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Germanwings abgestürzt
Rainer:
--- Zitat von: Horst am 27. März 2015, 08:07:38 ---Ich halte das für Aktionismus.
Das ist nun jahrzehntelang so gut gegangen.
--- Ende Zitat ---
Dazu fällt mir zusätzlich ein, wenn überhaupt etwas "Aktionismus" ist, dann doch eher die Tatsache, dass ja erst seit 9/11 das Cockpit auf diese (nicht unbedenkliche) Art geschützt ist. Es ist nämlich genau dieses "jahrzehntelang" gut gegangen, dass die Türe kein großes Hindernis darstellte und sogar Passagiere mal von Piloten ins Cockpit gebeten wurde. Und erst dieser wirklich einmalige und logistisch unvergleichbare Terrorakt von 9/11 hatte dann zur Folge, dass (relativ gesehen) neuerdings das Cockpit mit höchstem Aufwand geschützt wird. Weltweit von allen Airlines. Möglicherweise sind die damit verbundenen Gefahren mindestens so hoch einzuschätzen wie die vermeintlich gewonnene Sicherheit und möglicherweise handelt es sich genau dabei bereits um Aktionismus. Vielleicht sollte man grundsätzlich noch einmal über Nach- und Vorteile nachdenken. Ereignisse wie 9/11 halte ich jedenfalls für grundsätzlich unwahrscheinlicher als das Aussperren eines Piloten mit ggf. gefährlichen Konsequenzen.
Andrea:
Naja, die Israelis haben schon lange strenge Vorschriften, schon deutlich vor 9/11. Damals kam ja die Diskussion auf, dass man 9/11 hätte verhindern können, wenn es diesen Verschließmechanismus schon bei allen Maschinen gegeben hätte, der eben bei den israelischen Maschinen vorhanden war.epiloten zu geraten
Hat es eigentlich Flugzeugentführungen nach 2011 gegeben? Wenn nein, dann wäre es ja ein Hinweis darauf, dass das System funktionert. Und mein Gefühl sagt mir (und es ist wirklich nur ein Gefühl), dass die Wahrscheinlichkeit entführt zu werden oder einem Attentat zum Opfer zu fallen größer ist, als einem Kamikazepiloten in die Hände zu fallen, der einfach nur seinem Leben spektakulär ein Ende setzen will.
Horst:
--- Zitat von: Rainer am 27. März 2015, 10:20:31 ---
--- Zitat von: DocHoliday am 27. März 2015, 10:10:44 ---Ich glaube, man muss einfach damit leben, dass es Risiken gibt, die nicht sicher auszuschließen sind. Solange Menschen dabei eine Rolle spielen, bleibt ein Restrisiko. Und ganz ehrlich: Ich vertraue mein Leben lieber einem denkenden Menschen an als einem Computer (siehe das Beispiel mit den vereisten Sensoren aus den letzten Wochen). Dafür muss ich damit leben, dass so etwas wie jetzt passieren kann. Irgendwo habe ich gelesen, dass es in der gesamten Passagierluftfahrt bisher 6 Fälle gab, wo ein Suizid des Piloten ursächlich war oder zumindest der Verdacht besteht, dass es so war. Das halte ich bei >60 Jahren kommerzieller Luftfahrt für ein vertretbares Restrisiko.
--- Ende Zitat ---
Mir geht es gar nicht um den Suizid, wie gesagt, da nutzt auch die Anwesenheit einer zweiten Person nur wenig (der bekannte Egypt Air Fall, wo der CoPilot trotz Anwesenheit des Captains die Maschine heruntergebracht hat), mir geht es um die ungewollte Handlungsunfähigkeit. Das ungewolllte Ausschließen eines Piloten. Und da finde ich das Mittel vollkommen angemessen und auch nicht überzogen, in einer solchen grundsätzlich kritischen Phase (einer der Piloten muss mal aufs Klo), den Purser so lange ins Cockpit zu setzen. Der muss nicht fliegen können, der muss einfach nur notfalls die Türe aufmachen.
--- Ende Zitat ---
In der PK gestern war zu hören, daß es hierfür einen zweiten Code gibt, den der vor der Tür stehende Pilot eingeben kann der die Tür öffnet.
Das wiederum kann der innen verbliebene mit einem Schalter aktiv verhindern.
Man weiß noch nicht ob der Kapitän den Code eingegeben hat und der Co-Pilot innen aktiv versperrt hat oder der Kapitän den Code nicht versucht hat. Ersteres dürfte wahrscheinlich sein.
Er hat es ja sogar per Axt versucht.
Seit 9/11 ist der Terrorismus viel professioneller geworden als davor.
Meiner Meinung nach wäre es kritisch Crew-Mitglieder ins Cockpit zu nehmen.
Ich wäre eher für eine Möglichkeit eines Codes der per Notruftelefon vom Tower/Boden angefordert werden kann um ins Cockpit zu kommen - wenn der verbliebene Pilot nicht reagiert.
Prinzipiell birgt jede Maßnahme ein Risiko. Irgendeine Kröte muss man schlucken ich würd's so lassen wie es war.
Wie Dirk schon schreibt - kein alltäglicher Vorfall - und ein Fall von überschaubarer Häufigkeit. Zumindest Stand heute.
Rainer:
--- Zitat von: Horst am 27. März 2015, 13:35:45 ---Ich wäre eher für eine Möglichkeit eines Codes der per Notruftelefon vom Tower/Boden angefordert werden kann um ins Cockpit zu kommen - wenn der verbliebene Pilot nicht reagiert.
--- Ende Zitat ---
Das wäre theoretisch eine sehr gute Variante, scheitert aber leider daran, dass viele Flugzeuge auf ihrem Weg außerhalb jeder Erreichbarkeit liegen. Das war ja u.a. auch bei dem Air France Flug von Brasilien nach Paris das Problem, dass man überhaupt nicht wußte, wo die Maschine sich befand und was an Board geschah. Es gibt leider (noch) keine durchgehende Begleitung durch den Boden. Nicht einmal Radar, geschweige denn eine Funkverbindung.
Inzwischen verhärtet sich der Verdacht auf eine vorsätzliche Tat, heute wurde eine ärztliche Krankmeldung in der Wohnung des Co-Piloten gefunden, die er zerrissen hatte und die sich u.a. auf den betroffenen Flugtag bezog. Ein Krankheitsbild wird (noch) nicht genannt, aber es liegt nahezu auf der Hand, dass diese Krankmeldung möglicherweise beim Co-Piloten Ängste um seinen Beruf ausgelöst hat. Sehr tragischer Zusammenhang.
Horst:
--- Zitat von: Rainer am 27. März 2015, 14:06:14 ---
--- Zitat von: Horst am 27. März 2015, 13:35:45 ---Ich wäre eher für eine Möglichkeit eines Codes der per Notruftelefon vom Tower/Boden angefordert werden kann um ins Cockpit zu kommen - wenn der verbliebene Pilot nicht reagiert.
--- Ende Zitat ---
Das wäre theoretisch eine sehr gute Variante, scheitert aber leider daran, dass viele Flugzeuge auf ihrem Weg außerhalb jeder Erreichbarkeit liegen.
--- Ende Zitat ---
Wenn ich mich richtig erinnere habe ich gehört, daß man im Nachgang von MH370 daran arbeitet das zu ändern.
Kurz gesucht:
http://www.wsj.de/nachrichten/SB11393057870935543402104580171743795499022
Ein entsprechendes Signal müsste dann in beide Richtungen gehen.
Wahrscheinlich irgendwann Realität.
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