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Allgemeines => Reiseberichte => Thema gestartet von: Christina am 23. Oktober 2023, 18:03:25

Titel: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 23. Oktober 2023, 18:03:25
Nun bin ich auch endlich soweit, wer den Sommer nicht nur in Schottland, Deutschland und dem Südwesten der USA verlängern möchte, kann dies nun auch noch in Finnland machen ;D.

Vorwort

Bereits zum Beginn des Jahres 2023 stand fest, dass Peter aufgrund eines neuen Jobs frühestens im Herbst würde Urlaub machen können/wollen. Das hieß, bis dahin musste ich leider mal wieder alleine reisen, war dafür aber auch völlig frei bei der Wahl des Urlaubsziels, auch eine frühe Buchung war daher schon möglich.

Im Mai oder Juni sollte es losgehen, Skandinavien oder Island, Fluganreise, Rundreise mit dem Mietauto waren meine Wünsche.

Island schied schnell aus, die Mietautopreise für den gesamten Zeitraum Mai bis September 23 waren weit jenseits dessen, was ich zu zahlen bereit war (vor allem auch unter dem Aspekt, dass es dann trotz des hohen Preises ziemlich sicher wesentlich mehr Touristen haben würde, als bei meinen möglichen anderen Zielen).

Als zweites habe ich mit Norwegen näher beschäftigt. Das sah für Mai hinsichtlich Preisen und Verfügbarkeit von Flügen, Mietwagen und Unterkünften ganz gut aus, allerdings wurde es bereits ab Anfang Juni schon teurer und voller. Bei der Planung einer möglichen Route stieß ich dann auf Bergpässe und Hochebenen, die zu überqueren wären, bei denen bis weit in den Juni hinein mit Sperrungen wegen Schnees zu rechnen ist, also ein sinnvoller Reisestart eigentlich erst ab Mitte Juni möglich ist und damit wäre ich dann schon in die volle und teure Sommerzeit ab Mittsommer gekommen, während derer ganz Skandinavien Sommerferien hat. Weniger glücklich war ich auch über die zahlreichen Zusatzkosten in Form von Strassenmaut, Fähren und Parkplatzgebühren, wobei letztere auch noch kompliziert über irgendwelche Apps zu bezahlen wären (Maut und Fährkosten werden immerhin beim Mietauto automatisch über den Vermieter abgerechnet, so dass man dafür nicht auch noch eine Anmeldung oder App braucht).

Also ging die Suche weiter (auch wenn ich irgendwann dann trotz allem mal nach Norwegen möchte). Helsinki und auch die «Ausflüge» nach Hanko und Porvoo haben mir 2022 doch so gut gefallen, warum also nicht nochmal nach Finnland? Und hier hat dann bei einem ersten Überblick tatsächlich alles gepasst. Bereits Ende Januar 2023 habe ich Flug und Mietauto gebucht.

Die Festlegung der Route, der Übernachtungsorte und Aktivitäten war ziemlich «harte Arbeit» und sehr zeitaufwändig, da es zu Finnland (insbesondere, wenn es nicht um Helsinki geht) nur wenige Foren, Reiseberichte, Blogs und Reiseführer gibt. Bei den Reiseführern habe ich mich schließlich für den Iwanowski entschieden, eine brauchbare Alternative gab es nicht (am ehesten noch der Dumont Reiseführer, allerdings längst nicht so detailliert wie der Iwanowski). Einen Wanderführer gab es gar nicht (nur für Lappland), ein Rother Wanderführer sollte Anfang Juni herauskommen, dann wurde das Erscheinungsdatum auf September verschoben. Extrem hilfreich waren die «offiziellen» touristischen Websites der verschiedenen Regionen/Städte und die Seite Nationalparks.fi, die sogar Routenvorschläge für Rundreisen durch Finnland beinhaltet. 

Wie gefühlt inzwischen eigentlich immer war bis kurz vor Reisebeginn nicht klar, ob es zu einem Bahnstreik und/oder Flughafenstreik in Deutschland/FRA kommen würde. Zum Glück ging alles gut, Streiks des Flughafenpersonals waren nach der Einigung der Tarifparteien nicht mehr zu erwarten, Bahnstreiks erstmal verschoben. Die Reise konnte also tatsächlich problemlos starten.

Allen Mitfahrern Willkommen in Finnland!

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Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Horst am 23. Oktober 2023, 20:14:28
Hallo Christina,
ich hab mal das Mückennetz übergestülpt und bin gespannt was mich erwartet. :D
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 24. Oktober 2023, 01:58:38
Hallo Christina,
bin auch gern dabei und schon gespannt auf Finnland  :adieu:
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 24. Oktober 2023, 17:42:35
Hallo Christina,
ich hab mal das Mückennetz übergestülpt und bin gespannt was mich erwartet. :D

 :totlach: ich sehe, du bist bestens ausgerüstet, ob wir es brauchen? Mal sehen.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 24. Oktober 2023, 21:53:01
Da im Zuge der Klimaerwärmung Ziele im Norden immer interessanter werden bin ich auch dabei! Bin sehr gespannt auf die Wanderungen in Finland!
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Silvia am 25. Oktober 2023, 15:32:35
Ich bin auch dabei  :adieu:     
Die Fotos lassen mich von Schweden träumen, jetzt bin ich gespannt mit was das Nachbarland mit der unmöglichen Sprache aufwartet  :happy:
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 25. Oktober 2023, 17:48:17
Schön, dass so viele dabei sind.

Silvia, "unmögliche Sprache", da hast du recht und die verschiedenen online Übersetzer werden auch nicht mit ihr fertig, ein Wort, zig Übersetzungvarianten oder noch besser, gar keine Übersetzung.

So, dann starte ich mal mit dem ersten Tag, der allerdings noch nicht viel interessantes von Finnland zeigt. Ab dem nächsten Tag geht es dann richtig los.

1. Tag – Dienstag, 06.06.

Letzten Sommer bin ich mit der Lufthansa nach Helsinki geflogen, dieses Jahr war Finnair günstiger. Für den Hinflug hat das den Vorteil, dass Abflugzeit erst 11.30 Uhr ist und ich so zu «normalen» Zeiten in den Tag starten kann.

Um 6 Uhr klingelt der Wecker, eine gute Stunde später fährt mein Zug und das ist ein weiterer Vorteil des späten Abflugs, ich kann eine der wenigen Verbindungen am Tag nehmen, bei der der Zug von meinem Heimatbahnhof (also nur ein paar Meter zu Fuß von zu Hause entfernt) ohne Umsteigen bis FRA fährt.

Pünktlich um zehn vor neun bin ich am Flughafen. Züge kommen am Terminal 1 an, Finnair fliegt ab Terminal 2, daher muss ich den kostenlosen Shuttlebus zwischen den Terminals nehmen. Eigentlich geht das wesentlich angenehmer mit dem Skytrain, der ist aber wegen der Baustelle am und um den Flughafen zurzeit außer Betrieb. Die Busse fahren regelmäßig, da aber normale Gelenklinienbusse eingesetzt werden, die zwar viele Sitzplätze, aber kaum Kofferstauraum haben, sind diese auch an Tagen mit wenigen Fluggästen wie heute sehr schnell «voll». Für den ersten Bus stehe ich zu weit hinten in der Schlange, beim zweiten bin ich mit dabei.

Im Terminal 2 gehe ich gleich zum Schalter von Finnair, einen Kofferaufgabeautomaten gibt es für Finnair hier nicht.

An der Sicherheitskontrolle gibt es keine Wartezeit, leider muss man hier wieder die Elektronik aus dem Handgepäck rausnehmen, bei meinem letzten Flug ab Terminal 1 war das nicht mehr nötig.

Bereits eine knappe halbe Stunde nach Ankunft am Flughafenbahnhof bin ich schon am Gate. Ich fülle meine Wasserflaschen am Trinkwasserspender, kaufe zwei Sandwiches als zweites Frühstück und für später zum Mittagessen im Flugzeug und vertrete mir ausgiebig die Füße.

Mit dem Bus geht es dann zum Flugzeug. Bei Finnair ist, anders als bei Lufthansa, bei Buchung des Economy Tarifs mit Aufgabegepäck keine kostenlose Sitzplatzwahl, auch nicht beim (online) Check-in, enthalten. Witzigerweise hat Finnair mir genau den Platz zugeteilt, den ich selbst ausgewählt hätte, nämlich wie immer einen Fensterplatz ziemlich weit hinten. Das Flugzeug ist alles andere als ausgebucht, viele Plätze bleiben frei, so auch der Sitz neben mir. Sehr schön.

Der Flug startet pünktlich um 11.30 Uhr, der Himmel ist überwiegend bewölkt, außerdem bin ich die Strecke letztes Jahr bei bestem Wetter schon geflogen, so dass ich nun auf Fotos verzichten kann und zunächst eine Runde schlafe. Zum Mittagessen gibt es dann mein am Flughafen gekauftes Sandwich (auch bei Finnair sind auf der Kurzstrecke nur noch Wasser und Blaubeersaft kostenlos), später kaufe ich noch einen Cappuccino (EUR 3,00).

Gegen 15 Uhr landen wir pünktlich in HEL (eine Stunde Zeitverschiebung), ich gehe auf die Toilette, am Kofferband dreht dann schon mein Koffer seine Runden. Also gehe ich direkt weiter zur Autovermietung. Über den ADAC habe ich ein Automatikauto bei Sixt reserviert (CCAR), auch am Sixt Schalter gibt es keine Wartezeit, gleich drei Mitarbeiter können sich um mich kümmern.

Der Vertragsschluss verläuft sehr angenehm, es gibt keinen Versuch, mich zu einem Upgrade zu überreden, im Gegenteil, ich höre den für eine Autovermietung sehr bemerkenswerten Satz « ein Toyota Yaris steht für Sie bereit (das entspricht dem Beispielfahrzeug für CCAR bei Sixt Helsinki), das ist zwar ein kleines Auto, aber für Sie als Alleinreisende ja ausreichend». Es wird mir angeboten, eine Tankfüllung zu kaufen (also das Auto leer abgeben zu können), der Literpreis liegt mit 1,79 EUR deutlich unter dem in Finnland zurzeit üblichen Preis von 1,91 bis 2,03 EUR (darüber hatte ich mich natürlich schon vorab informiert). Eigentlich dürfte das Tanken vor Abgabe diesmal kein Problem werden, da ich vorhabe, das Auto schon am Abend vor dem Rückflug abzugeben, also keinen Zeitdruck haben werde, auch bin ich etwas misstrauisch wegen dem günstigen Literpreis bzw, weiß ich ja gar nicht, ob die von Sixt berechneten Liter tatsächlich in den Tank des Toyota passen. Nach etwas überlegen mache ich es dann doch, am Ende nicht mehr tanken zu müssen ist einfach stressfreier und der günstige Literpreis rechnet sich für Sixt wohl dadurch, dass es niemand schafft, das Auto ganz leer zurückzugeben. Na mal sehen was am Ende unterm Strich dann rauskommt.

Im Parkhaus steht ein nagelneuer (zumindest riecht er so und ich habe nur die Kilometerangabe 8 km gefunden, im Kofferraum liegt noch eingeschweißt ein zweites Paar Fußmatten) silberner Toyota Yaris Hybrid (dass es ein Hybrid ist, habe ich erst nach ein paar Tagen festgestellt, ist aber genial, da spare ich einiges an Benzin). Mein Koffer passt in den Kofferraum (da hatte ich ein bisschen Sorge, dass ich die Rücksitze umklappen muss, was ich selbst im sicheren Finnland bei einer Rundreise nicht so toll gefunden hätte), für mein Navi gibt es einen 12 Volt Anschluss (es ist aber auch ein eingebautes Navi vorhanden), so dass die Fahrt gegen 16 Uhr losgehen kann.

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Mein Ziel heute ist meine Ferienwohnung für die nächsten 5 Nächte in Raisio, einem Vorort von Turku. Dorthin sind es vom Flughafen in Helsinki ca. 180 km, alles auf der Autobahn. Zur Auflockerung der Fahrt habe ich aber als erstes Ziel einen Supermarkt nach ungefähr 50 km, in Lohja, ins Navi eingegeben (anders als auf Mallorca kann ich hier in Finnland zum Glück mein vollgepacktes Auto ziemlich sorglos auf (Supermarkt) Parkplätzen stehen lassen).

Rund um den Flughafen in Helsinki sind viele Baustellen, zum Glück habe ich mir die ersten Kilometer nach dem Parkhaus auf Google Maps und Street View vorab angeschaut (also vor allem die Beschilderung), denn mein Navi sieht mich überwiegend im Nichts fahren, hilfreiche Angaben sind zunächst Fehlanzeige. Die Baustellen sorgen auch für Verkehrsbehinderungen, aber wo auf den Straßen um den Flughafen Frankfurt eine gesperrte Fahrspur zu kilometerlangen Staus führt, geht es hier nur ein bisschen langsamer voran.

Bald läuft es aber normal und mein Navi findet mich auch auf der passenden Autobahn wieder.

Nach einer guten halben Stunde Fahrt erreiche ich den K-Market Lohjanportti bei Lohja, einen kleinen Supermarkt fast direkt an der Autobahnausfahrt. Ich kaufe die nötigsten Dinge vor allem für heute Abend und morgen fürs Frühstück ein, die meisten Produkte kenne ich ja schon vom letzten Jahr, so dass es einigermaßen schnell geht und ich gegen 17 Uhr wieder auf der Autobahn bin.

Knapp anderthalb Stunden später fahre ich auf den Parkplatz des kleinen Einkaufszentrums in Raisio, nicht weit von meiner Ferienwohnung. Im Einkaufszentrum gibt es unter anderem einen «Kioski» ein kleines Lädchen für Zeitschriften, Lotto, ein paar Lebensmittel, usw. Hier ist der Schlüssel für die Ferienwohnung hinterlegt, der mir nach Vorzeigen meines Personalausweises ausgehändigt wird.

Dann geht es auf die letzten Meter bis zum Parkplatz hinter dem 12-stöckigen Hochhaus und mit dem Aufzug in den 11. Stock.

Wohnungen in Mehrfamilienhäusern in Finnland haben offensichtlich zwei Wohnungstüren, eine erste mit Briefkastenschlitz, die mit dem Wohnungsschlüssel zu öffnen ist, dahinter mit vielleicht 50 Zentimeter Abstand, einen zweite, die nur eine Türklinke, kein Schloss mehr hat.

Die Wohnung mit Wohn-, Esszimmer und offener Küche, Schlafzimmer, Abstellraum, Bad und separater Toilette ist frisch renoviert (bis auf Bad und Toilette), modern eingerichtet mit viel Platz und Stauraum und einem großen Balkon mit Weitblick. In der Ferne erkennt man die «Meyer Werft Turku» in der viele Kreuzfahrtschiffe, wie z.B. Mein Schiff 1, 2 und 7, Costa Smeralda und Toskana und Carnival Celebration erbaut wurden und werden.

Die Dusche ist mal wieder gewöhnungsbedürftig, wie häufig in Skandinavien gibt es keine Duschwanne und hier sogar nicht mal einen Vorhang.

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Ich richte mich ein, esse zu Abend, telefoniere mit Peter und falle gegen halb zehn völlig fertig ins Bett (wie schon letztes Jahr in Helsinki stört es meinen Schlaf nicht, dass die Sonne erst gegen 23 Uhr unter und schon gegen 3.30 Uhr wieder aufgeht).

Wetter: FRA sonnig, ca. 25 °C, HEL und Turku bewölkt, kurze Schauer, ca. 18 °C
Kosten:
Bahnfahrkarte FRA hin- und zurück (Deutschlandticket) EUR 49,00;
Flug Finnair, Economy inkl. Aufgabegepäck, kostenlose Umbuchung, EUR 258,48, gebucht auf der Finnair Website;
5 Nächte Ferienwohnung in Raisio, inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung, EUR 299,00 (gebucht über booking.com)

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Silv am 26. Oktober 2023, 13:31:22
Hallo Christina,

ich bin auch dabei, allerdings mehr als "Gast" übers Handy. Da schreibe ich nicht gerne Texte...
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 27. Oktober 2023, 08:13:46
Die Duschkabine schaut aus wie die in einem Wohnmobil. Da muss man dann vorher alle mobilen Teile wie den Teppisch rausräumen und nach dem Duschen das Bad putzen? Da spritzt doch die Dusche über das Waschbecken und das WC oder? Das ist ja primitiver als in Korea…
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 27. Oktober 2023, 12:35:18
Die Duschkabine schaut aus wie die in einem Wohnmobil. Da muss man dann vorher alle mobilen Teile wie den Teppisch rausräumen und nach dem Duschen das Bad putzen? Da spritzt doch die Dusche über das Waschbecken und das WC oder? Das ist ja primitiver als in Korea…

Kleine Korrektur  ;) In den meisten WoMos, die ich kenne , gibt es eine Duschabtrennung. Hier wäre zumindest ein Vorhang hilfreich, zumindest steht ein Wischer da. Ansonsten eine nette Wohnung.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 27. Oktober 2023, 17:48:35
Die Duschkabine schaut aus wie die in einem Wohnmobil. Da muss man dann vorher alle mobilen Teile wie den Teppisch rausräumen und nach dem Duschen das Bad putzen? Da spritzt doch die Dusche über das Waschbecken und das WC oder? Das ist ja primitiver als in Korea…

Kleine Korrektur  ;) In den meisten WoMos, die ich kenne , gibt es eine Duschabtrennung. Hier wäre zumindest ein Vorhang hilfreich, zumindest steht ein Wischer da. Ansonsten eine nette Wohnung.

Zu den Duschen in Skandinavien: da gibt es oft (war z.B. in meinem Hotel in Kopenhagen auch so) keine Duschwanne, d.h. man steht einfach im Badezimmer, das dann natürlich einen Abfluss im Boden hat. Meist gibt es aber einen Vorhang oder eine Duschkabine, aber eben unten offen. Nach dem Duschen schiebt man das Wasser mit dem immer (zumindest in Finnland, nicht beim Hotel in Kopenhagen) vorhandenen Gummischieber in Richtung Abfluss. Beim Bad hier ohne Vorhang dachte ich auch, da wird ja das ganze Bad unter Wasser gesetzt, war aber nicht so, ein paar Spritzer am Waschbecken, mehr nicht. Da stand ja sogar eine Waschmaschine im Raum. Aber ja, die Badematte muss man natürlich vorher aus dem Bad rauslegen oder zumindest weit weg vom Duschbereich.

Hat übrigens nichts mit primitiv oder altmodisch zu tun, ich habe während des Urlaubs mal in so eine Haus-/Wohnungsrenovierungssendung im Fernsehen geschaut und in einer der Unterkünfte gab es Zeitschriften ähnlich wie "Schöner Wohnen", da war das auch bei nagelneuen Bädern so. Spart halt enorm Geld und Platz im Bad und ist automatisch behinderten- bzw. seniorengerecht. Dieses Bad hier wird allerdings bald renoviert, das hängt aber davon ab, wann im gesamten Haus die Wasserrohrleitungen neu gemacht werden, in dem Zusammenhang wird auch das Bad komplett renoviert. Dann kostet die Unterkunft allerdings sicherlich deutlich mehr. In den Bewertungen haben sich die meisten (immer Finnen) gar nicht zum Badezimmer geäussert, nur wenige haben gemeint, ein Vorhang wäre toll.

Es gibt aber auch in Finnland viele Unterkünfte mit "normaler" Dusche, vor allem denke ich, in den Stadthotels, da hatte ich in Helsinki auch eine normale Duschwanne.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 27. Oktober 2023, 18:09:12
Hallo Silvia (Silv), schön, dass du auch dabei bist.

2. Tag – Mittwoch, 07.06.

Heute steht ein Ausflug in die Schären in der Ostsee vor Turku auf meinem Programm. Es gibt zwei touristische Routen, die große und die kleine Schärenringstraße. Beide sind mit dem Auto oder dem Fahrrad zu fahren, die große Runde ist auch mit dem Auto nicht an einem Tag zu bewältigen, dafür gibt es zu viel zu sehen und zu viele Fährverbindungen, die nur ein oder zwei Abfahrten pro Tag haben.

Da ich mir nur diesen einen Tag für die Schären Zeit nehme, kann ich höchstens die kleine Schärenringstraße fahren. Ich lasse mir noch offen, ob ich die komplette Runde fahre oder einfach so weit, wie ich Zeit und Lust habe und dann umdrehe und die gleiche Strecke zurückfahre, ohne die Runde zu vollenden, denn auch bei der kurzen Runde gibt es eine Fähre, die nur zweimal am Tag fährt.

Erster Stopp ist nach 45 Minuten Fahrt gegen 9 Uhr das Städtchen Pargas (wie schon in meinem Helsinki Bericht geschrieben, im Süden Finnlands haben alle Städte einen finnischen und einen schwedischen Namen, also nicht wundern, wenn ihr irgendwo andere Bezeichnungen entdeckt.)

Ich parke mein Auto kostenlos am Hafen und bummle dann durch die Altstadt von Pargas. Es gibt eine Pfarrkirche aus dem frühen 14. Jh. und viele alte bunte Holzhäuser – richtig idyllisch, außer ein paar Einwohnern ist niemand unterwegs, die Sonne scheint, überall blüht und duftet der Flieder, ein wunderbarer Beginn des Urlaubs ist das. Alt- und Neustadt werden durch einen Kanal getrennt, diesen gehe ich entlang zurück zum Hafen, wo der Kanal ins Meer mündet (den neueren Teil der Stadt schaue ich nur von weitem im Vorbeigehen an) und spaziere dort noch ein bisschen herum, nach ungefähr einer Stunde Aufenthalt in Pargas fahre ich weiter.

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Bald steht dann meine erste Fährfahrt in Finnland an, sie dauert nur wenige Minuten und ist kostenlos. Aussteigen ist während der Überfahrt wohl nicht vorgesehen, zumindest bleiben alle anderen sitzen, daran halte ich mich mal.

Die Strecke führt auf einer kurvigen Straße mal leicht bergab, mal leicht bergauf durch herrlich blühende Wiesen, vorbei an den typisch finnischen roten Holzhäusern, über Brücken und hin- und wieder mit Blick auf das Meer. Sehr, sehr schade, dass es keinerlei Haltemöglichkeiten gibt.

Gegen 11 Uhr (also ungefähr eine Stunde Fahrt ab Pargas) erreiche ich Nagu. Auch hier kann ich kostenlos am Hafen parken. In diesem Ort sind einige Touristen unterwegs, insbesondere rund um die kleinen roten Häuschen am Hafen, in denen kleine Shops sind, von denen viele aber noch nicht geöffnet haben. Ich spaziere durch ein Waldstück vom Hafen zu einem Strand mit Badesteg und genieße den Ausblick einige Zeit auf einem Felsen sitzend.

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Zum Mittagessen finde ich im Ort ein nettes Restaurant mit Garten zum draußen sitzen. Es gibt kein spezielles Mittagsgericht, wie sonst häufig in Finnland, ich bestelle Fish and Chips und einen Apfelsaft (Restaurant Köpmans, EUR 26,00). Damit beginne ich (was mir erst später auffällt) meinen zweiten Finnlandaufenthalt, so wie ich den ersten beendet habe, mit Fish and Chips (damals am Flughafen am Abreisetag).

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Nach dem Essen bleibe ich noch in Nagu. Ich habe mir eine kleine Wanderung, den Westerholm Path, auf den Spuren des Malers Victor Westerholm (Landschaftsmaler, 1860 in Nagu geboren, hat zunächst in Finnland, dann in Düsseldorf Kunst und Malerei studiert und hier in den Schären viele Motive für seine Bilder gefunden) gespeichert. (In diesem Urlaub habe ich zum ersten Mal meine Garmin Uhr nicht nur zum Aufzeichnen der Strecke genutzt, sondern auch Wanderstrecken vorab gespeichert, das hat gut funktioniert und mir erspart, ein weiteres Gerät, unser Garmin Wandernavi, mitzunehmen.)

Zunächst geht es auf einem Holzbohlenweg über eine sumpfige Wiese, dann ein ganzes Stück eben durch den Wald, immer mal wieder hat man Blicke aufs Meer.

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Dann führt der Weg bergauf, die an den Bäumen angebrachten Seile als Aufstiegshilfe sehe ich als ziemlich übertrieben an, aber bei matschigem Untergrund sieht das vielleicht anders aus.

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Oben angekommen hat man eine relativ gute Sicht über Meer und weitere Inselchen, eingeschränkt aber durch die Bäume und die eher geringe Höhe des Felsens. Dieses Problem wurde offensichtlich bereits angegangen, es wird gerade ein hölzerner Aussichtsturm gebaut. Leider ist er noch nicht fertig, zeigt aber mal wieder sehr schön, wie gering die Kriminalitätsrate in Finnland ist, die Arbeiter haben ihre Ausrüstung und das Holz für den Weiterbau einfach auf dem Fels liegen gelassen, es gibt auch nirgends ein Verbotsschild oder Absperrung, auf den Aufstieg verzichte ich natürlich trotzdem.

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Auf dem Jetukastberget genannten Hügel gibt es neben der Aussicht eine Begräbnisstätte aus der Bronze Zeit.

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Nach einer kurzen Pause auf dem Hügel folge ich dem Waldweg bergab, es ist herrlich grün hier.

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Der Weg verlässt dann den Wald und führt über grüne Wiesen zurück in den Ort.

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Das war ein sehr netter Spaziergang, mein Gpx Track wäre nicht nötig gewesen, der Weg war bestens ausgeschildert und informierte auf mehreren Tafeln über das Leben von Victor Westerholm. Auf der gesamten Runde habe ich keine Menschenseele angetroffen.

