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Was sagt man dazu ...
Horst:
Jobidee, Dienst an der Menschheit oder ein Anzeichen für eine immer kranker werdende Gesellschaft?
Schwer zu sagen ...
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/584543/Dinner-fuer-Tausende
Hatchcanyon:
Es ist nicht exakt das gleiche, aber da gibt es seit Jahren bei einigen Reisebericht-Schreibern einen Trend, (fast) jedes Essen von unterwegs abzulichten und der geneigten Fangemeinde optisch darzubieten.
Habe ich auch nie verstanden.
Gruss
Rolf
Horst:
--- Zitat von: Hatchcanyon am 01. Februar 2014, 10:41:52 ---Es ist nicht exakt das gleiche, aber da gibt es seit Jahren bei einigen Reisebericht-Schreibern einen Trend, (fast) jedes Essen von unterwegs abzulichten und der geneigten Fangemeinde optisch darzubieten.
Habe ich auch nie verstanden.
--- Ende Zitat ---
Na dafür gibt es ja doch einige nachvollziehbare Erklärungen. Ob - was gibt's da vor Ort, bis was kann man man sich vor Ort selber kochen. Da steht ja auch das Essen selbst im Vordergrund und damit verbunden auch eine gewisse Information und nicht die Person der man beim futtern zusieht.
Von diesem im Artikel nebenbei genannten "Food-Pornos", wo also Essen optisch zelebriert auf dem Teller garniert im 10Sterne-Restaurant am Präsidententisch auf dem goldenen Teller mit diversen Filtern, Hollywoodbeleuchtungsset und stundenlanger Nachbearbeitung dann möglichst steril präsentiert wird kann ich mich jetzt auch nicht so begeistern - aber das macht ja zumindest in unserem Forum auch niemand.
Ich muss auch ehrlich sagen - als ich das gelesen habe wusste ich gar nicht was ich jetzt damit anfangen soll.
Ist das jetzt krank bis zum Anschlag oder eine tolle Sache für einsame Seelen?
Rainer:
--- Zitat von: Horst am 01. Februar 2014, 11:21:14 ---Ist das jetzt krank bis zum Anschlag oder eine tolle Sache für einsame Seelen?
--- Ende Zitat ---
Ich würde das nicht beim "Anbieter" festmachen, sondern bei den Zuschauern. Was für ein trauriges Leben müssen Menschen führen, die dazu bereit sind, für ein wenig Unterhaltung beim "virtuellen Essen" Geld zu bezahlen, resp. es sich überhaupt anzutun?
Eigentlich das ist weder krank noch toll, sondern eine sicherlich bemitleidenswerte Entwicklung in der heutigen Single-Gesellschaft, die zumindest in Korea extrem ausgeprägt zu sein scheint.
Auch wenn der Einwand von Rolf in der Sache nicht in die gleiche Kerbe schlägt, bin ich aber auch der Meinung, dass diese Essenfotografiererei eigenartig ist. Die Fotos selbst sind ja vielleicht noch diskutabel, aber ich muss ehrlich zugeben, ich könnte im Leben nicht in einem Restaurant einen Fotoapparat herausholen um dann damit mein Essen zu fotografieren. Das finde ich als Vorgang einfach ganz schrecklich. Aber auch das ist ja inzwischen in einem Maße ausgeartet (und dann ist Rolfs Kritik sicherlich doch in der gleichen Richtung), dass das eben nicht auf Reiseberichte o.ä. beschränkt ist, sondern auch inzwischen fast schon Kultstatus erreicht hat und auch gezielt von Restaurantbetreibern etc. unterstützt wird.
Das liegt u.a. natürlich auch daran, dass heutzutage viele Menschen ihr Smartphone sowieso dabei haben und sowieso auch auf den Tisch legen. Da ist es nur noch ein kleiner Schritt, den (ohnehin auch eingeschalteten) Apparillo zu nehmen und ein Foto von seinem Essen zu machen.
Das Internet und alles, was damit irgendwie etwas zu tun hat, verändert uns Menschen und unsere Kultur sicherlich mehr, als alles andere, was bisher gewesen ist.
P.S.: Vielleicht sollte ich selbst auch mal anfangen, meine eigenen "Werke" abzulichten und auszustellen. Da würde ich mir sicher noch mehr Mühe geben, die Dinge auch appetitlich anzurichten. Ein Anfang ist ja schon gemacht - die Martinsgänse sahen zumindest lecker aus...
serendipity:
--- Zitat von: Rainer am 01. Februar 2014, 12:35:09 ---Auch wenn der Einwand von Rolf in der Sache nicht in die gleiche Kerbe schlägt, bin ich aber auch der Meinung, dass diese Essenfotografiererei eigenartig ist. Die Fotos selbst sind ja vielleicht noch diskutabel, aber ich muss ehrlich zugeben, ich könnte im Leben nicht in einem Restaurant einen Fotoapparat herausholen um dann damit mein Essen zu fotografieren. Das finde ich als Vorgang einfach ganz schrecklich. Aber auch das ist ja inzwischen in einem Maße ausgeartet (und dann ist Rolfs Kritik sicherlich doch in der gleichen Richtung), dass das eben nicht auf Reiseberichte o.ä. beschränkt ist, sondern auch inzwischen fast schon Kultstatus erreicht hat und auch gezielt von Restaurantbetreibern etc. unterstützt wird.
--- Ende Zitat ---
Also als Reiseberichtjunkie muss ich sagen, dass es da doch eklatante Unterschiede für mich gibt. Wenn ich bei einem USA-Reisebericht jeden Tag das Steak sehe, frage ich mich schon, warum es fotografiert wurde. Ich schaue mir allerdings gerne mal Fotos von Essen an, was für uns nicht alltäglich ist, also z.B. ein marokkanisches Couscous-Gericht aus der Tajine, ein original indisches oder thailändisches Curry. Solche Fotos gehören für mich zu einem Reisebericht dazu und ich genieße sie. Muss aber zugeben, dass es mir selbst zuweilen peinlich ist, mein Essen im Restaurant zu fotografieren.
Ansonsten komme ich mit Essensfotos selten in Berührung außer natürlich in speziellen Kochblogs oder auf Rezeptsammlungsseiten, da mag ich Fotos allerdings ebenfalls gerne.
Ich selbst veröffentliche ja auf meiner Seite manchmal erprobte Rezepte, vergesse aber meist im Eifer des Gefechts Fotos zu machen. Die Ausnahme war ein Diner, welches die Freundin unseres Sohnes und ich gekocht haben, um uns bei Topfgelderjäger zu bewerben. Das haben wir mit Fotos und Video festgehalten - unsere Bewerbung aber bis heute nicht abgeschickt.
Zum Ausgangspost kann ich nur sagen - die Menschen sind komisch. Ich weiß ganz ehrlich nicht, was daran interessant sein soll, anderen beim Essen zuzusehen :weissnicht:
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