23. Juni Weiter ins Land der Samen Leider ist das Wetter nicht mehr ganz so schön wie gestern Nachmittag. Der Kurs für die Weiterreise ist immer noch Nordnordwest. Das nächste Ziel ist nur eine gute Stunde entfernt, doch ein wichtiger Stopp zwischen drin darf nicht verpasst werden.

Natürlich weisen Schilder rechtzeitig genug auf den Parkplatz hin.

Wir lernen: der Polarkreis ist keine feste Linie sondern mehr eine Zone. Lange hell war es die letzten Tage ja schon, ab jetzt wird es wohl erstmal nicht mehr dunkel nachts. Es sei denn durch finstere Regenwolken.
Von dort nach Jokkmokk ist es dann nur ein Katzensprung. Hier am See Talvatissjön schlugen regelmäßig Sámi, das indigene halbnomadische Volk Nordskandinaviens, ihr Winterquartier auf. Auf Beschluss des damaligen Königs wurde dort 1605 ein "Marktplatz" eingerichtet. Er wollte besser mit dem Urvolk handeln, außerdem natürlich sie missionieren - eine Kirche folgte - und Steuern eintreiben. Seitdem findet der Wintermarkt in Jokkmokk traditionell jedes Jahr am ersten Donnerstag, Freitag und Samstag im Februar statt.
Nach einem Einkaufsstopp beim ICA Supermarkt fahren wir zum
Ájtte Fjäll und Sámi Museum. Das bietet spannende Einblicke in die Natur Lapplands sowie in die Kultur und Geschichte der Samen. Wir bekommen eine Mappe mit der deutschen Übersetzung der Erklärungen dazu, Audioguides gibt es in schwedisch und englisch.
Die Räumlichkeiten sind wie eine Rentierkoppel angelegt: ein langer Gang führt zum Zentrum der Ausstellung. Dort begegnen uns die Leute, die hier lebten seit das Land eisfrei ist. Vom Sammler und Fischer über Jäger und Siedler zu Waldarbeitern und modernen Rentierzüchtern.

Weiter kommen wir durch Öffnungen in die verschiedenen Ausstellungen (die Gehege). Die über die Eiszeiten, Natur, Flora und Fauna schauen wir eher flüchtig an.


die Vogelwelt

Hergekommen sind wir schließlich, um etwas über die Lebensweise der Samen damals und heute zu erfahren.

Wir sind ständig unterwegs – auf der Suche nach Essen und Wasser, nach Wärme und Schutz.
(aus der Begleitmappe)
Skier und Boote waren dafür unerlässlich. Wir sehen ältere Modelle ebenso wie die Folgen der Motorisierung im 20. Jahrhundert. Eisenbahn durch die Sumpfgebiete, Autos auf geräumten Straßen, Schneemobile und Flugplätze dort, wo die Straßen enden. Neben Vitrinen mit Ausstellungsstücken und Dioramen gibt es auch einiges an Filmmaterial. Hier z.B. über das Flößen von Baumstämmen zum Sägewerk mittels Kanu


Wohnzelt

Wir sehen etliche alte, kunstfertige Trommeln. Diese spielten im Glauben der Samen eine große Rolle. Mit ihrer Hilfe sollten sie in geistige Welten reisen, dort Hilfe erbitten und in die Zukunft schauen können. (erstes Bild)

weitere (moderne) Kunstwerke

Trachten, Messer und Handarbeiten
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der vielen Exponate dort. Ich fand das alles ausgesprochen interessant.
Einen Shop gibt es natürlich auch. Waren interessante Sachen - besonders Kunsthandwerk - dabei, die wir aber doch dort gelassen habe
Kleine Pause ...