Sonntag 12.Juli 2026heute hat uns der Wecker aus dem Bett geworfen, wir bereiteten unser Käsebaguette und Kaffee zu, die Koffer hatten wir größtenteils schon gestern Abend gepackt und so haben wir es wie geplant geschafft um 8 Uhr loszufahren zum Kathedralenstrand und kamen um kurz nach 9 Uhr am Parkplatz an, der wirklich große Parkplatz war schon fast voll

Für den Besuch braucht man ein Ticket, das muss man online beantragen, es kostet nichts aber die Zahl der Besucher pro Tag ist begrenzt, drum hatten wir das schon vor Wochen erledigt. Zum Strand ist eine gemauerte Rampe gebaut (die alten Holzstege waren gesperrt) und am Zugang werden die Tickets kontrolliert. Sie sind den ganzen Tag gültig, man kann also erst mal mit Kameraausrüstung runter und sie anschließend am Auto gegen Badeklamotten tauschen (so unser Plan).
Am Strand ging der Punk ab

das kann man sich nicht vorstellen. Da standen echt sogar geführte Gruppen wie in einer Ausstellung in einem Museum, ich dachte ich seh nicht richtig. Was erzählt so ein Guide? Hier sehen sie die Felsen? Und was die Natur sich dabei gedacht hat ?

Alle anderen, die nicht brav um einen Guide im Pulk im Weg rumstanden, sind vor den Felsen auf und abgehüpft, weil das braucht man ja für seine Selfies

Ich denke ihr versteht wie begeistert ich war...
am Anfang ist es manchmal noch gelungen Fotos mit weniger Menschen zu machen




es gibt ein paar kleinere Höhlen (nicht so groß wie an dem Höhlenstrand den wir schon besucht hatten)


und hier hätte ich gern den wirklich schönen Felsbogen ohne Leute fotografiert, war schlicht nicht möglich


hier seht ihr Josefs Ergebnis seiner Fotobearbeitung mit Lightroom - er hat Mensch und Schatten aus dem Bild entfernt. Ich hätte es auch gern live so erlebt. Ich weiß nicht wie die offiziellen Fotos von diesem Strand gemacht werden, entweder sind die auch alle so bearbeitet oder der Strand wird stundenweise gesperrt.

ich bin dann öfter mal weg von den Hauptmotiven gegangen, z.B. Richtung Wasser, da waren auch interessante Felsen. Das Meer war ziemlich wild, es hat kaum jemand gebadet und hier gab es auch kein Baywatch (Duschen waren aber vorhanden)

in der Höhle war ich ausnahmsweise allein

und dann habe ich versucht die Hauptattraktionen zu fotografieren: die hohen Bögen die man immer auf den offiziellen Fotos sieht

das war nicht nur wegen der Leute schwierig sondern auch wegen des Sonnenstandes. Aber man muss hier bei Ebbe kommen, sobald das Wasser steigt kommt man zu bestimmten Felsen nicht mehr hin, das geht rasend schnell. Bis Mittags warten war also keine Option. Außerdem sind uns die Leute wirklich auf die Nerven gegangen. Einer stand in einem weißen Anzug am Strand und hat Modefotos von sich gemacht, wie affig kann man sein?


Die Entenmuscheln waren interessant, die haben wir hier zum ersten Mal gesehen, das ist ja eine Delikatesse

Zum baden war es auch nicht gut geeignet und so sind wir nach anderthalb Stunden -doch etwas ernüchtert und enttäuscht- wieder gegangen. Mir war ja klar dass wir da nicht allein sein würden, aber so einen Auflauf hatte ich nicht erwartet. Außerdem sahen die Felsen in Natura lang nicht so toll aus wie auf den Fotos. Ganz ehrlich: hier würde ich nicht mehr hingehen.
Beim Parkplatz war ein Selbstbedienungsrestaurant, dort ist die einzige Toilette, da stand ich dann in der Schlange, Josef hat derweil zwei Kaffee besorgt (Pappbecher) und 2 Kuchen (in Plastik eingepackt), naja, immerhin war schönstes Wetter und wir saßen in der Sonne
Vom Parkplatz aus konnte man ein Stück über den ehemaligen Bohlenweg gehen, da war himmlische Ruhe weil die Abgänge nach unten gesperrt waren (bei Strafandrohung von 5000 € bei Verstoß)


der Nachbarstrand schaut eigentlich auch sehr schön aus, vielleicht sollte man einfach dorthin fahren

Eigentlich hatten wir hier ja einen längeren Aufenthalt geplant und wir hatten auch noch bis A Coruna zu fahren wo wir die beiden nächsten Tage übernachten würden, aber Josef hatte noch eine kurze Wanderung auf seiner Liste die auf dem Weg lag. Und so sind wir dann zum Aparcadoiro do Fuciño do Porco gefahren.
Das letzte Stück zum Parkplatz war eine ziemlich abenteuerliche, schmale Schotterpiste, und hätte da nicht ausdrücklich ein Hinweisschild auf einen Parkplatz gestanden wären wir da bestimmt nicht reingefahren. Wir kamen auf einen überraschend großen Parkplatz, am Eingang ein Kassenhäuschen und der junge Mann wollte 3 € von uns und ein Ticket. Äh wie? Ja, im Juli und August braucht man hier eine Reservierung

zum Glück sprach er englisch und weil heute noch nicht viel los war (der Parkplatz war wirklich nicht mal halb voll) und wir ja ahnungslose Ausländer sind hat er uns ausnahmsweise ohne Reservierung reingelassen

ich muss echt sagen, die Spanier sind nett. Das ist uns öfter so ergangen dass die Leute sich gefreut haben wenn ausländische Besucher gekommen sind und dann haben sie sich extra bemüht. Das war wahrscheinlich früher in den Zeiten vor dem Massentourismus auch anderswo so. In Nordspanien ist man als Nichtspanier ein gern gesehener Exot

vom Parkplatz aus geht man ein Stück durch einen Eukalyptuswald (bzw. eine Eukalyptusplantage, die standen da in Reih und Glied und in unterschiedlichen Größen)

mitlerweile haben wir Eukalyptusbäume in allen Entwicklungsstufen gesehen und haben die auch schon von weitem als solche erkannt. In der ersten Woche fanden wir das noch interessant. In der zweiten Woche sind wir dann mal einen Tag durchs Hinterland gefahren und haben die ganze Zeit nichts anderes als Eukalyptusplantagen gesehen, da fanden wir es dann nur noch schrecklich. So ähnlich wie wenn man in Bayern in manchen Gegenden nur noch Maisfelder sieht

Mangels Vorbereitung hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung wo wir hingehen, Josef hatte auch schon mehr oder weniger vergessen warum er das rausgesucht hatte, hier ging es dann los:

die Liberty Bell hat jemand geklaut...
es standen etliche Schilder hier zu Fauna und Flora, wir befinden uns in einem Naturschutzgebiet. Und ähnlich wie in Gaztelugatxe gibt es hier einen Weg zu einem Felsen im Meer (eigentlich sind es 2 Kuppen über die der Weg geht), ich habe zu wenig Fotos gemacht, das hier ist das einzige Überblicksbild (ist mir jemand reingelaufen)

schönere Bilder findet ihr unter
https://www.puntafucinodoporco.gal/en/hier geht es also erst rauf, dann runter

dann rüber

und dann wieder rauf

und die ganze Zeit hat man die schönsten Ausblicke. Es war warm aber nicht so heiß wie am ersten Urlaubstag in Gaztelugatxe und wir haben es absolut genossen


ich habe viel zu wenig Fotos gemacht! Die Farben waren einfach traumhaft

hier waren wir. Zuhause hätte ich gar nicht mehr gewußt wo wir eigentlich waren, drum lasse ich dieses Foto mal drin, vielleicht hilft es euch bei der Einordnung des Ortes



der Weg war bis dahin gut zu gehen und gesichert, also auch für Leute wie mich geeignet.

Das letzte Stück Weg nach unten war aber ohne Geländer und da ich eh kein Interesse an Leuchttürmen habe, habe ich Josef allein da runter gehen lassen.

Den Leuchtturm kann man nicht besichtigen. Es geht auf dem selben Weg wieder zurück. Wir haben insgesamt eineinviertel Stunden für den Weg gebraucht und abgesehen davon dass man Stufen gehen muss ist er völlig einfach und für jedes Schuhwerk geeignet.
Das war das Highlight des Tages! Völlig unerwartet

Auf der Fahrt zu diesem Parkplatz waren wir ganz kurz davor an einem traumhaften Strand vorbei gefahren und wir hatten für heute ja eh ein Bad einplant. So sind wir also zum Strand von Abrela gefahren

dummerweise war der Parkplatz komplett überfüllt. Es gab aber neben dem Strandrestaurant einen kleinen Rasenparkplatz wo noch ein paar Plätze frei waren. Ein kleines Schild wieß den Platz als Privatparkplatz aus. Zum Glück verstehen wir kein spanisch

es war 14:30 Uhr, das Restaurant war brechend voll und wir haben einfach mal angenommen dass alle Leute die Sonntag hier zum essen wollten bereits hier waren und die Kontrolleure hoffentlich auch beim Essen sind

wir wollten ja auch nur eine Stunde bleiben und haben es riskiert (eine Stunde später stand das Auto noch da und ohne Strafzettel

)
das ist ein wunderschöner Badestrand

und da lagen wir nun


so waren wir erholt für die letzte Strecke nach A Coruna. Josef wollte noch einen Abstecher zum Cabo Ortegal machen. Auf der Fahrt dorthin mußten wir durch einen kleinen Ort auf schmalen Straßen fahren, an einer Stelle auf einer ganz steilen Strasse mußten wir sogar einem Elektrorollstuhl ausweichen, das war abenteuerlich. Außerhalb des Ortes wurde die Strasse eher noch steiler und sehr abschüssig und keine Leitplanken, ich war kurz vor einer Panik und heilfroh als ich am Parkplatz aussteigen konnte.
Die Strasse endet am Parkplatz direkt an einem Leuchtturm


da oben ging extremer Wind. Und es war extrem abschüssig, so gar nicht mein Geschmack. Josef hats gefallen



ich bin lieber zum Parkplatz zurück und habe die Ziege beim klettern bewundert

ich war heilfroh als wir wieder auf der Autobahn waren. Für solche Kaps bin ich nicht geeignet. Jetzt mußten wir ja noch nach bis A Coruna fahren. Damit haben wir Galizien schon großteils durchquert und uns ist aufgefallen dass es hier deutlich ärmer aussieht als in Asturien zum Beispiel. Man sieht öfter verfallene oder nicht fertig gebaute Häuser. Nach 1,5 Stunden Fahrt, zum Schluss mit öfter Verfahren im unübersichtlichen dichten Verkehr mitten durch die Stadt sind wir schließlich im Hotel Aparthotel Attica21 As Galeras angekommen. Ohne Navi hätten wir das nie gefunden. Es gab nirgends Strassenschilder! Darauf haben wir bisher nicht geachtet, aber es scheint in Spanien nicht die Regel zu sein, dass es überall Strassenschilder gibt.
Das Hotel lag am Stadtrand und hatte einen großen Parkplatz. Wir bekamen ein schönes großes Zimmer, das über eine kleine Küche verfügte (Fotos am nächsten Tag).
Es war schon spät und eine Strasse weiter gab es ein Sushirestaurant. Wir essen ja gern asiatisch und haben zum Glück einen Tisch bekommen, es war gut besucht (aber wieder nur von Spaniern, wir waren wieder die einzigen Ausländer, es gab keine asiatisch aussehenden Gäste). Der Kellner, ein ca 40-jähriger Spanier sprach kein Wort englisch und hat uns die ganze Zeit auf spanisch zugetextet. Für das Sushi gab es Fotokarten, so war die Bestellung kein Problem und Bier, Wein und Wasser können wir auf spanisch bestellen.

danach hatte ich aber noch Hunger und wollte eine Nachspeise bestellen, also haben wir den Kellner beigewunken und nach postres gefragt. Daraufhin hat er uns quietschvergnügt auf spanisch zugetextet. Der Typ war einfach urkomisch, er hat ja mitbekommen dass wir Ausländer sind und praktisch kein spanisch können, das hat ihn nicht gestört, er hat uns bestens gelaunt konsequent nur auf spanisch angesprochen. Auf meinen verständnislosen Blick hin hat er den ganzen Sermon wiederholt und diesmal konnte ich 2 Worte identifizieren: Schokolade und Pavlowa. Nachdem ich auf was schokoladiges keine Lust hatte, habe ich im Brustton der Überzeugung Pavlowa bestellt

, der Kellner ist mit einem Kopfnicken abgezogen
unbekanntes Zeug bestellen macht mir irgendwie Spaß

seht her was ich bekam:

das ist ein weiches Baiser, mit Sahne gefüllt und darüber Erdbeerkompott, super lecker (und dabei mag ich Baisers sonst gar nicht)! Auf der Rechnung stand "Pavlowa deconstructa", das scheint ein feststehender Begriff zu sein, Chatgpt kannte es jedenfalls. Man lernt doch nie aus

Fun Fact: später im Hotel hat Josef den Reiseordner aufgeräumt und dabei festgestellt dass wir sogar eine Reservierung für die Wanderung am Fuciño do Porco hatten, die hatte Josef ausgedruckt im Ordner und völlig vergessen

Unterkunft: Aparthotel Attica21 As Galeras, La Coruna (gebucht bei booking.com), 223,16 € für 2 Nächte ohne Frühstück
die heutige Route: