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Germanwings abgestürzt
Andrea:
Das ist aber nicht gleich nebenan... :o Gestern hat vermutlich jeder darüber nachgedacht, ob Freunde, Verwandte oder Bekannte vielleicht in der Maschine gesessen haben könnten oder man selbst ist schon einmal diese Strecke geflogen oder mit Germanwings. Das schafft automatisch mehr Betroffenheit als die Ebola-Epedemie, da die Wahrscheinlichkeit jemanden in Liberia zu kennen doch eher gering ist. Das ist einfach so, denn ob all des Leids in der Welt muss man (unbewusst!) selektieren, was man an sich heranlässt und was nicht.
Aber es gibt auch mal gute Nachrichten, wie die von einem Bus in Brasilien, wo die Passagiere dem Unglück gerade noch so entkommen sind: http://www.suedtirolnews.it/dv/artikel/2015/03/25/spektakulaerer-busunfall-in-brasilien.html
Silke:
Ich kann Rainer da nur voll zustimmen. In Deutschland sterben jährlich ca. 3000 Menschen im Straßenverkehr. Da können auch Bekannte und Verwandte drunter sein, da sind auch viele Kinder und Jugendliche dabei.
Fährt da die Kanzlerin zur Unglücksstelle? Was will sie jetzt dort? Warum bricht der Bundespräsident einen Staatsbesuch ab?
Bei aller Tragik, aber ich finde die Reaktionen maßlos übertrieben.
Andrea:
Aber das ist es, was "man" von den Politikern erwartet. Ich würde mir an anderer Stelle auch so viel Engagement wünschen. Egal ob in der Sozialpolitik, Naturschutz oder der Entwicklungshilfe.
Heute habe ich Ausschnitte der Pressekonferenz des Bürgermeisters von Haltern (da wo die Schülergruppe her kam) gesehen. Der war wirklich und ungespielt betroffen. Als Angehöriger wäre mir das Geblubber und die eventuelle Anwesenheit von Steinmeier, Gauck und Merkel echt sch...egal. Für mich grenzt das schon fast an Heuchelei.
Birgit:
Ja, richtig, Rainer und Silke. Im Straßenverkehr sterben in der EU täglich so viele Menschen, dass das im Grunde einen Flugzeugabsturz eines solchen Fliegers pro Woche über der EU ausmacht. Und das passiert schließlich auch immer irgendwo zwischen Spanien und Deutschland. Trotzdem steigen wir alle täglich unbesorgt ins Auto!
Rainer:
--- Zitat von: Birgit am 25. März 2015, 15:44:12 ---Trotzdem steigen wir alle täglich unbesorgt ins Auto!
--- Ende Zitat ---
Weil man dem trügerischen Fehlurteil unterliegt, bei einem Auto habe man im Fall des Falles bessere Chancen. Tatsache ist, dass bei einer klassischen Urlaubsreise (von zu Hause mit dem Auto zum Flughafen, von dort mit dem Flieger ans Urlaubsziel) die Fahrt mit dem Auto der mit Abstand gefährlichste Teil der Reise ist.
Unabhängig davon geht es mir aber nicht darum, ob man nun für sich beschließt, ob man weiterhin Auto fährt oder weiterhin fliegt, sondern dass ich die mediale Verarbeitung solcher Unglücke ekelhaft finde. Ich habe auch das Gefühl, dass da einige mehr an ihr Image denken, statt wirklich Anteil zu nehmen. Wen jemand stirbt, von den man nichts weiß und den man nie kennengelernt hat, dann finde ich so eine intensive Anteilnahme wenig glaubwürdig, wenn andererseits dauernd Menschen verhungern, die man auch nicht kennt und entsprechend mit keinem Wort würdigt.
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