Nun muss ich mich entscheiden. Ab Nagu fährt eine Fähre zurück nach Turku bzw. in dessen Nähe, damit hätte ich die kleine Schärenringstrasse vollendet. Abfahrt ist erst um 16 Uhr, nun ist es 13.30 Uhr. Außerdem kann die Fähre nicht reserviert werden, ich müsste also schon einige Zeit vor Abfahrt mich mit dem Auto an den Fährableger stellen, andererseits würde so eine 2,5-stündige Schiffsfahrt durch die Schären sicher sehr schön sein.

Ich entscheide mich der Schärenringstraße noch ein Stück weiter zu folgen und dann mit dem Auto zurück zu fahren, auf die Fährfahrt also zu verzichten.

Im Supermarkt in Nagu kaufe ich noch Wasser ein (und unterhalte mich mit der Kassiererin kurz auf Deutsch), dann fahre ich weiter in Richtung Korpo, der nächsten Insel. Wieder geht es auf eine Fähre für eine kurze, kostenlose Fahrt.

Gegen 14.45 Uhr erreiche ich den kleinen Hafen von Korpo, wo ich wieder kostenlos parken kann. Von hier spaziere ich ein Stück durch den Wald, dann über eine Brücke zum Inselchen Likholmen. Ganz alleine genieße ich hier Strand, Badesteg mit Bank, Sonne und Ausblick, hin und wieder fahren ein paar Boote vorbei.

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Gegen 15.30 Uhr mache ich mich auf den Rückweg. Bei der Fähre zwischen Korpo und Nagu gibt es einen großen Parkplatz, den nutze ich, um auch mal ein Foto von solch einer Fähre, wie sie hier zahlreich unterwegs sind, zu machen.

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Danach fahre ich ohne Stopp zurück in meine Unterkunft, wo ich gegen 17.45 Uhr ankomme.

Nach dem Abendessen mache ich noch einen kleinen Spaziergang durch den Park an den das Hochhaus in dem ich wohne, angrenzt.

Wetter: sonnig, teils kühler Wind, ca. 17°C
Wanderung: Westerholm Path in Nagu, 2,25 km, 55 Höhenmeter

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 30. Oktober 2023, 18:06:05
3. Tag – Donnerstag, 02.03.

Heute soll es den ganzen Tag bewölkt sein und immer mal wieder regnen, da bietet es sich an, diesen Tag in Turku zu verbringen.

Ins Stadtzentrum kann ich den Bus nehmen, die Haltestelle ist nur ein paar Minuten zu Fuß von meiner Unterkunft entfernt. Wie auf Mallorca kann im Turkuer Nahverkehr auch einfach mit Kredit- oder EC Karte bezahlt werden, ein Ticket muss nicht gekauft werden. Besser gelöst als auf Mallorca ist hier, dass man nur beim Einsteigen die Karte scannen muss, aber nicht mehr beim Aussteigen, Strafgebühren wegen Vergessens oder Nichtfunktionierens des Geräts sind so ausgeschlossen, funktioniert aber nur, weil alle Strecken, egal wie weit, dasselbe kosten (EUR 3,00).

Nach ungefähr zwanzigminütiger Fahrt erreiche ich gegen 8.40 Uhr den Marktplatz von Turku. Dieser wurde gerade neugestaltet, einiges ist noch nicht ganz fertig, insgesamt ein schöner Platz umgeben von sowohl historischen Häusern, als auch modernen. Auffällig ist die Orthodoxe Kirche von 1846, deren Architekt C.L. Engel war, der auch für das Zentrum von Helsinki verantwortlich ist, die Ähnlichkeit ist deutlich – Pastellfarbe, Kuppel, Säulen (rund um die Kirche wird noch gebaut, daher kann ich sie nicht von innen besichtigen).

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Turku war in der Zeit als Finnland zu Schweden gehörte, die Hauptstadt des Landes, ist heute mit 194.000 Einwohnern nur die sechstgrößte Stadt Finnlands, hat aber immer noch einige Bedeutung als Sitz von zwei Universitäten und einem großen Fähr- und Industriehafen, die Meyer Werft habe ich schon erwähnt.

Südlich vom Marktplatz stehen einige hübsche historische Gebäude, darunter auch die Kaupahalli (Markthalle, die es in jeder etwas größeren finnischen Stadt gibt), es gibt aber auch einige leerstehende und verwahrlost aussehende Gebäude.

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Modern ist die Bibliothek der Stadt (von 2007),

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dahinter erreiche ich den Aurajoki mit schöner Promenade, der man am Fluss entlang bis zum Hafen folgen kann. Sie ist gesäumt von teils historischen Häusern und vielen Cafés, Restaurants, Bars, auch Restaurantschiffen.

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Ich gehe zunächst flussaufwärts zum Dom. Dieser ist die größte und wichtigste mittelalterliche Kirche Finnlands und Sitz des evangelischen Erzbischofs, dem Oberhaupt der Lutherischen Kirche des Landes. Auf dem großen Vorplatz ist zurzeit eine Art Sommerbiergarten aufgebaut, mehrere Cafés und, im unteren Bereich zum Fluss hin, Bühnen mit Sitzplätzen befinden sich hier, am frühen Vormittag hat das meiste noch geschlossen, eine sehr nette Idee finde ich, um den Platz zu beleben.

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Natürlich schaue ich mir den Dom, der von 1229 bis 1300 erbaut wurde, auch von innen an. Hier ist es ziemlich düster, bemerkenswert ist die neugotische Kanzel von C.L. Engel entworfen und das Grab von Karin Måndotter (kein Foto gemacht, zu dunkel), der einzigen schwedischen Königin, die in Finnland begraben ist.

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Nach der Innenbesichtigung spaziere ich einmal rund um den Dom. Hier stehen viele alte Holzhäuser, einige davon waren Teil der Schwedischen Universität, ein modernes Gebäude gibt es auch, das ist das Sibelius Museum, in dem es um den berühmten finnischen Komponisten geht (in Helsinki war ich letztes Jahr beim Sibelius Monument, mit den Orgelpfeifen aus Metall, die eher an Baumstämme erinnern) und um Musikinstrumente im Allgemeinen.

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Angrenzend an den Domplatz befindet sich der Alte Markt, der besonders im Winter eine Rolle spielt, hier findet ein Weihnachtsmarkt statt und vom orangefarbenen Haus mit dem Balkon wird an Heiligabend der Weihnachtsfrieden verkündet, übertragen vom Fernsehen in ganz Finnland.

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Vom Alten Markt gehe ich ein Stückchen am Fluss entlang flussabwärts und dann weg vom Fluss den Vartiovuori (Wachtberg) hinauf, ein Park mit von C.L. Engel entworfener Sternwarte und einem Punpenhaus im Jugendstil, beides hinter Felsen, Büschen und Bäumen kaum zu sehen.

Auf der anderen Seite des Parks erreiche ich das Freilichtmuseum Luostarinmäki. Ein Freilichtmuseum im eigentlichen Sinn, also mit aus einer ganzen Region zusammengetragenen und wiederaufgebauten Gebäuden, ist es nicht, sondern ein erhaltener bzw. in den ursprünglichen Zustand des 18. Jh. zurückgebauter Stadtteil von Turku.

Das Viertel blieb als einziges vom großen Feuer 1827 verschont und wurde, anders als ursprünglich geplant, nicht zusammen mit dem Rest der Stadt nach dem Brand völlig neu konzipiert.

Am Eingang bezahle ich EUR 10,00 Eintritt, dann bummle ich durch die Gassen und schaue mir auch einen Teil der Häuser von innen an. Es gibt sowohl alte Wohnungen als auch verschiedene Handwerksbetriebe zu sehen, z.T. arbeiten dort der Zeit entsprechend gekleidete Personen. In einem der Häuser wird die Geschichte des Viertels dargestellt, die vielen Diskussionen nach dem Brand, ob das Viertel erhalten werden soll oder nicht und dann die schon frühen Anfänge als Museum ab 1940, in dem noch sehr lange einige der Angestellten und ihre Familien tatsächlich wohnten. Diesen Teil finde ich besonders interessant.

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Zum Mittagessen gehe ich wieder ins Stadtzentrum. Von den Lokalen am Fluss suche ich mir das „Tintå“ aus, hier gibt es verschiedene Lunchgerichte, ich bestelle die „Korean Steakpizza“, Wasser und danach Kaffee sowie Pralinen sind in den EUR 13,90 enthalten. Es ist warm genug, dass ich draußen am Fluss sitzen kann.

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Nach dem Essen wechsle ich nochmal auf die andere Seite des Aurajoki

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und schaue mir das vom großen finnischen Architekten Alvar Aalto entworfene Stadttheater an und nicht weit davon entfernt, das Wäinö-Aaltonen-Museum (nur von außen), in dem viele Werke dieses berühmten finnischen Bildhauers zu sehen sind.

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Wieder geht’s danach auf die andere Flussseite und den Berg hinauf zur Michaelskirche. Dieses im Reiseführer mit knappen anderthalb Sätzen als neugotische Kirche, entworfen 1899-1905 vom Architekten Lars Sonck, der „ansonsten eindeutig den Jugendstil bevorzugt hat“ beschriebene Gebäude ist eine wunderschöne Überraschung für mich. Schon im Eingangsbereich ist klar, dass Lars Sonck nicht nur „ansonsten“ den Jugendstil mochte, sondern ihm auch hier, trotz der neugotischen Fassade, gefolgt ist. Im Kircheninneren wird das noch deutlicher, herrliche Jugendstilelemente finden sich überall – ich bin hin und weg. Das erinnert mich sehr an die Kallio Kirche in Helsinki, allerdings ist diese hier noch viel schöner.

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Dem ausliegenden Flyer (sogar auch auf Deutsch) entnehme ich, dass Sonck mit dem neugotischen Kirchenäußeren einen Architekturwettbewerb gewonnen hat, vor Baubeginn seine Entwürfe gerne geändert und die Kirche auch von außen im Jugendstil gebaut hätte. Das wurde ihm verständlicherweise verwehrt, immerhin hatte er mit dem neugotischen Äußeren den Wettbewerb gewonnen. Aber im Inneren gab man ihm ziemlich freie Hand und so kam es zum Stilbruch, außen Neugotik, innen Jugendstil und Nationalromantik.

In den 1950iger Jahren wurde das dann aber geändert, das Kircheninnere nach und nach in einen neugotischen Kirchenraum umgewandelt. All die schönen Wandmalereien wurden übermalt. Zum Glück hat man bereits in den 1960igern dies als Fehler erkannt und zum Teil rückgängig gemacht, eine große Restauration fand dann in den 1980iger Jahren statt, heute entspricht der Kircheninnenraum wieder dem Original.

Nach Nutzung der Toilette in der Michaelskirche (in Finnland gibt es in fast allen Kirchen Toiletten, sehr praktisch) spaziere ich in das angrenzende Stadtviertel Port Arthur. Hier gibt es einige Straßenzüge mit gut erhaltenen bunten Holzhäusern. Diese Häuser wurden Anfang des letzten Jahrhunderts von den Russen gebaut (Finnland gehörte damals zu Russland), doch woher kommt der für Finnland oder Russland unpassende Name? Im Russisch-Japanischen Krieg (1904-05) verlor der Zar sein bisheriges Pachtgebiet Port Arthur in der Mandschurei an Japan (wobei Port Arthur eigentlich Lüshun hieß, den westlichen Namen Port Arthur von den Briten erhielt, die dort im 19. Jh. Kolonialmacht waren) und ließ dann als eine Art Ersatz diesen Stadtteil von Turku erbauen und entsprechend benennen.

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Einen kurzen aber kräftigen Regenschauer warte ich unter einem Baum ab, dann geht’s weiter auf den Hügel Kakolanmäki. Hier wurde vor ein paar Jahren ein ehemaliges Gefängnis zum Hotel umgebaut und daneben wird zurzeit ein modernes Wohnviertel errichtet mit Cafés, Restaurants und kleinen Geschäften.

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Der nächste Regenschauer trifft mich, als ich den neu errichteten „Funicular“ anschaue, ein Schrägaufzug, der den Hügel Kakolanmäki mit der Flusspromenade verbindet. Die Fahrt ist kostenlos und automatisch, aber wohl eher eine Spielerei als echte Notwendigkeit, denn es sind nur wenige Höhenmeter zu überwinden.

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Am Fluss angekommen hat der Regen aufgehört und es klart sogar auf. Ich folge der Promenade flussabwärts und komme an der Skulptur „Harmonia“ des deutschen Achim Kühn vorbei, errichtet 1996 im Rahmen des „Turku Environmental Art Project“. Ein Wasserbus fährt an mir vorbei, am gegenüberliegenden Ufer sehe ich das Restaurant „Nobi“ über dem ein „Stein“ von einem Kran gehalten, hängt.

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Als nächstes komme ich am Forum Marinum vorbei, auf einem ehemaligen Werftgelände wird in mehreren Gebäuden zum Thema Schifffahrt und Hafenstadt Turku ausgestellt, dazu gehört eine Reihe von historischen Schiffen, die hier am Fluss verankert sind.

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Auf eine Besichtigung des Museums habe ich keine Lust, genauso wenig wie auf die Innenbesichtigung der Turun Linna, der Burg von Turku, die etwas zurückversetzt vom Fluss an dessen Mündung ins Meer liegt. Ich schaue mir sie von außen an, soweit das möglich ist. Gerne wäre ich ins Burgcafé gegangen, dieses ist aber geschlossen, zumindest das, das ohne Burgeintritt zu bezahlen, zu erreichen ist.

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Ich gehe daher zurück zum Forum Marinum und setze mich ins dortige Café. Das Schoko-Karamell-Törtchen und der Cappuccino sind lecker (EUR 9,50). Im Museumsshop schaue ich dann nach Postkarten, bisher habe ich noch nirgends welche gesehen, die mir gefallen hätten, leider gibt es hier nur welche mit historischen Schiffen als Motiv, ich möchte aber welche mit allgemein Turku oder auch Finnland als Motiv.

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Dann spaziere ich die gesamte Promenade wieder flussaufwärts Richtung Stadtzentrum. Dabei sehe ich die „Föri“, eine kostenlose Fähre über den Fluss für Fußgänger und Fahrradfahrer, außerdem nochmal das Stadttheater, davor liegt eines der zahlreichen Restaurantschiffe.

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Zurück am Marktplatz schlendere ich noch durch das dortige Einkaufszentrum, wieder auf der Suche nach Postkarten, wieder erfolglos. Sehr merkwürdig, letztes Jahr in Helsinki gab es „überall“ Postkarten.

Gegen 17 Uhr fahre ich mit dem Bus zurück nach Raisio. Nach einer kurzen Pause in der Wohnung gehe ich dann nochmal zum Supermarkt, meine Vorräte brauchen Auffrischung. Hier habe ich heute mal Zeit für einen etwas ausführlicheren Blick in die Regale und bin erstaunt, wie klein doch die Auswahl bei fast allem ist (das war schon in Helsinki so, da dachte ich aber, dass es daran lag, dass es kleine Supermärkte in der Innenstadt waren) mit der Ausnahme von Milch und Joghurt (Milch gibt es von zig verschiedenen Herstellern und in allen Größen und Fettstufen, bei Joghurt und Quark ist es ähnlich), Wasser wird dagegen von den Finnen wohl hauptsächlich dem Wasserhahn entnommen, es gibt fast gar keine Auswahl und das wenige das da ist, ist kohlensäurehaltiges Wasser (das war allerdings anders in Helsinki letztes Jahr).

Den Tag beende ich in der Wohnung mit Abendessen und den üblichen Abendbeschäftigungen.

Wetter: bewölkt, mehrere kurze Regenschauer, ab Spätnachmittag zunehmend sonnig, teils kalter Wind, ca. 15°C
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 31. Oktober 2023, 19:11:42
Christina wieviele Kilometer waren das heute? Ich glaube du hast wirklich die ganze Stadt gesehen, Hut ab! Solche Strecken schaffe ich irgendwie nicht mehr. Das Freilichtmuseum hat mir besonders gut gefallen, danach wäre ich wahrscheinlich heim gegangen  ;D
Der Tag gestern war sehr idyllisch, insgesamt scheint mir die Stimmung sehr entspannt, das gefällt mir gut.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 01. November 2023, 13:57:05
Hi,
die bunten Holzhäuser geben mir doch gleich wieder das Bullerbü Gefühl  ;D Die Rückfahrt mit dem Schiff auf der Schärenrunde würde mir gefallen, allerdings hätte ich auch lieber nicht so lange gewartet. Vorallem, wenn man dann einenTeil in der Warteschlange verbringen muss.

 :respekt: Für dein Turku Programm bräuchten wir wahrscheinlich mehrere Tage. Interessante Stadt
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 01. November 2023, 18:23:09
Wieviele Kilometer das in Turku waren, weiß ich nicht, in der Stadt lass ich meine Uhr nicht mitlaufen. Kam mir aber nicht allzu viel vor. Die Innenstadt von Turku kann man (ohne Museen) gut an einem Tag anschauen.

Bezüglich der Schifffahrt weiß ich ja leider nicht, was mir entgangen ist, ich denke, es wäre eine auf jeden Fall gleichwertige Alternative zu meinem Programm gewesen.

4. Tag – Freitag, 09.06.

Es geht nochmal in die Schären, heute in ein Gebiet südöstlich von Turku. Nach ungefähr einer Stunde Fahrt erreiche ich gegen 9.15 Uhr das Örtchen Teijo, das wie viele andere Orte der Gegend vom 17. bis 19. Jh. von Eisenhüttenwerken lebte bzw. meist sogar von den Inhabern der Eisenwerke gegründet wurden. Das ist lange vorbei und die ehemaligen Fabrikgebäude, Villen der Firmeneigentümer und Arbeiterwohnungen werden für die heutige Haupteinnahmequelle, den Tourismus in der einen oder anderen Form genutzt.

In Teijo schaue ich mir die Kirche an, die auf einem Hügel am Ortsrand steht. Die Teijo Kirche ist Finnlands kleinste Steinkirche, 1829 vom Industriellen Robert Bremer gebaut. Das Innere kann ich mir nicht anschauen, die Kirche ist geschlossen.

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Von der Kirche spaziere ich noch zur ehemaligen Eisenfabrik von 1686. Der Schornstein steht noch, im Inneren befinden sich heute ein Café, eine Galerie, ein Kunsthandwerkgeschäft und ähnliches, jetzt um diese Uhrzeit ist noch alles geschlossen.

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Ich fahre ein Stückchen weiter nach Mathildedal und parke am Hafen. Auch hier sind ehemalige Fabrikgebäude in Hotels, Restaurants, Geschäfte und Seminarräume umgewandelt. Ein sehr netter Ort, hier könnte man es auch länger aushalten. 

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Nur wenige Kilometer außerhalb von Mathildedal liegt einer der Parkplätze des Teijo Nationalparks – mein erster finnischer Nationalpark und mein erster Kilometer auf finnischer unbefestigter Straße. Beim Anblick von Straße und den Häuschen der Trockentoiletten beim Parkplatz fühle ich mich fast wie in Kanada oder den USA ;D.

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Kurzer Exkurs zu den finnischen Nationalparks: Alle finnischen Nationalparks sind kostenlos zu benutzen, es gibt weder Parkplatzgebühren noch eine Art Nationalparkpass (wie in Kanada oder USA). An den (größeren) Parkplätzen der Parks gibt es immer Trockentoiletten, oft (nicht immer) auch eine Art Besucherzentrum (mal ganz klein und einfach in einer Holzhütte, mal groß und modern) mit Shop für Wanderkarten, Souvenirs, einem Café oder Restaurant. Die Wanderwege sind immer ziemlich gut markiert, es gibt zwischendrin Rastplätze mit Trockentoiletten, Bänken, Tischen, meist Feuerstellen zum Grillen, Holz dafür liegt immer bereit, manchmal muss man es noch zurechtsägen, eine Säge ist auch immer da. Manchmal gibt es Schutzhütten, manchmal auch Übernachtungshütten, die gemietet werden können (einfach, ohne fließend Wasser und Strom), Zeltplätze sind auch immer an der ein oder anderen Stelle im Park vorhanden. Zum Campen mit Womo oder Wohnwagen muss man wohl meist auf private Campingplätze gehen, Stellplätze in den Parks wie in Kanada oder USA gibt es nur selten. Und wie schon im Vorwort erwähnt, die Seite nationalparks.fi ist eine wunderbare Planungsgrundlage.

Gegen viertel nach zehn starte ich den Matildanjärvi Trail, der einmal rund um den Matildanjärvi (järvi = See) führt. Die Wanderung ist herrlich abwechslungsreich, man hat fast durchgängig Seeblick, mal läuft man im Wald oberhalb des Sees auf Felsen, dann auf Seehöhe, mal auf Holzbohlenwegen und Brücken über sumpfige Wiesen, hin und wieder geht es bergauf, meist verläuft der Weg aber eben.

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Gegen Ende verlässt man den Nationalpark kurz und geht an einigen typisch finnisch aussehenden Wohnhäusern vorbei.

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Der Weg ist sehr gut markiert, an Kreuzungen mit Holzschildern, sonst mit einem farbigen Holztäfelchen (hier orange) an den Bäumen. Recht schnell wird mir klar, was ich beim Planen nicht so ganz verstanden habe, die Trails durch die verschiedenen Nationalparks werden mit sehr langen Wanderzeiten gemessen an den Kilometern und Höhenmetern angegeben. Dies ist keine Übertreibung, sondern ergibt sich daraus, dass die Waldwege voller Wurzeln und Steine sind, weshalb man sich jeden einzelnen Schritt anschauen muss, schnelles Gehen ist unmöglich, nur auf Holzbohlenabschnitten und hin und wieder besser „geräumten“ Wegabschnitten kann man Geschwindigkeit machen. So benötige ich für 6,6 km mit nur 96 Höhenmetern tatsächlich 2 Stunden.

Auf dem Trail habe ich nur wenige andere Wanderer getroffen, nach diesem tollen Start freue ich mich auf die noch kommenden Wanderungen in den Nationalparks.

Viertel nach zwölf fahre ich nochmal zurück an den Hafen von Mathildedal. Im dortigen Restaurant „Ruukin Krouvi“ im ehemaligen Fabrikgebäude, das ich heute Vormittag schon von außen angeschaut habe, möchte ich Mittagessen. Erfreulicherweise gibt es ein Lunchbuffet mit Lachs, etwas Fleischigem (weiß nicht mehr genau was, da ich den Lachs gegessen habe), Kartoffeln, Gemüse, Salat, Wasser und zum Dessert Kaffee, Quarkcreme und Rührkuchen für EUR 15,00. Das Essen genieße ich draußen auf der großen Terrasse.

Dann fahre ich weiter durch die schöne Schärenlandschaft nach Süden. Wie schon in den Schären südlich von Turku wo ich vorgestern war, sind die Straßen hier leicht kurvig und leicht hügelig, man fährt durch wunderschön blühende Wiesen und hin und wieder vorbei an den roten finnischen Holzhäusern, manchmal sieht man das Meer. Leider ebenfalls wie im Gebiet vorgestern gibt es keine Haltemöglichkeiten außerhalb der Ortschaften, daher bleibt auch diese Strecke fotografisch undokumentiert.

Nächster Stopp ist Dalsbruk, nochmal ein Städtchen mit Eisenindustrie Vergangenheit. Ich schaue mir die ehemaligen Holzkohlenmeiler an und den Hafen mit den ehemaligen Lagerhäusern in denen sich heute ein Restaurant und ein Kino befinden.

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Von Dalsbruk fahre ich weiter in Richtung Süden. Mein letztes Ziel für heute ist nur per Fähre zu erreichen, die Insel Högsåra. Am Fähranleger in Svartnäs parke ich mein Auto, auf Högsåra kann alles zu Fuß erreicht werden. Die Fähre fährt nur wenige Male pro Tag, ich muss ein paar Minuten warten bis sie um 15 Uhr ablegt. Nur ein älteres Ehepaar mit ihren Fahrrädern, die ihr Wohnmobil ebenfalls auf dem Parkplatz stehenlassen, sind als Touristen an Bord, dann noch zwei Autos von Bewohnern der Insel (vermute ich zumindest).

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Die Überfahrt (kostenlos) dauert nur 10 Minuten, nun habe ich fast zwei Stunden Zeit bis zur nächsten Fähre zurück um 17 Uhr.

Herrlich idyllisch ist es hier, nur unbefestigte Straßen, viele blühende Wiesen, dazwischen farbige Holzhäuser, mehrere kleine Sandstrände, zwei Hafengebiete mit alten Bootsschuppen.

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Etwas getrübt wird der Aufenthalt allerdings durch das vollständige Fehlen jeglicher touristischen Infrastruktur. Ich wusste, dass das kleine Museum erst zur Hauptsaison ab 01.07. öffnet, laut Internet hätte aber zumindest das Café der Insel geöffnet sein müssen, ich hatte mich schon auf Kaffee und Kuchen gefreut, leider finde ich dort ein Schild, dass bis Mittsommer nur am Wochenende geöffnet ist. Und es gibt auf der gesamten Insel auch keinen Laden in dem man sich z.B. ein Eis hätte kaufen können oder einen Automaten für ein paar Kleinigkeiten und – das ist nun wirklich ein Problem, es gibt keine (geöffnete) öffentliche Toilette. Auch am Parkplatz vom Fähranleger gab es keine und nun muss ich wirklich dringend. Zum Glück komme ich an einem recht dichten Wäldchen vorbei, wo ich eine nicht einsehbare Stelle finde.

Immerhin gibt es am Hafen, wo die Fähre ablegt und auch ein paar wenige Segelyachten ankern, bequeme Stühle und Tische, da mach ich es mir dann mit der „immer dabei Notration“ an Müsliriegeln und meinem Wasser gemütlich bis die Fähre dann ablegt. Das ganze Hafenareal scheint neu gestaltet zu sein, die bunten Häuschen, die mich an die Hummerbuden in Helgoland erinnern, sind keine „echten“ Hütten, es stehen nur die Fassaden. Die Dreieckshütten am Rande des Hafens dagegen sind „echt“, man kann darin in einfachen Betten (ohne Bad) übernachten, in Richtung Meer sind sie vollständig verglast (ich habe durch das kleine Fenster an der Tür hineingeschaut).

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Auf der Rückfahrt nach Turku/Raisio komme ich an einer Tankstelle vorbei, an der das Benzin nur 1,93 EUR/l kostet, so günstig habe ich es bisher nirgends gesehen, also kann ich nun das erste Mal Tanken an einer finnischen Tankstelle hinter mich bringen. Ich hatte schon gelesen, dass es in Finnland praktisch nur noch Automatentankstellen gibt, mit der Besonderheit, dass es nicht einen Automaten für jede Zapfsäule gibt, sondern einen für mehrere zusammen. Genauso ist es nun auch, der Automat kann zum Glück auf Englisch umgestellt werden, dann Kreditkarte rein, PIN eingeben, auswählen um welche Zapfsäule es geht, auswählen für wie viel EUR man maximal tanken möchte, Karte raus und dann hat man 2 Minuten Zeit, den Tankvorgang zu starten. Nach dem Tanken kann man sich eine Quittung ausdrucken lassen. Alles völlig problemlos, man könnte sogar auch mit Bargeld bezahlen, das habe ich aber nie gemacht. Nachteil der Automatentankstellen ist, dass es dort auch keine Möglichkeit mehr gibt, eine Toilette zu nutzen oder ein bisschen Reiseproviant einzukaufen. Vor allem die Toiletten habe ich hin und wieder vermisst.

Um 19 Uhr bin ich wieder in der Ferienwohnung, Abendessen und übliche Abendbeschäftigung.

Wetter: sonnig, ca. 17 °C
Wanderung: Teijo Nationalpark, Matildanjärvi Trail 6,60 km, 96 Höhenmeter

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 02. November 2023, 19:16:43
Schöne Wanderungen bei Prachtwetter!
Irgendwie witzig die bunte Fassadenattrappe. Hatte die noch irgendeinen Zweck? Windschutz, oder so? Schön auch, wenn solch alte Industrieanlagen noch irgendwie genutzt werden statt zu verfallen.

Dass so einige Einrichtungen, Cafes oder Restaurants erst nach Midsommer so richtig geöffnet sind, haben wir in Schweden ja auch erlebt. Eigentlich schade.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 03. November 2023, 18:28:57
Den Zweck der Fassadenattrape kenne ich auch nicht, kann mir auch Windschutz vorstellen und um den Hafenbereich vielleicht optisch ein bisschen abzugrenzen.

Ja, schade mit dem Café, aber man kann nicht alles haben, wenig bis keine anderen Urlauber und trotzdem alles geöffnet. Blöd war halt, dass es auf der Website anders geschrieben war, hätte ich es gewusst, hätte ich mir im Supermarkt in Dalsbruk ein paar Kekse oder süße Teilchen mitgenommen. Aber schön war's trotzdem auf dem Inselchen.

5. Tag – Samstag, 10.06.

Für diesen letzten Tag, den ich in Turku bzw. Umgebung verbringe, habe ich die Qual der Wahl hinsichtlich der verschiedenen möglichen Unternehmungen. Man könnte hier eine Woche verbringen und hätte immer noch nicht alles gesehen, was im Tagesausflugsbereich zu erreichen ist.

Da ich an den nächsten Tagen einiges an Kilometern mit dem Auto zurücklegen werde, entscheide ich mich heute für einen Tag ohne Auto.

Um zwanzig nach acht fahre ich mit dem Bus 20 Minuten ins südlich von Raisio liegende Seebad Naantali. Die Stadt mit 19.500 Einwohnern ist seit Anfang des 20. Jh. ein Kur- und Badeort und heute auch wegen dem Themenpark Muminwelt, der auf einer Insel gegenüber vom Hafen liegt, bekannt.

Von der Bushaltestelle gehe ich zunächst durch den modernen Teil der Innenstadt, die Fußgängerzone mit Geschäften und Apartmenthäusern wird gerade saniert. Bald erreiche ich den Park am Klosterberg am Rande der Altstadt. Die Luostarikirkko, eine Feldsteinkirche von 1462 schaue ich mir von innen an, hier wird aber ein Konzert vorbereitet, Lautsprecher und sonstiges Equipment steht herum, daher ist nur ein kurzer Blick möglich.

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Von der Kirche spaziere ich den Hügel hinunter in Richtung Hafen, dabei komme ich an einem hübschen gelb-weißen Holzaussichtstürmchen vorbei, von dem aus ich einen schönen Blick auf den Kirchturm und einen Teil des Hafens habe. Innen leider ziemlich mit Kritzeleien beschmiert.

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Ich gehe am Hafen entlang, hier hat es viele alte schön verzierte Holzhäuser, in denen sich Restaurants und Geschäfte befinden, um diese frühe Uhrzeit ist noch alles geschlossen.

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An den Hafen grenzen Altstadtgassen mit bunten Holzhäusern an. Sehr idyllisch, allerdings im Vergleich z.B. zur Altstadt von Porvoo (wo ich letztes Jahr von Helsinki aus war), ein recht kleines Areal.

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Zwischen Altstadt und Meer liegt ein teilweise bewaldeter Granithügel, dort gibt es zahlreiche Spazierwege und man hat eine wunderbare Aussicht auf den Hafen und die davor liegenden Inselchen. 

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Zurück am Hafen nehme ich den ebenfalls sehr schön angelegten Spazierweg unterhalb der Kirche an der Küste entlang.

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Gegen halb zwölf Uhr habe ich alles was ich in Naantali sehen wollte, gesehen und entscheide mich für die zweite Tageshälfte nochmal mit dem Bus ins Zentrum von Turku und von dort mit dem Wasserbus zur Insel Ruissalo zu fahren.

Ein frühes Mittagessen gibt es für mich noch in Naantali im finnischen McDonalds „Hesburger“ in der Fußgängerzone. Die Karte über dem Tresen ist nur auf Finnisch, ich bekomme aber eine kleine gedruckte  Version auf Englisch ausgehändigt. Cheeseburger und Pommes (EUR 7,90) sind ganz in Ordnung.

Die Busfahrt nach Turku zieht sich etwas, erst muss ich einige Zeit auf die Abfahrt des Busses in Naantali warten, es ist ja Samstag, da fahren die Busse nicht so häufig wie unter der Woche, dann steigen an allen Haltestellen sehr viele Leute ein und aus, oft mit Kinderwagen, das dauert jedes Mal. So komme ich erst gegen 13 Uhr am Marktplatz in Turku an.

Schnell gehe ich zur nächsten Haltestelle der Wasserbusse, die entlang des Flusses Aurajoki fahren. Die erste Haltestelle an der ich vorbeikommen sollte, sehe ich irgendwie nicht, das kann ich mir zunächst gar nicht erklären. Also zur nächsten, die ist dann schon auf Höhe des Forum Marinum, also fast am Ende der Stadt in Richtung Meer/Hafen. Noch rechtzeitig für die Abfahrt um 13.25 Uhr bin ich dort, der Wasserbus kommt auch einigermaßen pünktlich – nimmt aber keine weiteren Fahrgäste mehr auf, da er schon voll ist :schreck:. Aufgrund des schönen Wetters wollen heute am Samstagnachmittag sehr viele Menschen nach Ruissalo fahren.

Auf den nächsten Wasserbus zu warten ist nicht sehr sinnvoll, da er vermutlich wieder voll sein wird. Ich beschließe zurück zum Marktplatz zu gehen und von dort mit dem Bus nach Ruissalo zu fahren (die Insel ist mit einer Brücke mit Turku verbunden). Auf dem Weg dorthin fällt mir ein, dass damals in Kopenhagen die Wasserbushaltestellen mal auf der einen Wasserseite waren, mal auf der anderen, vielleicht ist das ja hier auch so. Und tatsächlich, die erste Haltestelle habe ich vorhin nicht übersehen, ich bin gar nicht an ihr vorbeigekommen, da sie auf der anderen Flussseite liegt. Also Planänderung, statt Bus versuche ich den Wasserbus von dessen erster Abfahrtshaltestelle zu nehmen.

Ich überquere den Fluss auf einer Brücke und bin dann rechtzeitig für die 14 Uhr Abfahrt an der Anlegestelle. Hier wartet schon eine ganze Reihe von Leuten auf den Wasserbus, hoffentlich komme ich diesmal noch mit. Und tatsächlich klappt es, allerdings nur knapp und nur weil dieser Wasserbus größer ist als der vorherige (die Fahrt kostet genauso viel wie eine Busfahrt und kann ebenfalls ohne Ticket direkt mit der Kreditkarte bezahlt werden). Für die Leute an der nachfolgenden Haltstelle (also der an der ich vorhin war), ist wieder kein Platz mehr frei.

Ich sitze ganz vorne am Bug des Schiffs mit guter Sicht, der Fahrtwind ist aber erstaunlich kalt, vor allem als wir den Fluss verlassen und aufs Meer fahren. Auch mit meiner Fleecejacke, die ich im Rucksack dabeihabe, ist es eigentlich noch zu kalt und so bin ich ganz froh, als wir nach einer halbstündigen Fahrt mit einigen netten Ausblicken auch auf idyllisch gelegene Wohnhäuser, am sog. Volkspark von Ruissalo anlegen.

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Am Volkspark gibt es einen Sandstrand, dahinter einen großen Park mit Grünflächen, Bänken und Bäumen und einem Café in einem alten Holzhaus.

Das ist mein erstes Ziel, mit einem Cappuccino und einem Erdbeerkuchen (zusammen mit einer kleinen Flasche Wasser zum Mitnehmen für später EUR 12,00) wärme ich mich in der Sonne auf der Terrasse auf. Ich stelle fest, dass offensichtlich außerhalb der Städte ein „normaler“ Kaffee das übliche Getränk der Wahl der Finnen ist (die sehr viel Kaffee trinken, sie haben in der EU den höchsten Kaffeeverbrauch pro Person, nach anderen Statistiken nach Luxemburg den zweit höchsten), hier gibt es zwar Cappuccino und ähnliches, das Mädel an der Rezeption muss aber erst die Chefin/ältere Kollegin fragen, die mir dann an der Maschine den Cappuccino macht. Dementsprechend teuer ist er auch im Vergleich zum einfachen Kaffee. Also zukünftig auf dem Land nur klassischen Kaffee mit Milch.

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Nach der Pause spaziere ich den Fuß-/Fahrradweg am Ufer entlang, der an zahlreichen alten Holzvillen vorbeiführt. Diese stammen aus dem 19. und frühen 20. Jh. und wurden von Familien der Mittel- und Oberklasse aus Turku als Sommerwohnsitze erbaut und genutzt.

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Der Weg verlässt nach einiger Zeit die Küste und führt ins Inselinnere durch blühende Wiesen bis zur Straße, die quer durch die Insel führt. Einen Abstecher mache ich zu einem weiteren Yachthafen mit Café.

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Eigentlich würde ich mir noch gerne den äußersten Zipfel der Insel anschauen, an der Küste dort soll es Granitfelsen und kleine Sandbuchten geben. Das sind allerdings noch etliche Kilometer bis dahin, zu Fuß für heute zu weit, da müsste ich den Bus nehmen. Irgendwie kann ich mich nicht so recht dazu entschließen, auch weil der Bus so selten fährt und entscheide mich schließlich, mit dem Bus in die andere Richtung, also Turku Zentrum zu fahren.

In Turku bummle ich nochmal die Promenade am Fluss entlang. Beim Preis von EUR 4,30 für eine Kugel Eis verzichte ist darauf und setze mich stattdessen auf eine Caféterrasse direkt am Fluss, na ja, der Cappuccino dort kostet mich fast dasselbe, aber immerhin gibt es einen gemütlichen Sitzplatz und eine Toilette dazu.

Dann fahre ich zurück nach Raisio (die Abrechnung bei Zahlung der Busfahrten mit Kreditkarte klappt wunderbar, heute bin ich so oft gefahren, dass ein Tagesticket günstiger ist, als die zusammengerechneten Einzelfahrten und es wird mir auch nur der Preis für das Tagesticket von EUR 8,00 auf der Kreditkarte belastet), gehe für ein paar Kleinigkeiten am Supermarkt vorbei und bin gegen 18 Uhr in der Wohnung.

Hier gibt es noch das letzte Mikrowellengericht aus dem Kühlschrank zum Abendessen, vorhandene Wurst und Käse und Roggenbrötchen werden zu belegten Proviantbrötchen für morgen „verarbeitet“ und meinen Koffer packe ich auch schon weitgehend, morgen steht ein Standort- und damit Unterkunftswechsel an.

Wetter: sonnig, teils kalter Wind, ca. 20° C


Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 03. November 2023, 18:45:52
Die Holzhäuser sind ja herrlich noch deutlich schöner als im Harz. Alles wirkt so proper und aufgeräumt. Dass beim Busfahren aus mehreren Einzeltickets ein günstigeres Tagesticket errechnet wird ist erstklassiger Service, ich glaube sowas fortschrittliches wird es in Deutschland zu meinen Lebzeiten nicht mehr geben.

Die Wanderung gestern im Nationalpark war auch genau nach meinem Geschmack. Ich mag es wenn die Wege nicht so plan sind, das macht das Wandern interessanter. Und dass die Wege so gut markiert sind ist sehr erfreulich und dann auch noch kostenlos aber trotzdem gut ausgestattet (Toiletten gab es weder im Nationalpark Harz noch im Schwarzwald).
Im Juli/August wäre es wahrscheinlich noch etwas wärmer oder? Fünf Grad mehr und das Wetter wäre für meinen Geschmack perfekt  :)
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 03. November 2023, 22:10:51
Da erinnert mich jetzt vieles an unsere Südschwedentour  ^-^

Die bunten Holzhäuser sind immer wieder schön, wirkt alles so herrlich idyllisch. Die im Park später haben dannn schon richtig Villencharakter.

Sehr schön auch die Spazierwege  :herz:

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 06. November 2023, 18:02:48
Paula, das Wetter ist ja leider nicht vorhersehbar. Im Landesinneren wurde es in den nächsten Tagen deutlich wärmer. Ich habe es nach meinem Urlaub nicht mehr ausführlich verfolgt, aber so am Rande mitgekriegt, dass wohl im August recht schlechtes Wetter mit viel Regen war. Daher denke ich nicht, dass man sagen kann, im Juni hat es so und soviel Grad, im Juli dann ein Grad mehr und im August nochmal ein Grad mehr. Ab Mitte August geht es dort auch schon langsam in den Herbst über und wird vermutlich kühler. Zwischen Mitte Juni und Mitte August ist in Skandinavien Hochsaison, da würde ich nicht unterwegs sein wollen, für Helsinki letztes Jahr hat es gepasst, in den Nationalparks wird es dann sicherlich deutlich voller.
Außerdem gibt es in den finnischen Hotels nur sehr selten eine Klimaanlage, daher sind hohe Temperaturen meist mit heißen Unterkünften in der Nacht verbunden, siehe Helsinki bei mir letztes Jahr.

Ich habe auch nichts gegen unebene Wege hin und wieder, aber das ist in Finnland schon sehr speziell, da schreibe ich am Ende noch was dazu.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 06. November 2023, 18:18:44
6. Tag – Sonntag, 11.06.

Trotz einiger zusätzlicher «Arbeiten» wie Abwasch und restliches Kofferpacken, alles ins Auto bringen wegen des Unterkunftswechsel bin ich wie geplant um 8 Uhr startklar. Heute stehen mir einige Stunden Autofahrt bevor, die durch zwei Wanderungen in zwei Nationalparks aufgelockert werden sollen.

Meine erste Etappe ist sehr kurz, der Kurjenrahka Nationalpark liegt nur ca. 40 km nördlich von Turku.

So erreiche ich gegen 8.30 Uhr den Kurjenpesä Parkplatz des Parks. Nach Nutzung der Trockentoilette starte ich den Savojärven kierros, also den Rundwanderweg um den See Savo. Auf dem Parkplatz stehen ein paar Autos, andere Wanderer treffe ich aber zunächst nicht.

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Nach einem kurzen geteerten Wegabschnitt durch den Wald führt der Weg, der nun aus Holzbohlen besteht durch ein weites Moor bzw. Sumpfwiesen, vom See ist hier noch nichts zu sehen. Es ist wunderschön hier, die Sonne scheint, es ist noch morgendlich kühl, außer Vogelrufen ist nichts zu hören und der Holzbohlenweg leitet abwechslungsreich mal durch das offene Land, dann durch Nadelwald, dann durch Laubwald. Und dank der Holzbohlen muss man nur das Gleichgewicht bewahren, Wurzeln und Steine als Stolperfallen gibt es nicht.

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Nach ca. einer dreiviertel Stunde Marsch wird aus den Holzbohlen ein schmaler Erdweg, dann ein breiter und ich erreiche den Park- und Zeltplatz Rantapiha. Hier gibt es Trockentoiletten, eine Schutzhütte, Grillmöglichkeiten und eine große Wiese, auf der einige Zelte stehen, die Bewohner sind überwiegend dabei zu frühstücken oder ihre Sachen zusammenzupacken, ein paar liegen scheinbar auch noch in den Zelten. Das ist wohl auch aufgrund der Nähe zu Turku ein beliebter Zeltplatz für das Wochenende.

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Bald wird aus dem Erdweg wieder ein Holzbohlenweg, der nun immer in Sichtweite des Sees verläuft. Immer mal wieder kann man auch direkt ans Ufer, oft ist es aber zu matschig, um die Holzbohlen zu verlassen. Von den vielen Vögeln, die es im Nationalpark gibt, höre ich überwiegend nur Gezwitscher, einmal sehe ich 6 Schwäne (oder ist es eine andere Vogelart?) auf dem Wasser, allerdings sehr weit entfernt, hier wäre mein Teleobjektiv hilfreich (das ich in diesem Urlaub nicht dabeihabe).

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Auf diesem Wegabschnitt begegne ich zum ersten und letzten Mal, abgesehen von den Leuten am Zeltplatz, einer anderen Wanderin. Wir grüßen uns, überholen uns gegenseitig ein paar Mal und jedes Mal sagt die Finnin mehr, weil es am Anfang nur ein, zwei Worte sind, lächle ich freundlich, ein Hinweis darauf, dass ich kein Finnisch verstehe lohnt sich da nicht und als sie dann bei jeder Begegnung mehr sagt, ist es zu spät, noch zu sagen, dass ich sie nicht verstehe – wirklich doof, wenn man eine Sprache so überhaupt nicht versteht. Na ja irgendwann überhole ich sie ein letztes Mal und treffe dann niemanden mehr bis zum Parkplatz, den ich gegen viertel vor elf nach 2 Stunden Wanderung wieder erreiche. Das war eine entspannte herrliche Wanderung.

Die nächsten gut drei Stunden sitze ich im Auto. Zuerst ein paar Kilometer auf kurviger Landstraße durch idyllische Wiesen mit vereinzelten Bauernhöfen, dann auf stärker befahrenen, teils autobahnähnlichen Schnellstraßen vorbei an der Großstadt Tampere weiter nach Norden. Höchstgeschwindigkeit ist meist 80 km/h, manchmal immerhin 100 km/h (auf Autobahnen sind oft 120 km/h erlaubt, aber eine Autobahn gibt es auf dieser Strecke nur mal kurz rund um Tampere).

Nun habe ich Zeit, mein Auto näher kennenzulernen, insbesondere die verschiedenen Töne, die es immer wieder von sich gibt: ich stelle fest, es gibt zwei unterschiedliche Töne, einer zur Warnung, wenn ich (angeblich) meine Fahrspur verlasse, einer zur Warnung vor den zahlreichen Radargeräten. Das ist richtig toll, das Auto hat tatsächlich einen Radarsensor, der mich schon bevor die Kamera in Sichtweite kommt, vor ihr warnt. In Finnland wird zwar auf bevorstehende Radarfallen durch Schilder hingewiesen, wann (und ob überhaupt) nach einem Schild dann die Kamera kommt, ist immer wieder anders und so ist der Radarsensor sehr hilfreich (bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf trockener, gut ausgebauter Straße ist die Versuchung, es den Einheimischen gleich zu tun und die erlaubte Geschwindigkeit etwas zu überschreiten, groß).

Auf einem Parkplatz esse ich zu Mittag ein belegtes Brötchen aus meinem Proviant, später komme ich an einer großen Raststätte mit Toilette, Tankstelle, Restaurant und Shop vorbei, schade, hier hätte ich zu Mittag essen können, aber ob und wann Raststätten mit dieser Ausstattung kommen, ist hier nicht vorab ersichtlich, eine einheitliche Beschilderung wie auf deutschen Autobahnen zur Ausstattung von Park- und Rastplätzen gibt es in Finnland leider nicht.

80 km nordöstlich von Tampere erreiche ich gegen 14 Uhr den Isojärvi (= großer See) Nationalpark. Zum Heretty Parkplatz führt mich eine 12 km lange unbefestigte Straße, nun sieht mein Auto fast schon aus, wie das der meisten Einheimischen: die hintere Scheibe ist bedeckt mit einer hellbraunen Staubschicht (und der Staub dringt natürlich auch in alle Ritzen des Autos), durchschauen wird bald nicht mehr möglich sein.

Auf dem Parkplatz stehen einige Autos, am danebenliegenden Heretty Café, einer Holzhütte, in der Snacks, Eis, Kuchen, Kaffee, Getränke verkauft werden, außerdem Wanderkarten und ein paar Souvenirs (leider wieder keine Postkarten) machen ein paar Wanderer Pause. Vor der Wanderung mache ich nach der langen Autofahrt erst noch Kaffeepause, mit Karottenkuchen und einer Tasse Kaffee (EUR 7,00) setze ich mich an einen der Holztische im Freien.

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Anschließend begebe ich mich auf den Hevosenlenkki Trail (=Pferdeweg, in Erinnerung an die Arbeitspferde, die früher bei Baumfällarbeiten eingesetzt wurden), einen Rundweg durch den Wald und an mehreren Seen vorbei. Gleich zu Beginn bin ich etwas frustriert, der Weg besteht fast nur aus Steinen und Felsen unterschiedlicher Größe, jeder Schritt muss genau bedacht werden, ich komme kaum voran.

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Ich überlege den kürzesten der drei Trails, die am Anfang noch auf derselben Route verlaufen zu nehmen, schließlich ist es schon 14.30 Uhr und wer weiß, wie lange ich bei diesen Wegbedingungen für den eigentlich gewählten 6 km Rundweg brauchen werde. An der Abzweigung überwiegt dann aber doch mein Ehrgeiz und ich gehe wie geplant weiter auf dem blau markierten Hevosenlenkki. Tatsächlich wird dann, wie zur Belohnung, der Weg deutlich angenehmer, allerdings nur für kurze Zeit. Ganz so felsig wie zu Beginn wird es zum Glück aber nicht mehr, dafür kommen aber einige Steigungen hinzu. Insgesamt macht mir der Trail dann aber doch großen Spaß und insbesondere die Ausblicke auf die verschiedenen Seen sind wieder mal sehr schön. Was mir schon in den letzten Tagen auffiel bestätigt sich heute nochmal deutlich: obwohl die Sonne ja erst nach 23 Uhr untergeht, wird das Licht bereits ab 15 Uhr weicher – ein ganz besonders schöne Lichtstimmung finde ich.

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Ungefähr nach der Hälfte des Wegs nutze ich den Rastplatz Kuorejärvi (am gleichnamigen See) mit Feuerstelle, offener Schutzhütte und Trockentoiletten zu einer Pause mit meinem zweiten belegten Brötchen, das vom Mittagessen übrig ist.

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Gegen viertel vor fünf bin ich nach 2 Stunden zurück am Parkplatz. Ich hatte auf ein Eis aus dem Heretty Café gehofft, das Café hat eigentlich bis 17 Uhr geöffnet, ich wäre also gerade noch rechtzeitig gewesen, aber der junge Mann, der das Café betreibt, schließt gerade ab, als ich daran vorbeikomme. Dann halt nicht. Ich fülle meine Trinkflasche an der Wasserzapfstelle (die es häufig an verschiedenen Stellen in den Nationalparks gibt) auf und nehme dann die letzte Etappe für heute unter die Räder. Auf der Wanderung bin ich drei Leuten begegnet, einem Paar zu Beginn und später einem Einzelwanderer.

Meine Ferienwohnung für die nächsten vier Nächte liegt in Mänttä, vom Isojärvi NP ist es noch eine Stunde Fahrt (für 50 km!) über Landstraßen nach Norden.

In Mänttä stoppe ich noch am Supermarkt (der wie die meisten Supermärkte in Finnland auch sonntags geöffnet hat) und erreiche meine Wohnung gegen 18.30 Uhr.

Der Schlüssel ist in einer Schlüsselbox auf dem Balkon der Wohnung im Hochparterre. Die Box ist durch die Gitterstäbe der Balkonbrüstung von außen mit der Hand zu greifen (ein paar Tage vor Anreise habe ich den Code für die Box und ein Foto von der Lage der Box auf dem Balkon von der Vermieterin bekommen).

Mänttä ist durch die Entscheidung des Unternehmers Gustaf Adolf Serlachius (1830 -1901), dort im Jahr 1869 eine Papierfabrik zu bauen, vom abgelegenen Dorf zu einiger Bedeutung in Finnland gekommen (dazu später mehr), das Mehrfamilienhaus, in dem sich meine Ferienwohnung befindet, wurde 1951 zusammen mit zwei anderen Häusern für die Arbeiter der Papierfabrik und ihre Familien gebaut. Als die Papierfabrik in den 1990iger Jahren schließen musste, standen die Wohnungen erstmal leer.

Um Mänttä wieder etwas Leben einzuhauchen, wurde 1994 ein jährlich wiederkehrendes Kunstfestival ins Leben gerufen, in dessen erstem Jahr waren die leerstehenden Wohnhäuser Teil der Ausstellungsräume. Später konnten die Wohnungen von Privatpersonen erworben werden. Diese Gelegenheit hat auch meine Vermieterin genutzt, sie ist in Mänttä geboren und aufgewachsen (hat allerdings nicht in einem der Mehrfamilienhäuser gewohnt), zum Studium nach Helsinki (oder Tampere?) gegangen und dortgeblieben, wollte aber eine Ferienwohnung für sich und in ihrer Abwesenheit zum Vermieten dort haben.

Die Wohnung ist im Stil der 1950iger Jahre eingerichtet, im Wohnzimmer hängt (das dann nicht stilecht) ein großes modernes Bild eines verlassenen Fabrikgebäudes im Ort, gemalt für das Kunstfestival, es gibt viel Informationsmaterial zum Ort und seiner Geschichte. So etwas mag ich sehr, etwas weniger Dekoartikel wären besser, ich muss einiges beiseite räumen, um Platz für meine eigenen Sachen zu haben.

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Wetter: sonnig, ca. 22° C
Wanderungen: Kurjenrahka Nationalpark, Savojärven kierros, 7,10 km, 47 Höhenmeter; Isojärvi Nationalpark, Hevosenlenkki, 6,97 km, 208 Höhenmeter

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 06. November 2023, 20:03:50
Also der Holzbohlenweg gefällt mir sehr viel besser als Stock, Stein und Wurzel auf dem anderen. Da müsste ich mich zu sehr konzentrieren nicht umzuknicken um Freude an der Landschaft zu haben.  ::)

Apropos Landschaft - so ähnlich hatte ich mir Finnland vorgestellt: Wald, Moor, Seen  ^-^ Sorry, falls ich es überlesen habe. Wie sah es denn dort mit Mücken aus?

Die neue Wohnung schaut sehr nett aus; sogar mit Badewanne  ^-^ Ab und an liebe ich ein entspannendes Bad.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 07. November 2023, 18:03:55

Sorry, falls ich es überlesen habe. Wie sah es denn dort mit Mücken aus?

Die neue Wohnung schaut sehr nett aus; sogar mit Badewanne  ^-^ Ab und an liebe ich ein entspannendes Bad.

Zu den Mücken, hast du nicht überlesen, habe ich vergessen zu erwähnen: wenn ich bei einem Tagesbericht keine Mücken erwähne, hatte es keine. Bis jetzt also keine Mücken, zum Glück. Es heißt eigentlich, dass sie ab Mitte/Ende Juni aktiv werden, da es aber in diesem Jahr ein sehr warmes Frühjahr gab in Finnland, habe ich mich darauf eingestellt, dass sie schon früher erscheinen, mal sehen, was die nächsten Tagesberichte bringen ;D
Die Mücken habe ich auch vergessen bei meiner Antwort zu Paula's Frage wegen der höheren Temperaturen im Juli und August: die Mücken sind dann definitiv in Massen da, das ist also ein weiterer Grund (zumindest für mich), neben der touristischen Hochsaison nicht zwischen Mitte Juni und Mitte August außerhalb von Städten dort unterwegs zu sein.

Und noch was habe ich vergessen :verlegen: die Angaben zur Ferienwohnung in Mänttä:
4 Nächte Ferienwohnung in Mänttä, inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung, EUR 298,00 (gebucht über booking.com)
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 07. November 2023, 18:51:16

Die neue Wohnung schaut sehr nett aus; sogar mit Badewanne  ^-^ Ab und an liebe ich ein entspannendes Bad.

Genau das wollte ich auch sagen  ;D
Danke auch für den Hinweis mit den Mücken, das wäre für mich definitiv ein Grund doch lieber schon im Juni zu fahren. Der Weg durch das Moor hat mir auch sehr gut gefallen, vor allem die Gräser mit den weißen Puscheln! Und dass es es erst so spät dunkel wird ist natürlich herrlich, so hat man was vom Tag.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 08. November 2023, 18:09:30

Die neue Wohnung schaut sehr nett aus; sogar mit Badewanne  ^-^ Ab und an liebe ich ein entspannendes Bad.

Genau das wollte ich auch sagen  ;D
Danke auch für den Hinweis mit den Mücken, das wäre für mich definitiv ein Grund doch lieber schon im Juni zu fahren. Der Weg durch das Moor hat mir auch sehr gut gefallen, vor allem die Gräser mit den weißen Puscheln! Und dass es es erst so spät dunkel wird ist natürlich herrlich, so hat man was vom Tag.

Die einzige Badewanne, die ich bisher in Finnland gesehen hab. Hat auch bei den Bewertungen viele positive Bemerkungen bekommen, mir war es zu warm für ein Wannenbad. Aber die Dusche war für finnische Verhältnisse auch toll, an drei Seiten Mauer, nur vorne ein bisschen offen, da ist nicht viel Wasser rausgeflossen.

Die Gräser heißen laut nationalparks.fi auf englisch cotton gras, keine Ahnung, ob es eine deutsche Bezeichnung gibt. Das sah richtig schön aus mit den weißen Punkten auf der grünen Fläche.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 08. November 2023, 18:26:52
7. Tag – Montag, 12.06.

Mein erstes Ziel erreiche ich nach einer Stunde Fahrt (50 km, davon einige Kilometer Schotterstraße) gegen 9 Uhr. Am Kankimäki / Helvetin Portti Parkplatz des Helvetinjärvi (= Höllensee) Nationalparks steht noch kein einziges Auto, das Café/Shop hat noch geschlossen und auch die drei oder vier Hütten, die man zum Übernachten mieten kann (ohne fließendes Wasser) scheinen leer zu stehen.

Vor dem Start der Wanderung überfliege ich wie immer die Infotafeln zum Nationalpark beim Parkplatz – und lese, dass es hier (nicht nur im Nationalpark, sondern in der gesamten Region) Bären geben soll – das erschreckt mich doch etwas, bisher bin ich davon ausgegangen, dass sich die Bären in Finnland wesentlich weiter nördlich aufhalten. Immerhin gibt es keinerlei Warnungen und Verhaltenshinweise wie in den nordamerikanischen Parks (Bärenspray, nicht alleine wandern, Lärm machen usw.), sondern nur die Aussage, dass man mit viel Glück einen Bären in der Ferne sehen könnte. Dennoch bin ich nun natürlich etwas angespannt, zumal ich völlig alleine bin. Auf dem Weg, der ausnahmsweise mal aus feinem Schotter besteht und damit völlig frei ist von jeglichen Stolperfallen (ein sog. accessible trail, die es in jedem Nationalpark hier gibt, mal kürzer, mal länger), sehe ich in jedem Baumstumpf einen Bären.

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Bereits nach einer halben Stunde zügigem Marsch erreiche ich die Hauptsehenswürdigkeit des Parks, die Höllenschlucht (Helvetinkolu). Einen allzu guten Einblick in die Schlucht hat man von den Aussichtspunkten allerdings nicht und ich finde auch keine Möglichkeit in die Schlucht zu wandern. (Da habe ich mich nicht ausreichend vorbereitet, meine Nachforschungen nach der Reise ergeben, dass es sowohl Treppen zum See hinunter gibt, man aber auch durch die Schlucht über die Felsen nach unten klettern kann und zwar genau an der Stelle, an der ich das Foto gemacht habe. Das ärgert mich nun natürlich, allerdings ist die Trailbeschreibung bei diesem Nationalpark ausnahmsweise mal nicht gut und von der Möglichkeit zum See hinunter zu wandern lese ich nur in einem Nebensatz etwas. Falls vor Ort etwas ausgeschildert war, habe ich es übersehen.)

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Der Rundweg wendet sich bald weg von der Schlucht, nun geht es auf Holzbohlenwegen in einem Bogen durch Wald und Moor zurück zum Parkplatz.

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Nach einer Stunde Wanderung bin ich wieder am Auto, nun stehen ein paar weitere Autos auf dem Parkplatz, ein paar Leute sind gerade dabei, die Wanderschuhe anzuziehen.

Ich fahre zum zweiten Ziel, dem Seitseminen Nationalpark, dort komme ich nach ca. 60 km und einer Stunde Fahrt an. Ich parke auf dem Kulomäki Parkplatz, dort gibt es ein ziemlich großes und modernes Nature Centre mit Cafeteria, Souvenirshop, Spültoiletten und Räumlichkeiten für Seminare u.ä., insgesamt sind es mehrere Gebäude.

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Ich habe mich für den Harjupolku (= Landrückenweg) Trail entschieden, am Beginn des Wegs ist aber eine Klapptafel aufgestellt mit einem leider nur finnischen Text. Es scheint, als ob der Weg gesperrt ist, ich probiere mit der Google Lens App (bei der ich Finnisch und Deutsch zur Offlinenutzung heruntergeladen habe), den Text zu übersetzen, es kommt aber nur unverständlicher Blödsinn heraus. Ich gehe ins Nature Centre und frage die Dame, die dort am Café -Tresen arbeitet, ob sie weiß, was es mit dem Schild auf sich hat. Leider spricht sie nur sehr rudimentäres Englisch, ist aber sehr hilfsbereit. Sie geht mit mir raus zu diesem Schild und ich erfahre schließlich, dass tatsächlich der Weg gesperrt ist, allerdings nur dieser erste kleine Abschnitt, man kann den Wanderweg über den Parkplatz erreichen. Grund für die Sperrung ist ein Vogelnest (oder sonstiges Tier?) mit Jungen, da sollen Störungen durch Wanderer vermieden werden.

Die Wanderung führt auf den mir nun schon bekannten Wurzel- und Steinpfaden durch lichten Wald, auch mal kurz durch einen Sumpf und am Ende an einem idyllischen See vorbei – kein ganz großes Highlight, aber insgesamt eine sehr nette Wanderung. Zwischendurch mache ich Mittagspause aus meinem Proviant.

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Gegen halb zwei erreiche ich nach 1,5 h Wanderung wieder den Parkplatz. Im Nature Centre mache ich Pause mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Quiche (EUR 6,00).

Gegen 14 Uhr fahre ich zurück nach Mänttä, eine Stunde (85 km) dauert die Fahrt bis zum «Serlachius Museum Gösta» etwas außerhalb von Mänttä. Das Museum befindet sich im ehemaligen Wohnhaus des Papierfabrikanten Serlachius und einem modernen Anbau. Gezeigt werden Bilder und Skulpturen, die Serlachius zu seinen Lebzeiten angesammelt hat, sowie moderne Kunst. Das Haus ist von einem weitläufigen Park umgeben, in dem ebenfalls einiges an Kunst ausgestellt ist, der Park ist frei zugänglich.

Der Parkplatz ist kostenlos und hier bin ich mal nicht alleine, genau die richtige Anzahl an Leuten, um sich nicht alleine zu fühlen, ohne dass es irgendwie voll ist.

Vor dem Museumsbesuch brauche ich noch eine Stärkung, in einer hübschen alten Holzvilla im Park ist ein Café/Restaurant eingerichtet. Ich hole mir einen Kaffee und einen Munkki (der finnische Klassiker zum Kaffee, ein Berliner/Krapfen/Donut ohne Füllung) (EUR 6,20) und setze mich auf die Terrasse in den Schatten.

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Nach der Pause schaue ich mir das Museum an (EUR 10,00). Ich bin nicht übermäßig begeistert, die von Serlachius gesammelten Werke, die im ehemaligen Wohnhaus ausgestellt werden, zeigen einen Querschnitt der wichtigsten Stilrichtungen im Laufe der Jahrhunderte, hauptsächlich finnische Maler, da gefällt mir das eine oder andere durchaus, insgesamt ist mir aber eine Ausstellung mit einem Schwerpunkt lieber, für mich fühlt sich das hier wie ein «Durcheinander» an. Ich hatte außerdem gedacht, dass man noch einiges von der ehemaligen Inneneinrichtung sieht, das ist aber mit Ausnahme eines Raums mit Deckengemälde nicht der Fall, na ja, da habe ich mich nicht ausreichend informiert vorher.

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Im modernen Anbau wird moderne Kunst gezeigt, einige Kurzfilme, mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann, lediglich die Ausstellung der amerikanischen Künstlerin Lorna Simpson «Haze» finde ich interessant, die blauen Bilder und Glaswürfel lassen mich an schmelzende Gletscher und damit den Klimawandel denken, laut der Künstlerin ist das aber nur eine Interpretationsmöglichkeit, hauptsächlich soll die „zunehmend düstere Atmosphäre in der amerikanischen Gesellschaft unter Trump“ dargestellt werden.

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Ich schaue mir noch den sehr schön gestalteten Park an

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und fahre dann ins Zentrum von Mänttä. Dort befindet sich nämlich ein zweites Museum, das «Serlachius Museum Gustaf», eingerichtet im ehemaligen Verwaltungsgebäude (erbaut 1934 im Stil des Klassizismus) der Papierfabrik. Das Ticket vom ersten Museum gilt auch hier und von diesem Museum bin ich begeistert. Die Inneneinrichtung bzw. zumindest die Wandgestaltung und zum Teil auch die Möblierung ist noch so erhalten, wie 1934 eingerichtet.

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In einem Stockwerk werden mittels Figuren, Beleuchtung, Hintergrundgeräuschen und einem Audioguide (auch auf Englisch), die Anfänge der Papierfabrik dargestellt. Serlachius hatte nämlich viel Skepsis zu überwinden und viel Spott auszuhalten, als er das völlig abgelegene Mänttä als Standort seiner Fabrik aussuchte.

In einem anderen Stockwerk wird die Funktionsweise einer Papierfabrik in den 1950iger Jahren dargestellt, die Texte sind alle auf Finnisch, aber man bekommt ein Faltblatt mit den wichtigsten Übersetzungen.

Im Rest des Gebäudes geht es um die Bedeutung der Holz- und Papierindustrie in Finnland. Sehr interessant, insbesondere auch die Verflechtungen zwischen Papierfabrikanten und Politik. Leider wurde ein Großteil des Geschäfts mit diktatorischen Staaten gemacht, zunächst mit Nazideutschland (mit dem Finnland allerdings ja sowieso zeitweise während des Zweiten Weltkriegs verbündet war), später mit der Sowjetunion und auch mit Südafrika während der Apartheid. Letzteres kam dann schließlich auf Druck der finnischen Gewerkschaften zu einem Ende. Und der Niedergang der Sowjetunion hat zu einem Niedergang der gesamten Papierindustrie Finnlands geführt, die Serlachius Werke gingen deshalb Anfang der 1990iger Jahre Pleite, wie viele andere Unternehmen aus anderen Wirtschaftsbereichen auch, die finnische Wirtschaft war sehr stark auf die Sowjetunion ausgerichtet, so dass deren Auflösung zu einer großen Wirtschaftskrise in Finnland geführt hat.

In Mänttä gibt es heute an der Stelle der alten Fabrik (gegenüber vom ehemaligen Verwaltungsgebäude) eine neue, Metsä Tissue Oy, die in verschiedenen Ländern Europas (in Deutschland mit drei Standorten) vertreten ist und aus Holz Zellstoff, hauptsächlich für Klopapier, Taschentücher und Küchenpapier herstellt.

Eine knappe Stunde verbringe ich in diesem interessanten Museum, mache auf der Grünfläche davor noch ein paar Fotos vom See und der neuen Papierfabrik, dann gibt es einen kurzen Stopp an der nahegelegenen Tankstelle sowie dem Supermarkt und um Viertel nach 6 bin ich zurück in der Ferienwohnung.

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Wetter: sonnig, ca. 22°C
Wanderungen: Helvetinjärvi Nationalpark, Rundweg vom Parkplatz Kankimäki zur Helvetinkolu und zurück, 4,31 km, 78 Höhenmeter; Seitseminen Nationalpark, Harjupolku Trail, 5,64 km, 104 Höhenmeter

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 09. November 2023, 21:16:41
Zitat
Die Gräser heißen laut nationalparks.fi auf englisch cotton gras, keine Ahnung, ob es eine deutsche Bezeichnung gibt. Das sah richtig schön aus mit den weißen Punkten auf der grünen Fläche.

Die deutsche Bezeichnung ist Wollgras; es gibt davon verschiedene Arten.

Wieder schöne Wanderungen, schade, dass du den Abgang in die Schlucht und zum See verpasst hast. Der Weg auf deinem Foto sieht allerdings arg holprig aus.
Nach der Natur die Kultur  ;)  So ein Sammelsurium an Kunst fühlt sich auch für mich komisch an. Sammler haben doch meistens irgendein Thema, oder? Da gefällt mir der Park besser.

Für den Fall der Fälle -also eine Finnlandreise - finde ich es beruhigend, dass man überall Kaffee und Kuchen findet  ^-^
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 10. November 2023, 18:12:19
Wollgras, danke Susan.

Dass ich die Schlucht verpasst habe, ärgert mich sehr, aber wie du schreibst, der Weg sah gar nicht nach Weg aus, daher hab ich da keinen zweiten Blick drauf geworfen. Und wo die Treppen sein sollen, die es auch noch gibt, weiß ich gar nicht. Na ja, solche Sachen passieren. Wäre das im Südwesten der USA, dann hätte ich zig Berichte, Blogs, Reiseführer usw. zu genau dieser Wanderung gefunden ;). Da wäre ich dann aber auch nicht alleine gewesen beim Wandern.

Das gibt es glaube ich schon öfter, dass Privatleute einfach Sammeln, was ihnen gerade so an Kunst gefällt, kann mich aber gerade nicht erinnern, ob ich so eine Privatsammlung schon mal angeschaut habe.

Oh ja, Kaffee und Kuchen gibt es praktisch überall, für den "richtigen" Hunger etwas zu finden, wird allerdings schwieriger, da ist es gut, wenn man selbst mit Proviant vorsorgt.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 10. November 2023, 18:30:40
8. Tag – Dienstag, 13.06.

Wie immer gegen 8 Uhr bin ich startklar für die heute geplante Umrundung (na ja eher Teilumrundung, die Nord- und Südspitze lasse ich aus) des Päijänne Sees mit mehreren Wander- und Besichtigungsstopps.

Teile des Päijänne Sees gehören zum gleichnamigen Nationalpark (z.T. nur mit dem Boot zu erreichen, dafür reicht meine Zeit heute nicht), es ist der zweitgrößte See Finnlands, mit einer Länge von 119 km der längste und mit einer Tiefe von 104 m der tiefste des Landes.

Bis zu meinem ersten Stopp habe ich allerdings einiges an Fahrtstrecke zu bewältigen, 130 km, für die ich knapp zwei Stunden brauche, dann kann ich mir die Füße an einem Rastplatz beim Restaurant Reimari vertreten. Auf diesem Teil der Strecke fährt man auf einer sehr schmalen Landbrücke „über“ den See, d.h. ich wechsle von der West- auf die Ostseite des Päijänne.

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Nach kurzem Halt geht es ein kleines Stückchen weiter bis zur Karisalmi Brücke, auch hier gibt es einen Parkplatz und ein kleines Café, sowie Toiletten. Dieser Stopp fällt etwas länger aus, ich gehe den Pulkkilanharju Nature Trail / Harjupolku Trail, zum Päijänne Nationalpark gehörend.

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Nach einigem Herumsuchen wegen verwirrender Beschilderung (den Track habe ich auch auf der Garmin Uhr gespeichert, aber natürlich kann er wegen irgendwelcher Probleme nicht angezeigt werden, genau dann, wenn mal die Markierung vor Ort nicht ausreichend ist) bin ich auf dem richtigen Weg, der mich unter der Brücke und dann durch den Wald fast auf Seehöhe führt. Beeindruckend laut ist das Klatschen der Wellen ans Ufer, so etwas würde man eher am Meer als an einem See erwarten. In einem Bogen geht es dann weg vom See, den Hang hinauf und durch den Wald nun ohne Seeblick zurück zum Parkplatz. Ein netter Spaziergang von ungefähr einer Stunde, man hätte auch noch verlängern können.

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Eine halbe Stunde (30 km) fahre ich bis zum Ferienort Sysmä, ganz in dessen Nähe, das letzte Stück wieder auf unbefestigter Straße, ist ein weiterer Teil des Päijänne Nationalparks. Ich ziehe wieder meine Wanderschuhe an und starte gegen 11.45 Uhr den Päijätsalo Trail.

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Auf Waldwegen mit den üblichen Wurzeln und Steinen geht es auf einen Hügel hinauf.

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Dort gibt es bereits seit 1899 einen Aussichtsturm (inzwischen mehrmals erneuert) mit genialer Aussicht über den Päijänne See und seine vielen Inselchen. Weil hier oben niemand ist, nur unten auf einem Felsen in Turmnähe sitzen zwei Damen und machen Mittagspause, mache ich meine Pause mit belegtem Brötchen hier oben – ach ist das herrlich!

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Dann führt der Weg recht steil hinunter zum Seeufer, hier lege ich nochmal eine kleine Pause auf einem Felsen ein.

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Zurück zum Parkplatz zieht sich der Waldweg etwas, es ist ziemlich warm und die vielen Wurzeln und Stein nerven mich mal wieder. Außerdem sind nun die ersten Mücken unterwegs, zum Glück nur einzelne, Mückenmittel oder gar Kopfnetz (extra gekauft für diese Reise) brauche ich nicht.

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Nach insgesamt zwei Stunden (inkl. Pausen) habe ich es geschafft, Wanderschuhe aus und Fahrt in den Ort, nun brauche ich eine Kaffeepause. Ich finde ein süßes Café, das gleichzeitig Wolle und Stoffe verkauft und einen netten Garten hat. Biskuitrolle und Kaffee sind lecker (EUR 7,00).

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Auf dem weiteren Weg gäbe es noch eine Wandermöglichkeit, diese lasse ich aber aus, die Zeit wäre knapp, außerdem bin ich heute schon einiges gewandert und es ist mir auch zu warm. Ich nehme die Nebenstraße 612 am See entlang und die Fahrt ist einfach herrlich, immer wieder hat man Seeblick, leicht kurvig geht es leicht bergab- und bergauf, zwischen blühenden Wiesen und roten Bauernhäusern. Und endlich gibt es mal ausreichend Haltemöglichkeiten.

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Gegen 16 Uhr erreiche ich die Kärkinen Brücke, die mich wieder von der Ost- auf die Westseite des Sees bringt. An der Brücke gibt es einen großen Parkplatz und ein Restaurant und man kann auch zu Fuß auf die Brücke, es gibt einen Gehweg. Ich spaziere bis zum höchsten Punkt der Brücke, von wo man schöne Aussichten über den See hat. Im Restaurant nutze ich die Toilette, kaufe mir ein Eis aus der Tiefkühltruhe (EUR 2,50) und schlendere damit den Weg unterhalb bzw. parallel zur Brücke entlang, an dessen Endpunkt man einen guten Blick auf die Brücke hat.

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Gegen viertel vor fünf fahre ich dann ohne Pause in einer knappen Stunde zurück nach Mänttä, mache dort noch einen Stopp am See mit Blick auf die Fabrik (heute mit dem kleinen Hafen als Vordergrund, links von den drei Schornsteinen sieht man den alten Fabrikturm, der auf dem modernen, großformatigen Bild in meiner Ferienwohnung zu sehen ist) kaufe mir im Supermarkt etwas zum Abendessen und bin um 18.00 Uhr wieder in der Ferienwohnung.

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Wetter: sonnig, ca. 25°C
Wanderungen: Trail bei der Karisalmi Brücke, Päijänne Nationalpark, 2,65 km, 40 Höhenmeter; Trail in Päijätsalo, Päijänne Nationalpark, 4,89 km, 120 Höhenmeter

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 10. November 2023, 18:57:10
Das war eine tolle Tour heute. Da fällt mir wieder ein dass ich mir für genau solche Zwecke eine GoPro kaufen wollte, das wäre bestimmt schön solch eine Autofahrt zuhause noch mal anzuschauen.

Vor Bären habe ich übrigens auch total Schiss, das ging mir im Yellowstone auch so dass ich Baumstümpfe für Bären gehalten habe  :schreck:

Dass man sich in der Google App Sprachen runterladen kann für den offline Gebrauch höre ich zum ersten Mal, das muss ich gleich mal ausprobieren, danke für den Hinweis!
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 13. November 2023, 18:01:20
Da fällt mir wieder ein dass ich mir für genau solche Zwecke eine GoPro kaufen wollte, das wäre bestimmt schön solch eine Autofahrt zuhause noch mal anzuschauen.
Dass man sich in der Google App Sprachen runterladen kann für den offline Gebrauch höre ich zum ersten Mal, das muss ich gleich mal ausprobieren, danke für den Hinweis!

Bei Videos bin ich bei mir immer skeptisch, ob ich das dann zu Hause tatsächlich mehr als einmal anschauen würde. Ich mag irgendwie lieber Fotos.

Die Übersetzungsapp hat leider nicht so gut funktioniert, ich habe es auch ein paar Mal bei Lebensmitteln ausprobiert, da war es zwar immerhin besser als gar nichts, aber es wurden nie alle Wörter übersetzt, bei gängigeren Sprachen ist es vermutlich besser.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 13. November 2023, 18:30:14
9. Tag – Mittwoch, 14.06.

Nach den Wanderungen der letzten Tage gibt es heute Abwechslung, es geht in die Stadt und zwar nach Jyväskylä. Das liegt am Nordufer des Päijänne (der nördliche Zipfel des Sees, den ich gestern weggelassen habe), ist mit 143.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Finnlands, als Unistadt bekannt und wegen Alvar Aalto. Ihr erinnert euch sicher an den Architekten Finnlands, von dem ich letztes Jahr in Helsinki einige Gebäude angeschaut habe bzw. nicht anschauen konnte (die Finlandia Halle, wegen Renovierung) und auf den ich auch dieses Jahr schon in Turku «getroffen» bin (Stadttheater). Aalto ist in der Nähe von Jyväskylä geboren, in der Stadt aufgewachsen, nach seinem Studium wieder zurückgekommen und hat hier sein erstes Architekturbüro eröffnet. Keine andere Stadt in Finnland hat so viele Aalto Werke wie Jyväskylä.

Auf sehr ruhiger Landstraße, die durch Wald und immer wieder an kleineren und größeren Seen vorbeiführt, geht es nach Nordosten. Es gibt einige Rastplätze, an einem besonders schönen halte ich an und genieße die morgendliche Stille. Die Raststätte kann auch mit dem Boot erreicht werden und auch eine Runde Schwimmen im See ist möglich.

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Nach einer knappen Stunde Fahrt (50 km) erreiche ich mein erstes Ziel kurz vor der Stadt, die Kirche von Petäjävesi. Die Kirche, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, wurde 1764 errichtet. Ihre Besonderheit ist die Holzbauweise und die dabei verwendete, für damalige Verhältnisse, fortschrittliche Technik. Das Gebäude wurde in Blockhaus Technik auf einem steinernen Fundament errichtet, um ein Vermodern der Holzbohlen zu verhindern. Der freistehende Kirchturm wurde erst 55 Jahre später vom Enkel des Architekten ergänzt.

Ich parke auf dem großen offiziellen Parkplatz (kostenlos) direkt neben der Straße und an einem See

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und gehe dann auf dem Fußweg zur Kirche. Ich weiß, dass sie erst um 10 Uhr öffnet, das ist mir zu spät, aber ich möchte sie wenigstens von außen anschauen, wenn ich schon daran vorbeikomme. Vielleicht kann ich sie auf dem Rückweg heute Nachmittag/Abend anschauen, sie ist immerhin bis 18 Uhr geöffnet, vermutlich werden mich meine Ziele nach der Stadt aber auf einem anderen Weg zurück nach Mänttä führen. Ich umrunde die Kirche, spaziere durch den alten Friedhof und nutze die Trockentoiletten, die sich in der Nähe befinden – ein sehr schönes, besonderes Gebäude und einen Stopp auf jeden Fall wert.

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Weiter geht es ins Stadtzentrum. Das Finden von passenden Parkplätzen hatte sich bei der Vorbereitung etwas schwierig gestaltet, Google Streetview ist in Finnland meist von 2011 und die Karte mit Parkzonen auf der Webseite der Stadt war irgendwie auch nicht richtig hilfreich. Ich habe mich für ein Parkhaus und als Alternative einen Parkplatz mit Parkautomaten, beide neben der Uni und dem Aalto Museum (das ich mir natürlich anschauen möchte ;D) entschieden.

Das Parkhaus erreiche ich problemlos, aber die Schranke öffnet sich weder von selbst, noch sehe ich den üblichen «Kasten» mit Taste fürs Ticket und zur Öffnung der Schranke. Na gut, dann parke ich auf dem gegenüberliegenden Parkplatz. Der Parkautomat unterscheidet sich kaum von denen in Deutschland (allerdings ist mir nicht ganz klar, wie ich den Vorgang beginne, ich frage daher ein junges Pärchen, das kurz nach mir angekommen ist, um Hilfe). Blöd ist wie immer bei diesen Automaten, dass ich noch gar nicht weiß, wie lange ich in der Stadt sein werde. Ich bezahle mal bis 15 Uhr (fünf Stunden für EUR 5,50), da ich das Museum erst zum Schluss anschauen möchte, kann ich dann davor nochmal nachzahlen, wenn nötig.

Gegen viertel nach 10 Uhr starte ich mit der Stadtbesichtigung. Zunächst spaziere ich über den Unicampus, direkt neben dem Parkplatz. Die Gebäude sind mal älter, mal neuer und stammen von unterschiedlichen Architekten, viele davon aber natürlich von Alvar Aalto.

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An den Unicampus schließt ein Stadtpark an, auf seinem höchsten Punkt steht der Aussichtsturm Vesilinna. Auf die Öffnung um 11 Uhr muss ich nur ein paar Minuten warten, dann kann ich mit dem Aufzug nach oben fahren. Der Eintritt ist zum Glück frei, sonst hätte ich mich geärgert, denn die Aussichtsetage ist komplett verglast, was die Sicht durch Spiegelungen einschränkt und die Temperatur bewegt sich auf Sauna Niveau, was den Genuss des Ausblicks ziemlich stark beeinträchtigt. Gut zu erkennen ist aber dennoch, dass die Stadt nicht nur von Wäldern und Seen umgeben ist, sondern eigentlich mitten im Wald und an mehreren Seen liegt. Doch ein sehr ungewöhnlicher Anblick bei einer Großstadt.

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Vom Aussichtsturm gehe ich durch den Stadtpark den Hügel hinunter und erreiche den eher etwas vernachlässigt wirkenden Marktplatz mit der üblichen Markthalle in rot-weiß gestreift.

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Nicht weit entfernt komme ich in die Fußgängerzone der Stadt mit Gebäuden unterschiedlichen Baustils, (erstaunlich) vielen Restaurants, Geschäften, darunter auch eine Buchhandlung – na, da wird es ja wohl endlich Postkarten geben. Tatsächlich werde ich fündig, man kann mir sogar auch gleich die passenden Briefmarken verkaufen.

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Die Fußgängerzone endet an einem hübschen Park mit der neugotischen Lutherischen Stadtkirche in der Mitte und einem modernen Café am Rand.

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Nun ist es Zeit fürs Mittagsessen und da habe ich nun die Qual der Wahl. Ich entscheide mich für eines der Restaurants in der Fußgängerzone, die alle inzwischen sehr gut besucht sind, der Kleidung nach wohl hauptsächlich von Angestellten, die in der Stadt arbeiten. Mit meiner Jeans (ich hatte nicht mit so warmen Temperaturen gerechnet und daher keine leichtere Sommerhose eingepackt) und T-shirt komme ich mir neben all den schicken Sommerkleidern und -röcken ein bisschen underdressed vor.

Im Restaurant «Elo» gibt es ein Lunch Buffet mit einer riesigen Auswahl aus allem was man unter den Begriff Salat fassen kann, dazu gehören neben Salaten im eigentlichen Sinne auch Nudelsalate, Meeresfrüchtesalate, Wurstsalate, Reissalate usw., dazu verschiedene Brote, als Nachtisch eine Quarkcreme und verschiedenes Kleingebäck, Wasser und Kaffee für EUR 13,60. Ein Foto gibt es nicht, da so ein selbst zusammengestellter Teller eher nicht sehr dekorativ aussieht.

Nach dem Essen setze ich meinen Stadtrundgang fort und muss leider feststellen, dass ausgerechnet das Stadtviertel, das komplett von Aalto gestaltet wurde, eine einzige Großbaustelle ist. Es ist weiträumig abgesperrt, ich kann gerade noch die Rückseite des Theaters sehen und immerhin das ehemalige Polizeipräsidium. Sehr sehr ärgerlich, aber nicht zu ändern.

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Am historischen Bahnhofsgebäude vorbei

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und über eine Fußgängerbrücke über die Bahngleise erreiche ich den Hafen. Hier liegen historische Schiffe, die zum Teil noch für Seerundfahrten genutzt werden, moderne Jachten und am Ufer stehen einige Appartementgebäude neueren Datums, sowie ein Einkaufszentrum.

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Außerdem – und hier habe ich nun Glück mit meinem Besichtigungszeitpunkt – das Boot Alvar Aaltos, das er selbst baute (bzw. designte und bauen ließ) und regelmäßig für den Weg zu seiner Sommerresidenz auf einer Insel ein paar Kilometer von der Stadt entfernt nutzte, ist seit neuestem von einer Hütte aus Holz und Glas geschützt, im Hafen zu bewundern. Ganz geglückt ist die Konstruktion aber nicht, es spiegelt extrem, man kann das Boot kaum erkennen.

Am See entlang spaziere ich zurück zu meinem Parkplatz. Es ist 14 Uhr, ich habe bis 15 Uhr bezahlt und möchte nun das Alvar Aalto Museum besichtigen. Bin ich um 15 Uhr fertig? Das weiß ich nicht und zahle deshalb nochmal nach, nun kann ich bis 16 Uhr parken.

Auch bezüglich des Alvar Aalto Museums habe ich mit meinem Besichtigungszeitpunkt Glück. Das Museum war die letzten Jahre wegen Renovierung und Neugestaltung geschlossen, die Neueröffnung war für Anfang Mai dieses Jahres vorgesehen, wurde dann hinausgeschoben und fand nun erst vor wenigen Tagen statt. Das Museumsgebäude wurde noch von Aalto selbst entworfen und 1973, 3 Jahre vor seinem Tod eröffnet. Direkt neben dem Aalto Museum steht das Museum Mittelfinnlands, das ebenfalls von Alvar Aalto errichtet und 1961 eröffnet wurde. Letzteres wurde 2019 grundlegend saniert. Beide Museen sind nun baulich miteinander verbunden, es gibt nur ein Ticket, das für beide Museen gilt (EUR 15,00).

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Als erstes schaue ich mir das Aalto Museum an. Hier wird zunächst das gesamte Leben des Architekten bildlich und textlich ausführlich dargestellt, dann ein Überblick über sein Schaffen gegeben. Erwähnung finden auch seine Werke im Ausland, z.B. das «Wolfsburg Cultural Centre» von 1962.

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Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit Aaltos Schaffen im Bereich Inneneinrichtung. Verblüfft stelle ich fest, dass ich mit meinem Sessel «Poäng» und meinem Badhocker (Name weiß ich nicht mehr, gibt es aktuell scheinbar nicht mehr), nicht einfach typische Ikea Massenware gekauft habe, sondern nun zwei in ihren Grundzügen von Alvar Aalto (und seinen Partnern) geschaffene Designmöbel zu Hause habe. Er hat nämlich als erster die Idee gehabt, Holz biegsam zu machen und in dieser Form für Möbel zu nutzen.

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Im Übergang zum Museum Mittelfinnlands wird eine Ausstellung über verschiedene Werke, die zum Weltkulturerbe gehören, gezeigt. Darunter ist auch die Kirche von Petäjävesi mit Fotos vom Kircheninneren, das sieht toll aus, mal sehen, ob ich heute doch nochmal dorthin komme, allerdings wird auch ein weiterer Teil des Weltkulturerbes gezeigt, der sich hier in der Nähe befindet, einer der Messpunkte des Struve Bogens. Mit diesen Messpunkten wurde im 19. Jh. Nordost-Europa vermessen. Nur für eines dieser beiden Ziele wird meine Zeit heute noch reichen.

Das Museum Mittelfinnlands durchquere ich im Schnelldurchlauf, die Texte dazu sind auf PC-Bildschirmen zu finden, die sich eigentlich auf verschiedene Sprachen umstellen lassen, dies funktioniert heute aber nicht, so dass es nur finnischen Text gibt. Übermäßig böse darüber bin ich aber nicht, meine Aufnahmefähigkeit ist schon etwas eingeschränkt und ich habe noch anderes vor heute.

Auf der Terrasse des Museumscafés mache ich Pause mit Kaffee und Munkki (EUR 4,00) und verlasse dann gegen 15.30 Uhr Jyväskylä.

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Mein nächster Stopp ist nur zwanzig Autominuten entfernt, das Rathaus von Säynätsalo (1949-52), eines der bekanntesten Werke Alvar Aaltos. Das Gebäude kann von innen nur zu den auf der Website genannten Zeiten und nach Online-Vorausbuchung besichtigt werden. Heute ist bis 16 Uhr geöffnet und ich habe keine Buchung, da die online Bezahlung gestern Abend übers Handy nicht geklappt hat. Ich möchte es trotzdem mal versuchen, ein großer Umweg ist es nicht.

Es ist gerade 16 Uhr als ich ankomme, aber die Türen sind noch geöffnet. Ich gehe rein und treffe gleich auf Herrn Harri Taskinen, der das Gebäude betreut. Ich freue mich, als er mir mitteilt, dass heute noch länger geöffnet ist, da noch auf angemeldete Besucher gewartet wird und dass ich auch ohne Vorausbuchung direkt bei ihm bzw. seinem Assistenten den Eintritt (EUR 10,00) bezahlen kann und ich eine «Exklusiv-Führung» von seinem jungen Assistenten bekomme.

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Die Führung ist sehr interessant, ich erfahre z.B., dass die Ziegel, aus denen das Rathaus erbaut wurde, alte, bereits benutzte Backsteine sind. Aalto hat bei den von ihm erstellten Gebäuden nicht nur die „äußere“ Hülle geschaffen, sondern sich auch um die Inneneinrichtung gekümmert und zwar bis ins letzte Detail. Im großen Saal hat er eine Nische für ein bestimmtes Bild des französischen Malers Fernand Léger geschaffen und daneben ein Fenster mit fest installierten Lamellen aus Holz, damit die richtige Menge Licht im richtigen Winkel auf das Gemälde fällt. Dumm nur, dass sich die Gemeinde das Gemälde gar nicht leisten konnte, immerhin gab es die Möglichkeit auf einen Druck auszuweichen. Im kleinen Saal fällt mir das große Gemälde an der Wand auf, das sieht irgendwie unpassend aus und tatsächlich, die Gemeinde wollte dieses Bild unbedingt hier aufhängen, Aalto hat abgelehnt und als er gestorben war, wurde dann das Bild doch aufgehängt.

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Das Rathaus wird heute nicht mehr als solches genutzt, Säynätsalo wurde 1993 in die Stadt Jyväskylä eingemeindet. Das Rathaus war dann jahrelang geschlossen, Aalto Fans konnten es nur von außen anschauen. Erst seit 2018 kann es auch von innen besichtigt werden. Die meisten Besucher kommen natürlich aus Europa, dort hauptsächlich (nach den finnischen Besuchern) aus Deutschland und Frankreich und aus den USA und Japan. Viele Japaner reisen wohl nur wegen Alvar Aalto nach Finnland und reisen hier von einem Werk von ihm zum nächsten.

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Ein toller Besuch und ich bin froh, dass ich das Gebäude nicht nur von außen anschauen konnte.

Für ein letztes Ziel bleibt heute noch Zeit. Also entweder die Kirche von Petäjävesi oder eine kleine Wanderung zum Messpunkt des Struve Bogens. Da ich noch Lust auf Bewegung und Natur habe, entscheide ich mich für letzteres.

Gegen 16.30 Uhr geht es also in Richtung Ausgangspunkt der Wanderung. Es sind nur 40 km, die letzten 8 davon aber auf unbefestigter Straße, das zieht sich unendlich, am liebsten wäre ich umgedreht, aber so kurz vor dem Ziel ist das auch doof. Am Trailbeginn gibt es einen kleinen Parkplatz, der völlig leer ist, ich parke recht nah bei der Straße, so versteckt möchte ich nicht unbedingt stehen.

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Am Beginn des Wegs wird die Bedeutung des Struve Messpunkts erklärt: der deutschbaltische Astronom Friedrich Georg Wilhelm Struve hat 1834 auf dem Gipfel des Oravivuori (früher Puolakka) einen von 265 Messpunkten auf einer 2821 km langen Linie festgelegt, um damit Nordosteuropa zu vermessen, eine andere Bezeichnung ist „skandinavisch-russischer Meridianbogen“. Eine erneute Messung mit nun moderneren Methoden hat 100 Jahre später nur eine Abweichung von 43 cm ergeben. Mit diesem Netz an Messpunkten wurde die Erdabplattung an den Polen bestätigt, weitere Infos dazu gibt es auf Wikipedia.

Der Weg führt recht steil nach oben, ist bestens markiert und gewartet, immer wieder gibt es Erklärungstafeln und einen Hinweis, wie weit man noch bis zum Gipfel gehen muss.

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Ganz oben steht ein hölzerner Aussichtsturm mit herrlichem Blick auf Teile des Päijänne Sees.

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Runter geht es auf demselben Weg. Insgesamt habe ich unerwarteterweise nur ca. 45 Minuten gebraucht, für 109 Höhenmeter und 1,8 Km. Auf dem gesamten Trail habe ich niemanden getroffen, auch mein Auto ist weiterhin das einzige auf dem Parkplatz als ich zurückkomme. Eine sehr lohnenswerte kleine Wanderung war das.

Gegen 18 Uhr mache ich mich dann auf die Rückfahrt nach Mänttä. Ungefähr 20 km vor Mänttä auf einsamer Landstraße biegt vor mir ein Auto ein, dessen Fahrer offensichtlich betrunken ist. Das Auto fährt in Schlangenlinien im Wechsel von der Mittellinie zur Seitenlinie und zurück. Kein Meter wird geradeaus zurückgelegt. Das ist mir nun in dieser Einsamkeit etwas unheimlich, ich halte daher extra viel Abstand und bin froh über jeden Kilometer, den ich in Richtung Mänttä hinter mich bringe. Irgendwann ist es dann soweit und das Auto vor mir berührt nicht nur die Seitenlinie, sondern fährt in den Schotter am Rande der Straße. Geradeso kann der Fahrer sein Auto zurück auf die Straße bringen, immerhin wird ihm dadurch wohl bewusst, dass Autofahren in seinem Zustand keine gute Idee ist. Jedenfalls kommt bald ein Parkplatz in den er dann einfährt. Puh, da bin ich richtig froh, dass das gut ausgegangen ist.

Um 19 Uhr bin ich zurück in der Ferienwohnung.

Wetter: sonnig, ca. 25°C
Wanderungen: Oravivuori Nature Trail, 1,80 km, 109 Höhenmeter

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 15. November 2023, 18:16:03
10. Tag – Donnerstag, 15.06.

Heute wechsle ich meinen Standort, es geht 400 km nach Nordosten an den nördlichsten Punkt meiner Reise. Zur Auflockerung der ca. 5-stündigen Fahrt hätte ich gerne eine Wanderung gemacht, alle interessanten hätten aber mindestens einen Umweg von 100 km bedeutet und ich wäre zeitlich bezüglich der Dauer der Wanderung eingeschränkt, daher werde ich heute nicht wandern. Stattdessen gibt es eine Stadtbesichtigung, Kuopio liegt direkt auf meinem Weg.

Gegen 8 Uhr starte ich zunächst auf gleicher Strecke wie gestern nach Jyväsykylä, Bei Petäjävesi (für eine Innenbesichtigung der Kirche bin ich natürlich auch heute zu früh) kann ich für super günstige EUR 1,91/l tanken. Gleich hinter Jyväskylä gibt es eine große Raststätte, hier nutze ich die Toilette und vertrete mir ein wenig die Füße.

Nach drei Stunden Fahrt ab Mänttä erreiche ich Kuopio. Die Stadt ist mit 120.000 Einwohnern die neuntgrößte Finnlands, liegt am Ufer des Kallavesi Sees und an der Kreuzung mehrerer großer Straßen und ist die wichtigste Stadt Ostfinnlands.

Ich habe mir vorab einen kostenlosen Parkplatz am Rande der Stadt und direkt am Seeufer ausgesucht. Hier gibt es noch genug freie Plätze und ich spaziere am Seeufer entlang in Richtung Hafen. Viele Jogger und Spaziergänger sind unterwegs, am Ufer liegen immer wieder Boote und sogar ein Wasserflugzeug.

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Der Hafenbereich ist neu gestaltet, wie in Jyväskylä ankern hier neben Jachten einige historische Schiffe, die zum Teil als Restaurant genutzt oder auf denen Seerundfahrten angeboten werden, am Rande des Hafens stehen moderne Wohngebäude und für Spaziergänger gibt es viele Sitz- und Liegemöglichkeiten, Sport- und Spielgeräte.

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Fürs Mittagessen entscheide ich mich für ein ebenfalls neues, noch nicht ganz fertiges Restaurant direkt am Wasser mit eigenen Bootsanlegeplätzen.

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Es gibt ein spezielles Lunchmenü (EUR 12,70), hier mal nicht als Buffet, den Vorspeisensalat nehme ich mir nach dem Bezahlen gleich mit an den Tisch auf der Terrasse, das Hauptgericht wird serviert, es dauert aber endlos. Ich wechsle von der Terrasse, auf der es in der Sonne ohne Schatten unerträglich heiß wird, ins klimatisierte (!) Innere und warte wie viele andere Gäste auch auf das Hauptgericht. Nach einer halben Stunde wird dann endlich das Risotto serviert, die Kellnerin entschuldigt sich für die Wartezeit (ohne einen Grund zu nennen).

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Das Essen ist sehr lecker, aber extrem wenig, daher nehme ich mir am Dessertbuffet gleich zwei Quarkcremes, die in Schnapsgläsern (also auch wieder Miniportionen) serviert werden.

Nach dem Essen schaue ich mir das Stadtzentrum an, auch hier ist vieles frisch renoviert (und zum Glück anders als in Jyväskylä schon fertig). Interessant ist das Gebäude in dem das Kunstmuseum untergebracht ist, es war ursprünglich mal eine Bank.

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Gegenüber steht in einem Park die lutherische Domkirche, deren Innengestaltung mich in ihrer Schlichtheit an den Dom von Helsinki erinnert.

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Nicht weit entfernt ist der Marktplatz, der größte Finnlands, umrahmt von einem modernen Einkaufszentrum, der üblichen Markthalle (hier im Jugendstil, mal nicht weiß-rot gestreift) und dem Rathaus.

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Auf dem Rückweg zum Parkplatz komme ich noch an der Handwerkergasse Pikku Pietarin Torikuja vorbei, in alten Stallgebäuden werden handwerkliche Produkte verkauft,

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und an der orthodoxen Nikolauskathedrale von 1903.

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Gegen 14 Uhr bin ich wieder am Auto und fahre auf den wenige Autominuten entfernten Puijo Hügel. In diesem Waldgebiet gibt es mehrere Spazierwege, drei Skisprungschanzen (auf denen früher internationale Wettbewerbe ausgetragen wurden), ein Hotel und als Hauptanziehungspunkt, den 75 m hohen Aussichtsturm.

Letzterer ist auch mein Ziel, ich zahle EUR 8,00 und fahre mit dem Aufzug bis zur Café-Etage, dann geht es zur Aussichtsplattform ein Stockwerk höher nur noch zu Fuß weiter.

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Eintrittsgebühr und Anstrengung sind es wert, der Blick von hier oben ist fantastisch. Ohne störendes Glas und Baumwipfel kann man den Blick 360 ° weit schweifen lassen, 225 m über dem Kallavesi See. Dieser Turm wurde 1963 gebaut, schon davor gab es mehrere Aussichtstürme, den ersten 1856 aus Holz mit 16 m Höhe, da würde man heute nur Bäume vor sich sehen.

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Nach ausgiebigem Genießen des Ausblicks gehe ich ein Stockwerk tiefer ins Café. Kaffee und Schokoladen - Munkki (EUR 7,20) schmecken bei auch von hier guter Aussicht (aber natürlich hinter Glas) besonders gut.

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Gegen 15 Uhr mache ich mich auf die zweite und letzte Etappe zu meinem Ziel, einer Unterkunft im Wald, direkt an einem See nicht weit vom Koli Nationalpark, den ich morgen besuchen möchte, entfernt.

Zwei Stunden dauert die Fahrt noch, das letzte Stück davon zieht sich ziemlich, es geht auf einer sehr einsamen und sehr schlechten Straße mit unzähligen Bodenwellen, die mich nur sehr langsam voran kommen lassen, durch eine wie meist sehr schöne Landschaft, leicht hügelig, viele Blumenwiesen, ab und zu ein Farmhaus.

Gegen 17 Uhr habe ich es dann geschafft, nach den letzten zwei Kilometern dann auch noch auf einer unbefestigten Straße erreiche ich das Koli Freetime Guesthouse. Hier gibt es verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten, Zimmer mit und ohne eigenes Bad, Apartments, Hütten und einen Campingplatz. Für alle zugänglich ist das „Saunahaus“, wo sich nicht nur die (für Frauen und Männer getrennte) Sauna befindet, sondern auch Duschen und eine Küche. Ich bin kein Sauna Fan, die Hitze ist nichts für meinen Kreislauf, hin und wieder bei Kälte mache ich das schon, aber bei den aktuellen warmen Temperaturen sicher nicht.

Ich beziehe mein sehr gemütliches großes Zimmer mit Kühlschrank und Wasserkocher und eigenem Bad im Haupthaus und fahre dann nochmal über die unbefestigte Straße und dann die Landstraße zum 8 km entfernten Supermarkt, der Teil einer Raststätte mit Restaurant und Tankstelle ist. Dementsprechend hoch sind die Preise, was anderes gibt es hier aber nicht (bzw. ist die Alternative im Ort Koli auch nicht günstiger).

Zurück an der Unterkunft bummle ich über das Gelände und setze mich dann auf eine Bank am See, eigentlich könnte ich heute mal schwimmen, so wie zwei Familien vom Campingplatz (darunter eine deutsche Familie), aber irgendwie habe ich keine Lust dazu, vielleicht morgen.

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Die Dusche hat zwar eine Glaswand als Abtrennung zum restlichen Bad, diese steht aber auf kleinen "Füßen" und ist somit unten mehrere Zentimeter offen, eine Duschwanne gibt es nicht.


Wetter: sonnig, ca. 27°C
Unterkunft: 2 Nächte Guesthouse Koli Freetime in Ahmovaara, ohne Frühstück, EUR 120,00 (gebucht über booking.com)

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 16. November 2023, 13:53:07
Sorry, wegen Umstellung auf Glasfaser waren wir die Tage offline. Zwar haben wir Bonus-Daten fürs Handy bekommen, aber mit dem Teil schreibe ich ungern längere Texte.

Die finnische Seen und Wälderlandschaft finde ich weiterhin sehr idyllisch. Habe mich schon gefragt, ob man da nicht auch schön baden könnte bei der Wärme oder ob das Wasser zu kalt ist. Bei den Ausblicken von oben -ich ärgere mich auch immer über Verglasungen und die Spiegelungen da - sieht man toll die Inselchen. Das würde mich reizen, die per Kajaktour oder so zu erkunden. es gibt da wohl auch Verleiher, oder?

Ich hab ein Faible für die alten, eher verschnörkelten Häuser und sowas wie die Handwerkergasse. Daher würde ich die Alvar Aalto Häuser wohl auslassen, doch interessant, dass wir auch ein Quasi-Design Stück von ihm besitzen  ;)

Puh, einsame Landstraße und einen Schlangelinien Fahrenden vor mir, da bekäme ich ebenfalls Muffensausen.  :P  Gut, dass der dann abgebogen ist.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 16. November 2023, 17:58:07
Sorry, wegen Umstellung auf Glasfaser waren wir die Tage offline. Zwar haben wir Bonus-Daten fürs Handy bekommen, aber mit dem Teil schreibe ich ungern längere Texte.

Die finnische Seen und Wälderlandschaft finde ich weiterhin sehr idyllisch. Habe mich schon gefragt, ob man da nicht auch schön baden könnte bei der Wärme oder ob das Wasser zu kalt ist. Bei den Ausblicken von oben -ich ärgere mich auch immer über Verglasungen und die Spiegelungen da - sieht man toll die Inselchen. Das würde mich reizen, die per Kajaktour oder so zu erkunden. es gibt da wohl auch Verleiher, oder?


Glasfaser wird bei uns im Dorf auch gerade verlegt, bei uns sind sie noch nicht angekommen, hab ich gar nicht daran gedacht, dass da dann mal das Internet weg sein könnte, ist für Home Office dann blöd.

Kanu /Kajakverleiher gibt es immer mal wieder, das dürfte kein Problem sein, da einen zu finden, sowohl in den Nationalparks als auch außerhalb, da kommt an einem der nächsten Tage auch nochmal was dazu.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Horst am 17. November 2023, 16:46:21
Unterkunft: 2 Nächte Guesthouse Koli Freetime in Ahmovaara, ohne Frühstück, EUR 120,00 (gebucht über booking.com)
Ist das der Preis für 2 Nächte?
Wenn ja finde ich das und auch z.B. die 4 Nächte für 298€ ja eigentlich recht moderat, für das was ich für ein skandinavisches/nordisches Land erwartet hätte (obwohl ich bisher nur Island kenne).
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 17. November 2023, 18:07:03
Unterkunft: 2 Nächte Guesthouse Koli Freetime in Ahmovaara, ohne Frühstück, EUR 120,00 (gebucht über booking.com)
Ist das der Preis für 2 Nächte?
Wenn ja finde ich das und auch z.B. die 4 Nächte für 298€ ja eigentlich recht moderat, für das was ich für ein skandinavisches/nordisches Land erwartet hätte (obwohl ich bisher nur Island kenne).

Ja, ist für zwei Nächte, alle Preise sind jeweils für die gesamten Nächte angegeben. Finnland scheint von den skandinavischen/nordischen Ländern das günstigste zu sein. Vielleicht weil es nicht so von Touristen überrannt wird wie Island oder Norwegen, vielleicht weil seit dem Ukraine Krieg die russischen Gäste weggefallen sind und auch einige andere, denen Finnland zu nah an Russland liegt.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Traveltin am 18. November 2023, 14:14:10
Was für eine schöne Tour. Das erinnert mich alles mehr an Estland als an Schweden. Ich denke, ich muss Finnland endlich mal auf die Liste nach oben rücken, kenne bisher nur wenig und im Winter.

Vielen Dank für den tollen Reisebericht.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 18. November 2023, 17:54:55
Ich besitze auch einen Poäng Sessel  ;D und ich dachte den haben die Schweden erfunden!
Den Sessel finde ich super, die Architektur ist mir persönlich etwas zu nüchtern.
Die vielen Seen sind ein Traum, toll dass es immer wieder einen Aussichtssturm gibt. Die meiste Zeit des Jahres ist es ja wahrscheinlich eher kalt und dann ist man froh wenn die Platform verglast ist, aber im Sommer ist das natürlich blöd.
Die Unterkunft an einem Badesee ist herrlich, wie schön dass es warm genug zum baden ist!
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 20. November 2023, 18:14:48
11. Tag – Freitag, 16.06.

Heute gibt es nur wenige Kilometer zu fahren, ich möchte den ganzen Tag im Koli Nationalpark verbringen. Dies ist der bekannteste der finnischen Nationalparks und gilt den Finnen als Nationallandschaft. Unzählige finnische Künstler wurden von der Landschaft inspiriert und ich nehme an, es gibt keinen Finnen, der nicht zumindest einmal im Leben diesen Park besucht.

Zwölf Kilometer (20 Minuten) sind es von meiner Unterkunft bis zum Park. Es geht durch das kleine Dorf Koli mit einigen Unterkünften und Restaurants, ein großes Hotel befindet sich im Bau (Stand Nov 23: das ist das neue Sokos Hotel, das inzwischen schon gebucht werden kann, ich finde es für die Gegend erschreckend überdimensioniert, scheinbar nimmt aber auch hier die Anzahl der Touristen immer mehr zu.) Hinter dem Dorf windet sich die Straße in ein paar Serpentinen bergauf bis man drei Parkplätze auf verschiedenen Ebenen erreicht. Nur der vordere/obere ist gut gefüllt, hier parken vermutlich die Gäste, die im Hotel im Nationalpark übernachten. Ich parke auf dem mittleren Platz und gehe dann zum Eingang des Parks. Von hier geht es nochmal bergauf und vermutlich wegen der Hotelgäste mit Gepäck gibt es einen (kostenlosen) Aufzug, ähnlich dem in Turku. Ich bin zum Wandern da und nehme den (kurzen 0,53 km, 45 Höhenmeter – extra gemessen ;D) Fußweg nach oben.

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Hier befinden sich das „Break Sokos Hotel Koli“ und ein Besucherzentrum mit Ausstellung, Souvenirshop und Cafeteria. Alles ist wie ausgestorben, die Übernachtungsgäste schlafen wohl noch oder sitzen beim Frühstück.

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Ich habe mir den Mäkrän Kierto Trail vorab ausgesucht und auch als Strecke auf meiner Garmin Uhr gespeichert, er wird mich zu den schönsten Punkt des Parks führen.

Gleich zu Beginn erreiche ich die Hauptsehenswürdigkeit und Namensgeber des Parks, die drei Koli(s), drei Granithügel, die die höchsten Punkte des Parks sind: Ukko-Koli+ Akka-Koli + Paha-Koli, (ukko = alter Mann, akka = alte Frau, paha = böse, was Koli auf Deutsch heißt, kann ich über online Wörterbücher nicht herausfinden) hier spaziert und klettert man weglos nach Lust und Laune, das macht richtig Spaß und die Ausblicke von den höchsten Punkten sind wunderbar, auch wenn der morgendliche Dunst den Fotos nicht guttut.

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Nach ausgiebiger Koli-Besichtigung folge ich dann meinem Garmin Track und bin ganz froh ihn zu haben, da zwar eigentlich alles gut ausgeschildert ist, aber wohl wegen der Vielzahl der Wege nicht an jeder Kreuzung jedes Ziel/Trail genannt ist.

Es geht mal durch Wald, mal über Wiesen, mal eben, mal leicht bergab und bergauf, natürlich auch hier immer „über Stock und Stein“ bis zu einem größeren Berganstieg.

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Endlich mal wieder- das vermisse ich ein bisschen hier in Finnland, das bergauf gehen. Oben erwartet mich eine weitere Hochebene, die Mäkrä, mit wieder herrlichen Aussichten, fast noch schöner als die von den Kolis.

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Von hier geht es in einem Bogen zurück in Richtung Ausgangspunkt. Kurz vor Ende des Trails steht man unterhalb der drei Kolis, die von hier wie eine Felswand wirken, nicht wie drei Hügel.

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Noch einmal geht es schön bergauf, dann habe ich es geschafft.

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Jetzt sind hier am zentralen Punkt des Parks einige Leute unterwegs, ich finde aber eine freie Bank, um meinen Mittagsproviant zu verspeisen. Diese verlasse ich allerdings recht schnell wieder, schon während der Wanderung musste ich mich mit Anti-Mückenspray eincremen, zum ersten Mal auf dieser Reise. An dieser Bank hilft aber auch das Mückenmittel nicht, die Biester stechen erbarmungslos zu. Ich gehe daher etwas höher und setze mich auf einen Felsen, das hat zum Glück gereicht, hier ist es weitgehend mückenfrei.

Nach dem Essen klettere ich nochmal auf den drei Kolis herum, die Zeit habe ich ja und die Aussicht ist nun ohne den morgendlichen Dunst nochmal anders.

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Dann gehe ich zum Besucherzentrum, nutze die Toiletten, schlendere durch den Souvenirshop (ohne etwas zu kaufen) und hole mir dann ein Eis aus der Tiefkühltruhe der Cafeteria. Das kostet allerdings EUR 4,00 aber ist immerhin riesig und sehr schokoladig. Das Eis schlecke ich auf der Terrasse.

Zum Nationalpark gehört nicht nur der Teil auf und um die Granithügel, sondern auch ein Bereich bis zum Ufer des Pielinen Sees.

Dorthin wandere ich nun auf dem Satama (=Hafen) Polku Trail, es gibt sogar auch einen Sessellift hinunter, der hat aber gerade Mittagspause und ist auch nicht ganz günstig. Es ist aber sowieso nicht weit, allerdings geht es recht steil über Blumenwiesen und dann durch Wald bis zum Hafen. Am Weg entlang gibt es immer wieder Tafeln mit Erläuterungen zur Gründung des Nationalparks und dem Beginn des Tourismus Anfang des 19. Jh., schon bevor das Gebiet zum National Park erklärt wurde. Damals gab es hier und in vielen anderen Teilen Finnlands noch keine Straßen und die Besucher kamen mittels Schiffen über das weitverzweigte Seensystem, die Straße zum (heutigen) Nationalpark wurde erst 1930 gebaut. Vom Hafen ging es dann zu Fuß bergauf zu den Kolis.

Am kleinen Hafen gibt es ein Restaurant mit Außenterrasse (Bademöglichkeit, Miete von Kayaks/Kanus), ein Ausflugsschiff für eine Seerundfahrt legt gerade ab und ich entdecke Baumstämme im Wasser, so wurde früher das Holz aus den Wäldern nach Süden transportiert, in großen Verbünden an Schiffe gehängt. Das ist eine sehr umweltfreundliche Art des Transports, die aber leider heute kaum noch stattfindet, es finden sich nur noch wenige Leute, die bereit sind mehrere Wochen am Stück auf den Seen unterwegs zu sein. Daher wird heute das meiste Holz mittels Lkw transportiert (habe ich neulich zufällig in einer Doku gesehen).

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Ich setze mich noch eine Weile ans Wasser, dann spaziere ich, nun auf anderem Weg, dem Kasken Kierros Trail, zurück, den Berg hinauf zum Besucherzentrum.

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Für den Weg zum Parkplatz hinunter nutze ich nun doch noch den Schrägaufzug, dann habe ich das auch erlebt.

Gegen 16.00 Uhr fahre ich zurück zur Unterkunft und nun habe ich tatsächlich Lust zum Schwimmen. Heute habe ich den Steg und den See ganz für mich alleine, das Wasser ist nicht so kalt wie ich befürchtet habe, sondern schön erfrischend, das tut richtig gut, nach dem Wandern.

Nach dem Schwimmen lege ich mich auf eine Bank zum Trocknen in die Sonne (die Wiese ist eher ungepflegt und lädt nicht zum Sonnenbaden ein), dann gehe ich zurück in mein Zimmer zum Abendessen und den üblichen abendlichen Beschäftigungen. Das war wieder ein wunderschöner Tag.

Wetter: sonnig, ca. 26°C
Wanderungen: Koli Nationalpark, Mäkrän Kierto Trail, 8,69 km, 358 Höhenmeter; Koli Nationalpark, Sataman Polku Trail und Kasken Kierros Trail, 4,67 km, 225 Höhenmeter

Karte: heute nicht nötig, Nationalpark gleich bei der Unterkunft
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 20. November 2023, 18:17:55
Was für eine schöne Tour. Das erinnert mich alles mehr an Estland als an Schweden. Ich denke, ich muss Finnland endlich mal auf die Liste nach oben rücken, kenne bisher nur wenig und im Winter.

Vielen Dank für den tollen Reisebericht.

Estland kenne ich nicht, von Schweden nur Stockholm und ein bisschen die Schärenküste, Schweden steht auf jeden Fall auch noch auf meiner Reisezielliste, mit Estland habe ich mich noch nicht näher befasst. Finnland lohnt sich auf jeden Fall im Sommer.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 22. November 2023, 13:49:31
Wieder eine sehr schöne Wanderung mit herrlichen Aussichten! 

Okay, mit einigen Tücken für mich Solch Wege schaffen mich bzw. meine Sprunggelenke total  :(
Zitat
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Die Mückenattacke hätte auch nicht sein müssen; übel, wenn auch die Mittelchen nicht mehr helfen.

Das Seeufer gefällt mir auch  ;D  Interessant, dieser Holztransport. Kann mir gut vorstelle, dass bei solchem Ladeverbund es eine Weilchen dauert bis man am Ziel ist. LKW geht sicher schneller.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 22. November 2023, 17:56:40
Susan, der Weg mit den großen Steinen bergauf war ziemlich kurz, das hättest du sicherlich auch gut geschafft, man kann es ja auch langsam angehen.

Zum Holztransport, das hatte ich wie gesagt vor kurzem in einer Doku gesehen, ja, das dauert sehr lange. Die Schiffe ziehen viel mehr Holz hinter sich her, als das was hier zu sehen ist und man muss immer das Wetter im Blick haben. Bei Wind =  Wellen oder schlechter Sicht heißt es abwarten, bis Wetterbesserung eintritt und insgesamt wird sehr langsam gefahren, ist eine nicht ganz ungefährliche Sache.

12. Tag – Samstag, 17.06.

Heute steht wieder ein Unterkunftswechsel an, es geht ca. 280 km nach Südwesten, ich bewege mich aber weiterhin im Gebiet der Seenplatte.

Wie schon vorgestern bietet sich leider keine Wanderung auf dem Weg zu meinem Ziel an, lange hatte ich überlegt im Patvinsuo Nationalpark zu wandern, das hätte aber einen Umweg von ca. 150 km bedeutet, was mir zu viel ist (weil ja die Zeit zum Wandern auch noch dazukommt).

Im Reiseführer habe ich aber immerhin eine als besonders „reizvoll“ beschriebene Fahrroute gefunden, von der ich mir die wichtigsten Punkte im Navi gespeichert habe. Damit müsste ich gegen Mittag an meinem „fast“ Endziel für heute ankommen und kann mir dort dann nach der Fahrt ausführlich die Füße vertreten (und Mittagessen).

Gegen 8.30 Uhr starte ich, zunächst ein kurzes Stück in die falsche Richtung zum Tanken an der großen Kreuzung wo auch der Supermarkt ist. Da ich das Auto ja mit leerem Tank zurückgeben möchte, sollte dies der letzte Tankvorgang des Urlaubs sein (ja, das Urlaubsende rückt leider mit großen Schritten näher :(, noch habe ich aber einiges Schöne vor mir), mal sehen wie ich damit hinkomme.

Dann geht es für die nächsten 3 Stunden durch schöne, idyllische Landschaften mit Seen, Blumenwiesen, kleinen Ortschaften. Eine Fähre (kostenlos) bringt etwas Abwechslung, ebenso die erstaunlich vielen Haltemöglichkeiten entlang der Strecke. 

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Wie geplant erreiche ich gegen 12 Uhr das 34.000 Einwohner Städtchen Savonlinna und den von mir vorab herausgesuchten (kostenlosen) Parkplatz. Es ist Samstag, schönes Wetter und Savonlinna ein touristischer Hotspot der Seenplatte, dementsprechend ist viel Verkehr und der Parkplatz, der bei meiner Ankunft noch viele freie Plätze aufweist, ist innerhalb weniger Minuten fast voll.

Vom Parkplatz ist es nicht weit zum touristischen Hauptziel der Stadt, der Burg Olavinlinna. Bevor ich sie mir genauer anschaue, brauche ich aber etwas zu essen und eine Toilette. Ich finde eine Gaststätte mit großem schattigem Biergarten, wo es für mich Nudeln mit Rucola und Grillkäse gibt (eine gute Idee für zu Hause, bisher haben wir den Grillkäse tatsächlich nur als Beilage zum Fleisch beim Grillen verwendet) (EUR 18,50, das Wasser gibt es wie fast immer kostenlos dazu).

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Olavinlinna liegt auf einem kleinen Inselchen im Saimaa See, war schon lange vor der Stadt da und zwar seit 1475, als die Schweden an dieser Stelle eine kleine Festung gegen die Russen errichteten. 1743 ging die Festung an Russland, das ihr ihr heutiges Aussehen gab. Allerdings ist der heutige Zustand Ergebnis einer umfassenden Restaurierung durch den finnischen Staat, die Burg war davor mehrfach abgebrannt und diente allen möglichen Zwecken. Im Innenhof von Olavinlinna finden im Sommer Opernfestspiele statt und man kann die Burg auch von innen besichtigen. Darauf habe ich keine Lust, ich möchte mich lieber noch ein bisschen bewegen. Dazu habe ich im Internet einen Gpx Track gefunden, der einmal rund um die Stadt führt und hier an der Burg beginnt.

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Savonlinna, das leider keinen Aussichtsturm hat, ist genauso wie Jyväskylä und Kuopio von Wasser umgeben und auf einer Vielzahl von durch Brücken miteinander verbundenen Inseln errichtet. Somit führt mich mein Weg auch fast durchgängig am Wasser entlang.

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Nach anderthalb Stunden bin ich wieder bei der Burg, mache noch eine kurze Müsliriegel Pause und gehe zum Parkplatz zurück.

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Nächster Stopp ist ein großer „Prisma“ Supermarkt am Stadtrand. Bisher war ich immer in K- oder S-Supermärkten, dieser hat eine deutlich größere Verkaufsfläche, mal sehen, ob die Auswahl größer ist. Nö, ist sie nicht, es gibt neben der Food Abteilung noch eine Non-Food-Abteilung, daher die größere Fläche. Aber die Lebensmittelauswahl ist genauso bescheiden wie bisher überall. Dieser Supermarkt hat, wie wohl alle der Kette, 24h/7 Tage geöffnet, auch die zugehörige Autowaschanlage (=Autopesu), die mit 40% Rabatt in den Nachtstunden wirbt.

Nun muss ich noch ca. 40 km bis zu meiner Unterkunft, dem Oravi Village, fahren. Der „Prisma“ Supermarkt war die letzte Einkaufsmöglichkeit bis dorthin, abgesehen vom kleinen Supermarkt auf dem Unterkunftsgelände.

Gegen 16 Uhr bin ich dort und checke im Rezeptionsgebäude ein. Ich habe ein Apartment in einem zweistöckigen, relativ neuen motelähnlichen Gebäude gebucht. Meinen Koffer muss ich auf der Außentreppe in den ersten Stock schleppen, dafür habe ich niemanden über mir. Das Apartment ist eher klein, aber modern und gemütlich und hat alles was man so braucht, sogar eine Klimaanlage (die allerdings nur schwache Kühlung bringt), noch nie zuvor gesehen habe ich einen „Kleidungstrocknungsschrank“, der neben der Eingangstür steht und wie ein großer Kühlschrank aussieht. Da man hier auch im Winter Urlaub machen kann, braucht man so etwas wohl, um die nasse Schneekleidung bis zum nächsten Morgen wieder trocken und warm zu kriegen.

Oravi Village liegt am Saimaa See bzw. einem Kanal, der zwei Teile des Sees miteinander verbindet, auf dem Gelände gibt es neben den Apartments noch Unterkünfte für Gruppen in einzelnen Holzhäusern, einen Zeltplatz und einen Campingplatz (dort steht man aber sehr eng nebeneinander), natürlich wieder ein Dusch-, Sauna-, Wasch und Abwaschhaus mit Badesteg davor, ein Restaurant, den schon erwähnten Supermarkt, einen Souvenirshop und Bootsanleger mit Bootstankstelle. Außerdem noch Ferienhäuser in verschiedenen Größen zum Mieten, diese sind im Wald etwas entfernt vom „Hauptgelände“ verteilt. Direkt „nebenan“ ist der Linansaari Nationalpark, zur Hauptinsel des Parks werden Bootstouren angeboten (dazu morgen mehr) und man kann Kanu (oder Kajaks?) samt Zubehör für individuelle Touren im Park mieten. Auf der anderen Seite des Kanals stehen einige private Ferienhäuser und ein weiteres Restaurant, das zurzeit aber geschlossen ist.

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(Fotos sind teilweise am nächsten Tag gemacht)

Nachdem ich mich im Apartment eingerichtet habe, ziehe ich meinen Badeanzug an und gehe samt Handtuch zum Badesteg. Leider liegt diese See- bzw. Kanalseite am Nachmittag schon im Schatten und das Wasser ist um einige Grad kälter als im gestrigen (viel kleineren) See. Daher fällt mein Bad recht kurz aus, auch ein anschließendes Sonnenbad ist wegen der „Schattenseite“ nicht möglich, schade.

Wetter: sonnig, ca. 24°C
Wanderungen: Rundweg um Savonlinna, 7,63 km, 65 Höhenmeter
Unterkunft: 2 Nächte Apartment Oravi Apartments in Oravi, inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung, EUR 148,00 (gebucht über booking.com)

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 24. November 2023, 18:24:56
Auch wenn keine Reaktionen kommen, schreibe ich mal weiter....

13. Tag – Sonntag, 18.06.

Am heutigen Tag steht nur ein Ziel auf dem Programm, der Linnansaari (=Schlossinsel) Nationalpark. Dieser besteht aus vielen kleinen und kleinsten Inselchen und sehr viel Wasser im Saimaa See bzw., heißt der See Haukivesi und ist Teil des Saimaa Seengebiets. Hauptaktivität in diesem Park ist daher Bootsfahren (egal ob Segelboot, Kanu, Kajak oder Ausflugsboot), aber auf der größten Insel des Parks gibt es auch Wanderwege. Gegründet wurde der Nationalpark zum Schutz der Saimaa-Ringelrobbe, eine Robbe, die hier tatsächlich im Süßwasser lebt, gezwungenermaßen, da vor Urzeiten der Saimaa See eine Bucht der Ostsee war und durch Landhebung vom Meer abgeschnitten wurde. Die Robben, die es nicht rechtzeitig ins Meer schafften, mussten ab da irgendwie im See überleben.

Die „Wanderinsel“ des Parks ist nur per Boot zu erreichen, die kürzeste Verbindung gibt es ab hier, dem Oravi Village. Daneben kann man auch noch auf Ausflugsschiffen z.B. von Savonlinna aus, die Insel erreichen, hat dann aber nur einen kurzen Aufenthalt dort. Im Winter, sobald der See gefroren ist, kann man Linnansaari und eine weitere Insel von Oravi zu Fuß, wohl auf Schlittschuhen (wenn ich das richtig verstanden habe), erreichen.

Leider fährt das erste Boot des Tages erst um 9.30 Uhr, eine Stunde früher wäre mir lieber gewesen, dann hätte ich am Nachmittag noch einen Ausflug mit dem Auto zu einem weiteren Nationalpark in der Nähe machen können und dort eine kleine Wanderung absolvieren. So bleibt es heute bei dem einen Park. Na ja, auch ganz schöne, das Auto mal einen ganzen Tag stehenlassen zu können, zumal es morgen wieder einiges zu fahren gibt.

Es ist ein herrlich sonniger und kühler Morgen, da hält es mich nicht im Apartment bis das Boot abfährt, ich spaziere daher über das Gelände und ein Stück die Straße entlang bis zur Brücke über den „Kanal“ (die Fotos vom Unterkunftsgelände, die dabei mache, habe ich schon beim vorigen Tag gezeigt).

Mein Bootsticket (EUR 25,00) habe ich gleich nach der Unterkunftsbuchung online gekauft, die Abfahrtszeit für die Hinfahrt musste festgelegt werden, zurück kann ich dann mit jedem Boot. Eine Viertelstunde vor Abfahrt des Boots bin ich am Anleger und erstaunt, dass außer mir niemand sonst wartet. Während der Wartezeit beobachte ich ein junges Paar, das ein Kanu (oder Kajak?) ausleiht, dazu eine wasserdichte Tonne bekommt, sich Schwimmwesten und Ruder aussucht und dann den Tag auf dem Wasser startet (wenn man sich mit Rudern auskennt, ist das sicher auch eine sehr schöne Möglichkeit den Nationalpark zu erkunden, man kann dann auch viele der kleinen Inseln erreichen).

