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Marijuana

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Birgit:
Oh Vorsicht. "Straffrei" ist nicht dasselbe wie "erlaubt". Selbst wenn man es sich nur gelegentlich mal "gönnen" will, bekommt man es unter Umständen mit mir und meinen Kollegen zu tun ;)

Medikament ist übrigens möglich. Wobei der Griff zur Selbstmedikation von der "Bahnhofsapotheke" aber nicht erlaubt ist. Dafür gibt es dann das hier:

http://www.pflegewiki.de/wiki/Dronabinol

Der einzige Mensch, den ich (beruflich) kenne, der Dronabinol verschrieben bekommen hat, war querschnittgelähmt nach einem Unfall und hat es gegen Schmerzen bekommen. Das Medikament hat ihm irgendwann nicht mehr gereicht, bzw. er hat es nicht mehr verschrieben bekommen, ist dann auf Kiffen umgestiegen. Das hatte ihm dann leider das nächste zu lösende Problem eingebracht...

Silke:

--- Zitat von: Birgit am 03. November 2013, 22:08:07 ---Selbst wenn man es sich nur gelegentlich mal "gönnen" will, bekommt man es unter Umständen mit mir und meinen Kollegen zu tun ;)


--- Ende Zitat ---

Das ist eigentlich das Hauptproblem an der Sache: das Zeug ist ewig lange nachzuweisen und der Konsum wird geahndet, obwohl die Wirkung schon lange nicht mehr besteht.

Rainer:

--- Zitat von: Birgit am 03. November 2013, 22:08:07 ---ist dann auf Kiffen umgestiegen. Das hatte ihm dann leider das nächste zu lösende Problem eingebracht...

--- Ende Zitat ---

Und genau da fangen die typischen Probleme an, die man in Deutschland als Schmerzpatient hat. Deutschland ist dunkelstes Mittelalter, was Schmerztherapie- und Behandlung betrifft. Leider.

Und da sind genau diese diffusen Ängste vor "Drogen" vorrangig, die eine gezielte und notwendige Schmerzbehandlung sehr schwierig machen. Da ich leider auch seit 16 Jahren Schmerzpatient bin, weiß ich um diese klägliche und armselige Situation in Deutschland. Die USA (sowieso), aber auch die skandinavischen Länder sind uns da um Lichtjahre voraus. Aber hier in D dominiert nach vor die Angst vor der Abhängigkeit und man läßt die Menschen lieber leiden als sie von bösen Drogen abhängig zu machen. Dabei gibt es schon seit vielen Jahren einschlägige Studien, dass beispielsweise Abhängigkeiten viel schneller abgebaut werden können bei Schmerzpatienten, falls der Schmerzgrund irgendwann wegfällt, als es bei typischen Junkies der Fall ist. Und wenn der Schmerzgrund nicht wegfällt - was stört da eine Abhängigkeit? Man braucht das Medikament doch sowieso, um ein erträgliches Leben führen zu können.

In einem Artikel aus irgendeinem Ärzteblatt o.ä. habe ich mal diesen (sehr sehr wahren) Satz gelesen: "Die deutschen Ärzte sind die Weltmeister im Ertragen der Schmerzen ihrer Patienten". So sieht es aus.

Schmerz macht einsam. Und man vermutet, dass es eine erschreckend hohe Dunkelziffer an Selbstmorden in Deutschland gibt, wegen mangelnder Schmerzversorgung. Aber Hauptsache, man ist nicht abhängig von Marihuana...

Horst:

--- Zitat von: Rainer am 04. November 2013, 12:14:50 ---"Die deutschen Ärzte sind die Weltmeister im Ertragen der Schmerzen ihrer Patienten".

--- Ende Zitat ---
Ja, die sind da schmerzfrei.

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