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Tolle Bücher - was habt ihr gerade gelesen?

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nordlicht:

--- Zitat von: Andrea am 09. November 2014, 20:26:11 ---Wieder einmal habe ich ein Buch beendet: Fermats letzter Satz von Simon Singh. Der Autor kommt euch bekannt vor? J

--- Ende Zitat ---
Du stellst hier lauter Bücher vor, die ich auch gerne gelesen habe. Was mich an "Fermats letzer Satz" beeindruckt hat, wie Simon Singh es schafft anspruchsvolle Mathematik so vorzustellen dass es auch einem interessierten Nicht-Mathematiker zugänglich wird. Das ist eine Gabe, die man in der Mathematik und den Naturwissenschaften leider nur sehr sehr selten findet.


Vielleicht interessiert Euch ein Buch mit Amerika-Bezug was ich gerne gelesen habe. Ich habe eine leichte Macke was Atlanten und Karten angeht, da kann ich mich stundenlang mit beschäftigen und daher habe ich letztes Jahr zu Weihnachten "How the States got their Shapes" von Mark Stein bekommen (leider nur auf Englisch erhältlich). Wie der Name schon sagt werden in dem Buch zu jedem Staat der USA die Geschichten und Hintergründe erklärt wie sie zu ihren heutigen Grenzen kamen. Da sind einige tolle Sachen dabei.
Ich will hier nur mal meine Lieblingsgeschichte vorstellen: Der Hudson River war vom englischen König als Grenze zwischen New York und New Jersey festgelegt, aber die entsprechende Formulierung im Dokument wurde von New York so ausgelegt, dass das Westufer des Flusses die Grenze ist, während New Jersey auf der Flussmitte bestand. Beide verbanden damit handfeste Interessen: das Westufer hätte bedeutet das jegliche Docks und Hafenanlangen im Fluss auf der New Jersey-Seite automatisch zu New York gehören würden inkl. der Steuereinnahmen daraus. Die Flussmitte hätte den New Yorker Stadtteil Staten Island und auch die kleinen Inseln im Hafen wie Ellis Isalnd und das spätere Liberty Island zu New Jersey gehören lassen.
Es wurde ein Kompromiss gefunden: für alles was unter dem Wasser ist, ist die Grenze die Flussmitte, für alles über dem Wasser das Westufer, d.h. New Jersey kann einen eigenen Hafen bauen und New York behält seine Inseln.
Wo die ganze Sache witzig wird ist als New Jersey 1998 New York verklagte. Da Ellis Island über die Jahre durch Aufschüttungen immer weiter vergrössert wurde behauptete New Jersey, dass New York das zusätzlich gewonnene Land von New Jersey "gestohlen" hätte und dass der grösste Teil von Ellis Island daher nicht wie bisher zu New York gehören würde sondern rechtmässig ein Teil von New Jersey wäre, da es bei Grenzfestsetzung unter Wasser lag. In Anbetracht der Rivalität der beiden Staaten ist das vergleichbar als ob Düsseldorf einen Anspruch auf einen Teil der Kölner Domplatte erheben würde und Rudy Giuliani der damalige Bürgermeister von New York kommentierte das ganze auch so, dass seine Grosseltern bestimmt nicht in die USA ausgewandert wären, um nach New Jersey zu kommen.
Wie die ganze Sache ausgegangen ist kann man schön bei Google Maps sehen:
Klick ;D
Und auch andere Staaten haben skurrile Geschichten zu bieten. Daher hat mir das Buch viel Spass gemacht.

Flicka:
@ Nordlicht: Das klingt ja wirklich lesenswert. Schade, dass es das Buch nicht übersetzt gibt. Wenn es um längere Texte und Fachbegriffe im Englischen geht, finde ich das Lesen oft ziemlich mühsam.

@ Andrea: Ich warte mal ab, wie dir deine Neuerwerbung gefällt und schließe mich dann ggfs. an.  :)

Andrea:
Also hat New Jersey recht bekommen? Wirklich lustig, die Geschichte! Gerade bei den USA denkt man ja schnell an die mit dem Lineal gezogenen Grenzen... Von wegen, sooo einfach ist es dann wohl doch nicht!

Im Moment komme ich nicht so recht zum Lesen, ich bin immer noch bei meinem Krimi (s.o.) Aber der kriegt jetzt schon (nach der Hälfte) eine Empfehlung von mir, wenn man auch mal etwas eklige Sachen ertragen kann. Voller Ironie, herrliche Beschreibungen der Charaktere ("Die Pathologin war gekommen. Isobel MacAlister: dreiunddreißig, kurz geschnittenes braunes Haar, eins dreiundsechszig. Macht leise miauende Geräusche, wenn man sie in die Innenseite der Oberschenkel beißt") und doch spannend. Trotz des grausligen Themas (Morde an kleinen Kindern) muss ich oft über Kleinigkeiten schmunzeln. Und einiges kenne ich ich aus meinem Schottlandurlaub: Die Weingummis, den Tesco Supermarkt, das Bier, den Whisky... Nur Aberdeen kenne ich noch nicht, wo das ganze spielt.

Andrea:
Flicka, meinetwegen kannst du dann mein Buch "erben". Ich habe eh kaum Platz und auf dem Flohmarkt bekäme ich höchstens 50 Cent dafür. Da gebe ich es gerne in "gute Hände" weiter!

Andrea:

--- Zitat von: Andrea am 09. November 2014, 21:12:35 --- Das nächste Buch, das ich beginnen werde, soll meine Krimilust und meine Schottlandsehnsucht zumindest teilweise befriedigen: "Die dunkeln Wasser von Aberdeen" von Stuart Mac Bride http://www.randomhouse.de/Autor/Stuart_MacBride/p105684.rhd

Ich freue mich schon darauf!

--- Ende Zitat ---

Und es war gut! Teilweise recht heftig, aber dennoch mit Humor. Jetzt habe ich mir die nächsten 2 Bücher bestellt, aber im Original, da ich denke, dass manch ein Witz oder manch eine ironische Bemerkung vielleicht in der Übersetzng verloren gegangen ist.

Auf jeden Fall bin ich eindeutig ein Krimifan. Von Jeffrey Deaver habe ich schon viele gelesen, ebenso von Kathy Reichs. Simon Becket schreibt auch schöne Schottlandkrimis, aber da wusste ich leider immer ziemlich schnell, wer der Täter ist. Jetzt bei MacBride war das nur im Ansatz der Fall (ich habe gleich geahnt, wer aus den eigenen Reihen Vertrauliches an die Presse weitergibt). Aber als Täter kamen einfach zu viele infrage, die Geschichte war zu komplex.

So, als nächstes gibt es aber keinen Krimi. Abwechslung muss sein  ;)

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