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Tolle Bücher - was habt ihr gerade gelesen?

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Flicka:
Da ich gerade selbst mal wieder auf der Suche nach neuer oder alter Urlaubslektüre bin und meinen Bücherschrank nach liebgewonnen Schätzen durchsucht habe, ist mir ein spannendes Sachbuch in die Hände gefallen, dass ich euch gerne empfehlen möchte:

635 Tage im Eis - Die Shackleton-Expedition von Alfred Lansing
erschienen als Taschenbuch bei Goldmann

Von der Shackleton-Expedition wusste ich wenig, bevor ich dieses Buch gelesen habe. Geplant war eine Antarktisdurchquerung im "Winterhalbjahr" 1914/1915, doch es kam anders, und letztlich verbrachte die Mannschaft des Schiffes "Endurance" die im Buchtitel genannten 635 Tage im Eis, nebst Hundegespannen und blindem Passagier. Teilweise ist es unfassbar, welchen Widrigkeiten die Mannschaft trotzen konnte. Trotzdem ist der Erzählton nie effekthascherisch oder pathetisch, und kleine Widrigkeiten oder die erstaunlich kreativen Versuche der Mannschaft, Abwechslung in die eintönigen Tage zu bringen, werden durchaus mit einem Augenzwinkern geschildert. Sehr schön sind die auch im Taschenbuch vorhandenen Originalfotos von Schiff und Mannschaft.

Ich habe das Buch zum erstenmal im Sommerurlaub bei ca. 30 Grad im Schatten gelesen und kann mich erinnern, trotzdem mit der Mannschaft zumindest ein wenig mitgefröstelt zu haben.  ;) Sicher keine Neuerscheinung, aber ein packendes Buch, und das auch durchaus noch beim zweiten Lesen.

Paula:
Flicka kennst du "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Stan Nadolny? Das behandelt nahezu das gleiche Thema in Romanform. Absolut fantastisch und eins meiner Lieblingsbücher!

Flicka:
Das klingt gut und wird heute noch auf meinen Kindle geladen. Bin mal gespannt, ob sich das Polareis als ähnlich erbarmungslos erweist wie das Südpolarmeer.  ;) Danke für den Tipp, Paula!

Andrea:
Da habe ich es mal wieder geschafft ein Buch zu lesen. 301 Seiten an drei Nachmittagen auf der Terrasse. Dabei handelt es sich um "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann.

Ich habe das Buch zum Geburtstag bekommen (im Februar!) und nun endlich gelesen. Dabei geht es um die beiden Wissenschaftler C.F. Gauß und A. v. Humboldt. Aber es ist kein Sachbuch, sondern ein Roman. Leicht zu lesen und ständig schämte ich meiner schlechten Bildung, weil ich gar nicht wusste, ob das Gelesene nun reine Erfindung war oder historisch belegt ist. Nun, vieles ist sicher biographisch (ich habe mal bei Wikipedia quer gelesen) und anderes mit Sicherheit erfunden. Auf jeden Fall sind mir die beiden Herren im Laufe des Romans sehr unsympathisch geworden... Ist aber nicht schlimm, denn interessant war das Ganze schon und hat mich zumindest dazu animiert mal nachzuschauen, wer die beiden wirklich waren und welche bedeutsamen Entdeckungen sie gemacht haben. Von Gauß wusste ich ja bereits einiges, von v. Humboldt dann schon fast nichts  :verlegen:

Flicka:
Das Buch habe ich auch gelesen und eigentlich sehr gerne gelesen. Ich habe mir aber hinterher die Biographien der portraitierten Hauptfiguren etwas näher angeschaut und war dann doch im Nachhinein ziemlich enttäuscht vom Buch. Natürlich kann man einiges in die Lebensgeschichten der porträtierten Hauptdarsteller hinein interpretieren, aber ich hatte den Eindruck, dass das Buch schlecht recherchiert war. So trottelig und lebensuntüchtig wie im Buch dargestellt können beide kaum gewesen sein.

Merkwürdigerweise sind mir die die beiden Herren - oder zumindest ihre Fiktion -  im Buch trotzdem irgendwie sympatisch geworden. Die Vorstellung, dass Humboldts Reisebegleiter in Südamerika mit den dortigen Damen sexuell verkehrte, Humboldt aber eine empirische Studie über die Anzahl der bei den Damen vorgefundenen Läuse durchführte, fand ich durchaus komisch.  :)

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