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Rainer:

--- Zitat von: Andreas am 13. September 2014, 16:24:38 ---Mein Korg X2 habe ich vor ca. 10 Jahren verkauft. Schade eigentlich.

--- Ende Zitat ---

Kauf Dir doch was neues - da hat sich innerhalb von 10 Jahren auch einiges getan. Ich habe ja bis zum Abitur Klavierunterricht gehabt (mit "wechselndem" Fleiss ... leider) und dann zur Studienzeit habe ich hier und da noch ein bißchen geklimpert, mit dem Eintritt in eine "geregelte Arbeitszeit" habe auch das aufgegeben. Auch leider, sehr leider. Ich bin dann wohl 1984 in einen Chor eingetreten, das hat sicherlich meinen Musikhorizont auch nochmal erheblich beeinflusst. Ich glaube nicht, dass ich "einfach so" sonst auf Chormusik gekommen wäre. Irgendwie muss man ja auch mal drauf aufmerksam werden.

Vor 4 Jahren habe ich mir dann ein aktuelles Digitalpiano gekauft (das Topmodell von Kawai, Kawai CA-93) und war (und bin) total begeistert, wie unglaublich gut diese Instrumente geworden sind. Ich glaube nicht, dass viele Menschen mit geschlossenen Augen das Instrument von einem "echten" Instrument unterscheiden können. Insbesondere ist auch der sog. "Anschlag" (was für den Klavierspieler das A&O darstellt) authentisch, der ist mechanisch so perfekt wie möglich nachgebaut. Mein nächstjüngerer Bruder hat sich dann ebenso dieses Digitalpiano zugelegt, der ist aber noch berufstätig (hat also viel weniger Zeit als ich), dennoch hat auch er den Weg zurück zur Klaviermusik wieder gefunden und inzwischen hat er sich ein "richtiges" Klavier gekauft (sein Traum vom Steinway Flügel zerplatzte am zu kleinen Wohnzimmer...). Ich hätte wiederum Platzt dafür, aber leider nicht das nötige Kleingeld.

In den letzten vier Jahren habe ich viel gespielt, aber auch viel geflucht, warum ich so bescheuert war und es so lange habe liegen lassen. "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" sagt der Volksmund und da ist viel Wahrheit dran. Wie gerne würde ich heute besser spielen können, ich muss jeden kleinen Fortschritt mit stundenlangem Üben erarbeiten.

Meine "Full Metall" Phase hatte ich, als "Uriah Heep" und "Deep Purple" ihre Höhepunkte hatte ("Deep Purple in Rock" und "Magicians Birthday"). Wenn das überhaupt Metall ist. Oder ist es nur Rockmusik? Egal. Ist ca. 40-45 Jahre her. Heute kann ich das Zeug nicht mehr hören und ich würde behaupten, Deep Purple war sogar nicht inhaltsreicher als vieles, was heute auf der Bühne lärmt.

Insgesamt bin aber auch überzeugt, dass es viel leichter ist, sich mit klassischer Musik auch spät noch anzufreunden, als ein Instrument zu lernen. Letzteres ist wirklich beschissen schwer. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass solche Pianisten (Pianistinnen) wie aus dem Video (oder wie viele andere auf Youtube zu sehen sind) faktisch keine Kindheit hatten - die haben problemlos 8 bis 10 Stunden pro Tag geübt. Jahrein, jahraus.

Ein bißchen überrascht war ich dennoch über diese Reaktion, denn dass Bachklavier nicht jedermans Sache ist, das ist mir durchaus bewusst, aber dieses Stück ist sehr untypisch für Bachsche Klaviermusik (es ist ja auch gar nicht von Bach für Klavier geschrieben, das hat Egon Petri aus der Orchersterpartitur und der Solo Alt-Stimme herausgerarbeitet und zu Papier gebracht), eine komplexe Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier hätte ich sicher nicht hier eingestellt. Da liegen dann noch einmal Welten zwischen.

Andrea:
Ich habe ja nicht geschrieben, dass ich das grauenvoll fand. Das war nett, ich habe es sogar zweimal gehört. Aber bewegt hat es mich nicht.

Uriah Heep und Deep Purple... Dafür bin ich dann wohl noch mindestens 5-10 Jahre zu jung  ;) Aber Metal ist das wohl nicht. Rock bis Hard Rock wohl eher. Aber die Bezeichnungen in dieser Kategorie von Musik sind für mich sowieso nicht ganz eindeutig: Metal, Heavy Metal, Death Metal, Speed Metal,... Rock, Hard Rock, Punk Rock...

So, um jetzt wieder halbwegs auf das Thema Film zu kommen: Schaut euch mal den Film/Musical "Sweeney Todd" an. Ist schon älter und nichts für zarte Seelchen. Aber ich hatte danach tagelang einen Ohrwurm...

Rainer:

--- Zitat von: Andrea am 13. September 2014, 18:53:56 ---Ich habe ja nicht geschrieben, dass ich das grauenvoll fand. Das war nett, ich habe es sogar zweimal gehört.

--- Ende Zitat ---

Das ist immer schon einmal um Welten mehr als "fange ich überhaupt nichts mit an".


--- Zitat von: Andrea am 13. September 2014, 18:53:56 ---Aber bewegt hat es mich nicht.

--- Ende Zitat ---

Und das ist das wundervolle an dieser Musik: es kann passieren, dass Du das Stück doch nochmal hörst, vielleicht mal hier, vielleicht mal da - und dann offenbart sich die Kraft, die in so einer Musik steckt. Mit jedem Hören wird es nicht langweiliger (wie es meistens bei schlichten Stücken der Fall ist), sondern mit jedem Hören empfindet man auf einmal mehr.

Ich kann Dir natürlich nicht versprechen, dass Du das jemals wirklich gerne hören willst - aber es ist eben möglich. Vielleicht ist das in drei Jahren Dein absolutes Lieblingsstück. Vielleicht auch nicht. Aber diese Chance haben nur wenige Stücke und es liegt an der Natur der Musik und dieser Komposition, dass dieses Stück dazu gehört, irgendwann auf einmal ein Lächeln zu erzeugen. Und irgendwann wird es fast zur Sucht.

Vielleicht aber auch nicht.

Horst:
Hallo Rainer,

interessantes Thema (ja eigentlich initiiert von Andreas ;)) und die These, daß man Wissen braucht um qualitativ höherwertige Musik als solche genießen zu können hat mich erstmal darüber nachdenken lassen.
Ob es tatsächlich so ist weiß ich nicht aber Du hast es gut begründet - also glaub ich Dir mal.

Ich habe mich auch schon einiges mit Musik beschäftigt - zumindest heute hat mich das Klavierstück von Bach emotional nicht erreicht - obwohl ich selbstverständlich zuordnen kann, daß es eine absolut hochwertige Musik ist die mit entsprechendem Können vorgetragen wird.
Trotzdem danke dafür - und in ein paar Jahren wenn ich es noch mal höre ist es ja vielleicht anders - der Mensch entwickelt sich ja weiter (na ja zumindest die meisten).

@Andreas
bei mir staubt auch noch ein Yamaha PSR640 vor sich hin, immerhin habe ich es nicht übers Herz gebracht es zu verscherbeln aber ich habe auch lange nicht drauf gespielt - gaanz früher mal fast täglich.

Rainer:

--- Zitat von: Horst am 14. September 2014, 08:37:04 ---interessantes Thema (ja eigentlich initiiert von Andreas ;)) und die These, daß man Wissen braucht um qualitativ höherwertige Musik als solche genießen zu können hat mich erstmal darüber nachdenken lassen.
Ob es tatsächlich so ist weiß ich nicht aber Du hast es gut begründet - also glaub ich Dir mal.

--- Ende Zitat ---

"Wissen" ist vielleicht auch ein zu trockener Begriff - Erfahrung, Übung, Umgang usw. würde es vielleicht besser treffen. Musik ist auf eine gewisse Weise auch eine Art Sprache, eine Form etwas auszudrücken und der Vergleich mit dem Erlernen einer Sprache ist möglicherweise noch der halbwegs am besten treffende.

Der oft zitierte Begriff "Geschmack" leidet in diesem Zusammenhang möglicherweise an einer falschen Begriffsbildung. Wenn man Geschmack als eine einmal definierte Eigenschaft festlegt, die jedem Menschen in die Wiege gelegt wird, dann würde ich bestreiten, dass Musikhören dem persönlichen "Geschmack" unterliegt. Wenn man Geschmack aber definiert als einen fortwährenden Prozess, der von Erfahrung, Wahrnehmung und Umwelt beeinflusst wird und sich im stetigen Wandel befindet (was meiner Meinung nach eine erheblich bessere Definition ist, das kann man eigentlich sofort wirklich am eigenen "Geschmack" auch nachvollziehen, wie viele Dinge gibt es, die man mal toll fand, die man heute öde findet, oder auch beim Essen, was hat man als Kind gehasst und heute ist es die Lieblingsspeise und umgekehrt), dann würde ich zustimmen und sagen, es gibt einen "Musikgeschmack".

Sonst wird der Geschmack allzu gerne als quasi Entschuldigung mißbraucht, das wäre eben so und Musik ist ja "nur" Geschmackssache und da kann der Einzelne eben überhaupts nichts dran ändern. Der Musikgeschmack wird genauso wie der Essengeschmack und der Kleidungsgeschmack von Erfahrung geprägt.


--- Zitat von: Horst am 14. September 2014, 08:37:04 ---Ich habe mich auch schon einiges mit Musik beschäftigt - zumindest heute hat mich das Klavierstück von Bach emotional nicht erreicht - obwohl ich selbstverständlich zuordnen kann, daß es eine absolut hochwertige Musik ist die mit entsprechendem Können vorgetragen wird.
--- Ende Zitat ---

Dieses Stück begleitet mich auch schon eine sehr lange Zeit durch mein Leben und ich fand es keinesfalls immer großartig. Kennt noch jemand die ersten Platten, die mit einem "Moog Synthesizer" aufgenommen wurden? Ich hatte als Schüler eine Platte, die nannte sich "Switched on Bach" und das waren originale Bachorchesterwerke, die von "Walter Carlos" (heutige "Wendy Carlos" nach einer Geschlechtsumwandlung) auf dem Moog Synthesizer realisiert wurden.

Da waren Brandenburgische Konzerte und solche Dinge drauf, damals war das eine Sensation, dass das mit Synthesizer machbar ist, heute klingt das "piefig". Und es war eben dieses "Sheeps may graze safely" drauf. Und ich fand das damals ein ziemlich komisches Stück, ich fand es irgendwie zu verspielt und "un-bachig". Ich habe es viele Jahre nicht mehr gehört und bin durch Zufall in einem Klavierforum (wo sonst?!) auf diese Klavier Transkription gestoßen (wobei dort in dem Forum die allgemeine Begeisterung natürlich deutlich anders ausfiel als hier) und da hat es mich dann (nach vielen Jahren) auch "erwischt".

Leider ist das Stück deutlich schwerer zu spielen als es klingt (was auch das zentrale Thema in dem Klavierforum ist).

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