-
Da habe ich wohl den gleichen Rhythmus wie Ilona und Susan ;D und starte jetzt mit meinem Bericht über den September Urlaub - ich hoffe ihr findet noch ein bisschen Zeit dafür.
Vor dem Vorwort noch ein Einschub:
Ich habe keine Nordlichter gesehen, da es so gut wie jede Nacht bewölkt war und ich auch keine Lust hatte, bei Dunkelheit die Unterkunft zu verlassen, ein Blick aus dem Fenster vor dem Schlafengehen und wenn ich nachts auf's Klo ging musste reichen.
Der Bericht wird sich zu 95% in der Natur abspielen, Städte, Kunst oder Kirchen gibt es fast nicht.
Vorwort
Nach meinem dritten Finnland Urlaub in Folge im Juni 2024, der durch meinen noch nicht verheilten Ermüdungsbruch am linken Knie/Schienbein etwas eingeschränkt verlief, war mir klar, auch nächstes Jahr möchte ich nach Finnland. Und eigentlich auch wieder im Juni und eine ähnliche Route wie 2024, um all das nachzuholen, was ich 2024 nicht machen konnte.
Juni 2025 hat dann aus diversen Gründen nicht geklappt, für Finnland stand noch der Herbst zur Verfügung. Das bot dann plötzlich die Chance mal in den Norden des Landes, nach Lappland zu fahren, denn dafür ist es im Juni noch etwas zu früh, man muss noch mit Schnee rechnen und im Juli und August wird man von Mücken belästigt und es ist touristische Hauptsaison.
Beim Blick auf die Preise für Mietautos kam dann recht schnell die Ernüchterung, diese sind mehr als doppelt so teuer als im Süden, das bin ich nicht bereit zu bezahlen, zumal es dafür keinen objektiven Grund gibt, sondern nur die größere touristische Bedeutung von Lappland die Ursache dafür ist.
Also doch auf Lappland verzichten? Lange rechnete und plante ich hin und her und am Ende stand der Plan, wieder nach Helsinki zu fliegen, dort das Auto zu mieten und nach Lappland zu fahren und natürlich wieder zurück. Einen Teil des gesparten Geldes (nicht nur das Mietauto, sondern auch der Flug nach Helsinki ist günstiger als zu einem Flughafen im Norden) investierte ich in zwei zusätzliche Übernachtungen, so dass ich eine schöne Rundreise zusammenstellen konnte.
Etwas ärgerlich, erst nach Buchung des Flugs stellte ich irgendwann zufällig fest, dass es mit Discover Airlines einen preislich akzeptablen Direktflug nach Oulu gibt, das an der südlichen Grenze zu Lappland liegt und dass die Automieten dort in ähnlichem Rahmen liegen wie in Helsinki, das wäre eine gute Alternative gewesen, die mir einiges an Fahrt gespart hätte. Aber, ohne vorgreifen zu wollen, am Ende war die Entscheidung ab / bis Helsinki zu fahren genau richtig.
Leider konnte ich auch diesen Urlaub (den wievielten schon in Folge?) gesundheitlich nicht unbeschwert antreten, nach Knieproblemen ab Januar dieses Jahres wurde ich im Juni am rechten Knie operiert, kürzere Wanderungen zu Hause verliefen zuletzt schmerz- und problemfrei, wie das bei häufigeren und längeren Wanderungen im Urlaub sein würde, war nicht vorhersehbar. Dazu kam dann tatsächlich noch exakt drei Wochen vor Urlaubsstart ein Fersensporn. Da bekam ich es gerade noch hin, dass die notwendigen Einlagen für die Schuhe ein paar Tage vor Reisebeginn fertig waren. Aber Absagen kam natürlich nicht in Frage, da hätte ich seit ein paar Jahren gar keinen Urlaub mehr machen können.
-
Da bin ich sofort mit dabei :adieu: - vor allem mit 95% Natur lockst du mich sofort hinter dem Ofen vor ;D
-
Steige auch mit ein und bin schon mächtig gespannt auf Lappland :adieu:
-
Hallo Christina,
da bin ich auch gern dabei! Ich hoffe deine Gesundheit hat mitgespielt i, Urlaub...
-
Hallo Christina,
auch bei mir bis du mit 95% Natur absolut richtig ^-^
Ich warte dann mit meinem Bericht noch etwas (wir waren ja von Mitte September an 3 Wochen in Schweden und Norwegen unterwegs).
-
Liebe Christina,
und starte jetzt mit meinem Bericht über den September Urlaub - ich hoffe ihr findet noch ein bisschen Zeit dafür.
einer geht noch, einer geht noch rein ... . Ich bin dabei :adieu: .
Ich habe keine Nordlichter gesehen, da es so gut wie jede Nacht bewölkt war
Das ist sehr schade. Hierzulande sah man diesen Herbst bis nach Süddeutschland vereinzelt Nordlichter. Mir war das Glück der Sichtung auch nicht hold.
Deine Beine plagen dich arg, aber du lässt dich nicht unterkriegen :thumb: .
-
Schön, dass ihr alle dabei seid, es geht auch schon los mit dem Anreisetag.
1. Tag – Montag, 08.09.2025
Um 5.45 Uhr klingelt der Wecker, so schlecht habe ich schon lange nicht mehr vor einem Urlaubsstart geschlafen, da kamen nur eine Handvoll Stunden Schlaf zusammen. Dazu beigetragen hat sicherlich, dass ich noch gestern Abend eine meiner gebuchten Unterkünfte storniert und eine andere gebucht habe, die schlechten Bewertungen hatten sich in den letzten Tagen gehäuft, gestern kam noch mal eine sehr schlechte dazu, das wollte ich dann doch nicht riskieren. Aber so gab es einen angespannten statt entspannten letzten Abend.
Um 6.45 Uhr fährt mich Peter zum Bahnhof im Nachbarort Osthofen. Eigentlich wäre ein so früher Start nicht nötig, der Flug geht erst um 11.30 Uhr, aber mit den vielen extremen Verspätungen der Bahn in den letzten Monaten bin ich sehr vorsichtig geworden und kalkuliere lieber einen größeren Puffer als früher ein.
Alle Parkplätze am Bahnhof sind belegt, so dass mich Peter nur ablädt und nicht zum Bahnsteig begleiten kann, natürlich ist dann heute der Aufzug zum Bahnsteig außer Betrieb und ich muss meinen Koffer die Treppen hochschleppen >:(, das hätte ich gerne Peter überlassen.
Sonst ist die Fahrt inklusive Umsteigens in Mainz ereignislos und ich komme schon um 8.15 Uhr am Flughafen an. Klar, jetzt wo ich einen so großen Zeitpuffer habe, fährt alles pünktlich ;).
Am Terminal 1 brüllt ein kaum bekleideter älterer Mann herum, er ist bereits von einem Kreis aus Polizisten umgeben, ich gehe schnell daran vorbei zum Skytrain und fahre zum Terminal 2. Dort muss ich noch einige Zeit auf die Öffnung des Finnair Schalters warten, um meinen Koffer abgeben zu können. Man kann das Baggage Tag nun an einem der zahlreichen Automaten dort selbst drucken, das bringt aber keinen Vorteil, denn den Koffer wird man nur am Schalter los.
Bei der Sicherheitskontrolle gibt es keine Wartezeit, nervig nur, dass es hier immer noch nicht die modernen Scanner gibt, sondern man weiterhin alle Elektronik auspacken muss.
Beim Bäcker kaufe ich ein zweites Frühstück und etwas fürs Mittagessen später im Flugzeug, fülle meine Wasserflaschen und bummle die Gänge auf und ab.
Sehr pünktlich um 10.30 Uhr startet dann das Boarding und erstaunlich früh geht es mit dem Bus zum Flugzeug. Ich habe einen Fensterplatz in einer der hinteren Reihen zugewiesen bekommen (bei Finnair gibt es keine kostenlose Sitzplatzwahl, auch nicht beim online check-in) und nehme die Treppe zur hinteren Flugzeugtüre. Für meinen Rucksack ist daher noch genug Platz in den Gepäckfächern und dort platziere ich ihn auch, obwohl ständig durchgesagt wird, dass doch kleineres Handgepäck wie Rucksäcke unter den Vordersitz zu stellen sind, damit für die Trolleys genug Platz in den oberen Gepäckfächern bleibt, das finde ich ziemlich unverschämt, da werden die, die sich an die Gepäckregeln halten, Aufgabegepäck buchen und daher gar keinen unhandlichen Trolley zusätzlich zu Tasche oder Rucksack dabei haben, dafür noch bestraft, denn auch so ein Rucksack vor den Füssen schränkt den Komfort doch ziemlich ein. Das Fluggerät ist heute keine Finnair Maschine, sondern eine Boeing 737 von Jettime, einer dänischen Fluggesellschaft, das war aber schon vor einigen Wochen per Mail mitgeteilt worden, das Personal ist von Finnair.
Nun tut sich längere Zeit überhaupt nichts mehr, ich bin so müde wegen des fehlenden Schlafs letzte Nacht, dass ich gleich mal eine Runde schlafe. Erst nach einer halben Stunde kommen dann die weiteren Passagiere mit dem Bus. Dann dauert es nochmal und mit einer halbstündigen Verspätung (inzwischen sitze ich schon eine ganze Stunde im Flugzeug) starten wir um 12 Uhr dann endlich. Der Flug ist nicht ausgebucht, ich habe aber Pech und in meiner Reihe sind alle Sitzplätze belegt.
Den überwiegenden Teil des Flugs verschlafe ich, dazwischen esse ich mein Sandwich.
Neben mir sitzt ein junger Asiate, der nach der Landung mal wieder alle Vorurteile bestätigt. Kaum dass das Flugzeug steht, drängt er den neben ihn sitzenden Passagier aufzustehen, damit er auch aufstehen kann (wohlgemerkt, wir sind ganz hinten und die Türen haben sich noch nicht geöffnet) und holt dann tatsächlich seinen Trolley aus dem Gepäckfach (den er zusätzlich zu einem riesigen Rucksack, den er nur mühsam unter dem Sitz verstauen konnte, dabei hat), rempelt dabei alle möglichen anderen Leute an und drängelt sich nach vorne. Ich denke erst noch, dass er vielleicht einen knappen Anschlussflug hat, aber nein, ich werde ihn später am Flughafenausgang wieder treffen, also ist er tatsächlich einfach nur rücksichtslos.
Nach dem Aussteigen gehe ich auf die Toilette, hole meinen Koffer vom Kofferband, fülle nochmal meine Wasserflaschen auf und gehe dann zu den Schaltern der Autovermieter. Dort ist eine riesige Schlange und ich denke schon, dass es mich nun auch mal erwischt mit langer Wartezeit am Mietwagenschalter, aber die Schlange ist nur für den Avis/Budget Schalter, bei Sixt ist nur eine Person vor mir.
Erstaunlicherweise sprechen beide Mitarbeiter dort sehr gutes Deutsch, sehr sympathisch. Wie schon vor zwei Jahren, als ich das erste Mal in Helsinki bei Sixt gemietet hatte, wird mir der Kauf einer Tankfüllung zu einem sehr guten Preis angeboten, das nehme ich gerne an. Sonst gibt es mit dem ausdrücklichen Hinweis auf meine Miete über den ADAC und die dadurch bereits vorhandenen Versicherungen und Leistungen (seitens des Sixt Mitarbeiters, nicht meinerseits) keinen Versuch mir etwas Zusätzliches zu verkaufen. Wie erwartet wird es auch diesmal, das dritte Mal in Folge, wieder ein Toyota Yaris Hybrid. Diesmal allerdings ein deutlich älteres Modell mit knapp 50.000 km und einem Schlüssel, den man noch ins Zündschloss stecken muss.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/mg51b0w6/250908_002_Forum.jpg)
Um 16.30 Uhr fahre ich los (also eine Stunde nach der Landung, Finnland ist Deutschland eine Stunde voraus), muss dann aber gleich an einer Tankstelle herausfahren, denn mein Navi tut sich heute extrem schwer damit, das GPS-Signal zu erfassen. Als das dann endlich gelingt, kann ich die Fahrt tatsächlich starten, wie üblich in Finnland sind die Straßen trotz Feierabendzeit nur wenig befahren und es geht entspannt Richtung Norden.
Gegen 17.45 Uhr komme ich am Hotelli Salpakangas an, einer einfachen, motelartigen Unterkunft am Rande eines Wohngebiets des Orts Hollola bei Lahti. Ich bringe meine Sachen ins Zimmer, eine Rezeption gibt es nicht, sowohl die Eingangs- als auch die Zimmertüre kann mit einem Code geöffnet werden, den ich heute im Lauf des Tages per SMS zugeschickt bekam.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Hkh8pf2z/250908_008_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FHBk92ZG/250908_009_Forum.jpg)
Nach kurzer Pause fahre ich zum nahegelegenen Supermarkt Prisma und decke mich mit allem Nötigen ein.
Im Gebäude des Hotels ist auch ein amerikanisches Restaurant untergebracht, mit einem amerikanischen gelben Schulbus mit umgebauten Sitzgelegenheiten, der als Bar genutzt wird. Ich habe aber nicht viel Hunger und bin außerdem todmüde, so dass ich das Restaurant nicht besuche. Im Zimmer gibt es Kühlschrank, Wasserkocher und Mikrowelle, so dass ich noch eine Kleinigkeit essen kann, ich telefoniere noch mit Peter, packe meine Sachen ein bisschen für den Roadtrip um und schlafe dann früh ein.
Außer meinem scheint nur ein weiteres Zimmer belegt zu sein, so dass ich eine ruhige Nacht verbringen kann, allerdings kommt von einer Lüftung in der Decke direkt über dem Bett ein kalter Luftzug, na ja, ich decke mich bis zur Nasenspitze zu und hoffe, keine Erkältung davon zu bekommen.
Wetter: FRA bewölkt, HEL sonnig, Hollola bewölkt, schwül warm, 25 °C
Kosten: Bahnticket Osthofen – FRA, EUR 20,40; Flug mit Finnair, Economy mit Aufgabegepäck, EUR 278,64, gebucht über die Finnair Website; Mietauto CCAR 16 Tage, EUR 474,44 von Sixt, gebucht über den ADAC; 1 Nacht Hotelli Salpakangas in Hollola, EUR 79,00, ohne Frühstück, gebucht über booking.com
-
Ich warte dann mit meinem Bericht noch etwas (wir waren ja von Mitte September an 3 Wochen in Schweden und Norwegen unterwegs).
Hallo Silvia,
auf deinen Bericht freue ich mich dann schon, das hat sich zeitlich ja sogar ein bisschen überschnitten.
-
Das Fluggerät ist heute keine Finnair Maschine, sondern eine Boeing 737 von Jettime, einer dänischen Fluggesellschaft,
Leider nimmt das Wet- oder Dry-Leasing bei den Fluggesellschaften zu. Da bucht man Condor und geflogen wird u. a. mit den Bulgaren. Finnair mietet bei den Dänen. So was finde ich weder bei Linien- noch bei Charterflügen prickelnd. Das ist als ob ich teuren Schampus kaufe, aber nur günstiger Sekt in der Flasche ist.
Den überwiegenden Teil des Flugs verschlafe ich
Gut, dass du während eines Fluges schlafen kannst. Das klappt bei uns nicht mal auf Langstreckenflügen :weissnicht:. Höchstens mal kurz einnicken, aber das war's dann schon.
Neben mir sitzt ein junger Asiate, der nach der Landung mal wieder alle Vorurteile bestätigt. Kaum dass das Flugzeug steht, drängt er den neben ihn sitzenden Passagier aufzustehen, damit er auch aufstehen kann
Asiaten sind doch eher geduldig und Schlange stehen gewöhnt. Vielleicht hatte er Flugangst/Panik oder einen Termin.
einer einfachen, motelartigen Unterkunft am Rande eines Wohngebiets
Das Zimmer ist sehr geräumig und sieht auf den Bildern toll aus.
Mal eine Frage: Mit welcher Software erstellst du die Collagen? Die Anordnung gefällt mir.
-
Oh prima, Lappland könnte für unser Forum noch ein weißer Fleck sein.
So oder so, den Norden finde ich ja immer toll also bin ich gerne mit dabei. :)
-
Die Anreise war ja etwas nervig, aber nu sind wir da 8) Bewundernswert, dass du im Flieger schlafen kannst. Das gelingt mir so gut wie nie.
-
Was haben wir nur früher gemacht, als es noch kein Navi gab... :denk:
-
Der Stress von der Anreise bzw. Die Sorge den Flug zu verpassen raubt mir vor dem Urlaub auch regelmäßig den Schlaf :(
Mit dem Zug am gleichen Tag wage ich gar nicht mehr zu fahren, wenn wir ab Frankfurt fliegen übernachte ich jetzt immer bei meiner Freundin in Oberursel, mit der Bahn habe ich schon die übelsten Überraschungen erlebt. Schön dass es bei dir geklappt hat!
Dass das Gepäck das die Leute mit an Bord nehmen nicht genauer überprüft wird hat mich auch schon oft geärgert, ich habe ziemlich lange Beine und brauche den Platz für die Füße.
Deine Unterkunft gefällt mir gut, war das die die du umgebucht hast?
-
Das Fluggerät ist heute keine Finnair Maschine, sondern eine Boeing 737 von Jettime, einer dänischen Fluggesellschaft,
Leider nimmt das Wet- oder Dry-Leasing bei den Fluggesellschaften zu. Da bucht man Condor und geflogen wird u. a. mit den Bulgaren. Finnair mietet bei den Dänen. So was finde ich weder bei Linien- noch bei Charterflügen prickelnd. Das ist als ob ich teuren Schampus kaufe, aber nur günstiger Sekt in der Flasche ist.
Den überwiegenden Teil des Flugs verschlafe ich
Gut, dass du während eines Fluges schlafen kannst. Das klappt bei uns nicht mal auf Langstreckenflügen :weissnicht:. Höchstens mal kurz einnicken, aber das war's dann schon.
Neben mir sitzt ein junger Asiate, der nach der Landung mal wieder alle Vorurteile bestätigt. Kaum dass das Flugzeug steht, drängt er den neben ihn sitzenden Passagier aufzustehen, damit er auch aufstehen kann
Asiaten sind doch eher geduldig und Schlange stehen gewöhnt. Vielleicht hatte er Flugangst/Panik oder einen Termin.
einer einfachen, motelartigen Unterkunft am Rande eines Wohngebiets
Das Zimmer ist sehr geräumig und sieht auf den Bildern toll aus.
Mal eine Frage: Mit welcher Software erstellst du die Collagen? Die Anordnung gefällt mir.
Mich hat nur gestört, dass es eine Boeing Maschine war, bei denen ist ja in letzter Zeit einiges schief gegangen, da war ich immer froh, dass innereuropäisch eigentlich mit Airbus geflogen wird. Ich hätte wohl umbuchen können, aber dafür war ich dann doch nicht besorgt genug.
Ich konnte viele Jahre auch nicht schlafen im Flugzeug, aber irgendwann hat es mal "klick" gemacht, ohne besonderen Grund und seither gelingt mir das wunderbar. Da bin ich auch sehr froh darüber.
Asiaten kenne ich als ungeduldig und sich immer vordrängelnd und genau so war dieser auch, er hatte keinen Termin, ich habe ihn wie geschrieben, später am Ausgang vom Flughafen gesehen, alleine.
Das Zimmer war absolut in Ordnung.
Die Collagen erstelle ich mit meiner Fotobearbeitungssoftware AcDsee, da muss/kann man selber anordnen.
Was haben wir nur früher gemacht, als es noch kein Navi gab... :denk:
An die Zeiten kann ich mich noch sehr gut erinnern, wenn ich alleine war, habe ich mir die Karte auf den Beifahrersitzt gelegt und die wichtigsten Strassennummern /-namen morgens auf ein Post-it geschrieben und ans Armaturenbrett geklebt. Wenn wir zu zweit waren, konnte einer natürlich in die Karte schauen, aber was es da alles an Missverständnissen gab :( - für mich ist das Navi eine der besten Erfindungen im Reisebereich.
Der Stress von der Anreise bzw. Die Sorge den Flug zu verpassen raubt mir vor dem Urlaub auch regelmäßig den Schlaf :(
Mit dem Zug am gleichen Tag wage ich gar nicht mehr zu fahren, wenn wir ab Frankfurt fliegen übernachte ich jetzt immer bei meiner Freundin in Oberursel, mit der Bahn habe ich schon die übelsten Überraschungen erlebt. Schön dass es bei dir geklappt hat!
Dass das Gepäck das die Leute mit an Bord nehmen nicht genauer überprüft wird hat mich auch schon oft geärgert, ich habe ziemlich lange Beine und brauche den Platz für die Füße.
Deine Unterkunft gefällt mir gut, war das die die du umgebucht hast?
Eine längere Strecke würde ich mich auch nicht mehr trauen am Abflugtag zu fahren, aber bei mir sind es ja S-Bahnen oder Regionalzüge, da dürfte bei genug Puffer (aber der ist wirklich nötig, als ich in Osthofen am Bahnhof stand, hat sich der Zug in die Gegenrichtung nach Mannheim um eine dreiviertel Stunde verspätet) nichts passieren.
Nein, die umgebuchte Unterkunft war die zweitletzte der Reise, dauert also noch bis dahin.
-
2. Tag – Dienstag, 09.09.
Um Viertel nach sechs stehe ich auf. Beim Frühstücken schaue ich mir die Wettervorhersage an und suche mir dementsprechend aus den vorab geplanten möglichen Unternehmungen die passenden heraus und gebe die Ziele ins Navi ein.
Um Viertel nach acht fahre ich los und wundere mich mal wieder über die leeren Straßen, es gibt rund um Lahti viele mehrspurige Autobahnen und Schnellstraßen, auch fast amerikanisch über- und untereinander, aber selbst jetzt zur besten morgendlichen Rushhour ist fast kein Auto unterwegs.
Schon nach einer Stunde Fahrt erreiche ich mein erstes Ziel, den Parkplatz zur Wanderung Nr. 14 des Rother Wanderführers Finnland. Ich habe mir für diesen Tag, der hauptsächlich Fahrtag ist, zwei kurze Wanderungen bzw. Spaziergänge ausgesucht.
Diese erste Wanderung führt mich zur „Kirche des Teufels“ (Pirunkirkko), einer beeindruckenden Felswand, die ich auf einem ganz gut begehbaren Waldpfad, immer wieder mit Blick auf einen See, erreiche.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/dVbQNv6b/250909_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/t4KRvykc/250909_003_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/t4KRvykL/250909_004_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Z5GYsZHg/250909_005_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/x1wjpYgd/250909_007_Forum.jpg)
Gar nicht so einfach die Wand fotografisch festzuhalten.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/qvPBD0QM/250909_009_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/L8c4QRv4/250909_010_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/vZJ82MXZ/250909_011_Forum.jpg)
An der Seite der Felswand geht es steil auf eben diesen Felsen hinauf, bis ich schließlich auf dem „Dach“ der Teufelskirche stehe.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/25dYHWVW/250909_012_Forum.jpg)
Nach einiger Zeit
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Jh38TXGB/250909_014_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/nLKxdmC7/250909_015_Forum.jpg)
wird aus dem Pfad ein breiter Waldweg mit hübschen, sich im Wind bewegenden Birken am Rand.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/N08tNX5H/250909_018_Forum.jpg)
Irgendwann steht ein SUV mitten im Wald, ich entdecke dann einen Mann, der mit einem Eimer in der Hand den Waldboden absucht, also wohl auf Pilz- und Beerensuche ist.
Abgesehen von diesem Beerensammler begegne ich auf der gesamten Wanderung keinem weiteren Menschen. Als ich wieder am Auto ankomme, ist das auf dem Parkplatz vorhin noch stehende Wohnmobil inzwischen abgefahren, so dass ich auch hier ganz alleine bin. Ich nutze noch die Trockentoilette und fahre gegen 11 Uhr weiter.
Eine Stunde später mache ich Mittagspause an einer Raststätte (Kuninkaan Portti bei Hartola), sehr schön an einem See / Fluss gelegen, mit vielen Sitzmöglichkeiten im Freien und sogar einem Badesteg. Hier gibt es wie häufig in Finnland zur Mittagszeit ein All-you-can-eat Lunchbuffet (EUR 13,70), das ich sehr gerne nutze, zum Essen setze ich mich auf die sonnige Terrasse.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/q7crmKzL/250909_020_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/hG8nCmfZ/250909_021_Forum.jpg)
Nach der halbstündigen Pause fahre ich weiter und erreiche bald den Leivonmäki Nationalpark. Diesen habe ich bereits letztes Jahr im Juni besucht bzw. „erwandert“, heute steht ein weiterer kurzer Trail, von einem anderen Parkplatz aus, auf dem Plan.
Der Kirveslammen Kierros führt mich hauptsächlich über Holzbohlenwege einmal rund um einen See. Am Scheitelpunkt gibt es einen Aussichtsturm mit schönem Blick auf das herbstlich gefärbte Moor und den See.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/jj6T8fLZ/250909_023_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/25dYHWV0/250909_024_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/DfM9P6xw/250909_026_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/jqFp4cMD/250909_027_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/8k02m4Zs/250909_030_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/tRMKNkBY/250909_031_Forum.jpg)
40 Minuten später bin ich wieder am Auto, auch auf diesem Spaziergang habe ich keine Menschenseele angetroffen, das Auto und das Wohnmobil, die auf dem Parkplatz standen als ich ankam, sind inzwischen weggefahren.
Die nächsten drei Stunden verbringe ich fahrend, mache dabei zwei Pausen, um auf die Toilette zu gehen und um einen kurzen Einkauf im Supermarkt zu erledigen.
An meinem Zielort Lapinlahti tanke ich noch und fahre dann zur privat vermieteten Ferienwohnung in einem kleinen Mehrfamilienhaus, die ich für heute Nacht gebucht habe. Per E-Mail habe ich heute Nachmittag den Code für die Schlüsselbox und deren Standort übermittelt bekommen.
Die Box finde ich aber erst mal nicht (da hätte ich mir das Foto, das von der Vermieterin mitgeschickt worden war, wohl besser anschauen sollen, wie mir später auffällt). Ich frage einen jungen Mann, der gerade zum Rauchen draußen ist, der spricht zwar Englisch, weiß aber auch nicht, wo die Schlüsselbox ist. Dann kommt aber eine ältere Nachbarin auf ihren Balkon (hat mich wahrscheinlich schon die ganze Zeit vom Fenster aus beobachtet ;D) und zeigt mir wo die Box hängt, sie spricht kein Englisch, aber da kann der junge Mann helfen. Wirklich sehr nette Leute und nun klappt es auch mit dem Schlüssel. Als ich später nochmal zum Auto gehe und mit dem Schlüssel an der Haustüre hantiere, kommt noch eine andere Nachbarin, die mir auf Englisch erklärt, dass die Haustüre erst gegen 21 Uhr abgeschlossen wird, ich also tagsüber nicht aufschließen muss.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/8PfqKvYz/250909_034_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/VL03GthN/250909_035_Forum.jpg)
In der Nähe der Stadt gibt es einen Aussichtsturm mit Blick über die hiesige Seenlandschaft, zu erreichen mit einem kurzen Spaziergang, das hatte ich eigentlich noch geplant für heute Abend. Es ist zwar wunderbar sonnig, aber nun bereits 18 Uhr, da ist es mir für so einen Ausflug in den Wald doch zu spät (im Juni, wenn es erst gegen Mitternacht dämmrig wird, sähe das anders aus), außerdem habe ich Hunger, Abendessen müsste ich also vorher auch noch.
Daher bleibe ich für den Rest des Abends in der Wohnung. Später schaue ich mir im Fernsehen (das ist in Finnland ganz praktisch, alle englischsprachigen Serien und Filme werden im Original mit finnischen Untertiteln gezeigt) noch den Film „Sully“ mit Tom Hanks als Pilot an, der auf dem Hudson Notlanden musste (ein etwas komisches Gefühl, wenn man gestern erst geflogen ist), allerdings nicht bis zum Ende, denn gegen 22 Uhr bin ich bettreif.
Wetter: sonnig, ca. 15° - 23°C
Wanderungen: Rother Finnland 14 Pirunkirkko, 4,99 km, 110 m Anstieg; Leivonmäki Nationalpark, Kirveslammen Kierros, 1,93 km, 20 m Anstieg
Unterkunft: 1 Nacht Ferienwohnung Asemapuisto in Lapinlahti, inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung, EUR 42,48, gebucht über booking.com
-
Was für zwei herrliche Wanderungen :herz: Wald und Moor schon in Herbstfarben, dazu See und eine steile Felswand - ganz mein Fall. Und wie ich sehe, war es auch wärmer als ich erwartet hätte. 8)
Wir früh wird es denn um die Zeit dunkel in Finnland?
-
Die Moorlandschaften gefallen mir und erinnern mich ein bisschen an den Norden von Ontario.
:respekt:, dass du beim Wandern keine Angst hast. Gerade weil kaum Leute unterwegs sind hätte ich Schiss, dass/wenn mir in der Wildnis was passiert.
Die All-In-Lunch-Büffets wären uns willkommen :thumb: und für 13,70 € geradezu ein Schnäppchen. Hungern muss man da jedenfalls nicht.
-
Wir früh wird es denn um die Zeit dunkel in Finnland?
Das war eines der ersten Dinge, die ich überprüft habe vor der Buchung, da ich nicht im dunkeln Autofahren möchte und ich erwartet bzw. befürchtet hatte, dass es weniger Stunden Tageslicht gibt als in Deutschland, aber scheinbar ist dieser Zeitpunkt im September noch nicht gekommen. Mitte September ist in Rovaniemi (Lappland) Sonnenaufgang um 6.30 Uhr und Sonnenuntergang um 19.30 Uhr, gefühlt war es während des ganzen Urlaubs oder zumindest bis ich Lappland wieder verlassen habe, von 6 Uhr bis 20 Uhr hell.
:respekt:, dass du beim Wandern keine Angst hast. Gerade weil kaum Leute unterwegs sind hätte ich Schiss, dass/wenn mir in der Wildnis was passiert.
Die All-In-Lunch-Büffets wären uns willkommen :thumb: und für 13,70 € geradezu ein Schnäppchen. Hungern muss man da jedenfalls nicht.
Ich denke, man hatte (zumindest noch im südlichen Teil, in Lappland war es dann eh mehr Menschen unterwegs) immer Handyempfang, ich habe es nicht ständig nachgeprüft, kann mich aber noch an die Wanderungen in den beiden Jahren zuvor erinnern, da war ich oft über Mittag unterwegs und habe Peter eine SMS geschrieben, das war immer möglich.
Die Lunch Buffets habe ich dieses Jahr tatsächlich sehr häufig genutzt, da braucht man dann abends nur noch eine Kleinigkeit, für die man nicht kochen muss.
-
3. Tag – Mittwoch, 10.09.
Wie üblich stehe ich gegen 6 Uhr auf, frühstücke, bereite anhand der Wettervorhersage den Tag dabei vor und bin gegen Viertel nach 8 abfahrbereit. Heute Morgen ist das Auto nicht nur außen, sondern auch innen angelaufen und das ist ziemlich schwierig loszuwerden. Erst als ich dann mit einem Taschentuch ein Stück frei putze und mit diesem Guckloch losfahren kann, wird es ganz schnell von selbst frei. Keine Ahnung was da los war.
Gegen 11 Uhr mache ich in Soumussalmi eine erste Pause. Ich gehe an einer Tank-/Raststätte auf die Toilette und halte dann noch mal am Seeufer. Der Ort liegt richtig schön am Wasser mit einer Promenade am kleinen Hafen und weiteren Zugangsmöglichkeiten zum Wasser. Hier liegen einige kleinere Boote vor Anker und auch ein Wasserflugzeug.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fRNDY5bt/250910_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Bn042Nvv/250910_006_Forum.jpg)
Kurz nach dem Ort sehe ich meine ersten Rentiere, die von nun an ständige Begleiter auf Lapplands Straßen sein werden (da muss man immer mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren, denn die Tiere sind oft erst sehr spät erkennbar, da sie ähnlich braun wie die Straßenböschung sind). Fotos der Rentiere, die ich auf oder neben der Straße sehe, sind mir leider nicht möglich, da wäre ein Beifahrer sehr hilfreich (oder ein Seitenstreifen an der Fahrbahn).
Schon eine halbe Stunde später mache ich eine weitere Pause. Gleich neben der Straße befindet sich auf einem Feld das Kunstwerk „Das stille Volk“ („Hiljainen Kansa“) vom finnischen Künstler Reijo Kela. Kela ist 1952 in Soumussalmi geboren, hat in Finnland und New York Tanz studiert und dann als Tänzer und Choreograph gearbeitet. Die Torfköpfe, wie die Figuren auf der unter anderem auf Deutsch beschrifteten Tafel genannt werden, wurden seit 1988 an unterschiedlichen Stationen präsentiert, unter anderem auf dem Senatsplatz in Helsinki, aber auch in Deutschland, Russland und England. Nun haben sie wohl hier einen dauerhaften Platz gefunden und werden je nach Jahreszeit passend von einer lokalen Jugendwerkstatt eingekleidet. Eine sicherlich recht aufwändige Aufgabe, denn es sollen über 1000 Figuren hier verteilt sein.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/x12nLgdC/250910_010_Forum.jpg)
Was der Künstler mit dem Werk sagen will? Dazu gibt es keine Antwort, jeder soll sich seine eigenen Gedanken machen.
Das „Stille Volk“ zieht scheinbar eine Menge Touristen an (auf dem Parkplatz sehe ich das erste Auto auf dieser Reise mit ausländischem Kennzeichen, ein Pkw aus München), denn neben dem Feld befinden sich eine Reihe von Holzhäusern mit Restaurant, Café und großem Souvenirgeschäft, da gibt es z.B. T-Shirts vom „Stillen Volk“, aber auch sonstige hauptsächlich handwerkliche lokal hergestellte Dinge, ich schaue mir alles an, kaufe aber nichts.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/W1vT0S4t/250910_011_Forum.jpg)
Es gibt auch Sitzmöglichkeiten im Freien und da es so schönes Wetter ist, mache ich hier eine frühe Mittagspause. Ich esse eine Rentier Quiche und trinke einen Vogelbeersaft aus eigener Herstellung (EUR 8,90) (ich dachte immer, Vogelbeeren wären giftig, habe später gegoogelt und gelesen, dass das nicht stimmt, diese falsche Annahme aber weit verbreitet ist).
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/8zSNLwCh/250910_012_Forum.jpg)
Nach der Pause geht es weiter, bei herrlichem Sonnenschein, herbstlich gelb gefärbter Landschaft (hauptsächlich Birken mit gelben Blättern) und immer mal wieder Rentieren in verschiedenen braun bis weiß Schattierungen, mal mit Geweih, mal ohne, auch ganz junge Tiere sind mit dabei.
Leider wird es immer bewölkter je mehr ich mich meinem Wanderziel nähere, das war so nicht aus der Wettervorhersage heute Morgen ersichtlich, sonst hätte ich eine andere Wanderung schon am Vormittag gemacht >:(.
Gegen 13.30 Uhr erreiche ich den Wanderparkplatz in Ruka, das Teil des bekannten Skiorts Kuusamo ist. Hauptsaison ist hier der Winter, aber es wird auch viel getan, um den Wander- und Mountainbike Tourismus zu fördern. Der Parkplatz ist riesig und ist eben eigentlich für den Winter da, denn ab hier führen Lifte auf einen der Berge hinauf. Eine ganze Reihe Maschinen sind auf und neben dem Parkplatz, sowie am Skihang in Betrieb, hier wird die Wintersaison vorbereitet.
Meine Wanderung führt mich auf den Valtavaara, mit 464 m der höchsten Berg Kuusamos, er liegt gegenüber dem Skiberg. Ganz ungewohnt für mich in Finnland, bin ich hier mal nicht weitgehend alleine unterwegs, die Anzahl an Wanderern hält sich aber in für mich noch akzeptablen Grenzen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/nhJpqTL4/250910_013_Forum.jpg)
Zunächst gibt es einige steile Abschnitte, die mittels Treppen überwunden werden,
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Hk9Hz5Jr/250910_014_Forum.jpg)
dann geht es gemäßigt, aber stetig bergauf, zunächst auf einem geschotterten, sehr gut begehbaren Weg,
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/3RVHNF60/250910_016_Forum.jpg)
daraus wird dann ein steiniger und wurzeliger Pfad.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/hvmRd7WD/250910_017_Forum.jpg)
Bald gibt es erste Ausblicke und zwar erstmal etwas weniger schöne, nämlich auf den gegenüberliegenden Skihang, auf dem die Restschneeflächen mit weißer Folie abgedeckt sind.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/xChS837J/250910_018_Forum.jpg)
Aber bald sind auch Blicke in die anderen Himmelsrichtungen möglich, auf die finnlandtypischen Wälder und Seen und auf das Wanderziel, die Hütte auf dem Berggipfel.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/xChS837b/250910_019_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/VvtPCbQN/250910_020_Forum.jpg)
Dann geht es erstmal wieder ein Stück bergab zu einem See samt Grillhütte. Hier kann auch bei Regen oder kälteren Temperaturen unter Dach gegrillt werden.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/5yzWCFdX/250910_021_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/x8mVzbDq/250910_022_Forum.jpg)
Von hier steigt der Weg wieder an, die Landschaft bietet knorrige Bäume und herbstlich gefärbtes Unterholz samt roten Beeren.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/D0G3XbkX/250910_023_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/bw98gbGs/250910_015_Forum.jpg)
Vom Gipfel mit seiner kleinen Hütte hat man einen tollen Rundum Blick auf Wälder und zahlreiche Seen, hin und wieder kommt auch die Sonne zaghaft hervor.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Mp52VS4g/250910_028_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Cx7TkgtX/250910_029_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/kgs3KmZZ/250910_030_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/JzxVZLg2/250910_031_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/BvvWCz9k/250910_032_Forum.jpg)
Ich mache eine kurze Pause mit einem Müsliriegel, dann geht es auf der gegenüberliegenden Bergseite bergab. Auch hier kommt man an einer Grillhütte vorbei und es gibt wieder bunte herbstliche Deko.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/nLL81Wbw/250910_035_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/mrrxSnf5/250910_034_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/6QQshPxJ/250910_036_Forum.jpg)
Der Weg ist recht abwechslungsreich, ein Stück auf einem Holzbohlenweg ist dabei, auch ein Geröllfeld passiert man.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/brk4JckV/250910_038_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/brk4JckC/250910_041_Forum.jpg)
Nach knapp zwei Stunden bin ich zurück am Auto und gehe gegen 15.30 Uhr die letzte Fahr-Etappe des Tages an.
Anderthalb Stunden später erreiche ich Kemijärvi, gehe noch in den Supermarkt und zum Tanken und fahre dann zu meiner Unterkunft für die nächsten fünf Nächte, das Academy Hotel Kemijärvi am Rande der Stadt gelegen.
Es gibt keine Rezeption, ich habe im Lauf des Tages eine E-Mail mit dem Code für die Eingangstüre und für den Schlüsselautomat aus dem ich den Zimmerschlüssel bekomme, erhalten. Das Hotel ist gerade erst eröffnet worden, es wurde in den 50iger oder 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts als Lehrerseminar gebaut und stand nun wohl einige Zeit leer, wie auch heute noch das sich daneben befindliche große Schulgebäude (Kemijärvi hat an anderer Stelle ein neues Schulzentrum).
Mein Zimmer liegt im Erdgeschoss (zum Glück, denn es gibt keinen Aufzug), auf dem Gang sind mehrere junge Männer damit beschäftigt, Tische und Stühle zusammen zu bauen und auf weitere Zimmer zu verteilen. Ich bringe mein Gepäck aufs Zimmer und muss dann nochmal zum Auto, dabei stelle ich fest, dass ich meine Zimmertür nicht von außen abschließen kann. Ich frage einen der jungen Männer, ob er sich damit auskennt und er geht los, um jemanden vom Hotelpersonal zu holen. Eine junge Frau im Jogginganzug kommt dann bald und ändert etwas am Türschloss, nun ist die Tür abgeschlossen, wenn man sie zuzieht. Sie zeigt mir dann auch die Gemeinschaftsküche mit Mikrowelle, Toaster, Kaffeemaschine und Kochplatten, im Zimmer gibt es nur einen Kühlschrank, einen Wasserkocher und ein Spülbecken. Auch ein weiteres Problem kann ich gleich ansprechen, das W-Lan funktioniert nicht. Sie verspricht sich darum zu kümmern.
Außer der Küche gibt es einen weiteren Gemeinschaftsraum mit Sofa und Sesseln und einem großen Fernseher, in den Zimmern gibt es keine Fernseher.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/1XwbthwW/250910_047_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/kGKL43Kh/250910_043_Forum.jpg)
Den Rest des Abends verbringe ich mit den üblichen Beschäftigungen (mit Peter telefonieren, Notizen zum Tag machen, den folgenden Tag vorbereiten) im Zimmer.
Wetter: vormittags sonnig, nachmittags und abends bewölkt, ca. 13 - 21°C
Wanderung: Valtavaaran Huitpus, 5,95 km, 240 m Anstieg
Unterkunft: 5 Nächte Academy Hotel in Kemijärvi, ohne Frühstück, EUR 475,00, gebucht über die Hotelwebsite
-
Die Vogelscheuchen bei Vogelbeersaft bestaunen ;D, wer macht sich da schon Gedanken über die Bedeutung eines Kunstwerks.
Rentier-Quiche ist mal was ganz anderes. Schmeckt eigentlich das Essen in Finnland?
Das Adademy Hotel scheint ziemlich neu zu sein und zwei getrennte Betten gibt es auch :thumb:.
-
Wir früh wird es denn um die Zeit dunkel in Finnland?
Das war eines der ersten Dinge, die ich überprüft habe vor der Buchung, da ich nicht im dunkeln Autofahren möchte und ich erwartet bzw. befürchtet hatte, dass es weniger Stunden Tageslicht gibt als in Deutschland, aber scheinbar ist dieser Zeitpunkt im September noch nicht gekommen. Mitte September ist in Rovaniemi (Lappland) Sonnenaufgang um 6.30 Uhr und Sonnenuntergang um 19.30 Uhr, gefühlt war es während des ganzen Urlaubs oder zumindest bis ich Lappland wieder verlassen habe, von 6 Uhr bis 20 Uhr hell.
Danke, da sind ja humane Zeiten. Wir planen nämlich eine große Nordlandtour, sind nur noch nicht sicher, ob Früh- oder Spätsommer. 8)
Da hast du ja eine ganz schöne Strecke zurückgelegt und noch mit zusätzlichen Stopps!
Der See schaut toll aus und auch die Wanderung! Verrückt irgendwie, dass sie die Skihänge abdecken um Grundschnee zu halten. Ist ja wie die "Präser" am Rhonegletscher. ^-^ Das "Stille Volk" finde ich witzig. Schön, dass sich Jugendliche noch darum kümmern.
-
Die Vogelscheuchen haben für mich irgendetwas Trauriges...
Rentierquiche habe ich noch nicht gegessen, dafür Rentiersalami. Die schmeckte eigentlich ganz lecker. :)
-
Das waren jetzt schon mal zwei sehr schöne Tage mit Wanderungen! Schön dass es auch Berge gibt, immer nur im Flachen zu wandern würde mir nach ein paar Tagen langweilig. Und dass man sich zu essen nach draußen setzen kann ist mir im Urlaub immer sehr wichtig, schön dass das in Finnland üblich ist, das habe ich in USA oft vermisst in der herrlichen Landschaft draußen zu sitzen.
Mit Rentieren auf der Strasse muss man beim Fahren sehr vorsichtig sein, da würde ich dann im Dunkeln lieber gar nicht fahren. Muss man in Finland eigentlich auch auf Bären achten? Wenn ich so ganz allein auf Wanderungen unterwegs bin, ist mir das manchmal etwas unheimlich wenn ich mir überlege was im Wald so an Tieren rumläuft. Wie ist es zum Beispiel auch mit Wölfen?
-
Rentier-Quiche ist mal was ganz anderes. Schmeckt eigentlich das Essen in Finnland?
Das Adademy Hotel scheint ziemlich neu zu sein und zwei getrennte Betten gibt es auch :thumb:.
Das Essen in Finnland ist eigentlich wie bei uns, mal abgesehen vom Rentierfleisch in Lappland, das schmeckt alles ganz normal. Rentier schmeckt ein bisschen nach Wild und ein bisschen nach Rind.
Genau, wie geschrieben neues Hotel in ehemaliger Lehrerseminar Unterkunft. Das Bad war daher nicht neu und auch nicht die kleine Küchenzeile. In Finnland gibt es so gut wie immer zwei getrennte Betten, mal stehen sie direkt nebeneinander, mal mit Abstand. Ich hatte glaube ich erst zweimal ein einzelnes großes Bett, einmal mit zwei getrennten Matrazen, einmal mit einer einzelnen Matraze - also diesbezüglich das ideal Land für euch ;D
Wir planen nämlich eine große Nordlandtour, sind nur noch nicht sicher, ob Früh- oder Spätsommer. 8)
Da hast du ja eine ganz schöne Strecke zurückgelegt und noch mit zusätzlichen Stopps!
Das "Stille Volk" finde ich witzig.
Ist wohl egal ob Früh- oder Spätsommer, im Frühsommer hast du die endlose Helligkeit, im Herbst die Herbstfärbung und eventuell Nordlichter. Beim Frühsommer muss man nur schauen, wann man wie weit nach Norden kommt, dieses Jahr lag im Mai überall in Lappland noch richtig viel Schnee.
Ja die lange Strecke war eben notwendig, da ich ja in Helsinki starten wollte und leider nur 17 Tage hatte.
Das Stille Volk hat mir auch gut gefallen, ich hätte aber schon gerne gewusst, was sich der Künstler dabei gedacht hat.
Die Vogelscheuchen haben für mich irgendetwas Trauriges...
Rentierquiche habe ich noch nicht gegessen, dafür Rentiersalami. Die schmeckte eigentlich ganz lecker. :)
Ja, die wirken schon ein bisschen traurig, kann aber auch am Alter liegen, wenn man so jahrelang dem Wetter dort ausgesetzt ist....
Rentiersalami habe ich noch nicht gegessen, kann ich mir gut vorstellen, dass die auch schmeckt.
Schön dass es auch Berge gibt, immer nur im Flachen zu wandern würde mir nach ein paar Tagen langweilig. Und dass man sich zu essen nach draußen setzen kann ist mir im Urlaub immer sehr wichtig, schön dass das in Finnland üblich ist, das habe ich in USA oft vermisst in der herrlichen Landschaft draußen zu sitzen.
Mit Rentieren auf der Strasse muss man beim Fahren sehr vorsichtig sein, da würde ich dann im Dunkeln lieber gar nicht fahren. Muss man in Finland eigentlich auch auf Bären achten? Wenn ich so ganz allein auf Wanderungen unterwegs bin, ist mir das manchmal etwas unheimlich wenn ich mir überlege was im Wald so an Tieren rumläuft. Wie ist es zum Beispiel auch mit Wölfen?
Für die Berge muss in Finnland eben nach Lappland (mit Ausnahmen, im Koli NP gibt es auch Berge und auch sonst ein paar wenige), aber mir macht das nichts aus mit der Ebene, hatte ich ja die letzten zwei Jahre fast durchgängig.
Man kann in Finnland genauso wie in Deutschland draußen sitzen.
Wegen der Rentiere würde ich auch nicht im dunkeln fahren wollen, die meisten Einheimischen haben an ihren Autos vorne zusätzliche Scheinwerfer montiert, ich nehme an, auch um im Dunkeln die Rentiere besser zu sehen.
Bären gibt es in Lappland, aber auch weiter südlich in geringerer Anzahl, dazu schreibe ich aber noch sehr ausführlich an einem der nächsten Tage etwas, es gibt auch noch Elche, aber soweit ich weiß keine Wölfe. Angst haben beim Wandern muss man jedenfalls bezüglich Tieren nicht, die Rentiere sind sowieso harmlos, aber auch dazu später mehr.
-
In Finnland gibt es so gut wie immer zwei getrennte Betten, mal stehen sie direkt nebeneinander, mal mit Abstand. Ich hatte glaube ich erst zweimal ein einzelnes großes Bett, einmal mit zwei getrennten Matrazen, einmal mit einer einzelnen Matraze - also diesbezüglich das ideal Land für euch
Das ist gut zu wissen und auch die Büffets sprechen uns an :thumb:.
-
4. Tag – Donnerstag, 11.09.
Für den heutigen Tag habe ich eine Wanderung im Pyhä-Luosto Nationalpark geplant. Um 8.15 Uhr fahre ich am Hotel los, stoppe aber schon bald wieder, der Blick über den Kemijärvi (Kemi-See) an dem Kemijärvi liegt und nach dem die Stadt benannt ist, mit den Bergen im Hintergrund möchte fotografisch festgehalten werden, wenn es schon mal eine gute Haltemöglichkeit gibt.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/6p9F9P30/250911_002_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/bwz4z5J6/250911_003_Forum.jpg)
Bald darauf kommt mir die Routenführung und die recht kurze Fahrtdauer bis zum Ziel laut Navi etwas merkwürdig vor, habe ich mich bei Eingabe der Koordinaten vertan? Ich halte an und schaue nach, nein, ich bin in der Zeile der Ziele verrutscht (ich habe ein neues Navi und stelle ab jetzt fest, dass man da tatsächlich ein bisschen aufpassen muss, da öffnet sich bei geringer Abweichung beim Antippen oft nicht das eigentlich ausgesuchte, sondern das darunter liegende). Immerhin bin ich noch nicht weit gefahren und der Umweg hat mir auch den Blick über den See beschert, an dem es beim richtigen Weg gar nicht vorbeigegangen wäre.
20 Minuten kostet mich mein Vertipper und so erreiche ich den Parkplatz beim Nationalpark-Besucherzentrum Naava im Ort Pyhä gegen 9.20 Uhr.
Es sind schon einige Wanderer unterwegs, freie Parkplätze gibt es aber noch genug, denn auch dieses heutige Ziel hat, obwohl ein Nationalpark, seinen touristischen Schwerpunkt im Winter zum Skifahren, von hier erreicht man auch einige Skilifte, entsprechend groß ist die Parkfläche.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/2Szgzt6x/250911_004_Forum.jpg)
Ich tue mich zunächst etwas schwer mit der Routenfindung des „Trail to Noitatunturi“ bzw. (teilweise) der Nr. 52 des Rother Wanderführer Lappland (das scheint heute ein durchgängiges Problem bei mir zu sein, nach dem Autofahren nun beim Wandern ;D), was mir ein paar hundert zusätzliche Wandermeter beschert, dann klärt sich aber alles und ich bin auf Kurs.
Es geht am Anfang ein gutes Stück entlang der Hauptstraße des Orts bzw. einen Alternativweg (der mich so verwirrt hat), durch den angrenzenden Wald. Dann ist der eigentliche Wanderweg erreicht und führt zuerst mal gemächlich und gut ausgebaut leicht bergauf durch den Wald.
Nach ungefähr einer dreiviertel Stunde erreiche ich einen Rastplatz mit Trockentoiletten und Grillmöglichkeiten. Die Toilette nutze ich, dann geht es auf einer Treppe bergab in eine Schlucht. Hier geht es ein kurzes Stück auf einem Holzbohlenweg über ein Geröllfeld und durch ein mooriges Stück Wald, dann darf ich die gerade hinabgestiegenen Höhenmeter wieder hinaufsteigen, auch hier auf einer Treppe.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/htSNSYjp/250911_005_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/8zt9sbJm/250911_006_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/t4X8XcTM/250911_008_Forum.jpg)
Ab hier wird der Waldpfad so, wie ich ihn von zahlreichen anderen Wanderungen in Finnland kenne, von Steinen, Felsen und Wurzeln durchzogen. Die Anzahl der Steine erhöht sich nach und nach und bald hole ich meine Wanderstöcke aus dem Rucksack bzw. von der Befestigung am Rucksack, das hilft schon sehr, gerade auch auf den nach dem morgendlichen Tau nassen Steinen und Wurzeln. Bald geht es fast ausschließlich über Geröllfelder, ein sehr langsames Vorankommen. Ein älteres Ehepaar, das hinter mir unterwegs war, gibt irgendwann auf, ich werde aber auch von Wanderern, die über die Steine tänzeln, als wäre es fester, ebener Boden, überholt.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/7ZmdbNGN/250911_009_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/SxD3jG2r/250911_010_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/xjMZLQN1/250911_012_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/T2gsnx51/250911_013_Forum.jpg)
40 Minuten nach der Treppe in die Schlucht hinab, komme ich an einen weiteren Rastplatz mit Toiletten und Grillmöglichkeiten. Hier sind recht viele Leute verteilt, ein paar Mädels machen sich am Ufer des unterhalb liegenden kreisrunden Sees fertig zum Schwimmen (d.h. sie ziehen ihre Bikinis an, vor den Augen aller, man hätte sich auch auf der Toilette umziehen können :)) – puh, es ist zwar sonnig und T-Shirt Wetter warm, aber im Schatten in dem der See liegt, doch eher kühl und feucht, nie würde ich da schwimmen wollen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/hvL3n8qq/250911_014_Forum.jpg)
Nach einer kurzen Pause gehe ich weiter – nun beginnt die schwerste Etappe der Wanderung, es geht über ein Geröllfeld steil bergauf. Mit so einem schweren Weg habe ich nicht gerechnet, ich bin zwar früher in den Alpen auch schon über Geröllfelder gewandert, allerdings (zumindest in meiner Erinnerung) noch nie über ein so langes und steiles Stück und vor allem nicht über so große Felsen. Zunächst nutze ich noch meine Stöcke, dann packe ich sie samt der Kamera weg (einen Eindruck von der Art des Geröllfeld bekommt ihr, wenn ihr mein Foto anschaut, dass ich zum gestrigen Tag bei der Wanderung auf den Valtavaara gezeigt habe, dort bin ich gegen Ende der Wanderung an einem kleinen Geröllfeld vorbeigekommen, heute geht es über genau solche Felsansammlungen, nur dass das heutige Geröllfeld von der Gesamtfläche wesentlich größer ist) und gehe auf allen Vieren weiter. Zwischendrin würde ich am liebsten aufgeben, aber das ist natürlich keine Option, denn umzudrehen, also bergab zu gehen, wäre noch schwieriger.
Fotos habe ich daher nur von den einfacheren Abschnitten am Beginn des Anstiegs.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/nr4wxKtJ/250911_015_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/nVBWqx9j/250911_016_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/c1wzfWtn/250911_017_Forum.jpg)
Es sind recht viele Leute unterwegs, da bin ich ausnahmsweise mal froh darüber, denn die Wegführung ist nicht immer klar, so kann ich mich an den anderen orientieren und zu sehen, dass andere mit den gleichen Schwierigkeiten kämpfen, hilft moralisch auch. Aber klar, auch hier gibt es einige, die überhaupt keine Probleme mit dem Weg haben.
Eine knappe Stunde dauert die Schinderei, dann erreiche ich unfallfrei den 540 m hohen Gipfel.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/05D47vKS/250911_018_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/7P0RS4J7/250911_019_Forum.jpg)
Ich bewundere die Aussicht in alle Richtungen und mache Mittagspause mit einem belegten Brötchen aus dem Rucksack. Dabei hoffe ich die ganze Zeit, dass der Abstieg auf der anderen Bergseite weniger steil und geröllig wird, als der Aufstieg.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/L860dZCN/250911_020_Forum.jpg)
Und tatsächlich, der Berg ist auf seiner anderen Seite wesentlich flacher und der Wanderpfad besser erkennbar und mit nur wenig Geröll bedeckt – ich bin erleichtert und kann die Wanderung wieder genießen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/y8YrqSQL/250911_021_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/L860dZCy/250911_023_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/y8YrqSQp/250911_026_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/vZHSR6qK/250911_027_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/nhcw8QRg/250911_029_Forum.jpg)
Eine gute halbe Stunde dauert der Abstieg, dann geht es auf einem auch für Mountainbikefahrer geeigneten Pfad teils eben, teils leicht bergab weiter.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/52NkcF7h/250911_032_Forum.jpg)
An einem kleinen See mitten im Geröll mache ich eine weitere kleine Pause mit einem Müsliriegel.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rwFY6tnb/250911_030_Forum.jpg)
Schließlich erreiche ich einen großen Rastplatz an einem schön in der Sonne liegenden See, praktisch alle der zahlreichen Grillstellen sind besetzt, überall rauchen die Feuer und duften die Würstchen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/d1d5RR3k/250911_034_Forum.jpg)
Ab hier mache ich nun einen Fehler, ich finde die grüne Markierung meines Trails nicht, denke vor allem gar nicht mehr an die Beschreibung und folge daher einer roten Markierung, die als Ziel meinen Parkplatz am Besucherzentrum ausweist.
Damit erreiche ich zwar tatsächlich wieder mein Auto, komme aber um einen weiteren Höhepunkt der Wanderung, ein Holzbohlenweg durch eine Schlucht. Und zwar ist das die Fortsetzung bzw. Ende des Wegs, den ich am Anfang der Wanderung, als es die Treppen hinunter ging, gekreuzt habe bzw. bin ich dort in die andere Richtung gegangen. An dieser Stelle hätte sich der Kreis geschlossen und der Rest des Weges wäre identisch mit dem Hinweg gewesen. Nun ja, das ist nicht mehr zu ändern, es fällt mir erst gegen Ende der Wanderung auf, vielleicht komme ich ja irgendwann mal wieder in diese Gegend.
Aber auch der von mir gewählte Weg ist nicht hässlich, er führt auf gut begehbarem Pfad durch den Wald und eröffnet immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegende Landschaft.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/gJRgyyjZ/250911_036_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/T16Cty53/250911_038_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/JnJp330B/250911_039_Forum.jpg)
Gegen Ende komme ich noch einem Kletterzentrum vorbei und ich beobachte ein Weilchen die Leute, die an einer senkrechten Felswand in den Seilen hängen und sich nach oben (oder unten) arbeiten, andere sind auf einem Hindernisparcours im Wald beschäftigt.
Gegen halb vier erreiche ich dann schließlich wieder mein Auto. Ich wechsle in meine leichten Sneaker, lasse den Rucksack im Auto und gehe ins Besucherzentrum, nutze die Toilette und gönne mir dann wohlverdient ein süßes Teilchen, eine Tasse Kaffee und eine Art Limo (EUR 11,20) auf der sonnigen Außenterrasse. Es hätte auch wieder ein Lunch Buffet gegeben, das bis 16 Uhr geöffnet war, aber um diese Uhrzeit war mir das doch zu spät fürs Mittagessen und zu früh fürs Abendessen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/qqTj1t6R/250911_041_Forum.jpg)
Danach stöbere ich im kleinen Souvenirshop, bis der zuständige Angestellte um exakt 16 Uhr mich und die zwei anderen Kunden einfach hinauswirft, der Laden würde nun schließen. Immerhin dürfen wir das was wir bereits in den Händen halten, noch bezahlen, bei mir ein Aufkleber mit dem Nationalpark Logo und eine Postkarte für meine Mutter.
Die sich nebenan befindliche Ausstellung zum Nationalpark hat länger geöffnet, die schaue ich mir noch an, dann geht’s zum Auto und zurück nach Kemijärvi. Hier hat es ein paar mehr Wolken, ich halte aber dennoch am Strand nicht weit vom Hotel und mache ein paar Fotos, außer mir ist niemand hier, das sieht im Sommer wohl ganz anders aus, hier kann man sicher toll schwimmen und sich am Sandstrand sonnen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Bb0Mm8PX/250911_043_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/cCSXFKtC/250911_044_Forum.jpg)
Dann fahre ich ins Hotel, nun funktioniert das W-Lan, und verbringe den Abend mit den üblichen Aktivitäten. Auf Nordlichter brauche ich heute Nacht nicht hoffen, es sind zu viele Wolken am Himmel.
Wetter: sonnig, gegen Abend ein paar Wolkenfelder, ca. 13° - 21°C
Wanderung: Trail to Noitatunturi (aber am Ende anderen Weg gewählt), entspricht teilweise Rother Lappland Nr. 52, 15,67 km, 533 m Anstieg
Unterkunft: 5 Nächte Academy Hotel in Kemijärvi, ohne Frühstück, EUR 475,00, gebucht über die Hotelwebsite
-
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/y8YrqSQp/250911_026_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/qqTj1t6R/250911_041_Forum.jpg)
Hattest du den Pilz mitgenommen? ;)
-
Da hast du dir und deinen Beinen (bei der Vorgeschichte) aber einen sehr holprigen Wanderweg zugemutet :beifall:. Gut, dass nichts passiert ist.
Ansonsten tolle Bilder und tatsächlich das passende süße Teilchen im Anschluss ;D .
-
Hattest du den Pilz mitgenommen? ;)
:totlach:
Da hast du dir und deinen Beinen (bei der Vorgeschichte) aber einen sehr holprigen Wanderweg zugemutet :beifall:. Gut, dass nichts passiert ist.
Hätte ich gewusst, was da auf mich zukommt, hätte ich die Wanderung nicht gemacht, aber dies ging so aus den Beschreibungen bei Rother und der Nationalpark Seite nicht hervor, andererseits war es dann aber auch ein tolles Gefühl, es geschafft zu haben.
-
Bei Geröllhang bin ich raus aus dem Spiel 8) Aber wirklich schöne Aussichten dort oben. Schade, dass du den Weg durch die Schlucht verpasst hast. Das Küchlein hast du dir jedenfalls verdient :)) Gäbe es auch Wege nur zu den Seen?
-
Bei Geröllhang bin ich raus aus dem Spiel 8) Aber wirklich schöne Aussichten dort oben. Schade, dass du den Weg durch die Schlucht verpasst hast. Das Küchlein hast du dir jedenfalls verdient :)) Gäbe es auch Wege nur zu den Seen?
Ja gab es, das Gute in finnischen Nationalparks ist, dass es eigentlich immer Wanderungen jeglichen Schwierigkeitsgrads gibt. Auch hier im Pyhä-Luosto NP gab es einige Wanderungen, die mehr oder weniger eben zu Seen und Mooren führen. Der Tunturiaapa Nature Trail z.B. führt fast eben durch ein Moor und durch die von mir verpasste Schlucht, Auszug aus der Beschreibung: "Tunturiaapa Nature Trail leads you through forests to the most beautiful mire in Pyhä-Luosto National Park. Birdsong, the colors and scents of the vegetation, and watery mire pools reflecting the sky captivate visitors, while a stunning view of the fells opens across the mire towards the park’s southernmost peaks. The trail consists mostly of flat, easy-to-walk gravel paths and duckboards over the mire, with stairs in steeper sections. In dry summer or autumn weather, sneakers are suitable."
-
Danke, das hört sich doch gut an ;D Da werden wir die Nordtour wohl bis nach Finnland dehnen
-
40 Minuten nach der Treppe in die Schlucht hinab, komme ich an einen weiteren Rastplatz mit Toiletten und Grillmöglichkeiten. Hier sind recht viele Leute verteilt, ein paar Mädels machen sich am Ufer des unterhalb liegenden kreisrunden Sees fertig zum Schwimmen (d.h. sie ziehen ihre Bikinis an, vor den Augen aller, man hätte sich auch auf der Toilette umziehen können :)) – puh, es ist zwar sonnig und T-Shirt Wetter warm, aber im Schatten in dem der See liegt, doch eher kühl und feucht, nie würde ich da schwimmen wollen.
Andy hätte das sicher auch gemacht, er hat da keine Hemmungen... :))
-
40 Minuten nach der Treppe in die Schlucht hinab, komme ich an einen weiteren Rastplatz mit Toiletten und Grillmöglichkeiten. Hier sind recht viele Leute verteilt, ein paar Mädels machen sich am Ufer des unterhalb liegenden kreisrunden Sees fertig zum Schwimmen (d.h. sie ziehen ihre Bikinis an, vor den Augen aller, man hätte sich auch auf der Toilette umziehen können :)) – puh, es ist zwar sonnig und T-Shirt Wetter warm, aber im Schatten in dem der See liegt, doch eher kühl und feucht, nie würde ich da schwimmen wollen.
Andy hätte das sicher auch gemacht, er hat da keine Hemmungen... :))
;D
-
5. Tag – Freitag, 12.09.
Um 8 Uhr starte ich heute wieder Richtung Pyhä-Luosto Nationalpark. Ich möchte den „Luosto Nature Hiking Trail“ wandern, dieser startet im nördlichen Teil des Nationalparks, im Örtchen Luosto.
Es soll wieder sonnig werden, über den Hügeln hängen noch Nebel- oder Wolkenreste, daher habe ich es nicht allzu eilig. In Pyhä stoppe ich am Supermarkt, da stehen in Finnland oft Briefkästen und ich möchte meine gestern Abend geschriebene Postkarte einwerfen. Tatsächlich steht der orange farbene Kasten auch hier am Supermarkt, ich werde meine Karte los.
Auf der weiteren Strecke bis Luosto werde ich noch zweimal wegen Rentieren auf der Straße ausgebremst und dann wegen einer Baustelle. Da die Anzahl der Straßen im ländlichen Finnland eher begrenzt und eine Umleitung wie in Deutschland üblich, meist nicht sinnvoll möglich ist, wird bei Straßenbauarbeiten oft unter einspurig laufendem Verkehr gearbeitet. So auch hier, zunächst muss ich einige Zeit an der roten Ampel warten, dann wird hinter dem „Follow-me“ Auto hergefahren, direkt daneben wird geteert.
Auch im Ort Luosto sind Straßenbauarbeiten im Gang, hier wird durch Wohngebiete und über die in finnischen Kleinstädten meist vorhandenen breiten Rad- und Gehwege, die von der Straße durch einen breiten Wiesenstreifen getrennt sind, umgeleitet.
Gegen halb zehn erreiche ich den Parkplatz an dem die Wanderung startet.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/SRyyby3V/250912_002_Forum.jpg)
Hier ist deutlich weniger los als bei der gestrigen Wanderung, ich bin zunächst völlig alleine. Über einen wohl recht neu angelegten gekiesten gut begehbaren Weg geht es durch lichten Wald von Anfang an bergauf, die steilsten Abschnitte sind mit Treppen ausgestattet, die man wahlweise zum Pfad nehmen kann.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/x800V0hs/250912_003_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/T1RRvRF7/250912_004_Forum.jpg)
Das erste Geröllfeld taucht auch wieder früh auf, der Pfad bleibt aber gut ausgebaut, kein Stolpern und Balancieren über Felsen und Steine.
Ein erstes Highlight der Wanderung erreiche ich nach einer guten halben Stunde, die „Ukko-Luosto Scenic Hut“, eine ganz neu gebaute Holzhütte mit vielen Bänken und Tischen im warmen Inneren, auch eine Ausstellung zum Thema Nordlichter gibt es und ganz große Panoramafenster. In der Hütte treffe ich auf den ersten anderen Wanderer heute, ein junger Mann mit großem Wanderrucksack, der hier wohl eine ausführliche Pause macht (übernachten ist soweit ich weiß in der Hütte nicht erlaubt), seinen Kumpel treffe ich dann beim Verlassen der Hütte, als er von der wenige Meter entfernten Toilette zurückkommt.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/L5HHFHwx/250912_008_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/6qYB9kxd/250912_009_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/D0B7293Q/250912_010_Forum.jpg)
Ab hier geht es dann für längere Zeit auf einem recht gut begehbaren Waldpfad gemäßigt bergab.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/zv0qJsYS/250912_011_Forum.jpg)
Ich treffe keine anderen Wanderer, ungefähr eine halbe Stunde nach Verlassen der Scenic Hut bin ich mir sicher, Schritte zu hören. Etwas unheimlich, denn ich kann niemanden sehen. Dann schweift mein Blick aber etwas weiter und – neuer Schreck :schreck: – nur vielleicht zwanzig Meter entfernt von mir läuft ein Rentier durch den Wald. Zum Glück sind diese Tiere völlig harmlos und daher freue ich mich nach dem Schreck dann schnell über die Begegnung. Auch das Tier ist alleine unterwegs, schaut kurz zu mir herüber und setzt seinen Weg völlig unbeeindruckt fort.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rsQq8B2N/250912_012_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/sfcj9hGN/250912_013_Forum.jpg)
Etwas später kommt mir dann ein Wanderer entgegen, nach etwa einer Stunde ab der Scenic Hut dünnt der Wald aus und geht in eine Moorfläche über. Der Wanderweg besteht nun überwiegend aus einem Holzbohlenweg.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Y23rfWLV/250912_017_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/bYTyHtS5/250912_020_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/ryJVCrR3/250912_021_Forum.jpg)
Ich komme an einem Rastplatz mit den üblichen Grillmöglichkeiten und einer Trockentoilette vorbei, dann an einer halb verfallenen Hütte mitten im Moor, der Boden ist schon verfault, ich kann leider kein Informationsschild zum (ehemaligen) Zweck dieser Hütte sehen, malerisch sieht sie aber allemal aus so im herbstlich gefärbten Moor.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/jdSs8SyZ/250912_023_Forum.jpg)
Zeitlich passend gegen 12 Uhr komme ich an einer Bank vorbei, die auf die Holzbohlen gebaut wurde, das wird mein Spot für meine Mittagspause. Von hier schaue ich auf das spätere Wanderziel, den Berg Ukko-Luosto.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/bNwz6w1V/250912_024_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/yY8Vf80G/250912_025_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/TY3Rk3n4/250912_026_Forum.jpg)
Nach der Pause führt mich der Weg noch eine kleine Weile durchs Moor, dann geht dieses wieder in einen lichten Wald über und aus dem Holzbohlenweg wird ein gut begehbarer Kiespfad. Ab hier begegnen mir auch immer wieder andere Wanderer, scheinbar haben die meisten die Tour in die andere Richtung gemacht, ich habe mich an die Empfehlung der Nationalparkverwaltung gehalten, da ich so das steilste Stück bergauf gehen kann.
Der Weg wird nach und nach steiler, aus Kies wird Erde, zur Erde kommen vereinzelte Steine dazu, bis der Weg schließlich nur noch aus Steinen besteht, ich bin wieder auf einem Geröllfeld unterwegs. Dieses ist jedoch wesentlich einfacher zu begehen als das gestern, es ist weniger steil, der Weg ist deutlicher markiert, die Felsbrocken kleiner und immer mal wieder ist auch Stück Erdpfad dabei. So ist der Hauptanstieg der Wanderung nicht allzu anstrengend, für Pausen sorgen die wunderbaren Ausblicke.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/0y69sXW4/250912_029_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/8zFTSXK0/250912_031_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/GmBbCg7g/250912_032_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/x1k92pxF/250912_033_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/NjyQcCJW/250912_036_Forum.jpg)
Ungefähr vierzig Minuten brauche ich vom Fuß des Geröllfelds bis zum 514 m hohen Gipfel des Ukko-Luosto.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FHfh4CWM/250912_039_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/P5LdjVVG/250912_040_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/QdBj3YYZ/250912_041_Forum.jpg)
Dort weht ein heftiger kalter Wind, so dass ich mich nicht allzu lange aufhalte. Beim Abstieg sehe ich eine kleine Rentierherde, leider sehr weit weg, da hätte sich ein Teleobjektiv gelohnt, das ich aber nicht dabei habe (nicht nur nicht auf der Wanderung, sondern gar nicht in diesem Urlaub).
Der Abstieg geht zunächst über Geröll und teilweise Erdpfade, zwanzig Minuten später beginnt für das steilste Stück eine endlos lange Treppe. Das ist natürlich wesentlich angenehmer zum laufen als rutschiges Gestein, ich bin aber froh, dass ich hier bergab gehen kann und nicht die vielen Stufen hinauf nehmen muss. Immer wieder kommen mir Leute entgegen, viele gehen wohl nur vom Ort diesen Weg zum Gipfel hinauf und dann den gleichen Weg wieder zurück oder einen kürzeren Rundweg, der über die Scenic Hut führt, bei der ich am Anfang war.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/3xy3TffT/250912_043_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/DwtnyQHp/250912_045_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/sgtsDPq0/250912_047_Forum.jpg)
Nach dem Ende der Treppe geht es noch ein Stück gemäßigt durch den Wald bergab, um 15.20 Uhr bin ich zurück am Auto.
Auf der Rückfahrt komme ich wieder am Besucherzentrum des Nationalparks in Pyhä vorbei, wo ich gestern schon nach der Wanderung war. Hier stoppe ich nochmal für einen Schokomuffin und eine Tasse Kaffee (EUR 9,20, Wasser gibt es in Finnland immer kostenlos), wegen des starken Windes sitze ich heute drinnen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/t419jvvH/250912_049_Forum.jpg)
In Kemijärvi gehe ich noch in den Supermarkt und bin gegen 17.45 Uhr zurück im Hotel.
Schon wieder steht kein einziges anderes Auto auf dem Parkplatz, ich bin auch noch keinem anderen Gast begegnet, das interessiert mich jetzt doch. Ich mache daher bei Booking.com und auf der Homepage der Unterkunft Probebuchungen für verschiedene Daten: bis zu meinem Abreisedatum ist das Hotel ausgebucht, für die danach folgenden Nächte ist immer ein einziges Zimmer zu haben – das heißt, sie vermieten zurzeit (vielleicht sind die anderen Zimmer noch nicht fertig eingerichtet?) nur ein einziges Zimmer, ich bin die einzige Person im ganzen großen Haus, etwas unheimlich, aber immerhin ist es dadurch ruhig. Vielleicht ist aber auch das Mädel vom Personal, das mir am ersten Tag mit der Türe geholfen hat, da, etwas abseits des eigentlichen Parkplatzes steht immer ein älteres Auto. Die Jungs, die an meinem Ankunftstag Möbel aufgebaut haben und mit einem Van da waren, waren an meinem ersten Morgen nochmal da, seitdem habe ich sie nicht mehr gesehen.
Heute Nacht ist die Chance auf Nordlichter groß, aber nichts bringt mich dazu, alleine später noch mein Zimmer und das Hotel zu verlassen, um mir das anzusehen. Ich schaue vor dem Schlafen noch ein paar Mal aus dem Fenster und auch nochmal als ich nachts zur Toilette muss, da ist aber nichts zu sehen, allerdings sind direkt vor meinem Fenster viele Bäume und der Eingang zur leerstehenden Schule nebenan wird mit einem starken Scheinwerfer angestrahlt.
Wetter: sonnig, ca. 13°-21°C
Wanderung: Luosto Nature Hiking Trail im Pyhä-Luosto Nationalpark, 16,62 km, 479 m Anstieg
Unterkunft: 5 Nächte Academy Hotel in Kemijärvi, ohne Frühstück, EUR 475,00, gebucht über die Hotelwebsite
-
Uff diese Wanderungen über Geröll schauen wirklich anstrengend aus :o ich habe ein Talent auf solchen Hängen auszurutschen, da habe ich selbst mit Stöcken große Probleme. Eigentlich kenne ich solche Geröllfelder nur an Bergabhängen, ich frage mich wo das viele Geröll herkommt. Gab es dazu Infos im Nationalparkzentrum? Die Wege durchs Moor sind dagegen besonders schön, die Farben leuchten wunderbar, in Bayern sind Moose nicht so schön rot.
Was das Umziehen am See angeht: das kenne ich Bayern genauso. Ich ziehe mich auch im Freibad auf der Wiese um, ich glaube Umkleidekabinen gibt es gar nicht und mich in einem schmuddeligen WC umzuziehen käme mir nicht in den Sinn, wo sollte ich meine Kleider hinlegen? Ich habe in Bayern auch schon Leute nackt in Bergseen baden sehen, ich finde da gar nichts dabei. Ich denke Finland hat die gleiche Sauna/Badekultur wie wir wo nackt sein unspektakulär normal ist.
-
Wunderschön, diese leuchtenden Herbstfarben :herz: Ansonsten schaut die Wanderung schon anstrengend aus, da hast du dir den Muffin redlich verdient. Toll, dass dir auch noch ein Rentier vor die Linse gelaufen ist
(https://www.eumerika.de/www.eumerika.de/i.postimg.cc/x800V0hs/250912_003_Forum.jpg)
Wandermöglichkeiten scheint es ja reichlich zu geben.
Wenn ich festgestellt hätte, ich wäre der einzige Gast im Haus, würde mich das schon gruseln und ich würde auch nicht im Dunkeln rausgehen wollen. :schreck: Schade, dass du vielleicht die Nordlichter verpasst hast.
-
Die Wanderungen ähneln sich doch sehr, obwohl diese "entschärft" war. Ich mag solche Moorlandschaften.
Wenn ich festgestellt hätte, ich wäre der einzige Gast im Haus, würde mich das schon gruseln und ich würde auch nicht im Dunkeln rausgehen wollen. :schreck:
Bates Motel :totlach:. Da sollte man in erster Linie beim Duschen aufpassen :evil:.
-
Alleine wandern macht mir ja auch nix, aber alleine im Hotel :o Schon etwas gruselig...
-
Uff diese Wanderungen über Geröll schauen wirklich anstrengend aus :o ich habe ein Talent auf solchen Hängen auszurutschen, da habe ich selbst mit Stöcken große Probleme. Eigentlich kenne ich solche Geröllfelder nur an Bergabhängen, ich frage mich wo das viele Geröll herkommt. Gab es dazu Infos im Nationalparkzentrum? Die Wege durchs Moor sind dagegen besonders schön, die Farben leuchten wunderbar, in Bayern sind Moose nicht so schön rot.
Was das Umziehen am See angeht: das kenne ich Bayern genauso. Ich ziehe mich auch im Freibad auf der Wiese um, ich glaube Umkleidekabinen gibt es gar nicht und mich in einem schmuddeligen WC umzuziehen käme mir nicht in den Sinn, wo sollte ich meine Kleider hinlegen? Ich habe in Bayern auch schon Leute nackt in Bergseen baden sehen, ich finde da gar nichts dabei. Ich denke Finland hat die gleiche Sauna/Badekultur wie wir wo nackt sein unspektakulär normal ist.
Die Berge dort sind die Überreste aus der Eiszeit, als sich das Eis zurückgezogen hat, hat es das dort bis zu diesem Zeitpunkt vorhandene Gebirge glattgeschliffen, nur diese Bergkuppen, auf finnisch Tunturi blieben übrig, das Gestein wurde dabei "zerbröselt".
Finnisch-Lappland ist bekannt für diese Farben im Herbst, nennt sich dort Ruska.
In Finnland geht man nicht nackt in die Sauna, sondern im Badeanzug bzw. Bikini bzw. Badehose, außerdem gehen in öffentlichen Saunen (also auch in Hotels oder den gemeinsamen Saunen in Mehrfamilienhäusern) immer Frauen und Männer getrennt.
In Frankreich sieht man ja oft an den Stränden Nacktbader, mich stört das nicht, ich war auch in Deutschland schon nackt in Saunen in irgendwelchen Hotels. Aber im Freibad, am See (auch an ganz vielen Seen in Bayern ;D, ich habe ja viele Jahre in Augsburg gelebt) oder am Meer habe ich bisher noch immer eine Umkleidekabine oder Toilette zum Umziehen gefunden (oder hatte meinen Bikini schon zu Hause angezogen) und auch nur selten jemand gesehen, der die nicht genutzt hat, außer es wäre ein FKK Abschnitt. Aber jeder wie er mag, ich bin da kein Fan davon.
Die Wanderungen ähneln sich doch sehr, obwohl diese "entschärft" war. Ich mag solche Moorlandschaften.
Klar ähneln sich die Wanderungen, das ist dort in finnisch Lappland überall so, die Wälder und dazwischen die Tunturi (siehe oben). Nur in einer einzigen Ecke sieht es anders aus, da kommen wir noch hin. Alles weiter südlich sind dann Wälder fast ohne Berge, wie ihr ja in meinen beiden vorherigen Berichten aus Finnland sehen konntet.
Wegen des Hotels war ich froh, dass ich erst nach den beiden ersten Nächten festgestellt habe, dass ich ganz alleine bin. Gebucht hätte ich es allerdings nicht, wenn ich es gewusst hätte.
-
Ach wie herrlich die Touren durch die Moor- und Waldlandschaft und so vom Stuhl aus sind auch die Geröllfelder kein Problem ;D
Wenn ich festgestellt hätte, ich wäre der einzige Gast im Haus, würde mich das schon gruseln und ich würde auch nicht im Dunkeln rausgehen wollen. :schreck:
Bates Motel :totlach:. Da sollte man in erster Linie beim Duschen aufpassen :evil:.
Ich weiß schon warum ich keine Horrorfilme anschaue!! Ich glaub das ist ein Vorteil wenn man alleine unterwegs ist, sonst gibt's immer ein Kopfkino hinzu und keine ruhige Nacht mehr
-
In Finnland geht man nicht nackt in die Sauna, sondern im Badeanzug bzw. Bikini bzw. Badehose, außerdem gehen in öffentlichen Saunen (also auch in Hotels oder den gemeinsamen Saunen in Mehrfamilienhäusern) immer Frauen und Männer getrennt.
oh, das hätte ich jetzt nicht erwartet, danke für die Info Christina. Ich bin wirklich davon ausgegangen dass es in Nordeuropa normal ist nackt in die Sauna zu gehen (und mit gemischten Geschlechtern). Ich hatte vor x Jahren mal angefangen mich in Israel vor der Sauna auszuziehen bis ich die Blicke bemerkt habe und den Badeanzug schnell wieder hochgezogen habe ;D in meinem jugendlichen Leichtsinn war ich davon ausgegangen dass es in der Sauna überall so ist wie daheim...
-
In Finnland geht man nicht nackt in die Sauna, sondern im Badeanzug bzw. Bikini bzw. Badehose, außerdem gehen in öffentlichen Saunen (also auch in Hotels oder den gemeinsamen Saunen in Mehrfamilienhäusern) immer Frauen und Männer getrennt.
oh, das hätte ich jetzt nicht erwartet, danke für die Info Christina. Ich bin wirklich davon ausgegangen dass es in Nordeuropa normal ist nackt in die Sauna zu gehen (und mit gemischten Geschlechtern). Ich hatte vor x Jahren mal angefangen mich in Israel vor der Sauna auszuziehen bis ich die Blicke bemerkt habe und den Badeanzug schnell wieder hochgezogen habe ;D in meinem jugendlichen Leichtsinn war ich davon ausgegangen dass es in der Sauna überall so ist wie daheim...
Ich bin an sich gar nicht so der Saunagänger, wenn dann nur Peter zuliebe, wenn es mal im Hotel eine Sauna gibt. Daher würde ich das an sich gar nicht wissen, aber da Finnland ja das "Mutterland" der Sauna ist (Sauna ist eines der wenigen finnischen Wörter, die es in andere Sprachen geschafft haben), kommt man an dem Thema gar nicht vorbei, wenn man sich mit Finnland beschäftigt ;D.
Das mit den Mädels, die sich da am See ausgezogen haben, habe ich übrigens nur deshalb erwähnt, weil das dort so auffällig war, es war ja kein Badesee mit vielen Badenden, da wären die beiden nicht aufgefallen, sondern ein Bergsee, zu dem es steil hinunter ging, am Ufer nur Felsen, niemand war im Wasser und praktisch alle Wanderer, die da vorbeikamen, haben sich genau wie ich den See angeschaut und damit auch die Mädels beim Umziehen, das war irgendwie so, als ob man sich vor einer Sehenswürdigkeit auszieht.
Ich weiß schon warum ich keine Horrorfilme anschaue!! Ich glaub das ist ein Vorteil wenn man alleine unterwegs ist, sonst gibt's immer ein Kopfkino hinzu und keine ruhige Nacht mehr
Zum Glück ist die Kriminalität in Finnland eh gering und erst recht in diesen Kleinstädten dort im Norden, daher war ich nicht allzu besorgt.
-
6. Tag – Samstag, 13.09.
Bewölkt soll es heute werden, auch Regenschauer sind möglich. Da passt eine Waldwanderung bei der es nicht um Ausblicke geht, gut. Eine solche gibt es hier in der Umgebung natürlich auch und zwar unter anderem im Oulanka Nationalpark.
Der dortige Trail „Pieni Karhunkierros“ („Kleine Bärenrunde“) ist eine der beliebtesten Wanderungen in ganz Finnland, dementsprechend voll wird es wohl werden, zumal heute auch noch Samstag ist. Aber auch am Wochenende möchte man ja im Urlaub was unternehmen und ich hoffe, dass das eher schlechte Wetter den Wochenendeffekt wieder etwas ausgleicht.
Um viertel nach acht starte ich am Hotel, 1,5 Stunden später bin ich am tatsächlich riesigen (für finnische Verhältnisse) Parkplatz. Er ist schon gut gefüllt, aber weit entfernt von voll, mal sehen, wie das bei meiner Rückkehr aussehen wird.
Um 10 Uhr laufe ich los, gleich zu Beginn geht es über eine Hängebrücke. Sie führt über die Stromschnellen Niskakoski, hier hat der Fluss Kitkajoki, dem die Wanderung in großen Teilen folgt, eine Schlucht durch die Felsen gegraben und breitet sich dann zum See aus.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/1XZ8nhTS/250913_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/LsY5x8FL/250913_044_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/cCNvgyjZ/250913_002_Forum.jpg)
Nach ein paar Treppenstufen bergauf beginnt ein für finnische Verhältnisse gut zu begehender Waldpfad, der sich auch mal mit einem Holzbohlenweg abwechselt.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rsLD0Xby/250913_004_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/ZnhWBtgb/250913_005_Forum.jpg)
Bald ist ein malerisch verfallender Bootssteg erreicht
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/3NHk456N/250913_007_Forum.jpg)
und gleich danach folgt eines der Highlights der Wanderung: die Stromschnellen von Myllykoski.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/ZnhWBtgR/250913_008_Forum.jpg)
An dieser Stelle wurde 1926 eine Mühle errichtet, die Getreide unter Nutzung der Wasserkraft gemahlen hat. Heute kann sie zur Übernachtung (im Schlafsack) genutzt werden, daneben gibt es mehrere Grillplätze und Trockentoiletten. Die Wassermassen, die hier herunterrauschen sind wirklich gewaltig und man kommt dank einer Holzplattform an der Mühle auch ganz nah heran. Ich genieße den Anblick und das laute Rauschen ausführlich, kann auch mal eine besondere Funktion meiner noch recht neuen Kamera ausprobieren, den digitalen ND Filter (wie ich später sehe, hätte ich sogar eine geringere Filterdichte wählen können, das hätte zum „Weichzeichnen“ des Wassers auch gereicht, das ist auf dem kleinen Kameramonitor immer schwer einzuschätzen).
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Xq0rGShp/250913_009_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fyhVtnFV/250913_010_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/GhdBbRGG/250913_012_Forum.jpg)
Hinter der Mühle teilt sich der Weg, ab hier wird er zu einer Wanderrunde, den bis jetzt gegangenen Weg muss ich auf dem Rückweg auch wieder nehmen. Die Hängebrücke, die man von den Stromschnellen aus sieht, wird (wenn man der Empfehlung der Nationalparkverwaltung folgt, was die meisten machen, ich auch) erst am Ende der Wanderung überquert, ich gehe aber schon mal rüber und mache ein paar Fotos, wer weiß, wie voll es nachher ist.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FsNfhv3y/250913_015_Forum.jpg)
Nun geht es ein Stück bergauf, dann folgt der Weg in leichtem auf und ab der Abbruchkante der Schlucht. Meist versperren Bäume den Blick nach unten, an einem ersten Aussichtspunkt blickt man zurück auf die Hängebrücke und die Stromschnellen von Myllykoski (die Mühle selbst ist nicht zu sehen), eine weitere Hütte ist ebenfalls zu sehen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/jdtWRTPQ/250913_016_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/KvxKmbBD/250913_017_Forum.jpg)
Zehn Minuten später erblickt man die trotz der Entfernung sehr beeindruckend aussehenden Stromschnellen Aallokkoski.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/ncpsnxB2/250913_018_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/vHb1GyfX/250913_019_Forum.jpg)
Weitere Ausblicke folgen: auf die Felsen der Schlucht, einen Wasserfall und eine Flussinsel (Kalliosaari).
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/sDsB3z76/250913_020_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/GhdBbRGM/250913_022_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/SK2Rgxbq/250913_025_Forum.jpg)
Dann geht es ein Stück steil bergab bis auf Höhe des Flussufers, hier stehen zwei Rasthütten mit Grillplätzen.
Bald darauf wendet sich der Weg vom Fluss ab und führt durch den Wald.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/XvGqsY6j/250913_028_Forum.jpg)
Zur Mittagzeit mache ich eine Pause auf einem Baumstamm und esse ein belegtes Brötchen. Die Gegend muss im Sommer ein Mückenparadies sein, ohne Kopfnetz und Handschuhe hat man wohl keine Chance, auch jetzt sind noch einige der Biester unterwegs, sie stechen allerdings nicht, bis auf ein paar Ausnahmen und ich hole mir tatsächlich noch einen Stich am Handgelenk (der mich den gesamten restlichen Urlaub begleiten wird).
Eine weitere Hängebrücke führt später über den an dieser Stelle ruhig und breit dahinfließenden Kitkajoki, diese wackelt extrem und mir wird tatsächlich etwas flau im Magen davon, echt schlimm wie wenig schaukeln inzwischen dafür ausreicht bei mir, ich könnte wohl nicht mal mehr im Kinderkarussell mitfahren, ohne dass mir schlecht werden würde >:(.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/PqpJS5nt/250913_031_Forum.jpg)
Dann wird es sehr feucht und moorig, teilweise geht der Weg über Holzbohlen durch eine vom Fluss weitgehend abgeschnittene ruhige Bucht, diese ist ein wichtiger Laichplatz für Fische.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/VNrvKkPm/250913_030_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/s2QxTgCX/250913_032_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/3w4NtxQN/250913_033_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/jjw2MSYC/250913_034_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/KYkj08hR/250913_036_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/HLcn6k1c/250913_037_Forum.jpg)
Schließlich kommt man nochmal an ein paar kleineren Stromschnellen vorbei, auch sehr hübsch anzusehen mit den bemoosten Steinen im Wasser.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/nLjr3hfD/250913_042_Forum.jpg)
Dann muss ich noch eine endlos lange Treppe hinauf klettern, hier staut sich der Verkehr etwas, das ermöglicht immerhin viele Verschnaufpausen, an Fotos denke ich aber leider gar nicht.
Der Kreis schließt sich mit Überquerung der Hängebrücke an den Stromschnellen von Myllykoski. Gut, dass ich die Fotos schon am Beginn der Wanderung gemacht habe, denn nun ist es richtig voll. Viele Wanderer, aber der Kleidung nach auch viele, vor allem junge Leute, die wohl nur vom Parkplatz bis zu den Stromschnellen gehen und hier an einem der Grillfeuer den Nachmittag verbringen.
Auf dem letzten Abschnitt, der mit dem Beginn der Wanderung identisch ist, gibt es die Möglichkeit einzukehren im (privat betriebenen, da gerade an der Grenze vom Nationalpark liegenden) Oulanka Base Camp mit Restaurant, Übernachtungshütten, Hotelzimmern und Campingplatz. Dorthin zweigen einige der anderen Wanderer ab, ich möchte aber vor einer Pause die Wanderung komplett beenden, meine Schuhe wechseln und den Rucksack ablegen.
Das Auto erreiche ich gegen 14.30 Uhr und fahre dann zum sich an anderer Stelle des Nationalparks befindlichen Besucherzentrum mit Restaurant, Souvenirshop und Ausstellung, das sind etwa 20 km, überwiegend auf einer unbefestigten Straße.
Anders als am Wanderweg der Kleinen Bärenrunde (der Parkplatz war jetzt tatsächlich zu etwa 90% belegt) ist hier nicht viel los, da tut es mir um das schön gestaltete Besucherzentrum bzw. das Personal dort fast leid. Im Restaurant bestelle ich einen Rentierburger mit Pommes, auch wenn die Mittagszeit schon lange vorbei ist, habe ich gerade so richtig Lust darauf (zusammen mit einem Kaffee EUR 21,70). Auch hier gibt es ein Lunch Buffet, aber eine reduzierte Version davon, als Suppen Buffet, da hat mich der Burger mehr gereizt.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/mrzkmgWM/250913_046_Forum.jpg)
Nach dem leckeren Essen schaue ich mich im Souvenirshop um, kaufe aber nichts, einen Aufkleber mit dem Nationalparklogo gibt es leider nicht.
Danach gehe ich noch durch die Ausstellung, sehr interessant ist der Teil über die hier zahlreich lebenden Bären (daher der Name Bärenrunde), da hier ganz anders mit ihnen umgegangen wird als in den nordamerikanischen Nationalparks, die für mich bisher die einzigen Orte mit möglicher Bärenbegegnung waren und deshalb für mich einen gewissen „Maßstab“ gesetzt haben (auf diese oder andere Gegenden mit möglicher Begegnung von Mensch und Bär wird in der Ausstellung aber nicht eingegangen, da geht es nur um die Bären hier).
Anders als in den nordamerikanischen Nationalparks gab es hier noch nie eine Begegnung zwischen Wanderer und Bär, die mit einer Verletzung oder gar dem Tod des Wanderers geendet hat, nur Jäger wurden schon angegriffen. Es gibt hier auch keine Bärenboxen oder irgendwelche Regeln hinsichtlich der Aufbewahrung von Lebensmitteln bei Wanderungen und Zeltübernachtungen im Park. Die Bären sind extrem scheu, man kann sie eigentlich nur auf geführten Touren (außerhalb des Nationalparks) sehen. Bären sollen einen Menschen (der sich ganz normal beim Wandern fortbewegt, irgendwelche Maßnahmen, wie laut reden oder singen braucht es nach dem Text hier nicht) schon von weitem hören und ihn dann meiden. Hier wird empfohlen, dass man sich erstens freuen soll, wenn man doch mal einen Bär sieht und sich dann zweitens langsam zurückziehen und dabei ruhig auf den Bären einreden soll.
Hinsichtlich der Anzahl der Bären hier und in nordamerikanischen Nationalparks habe ich leider keine Vergleichszahlen, vielleicht gibt es hier wesentlich weniger, ein großer Unterschied ist aber, dass die Bären hier gejagt werden. Die Grenze zu Russland ist ja ganz nah, auf der anderen Seite der Grenze ist wohl Wildnis, da wohnt in weitem Umkreis überhaupt niemand. Zur Jagdsaison ziehen sich die Bären daher nach Russland zurück, dort sind sie sicher vor den finnischen Jägern. Später kommen sie dann wieder nach Finnland, auch zum Überwintern, zurück.
Viertel nach vier fahre ich zurück nach Kemijärvi, eine sehr anstrengende Fahrt, immer wieder sind Rentiere auf der Fahrbahn und das bei schlechter werdender Sicht, es setzt dann sogar heftiger Regen ein, die vielen Spurrillen in den Straßen führen immer wieder zu Aquaplaning.
In Kemijärvi scheint dann wieder die Sonne, heftig geregnet hat es hier aber auch, immer wieder steht eine Hälfte der Fahrbahn völlig unter Wasser, man muss warten, bis kein Gegenverkehr kommt, um den „See“ auf der gegenüberliegenden Fahrspur zu umfahren.
Ich tanke noch und bin gegen viertel vor sechs zurück im Hotel.
Am späteren Abend bekomme ich urplötzlich Schmerzen im unteren linken Rückenbereich, ich kann mich fast nicht mehr bewegen, auch das Auftreten mit dem linken Fuß schmerzt höllisch – oh man, was ist das nur? Hexenschuss, Nierenprobleme, eine (an)gebrochene Hüfte (Osteoporose)? Ich bin tatsächlich am Überlegen, die finnische Notfallnummer 112 anzurufen, allerdings könnte ich ja nicht mal mein Zimmer verlassen und die Eingangstüre zum Hotel öffnen (und sonst ist ja niemand da im Hotel), da müsste ich den Sanitätern den Türcode mitteilen.
Ich schaffe es schließlich noch irgendwie meine Zähne zu putzen und mich ins Bett zu legen und beschließe, bis morgen abzuwarten, vielleicht wird es über Nacht ja wieder besser.
Wetter: bewölkt, vormittags hin und wieder leichter Nieselregen, spätnachmittags heftiger Regenschauer, dann sonnig, ca. 13° - 16°C
Wanderung: Pieni Karhunkierros = Kleine Bärenrunde im Oulanka Nationalpark, entspricht Rother Lappland Nr. 57, 12,66 km, 341 m Anstieg
Unterkunft: 5 Nächte Academy Hotel in Kemijärvi, ohne Frühstück, EUR 475,00, gebucht über die Hotelwebsite
-
ach du Schande, hoffentlich vergingen die Schmerzen schnell :schreck:
die Wanderung über die Stromschnellen hat mir sehr gut gefallen vor allem auch dein weichgezeichnetes Foto! Sehr interessant die Unterschiede zu den Bären. Wahrscheinlich haben die Bären einfach schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, kein Wunder wenn sie gejagt werden, während sie in USA Menschen wahrscheinlich eher mit dem Begriff "Futter" verbinden. Ich habe selbst schon von Bären geplünderte Mülleimer gesehen (ist natürlich totale Dummheit an solch einem Ort keine bärensichere Mülleimer aufzustellen...). jedenfalls ist das eine sehr beruhigende Info dass man in Finland keine Angst vor Bären haben muss!
-
Ohje, hoffe auch, dass es mit den Schmerzen bald wieder vorbei war und nichts allzu erntes dahinter steckte :traurig:
Die Wanderung gefällt mir auch sehr, kein Wunder, dass sie so beliebt ist. Die Stromschnellen sind beeindruckend und dafür würde ich sogar die Hängebrücke auf mich nehmen. Gut zu wissen, dass die Bären eher flüchten.
-
Dann hoffe ich, dass du am nächsten Morgen wieder ohne Schmerzen aufstehen konntest. Hast du für solche Fälle keine Schmerzmittel dabei?
Die Stromschnellen gefallen mir auch sehr. Bei Hängebrücken kommt es bei mir auf die Tagesverfassung an - manchmal kann ich rübergehen, manchmal nicht :weissnicht:
-
Ohje, hoffe auch, dass es mit den Schmerzen bald wieder vorbei war und nichts allzu erntes dahinter steckte :traurig:
Die Wanderung gefällt mir auch sehr, kein Wunder, dass sie so beliebt ist. Die Stromschnellen sind beeindruckend und dafür würde ich sogar die Hängebrücke auf mich nehmen. Gut zu wissen, dass die Bären eher flüchten.
Susan war mein Ghostwriter :zwinker:. Genau das hätte ich auch geschrieben.
So heftige Schmerzen sind schon krass und ich bin schon auf die Ursache gespannt.
Hängebrücke allerdings nur, wenn sie nicht allzu sehr schaukelt.
-
Dann hoffe ich, dass du am nächsten Morgen wieder ohne Schmerzen aufstehen konntest. Hast du für solche Fälle keine Schmerzmittel dabei?
Ich hatte Schmerztabletten dabei, alleine schon weil ich nicht wusste, ob ich sie wegen Knieschmerzen brauchen würde, aber da ich hier gar nicht wusste, was es ist, wollte ich keine Schmerztabletten nehmen.
Ich habe ja zum Glück keine Höhenangst, daher sind Hängebrücken für mich an sich kein Problem. Aber mir wird halt sehr schnell schlecht, wenn es wackelt, das ist ja sehr oft im Flugzeug ein Problem bei mir oder beim Autofahren bei vielen Kurven, aber dass dafür jetzt schon eine wackelnde Hängebrücke ausreicht, hätte ich nicht gedacht.
-
7. Tag – Sonntag, 14.09.
Mein Wecker klingelt wie immer um 6 Uhr – ein bisschen bewegen, hm, ein kleines bisschen weniger Schmerzen habe ich als gestern – immerhin.
Noch vom Bett aus rufe ich den Notfallservice des ADAC an, vielleicht haben die dort eine hilfreiche Idee, eventuell kann ich den Urlaub gar nicht fortsetzen, was würde dann mit meinem Mietauto werden, solche und ähnliche Fragen gehen mir im Kopf herum. Leider wird dort nur auf die mir natürlich bekannte finnische Notrufnummer 112 verwiesen und man würde mir schon mal per Mail ein Formular bzw. einen Link zur Geltendmachung von eventuell anfallenden Arztkosten schicken. Na ja, das ist das Letzte über das ich mir gerade Gedanken mache.
Aber ich bin gerade schließlich nicht mitten in der Wildnis, sondern in der für diese Gegend recht großen Stadt Kemijärvi (6900 Einwohner), da müsste es doch ein Krankenhaus geben? Ich schaue bei Google nach und tatsächlich, es gibt ein Krankenhaus mit Notfallabteilung, die heute am Sonntag um 8 Uhr öffnet. Ich speichere mir die Adresse gleich im Navi, frühstücke dann und mache mich einigermaßen präsentabel, Duschen ist allerdings völlig ausgeschlossen.
Kurz nach acht schleiche (normales Gehen ist mir nicht möglich) ich dann zum Auto, setze mich unter Schmerzen hinein und fahre die paar Minuten zum Krankenhaus. Dort wieder unter heftigen Schmerzen aus dem Auto raus und ganz langsam zum Eingang. Ich werde von einer Notfallsanitäterin empfangen, die mich zu einer Krankenschwester führt, die zunächst mal meine Daten aufnimmt, Personalausweis und Krankenversichertenkarte lege ich dazu vor. Das Ganze dauert seine Zeit, die sehr freundliche und sehr gut englisch sprechende Schwester muss immer mal wieder bei Kollegen um Rat fragen, was sie über mich in den PC eingeben kann / soll, ein ausländischer Patient ist sicher eher eine Seltenheit hier.
Nachdem die Bürokratie erledigt ist, wird mir Blut abgenommen, ich gebe eine Urinprobe ab, Blutdruck wird gemessen, meine Temperatur und ähnliches.
Dann muss ich ungefähr eine halbe Stunde warte bis ich von einer ebenfalls sehr jungen Ärztin hereingerufen werde. Sie fragt nochmal genau nach meinen Symptomen, Vorerkrankungen usw. und sagt dann, dass es sich um Rückenschmerzen handelt und zwar ist wohl die Knorpelmasse zwischen den Wirbeln nicht mehr ganz funktionsfähig, daher reiben die Wirbel aneinander (hinsichtlich Details wird es etwas schwierig, da Englisch für uns beide eine Fremdsprache ist, ich mich mit medizinischen Ausdrücken nicht gut auskenne und sie erstaunlicherweise insgesamt nicht allzu gut Englisch spricht).
Aber, die gute Nachricht, das ist kein Grund den Urlaub abzubrechen oder die nächsten Tage im Bett zu verbringen, im Gegenteil, die Schmerzen müssten mit Hilfe von Schmerzmitteln nach und nach besser werden (sie meint es dauere zwei bis vier Wochen) und wichtig sei es, dass ich mich weiterhin bewege, weitere Wanderungen, wenn sie nicht allzu lange sind, sind möglich und sogar hilfreich.
Mir fällt ein Stein vom Herzen und alleine aufgrund dieser Aussage geht es mir schon etwas besser. Ich bekomme noch eine Spritze und zwei Schmerztabletten, sowie Rezepte über Schmerztabletten (hoch dosiertes Paracetamol und Ibuprofen), sowie muskelentspannende Tabletten. Die Rezeptausstellung ist nochmal ein etwas größerer Akt, denn auch in Finnland gibt es Rezepte eigentlich nur noch elektronisch auf die Versichertenkarte, das funktioniert aber nicht mit einer ausländischen Karte und so muss die Ärztin die Rezepte, für jedes Medikament sind das mehrere DIN A4 Seiten, ausdrucken und handschriftlich ausfüllen. Ich bekomme genug Tabletten mit für den Rest des Tages und morgen früh, da die Apotheke hier in Kemijärvi heute am Sonntag nicht geöffnet hat. Die Ärztin sagt mir aber, dass es im „nur“ etwa vierzig Autominuten entfernt liegenden Rovaniemi, der Hauptstadt von finnisch Lappland, auch heute geöffnete Apotheken gibt.
Gegen 11 Uhr bin ich zurück im Hotel, ich telefoniere mit Peter und entscheide mich dann, nach Rovaniemi zu fahren, es geht mir besser und ich soll ja gerade nicht den ganzen Tag im Bett liegen, außerdem steht morgen ein Unterkunftswechsel mit längerer Fahrtstrecke an, da möchte ich das Thema Apotheke möglichst schon vorher abgehakt haben. Ich suche mir noch die Adresse einer geöffneten Apotheke bei Google Maps für mein Navi heraus, nehme ein sich noch in meinem Kühlschrank befindliches belegtes Brötchen zum Mittagessen mit und fahre los.
Gegen 12 Uhr erreiche ich die Apotheke und bekomme dort problemlos die verschriebenen Medikamente, wobei das auch hier wieder recht lange dauert, gefühlt gibt die Apothekerin alles was handschriftlich auf den Rezepten steht, wieder in den Computer ein.
Da es mir nun deutlich besser geht, will ich nicht gleich wieder nach Kemijärvi zurückfahren (und dort etwas spazieren gehen, wie ich ursprünglich gedacht hatte), sondern hier noch etwas anschauen / unternehmen.
Etwas nördlich der Innenstadt verläuft der Polarkreis und das wird (warum überhaupt?) in Verbindung zum Weihnachtsmann gesetzt und kräftig touristisch ausgeschlachtet. So gibt es den Santapark, eine Art Freizeitpark in einem Bergstollen eher für Kinder, wo unter anderem ein Weihnachtsmann für Fotos bereitsteht. Dieser Park ist aber geschlossen, er hat nur kurz zur sommerlichen Hochsaison und dann wieder im Winter geöffnet. Direkt daneben und auf Höhe des Polarkreises liegt das Weihnachtsmann Dorf (Santa Claus Village), das ich nun ansteuere.
Auf einem großen Gelände sind kreisförmig eine ganze Reihe von Geschäften und Restaurants und Cafés, sowie ein Postamt und das Zimmer des Weihnachtsmanns angeordnet. Etwas abseits gibt es weitere Attraktionen (wohl nur im Winter) wie eine Husky-Farm, eine Schneemobilausstellung, einen Streichelzoo mit Rentieren und ähnliches. Ganz klar ist auch hier der Winter die touristische Hauptsaison. Es sind aber doch ein paar Leute unterwegs, erwartungsgemäß sehr viele Asiaten (wobei ich mich frage, wie deren Route aussieht, denn außer hier und am Flughafen in Helsinki sehe ich auf der ganzen Reise fast keine weiteren Asiaten, die werden doch nicht nur wegen des Weihnachtsmann Dorfes nach Rovaniemi fliegen und dann Finnland wieder verlassen?), aber auch Nord- und Südamerikaner.
Ich bummle über den Platz, esse mein mitgebrachtes Brötchen, mache ein paar Handyfotos vom markierten Polarkreis (na immerhin ist das nun festgehalten, denn inzwischen habe ich den Polarkreis schon mehrfach unbemerkt, also ohne jegliche Beschilderung an der Straße, überschritten bzw -fahren, am Tag als ich von Lapinlahti nach Kemijärvi gefahren bin, dann zweimal gestern auf der Fahrt in den Oulanka NP und beim Rückweg und dann heute auf dem Weg zur Apotheke) und schaue dann in ein paar der Souvenirgeschäfte hinein.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/kgVRpcW1/250914_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/DwW4Mg1C/250914_002_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/0y6KBf7V/250914_004_Forum.jpg)
In einem recht netten Café trinke ich noch einen Kaffee und esse ein Munkki dazu (EUR 7,00) und kaufe schließlich noch eine Postkarte, zu der ich im Postamt eine Briefmarke bekomme. Schöne Briefmarkenmotive gibt es, hauptsächlich mit winterlichen Landschaften, ich nehme ein Rentier-im-Sommer-Motiv. Man kann die Postkarten hier natürlich auch gleich einwerfen (dazu gibt es eine ganze Reihe von Stehtischen mit Kulis, um die Karten hier schreiben zu können) und zwar entweder in einen Briefkasten zur sofortigen Zustellung oder in einen, bei dem die Karten erst im Dezember zugestellt werden, jeweils mit Weihnachtsmann Dorf Stempel. Das interessiert mich aber überhaupt nicht und ich werde die Karte erst später im Hotel schreiben und anderswo einwerfen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/BQ71py19/250914_003_Forum.jpg)
Einen Besuch beim Weihnachtsmann erspare ich mir und verlasse das Dorf wieder.
Nur ein paar Kilometer vom Weihnachtsmann Dorf entfernt und auf direktem Weg nach Kemijärvi liegt die Arctic Circle Hiking Area mit einigen Wanderwegen. Ein bisschen Bewegung brauche ich noch, daher fahre ich nun auf einen Parkplatz an dem ein eher kürzerer Trail, der für mich heute bewältigbar ist, startet (Vikaköngäs parking area). Das ist jetzt ungeplant, aber meine Wanderschuhe sind ja sowieso immer im Auto, nur für Fotos muss ich mich aufs Handy beschränken, die Kamera habe ich im Hotel gelassen.
Gleich zu Beginn geht es über eine Hängebrücke, die den Fluss Raudanjoki mit ein paar Stromschnellen überquert.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Z59vMc6D/250914_005_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/mgc15w7p/250914_007_Forum.jpg)
Der Weg führt dann mit mäßiger Steigung mal auf Holzbohlen, mal auf einem recht gut begehbaren Waldweg zu einem Aussichtsturm, von dem man einen schönen Blick über die umliegenden Wälder und den Raudanjoki hat.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FHfkBZ0B/250914_010_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/MpcfFD14/250914_011_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/jjPwsSgH/250914_012_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/N0m9gjJ8/250914_013_Forum.jpg)
In einem Bogen geht es durch den Wald zurück zum Parkplatz.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/CKkBFxPs/250914_016_Forum.jpg)
Nach der Wanderung fahre ich ins Hotel zurück, wo ich gegen 16.30 Uhr ankomme. Irgendwie bin ich ziemlich müde und mache ein kurzes spätnachmittägliches Schläfchen.
Später gibt es Abendessen und dann die sonstigen üblichen abendlichen Betätigungen.
Das war nun doch noch ein recht angenehmer Tag mit einigen interessanten Aktivitäten, das hätte ich heute Morgen beim Aufwachen ganz und gar nicht erwartet.
Wetter: bewölkt, im Laufe des Tages sonniger werdend, ca. 13°-16°C
Wanderung: Arctic Circle Hiking Area, Vaattunkivaara Nature Trail, 4,2 km, 88 m Anstieg
Unterkunft: 5 Nächte Academy Hotel in Kemijärvi, ohne Frühstück, EUR 475,00, gebucht über die Hotelwebsite
-
Schön, dass du dann problemlos Hilfe gefunden hast. Ist immer schwierig, solche Untersuchungen in englisch abzuwickeln. Mit Schmerzen kommt es mir auch immer merkwürdig vor, dass man sich trotzdem bewegen soll von wegen Knorpelschmiere oder so. Hilft jedoch tatsächlich.
Das Weihnachtsdorf ist wohl eher was für Familien. Erinnert mich an einen Film, den Klein Colin so häufig angeschaut hat, dass wir alle ihn mitsprechen konnten. "Die Weihnachtsstadt, die Weihnachtsstadt, wir machen unser Spielzeug hier" ;D Es gibt einige Geschichten dazu, wie aus dem altrömischen Bischof St. Nikolaus der Weihnachtsmann wurde, der dann an den Nordpol zog.
Wieder eine schöne Wanderung.
-
Oha, die Bandscheiben. Du schreist auch überall "hier" :knuddel:.
Eigentlich unbegreiflich, dass eine Ärztin kaum Englisch spricht :gruebel:. Viele mediz. Publikationen sind doch in englischer Sprache verfasst.
Ich hoffe, du hast die Schmerzen hierzulande nochmals abklären lassen.
Das Weihnachtsdorf hätte mich als GRINCH :floet: ohnehin nicht gereizt.
-
ach du lieber Himmel, was man alles bekommen kann :( nach deiner Schilderung habe ich mit einem Bandscheibenvorfall gerechnet, meine Beschwerden waren ähnlich. Dass es auch zu stark abgenutzte Bandscheiben gibt höre ich zum ersten Mal. Und dass man das durch einfache Untersuchung ohne MRT feststellen kann hätte ich auch nicht gedacht. Ich hoffe dass dich das im weiteren Urlaub (und natürlich auch danach) nicht sehr behindert hat!
Das Weihnachtsdorf gefällt mir, ich mag im Urlaub eigentlich immer alles was es bei uns gar nicht gibt ;D und die Wanderung war auch wieder sehr schön.
Wenn ich nächstens ins Ausland reise wird das Thema "was mache ich im Krankheitsfall" zu meinen Reisevorbereitungen gehören, das habe ich bisher sträflich vernachlässigt. Ich wäre gern wieder jünger...
-
Eigentlich unbegreiflich, dass eine Ärztin kaum Englisch spricht :gruebel:. Viele mediz. Publikationen sind doch in englischer Sprache verfasst.
Ich hoffe, du hast die Schmerzen hierzulande nochmals abklären lassen.
Das Weihnachtsdorf hätte mich als GRINCH :floet: ohnehin nicht gereizt.
Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt, sie konnte schon ganz gut Englisch, aber nicht so flüssig / fast perfekt, wie viele andere in Finnland und eben auch die Krankenschwester.
Nein, es ging alles recht schnell vorbei und soll ich dann hier dem Orthopäden sagen, dass ich vor ein paar Wochen Schmerzen hatte, da kommt gar nichts dabei raus, als erstes hätte er wohl ein MRT angeordnet und dann Physiotherapie, bei der der Physiotherapeut dann feststellt, dass ich alle Übungen eh schon kenne und mache.
Im Normalfall hätte ich am Weihnachtsmanndorf auch nicht angehalten, aber an diesem Tag hat es bestens gepasst für ein bisschen die Füße vertreten und einen Kaffee trinken. Dass dann dort auch noch der Polarkreis markiert ist, wusste ich nicht, das hat mich dann aber doch noch gefreut, denn das ist ja doch ein bisschen was besonderes, so weit nördlich zu sein.
Und dass man das durch einfache Untersuchung ohne MRT feststellen kann hätte ich auch nicht gedacht. Ich hoffe dass dich das im weiteren Urlaub (und natürlich auch danach) nicht sehr behindert hat!
Wenn ich nächstens ins Ausland reise wird das Thema "was mache ich im Krankheitsfall" zu meinen Reisevorbereitungen gehören, das habe ich bisher sträflich vernachlässigt. Ich wäre gern wieder jünger...
Ich war auch total überrascht, dass die Diagnose ohne MRT oder Röntgen möglich war. Nein zum Glück keine weiteren Einschränkungen.
Naja, mehr als die Notfallnummer vorab heraussuchen kann man ja eigentlich nicht machen (und eine Auslandskrankenversicherung haben). Und ja, ich wäre auch sehr gerne wieder jünger, ein Urlaub ohne gesundheitliche Einschränkungen wäre mal wieder schön.
-
Da hattest du aber keine lange Wartezeit im Krankenhaus, da kenne ich anderes aus deutschen Krankenhäusern.
Weihnachten als solches muss ich auch nicht unbedingt haben. Aber sowas wie das Weihnachtsmanndorf oder auch spezielle Filme zu Weihnachten (z.B. Schöne Bescherung mit Chevy Chase oder Der kleine Lord) müssen sein. Andy ist dieses ja auch durch Rovaniemi gefahren.
-
Da hattest du aber keine lange Wartezeit im Krankenhaus, da kenne ich anderes aus deutschen Krankenhäusern.
Weihnachten als solches muss ich auch nicht unbedingt haben. Aber sowas wie das Weihnachtsmanndorf oder auch spezielle Filme zu Weihnachten (z.B. Schöne Bescherung mit Chevy Chase oder Der kleine Lord) müssen sein. Andy ist dieses ja auch durch Rovaniemi gefahren.
Gar keine Wartezeit ;D, ich war der einzige Patient, erst als ich vom Zimmer der Ärztin rauskam, saß ein älterer Mann im Wartebereich. Das mag ich ua an Finnland so, es hat sehr wenige Menschen.
Andy war aber nicht im Weihnachtsmanndorf?
-
8. Tag – Montag, 15.09.
Heute steht wieder ein Standortwechsel an, es geht in den äußersten Nordwesten Finnlands, an die schwedische und norwegische Grenze. 470 km sind es zwischen Kemijärvi und Kilpisjärvi (je nach Strecke), Google berechnet 6 h reine Fahrzeit dafür. Ich möchte die Strecke abgesehen von kleineren Pausen an einem Stück durchfahren und dann in Kilpisjärvi je nach Uhrzeit und Wetter noch eine kleine Wanderung / Spaziergang machen.
Bereits um halb acht bin ich an sich abfahrtbereit, blöderweise blicke ich ausgerechnet heute auf eine dicke Nebelsuppe vor meinem Fenster. Nebel und Rentiere auf der Straße sind eine ungünstige Kombination, daher warte ich mal noch ein bisschen ab, vielleicht lichtet sich der Nebel bald.
Das tut er leider nur ganz wenig und gegen 8 Uhr habe ich keine Geduld und Lust mehr zu warten, ich gebe den Zimmerschlüssel über den Schlüsselautomaten, aus dem ich ihn bei der Anreise bekommen habe, wieder ab und fahre los.
Erwartungsgemäß ist das Fahren unangenehm, ich fahre nur langsam und werde dann natürlich immer wieder überholt, aber ich kann auch eine ganze Zeitlang hinter einem langsam fahrenden Finnen herfahren, sehr praktisch, der andere muss auf die Rentiere achten und ich nur auf seine Bremslichter, die natürlich auch gleich zweimal aufleuchten.
Einen kurzen Halt mache ich schon nach ungefähr einer dreiviertel Stunde, es wird ein Denkmal samt WC angekündigt, letzteres hat dann geschlossen, das Denkmal schaue ich mir an, es geht um eine Schlacht im Winterkrieg an dieser Stelle: Mitte Dezember 1939, also nur wenige Wochen nach Beginn des Kriegs zwischen Russland und Finnland, konnten die Finnen hier beim Ort Pelkosenniemi, wie auch an anderen Stellen die russischen Truppen sehr überlegen zurückschlagen, finnischen Verlusten von 117 Gefallenen standen auf russischer Seite über 1000 gefallene Soldaten gegenüber. Allerdings (und darauf wird hier nicht eingegangen), siegten bereits einige Monate später die Russen, Finnland konnte zwar seine Souveränität wahren, musste aber große Gebiete entlang der Ostgrenze an Russland abgeben.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/NfwgWDYt/250915_002_Forum.jpg)
In Sodankylä, dem nächsten größeren Ort nach Kemijärvi, mache ich am Einkaufszentrum eine kurze Pause, gehe auf die Toilette und werfe die Postkarte aus dem Weihnachtsmann Dorf in den Briefkasten. Ab hier ist dann zum Glück der Nebel verschwunden.
Zur Mittagszeit erreiche ich Muonio, in der Raststätte hier gibt es leider kein Mittagsbuffet, ich bestelle von der spärlichen Fastfood Karte einen Döner Wrap mit Pommes (EUR 10,00), beides schmeckt ganz gut, der Wrap hätte heißer sein können.
Nach dem Essen tanke ich noch, um 13 Uhr geht die Fahrt weiter, nun immer parallel zur schwedischen Grenze.
Zwischen Muonio und Kilpisjärvi gibt es nur Miniorte, unter anderem das sehr kleine Karesuvanto (es gibt einen finnischen und auf der andern Flußseite einen schwedischen Ortsteil, zusammen sind es aber nur 450 Einwohner), 87 km hinter Muonio. Da ich ein bisschen müde bin, mache ich hier nochmal einen Stopp, schaue mich bei den Souvenirs an der Raststätte um und trinke einen Kaffee.
Danach geht es auf die nun wirklich letzte Etappe heute. Die Strecke ist sehr schön bzw. wird mit jedem Kilometer Richtung Kilpisjärvi schöner, trotz dichter Bewölkung: gelbe / orange Herbstfarben links und rechts der Straße, in der Ferne eine ganze Staffel von Bergen, die immer näher kommen.
Die Straße ist meist schnurgerade, allerdings geht es dabei häufig bergab- und bergauf, was man teilweise über sehr große Entfernungen sehen kann. Sehr, sehr schade, dass ich überhaupt keine Fotos machen kann, das wären tolle Motive. Es gibt zwar regelmäßig Parkplätze, aber nach welchen Kriterien deren Lage auch immer ausgesucht wurden, jedenfalls nicht danach wo man einen schönen Blick hat :(. Ich probiere es mehrfach aus, aber immer vergeblich. Und auf der Straße anhalten ist trotz spärlichen Verkehrs nicht möglich, die Straße ist ziemlich eng, einen Standstreifen gibt es nicht.
Eine Möglichkeit für eine längere Pause hätte sich doch nochmal angeboten, die Sturmbock Stellung Järämä. Ja, auch hier trifft man (leider) auf Spuren der Deutschen, während des Zweiten Weltkriegs (genauer gesagt zu Beginn des Lappland Kriegs 1944) errichteten sie hier eine größere Festungsanlage, um den Weg zu den arktischen Häfen abzusichern. Bis zu 12.000 deutsche Soldaten waren hier stationiert, bis sie die Festung im Januar 1945 kampflos aufgaben.
Die Festung ist heute ein Museum, dieses hat aber im September nur Dienstag bis Samstag geöffnet, ist also heute geschlossen.
Gegen halb vier erreiche ich schließlich Kilpisjärvi, einchecken im Hotel kann man offiziell ab 16 Uhr, ich probiere mal, ob es jetzt schon geht. Das klappt und an der Rezeption bekomme ich den Schlüssel für meine Cabin. Ich bringe nur kurz mein Gepäck rein und freue mich über die moderne, gemütliche Einrichtung mit den großen Fenstern zum Wald, dann fahre ich zum nicht weit entfernt liegenden Parkplatz für meinen Spaziergang, man hätte auch zu Fuß an der Unterkunft starten können, aber ich möchte nachher noch in den Supermarkt bevor ich ins Hotel zurück fahre.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/zGx8H1hg/250915_025_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fbkZxg7W/250915_026_Forum.jpg)
Vom Parkplatz geht es auf einem breiten Schotterweg (auch für Mountainbikes geeignet) leicht bergauf zum Tsahkal See und den Tsahkal Falls.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/YqwpJRkM/250915_003_Forum.jpg)
Bald schon habe ich einen ersten Blick auf den Saanatunturi (oder auch nur Saana), der mit 1029 m Höhe die Gegend dominiert und für die Ureinwohner heilig ist. Dann kommt der See ins Blickfeld und mit ihm ein ganzes Bergpanorama, zusammen mit der herbstlichen Vegetation eine traumhaft schöne Umgebung.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/BQGqdpsq/250915_005_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/pXt2gCxP/250915_007_Forum.jpg)
Der höchste Berg Finnlands, der 1328m hohe Haltitunturi ist auch ganz in der Nähe, welcher der Gipfel, die sich in der Ferne zeigen, es ist, kann ich nicht sagen. Man kann ihn jedenfalls nicht mal eben so erwandern, er liegt mitten in der Wildnis und ist nur auf einer mehrtägigen Tour mit Zeltübernachtungen zu erreichen.
Eine sehr nette Geschichte gibt es hierzu noch, gerade in Zeiten von Annexionsgelüsten des amerikanischen Präsidenten: Norwegen, mit hohen Bergen reich bestückt, wollte Finnland zu dessen 100. Geburtstag 2017 den Nebengipfel des Haltitunturi, mit 1331 m ein paar Meter höher als dieser und in Norwegen liegend, schenken. Nur aus juristischen Gründen wurde aus diesem Plan nichts, die schöne Geste aber bleibt.
Ich laufe ein ganzes Stück am See entlang und genieße die Landschaft.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/zX1J975z/250915_008_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/jdrsGcKd/250915_011_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FsQ92pmR/250915_012_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/15Z9LBPX/250915_015_Forum.jpg)
Dann drehe ich um und gehe zum Abfluss des Sees, über eine Brücke erreiche ich die Tsahkal Fälle, ein eher bescheidener aber hübscher Wasserfall.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/x16nNSm8/250915_016_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/t4BpnH6s/250915_017_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/g2gmLPhn/250915_018_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/0yVPKqSr/250915_019_Forum.jpg)
Noch ein paar letzte Blicke auf den See, dann gehe ich zum Auto zurück.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/ht2cQqmz/250915_020_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/3xtY0HGD/250915_021_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fR8DShdS/250915_023_Forum.jpg)
Dann noch ein Stopp beim Supermarkt und gegen viertel nach sechs bin ich in der Cabin. Ich verbringe einen sehr gemütlichen Abend, etwas wärmer könnte es sein, da muss ich morgen mal an der Rezeption nachfragen, die Temperatur wird zentral geregelt.
Wetter: zunächst Nebel, dann bewölkt, ca. 6°-10°C
Wanderung: Tsahkal Falls und See, 4,13 km, 107 m Anstieg
Unterkunft: 2 Nächte Tundrea Holiday Resort in Kilpisjärvi, ohne Frühstück, EUR 255,60, gebucht über booking.com
-
Schön zu lesen, dass sich die Schmerzen letztlich wieder gelegt haben.
Die Herbstfarben sind mal wieder prächtig, der Spaziergang hätte uns auch gefallen. ^-^
Schicke Cabin.
-
Andy war aber nicht im Weihnachtsmanndorf?
Doch, war er, hat Kaffeepause gemacht.
Weiter nördlich in Finnland gefällt es mir schon besser. ^-^ Und so schöne Herbstfarben :herz:
Das ist aber ein schöner Blick aus dem Bett!
-
Die Cabin und die Herbstfarben sind der Burner :beifall:.
-
9. Tag, Dienstag, 16.09.
Als um 6 Uhr der Wecker klingelt, höre ich den Regen gegen die Scheiben klatschen, wie vorhergesagt regnet es und soll sich zunächst auch nicht bessern. Da gibt es keinen Grund jetzt schon aufzustehen, ich drehe mich also noch mal um und schlafe ein weiteres Stündchen.
Dann stehe ich auf, dusche und frühstücke und packe mich einigermaßen wasserdicht ein. So marschiere ich zur Rezeption (hier ist auch das Restaurant der Ferienanlage, das auch Frühstück für günstige EUR 7 anbietet) und frage, ob es möglich ist, die Temperatur in der Cabin etwas zu erhöhen. Laut der Mitarbeiterin hat es aktuell 20°C, was ich doch stark bezweifle, heute Morgen waren alle meine Sachen kalt, abgesehen davon sind 20°C etwas wenig für einen gemütlichen Aufenthalt bei dem man sich ja schließlich kaum bewegt. Sie sagt, dass sie es etwas wärmer einstellen würde.
Ich mache noch einen Spaziergang über das Gelände, das sehr groß ist, da gibt es Häuser und Hütten in allen möglichen Größen und Baujahren, auch ein großer Campingplatz ist angeschlossen. Ein See gehört auch dazu, im Sommer kann man hier sicher nett schwimmen oder Bötchen fahren, auch zum Nordlichter beobachten ist das wohl eine gute Stelle.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/sXNJM1jK/250916_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/d1x9hDsW/250916_002_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/cHbcv6xh/250916_003_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/3RcZkW8t/250916_004_Forum.jpg)
Von der Ferienanlage gehe ich weiter zum nahe gelegenen Supermarkt, der nicht nur Lebensmittel verkauft, sondern auch eine große Souvenirabteilung hat, sowie einen Baumarkt und eine Sportabteilung. Hier stöbere ich eine ganze Zeit lang herum, sehr schöne T-Shirts und Sweatshirts gibt es, davon habe ich aber genug zu Hause, daher kaufe ich nichts. Kilpisjärvi lebt fast ausschließlich vom Tourismus, nur ca. 100 Leute leben hier dauerhaft. Es gibt zahlreiche Hotels und Campingmöglichkeiten, touristischen Hochsaison ist wie im übrigen Lappland der Winter, obwohl es keine Möglichkeiten zum Abfahrtsskilauf gibt, aber man kann Schneewandern, Schneemobilfahren, Eisangeln und ähnliches. Der Wandertourismus im Sommer und Herbst weitet sich aber auch hier aus.
Beim Rückweg zur Cabin stelle ich fest, dass es aufgehört hat zu regnen, ich hole mir meine Wandersachen aus der Unterkunft und fahre in Richtung Wanderparkplatz. Kurz vorher stoppe ich aber noch an einem Hotel, das auch als Besucherzentrum fungiert, seit das eigentliche (das sich am Parkplatz zu den Tsahkal Falls wo ich gestern spätnachmittag war, befindet) geschlossen hat.
Von hier aus kann man auch auf den Saanatunturi wandern und hier legt das Boot ab, das zum Hauptausflugsziel von Kilpisjärvi fährt, dem Dreiländereck: Finnland, Norwegen und Schweden treffen an einem Punkt (=Treriksröset, die schwedische Bezeichnung dafür ist die meist genutzte) aufeinander.
Dieser Punkt ist auch mittels einer langen Wanderung erreichbar, auch eine Kombination aus Wanderung und Bootsfahrt ist möglich, ich hatte mich noch nicht entschieden, wie ich den Dreiländerpunkt erreichen wollte, das Wetter nimmt mir nun die Entscheidung ab bzw. erspart sie mir, bei tiefhängenden Wolken, Regenschauern und Temperaturen unter 10°C ist keine der Möglichkeiten verlockend für mich.
Im Besucherzentrum schaue ich mich im Souvenirshop um, kaufe aber wieder nichts. Danach fahre ich zum nahegelegenen Wanderparkplatz. Dieser ist Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Saana, die Wanderung zum Dreiländerpunkt und auf den Pikku Malla.
Auf den Saanatunturi zu wandern ist heute sinnlos, man sieht wie Wolken und Nebel die obere Hälfte einhüllen, die Aussicht wäre gleich Null. Es sind auch keine Wanderer auf dem im unteren Bereich gut zu sehenden Pfad erkennbar.
Ich nehme den anderen Wanderweg in Richtung Pikku Malla und Dreiländerpunkt, die beiden Ziele haben anfänglich den gleichen Weg. Mit mir sind durchaus ein paar andere Wanderer unterwegs, dafür übernachtet man schließlich hier.
Um 10.45 Uhr starte ich, es geht über eine Brücke mit Blick auf schöne schwarze Steine und einen See, die Berge im Hintergrund verstecken sich hinter den Wolken.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/tTMzs7qv/250916_006_Forum.jpg)
Dann führt der Weg recht lange durch den Wald, mal mehr mal weniger bergauf, aber immer über die üblichen Steine und Wurzeln, dazu stehen Teile des Wegs oft unter Wasser, insgesamt ein recht mühsames Vorankommen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/HxhtrjYP/250916_007_Forum.jpg)
Das ändert sich nach ungefähr einer halben Stunde, der Wald weicht zurück und der Weg wird deutlich besser begehbar, ein Pfad, wie man ihn auch z.B. in den Alpen finden könnte, feste Erde, hin und wieder ein Stein oder Felsbrocken oder eine größere Pfütze, dabei geht es gemäßigt bergauf.
Auch die Aussicht wird immer besser je höher man kommt, gegenüber ist der Weg zum Gipfel des Saana zu sehen, vor mir bereitet sich ein herrliches See- und Bergpanorama aus, das von der Straße nach Norwegen durchschnitten wird. Die Zollstation ist ca. 7 km vom Zentrum von Kilpisjärvi entfernt und auch vom Wanderweg aus zu sehen, bis zur Grenze sind es noch ein paar Kilometer mehr, Grenzgebäude gibt es nicht. Die nächste norwegische Gemeinde ist das 40 km von der Grenze entfernte Skibotn. Sehr viele norwegische Kennzeichen sind mir hier in Kilpisjärvi bereits aufgefallen, viele Norweger haben ein Ferienhaus oder einen Wohnwagen im Ort, da in Finnland die Preise niedriger sind als in Norwegen und es für Schneemobile in Finnland wenige Einschränkungen und Regeln gibt, während das Fahren damit in Norwegen mehr oder weniger verboten ist.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/cCtBwZCB/250916_011_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Y9sxvjrs/250916_012_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/C5nskY5J/250916_014_Forum.jpg)
Ungefähr eine Stunde nach dem Start erreiche ich den Abzweig zum Pikku Malla. Ich überlege, ob ich auf diesen Gipfel wandern soll oder noch weiter dem Weg zum Dreiländerpunkt folgen, es gäbe mit einem Wasserfall ein möglicherweise erreichbares Zwischenziel bzw. Umdrehpunkt.
Ich entscheide mich für den Pikku Malla, dorthin hinauf wandern auch ein paar andere, auf dem Weg zum Dreiländerpunkt kann ich niemanden sehen (und bei diesen Wetterbedingungen bin ich froh, wenn ich nicht ganz alleine unterwegs bin) und damit habe ich die Möglichkeit eine „vollständige“ Wanderung zu absolvieren, während ich den anderen Weg hoffentlich bei einem zukünftigen Besuch hier (vielleicht schon nächsten Herbst?) in ganzer Länge gehen kann.
Ab hier geht es kräftiger bergauf, allzu steil wird es aber nicht, auch bleibt der Weg gut begehbar, allerdings nehmen die nassen Stellen zu, da muss ich manchmal große Umwege gehen, um die Füße einigermaßen trocken zu halten.
Die Aussicht wird immer besser, immer mehr Seen tauchen im Blickfeld auf, es wird allerdings auch immer windiger und damit gefühlt kälter.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/2yL7hmyw/250916_017_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/cCtBwZCX/250916_019_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/XqBkd3qH/250916_021_Forum.jpg)
Um halb eins habe ich es dann geschafft, der Gipfel des 739 m hohen Pikku Malla ist erreicht, von hier kann man auch in die andere Richtung schauen, das Hotel mit Besucherzentrum wo ich vorhin war ist samt Campingplatz und Hafen gut zu sehen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Vs23Tkqz/250916_022_Forum.jpg)
Leider kann ich den Aufenthalt oben nicht so ausführlich genießen, wie ich das eigentlich machen würde, nach einem einzigen Foto (was ich erst zu Hause entsetzt feststelle) gehe ich wieder ein Stück nach unten, der Wind bläst extrem stark und es ist eisig kalt bzw. fühlt sich so an.
Etwas bergab ist es windstiller und damit wärmer, hier mache ich eine kurze Mittagspause mit einem belegten Brötchen, ein heißer Tee wäre schön, ich muss mich aber mit dem ziemlich kalten Wasser, das ich dabei habe, begnügen.
Die Kamera packe ich nun in den Rucksack, es fängt an zu regnen und der Rückweg ist identisch mit dem Hinweg (nachträglich ärgere ich mich darüber etwas, denn die Perspektive ist doch wieder eine andere, auch die Wolken haben sich etwas nach oben verzogen und den Blick auf ein paar mehr Berge bzw. ihre Gipfel freigegeben).
Der Rückweg dauert auch wieder ca. 1,5 Stunden, um viertel nach zwei bin ich zurück am Auto.
Zum Trocknen und Aufwärmen und noch etwas essen kann ich nun entweder in meine Cabin gehen bzw. fahren oder ins Restaurant des Hotels, in dem sich auch das Besucherzentrum befindet. Ich entscheide mich für letzteres.
Auch in diesem Restaurant wird ein Buffet zum Mittagessen angeboten, das noch geöffnet ist. Nicht wie sonst meist um die EUR 13, sondern EUR 17,50 kostet es hier, da bezahlt man wohl die einsame Lage mit. Immerhin gibt es dafür auch ein paar Besonderheiten, z.B. einen rote Beete Salat oder zum Nachtisch nicht nur wie meist ein Kompott, sondern eine leckeren „Appel Crumble“.
Nach dem Essen geht’s dann für eine weitere Pause in die Cabin.
Gegen 17 Uhr ist es draußen wieder trocken, auch die Wolken haben sich recht weit nach oben verzogen, daher möchte ich noch eine zweite kurze Wanderung machen.
Sie beginnt nicht weit von der Unterkunft und führt auf kurzem aber knackig steilem Weg hinauf auf den Salmivaara. Auch auf dieser Wanderung sind die Ausblicke fantastisch, der Saanatunturi ist nun völlig wolkenfrei (wie auch schon gestern Abend bei meiner Wanderung zum See und den Wasserfällen), vielleicht wäre ein Aufstieg dorthinauf ab dem späten Nachmittag doch sinnvoll möglich gewesen, ich weiß es nicht.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/8kxq3zRk/250916_024_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/T2BZS3Vw/250916_026_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/SQHw5x6K/250916_028_Forum.jpg)
Auch auf die verhältnismäßig vielen Hotels und sonstigen Ferienhäuser kann man gut blicken vom 595 m hohen Gipfel. Hier ist es anders als auf dem Pikku Malla einigermaßen angenehm temperiert und ich genieße den Aufenthalt und mache ausführlich Fotos in alle Richtungen. Trotz des Wetters bedauere ich es, dass ich Kilpisjärvi morgen schon wieder verlassen muss.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/BZRdynTb/250916_029_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/tR8Lf436/250916_030_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/v8CpjZrv/250916_031_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fW16FRcm/250916_033_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/gc1f52Vy/250916_034_Forum.jpg)
Auf dem Gipfel bin ich ganz alleine, beim Aufstieg sind mir zwei Wanderer entgegengekommen, beim Abstieg begegne ich ein paar Leuten mehr, ganz unten ist eine Frau dabei Beeren zu sammeln.
Um 18 Uhr bin ich nach einer Stunde wieder am Auto und fahre zurück in die Unterkunft.
Wetter: bewölkt, immer wieder Regen, ca. 10°C
Wanderungen: Pikku Malla, 7,41 km, 312 m Anstieg; Salmivaara 2,61 km, 123 m Anstieg
Unterkunft: 2 Nächte Tundrea Holiday Resort in Kilpisjärvi, ohne Frühstück, EUR 255,60, gebucht über booking.com
-
Gipfelstürmerin :beifall:.
Also 17,50 € für ein Lunch-Büffet finde ich geschenkt. Man muss schließlich berücksichtigen, dass die Lebensmittel von weit her kommen.
-
Die Eindrücke von den Wanderungen sind wieder toll :thumb: Das wäre jetzt so gar nicht mein Wanderwetter; Repekt, dass du losgezogen bist.
Hatte mich schon gefragt, ob die Anlage auch einen Campingplatz hat. 20°C in der Hütte wären uns auch zu kalt :frier:
-
Also 17,50 € für ein Lunch-Büffet finde ich geschenkt. Man muss schließlich berücksichtigen, dass die Lebensmittel von weit her kommen.
Mir ist es halt aufgefallen, dass es teurer war, als sonst überall, daher habe ich es erwähnt. Aber ja, die Lebensmittel sind doch ein "paar" Kilometer mehr unterwegs gewesen ;D
Die Eindrücke von den Wanderungen sind wieder toll :thumb: Das wäre jetzt so gar nicht mein Wanderwetter; Repekt, dass du losgezogen bist.
Hatte mich schon gefragt, ob die Anlage auch einen Campingplatz hat. 20°C in der Hütte wären uns auch zu kalt :frier:
Es gibt in Kilpisjärvi halt nur wenige andere Möglichkeiten als wandern zu gehen, eigentlich nur den Supermarkt und das Besucherzentrum und den ganzen Tag in der Cabin verbringen wollte ich auch nicht. Wenn es den ganzen Tag über heftigen Dauerregen gegeben hätte, weiß ich auch nicht, was ich gemacht hätte, aber so schlimm war es zum Glück nicht.
Das ist ein recht großer Campingplatz. Da es in Finnland nicht allzuviele Womos hat, wird, wenn ich das richtig einschätze, auch das Übernachten auf Parkplätzen nicht so eng gesehen. Auf den Parkplätzen entlang der Straße von Muonio nach Kilpisjärvi standen immer mal wieder Womos.
-
der Blick aus der Cabin vom Bett aus in die Natur ist einfach traumhaft ^-^ ich wäre bei dem mäßigen Wetter (und der geringen Temperatur drinnen) wohl den halben Tag im Bett geblieben.
Im Andenkenshop hätte ich bestimmt ein Sweatshirt und ein T-Shirt erstanden, das mache ich Urlaub immer wo möglich, ich mag das sehr wenn ich dann zuhause die Teile anziehe und mich so wieder an den Urlaub erinnere. Ich kaufe schon gar keine anderen T-Shirts mehr weil ich mit den Andenken aus dem Urlaub genug im Schrank habe :)
Die Farben von gelb nach orange zu rot und dazwischen grün finde ich ganz wunderbar, wenn es auch ziemlich kalt war hast du wohl eine ziemlich ideale Zeit für den Urlaub erwischt. Am besten gefällt mir der Blick vom Salmivaara herunter, ich brauche keine hohen Berge aber eine erhöhte Aussicht ist einfach besser als immer nur Flachland.
-
Im Andenkenshop hätte ich bestimmt ein Sweatshirt und ein T-Shirt erstanden, das mache ich Urlaub immer wo möglich, ich mag das sehr wenn ich dann zuhause die Teile anziehe und mich so wieder an den Urlaub erinnere. Ich kaufe schon gar keine anderen T-Shirts mehr weil ich mit den Andenken aus dem Urlaub genug im Schrank habe :)
Inzwischen bereue ich es ein bisschen, kein Shirt dort gekauft zu haben :).
-
10. Tag, Mittwoch, 17.09.
Die Strecke zur neuen Unterkunft ist heute nicht allzu weit, ich könnte hier in Kilpisjärvi noch eine Wanderung machen und danach erst losfahren. Leider ist das Wetter unverändert regnerisch (erst ab morgen wird es besser, dann bin ich leider nicht mehr hier :(), der Saana wieder in Wolken gehüllt, so lohnt sich keine Wanderung.
Daher starte ich schon gegen 8.30 Uhr nach Frühstück, Packen und Müll rausbringen.
Anderthalb Stunden später mache ich einen ersten Stopp (das Museum an der Sturmbock Stellung Järämä hat heute zwar grundsätzlich geöffnet, aber erst ab 11 Uhr) in Kaaresuvanto. Neben der Raststätte mit Souvenirshop, wo ich mich schon erfolglos bei der Hinfahrt nach Kilpisjärvi umgeschaut hatte, gibt es noch einen weiteren sehr großen Souvenirshop, den „Lappland Shop“. Dort rein schaue ich nun und werde tatsächlich fündig, ein Geschirrtrockentuch und ein Topfuntersetzer, den ich als Bild verwenden möchte, beide mit Rentier Zeichnungen der schwedischen Künstlerin Heidi Lange wechseln den Besitzer. Ich hätte gerne ein kleines Rentier aus Holz, das gibt es tatsächlich hier, aber das Geweih ist so filigran, dass ich mir nicht vorstellen kann, das heil nach Hause zu bringen, also bleibt es im Laden.
Die nächste kurze Pause lege ich wieder in Muonio ein, diesmal nur zum Tanken und um die Toilette zu nutzen, zum Mittagessen ist es noch zu früh.
Zur Mittagszeit bin ich dann am Parkplatz für die Besichtigung der Fischerhäuschen von Keimiöniemi. Außer meinem ist noch ein Auto mit finnischem Kennzeichen hier und eins aus Cottbus.
Am Parkplatz hängen in einem Rahmen hinter Glas Erklärungen zu den Fischerhäuschen, sogar auch auf Deutsch, alles scheint aber schon viele Jahre dort zu hängen, ist ausgebleicht und verrutscht.
An dieser Stelle am Ufer des Jerisjärvi standen schon im 16. Jh. Fischerhütten, die von Finnen (ich nenne sie mal so, Finnland gab es damals aber noch nicht), die eigentlich wesentlich weiter südlich lebten, gebaut wurden, um dort die Sommer beim Fischen verbringen zu können. Diese Hütten wurden im Krieg zwischen Schweden und Russland Ende des 16. Jh. zerstört.
Die sich heute noch hier befindlichen Hütten stammen aus dem 18. Jh., nicht alle davon, aber einige. Die Hütten sind in Privatbesitz und können deshalb leider nur von außen besichtigt werden.
Vom Parkplatz führt ein Fußweg ein paar hundert Meter durch den Wald zum Seeufer. Dort reihen sich die Hütten mit mehr oder weniger großem Abstand aneinander. Fast alle scheinen noch genutzt zu werden, denn es liegen Boote in recht gutem Zustand entweder neben den Hütten oder an einem Steg im Wasser.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/m2fFr73x/250917_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/vHF6m57d/250917_003_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/QxGWMcgZ/250917_005_Forum.jpg)
Ich gehe soweit bis ein Schild verkündet „Privatbesitz, kein Durchgang“ und drehe dann um, dabei esse ich ein belegtes Brötchen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/tCQVgFdQ/250917_006_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/J4VBhj34/250917_008_Forum.jpg)
Das Cottbusser Ehepaar erkenne ich schon weitem an der Kleidung, Jeans, Sneaker und Sweatshirtjacken, die Finnen hier tragen alle Wanderkleidung.
Insgesamt eine halbe Stunde halte ich mich hier auf, dann geht es weiter zum nur wenige Fahrminuten entfernt liegenden Parkplatz für die Wanderung auf den Särkitunturi. Es gibt beidseits der Straße 79 einen Parkplatz, am kleineren steht eine Toilette und man hat schon mal einen schönen Fernblick.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/pXbndKQT/250917_012_Forum.jpg)
Am anderen, wesentlich größeren Parkplatz, beginnt der Wanderweg. Sehr viele Autos bzw. vor allem Wohnmobile stehen hier (vielleicht auch zum Übernachten?), in einem größeren Zelt wird Kaffee und etwas zu essen verkauft, das scheint ein recht bekannter Haltepunkt zu sein.
Auch auf dem Wanderweg bin ich nicht alleine, die Anzahl der Wanderer kommt aber bei weitem nicht an die Anzahl heran, die man anhand der parkenden Autos und Womos erwarten würde, keine Ahnung wo diese Leute sind.
Der breite gut zu gehende Wanderweg führt durch den Wald nicht sehr steil, aber stetig bergauf. Nach etwa zwanzig Minuten erreicht man einen See, daneben die üblichen Grillhütten und Trockentoiletten.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/pXbndKQd/250917_015_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/BQ91v25t/250917_016_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/sDYGG1K2/250917_017_Forum.jpg)
Weitere zwanzig Minuten später bin ich oberhalb der Baumgrenze. Die Ausblicke werden nun mit jedem Höhenmeter besser, der Pfad immer schlechter, bald besteht er hauptsächlich aus Steinen. Einen Gipfel an sich gibt es nicht, sondern eher ein sehr weitläufiges Gipfelplateau auf 492 m Höhe. Mehr oder weniger Weglos bewegt man sich hier fort, es gibt mehrere kleine Seen, bunte Herbstvegetation und einen herrlichen Rund-um-Blick. Sogar die Sonne kommt in der Ferne immer mal wieder hervor.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/bNxSSdLJ/250917_018_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/SN6YYjVJ/250917_019_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/gkVLLr4X/250917_020_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/ZnrnNDPK/250917_022_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/j2z2fk6x/250917_023_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rsSs4YGq/250917_026_Forum.jpg)
Ungefähr zwanzig Minuten halte ich mich auf dem Gipfel auf, hier kann man bei passendem Wetter sicher eine ausgedehnte Pause auf einem der Felsen machen, dafür ist es heute leider nicht sonnig genug.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/T1r1bHj2/250917_027_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rsSs4YGw/250917_028_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/cCQC357J/250917_031_Forum.jpg)
Eine dreiviertel Stunde später bin ich wieder am Auto, der Ausblick vom Parkplatz ist schöner geworden mit leichtem Sonnenschein, die Wolken haben sich etwas gelichtet.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/1XpXFY0f/250917_032_Forum.jpg)
45 Minuten später, um 15.45 Uhr erreiche ich mein Hotel in Levi. Ein heftiger Regenschauer kommt herunter, gerade als ich auf den Parkplatz fahre. Ich habe es nicht eilig und warte ab, bis der Regen nachlässt, dann nehme ich mein Gepäck und checke ein.
Das Hotel Hullu Poro (auf Deutsch: „verrücktes Rentier“) besteht aus mehreren Gebäuden auf einem großen Gelände, es gibt mehrere Restaurants, Bars, einen Saunabereich und einen Fitnessraum. Alles ist schon etwas älter, aber gut in Schuss und mit lustigen gezeichneten Rentiermotiven an vielen Stellen modern aufgepeppt. Ich bekomme ein Zimmer im dritten Stock mit Balkon und Blick über den Ort zum Skihang, denn auch hier ist der Winter die Hauptsaison, zwischen Oktober und Mai liegt hier Schnee. Ich fühle mich sofort sehr wohl (vor allem auch im Bad, das völlig untypisch für Finnland ist, scheint an nordamerikanische Bäder der 90iger Jahre angelehnt zu sein), schade, dass ich hier nur drei Nächte bleibe.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/BbxbFw58/250917_038_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/1R6fb4kr/250917_039_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/wxJ7n3Ck/250917_040_Forum.jpg)
Nach einer kurzen Pause im Zimmer mit einer Tasse Kaffee (es gibt einen Kühlschrank und einen Wasserkocher auf dem Zimmer, dazu einige Teebeutel und löslichen Kaffee) und ein paar Keksen bummle ich durch den Ort, dieser erinnert mich an eine Kombination aus den Sommer- / Wintersportorten Whistler in Kanada und Oberstdorf in Deutschland. Rentiere sehe ich leider nicht (klar, jetzt wo ich mal meine Kamera bereit habe), die sind aber wohl durchaus häufig im Ort unterwegs.
Bereits Mitte November werden hier in Levi Weltcup Skiabfahrten stattfinden.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/T1r1bHjw/250917_034_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/x8K8mFGN/250917_037_Forum.jpg)
Noch ein Stopp beim Supermarkt und gegen 18 Uhr bin ich zurück im Zimmer.
Wetter: bewölkt, immer wieder Regenschauer, kurz mal sonnig, ca. 10°-15°C
Wanderung: Särkitunturi, 7,02 km, 240 m Anstieg
Unterkunft: 3 Nächte Hotel Hullu Poro in Levi, mit Frühstück, EUR 205,00, gebucht über die Hotelwebsite
-
Levi schaut wirklich wie so ein typischer Wintersportort aus 8) Hatte Finnland immer mehr dem Langlauf zugeordnet, aber dort gibt es offenbar auch Alpinski.
-
Schade, dass das Wetter nicht so mitgespielt hat. Bin trotzdem begeistert von den Herbstfarben. ^-^
-
Die Unterkunft scheint dem intern. Skizirkus angepasst. Jedenfalls ist das verrückte Rentier :toothy9: nicht schlecht und der Ort belebt.
Zudem peppen die Herbstfarben das Regenwetter auf :thumb:.
-
Levi schaut wirklich wie so ein typischer Wintersportort aus 8) Hatte Finnland immer mehr dem Langlauf zugeordnet, aber dort gibt es offenbar auch Alpinski.
Geht mir genauso, Langlauf und Skispringen, da waren mir Lahti, Kontiolahti und Kuusamo immer ein Begriff. Levi kannte ich gar nicht und mir kamen die Abfahrten jetzt dort auch eher kurz und nicht allzu steil vor, daher war ich im November überrascht, als ich in den Nachrichten beim Sportteil hörte, dass im finnischen Levi Abfahrtsläufe im Rahmen des Skiweltcups stattfinden.
-
11. Tag, Donnerstag, 18.09.
Nach dem Duschen öffne ich die Vorhänge am Fenster und sehe auf der Straße und dem Gehweg mehrere Rentiere, leider zu weit weg für brauchbare Fotos, aber toll zu beobachten.
In dieser Unterkunft ist das Frühstück im Zimmerpreis enthalten, auch mal schön. Aktivitätenfreundlich beginnt es bereits um 7 Uhr, so früh brauche ich es heute aber gar nicht, es soll nämlich zunächst noch bewölkt und nass sein und erst später sonnig werden.
Um 7.30 Uhr bin ich dann aber doch schon im großen Frühstücksraum, auch einige andere Gäste sind schon so früh da. Das Buffet bietet die üblichen kalten und warmen Speisen, finnlandtypisch sind hauptsächlich Porridge mit Kompott / roter Grütze und Mini-Pfannkuchen, sowie verschiedene Sorten Roggenbrot bzw. -brötchen.
