Donnerstag 9. Juli 2026Heute konnten wir in Ruhe ausschlafen. Erstens gab es erst um 8:30 Uhr Frühstück und außerdem hatten wir zwei von drei Tagespunkten bereits gestern absolviert (die beiden Strände) und hatten also gar keinen großen Plan.
Frühstücken konnte man draußen auf der Terrasse, aber Spanier bevorzugen wohl wie Amis die innenräume, wir waren die einzigen die sich nach draußen setzten, wir waren auch wieder die einzigen Deutschen. Das Frühstück war okay, aber für den Preis hätte ich mehr erwartet, es gab weder Eier noch Gemüse, dafür aber Tortilla und sehr guten Schinken und Käse und diverse Kuchen. Also eher das was Spanier frühstücken. Was ich etwas frech fand war die Kaffeemaschine in der Rezeption: da hätte man außerhalb der Frühstückszeiten 1 € für einen Kaffee bezahlen sollen. Also bei 180 € pro Nacht würde ich jetzt schon erwarten dass das im Preis inbegriffen ist. Zum Glück haben wir ja immer einen Tauschsieder und Tassen dabei und löslicher Kaffee gehört immer zum ersten Einkauf im Urlaub.
Heute habe ich auch dran gedacht Fotos vom Hotel zu machen
unser Zimmer:

Balkon

Blick in den Garten

Blick vom Garten aufs Hotel, ich weiß nicht mehr welcher Balkon userer war.

Wie man sieht war es komplett bewölkt, das sollte den ganzen Tag so bleiben, es war ca 25 Grad und leider sehr schwül.
Nach dem Frühstück mußten wir zunächst noch ein paar Sachen einkaufen. Ich habe einen Supermarkt (Supermercados Dia) in der Nähe des Hafens rausgesucht wo ein großer Parkplatz ist. Wir haben gerade noch so einen Parkplatz bekommen

, der Supermarkt war leider nicht besonders gut sortiert, ich habe wieder keine Haferflocken gefunden. Das ist mir im Urlaub öfter aufgefallen dass die AUswahl in den Geschäften doch ziemlich beschränkt ist, da sind deutsche Supermärkte ein Paradies dagegen (außer beim Angebot von Schinken, Chorizo und frischem Fisch. Ansonsten ist in Deutschland die Auswahl um Klassen besser).
Anschließend sind wir auf den Parkplatz vor Llames gefahren, Ziel waren heute die Buffones de Pria. Der Weg ist auf der Karte mit dicken schwarzen Punkten idiotensicher eingetragen

und eine Beschreibung und schöne Fotos was man zu erwarten hat gab es auch

So sah es dann in der Realität aus:

Völlig überlaufen

und weil es absolut windstill war und keinerlei Wellen gab es auch an den blowholes nichts zu sehen. Das war auch im Wanderführer so beschrieben. Wahrscheinlich kommt man am besten im Winter bei stürmischer See. Man sieht auch nix wenn man in so ein Loch reinschaut (man sieht nur schwarz, vermutlich sind sie zu tief)

Es gibt da mehrere solcher Löcher und mit Wandersandalen war auf den Felsen sehr schwer zu gehen, mir war heute außerdem schwindelig, ich vertrage wohl die Schwüle nicht. Ich habe mich an einer geeigneten Stelle hingesetzt und in eine Richtung geschaut wo nicht so viele Leute unterwegs waren und habe Josef die restlichen Löcher erkunden lassen (da sah es natürlich genau gleich aus)

er war nach 20 Minuten wieder zurück und dann haben wir überlegt was wir mit dem restlichen Tag anfangen. Josef hatte die Beschreibung eines Spaziergangs gelesen, die ein Spanier hier immer mit seinem Hund macht und mangels besserer Alternativen (so richtig Badewetter war auch nicht) haben wir uns diesen Weg vorgenommen. Das sollte auch mit meinem schwachen Kreislauf zu machen sein. Ich habe versucht die Route auf Google Maps nachzuzeichnen, das müßte ungefähr hinkommen:
dazu sind wir aber erst zum Parkplatz zurück gegangen wo ich meine Sandalen gegen die Wanderschuhe getauscht habe. Der Trick bei dieser Route ist dass man den Fluß der hier ins Meer fließt durchqueren muss was nur bei Ebbe geht. Auf der Karte ist das bei dem roten Punkt "Guadamia Beach", am nächsten Foto sieht man die Treppe auf der gegenüberliegenden Seite (etwas verdeckt ungefähr in der Bildmitte). Im Moment stand das Wasser zu hoch, wir haben gehofft dass es genügend gefallen ist bis wir dahin kommen (sonst müßte man eben den gleichen Weg zurück gehen)

aber zunächst geht der Weg ja erst mal weg von der Küste ins Hinterland. Es war eine schmale Strasse die man auch hätte fahren können. Uns sind unterwegs aber keinerlei Menschen und nur ein oder zwei Autos begegnet.

ein Teil des Weges ist Jacobsweg (Pilgerweg nach Santiago de Compostela)

und auf eine alte Römerbrücke sind wir auch gestoßen. Vorher sind wir einmal in einer Sackgasse an einem Bach gelandet. Diesen überquerten wir hier. Die Wegbeschreibung war halt nur so ungefähr, Google Maps hat unterwegs sehr geholfen.

in der Landschaft verstreut standen ein paar sehr schöne Häuser, meist hinter hohen Mauern, hier wohnen bestimmt keine Armen. An einem Anwesen stach dieser historische Speicher raus


wieder mal sehr viel Farn

und schließlich sogar ein Stück Eukalyptuswald

und dann waren wir an der Treppe angelangt die wir runter zum Fluss gehen müßten. Da war übrigens auch ein kleiner Parkplatz wo drei Autos Platz hatten. Vor uns ging eine Familie runter, wir konnten sehen wie sie bis zum Hintern im Wasser die Taschen über den Kopf haltend durchs Wasser rüber zum Strand gegangen sind, also für uns noch nicht niedrig genug. Wir hatten keine Badesachen dabei.

wir sind erst mal die Strasse weitergegangen von wo aus man einen schöne Blick auf die Bucht hat

die Strasse endet an einem Parkplatz. Ich habe extra das Schild fotografiert, damit ich später noch weiß wo wir gelandet sind.


von dieser Recreation area wußten wir nichts, da sind wir ja mehr zufällig gelandet.
Der Parkplatz ist zwar klein, aber dahinter erstreckt sich eine riesige Hochebene, die wunderbar für Besucher hergerichtet ist.

schön verstreut stehen da Tische und Bänke jeweils mit einem Mülleimer und einem gemauerten Grill ausgestattet (und immer weit genug weg vom nächsten Tisch so dass man völlig ungestört dort sitzen kann). Die wenigen Leute die hier oben waren haben sich in der weiten Landschaft verloren, wir hatten das Gefühl wir haben das alles für uns allein


und davor dann der Blick auf die bizarre Felsenküste


ein Paradies für Fotografen


die Felsen haben extrem scharfe Kanten, man muss sehr aufpassen wo man hintritt, Josef hat sich einen fetten Kratzer in einer Wade zugezogen. Gut dass wir unsere Wanderschuhe angezogen haben, die Sandalen wären hier nicht geeignet.

wir sind überall rumgelaufen und haben Fotos gemacht.


Und nach einer Weile haben wir uns an einen der Tische gesetzt und die mitgebrachten Äpfel verzehrt. Dabei ist uns dieses Paar aufgefallen über das wir uns so amüsiert haben, diese Szene (der Mann trägt die beiden Stühle) haben wir in Spanien ständig gesehen.

die beiden verschwanden hoch oben auf der Klippe, wir hatten gar keinen Weg gesehen der da rauf führt und haben den Weg dann gesucht und gefunden. Ich glaube ohne die beiden wären wir nicht auf die Idee gekommen.

dort wurde es dann noch viel interessanter, denn hier gab es Löcher wie morgens an den Buffones, aber hier hat man bis aufs Wasser gesehen. Wie faszinierend






schließlich war ich nah genug bei Ihnen dass ich hören konnte wie sie miteinander gesprochen haben: das waren Deutsche! Wahrscheinlich sind sie schon lange hier da sie die spanischen Gewohnheiten wo prinzipiell immer der Mann die Stühle trägt angenommen haben


es gibt Spalten die sich tief in die Klippe einschneiden und man muss weit drumrumlaufen um auf die andere Seite zu kommen

dahinten sind zwei Männer beim Angeln, wir haben sie gefragt: sie angeln hier regelmäßig und meistens fangen sie was (heute hatten sie noch nix vorzuweisen)

noch mehr Löcher


wieder mit Blick bis zum Wasser

okay, die restlichen 100 Felsenfotos erspare ich euch. Ich denke unsere Begeisterung für die Landschaft hier ist rübergekommen
eigentlich war es vom Wetter auch besser als es auf den Bildern ausschaut, trüb war es nur wenn man Richtung Landesinnere schaute und es war angenehm warm. Als wir uns sattgesehen hatten sind wir zur der Treppe zurück gekehrt und jetzt war das Wasser nur noch wadenhoch, wir haben also die Schuhe ausgezogen und sind durchs Wasser an den Strand gewatet.

unten hat uns die nächste Überraschung erwartet: hier mündet ja ein Fluß ins Meer und bei Ebbe fällt auch hier das Wasser total ab, man kann ins Flussbett reinlaufen:

total klasse hier!

je weiter man ins Flußbett reinläuft umso steiniger wird es und die grün bewachsenen Steine sind total glitschig, irgendwann kommt man nicht mehr weiter

ich bin noch nie in einen Fluss reingelaufen der ins Meer fließt


und dann ist da ja uch noch die Meeresbucht in die man bei Ebbe auch reinwandern kann



in den Uferklippen schienen da ähnliche Höhlen zu sein wie gestern am Playa Cuevas del Mar
Blick von weiter oben auf die Meeresbucht, von links kommt der Fluß rein.

Hier waren natürlich wie immer Duschen, so dass wir den Sand von den Füßen waschen konnten!
Völlig begeistert von unsrer Tour und richtig hungrig sind wir gleich hier oben im Restaurant El Rancho de Nacho eingekehrt wo wir Kaffee, Wasser und eine Käseplatte geordert haben

was für ein toller Tag! Völlig unerwartete Highlights, manchmal muss man sich einfach überraschen lassen. Das ist jetzt neben dem Strand von Liencres der nächste Ort wo ich gern mal wieder hinfahren möchte
Wir sind dann ins Hotel zurück gefahren und haben noch eine Weile im geheizten Pool verbracht und gemütlich auf den Liegen.
Zu Abend gegessen haben wir Restaurant La Portiella, gleich gegenüber vom Restaurant gestern Abend. Wir suchten uns einen Platz im großen Biergarten mit Blick aufs Meer

und heute stand der Cider auf der Karte den wir in Asiegu nicht probieren konnten. Er schmeckt leider nicht so gut wie Cidre in Frankreich. Aber die Einheimischen machen eine ziemliche Show um das Zeug: der Profi nimmt die Flasche in die rechte Hand uns hebt sie so hoch er kann, das Glas in der anderen Hand wird so tief gehalten wie möglich und dann wird aus der Flasche ins Glas eingeschenkt (das Glas in Armspannweite von der Flasche weg) und dabei darf man natürlich nichts verschütten. Diese Technik haben sowohl die Kellner als auch einzelne Gäste beherrscht. Also ein Bayer kann eine Flasche Weissbier in einem Zug in ein Weissbierglas füllen ohne dass es überschäumt, aber diese Technik hier ist deutlich kunstvoller


das Essen war deftig und lecker (wieder eine Fabela)

und der Cheesecake kam diesmal im Glas, nicht schlecht aber kein Vergleich zum ersten

Übernachtung: wie gestern
die heutige Route: