Allgemeines > Meldungen & Tipps
Germanwings abgestürzt
Rainer:
--- Zitat von: Horst am 27. März 2015, 08:07:38 ---Ich halte das für Aktionismus.
--- Ende Zitat ---
Ich nicht, ich sehe das genauso, dass mindestens einer ungewollten Handlungsunfähigkeit vorgebeugt wird. Das war auch meine erste Idee, dass man einen Piloten nicht alleine lassen sollte.
--- Zitat von: Horst am 27. März 2015, 08:07:38 ---Das ist nun jahrzehntelang so gut gegangen.
--- Ende Zitat ---
Da ist nicht richtig, das ist seit 9/11 gut gegangen, das sind knappe 14 Jahre. Erst seit dem gibt es diese Form der Türsicherung. Ich halte es für angemessen, auch wenn es dennoch keine endgütige Sicherheit gibt. Aber es gibt die Sicherheit, dass ein Pilot nicht ungewollt die Türe nicht mehr aufbekommt.
Andrea:
Dass mit den psychologischen Tests sieht auf den ersten Blick richtig aus. Bis eines Tages ein Schulbusfahrer absichtlich mit 50 Schülern eine Brücke hinunterfährt, ein Baggerfahrer die durch Fußgängerzone Amok fährt oder oder oder... Wen soll man denn da überwachen? Alle?
DocHoliday:
--- Zitat von: Andrea am 27. März 2015, 09:44:10 ---Dass mit den psychologischen Tests sieht auf den ersten Blick richtig aus. Bis eines Tages ein Schulbusfahrer absichtlich mit 50 Schülern eine Brücke hinunterfährt, ein Baggerfahrer die durch Fußgängerzone Amok fährt oder oder oder... Wen soll man denn da überwachen? Alle?
--- Ende Zitat ---
Ich glaube, man muss einfach damit leben, dass es Risiken gibt, die nicht sicher auszuschließen sind. Solange Menschen dabei eine Rolle spielen, bleibt ein Restrisiko. Und ganz ehrlich: Ich vertraue mein Leben lieber einem denkenden Menschen an als einem Computer (siehe das Beispiel mit den vereisten Sensoren aus den letzten Wochen). Dafür muss ich damit leben, dass so etwas wie jetzt passieren kann. Irgendwo habe ich gelesen, dass es in der gesamten Passagierluftfahrt bisher 6 Fälle gab, wo ein Suizid des Piloten ursächlich war oder zumindest der Verdacht besteht, dass es so war. Das halte ich bei >60 Jahren kommerzieller Luftfahrt für ein vertretbares Restrisiko.
Bei der jetzt diskutierten Regel schaffe ich doch auch zusätzliche Risiken, indem jetzt noch mehr Menschen, während des Fluges ins Cockpit kommen. Dann müssten die ja auch alle psychologisch getestet und überwacht werden.
Letztlich wird man nie alle Risiken ausschließen können. Auch wenn man das heute offensichtlich nicht mehr sagen darf und immer auf jede Katastrophe mit neuen Regeln reagieren muss, um die Illusion aufrecht zu erhalten, es gäbe so etwas wie völlige Sicherheit.
Scheinbar können wir als Gesellschaft mit dem Gedanken, nicht alles und jedes Risiko kontrollieren zu können, nicht mehr umgehen.
Rainer:
--- Zitat von: DocHoliday am 27. März 2015, 10:10:44 ---Ich glaube, man muss einfach damit leben, dass es Risiken gibt, die nicht sicher auszuschließen sind. Solange Menschen dabei eine Rolle spielen, bleibt ein Restrisiko. Und ganz ehrlich: Ich vertraue mein Leben lieber einem denkenden Menschen an als einem Computer (siehe das Beispiel mit den vereisten Sensoren aus den letzten Wochen). Dafür muss ich damit leben, dass so etwas wie jetzt passieren kann. Irgendwo habe ich gelesen, dass es in der gesamten Passagierluftfahrt bisher 6 Fälle gab, wo ein Suizid des Piloten ursächlich war oder zumindest der Verdacht besteht, dass es so war. Das halte ich bei >60 Jahren kommerzieller Luftfahrt für ein vertretbares Restrisiko.
--- Ende Zitat ---
Mir geht es gar nicht um den Suizid, wie gesagt, da nutzt auch die Anwesenheit einer zweiten Person nur wenig (der bekannte Egypt Air Fall, wo der CoPilot trotz Anwesenheit des Captains die Maschine heruntergebracht hat), mir geht es um die ungewollte Handlungsunfähigkeit. Das ungewolllte Ausschließen eines Piloten. Und da finde ich das Mittel vollkommen angemessen und auch nicht überzogen, in einer solchen grundsätzlich kritischen Phase (einer der Piloten muss mal aufs Klo), den Purser so lange ins Cockpit zu setzen. Der muss nicht fliegen können, der muss einfach nur notfalls die Türe aufmachen.
Dann gäbe es jetzt mindestens nicht die Ungewissheit, warum die Türe nicht aufgemacht wurde und vielleicht wäre das Unglück verhindert worden. Der Aufwand erscheint mir absolut minimal und vertretbar, man muss niemanden ausbilden, der Purser ist sowieso eine Vertrauensperson und für die paar Minuten kann er sich gerne mal ins Cockpit setzen. In den USA ist das mit Einführung der neuen Türsicherungsmechanismen automatisch mit eingeführt worden, man mag das aktionistisch sehen, ich finde es angemessen. Großartige Mehrkosten und Mehraufwand sehe ich da nicht.
Flicka:
--- Zitat von: Andrea am 27. März 2015, 09:44:10 ---Dass mit den psychologischen Tests sieht auf den ersten Blick richtig aus. Bis eines Tages ein Schulbusfahrer absichtlich mit 50 Schülern eine Brücke hinunterfährt, ein Baggerfahrer die durch Fußgängerzone Amok fährt oder oder oder... Wen soll man denn da überwachen? Alle?
--- Ende Zitat ---
Nicht zu vergessen, dass jeder schon mit einem normalen Auto in der Lage ist, in eine Menschengruppe zu fahren und zumindest mehrere Menschen gleichzeitig zu töten oder schwer zu verletzen.
Und ein anderer Aspekt spielt auch eine Rolle: Muss derjenige, der eine psychische Erkrankung entwickelt, befürchten, dass er deswegen zwangsläufig entlassen wird, wird er sicher alles tun, um die Erkrankung zu verheimlichen. Das kann unter Sicherheitsaspekten auch nicht im Sinne der Passagiere sein. Man kann die Piloten ja nicht alle drei Monate durch psychische Tests jagen, um solche Erkrankungen zu entdecken.
Ich gehe allerdings davon aus, dass die bloße Anwesenheit einer zweiten Person im Cockpit den absichtlichen Absturz verhindern hätte. Wenn es so war wie überall beschrieben, dann hat der Copilot doch genau auf seine solche Situation gewartet, in der er alleine im Cockpit war, um seine Pläne umzusetzen. Hätte es eine solche Situation nicht gegeben, dann wäre die Maschine wohl planmäßig weitergeflogen. Vielleicht hat der Copilot schon seit einigen Flügen auf eine solche Gelegenheit gewartet, wer weiß das schon. Aber ich merke, das ist jetzt auch Spekulation, und natürlich kann man nicht jeden überall überwachen, nur weil er theoretisch die Möglichkeit hat, viele Menschen zu töten.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln