Endlich habe ich Zeit gefunden mit dem versprochenen Reisebericht zu unserem Spanienurlaub 2026 zu beginnen!
Die Reise stand unter keinem guten Stern. Das Ziel Nordspanien stand schon länger fest und sobald mein Urlaub in der Arbeit genehmigt war haben wir im Januar die Flüge nach Bilbao gebucht. Kurz danach begann der Krieg der USA gegen den Iran. Ich finde es ja witzig dass die USA keinen Verteidigungsminister mehr haben sondern einen Kriegsminister und seither Kriege (wie in Russland) nicht mehr Krieg heißen sondern „Spezialoperation“. Jedenfalls hatte ich bald die Befürchtung dass unser Urlaub wegen Benzin- oder Kerosinmangels ins Wasser fallen könnte.
Zusätzlich haben sowohl Josef als auch ich mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen, ich hatte daher ehrlich gesagt nicht soviel Lust und Begeisterung wie sonst mit der Urlaubsplanung und habe das nicht so ausführlich gemacht wie sonst üblich.
Eigentlich waren wir erst eine Woche vor dem Urlaub sicher dass wir fliegen können. So könnt ihr jetzt also wirklich drei Wochen mit uns Halbinvaliden durch Nordspanien fahren, es war trotz allem letztlich ein sehr schöner Urlaub und wir haben was zu berichten
Samstag 4.Juli 2026Um halb 5 rappelte unser Wecker. Da der Flug schon um 9 Uhr ging und man ja mindestens 2 Srunden vorher am Flughafen sein muss hatten wir für halb 6 ein Taxi bestellt. Da das S-Bahn Fahren in München immer abenteuerlicher wird wegen Streckensperrungen zwecks Renovierungen und es immer öfter zu Zugausfällen kommt ist die öffentliche Anfahrt zum Flughafen für uns keine Alternative mehr und wir gönnten uns die 100 € Taxifahrt.
Diesmal war in München am Flughafen gar nichts los, wir waren in kürzester Zeit durch die Sicherheitskontrolle bei der man seit neuestem auch wieder Wasserflaschen mitnehmen darf und hatten nun ausgiebig Zeit für ein Frühstück. Zum Glück hatte ich das restliche Brot zuhause zu Käsesandwiches verarbeitet, am Flughafen wollen sie selbst für das einfachste Frühstück 19€, das ist in meinen Augen einfach unverschämt

wir haben also nur Kaffee bestellt und unsere mitgebrachten Brote gefrühstückt. Die Statue von Helmut Fischer am Flughafen war mir neu, es gibt eine an der Münchner Freiheit in dem Eiscafé wo er immer gern saß, vielleicht ist er ja auch gern geflogen?

Der Abflug war am Gate K ziemlich weit draußen, eine UBahn fährt vom Terminal dorthin. Der Wartebereich war ganz modern mit bequemen Liegesesseln. Man merkt dass wir nicht mehr viel fliegen, es hat sich einiges geändert am Münchner Flughafen. Früher gab es an den Flugsteigen wo Lufthansa abfliegt im Wartebereich immer kostenlos Kaffee am Automaten und Tageszeitungen, solche Annehmlichkeiten sind leider verschwunden. Nonstop Flüge nach Bilbao gab es aber nur von Lufthansa, ich hätte sonst woanders gebucht, bei Lufthansa habe ich immer Angst dass sie mal wieder streiken.
Der Flug war pünktlich, unterwegs gab es nur Wasser und ein Schokoladentäfelchen aber bei gut 2 Stunden Flugzeit ist das ja völlig ausreichend. Die Koffer waren schnell am Band, Josef war verdächtlich lange auf der Toilette verschwunden und hat mir dann gestanden dass er starke Prostatabeschwerden hat, aber von meinem Vorschlag den Mietwagen zu holen und dann gleich ins Hotel zu fahren und den für heute geplanten Programmpunkt zu streichen wollte er nichts wissen.
Den Mietwagen hatten wir bei Hertz über den ADAC gebucht, da war er erstaunlicherweise 200 € billiger als bei allen anderen Anbietern. Am Schalter bekamen wir einen Skoda Kodiak zugewiesen, eine Klasse größer als die gebuchte Polo-Klasse. Wir hätten lieber einen kleineren Wagen genommen, aber der größere Kofferraum war natürlich angenehm. Leider hat sich beim Fahren rausgestellt dass der Wagen sehr schlecht motorisiert war, bergauf Fahren war mühsam und Geschwindigkeitsübertretungen auf der Autobahn wären wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen. Ich weiß nicht was sich Skoda dabei gedacht hat, so einen Wagen würde doch kein Privatkunde kaufen?

Erstes geplantes Urlaubsziel war Gaztelugatxe, das ich in einigen eurer Reiseberichte gesehen hatte. Mitlerweile braucht man für den Besuch ein Permit. Es ist kostenlos aber man muss es online beantragen. Das Ausfüllen des Antrags war ein ziemlicher Kampf, ist mir erst nach mehrfachen Anläufen gelungen, irgendwie war das Reisen früher schöner als man einfach irgendwo hinfahren konnte. Wir hatten ein Ticket für 13:10 Uhr und waren um halb eins am Parkplatz angekommen. Entgegen meiner Befürchtungen war es kein Problem noch einen Parkplatz zu bekommen, auf der Webseite von Gaztelugatxe wird davor gewarnt dass man am Wochenende eventuell keinen Platz bekommt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinfahren soll. Der kostenpflichtige Parkplatz (3,5€) ist aber riesig und vermutlich bleibt da keiner länger nach dem Besuch.
Es war sehr heiß, sicher mindestens 30 Grad und wir haben uns erst mal eine eiskalte Cola an einer Imbisbude gekauft und die Toiletten aufgesucht. Am Eingang zum Weg nach Gaztelugatxe ist eine Kontrollstation wo man den Barcode auf der Reservierung scannen muss, man darf 10 Minuten vor der reservierten Uhrzeit rein und das nehmen die ganz genau: um 12:58 Uhr wurden wir nicht reingelassen, um 13 Uhr ging es dann. Zunächst geht es steil nach unten, da braucht man fitte Knie, der Weg runter ist auch meist im Schatten und dann hat man auch schon einen Blick aufs Ziel


die Steinbögen waren mir neu, wahrscheinlich hat die jemand von euch auch fotografiert und ich habe es nur vergessen.

danach beginnt der schweißtreibende Aufstieg: der Weg geht über 241 Stufen hoch, bei der Hitze wirklich anstrengend. Ich war aber technisch auf die Hitze vorbereitet: ich hatte mir für den Urlaub einen aufladbaren Ventilator gekauft den man sich um den Hals hängen kann und Luft ins Gesicht bläst - sehr angenehm. Außerdem habe ich mir ein spezielles Kühlhandtuch gekauft das man nass macht, auswringt und einmal aufschüttelt, wenn man sich das umlegt kühlt es sofort (selbst wenn das Wasser mit dem man es nass gemacht hat lauwarm ist), beide Teile kamen zum Einsatz und haben mir im Urlaub gute Dienste geleistet


zwischendurch kann man immer mal wieder stehen bleiben und das interessante Gestein bewundern



oben angekommen war natürlich viel los, Menschen überall, schwierig ein Foto ohne sie zu machen

die Kirche war leider geschlossen

wir saßen oben im Schatten mit Blick aufs Meer, es ging eine leichte Brise, sehr angenehm

zahlreiche Eidechsen die die Sonne bevorzugen

der Rückweg war leider sehr anstrengend, zunächst geht es über die Stufen nach unten,

aber das letzte Stück nach der Brücke geht genauso steil rauf wie vorher runter, ich war völlig k.o. als wir am Parkplatz zurück waren. Wir waren gegen 15 Uhr zurück. Dort gibt es ein Selbstbedienungsrestaurant wo wir uns Tortilla und kaltes Wasser besorgt haben, wir haben gerade noch einen schattigen Platz im Außenbereich gefunden.
Auf dem Weg zu unserer Unterkunft haben wir in einem Supermarkt Halt gemacht und die übliche Grundausstattung an Getränken, Obst und Knabberzeug gekauft, das Angebot war landestypisch


weiter gings zu unserer ersten Unterkunft in Mutriku, die Pension Mendi Azpi Rooms liegt am Ortsrand. Einchecken war im Voraus online zu erledigen, wir bekamen einen Code für die Außentür, innen gab es eine nicht besetzte Rezeption wo ein Umschlag mit unserem Türschlüssel lag, Personal haben wir in den beiden Tagen nicht gesehen (das Zimmer wurde aber gemacht).

das Haus liegt am Hang, unser Zimmer war im Erdgeschoss, über die drei Stufen kommt man zur Terrasse (ausgestattet mit Tisch und Stühlen, habe ich wohl vergessen zu fotografieren). Klimaanlage gab es keine, es war warm im Zimmer aber nicht übermäßig, nachts haben wir die Tür aufgelassen, dann war die Temperatur okay.


Wir haben uns eine Stunde aufs Bett gelegt, dann waren wir wieder fit fürs Abendessen.
Der Ort Mutriku liegt steil am Hang und unser Hotel lag oben, wir sind nun also immer nur bergab gegangen zunächst zur Ortsmitte wo laut Google Maps einige Lokale waren.

zum Teil gibt es sogar Aufzüge, den haben wir später beim Nachhausegehen auch benutzt.


am zentralen Platz war heute ein Konzert und alle Restaurants ausgebucht

da blieb nur noch der Hafen, da haben wir dann glücklicherweise in einem Lokal einen Tisch bekommen aber nur weil es für die Spanier zu früh war, die Reservierung an unserem Tisch war für 21:15 Uhr! Wir haben versprochen dass wir bis dahin längst wieder weg sind...ansonsten hätte es nur noch einen Imbis gegeben wo mein sein Essen hätte mitnehmen müssen.
Auf der nur spanischen Speisekarte (wir waren die einzigen Nicht-Spanier hier) standen lauter Sachen die Google translate nicht überstzen konnte, ich habe dann die angeblich örtliche Spezialität bestellt

das sah zwar gut aus, aber das Fleisch war eine Art gebratener Bauchspeck, das konnte man echt nicht essen, zum Glück war ich nicht besonders hungrig und wurde mit dem Rest satt. Das örtliche Bier schmeckte gut

Nach dem Essen sind wir noch am Hafen entlang spaziert. Auf Google Maps hatte man ein Meeresschwimmbad gesehen das wollte ich mir gern anschauen

auf dem Bild schaut es ja ganz gut aus, aber das Wasser war nicht sauber, hier hätte ich nicht schwimmen wollen, ich war etwas enttäuscht. Ich hätte mir das schön vorgestellt abends noch zum Baden zu gehen, die Spanier hat das aber nicht abgehalten. Das haben wir im weiteren Verlauf im Urlaub immer wieder gesehen: Spanier baden auch im Hafenbecken (auch wenn es kein extra Schwimmbecken gibt).
Katzen gab es hier in Massen

Von der hohen Hafenmauer hat man einen guten Blick auf den Ort, es wurde nur schon langsam dunkel.

das Stück Strand das man am Bild sieht war leider auch nicht sauberer
dann mußten wir den ganzen Weg auch wieder zurück laufen und das ganze steil nach oben. Das war mir bei der Planung der Reise nicht bewußt gewesen wie oft die Orte am Steilhang liegen, auf google maps sieht es immer ganz flach aus

um 22 Uhr waren wir wieder im Zimmer haben schnell noch geduscht und sind ins Bett, ich war platt. Ich werde alt...
Unterkunft: Pension Mendi Azpi Rooms, Mutriku (gebucht bei booking.com), 254 €
unsere Route: