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #34 am: 11. August 2026, 12:59:14 »
Liebe Ilona,

sehr verspätet steige ich auch noch zu, ich kriege in letzter Zeit einfach nichts auf die Reihe...

Frusthansa kenne ich, hatten wir beim Rückflug...Senatorstatus ist natürlich angenehm, haben wir leider nicht.
Nasridenpalast in zwei Stunden ist wirklich rekordverdächtig, müßtest du mal eine chinesische Reisegruppe fragen wie lange die bleiben  ;D
Aber wenn ich sehe dass ihr dafür die Zeit in El Torcal verbracht habe kann ich es verstehen. Von dem Gebiet habe ich noch nie gehört, das haben wir bei der Planung für unseren Andalusienurlaub wohl übersehen- schade. Vielleicht komme ich da auch mal hin.
In Ronda hat es uns super gefallen, den Caminito del Rey haben wir entweder nicht gekannt oder weggelassen, mit meiner Höhenangst wäre das kein Spaß gewesen, aber auf den Fotos schaut es wirklich spektakulär aus. Ich weiß auch noch dass wir in der Schlucht unterhalb der Brücke in Ronda waren, aber an Details kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Probleme mit dem Rücken sind ärgerlich, ich kann es dir nachfühlen, das ging mir im Urlaub ähnlich. Es ist besonders blöd wenn es im Urlaub schlimmer ist als zuhause. Und dann auch noch Montezumas Rache  :knuddel:
Das Schlumpfdorf ist auch neu für mich, wie witzig  ^-^ Und Biene Maya und Willie sind auch da, das hätte mir auch gefallen! Das Elfendorf ist auch lustig, ich finde es immer schön wenn man im Urlaub auch was unerwartetes erlebt!
In Algeciras und Tarifa waren wir wohl nicht, das sagt mir jedenfalls nichts.

Wenn ich eure Fotos so anschaue sieht das Frühstücksbuffet eher noch besser aus als in den meisten Hotels in Nordspanien die wir hatten. Das ungewollte upgrade auf ein größeres Auto (und die damit verbundenen Rangierprobleme auf engen Parkplätzen) hatten wir auch, aber die Nordspanier sind was Hunde angeht sehr sauber, die liefen alle mit Hundekottüten rum, da gab es nirgendwo ein Problem.
Viele Grüße Paula

Ilona

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #35 am: 11. August 2026, 15:28:53 »
Liebe Paula,

Liebe Ilona,
sehr verspätet steige ich auch noch zu, ich kriege in letzter Zeit einfach nichts auf die Reihe...

besser spät, als nie. Schön, dass du mitkommst :adieu:.

Nasridenpalast in zwei Stunden ist wirklich rekordverdächtig, müßtest du mal eine chinesische Reisegruppe fragen wie lange die bleiben  ;D

Im nächsten Leben lerne ich Chinesisch :zwinker: und frage bzw. bewerbe mich als Reiseführerin  ;D.

Für mich war die Alhambra nur ein "sollte man mal gesehen haben". Ich hab's nicht mit so alten Gemäuern, wobei mich die filigranen Ornamente schon begeisterten.

Aber wenn ich sehe dass ihr dafür die Zeit in El Torcal verbracht habe kann ich es verstehen. Von dem Gebiet habe ich noch nie gehört, das haben wir bei der Planung für unseren Andalusienurlaub wohl übersehen- schade. Vielleicht komme ich da auch mal hin.

Ich hatte zuvor auch noch nie von dem Naturpark gehört. Eigentlich bin ich nur darauf gestoßen, weil ich mir auf G.Maps anschaute, was so alles aufm Weg liegt.

den Caminito del Rey haben wir entweder nicht gekannt oder weggelassen, mit meiner Höhenangst wäre das kein Spaß gewesen, aber auf den Fotos schaut es wirklich spektakulär aus.

Oh, ich dachte den Caminito, als ehemals gefährlichster Wanderweg der Welt, kennt jeder. 2015 wurde er für die Öffentlichkeit gesichert eröffnet.

  Probleme mit dem Rücken sind ärgerlich, ich kann es dir nachfühlen, das ging mir im Urlaub ähnlich. Es ist besonders blöd wenn es im Urlaub schlimmer ist als zuhause. Und dann auch noch Montezumas Rache  :knuddel:

Da kamen Pest und Cholera zusammen ;D. Zu Hause ist der Rücken auch schlimm, aber da mache ich keine Gewaltmärsche.

Wenn ich eure Fotos so anschaue sieht das Frühstücksbuffet eher noch besser aus als in den meisten Hotels in Nordspanien die wir hatten.

Frühstück scheint den Spaniern (Festland) unwichtig zu sein. Es war in keinem Hotel besonders. Essensmäßig haben die Kanaren mehr drauf.

aber die Nordspanier sind was Hunde angeht sehr sauber, die liefen alle mit Hundekottüten rum, da gab es nirgendwo ein Problem.

Sehr vorbildlich. Kotbeutel sah man in Andalusien keine. Die ließen die Hunde einfach ihr Geschäft machen und gingen weiter :kotz:.
Liebe Grüße

Ilona

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Ilona

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #36 am: 12. August 2026, 13:28:52 »
19.04.26 –Algeciras <=> Gibraltar

Highlight: The Rock

Ausschlafen war auch an dem Tag nicht geplant, denn der frühe Vogel fängt den Wurm oder so. Das Frühstück in dem Businesshotel war ok, jedoch für ein Marriott-Hotel nicht überragend.

Nach 20 km und 30 Minuten Fahrt erreichten wir das Telpark Parkhaus in La Línea de la Concepción in der Nähe der Grenze zu Gibraltar. Dort stellten wir den Ebro unter und machten uns auf den kurzen Fußweg (ca. 500 m – 6 Minuten) zum Grenzübergang.



Die Einreise war unkompliziert. Die Beamten schauten nur kurz auf den Pass bzw. Ausweis und schon waren wir im britischen Überseegebiet an der Südspitze der Iberischen Halbinsel, das geographisch eine Enklave innerhalb Spaniens ist.





Hinter diesem Schild war ein kurzer Hinweis, dass die Seilbahn außer Betrieb ist. Na toll, denn bereits beim Überqueren der Runway



lahmte ich ganz gewaltig. Mein Ischias feuerte blitzartige Schmerzen ins linke Bein. Mir war aber beim Blick auf The Rock



noch nicht bewusst, dass wir den zu Fuß erklimmen würden.



Die Stadt war so früh am Morgen noch ausgestorben, das änderte sich im Laufe des Tages jedoch.



Mein Rücken jaulte trotz Schmerzmittel, als er den Anfang der unzähligen Treppen zum Moorish Castle sah.



Immer wieder blieb ich stehen und machte Dehnübungen, die mir mein Physio mit auf den Weg gegeben hatte. Meine Güte war der Aufstieg schmerzhaft. Schließlich hatte ich mich die Tage zuvor keinesfalls schonen können. Doch mein Wille war stärker als die Schmerzen :evil:.

Beim Moorish Castle (das wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war) befindet sich der Ticketschalter für das Naturschutzgebiet und £ 25 pro Person wurden fällig. Der Preis beinhaltet alle Sehenswürdigkeiten und die erste folgte gleich.

Vor dem Eingang saßen die ersten Berberaffen.



Die Tunnelanlage und Geschützstellungen aus dem Zweiten Weltkrieg wurden zu einem riesigen Museum umfunktioniert und müssen mit Helm betreten werden.



The Rock ist eine mächtige Klippe. Er besteht überwiegend aus Kalkstein, zeigt aber auch Einlagerungen aus Karbonat. Diese Voraussetzungen waren ideal für den Tunnelbau und dieser begann vor über 200 Jahren durch die britische Armee.

Im Laufe der Zeit sind etwa 55 Kilometer Tunnel entstanden und der Fels ist durchlöchert. Wenn man bedenkt, dass nur 6,7 km² Fläche dafür existiert, muss das entstandene Tunnelsystem sehr verzweigt und in unterschiedlichen Höhen angelegt worden sein. Zum Vergleich dazu ist das Straßennetz von Gibraltar nur etwa halb so lang wie das Tunnelsystem.

Die Geschichte der Tunnel beginnt Ende des 18.Jahrhunderts und noch bis 1968 entstanden ständig neue Gänge. Viele Bereiche sind bis heute gesperrt, aber Besuchern ist es möglich, zwei sehr unterschiedliche zu besichtigen: Zum einen diese World War II Tunnels und dann noch die Great Siege Tunnels.
 
Zwischendurch gibt es große Belüftungsöffnungen im Felsen, die eine gute Sicht auf die Runway bieten. In den Morgenstunden sorgte EasyJet für einen regen Flugverkehr.



Hier sieht man den kleinen Airport und den North Front Friedhof mit über 750 Kriegsgräbern aus beiden Weltkriegen.



...

Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #37 am: 12. August 2026, 13:49:30 »
Unser nächstes Ziel waren die Great Siege Tunnels am Upper Rock. Das Tunnellabyrinth ist das eindrucksvollste von Menschen erdachte Verteidigungssystem.

In den schmalen Röhren stauten sich die britischen Reisegruppen und lauschten gespannt ihren an Dramatik nicht zu überbietenden Führern. Wir gingen bis zur hinteren Verteidigungsöffnung weiter. Diesen weiten Weg mit Gefälle gingen die betagten Ladies und Gentlemen nicht.



Von den Tunnels war es ein weiter Weg zur Chinesischen Mauer Charles V Wall, einer schier unendlich langen, schmalen und steilen Treppe. 

 


 
Die schmale Treppe teilt man sich mit den Affen und Schilder warnen davor, dass die aggressiv sein können.

Der Affe spürte wahrscheinlich meine Angst und ging neben mir auf der Mauer. Manchmal sprang er vor mir auf die Treppe und fauchte. Ganz ehrlich, zum Knuddeln war der nicht.

 

Ich redete immer wieder beruhigend (also um mich zu beruhigen :totlach:) auf ihn ein. Bestechungsbananen hatten wir keine im Rucksack, denn die Affen soll man nicht füttern. Der alte Knabe hatte eine große, offene Geschwulst am Bobbes und als er mich wieder anfauchte sah ich, dass er keine Zähne mehr hatte. Da tat er mir richtig leid. 

Der Hindernislauf auf der langen Treppe war aber noch nicht vorüber. Die Affen schliefen auf der Treppe oder lausten sich. Platz machten die jedenfalls nicht. Ein übermütiges Baby turnte am Geländer herum.



Außer Puste und endlich oben angekommen, erwartete uns ein besonders gechillter Affe.



Hier befindet sich auch die Wasser- und Futterstelle und deshalb halten sich die meisten Affen dort auf.

So lange die Seilbahn außer Betrieb ist (sie wird komplett erneuert), machen die Touranbieter das Geschäft ihres Lebens. Da die Kleinbusse in den engen Einbahnstraßen die meiste Zeit im Stau stehen und nicht alles angefahren werden kann, hatten wir uns schon im Vorfeld dagegen entschieden.



Vor dem Skywalk war viel los. Der Glasbalkon bietet in alle Richtungen Ausblicke.



Zudem gefiel uns bei diesen Touren nicht, dass die Berberaffen durch Futter angelockt werden und sich regelrecht auf die Kleinbusse stürzen. Sie springen zur Belustigung der Touristen teilweise ins Wageninnere. No way!



Von nun an führt die Strecke abwärts und unser nächstes Ziel war die St. Michael’s Cave.



Die natürliche Tropfsteinhöhle befindet sich in 300 m Höhe. In der Mitte befindet sich ein Konzertsaal



und die beeindruckenden Tropfsteine werden alle 7 Minuten in einer kurzen Licht- und Tonshow illuminiert.







Der Erzengel Michael ist rechts zu erkennen.



In dem angrenzenden Pub stärkten wir uns kurz mit zwei Empanadas.

Im Souvenirshop davor gibt es Eiscreme zu kaufen. Keine Ahnung, welcher Hornochse wer dem Affen ein Eis spendiert hat. Da kann man nur den Kopf schütteln.



Ein kurzer Abstecher führte uns zur schwankenden Windsor Hängebrücke.



Von der Seilbahn stehen nur noch die Stützen. Bis Ende 2027 soll die neue Bahn fertiggestellt sein.



Am Apes Den war nur die Mutter mit ihrem Baby.



Devil’s Gap Battery ist die letzte Sehenswürdigkeit in Richtung Tal.



Gut, dass uns keine Schlangen begegnet sind und schnell waren wir ohnehin nicht unterwegs.



Zurück in der Stadt, steuerten wir das erste Restaurant auf dem Weg an. Das indische Restaurant Neha war ein absoluter Glücksgriff.

Kurz nachdem wir die Grenze passierten, wurde der Durchgang gesperrt, weil sich eine Maschine der British Airways auf den Rückflug machte.



Zurück im Parkhaus wurden 22,05 € für 7 Stunden und 17 Minuten fällig.

Mit den ganzen Schlenkern und den Strecken innerhalb der Tunnels, kamen 16,6 km zu Fuß zusammen. Von den unzähligen Treppenstufen abgesehen, ging es teilweise ganz schön bergauf. Das Ganze mit meinem Ischias. Ihr könnt euch vorstellen, wie platt ich an dem Abend war.

Aufgrund des späten Mittagessens hatten wir abends keinen Hunger und setzten auch keinen Fuß mehr vor die Hoteltür. Das war ein anstrengender und für mich dazu schmerzhafter Tag, den wir keinesfalls missen möchten.

Übernachtung: AC Hotel by Marriott, Algeciras - 214,50 € für zwei Nächte inkl. Frühstück

Liebe Grüße

Ilona

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #38 am: 12. August 2026, 15:10:39 »
Hallo Ilona,
Ich glaube wir haben unseren Andalusienurlaub damals schlecht vorbereitet, denn wir waren in Gibraltar oben auf dem Felsen, aber von Tunnels die man besichtigen kann oder Tropfsteinhöhlen höre ich zum ersten Mal  ???
Wir sind damals mit der Seilbahn hochgefahren und haben die schöne Aussicht bewundert und die frechen Affen, die andern Touristen das Essen und Sonnenbrillen geklaut haben, einer ist sogar in den Andenkenshop der Seilbahn gehüpft und hat sich dort eine Schachtel Süßigkeiten gemopst. Kann also gut sein dass der Affe auf dem Bild das Eis nicht von einem Menschen bekommen hat, sondern sich das selbst organisiert hat!
So viel Kilometer mit Rückenschmerzen, nein das ist kein Spaß. Ich hatte auch solche Tage, habe dann aber Voltaren eingeworfen, dann ging es meist. Wir werden leider alle älter und da wird man meist nicht gesünder  :( ich hoffe es geht dir wieder besser.
Viele Grüße Paula

Ilona

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #39 am: 12. August 2026, 15:24:05 »
Ich glaube wir haben unseren Andalusienurlaub damals schlecht vorbereitet, denn wir waren in Gibraltar oben auf dem Felsen, aber von Tunnels die man besichtigen kann oder Tropfsteinhöhlen höre ich zum ersten Mal  ???

Ich weiß jetzt nicht, wann damals bei euch war. Vielleicht waren die Tunnels noch nicht freigegeben und die Tropfsteinhöhle noch keine Attraktion.

Wir sind damals mit der Seilbahn hochgefahren und haben die schöne Aussicht bewundert und die frechen Affen, die andern Touristen das Essen und Sonnenbrillen geklaut haben, einer ist sogar in den Andenkenshop der Seilbahn gehüpft und hat sich dort eine Schachtel Süßigkeiten gemopst. Kann also gut sein dass der Affe auf dem Bild das Eis nicht von einem Menschen bekommen hat, sondern sich das selbst organisiert hat!

Das glaube ich weniger, denn die Kühltruhe war verschlossen, als wir daran vorbeigingen. Ich tippe auf einen Tourbusfahrer, der sich köstlich darüber amüsierte. Die locken die Affen unterwegs mit Keksen an.

So viel Kilometer mit Rückenschmerzen, nein das ist kein Spaß. Ich hatte auch solche Tage, habe dann aber Voltaren eingeworfen, dann ging es meist. Wir werden leider alle älter und da wird man meist nicht gesünder  :( ich hoffe es geht dir wieder besser.

Es ist nur bedingt besser, da es sich um eine Verengung vom Spinalkanal der LWS handelt. Man kann die Schmerzen nur durch Physio lindern und die Muskulatur aufbauen. Ansonsten Infiltrationen oder eine OP, die meistens nicht viel bringt. Schmerzmittel vermeide ich, so lange es einigermaßen auszuhalten ist.
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: Andalucia y más 2026
« Antwort #40 am: 12. August 2026, 20:46:49 »
An Gibraltar ist irgendwie alles beeindruckend, dass es eigentlich in Spanien liegt (das Eta oder wie es heißt für GB braucht man aber nicht?), der Zugang über das Rollfeld, die Tunnel, die Tropfsteinhöhle, die Affen und für mich ein besonderes Highlight wäre die Aussicht. Ich bin aber dennoch etwas zweigespaltenen, ob ich mir das mal anschauen möchte, weil es so extrem touristisch ausgeschlachtet wird und außerdem hätte ich Angst, dass die Affen mir meine Brille klauen.

Auf jeden Fall sehr beeindruckend ist auch deine Leistung, soviele Kilometer mit so heftigen Rückenschmerzen zurückzulegen. Ich hoffe für dich, dass sich die Schmerzen irgendwann wieder bessern, immerhin weißt du genau, was die Schmerzen verursacht, das ist ja oft auch nicht klar.


LG Christina