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Moabs radioaktive Altlast kann weiter abgebaut werden.
Hatchcanyon:
Manchmal geschieht schon Merkwürdiges:
Plötzlich ist für 2014 Geld da, um die riesige radioaktive Halde im Norden von Moab weiter abzubauen. Sogar 38 Millionen $, also 2,2, Millionen mehr als erwartet. Und keiner weiss, wer dafür verantwortlich zeichnet.
Bei den nun fast 5 Jahre andauernden Aufräumarbeiten wurden bisher ca. 40% der insgesamt 16 Millionen Tonnen radioaktiven Abfalls abtransportiert und in einer neuen Deponie nördlich von Crescent Junction eingelagert.
Inzwischen weiss man auch, dass in der Halde noch andere unangenehme Funde warten werden. Man hat die alte Atlas Uranium Mill bei ihrem Abbau zum Teil hier vergraben. Nach alten Aufzeichnungen müssen dort auch riesige Säcke gefüllt mit Asbest liegen.
Gruss
Rolf
Andrea:
Handelt es sich dabei um Abfälle aus dem Abbau von radioaktiven Stoffen oder auch aus Kernkraftwerken etc? Haben eigentlich die USA Atommüllendlager?
Hatchcanyon:
--- Zitat von: Andrea am 03. Februar 2014, 22:03:17 ---Handelt es sich dabei um Abfälle aus dem Abbau von radioaktiven Stoffen oder auch aus Kernkraftwerken etc? Haben eigentlich die USA Atommüllendlager?
--- Ende Zitat ---
Es handelt sich um Abfall der Atlas Uranium Mill, die zwischen Arches N.P. und der Brücke über den Colorado River stand und die abgebauten Erze der Minen rund um Moab aufbereitete.
Weitere Riesenmengen radioaktiven Abfalls befinden sich in Monticello und südlich des San Juan Rivers nahe bei Mexican Hat bzw. der River Bridge. Alle wenig gesichert. Das spezielle Problem in Moab ist, dass der Abfall bei grossen Fluten, wie sie in der Vergangenheit am Colorado River schon mehrfach auftraten, in die Stauseen Powell Reservoir und Mead Reservoir gespült werden könnten und damit das Wassersystem auf tausende Jahre hin verseuchen könnten.
Gruss
Rolf
Andrea:
Na, prima... :schreck:
Hatchcanyon:
--- Zitat von: Andrea am 04. Februar 2014, 12:01:44 ---Na, prima... :schreck:
--- Ende Zitat ---
Allerdings!
Es hat Jahrzehnte gedauert, bis man die Dinge in Angriff nahm. Als die Sanierung Moabs parlamentarisch beschlossen war, ging die haftbare Betreiberfirma mal einfach Konkurs, hinterliess die schmutzige Angelegenheit dem Steuerzahler.
Bei Mexican Hat hat man 5 Millionen Tonnen mit Lehm und grobem Schotter abgedeckt, weil doch eine gewisse Distanz zum Fluss gegeben ist. Wenn man in Richtung Monument Valley fährt, kann man in nicht allzu grosser Entfernung hinter der River Bridge auf der linken Seite diesen grauen Schotterhaufen erkennen, der so gar nicht in die Gegend passt. Das Erz kam übrigens von den sog. Navajo Mines im benachbarten Little Capitan Valley. Angeblich die schmutzigsten Minen der ganzen USA, weil sich die Selbstverwaltung der Natives um nichts kümmerte/kümmern konnte. Man hatte die Natives wohl hinsichtlich der Gefahren ziemlich im Dunkeln gelassen.
Little Capitan Valley - nicht die Minen!
Für Monticello existiert eine Untersuchung des Utah Department of Health (aus 2012), die belegt, dass die Krebsraten in der Bevölkerung hoch sind - auch noch 50 Jahre nach Schliessung der örtlichen Uranverarbeitung (MMTS = Monticell Mill Tailings Site)
Ein Zitat aus dem Bericht:
--- Zitat ---This study found that the rate of lung and bronchial cancer was elevated for all periods that had a case count larger than three and significantly elevated during three consecutive periods: 1995-1999 (standardized incidence ratio [SIR]=3.3, 95% confidence interval = [1.5-6.2]), and 2000-2004 (SIR =2.8, [1.1-5.9]), and 2005-2009 (SIR = 3.6, [1.2-7.1]).
The lung and bronchial cancer rate was also elevated for males during the 1995-1999 study period (SIR = 3.5, [1.3-7.7]).
Lungcancer has been associated with exposure to radioactive heavy metals such as uranium. The methodology used in this study is unable to conclusively link the observed lung cancers to contaminant exposure from the MMTS. Although in conclusive, these results, like previous investigations, are consistent with an increased risk of lung cancer having resulted from exposure to the MMTS.
--- Ende Zitat ---
Diese bedenkliche Sachlage ist auch der Grund für die dringenden Warnungen, keine Stollen zu betreten. Man kann sich hochradioaktiver Strahlung und Gas (Radon) aussetzen - daneben auch noch Einsturzgefahr und zurückgelassenem, langsam zersetzenden Dynamit, das durch die Zersetzung wieder schlagzündbar wird. Auch das Suchen von Mineralien auf Halden ist oft nicht ohne. Ohne Geigerzähler sollte man das unterlassen.
Gruss
Rolf
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