Kurz vor Abfahrt kommt dann ein junger Mann, der vom Hauptgebäude einige Kartons bringt, aufs Boot lädt und auch selbst dort bleibt. Ich frage, ob das das Boot zum Nationalpark ist und ich schon einsteigen kann. Der junge Mann bestätigt das, er sei aber nicht der Bootsführer, ich solle schon mal eine Schwimmweste anziehen, die befinden sich unter den beiden Sitzreihen an den Außenseiten des recht kleinen und flachen Metallboots. Kurz nach der geplanten Abfahrtszeit kommt dann der Bootsführer, kontrolliert mein Ticket, dann fahren wir ab. Da hätte ich mir das Vorbuchen auch sparen können, ich bin der einzige Gast ;D.

Zuerst fahren wir langsam durch den schmalen Kanal, als wir den offenen See erreichen, wird das Boot dann richtig schnell. Puh, das wackelt ganz schön, ich versuche ein paar Fotos zu machen, es ist kaum möglich, die Kamera gerade zu halten, außerdem bin ich froh, dass ich meine Windjacke, die bisher ungenutzt jede Wanderung im Rucksack mitgemacht hat, vor Abfahrt angezogen habe, der Fahrtwind ist sehr kalt. Das scheint die beiden jungen Männer auf meinem Boot nicht zu stören, sie haben nur kurze Hose und T-Shirt an.

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Die Fahrt führt an vielen Felsen und Inselchen vorbei, die Orientierung verliere ich schnell, der Kapitän zum Glück nicht und schon nach 10 Minuten, die mir viel länger vorkommen, erreichen wir die Insel Linnansaari.

Am Bootssteg liegen einige Segelboote, unser Boot kann direkt ans Ufer fahren, da es einen so flachen Rumpf hat.

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Ich verlasse das Boot und stehe auf einer von Wald umgebenen großen Wiese an deren Rand ein paar Zelte stehen, fest installierte Hängematten sind zu sehen und einige Hütten, die kleineren können als Übernachtungsmöglichkeit gemietet werden, die größere bietet überdachte Sitzgelegenheit für die Zelter und Abwaschmöglichkeiten fürs Geschirr, außerdem gibt es noch eine Hütte mit Trockentoiletten und ein Café und natürlich eine Saunahütte. Auf den Bänken sitzen einige Leute und frühstücken. Fließendes Wasser gibt es auf der Insel nicht, aber einen Brunnen, aus dem jeder sich Trinkwasser pumpen kann, Strom scheint wohl vorhanden zu sein, zumindest gibt es im Café einen Kühlschrank (wie ich später sehen werde).

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Ich halte mich hier nicht lange auf, sondern starte gleich meine Wanderung, einen Rundweg über ungefähr die Hälfte der Insel (der Rest ist wegloser Wald).

Zunächst geht es ufernah durch lichten Wald zu einem weiteren Bootssteg,

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dann im Inselinneren leicht bergauf, natürlich weiterhin durch Wald, vorbei an kleineren und größeren Felsen. Wieder ein sehr schöner Wanderweg! An das eher langsame Tempo wegen der vielen Wurzeln, Steine und sonstigen Unebenheiten bin ich inzwischen gewöhnt.

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Der Weg führt dann auf Seehöhe an einer kleinen Bucht entlang, bevor es zum Hauptanstieg der Wanderung geht.

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Die letzten Höhenmeter werden mittels einer Treppe überwunden, dann bin ich am höchsten Punkt und auch der Hälfte des Trails angelangt, dem Aussichtsfelsen Linnavuori. Von diesem Felsen hat man eine herrliche Aussicht über den See und seine Inseln.

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Inzwischen ist es Mittag und ich setze mich etwas abseits, aber mit schönem Blick und esse meine Brötchen. Anfangs war ich alleine auf dem Fels, nun kommen einige andere Wanderer dazu, die den Weg wohl in entgegengesetzter Richtung gegangen sind.

Nicht weit vom Aussichtsfelsen erreiche ich eine weitere Bucht, recht groß mit Sandstrand und Möglichkeit zum Grillen, sowie Schutzhütte und Holzvorrat.

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Ab hier verläuft der Weg durch den Wald, weg vom Ufer. Es wird teilweise ziemlich sumpfig, das ideale Gebiet für Mücken, die nun zahlreich vertreten sind. Immer wieder verteile ich Mückenschutzcreme auf Armen und rund ums Gesicht, das hält einige, aber nicht alle von den Blutsaugern ab. Ich würde nun eigentlich mein Kopfnetz aufsetzen. Da dies aber sonst niemand macht, lasse ich es auch. Für finnische Verhältnisse ist die Mückenplage vermutlich noch harmlos.

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Gegen 14 Uhr erreiche ich den, zum Glück weitgehend mückenfreien, Ausgangspunkt meiner Wanderung. Im Café kaufe ich mir einen Kaffee (kurioserweise gibt es keine Milch, obwohl ein Kühlschrank vorhanden ist) und ein Munkki (EUR 6,00) und stelle fest, dass der junge Mann mit den Kartons vom Boot heute Morgen, das Café betreibt.

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Ich setze mich an eine der Bänke im Freien, mache Pause und beobachte das Treiben auf der großen Wiese. Einige Leute mehr als bei meiner Ankunft sind nun hier, eine kleine Gruppe feiert einen Gottesdienst, andere Picknicken und Spielen auf der Wiese und am Wasser, verbringen einen entspannten Sonntagnachmittag hier.

Nach der Kaffeepause mache ich mich nochmal auf den Weg, nicht weit vom Café ist ein Areal auf dem Gebäude der ehemaligen Bewohner der Insel erhalten sind, auch diese Kulturschätze (nicht nur die Natur) werden vom Nationalpark geschützt. Es gibt Tafeln mit Erklärungen, auch eingezäunte Felder, die heute noch bewirtschaftet werden (und zwar mit den Maschinen bzw. Hilfsmitteln vom Beginn des 20. Jh.), machen das Ganze recht anschaulich.

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Dann spaziere ich noch den zweiten offiziellen Trail der Insel, ein kurzer Weg durch den Wald, dabei entdecke ich noch einen weiteren, etwas abseits liegenden Bootssteg, auf dem ich mich eine ganze Zeit lang in die Sonne lege.

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Mit dem Boot um 16.30 Uhr fahre ich schließlich zurück aufs Festland. Diesmal ist das Boot vollständig belegt.

Nach einer kurzen Pause im Apartment bummle ich durch den Souvenirshop und kleinen Supermarkt, als Mitbringsel für Peter entdecke ich eine Marmelade (Suomalainen Lakkahillo = finnische Moltebeeren Marmelade), hergestellt in Savonlinna (EUR 5,95) und für mich gibt es ein Eis aus der Kühltruhe (hier mal nur EUR 1,80).

Damit setze ich mich auf eine Bank in die Sonne am Bootsanlegesteg (also direkt vor dem Restaurant) und beobachte das Kommen und Gehen. Dabei wird mir erst so richtig bewusst, welch große Bedeutung das Boot als tägliches Fortbewegungsmittel hier an der finnischen Seenplatte spielt. So wie man bei uns am Sonntagnachmittag mit dem Fahrrad oder zu Fuß oder dem Auto einen kleinen Ausflug ins Café/Restaurant mit der Familie macht, macht man es hier mit dem Boot. Auch in der TV-Werbung, für die ich in diesem Urlaub immer mal wieder abends etwas Zeit hatte, sind Bootsmotoren und Schwimmwesten (z.B. auch beim Baumarkt „Bauhaus“) immer wieder Thema (und auch Mückenschutz :)).

Wetter: sonnig, ca. 23°C
Wanderungen: Linnansaari Nationalpark, Linnavouri Trail, 8,09 km, 240 Höhenmeter; Linnansaari Nationalpark, kleiner Rundweg, 2,88 km, 66 Höhenmeter
Karte: heute nicht nötig, es geht mit dem Boot direkt ab der Unterkunft los
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 25. November 2023, 15:57:27
Oh Mann, ich war die ganze Woche so beschäftigt dass ich sogar das Reiseberichte lesen vergessen habe. Ich sollte weniger arbeiten  >:(
Schön dass es auch ein paar Wanderwege mit Höhenmetern in Finland gibt! So ganz ohne Felsen und Berge fehlt mir auch was, das kann ich gut nachvollziehen. Es erinnert mich ein bisschen an unseren Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte, da ist es ja auch sehr idyllisch aber zwischendurch ein paar Felsen wären da auch schön!
Klasse dass du jetzt auch mal im See baden konntest, auch mal faul auf einem Steg am See liegen klingt nach erholsamem Urlaub. Sowas braucht man in Deutschland eher nicht versuchen wenn man nicht möchte dass die Leute über einen drüber steigen  :(
Ich glaube man findet in Deutschland kein Ausflugsschiff auf dem man alleine wäre, auch nicht bei der ersten Fahrt an einem Tag. Und das in einem Nationalpark und auf eine Insel zu der man nur mit dem Boot hinkommt.

Was mich jetzt wundert ist das geringe Angebot an Lebensmitteln im Supermarkt, legen die Finnen denn gar keinen Wert auf gutes Essen? Was du im Restaurant bestellt hast sah doch immer ganz lecker aus.

Und einen Kleidungstrocknungsschrank finde ich eine sehr gute Erfindung!
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 27. November 2023, 11:38:34
Wieder sehr schöne Wanderungen! Die auf der Insel mit Wald, Felsen und Wildblümchen sowie die einmal um die Stadt rum mit der Burg. Stelle ich mir interessant vor, dort opernabende zu haben. Dafür war aber wahrscheinlich nocht nicht Saison. Schön auch zu lesen, dass man dort Kayaks leihen kann. So haben wir das in Schweden auch erlebt, dass vieles was wir per Fahrrad (oder Auto) erledigen, dort per Boot gemacht wird.

Vielleicht haben die Finnen ja Spezial Mückenschutz, dass sie keine Netze tragen.  8)
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 28. November 2023, 18:20:47
Zum Essen: eine geringere Auswahl im Supermarkt heißt ja nicht, dass das Essen nicht gut ist oder dass kein Wert aufs Essen gelegt wird, im Restaurant war ich immer zufrieden (wobei das Essen in Skandinavien allgemein ja keinen so großen Stellenwert hat wie in Frankreich, Spanien oder Italien). Es gibt halt von einer Sorte nicht zig Marken, sondern eine oder zwei. Und was mir speziell gefehlt hat, waren Salate, die so "halb" fertig sind, also so gemischte Schüsseln mit Salatblättern, mit z.B. Tomaten, Gurken usw. und einem Dressing zum selber drübergießen, oder ein Couscous Salat oder ähnliches was man beim Wandern oder in der Unterkunft abends ohne großen Aufwand essen kann. Lidl gibt es ja auch in Finnland, da hätte mich das Angebot auch interessiert, aber da bin ich nie an einem zum passenden Zeitpunkt vorbeigekommen.

Zum Mückenschutz: es gibt sicherlich in Finnland Mittel, die stärker sind, als das was ich dabei hatte, aber wenn es richtig heftig wird, dann tragen die Finnen auch Kopfschutz, das habe ich schon gelesen, ich denke hier waren es tatsächlich noch zu wenig Mücken für dortige Verhältnisse. Im Fernsehen kam immer Werbung für so ein tragbares Gerät, das vermutlich Ultraschallwellen oder was auch immer aussendet und dann die Mücken vertreibt, das wäre zum Wandern aber zu groß zum Mitnehmen.

Ja, die Opernfestspiele sind erst im Juli zur Hauptsaison, stelle ich ich mir auch sehr schön vor.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 28. November 2023, 18:44:17
14. Tag – Montag, 19.06.

Leider ist heute mein letzter voller Urlaubstag, der auch noch, wegen eines extrem frühen Rückflugs morgen, zu einigen „Abschlussarbeiten“ herhalten muss.

Zunächst bin ich aber noch im Urlaubsmodus, nach Abwasch, Müll rausbringen und Schlüssel in die Rückgabebox werfen (die Rezeption hat um diese Uhrzeit noch nicht geöffnet), fahre ich gegen 8.15 Uhr los.

Mein erster Stopp ist nicht weit entfernt, nach nur einer Stunde Fahrt (66 km) erreiche ich eine zweite „Nationallandschaft“ in diesem Urlaub (nach dem Koli Nationalpark). Der Höhenzug Punkaharju ist eine schmale „Landzunge“ im Saimaa See, tatsächlich besteht das „Land“ aus Schutt, das von eiszeitlichen Schmelzflüssen mitgeführt wurde und sich hier abgelagert hat. „Punkaharju“s gibt es mehrere in Finnland, an einem weiteren war ich von Mänttä aus im Päijänne Nationalpark. Dieser hier ist aber der wichtigste, bereits im 19. Jh. haben sich Künstler davon inspirieren lassen, unter anderem zur finnischen Nationalhymne. Der zu dieser Zeit hier noch das Sagen habende russische Zar Nikolaus I. ernannte den Höhenrücken zum „Park der Krone“ und damit zum ersten Naturpark Finnlands.

Einige Wanderungen wären möglich, ich muss mich aus zeitlichen Gründen auf ein paar Stopps und einen kurzen Spaziergang beschränken. Neben schönen Seeblicken aus verschiedenen Perspektiven und natürlich viel Wald gibt es an mehreren Stellen Bademöglichkeiten.

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Nicht weit vom Punkaharju entfernt mündet die Landstraße 14, auf der ich heute bisher unterwegs war, in die Schnellstraße 6, die entlang der russischen Grenze in Richtung Südwesten führt. So nahe an Russland wie bei meinem nächsten Halt, ungefähr eine dreiviertel Stunde Fahrt ab dem Punkaharju, war ich in diesem Urlaub (und überhaupt in meinem Leben) noch nie. Grund für meinen Halt ist der Parikkalan Patsaspuisto, ein Skulpturenpark beim Ort Parikkala. Am Parkplatz (kostenlos) fällt einem als erstes ein mehrsprachiges Schild ins Auge, das darauf hinweist, dass man sich hier in der Nähe der sog. Grenzzone, die ohne Genehmigung nicht betreten werden darf, befindet – ein ziemlich beklemmendes Gefühl besonders in der aktuellen Situation.

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Der Skulpturenpark zeigt die teilweise recht skurrile Seite der Finnen. Veijo Rönkkönen (1944-2010) hat den größten Teil seines Lebens damit verbracht, in seinem Garten eine unendliche Zahl von Figuren herzustellen und sie auch dort aufzustellen. Neben seiner Arbeit in einer nahegelegenen Papierfabrik schuf er aus Beton, den er in dünnen Schichten auf Holzunterkonstruktionen auftrug, Skulpturen, die Menschen unterschiedlicher Herkunft bei unterschiedlichen Tätigkeiten zeigen. Einen großen Teil der Figuren schuf der Künstler nach seinem eigenen Abbild und bei Ausübung eines weiteren Hobbies von ihm, Yoga.

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Noch bis vor wenigen Jahren war der Eintritt in den Park kostenlos, lediglich um eine Spende wurde gebeten, nun kostet der Eintritt EUR 5,00, zu entrichten in bar mittels Einwurfs in eine Kasse am Eingang (kontrolliert wird allerdings nicht). Im Park wird in der ehemaligen Werkstatt Rönkkönens ein Film mit Interviews des Künstlers gezeigt, leider nur auf Finnisch. Viele der Figuren sind im Laufe der Zeit mit Moss überwachsen und zerfallen nach und nach, was auch der Wunsch von Veijo Rönkkönen war. Ein Teil der Skulpturen wird erhalten bzw. restauriert, ist sicherlich interessant in vielleicht zehn Jahren mal übers Internet zu schauen, ob es den Skulpturenpark dann noch gibt.

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Als dritten Besichtigungsstopp heute habe ich mir die Stadt Lappeenranta ausgesucht. Sie liegt an der Schnellstraße 6, der ich also weiterhin folge. Nicht weit vor Laapeenranta biegt die Straße 13 ab, mit dem Verkehrshinweisschild „St. Petersburg“, noch vor wenigen Jahren wäre ein solcher Abstecher tatsächlich eine Überlegung gewesen.

Ebenfalls nicht weit vor Lapeenranta komme ich an einem großen Rastplatz vorbei, an dem mich zum einen das Schild „Autopesu“ anspricht, zum anderen der Hinweis auf Essensmöglichkeiten. Eigentlich wollte ich in Lapeenranta zu Mittag essen, nun ist es aber bereits 12 Uhr, bis ich in der Stadt geparkt und ein passendes Restaurant gefunden habe, wird noch einiges an Zeit vergehen, was meiner Laune nicht unbedingt zuträglich sein wird und vor allem die Gefahr einer Migräne erhöht.

Hier gibt es einen Burger King und – viel besser – ein Restaurant mit Lunch Buffet. Für EUR 11,90 gibt es Fisch, Frikadellen, Gemüse, Nudeln, Kartoffeln, Salate, Brot, Wasser, Saft, Kaffee so viel man will.

Während des Essens entscheide ich, bereits hier eine Autowäsche zu machen. Ich habe mir in den letzten Tagen immer mal wieder überlegt, ob ich das Auto überhaupt wasche, schließlich ist es nicht dreckiger/staubiger als jedes andere Auto, das in ländlichen finnischen Gegenden unterwegs ist. Andererseits ist es natürlich tatsächlich sehr staubig und da man in den letzten Jahren häufig von nachberechneten Kosten der Autovermieter wegen Reinigung hört, möchte ich diesbezüglich nichts riskieren (auch wenn im Vertrag und den AGB nur die Sauberkeit des Autoinneren angesprochen wird). An der Waschanlage hier geht es sicherlich wesentlich ruhiger zu als irgendwo bei Helsinki und auf dem Weg dorthin wird das Auto wohl nicht mehr dreckig, es soll nicht Regnen und eine unbefestigte Straße liegt auch nicht mehr auf meinem Weg.

Nach dem Essen gehe ich also nochmals zur Kasse und frage wegen der Autowäsche. Es gibt natürlich verschiedene Programme, die nur auf Finnisch erklärt sind. Die Dame an der Kasse reicht mir noch eine Version auf Russisch, damit kann ich auch nichts anfangen. Sie fängt dann auf Englisch an, mir ein bisschen was zu erklären, als ich die Preise sehe, kann ich ihre Mühe aber gleich wieder beenden, denn es wird auf jeden Fall das günstigste Programm, denn dieses kostet bereits EUR 19,90, das steigt dann an bis zum teuersten für EUR 99,00 :schreck:.

Die Waschanlage funktioniert dann zum Glück genauso wie die, die ich aus Deutschland kenne. Im Anschluss mache ich mit dem Stapel dicker Papiertücher, die ich beim Bezahlen erhalten habe, noch den Innenbereich der Türrahmen und des Kofferraums sauber, der Staub ist doch überall reingekrochen.

So, diese Aufgabe ist schon mal abgehakt, nun fahre ich in die 73.000 Einwohner Stadt Lappeenranta zum vorher ausgesuchten Parkplatz am Hafen (kostenlos). Die Stadt liegt am südlichen Ausläufer des Saimaa Sees, also des Sees an dem auch meine vorherige Unterkunft, das Oravi Village lag - ein riesiger See.

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Am Hafen findet gerade eine Kirmes mit Fahrgeschäften statt, dazu gehört auch ein Sandburgenfestival. Der Eintritt ist kostenlos, so schlendere ich kurz durch und nutze die dortigen Toiletten.

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Nicht weit entfernt ist das ehemalige russische Festungsviertel auf einer Halbinsel. In den ehemaligen Kasernen befinden sich heute Museen, Wohnungen, Cafés und Handwerksstätten, vom umgebenden Wall hat man einen schönen Blick auf den See und Hafen. Auch eine Orthodoxe Kirche steht auf dem Gelände, und zwar die älteste in Finnland (von 1785), sie ist leider geschlossen.

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Für Museen bleibt heute keine Zeit, außerdem ist das Wetter viel zu schön dafür, daher geht es vom Festungsviertel gleich weiter in die Innenstadt. Diese ähnelt denen von Jyväskylä und Kuopio sehr, eine sehr breite und frisch renovierte Fußgängerzone mit ein paar historischen Häusern, vielen moderneren Gebäuden aus unterschiedlichen Baujahren, einer Kirche im Park und einem Hafen mit einigen historischen Schiffen, die als Restaurants und für Ausflüge genutzt werden.

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Zwei Besonderheiten gibt es hier, zum einen fallen einige Luxusmarkengeschäfte auf, die ganz klar russische Urlauber als Kunden angesprochen haben (wie lange diese Geschäfte sich bei fortdauerndem Krieg noch halten können?) und der Innenraum der Kirche von Lappee. Ein junges Mädel steht dort für Fragen der Besucher bereit, schenkt Kaffee oder Wasser aus (eine Toilette gibt es auch) und gibt mir eine Broschüre auf Deutsch mit. Die Kirche wurde 1794 aus Holz errichtet, ist eine von vielen dieses Architekturtyps in diesem Teil von Finnland (Karelien), aber die einzig bis heute erhaltene. Alle anderen sind abgebrannt oder wurden sonst wie zerstört. Der Glockenturm steht etwas entfernt von der Kirche auf einer Anhöhe im Park.

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Zum Abschluss der Stadtbesichtigung gehe ich nochmal ins Festungsviertel, hier habe ich vorhin ein nettes Café in einem alten Holzhaus gesehen. Kaffee und Käsekuchen (EUR 8,80) schmecken im Wohnzimmer Ambiente sehr gut.

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Gegen 15.30 Uhr mache ich mich auf die letzte Etappe, weiterhin auf der Schnellstraße 6 (später dann auf der Autobahn 7) geht es in Richtung Helsinki. Die Straße hat über eine längere Strecke eine interessante „Funktion“, die ich vorher noch nie gesehen und durch beobachten der anderen Autos festgestellt habe, ein Verkehrsschild dazu gibt es nicht: es gibt je Richtung eigentlich nur eine Spur, diese ist aber anderthalbmal so breit wie eine übliche Fahrspur. Daher kann man trotz Gegenverkehr überholen, aber nur dann, wenn nicht auch auf der Gegenspur überholt wird.

Ziemlich nervig ist dagegen die fehlende bzw. nicht einheitliche und teils nicht korrekte Beschilderung der Einrichtungen der Park- bzw. Rastplätze entlang der Strecke. Dreimal fahre ich in der Hoffnung auf eine Toilette vergeblich einen eigentlich entsprechend ausgeschilderten Parkplatz an. Einmal war die Toilette in einer nicht mehr existenten Tankstelle, also nicht mehr vorhanden, einmal hätte es eine Toilette gegeben, den Schlüssel dazu aber im geschlossenen Restaurant und einmal führte die Abfahrt wohl zu einer Gärtnerei mit Café, aber über eine unbefestigte Straße, weshalb ich umdrehe, mein Auto soll schließlich nicht wieder staubig werden.

Beim vierten Versuch klappt es endlich, ich erreiche einen großen Rastplatz mit Tankstelle, Restaurant, Shop und Toiletten.

Mein Flug geht morgen leider extrem früh, so dass ich ein Hotel nahe beim Flughafen gebucht habe (mit Flughafenshuttle) und das Auto schon heute Abend abgeben möchte. Eigentlich habe ich vor, zunächst im Hotel einzuchecken, das Gepäck (das noch aus vier teils unhandlichen Stücken besteht) ins Zimmer zu bringen und dann erst das Auto abzugeben, während der Fahrt überlege ich es mir aber anders, ich habe keine Lust noch ein weiteres, eigentlich unnötiges Ziel mit dem Auto anzufahren, daher packe ich an der Raststätte so um, dass ich nur noch drei Gepäckstücke habe (die ich einigermaßen problemlos mit dem Shuttle ins Hotel transportieren kann) und fahre dann direkt zur Autoabgabe am Flughafen.

Kurz vor Helsinki wird der Verkehr wie erwartet dichter, als ich dann in Richtung Flughafen abbiege, bin ich völlig erstaunt, dass in diese Richtung praktisch kein Auto unterwegs ist. Wenn ich da an die Autobahnen rund um den Frankfurter Flughafen denke, ein unglaublicher Unterschied. Mir ist das sehr recht, so kann ich ganz entspannt meinem Navi zum Parkhaus folgen, wo ich die Sixt Mietautorückgabe ebenfalls problemlos finde.

Wie immer geht alles recht schnell, hier erfolgt allerdings eine ungewöhnlich genaue Kontrolle auf Schäden (was mir völlig egal ist, da ich ja eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt habe, weshalb ich dem jungen Mann, der mich auffordert, mit ihm um das Auto zu gehen und im Schein seiner Taschenlampe (!) das Auto anzuschauen, nicht folge, sondern meine Sachen zusammenpacke und auslade). Es wird keinerlei Schaden festgestellt und so verabschiede ich mich nach insgesamt 2813 gefahrenen Kilometern von meinem Toyota Yaris, ein sehr angenehmes Auto, das ich mir auch für Zuhause gut vorstellen könnte.

Anders als in Mallorca, wo ich als Rückgabeprotokoll nur ein leeres Dokument per Mail bekam, klappt das hier, „schade“ finde ich, dass nach all meinen (wie ich fand erfolgreichen) Bemühungen, das Auto innen und außen sauber abzugeben, unter „State of vehicle“ steht „interior average soiled“ und „exterior average soiled“. „Durchschnittlich dreckig“ – also bitte!  :pruegel:

Zum Tank - ich habe es geschafft, das Auto mit einer Restlaufleistung von nur noch 70 km abzugeben, so dass sich der Kauf der Tankfüllung für EUR 1,79/l auf jeden Fall gelohnt hat, auch wenn es nun problemlos möglich gewesen wäre vor der Autorückgabe noch zu tanken.

Um halb sieben ist die Autorückgabe erledigt und ich gehe zur Haltestelle für den Hotelshuttle, der mich kostenlos bzw. in den Übernachtungspreis inkludiert ins „Pilot Airport Hotel“ bringt. Das Einchecken dauert etwas, vor mir sind zwar nur zwei Leute, die vordersten brauchen aber eine Ewigkeit, leider sprechen sie Finnisch, so dass ich nicht verstehen kann, was man beim Einchecken in ein Hotel so alles besprechen kann.

Um 19.30 Uhr bin ich dann endlich, nach einem langen Tag, im Zimmer. Und muss leider feststellen, dass obwohl das Hotel erst kürzlich komplett renoviert wurde, es keine Klimaanlage im Zimmer gibt. Und hier in Helsinki ist es nochmal deutlich wärmer als während meiner Rundreise, die Zimmertemperatur ist fast unerträglich, dazu kommt, dass das Zimmer zwar immerhin modern und optisch ansprechend eingerichtet, aber unglaublich klein ist. Das würde mich normalerweise nicht weiter stören, heute muss ich aber noch meinen Koffer und meinen Rucksack flugtauglich packen, Platz um alles auszubreiten, ist kaum vorhanden.

Die (zum Glück?) kurze Nacht wird wenig erholsam, es ist einfach zu warm, nur eines der vielen Fenster lässt sich öffnen und ich muss den Vorhang davor ziehen, da man sonst durch das darunterliegende runde Fenster vom Parkplatz direkt aufs Bett schauen kann. Oh man, und das ist ausgerechnet das mit Abstand teuerste Hotel der Reise, allerdings auch alternativlos, da das günstigste mit Flughafenshuttle und eigenem Bad im Zimmer.

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Für ein Foto von außen bin ich viel zu fertig (auch wenn ich weiß, dass ich mich später darüber ärgern werden) und am nächsten Morgen ist meine Kamera schon eingepackt, an ein Handyfoto habe ich leider gar nicht gedacht.

Wetter: sonnig, ca. 27°C
Unterkunft: 1 Nacht Pilot Airport Hotel beim Flughafen Helsinki, inkl. Frühstück und Flughafenshuttle in beide Richtungen, EUR 93,50 (gebucht über booking.com)
Strecke:

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Horst am 28. November 2023, 21:57:06
Also das Wetter hätte ich jetzt nicht so durchgehend warm und sonnig in Finnland erwartet.
War das bei Dir eine Ausnahme oder ist das da im Sommer öfter so?
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 29. November 2023, 16:57:38
Der Skupturen-Park ist ja witzig  ;D Da hatte einer viel Zeit für sein Hobby. Wäre schön, wenn der erhalten bliebe, obwohl die bemoosten Figuren ein gewisses Extra haben.

Ich dachte, die finnische Grenzzone wäre seit den 1990ern Geschichte (ähnlich unserer ehemaligen Zonengrenze). Hat aber wohl Sinn, dass in der jetzigen Lage die wieder belebt wurde. Die Frau von Kerstens Cousin kommt aus Laapeenranta und deren Familie fühlt sich nicht mehr wohl, so nahe an Russland zu wohnen.

Apropos, schön mal Bilder aus dem Ort zu sehen  ^-^ Liegt ja sonst auch wunderschön.

Bei diesen Sandkunstwerken staune ich immer wieder, wie die überhaupt halten. Die müssen da doch irgendeinen Festiger reinmachen?  Ist zwar ein Weilchen her, dass ich Sandburgen bauen musste, doch die hielten nie lange. Der Käsekuchen schaut so lecker aus, da muss ich doch gleich mal Kaffeepause machen - leider nur mit Spekulatius.

Zitat
Durchschnittlich dreckig“ – also bitte!
   Da hätte ich mich auch geärgert, den Wagen gewaschen zu haben  >:D

 
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 29. November 2023, 17:58:06
Also das Wetter hätte ich jetzt nicht so durchgehend warm und sonnig in Finnland erwartet.
War das bei Dir eine Ausnahme oder ist das da im Sommer öfter so?

So genau weiß ich das natürlich auch nicht, als ich letztes Jahr in Helsinki war, war es 10 Tage lang ebenfalls sonnig, das war zwei Wochen später, also Ende Juni. In Süd-Finnland ist die Chance höher warmes und sonniges Wetter über einen längeren Zeitraum zu haben, als in Schweden und erst recht in Norwegen, das habe ich mal irgendwo gelesen, aber eine Garantie gibt es auch hier nicht. Dieses Jahr war dort schon der gesamte Mai sonnig und warm (letztes Jahr war es bis Mitte Juni kühl und regnerisch) und im Juni deshalb auch schon hohe Waldbrandgefahr (die offenen Feuerstellen in den Nationalparks durften deshalb nicht genutzt werden),später im Sommer war es dann unbeständiger und nasser und erst recht im Herbst. Also ich denke mal, ich habe einfach Glück gehabt.

Susan, da habt ihr doch sogar eine Anlaufstelle in Finnland, das wäre doch ideal für einen Besuch (also so als Zwischenstopp bei einer Womo Runde), als Tourist braucht man sich an der Nähe zu Russland ja nicht zu stören. Kann ich mir aber gut vorstellen, dass man dort jetzt mit einem etwas unangenehmen Gefühl lebt.

Ich denke auch, dass bei diesen Sandburgen etwas in den Sand gemischt wird, damit es länger hält.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 29. November 2023, 21:30:54
Der Skulpturenpark hat mich jetzt spontan an die Terrakottaarmee in Xian erinnert. Ich finde es super dass die Figuren so langsam verfallen, wie im richtigen Leben- wir altern ja auch!
Dein letztes Zimmer ist ja wirklich winzig, da kann man kaum ums Bett gehen, das ist schon eine Frechheit, schade dass der letzte Abend so unangenehm war, in einem überhitzen Zimmer könnte ich auch nicht schlafen.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 30. November 2023, 18:12:29
Dein letztes Zimmer ist ja wirklich winzig, da kann man kaum ums Bett gehen, das ist schon eine Frechheit, schade dass der letzte Abend so unangenehm war, in einem überhitzen Zimmer könnte ich auch nicht schlafen.

Mein einziger "Trost" ist, dass es für die von mir vorgegebenen Voraussetzungen keine Alternative gab, außer noch teurere Hotels, die dann vielleicht auch nicht größer oder klimatisiert gewesen wären oder eine Unterkunft ohne eigenes Bad mit ganz schlechten Bewertungen. 

Abreisetag und Fazit kommt dann noch in den nächsten Tagen.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 01. Dezember 2023, 18:28:54
15. Tag – Dienstag, 20.06.

Um 5.15 Uhr stehe ich abfahrtbereit vorm Hoteleingang und genieße die herrlich frische Morgenluft, endlich raus aus der Hitze des Hotelzimmers. Die Nacht war erstaunlich ruhig, obwohl HEL kein Nachtflugverbot hat und mein Fenster offen war, habe ich weder Flugzeuge, noch Autos, noch Menschen gehört.
Das Hotelfrühstück ist im Preis inkludiert und startet schon um 3 Uhr, ab 5 Uhr dann auch mit warmen Gerichten, ich verzichte aber zugunsten von etwas mehr Schlaf darauf, um diese Uhrzeit und bei der Hitze im Hotel habe ich außerdem sowieso keinen Hunger.

Das Shuttle fährt pünktlich um 5.25 Uhr ab, damit bin ich wie von Finnair (und der Dame an der Hotelrezeption) empfohlen, genau zwei Stunden vor Abflug (7.40 Uhr) am Flughafen. Ich bin mir sicher, dass das zu früh ist, da ich bei Finnair ja die Automaten zur Kofferabgabe nutzen kann und bei der Security nicht mal letztes Jahr als ich zur Hauptsaison und mitten am Tag am Flughafen war, eine Wartezeit hatte.

Und genauso ist es :), ich drucke mir Boarding Pass (ja, den habe ich natürlich auch auf dem Handy) und Kofferbanderole am Automaten aus, am nächsten Automaten gebe ich den Koffer ab, dann ein paar Meter zur Security, keine Wartezeit, wie schon letztes Jahr kann die Elektronik im Rucksack bleiben. Ein Mitarbeiter hält mich dann kurz auf, er möchte in den Rucksack schauen, ich öffne ihn, er kramt längere Zeit darin herum und holt dann meinen Reiseführer heraus und blättert ausführlich darin. Das war’s, 20 Minuten nach Ankunft am Flughafen bin ich am Gate.

Ich schaue mich im Souvenirshop bei den lokalen Produkten um, Marmelade verschiedenster Sorten gibt es hier auch und Fleisch in Dosen, vom Bär(!), Rentier und Elch. Da überlege ich kurz, Elch oder Rentierfleisch zu kaufen, lasse es dann aber doch.

Fürs Frühstück und für später kaufe ich mir jeweils ein Sandwich, fülle mein Wasser an der entsprechenden Station auf und genieße dann den super modernen Gatebereich: fast wie ein Wohnzimmer, mit Fototapete mit Waldmotiv und hellbraunen (Kunst)ledersitzen und -liegen, so toll kann es auf einem Flughafen aussehen :thumb:.

Anders als der Hinflug ist der Rückflug komplett voll, das System hat mir einen Gangplatz ziemlich weit hinten zugeteilt, damit kann ich gut leben, neben mir ein Ehepaar mit kleinem Hund, von dem zum Glück während des Flugs nichts zu hören / riechen / sehen ist. Den Flug verschlafe ich nach der kurzen Nacht fast komplett.

Dank der gewonnen Stunde Zeitverschiebung landen wir um 9.40 Uhr in FRA (20 Minuten verspätet, wir sind auch mit 20 Minuten Verspätung gestartet), mit dem Bus geht es zum Terminal 2, wir steigen aus dem Bus aus – und stehen vor verschlossenen Glastüren. Dahinter zwei Polizisten, die Ausweiskontrollen durchführen, das Ganze ist aber ziemlich schlecht organisiert, denn als die Türen geöffnet werden, strömen die Menschen natürlich hinein, die Türen sind viel zu breit, als dass sie von zwei Polizisten abgedeckt werden könnten. Die stehen daher mit ausgebreiteten Armen da und versuchen irgendwie alle zu kontrollieren und niemanden durchschlüpfen zu lassen.

Am Kofferband habe ich fast keine Wartezeit, gehe dann zur Shuttlebus Haltestelle für die Fahrt zum Terminal 1. Obwohl ich mich als eine der letzten in die Schlange zum Bus stelle, steige ich als eine der ersten ein, da der Bus so weit hinten hält.

Auf der Fahrt fällt mein Blick auf die Autobahn, dort stehen Lkw Stoßstange an Stoßstange, daneben Autos, ach, wie war das schön ruhig in Finnland.

Um 10.15 Uhr bin ich schon am Bahnsteig, einmal Umsteigen in Mainz und um 11.30 Uhr holt mich Peter in unserem Nachbarort am Bahnhof ab, meine Reise ist damit zu Ende.

Wetter: Helsinki sonnig, Frankfurt und zu Hause viele Wolken, schwülwarme 30°C (und ich dachte die ganze Zeit schon in Finnland wäre es heiß gewesen ;D)

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Und gleich noch das

Fazit:

Den ersten Satz kann ich aus meinem Fazit zu Mallorca kopieren (abgesehen vom Datum):

Kurzfassung: ich habe bereits für Juni 2024 wieder gebucht.

Langfassung:

Auch wenn es mir in Helsinki und Umgebung 2022 sehr gut gefallen hatte, habe ich die Reise dieses Jahr mit eher niedrigen Erwartungen angetreten, Finnland gehört nicht zu den gehypten nordischen Ländern wie Norwegen, Island oder Schottland, wenn man mal was darüber liest, dann oft im Rahmen von Womo Reiseberichten in einem Nebensatz: „…da sind wir auf dem Weg nach Norwegen durchgefahren und es gab eigentlich nur Wald zu sehen….“

Auch wenn mir klar war, dass das so nicht stimmen kann, war ich doch ein wenig besorgt, ob es nicht zu langweilig sein könnte.

Diese Befürchtungen haben sich mit jedem Urlaubstag weiter verflüchtigt und ich kann nur sagen, wer den oben zitierten Satz (oder einen ähnlichen) schrieb, hat sich mit dem Land überhaupt nicht beschäftigt und ist eben nur „durchgefahren“.

Auch wenn man die Küste (die in den o.g. Berichten gar nie auftaucht) auslassen würde (was ich als Meerliebhaber niemals tun würde), hat man im Landesinneren immer noch viel Abwechslung.

Ich bin jedenfalls begeistert, über die vielen herrlichen Wandermöglichkeiten, die netten kleinen Städtchen, die Fahrten mal schnurgerade aus, mal in Kurven, mal durch Blumenwiesen, an Seen entlang und ja, auch mal durch Wald.

Kaum zu glauben ist, wie wenige andere Touristen unterwegs waren, heutzutage eine absolute Seltenheit, und dadurch sind auch Regulierungen, die einem anderswo das Urlauberleben schwer machen, nicht nötig: keine Parkgebühren oder Eintrittsgebühren für Nationalparks, keine zu buchenden Zeitfenster, keine Straßen Maut, keine Touristtax auf Unterkünfte, keine Apps für was auch immer. Einfach nur in Ruhe reisen können. Ich hoffe sehr, dass sich das nicht so schnell ändert (dass es nun schon einen Rother Wanderführer gibt, macht mich diesbezüglich nachdenklich).

Ganz klar hat auch das tolle Wetter seinen Teil zum Urlaubserfolg beigetragen und mir ist bewusst, dass ich das für nächstes Jahr nicht wieder erwarten kann. Ich hoffe aber, dass es nicht gleich 14 Tage durchregnet und es auch schöne Momente bei nassem oder bedecktem Himmel gibt.

Was war weniger gut?

Die fehlende einheitliche Beschilderung an Schnellstraßen und Autobahnen hinsichtlich vorhandener und geöffneter Toiletten.

Die Duschen sind fast immer „unten offen“, haben also keine Abgrenzung zum restlichen Badezimmerboden, so dass dieser ziemlich nass wird und mittels des immerhin immer vorhandenen Gummiwischers, getrocknet werden muss, zum Teil gibt es nicht mal einen Duschvorhang oder Glaswand (das hatte ich nur in der ersten Unterkunft, aber bei Auswahl der Unterkünfte häufig gesehen).

An die praktisch immer (abgesehen von kurzen Abschnitten, die für Rollstuhlfahrer angelegt wurden) von Wurzeln und Steinen bedeckten Wege habe ich mich nach anfänglichem Ärger und Frust gewöhnt. Der Rother Wanderführer (der inzwischen herausgekommen ist und den ich mir nun gekauft habe) schreibt dazu: „… die Geschwindigkeit aufgrund der oftmals steinigen und von Wurzeln durchzogenen Wege liegt trotz des relativ flachen Geländes meist kaum höher als bei 3 km/h …“ Und an anderer Stelle: „Rutschige, steinige und holprige Pfade gehören in Finnland zum Wanderalltag.“ Das habe ich also mir nicht eingebildet und bin auch nicht unterdurchschnittlich langsam unterwegs gewesen.

Die vielen unbefestigten Straßen. Diese sind zwar an sich unproblematisch auch mit einem kleinen Pkw zu befahren, man kann aber nur sehr langsam fahren, vor allem wenn der Schotter in sehr dicker Schicht auf der Straße liegt (die Einheimischen fahren allerdings die dort meist erlaubten 80 km/h), hin und wieder gibt es auch mal ein Schlagloch. Zum Glück waren immer nur wenige Kilometer bis zum Wanderziel oder der Unterkunft auf solchen Straßen zurückzulegen. Nervig dabei auch der Staub, der sich bei diesen Fahrten unvermeidbar über das Auto legt. Bei Nässe wird das ganze wahrscheinlich noch unangenehmer (das kann ich dann sicherlich nächstes Jahr erleben :)).
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Ilona am 03. Dezember 2023, 10:38:08
Hallo Christina,

deine Reise habe ich still und leise verfolgt. Du bist ein Schönwettergarant :thumb: .

Erstaunt haben mich die molligen Temperaturen, die offenen Duschen und die moderaten Preise. Das hätte ich nicht erwartet.

 :danke: für den ausführlichen Reisebericht.

Auf unsere Bucketlist wandert Finnland allerdings derzeit schon wegen der Stolperfallen auf den Wanderwegen nicht.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Horst am 03. Dezember 2023, 14:16:32
Danke Christina für die Eindrücke aus dieser unbekannten Region.
Auch wenn Finnland gar nicht mal so weit weg ist, viele leute die dort schon Urlaub gemacht haben kenne ich nicht.
War interessant zu sehen, was es da so zu erleben gibt und wie das Land aussieht.
Aus Deinem Fazit schließe ich, dass Du Dir bei nächstem Mal selbst einen Duschvorhang mitnimmst. ;)
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Susan am 03. Dezember 2023, 17:26:54
Liebe Christina,

herzlichen Dank für deinen ausführlichen Reisebericht über diese unbekannte Region. Trotz der steinigen Wanderwege (machen ja am PC nix) war ich wieder gern mit dir unterwegs. Das Wetter war ja traumhaft, da hätte ich in Finnland kaum mit gerechnet.
Die finnische Verwandschaft ist jetzt nicht so nah, als dass wir sie mal besuchen würden. Insgesamt fand ich die Landschaft sehr schön, ein wenig abschrecken tun die vielen unbefestigten Straßen und auch Mücken, die sich nicht durch Mittelchen abschrecken lassen  ;)

 :danke:
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 04. Dezember 2023, 18:27:08
Hallo Christina,

deine Reise habe ich still und leise verfolgt. Du bist ein Schönwettergarant :thumb: .

Erstaunt haben mich die molligen Temperaturen, die offenen Duschen und die moderaten Preise. Das hätte ich nicht erwartet.

 :danke: für den ausführlichen Reisebericht.

Auf unsere Bucketlist wandert Finnland allerdings derzeit schon wegen der Stolperfallen auf den Wanderwegen nicht.

Hallo Ilona, vielen Dank fürs Mitlesen, das mit den Stolperfallen ist wirklich ein bisschen blöd, ich muss da auch immer sehr aufpassen, dass ich nicht stolpere oder in einer Wurzel hängen bleibe. Nächstes Jahr werde ich wohl die Wanderstöcke mitnehmen, denn wenn es nass sein sollte, wird es auch noch ziemlich rutschig.

Aus Deinem Fazit schließe ich, dass Du Dir bei nächstem Mal selbst einen Duschvorhang mitnimmst. ;)

Horst, vielen Dank fürs Begleiten, tja, Duschvorhang wäre tatsächlich nützlicher gewesen als Mückenkopfnetz.  ;)

Liebe Christina,

herzlichen Dank für deinen ausführlichen Reisebericht über diese unbekannte Region. Trotz der steinigen Wanderwege (machen ja am PC nix) war ich wieder gern mit dir unterwegs. Das Wetter war ja traumhaft, da hätte ich in Finnland kaum mit gerechnet.
Die finnische Verwandschaft ist jetzt nicht so nah, als dass wir sie mal besuchen würden. Insgesamt fand ich die Landschaft sehr schön, ein wenig abschrecken tun die vielen unbefestigten Straßen und auch Mücken, die sich nicht durch Mittelchen abschrecken lassen  ;)

 :danke:

Susan, vielen Dank für deine regelmässigen Kommentare. Schade mit der Verwandschaft, das wäre sicherlich mal interessant, einen  Einblick in das Leben dort zu bekommen, aber Frau von Cousin ist natürlich schon eine weit entfernte Verwandschaft. Falls ihr euch doch mal mit eventuellen Mücken und unbefestigten Strassen auseinandersetzen wollt, zum Kanufahren ist die Gegend perfekt. Da ich das ja nicht machen, habe ich da nicht so darauf geachtet, aber nun bei einer ersten Grobplanung für nächstes Jahr mir das bei den einzelnen Nationalparks mal angeschaut, bei den allermeisten Parks gibt es Anbieter, die Kanus vermieten, oftmals ist der Seeanteil eines Parks größer als der Wanderwegeanteil, z.B. beim Linnansaari NP, aber auch bei vielen anderen.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Paula am 08. Dezember 2023, 12:33:40
Christina, jetzt habe ich das Fazit auch endlich gelesen.
Wie schön dass es dir so gut gefallen hat dass du gleich fürs nächste Jahr wieder gebucht hast. Mit fehlenden Duschvorhängen und kurzen Schotterstraßen kann ich mich glaube ich im Urlaub auch abfinden wenn ich dafür keinen Stress beim Besuch der Parks und Wanderwege habe. In Texas muss man Stateparks wohl alle vorbuchen, ich überlege gerade wie lange im Voraus ich das machen soll. Normalerweise würde ich das ja auch vom Wetter abhängig machen. So richtig entspanntes Reisen ist das in USA nicht mehr. Bisher zieht es meinen Freund noch nicht in den Norden, aber wenn du noch öfter hinfährst und weiter so schöne Bilder lieferst kann ich ihn vielleicht überzeugen  ;D
Ich finde es jedenfalls sehr interessant durch deine ausführlichen Berichte und die vielen Fotos einen richtigen Einblick in das Land zu bekommen, bestimmt besser als jeder Reiseführer!
Danke für den schönen Bericht, ich muss ihn noch mal im ganzen lesen wenn es bei mir etwas weniger hektisch ist. Die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ist bei uns im Büro immer tote Hose, also spätestens dann…

Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 08. Dezember 2023, 18:02:01
Paula auch dir danke fürs Mitlesen.

Das ist ja nervig, dass nun auch Stateparks vorgebucht werden müssen, da bin ich wirklich froh, mit Finnland ein ruhigeres Reiseziel gefunden zu haben, wobei ich natürlich nachdem die nächsten zwei Urlaube "Wiederholungen" werden, auch wieder neue Länder entdecken möchte, mal sehen, was sich da dann findet.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Silv am 09. Dezember 2023, 15:11:42
Hallo Christina,

auch ich habe natürlich immer mitgelesen, meist kurz in der Mittagspause oder zuhause auf dem Tablet (auf welchem ich nicht gerne kommentiere).

Ich habe ja auch schon mit Finnland geliebäugelt, es dann aber doch wieder "zur Seite geschoben". Es ähnelt sehr Schweden. Uns gefällt Schweden ja auch sehr gut, aber Norwegen eben noch besser. Die Landschaft ist - in unseren Augen - einfach spektakulärer.

Vielen Dank für deinen Bericht und die Mühe, die du dir mit den genauen Beschreibungen immer machst.  :respekt: und  :danke:
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 11. Dezember 2023, 18:16:38
Hallo Christina,

auch ich habe natürlich immer mitgelesen, meist kurz in der Mittagspause oder zuhause auf dem Tablet (auf welchem ich nicht gerne kommentiere).

Ich habe ja auch schon mit Finnland geliebäugelt, es dann aber doch wieder "zur Seite geschoben". Es ähnelt sehr Schweden. Uns gefällt Schweden ja auch sehr gut, aber Norwegen eben noch besser. Die Landschaft ist - in unseren Augen - einfach spektakulärer.

Vielen Dank für deinen Bericht und die Mühe, die du dir mit den genauen Beschreibungen immer machst.  :respekt: und  :danke:

Hallo Silvia,

vielen Dank fürs mitlesen. Immerhin konnte ich dir bei der Entscheidung, dass es Finnland nicht wird als Urlaubsziel helfen. Klar, spektakulär ist es nicht, ich brauche das aber auch nicht (immer), ich freue mich an der Natur und der Ruhe und der Idylle. Norwegen möchte ich mir aber auf jeden Fall auch noch anschauen, allerdings wie schon geschrieben, ist es mir eigentlich zu voll (da man wegen den Bergen und Pässen ja leider wie in den Alpen nicht so einfach auf die Randzeiten ausweichen kann) und zu umständlich mit den ganzen Gebühren per App. Vielleicht wird es erstmal ein Städtetrip nach Oslo und Umgebung, so hat es mit Finnland ja auch angefangen bei mir.
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Silvia am 30. Dezember 2023, 15:20:38
Die ruhige Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr hab ich jetzt zum Anlass genommen, deinen Reisebericht nochmal nach- und die letzten Tage fertig zu lesen. Man kann förmlich die Ruhe spüren und deine Wanderungen machen Lust auf mehr.

Tut mir leid, das ich den letzten Wochen keine Lust auf das Kommentieren der Berichte hatte  :weissnicht:

Achja, diese Kleidertrocknungsschränke sind auch in Schweden keine Besonderheit und nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer bei Regen sehr nützlich!! Aber darauf konntest du ja gut verzichten  ;D
Titel: Re: Tervetuloa Suomeen - Wasser, Wälder, Felsen- Finnland im Juni 23
Beitrag von: Christina am 01. Januar 2024, 17:50:58
Hallo Silvia,

schön, dass du dich noch gemeldest hast. Und ja, die Ruhe war herrlich und mit dem Wandern wollte ich (nachdem ich mich an die Wegbeschaffenheit gewöhnt hatte) gar nicht mehr aufhören. Deshalb auch die Wiederholung nächstes ups, dieses Jahr.

Gut zu wissen mit dem Kleidertrocknungsschrank, wer weiß, wie nass es im nächsten Urlaub wird.