Nach dem Frühstück trödle ich noch ein wenig im Zimmer herum und gegen 9.30 Uhr fahre ich los.
Es geht in den Pallas-Yllästunturi Nationalpark, zum Parkplatz am Pallas Hotel, von Levi in ca. 50 Minuten zu erreichen. Der Parkplatz ist schon voll als ich ankomme, er ist allerdings auch nicht sehr groß, ein Teil der Plätze ist den Hotelgästen vorbehalten (auch wenn dort nur wenige Autos stehen), ein Teil ist nur für Busse und ein weiterer Teil kann nicht genutzt werden, weil hier gerade das Besucherzentrum neu gebaut wird und die Parkplätze an der Baustelle abgesperrt sind. Weiter vorne gibt es noch einen weiteren großen Parkplatz, ich finde aber noch im Parkplatzbereich am Straßenrand ein freies Plätzchen.
Ich schaue zunächst in den Souvenirshop des Hotels, das während der Bauzeit die Funktion des Besucherzentrums übernimmt, finde aber mal wieder nichts, leider auch keinen Aufkleber mit dem Nationalparkemblem.
Von hier startet eine ganze Reihe von Wanderungen, ich möchte den Palkaskeronkierros gehen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Sxv1z8Sz/250918_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/pd5GQTrX/250918_002_Forum.jpg)
Zunächst auf einem breiten geschotterten Weg mit einigen Erklärungstafeln zur umgebenden Natur geht es bergauf. Am Berg links vom Weg kann man Skilifte erkennen, nicht nur in Levi, auch hier und an anderer Stelle im Nationalpark sind zahlreiche Skipisten.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/cLbk8Yxn/250918_004_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/zGc2RWzh/250918_003_Forum.jpg)
Schon bald kann ich am Berg rechts von mir (der auf der Wanderung bestiegen und umrundet wird) zahlreiche Rentiere erkennen, auch hier wäre mein zu Hause gebliebenes Teleobjektiv hilfreich.
So muss ich mit Fotos warten, bis ich den Tieren näherkomme. Vom breiten Schotterweg zweigt nach einiger Zeit rechts ein schmaler Pfad ab, der zu einem Rentierzaun mit Gatter führt. Rentiere sind ja nur halbwild, sie gehören den Samen, den Ureinwohnern, streifen aber (nur im Sommer?) frei herum und werden im Herbst „eingesammelt“ (?), hier ist zwar ein Zaun und ein schon halbverfallenes Gatter, das beim Öffnen eine Latte verliert, aber ich sehe nirgends auf der anderen Seite einen Zaun, mir ist daher nicht ganz klar, ob die Tiere hier also auf einer Weide stehen oder „frei“ sind.
Fotos sind nun besser möglich, allerdings stehen die Rentiere im Gegenlicht und bergauf bzw. höher als ich.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/q76bcRqq/250918_007_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/GpT7P2t8/250918_008_Forum.jpg)
Sehr angenehm finde ich, dass sich die Tiere gar nicht für Menschen interessieren, Kühe und erst recht Ziegen wären nun schon nähergekommen, die Rentiere scheinen mich und die anderen Wanderer zu ignorieren.
Erst als weit hinten ein Paar mit einem Hund durchs Gatter kommt und der Hund dann die gesamte Zeit während das Paar entlang der Herde wandert, bellt, schauen die Rentiere auf und bilden Gruppen, bleiben aber immer noch weg von den Wanderern und dem Hund.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/25Lcd6yq/250918_010_Forum.jpg)
Der Wanderpfad entfernt sich dann von der Herde und wird steiler und steiniger. Aber schon ungefähr eine dreiviertel Stunde nach dem Start erreiche ich eine Stelle mit herrlicher Aussicht und das ganz unvermittelt, erst läuft man noch zwischen den Hügeln,
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/25Lcd6yL/250918_011_Forum.jpg)
dann steht man plötzlich vor diesem Anblick.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/9fw8PM07/250918_012_Forum.jpg)
Der schmale, steile und steinige (aber gut begehbare) Pfad führt immer weiter bergauf, der Blick kann immer weiter schweifen, auch in die Richtung aus der ich gekommen bin.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/QMK4gtC1/250918_014_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/bvSC0Jr1/250918_015_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/6Q4jV3qr/250918_018_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/XNk2ktjc/250918_019_Forum.jpg)
Gegen 12 Uhr erreiche ich den 705 m hohen Palkaskero Gipfel, erkennbar an einem großen Steinhaufen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/v8tPtCY9/250918_021_Forum.jpg)
Hier oben weht mal wieder ein starker und kalter Wind, an der windabgewandten Seite des Steinhaufens mache ich eine kurze Mittagspause, dann führt mich der Wanderweg auf der anderen Bergseite bergab, hier ist es weniger steil als beim Aufstieg.
Die schöne Aussicht begleitet mich noch ein gutes Stück bergab. Und auch auf dieser Bergseite grast eine Rentierherde, leider komme ich nicht allzu nahe an sie heran.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/7h9mPJtb/250918_022_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/9XYxYsmy/250918_025_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/KcD9DCGf/250918_027_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/G3xMx6Lq/250918_028_Forum.jpg)
Schließlich verläuft der Weg am Fuß des Berges entlang nun fast ohne Aussicht, dafür mit farbenfroher Vegetation. Allerdings ist es teilweise sehr matschig, man muss mal wieder weite Umwege gehen, wenn man nicht bis über die Knöchel im Morast versinken möchte.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/CMsvs9hN/250918_030_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/J75T5Srd/250918_031_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fWfHf1z2/250918_032_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/mZydyKL5/250918_033_Forum.jpg)
Das letzte ebene Wegstück nennt sich „Eichhörnchen Avenue“, auf Holzsockeln sind eine Vielzahl von Eichhörnchenskulpturen zu bewundern, zum Künstler finde ich keine Informationen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/7PnBnjHR/250918_041_Forum.jpg)
Gegen halb zwei erreiche ich wieder den Parkplatz, nun stehen zwei Busse dort und die Straßenränder sind zugeparkt so weit das Auge reicht, so etwas habe ich in Finnland noch nirgends erlebt. Zumindest auf meiner Wanderung waren allerdings nur wenige andere Wanderer unterwegs, es scheint sich also gut zu verteilen oder die meisten Leute sind viel später als ich gestartet.
Ich wechsle meine Schuhe und gehe nochmal ins Hotel, dort ist ein recht teures Restaurant, in dem es leider kein Mittagsbuffet gibt, das aber auch einen Cafébereich hat. Ich hole mir einen Kaffee und eine Pulla (Hefezopf) (EUR 5,50) und setze mich in einen der gemütlichen Sessel. Nach einiger Zeit kommt wohl eine der Busgruppen (ältere Finnen) ins Café und es bildet sich eine lange Schlange an der Kaffee- und Gebäckausgabestelle (wie fast immer in Finnland Selbstbedienung) – Glück gehabt.
Der Tag ist noch jung und die Wanderung hat mich nicht übermäßig angestrengt, da möchte ich noch eine weitere, kürzere Wanderung anschließen. Dazu muss ich ein Stück mit dem Auto fahren, hoffentlich finde ich auf dem dortigen Wanderparkplatz noch eine Lücke.
Meine diesbezüglichen Sorgen sind aber unbegründet, auf dem recht kleinen Parkplatz stehen nur wenige Autos, das scheint eine weniger beliebte Wanderung zu sein.
Der Pyhäjoenpolku führt finnlandtypisch hauptsächlich durch den Wald, ist daher aber nicht so ganz einfach zu gehen, viele Steine und Wurzeln, oft nass, erschweren das Vorankommen. Nur einmal sehe und höre ich in der Ferne andere Wanderer, sonst bin ich alleine.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/bY9694yW/250918_043_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/wxQWQnqn/250918_044_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/2j7H7gjR/250918_045_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/BZBhBRZf/250918_046_Forum.jpg)
Es geht mal ein Stück bergauf, mal bergab, an einem Bach entlang, an einem See samt kleinem Wasserfall vorbei, auch ein Blick zur Bergregion in der ich vorhin war, ist möglich.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/2j7H7gjf/250918_048_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/kMvjvLMC/250918_050_Forum.jpg)
Zum Abschluss ist noch ein herbstlich gefärbtes Moor dabei.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/xj3s3Bjn/250918_051_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rFyfngsH/250918_053_Forum.jpg)
Nach anderthalb Stunden bin ich gegen 16 Uhr zurück am nun fast leeren Parkplatz, das war eine nette, aber nicht ganz so leicht wie erwartet zu gehende Wanderung.
Ich fahre von hier eine Stunde zurück zum Hotel, wo ich noch etwas aus meinen Vorräten esse und einen gemütlichen Abend verbringe.
Wetter: teils sonnig, teils bewölkt, ca. 10° - 12°C
Wanderungen: Palkaskeronkierros 6,36 km, 250 m Anstieg; Pyhäjoenpolku 3,90 km, 70 m Anstieg
Unterkunft: 3 Nächte Hotel Hullu Poro in Levi, mit Frühstück, EUR 205,00, gebucht über die Hotelwebsite
-
Da hat ja alles gepasst - stark!
Wetter, Rentiere und zwei Wanderungen die herrliche Fotomotive geliefert haben.
Den Tag hätte ich sehr gerne auch so erlebt. :D
-
Zwei ganz tolle Wanderungen, die Blicke vom Berg runter gefallen mir besonders. Aber am schönsten sind eigentlich die Herbstfarben. Ich kann mir vorstellen dass es im Sommer im Vergleich dazu etwas „langweilig“ ausschaut wenn alle Bäume grün sind. Interessant wäre zu sehen ob es im Frühjahr bunt ist mit Blumen.
-
Es ist schön, wenn man sich auf Reisen morgens das Frühstück nicht selber zubereiten muss und eine gute Auswahl vom Büffet hat.
Die Rentier-Herde hatte die Ruhe weg :thumb:.
-
Die Ausblicke von oben sind wieder toll!
Die Rentiere interessieren sich wirklich nicht für Menschen. Auch wenn sie die Straße überqueren, ist es ihnen egal, ob da ein Auto kommt oder nicht...
-
Die Ausblicke von oben sind wieder toll!
Die Rentiere interessieren sich wirklich nicht für Menschen. Auch wenn sie die Straße überqueren, ist es ihnen egal, ob da ein Auto kommt oder nicht...
Ich mich oft gefragt, ob die überhaupt merken, dass da noch etwas anderes außer ihnen unterwegs ist ;D.
-
Zwei ganz tolle Wanderungen, die Blicke vom Berg runter gefallen mir besonders. Aber am schönsten sind eigentlich die Herbstfarben. Ich kann mir vorstellen dass es im Sommer im Vergleich dazu etwas „langweilig“ ausschaut wenn alle Bäume grün sind. Interessant wäre zu sehen ob es im Frühjahr bunt ist mit Blumen.
Ich denke auch, dass es im Sommer eher langweilig aussieht, dazu die Mücken und dennoch, wenn man die Hotelbewertungen anschaut (bei booking sieht man ja, wann die Leute vor Ort waren), sind da auch nicht weniger Leute unterwegs als im Herbst. Die Besonderheit dann ist die Mitternachtssonne. Ob es im Frühjahr ähnlich viele Blumen gibt wie im weiter im Süden, weiß ich leider auch nicht.
-
Ein äußerst gelungener Tag: Sonne, tolle Herbstfarben, Aussichten und dann auch noch Rentiere :beifall:
Witzig auch die Eichhörnchen Avenue, obwohl - eigentlich hätte ich eher Mumins erwartet ;)
Da da ja recht lange Schnee liegen soll, gibt es Wildblumen wahrscheinlich erst zum Sommer hin.
-
Da da ja recht lange Schnee liegen soll, gibt es Wildblumen wahrscheinlich erst zum Sommer hin.
Da hast du wohl recht, Google hat sein Street View Auto (endlich nach langer Zeit wieder bzw. teilweise zum ersten Mal) vergangenen Mai durch finnisch Lappland fahren lassen, das war wohl etwas unüberlegt, denn ganz vieles kann man jetzt gar nicht richtig sehen, weil noch so viel Schnee lag. Da wird alles wohl erst Anfang Juni anfangen wieder grün zu werden.
-
12. Tag, Freitag, 19.09.
Heute steht die letzte Bergwanderung des Urlaubs an und obwohl der Urlaub noch einige Tage andauert, bin ich deshalb ein bisschen wehmütig.
Allerdings bin ich oder besser gesagt muss ich deswegen auch froh sein, denn ich würde wohl gar keine weiteren größeren Wanderungen machen können, nicht wegen meines Rückens, der hat sich inzwischen wieder beruhigt und ich kann die Anzahl der Schmerztabletten schon reduzieren, auch mein Fersensporn macht kaum mehr Probleme, nein, es geht um mein rechtes Knie.
Die OP war ja Anfang Juni und nach der vierwöchigen Ruhezeit war es sehr mühsam und vor allem langwierig, bis ich wieder schmerzfrei auch längere Strecken gehen konnte. Dass ich immer mal wieder Schmerzen habe würde, gerade gegen Ende von längeren Wanderungen war klar, eine große Enttäuschung ist für mich aber, dass es im Laufe der Urlaubstage immer schlechter geht und zwar durchgängig, auch an Tagen ohne Wanderung.
Nach dem wieder leckeren Frühstück vom Hotelbuffet fahre ich gegen 9 Uhr in den südlichen Teil des Pallas-Yllästunturi Nationalpark zum Parkplatz beim Besucherzentrum Kellokas in der Nähe des Ortes Ylläs gelegen.
Für heute ist Sonne vorhergesagt und die scheint auch schon während der einstündigen Fahrt, aber als ich mich dem Parkplatz nähere, er liegt einige Höhenmeter oberhalb des Ortes und eine Serpentinenstraße führt dorthin, wird es trüber und je höher ich komme, umso nebliger, das kann jetzt doch nicht wahr sein. Leider aber doch, am Parkplatz bin ich von Nebel umgeben, die Berge sind nicht zu sehen. Ich bleibe erstmal im Auto und überlege, ob hier eine Wanderung überhaupt sinnvoll ist, ich möchte schließlich nicht nur durch den Nebel laufen, die Frage ist aber, wo ist kein Nebel, welche Wanderung ist statt der hier geplanten sinnvoll?
Der Parkplatz füllt sich nach und nach, ich steige also auch mal aus und gehe ins Besucherzentrum, schaue mir die Ausstellung an und finde sogar den gewünschten Aufkleber mit Nationalparkemblem, den ich gestern im Hotel Pallas nicht bekommen habe. Ich frage das Mädel am Tresen, ob sie mehr Infos zum Wetter hat, hat sie aber nicht, sie sagt nur, was ich schon weiß, dass nämlich Sonne vorhergesagt sei und sie hoffe, dass sich der Nebel später noch lichte.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/bdXmys2K/250919_001_Forum.jpg)
Neben der Ausstellung im Besucherzentrum zur Natur des Nationalparks gibt es in einem kleinen Nebengebäude eine kostenlose Ausstellung zum Leben der Holzfäller in früheren Zeiten, ein Beruf, der in Finnland mit seinen endlosen Wäldern eine große Bedeutung hatte (und auch noch hat, heute machen aber natürlich Maschinen die schwere Arbeit). Das Ausstellungsgebäude ist eine ehemalige Unterkunft der Holzfäller, eine Art Pension, die Holzfäller arbeiteten in den Wintermonaten und lebten auf eigene Kosten in solchen Unterkünften, die neben einem Bett auch Verpflegung anboten – was für ein hartes Leben und das bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.
Gegen halb elf wandere ich dann los, ein kleines bisschen heller ist es inzwischen geworden am Himmel.
Zunächst führt mich der Weg leicht bergab durch den Wald und geht dann in eine herrlich grüne Schlucht über, die zum Schutz der Natur komplett mit Holz- und Metallbohlenwegen ausgebaut ist. Auch ohne Sonne ist es toll hier, überall plätschert es, Farne, Moos und Pilze wachsen in Massen und überwuchern jegliches Totholz. Sogar „Spanish Moss“, das ich aus den amerikanischen Südstaaten kenne, hängt hier an einigen Zweigen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Sj0gSJzB/250919_002_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/F1tTr7L5/250919_003_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/hhF2DfdF/250919_004_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/dDM5sLyw/250919_006_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/s1FTjvhD/250919_007_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/t70BqYxq/250919_008_Forum.jpg)
Gegen Ende der Schlucht gibt es noch einen doppelten Wasserfall zu bewundern,
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rz6fVKrz/250919_010_Forum.jpg)
dann führt der Wanderweg bergauf und schon bald ist die Baumgrenze erreicht.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/VNNpH0BY/250919_012_Forum.jpg)
Der Weg (und zwar die gesamte Runde) ist mal ausnahmsweise richtig einfach zu gehen, denn er wird nicht nur zum Wandern, sondern auch zum Mountainbiken genutzt. Zum Glück hält sich die Anzahl der Fahrradfahrer sehr in Grenzen, das kann sonst schnell sehr nervig werden. Bei den Fahrrädern handelt es sich überwiegend um Fatbikes, mit diesen scheint es einfacher zu sein über unebenen Untergrund zu fahren, als mit normalen Mountainbikes.
Zum Glück lichtet sich der Nebel nach und nach, die Umgebung nicht sehen zu können, wäre doch richtig schade. Denn der Pfad führt nun mitten durch eine Steinschlucht, links und rechts ragen geröllbedeckte Berghänge auf und in der Ferne ist der Blick in die weite Ebene schon zu erahnen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/vmmkSxLY/250919_015_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FKK8nkgF/250919_016_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/TPHF82Qz/250919_018_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Ls0wd4NS/250919_019_Forum.jpg)
Blick zurück:
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Jhdvw7PM/250919_021_Forum.jpg)
Am Ende der Schlucht geht es wieder leicht bergauf auf einem weiterhin gut zu gehenden Erdpfad, der nun durch die herbstlich bunte Vegetation führt. Immer wieder kommt die Sonne heraus und man kann den Blick von den benachbarten Berggipfeln bis über die wald- und seenreiche Ebene mit weiteren Bergen in der Ferne schweifen lassen – wunderschön.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/d0SpMQ4J/250919_023_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/vmSkR83Q/250919_025_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rs5Pt1cs/250919_026_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/x8L4bvYk/250919_028_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/1XDjNGP8/250919_030_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/zvTcRC5V/250919_032_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/hvV57Lgm/250919_034_Forum.jpg)
Etwas entfernt von mir sehe ich ein Paar, das am Rande des Wanderwegs steht und dauernd in Richtung der Ebene schaut, hm, ist die Aussicht von dort so viel besser als bisher, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Aber ich blicke natürlich dann auch dorthin und kann erst nichts Besonderes erkennen – bis ich den Blick von der Ferne abwende und auf die Fläche direkt vor mir schaue- das was ich beim flüchtigen Darüberschauen für Felsbrocken und Holzstämme gehalten habe, sind nämlich sitzende und liegende Rentiere, perfekt getarnt, ohne das Paar hätte ich sie vielleicht übersehen, obwohl sie nur etwa 20 Meter entfernt vom Weg liegen. Ach wie toll, ich bin begeistert und beobachte die Tiere eine ganze Zeit lang, interessant wie manche den Kopf samt Geweih ganz auf den Boden senken, kann ich verstehen, so ein Geweih wiegt sicher so einiges. Im Allgäu /den deutschen Alpen gibt es den Spruch „wenn die Kühe liegen ist und bleibt das Wetter schlecht“, das gilt wohl auch für Rentiere in Finnland ;).
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/3N2cDX7g/250919_035_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/sx5NZYyY/250919_036_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Bb2V1Tsc/250919_037_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/8zp0jfYd/250919_039_Forum.jpg)
Zur Mittagszeit erreiche ich eine Rasthütte mit Grillplatz. Die Hütte ist schon voll, aber an der großen Feuerstelle ist noch ein Plätzchen frei. Ich habe zwar keine Bratwurst oder sonstiges zum Grillen dabei, aber das Feuer wärmt mich beim Essen von meinem belegten Brötchen, heute ist es kälter als noch gestern und die Wärme tut richtig gut.
Nach der Pause
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FHrB7k6y/250919_041_Forum.jpg)
komme ich bald an eine Wegkreuzung, ab hier führt der Wanderweg steil nach oben durch ein Geröllfeld, aber weiterhin auf gut begehbarem und gut sichtbarem Pfad.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/L8x0f6dJ/250919_042_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/RZgbfVrN/250919_043_Forum.jpg)
Leider zieht nun eine Regenwolke oder Nebelbank herein, um mich herum ist nur noch grau zu sehen und dann fängt es auch noch an zu regnen, dazu ein kalter Wind. Ich ziehe alle verfügbaren Kleidungsstücke an, Mütze, darüber die Kapuze und Handschuhe und gehe so schnell wie möglich nach oben – das ist so richtig unangenehm.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/XYsDF7MC/250919_045_Forum.jpg)
Eine halbe Stunde dauert der Spuk, dann habe ich den höchsten Punkt erreicht und es wird wieder trocken, man sieht wieder was von der Umgebung und die Handschuhe können wieder in den Rucksack.
Der Wanderweg führt nun auf der steilen Skipiste nach unten, immerhin besteht der Weg aus Erde, die weder rutschig noch matschig ist und die Ausblicke entschädigen für die Steigung.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/pLs18XNn/250919_046_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/GmXSYh0D/250919_047_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/YCdygqcY/250919_048_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/mgm6M2xY/250919_049_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/9QLNTF3t/250919_050_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/8zZnWP8m/250919_052_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/g2gBRk9s/250919_053_Forum.jpg)
Zum Schluss geht es nochmal durch den Wald oberhalb der Schlucht, durch die ich am Beginn der Wanderung gelaufen bin.
Gegen halb drei bin ich dann wieder am Auto. Etwas Warmes zu trinken und essen wäre jetzt nett, im Gebäude des Besucherzentrums gibt es ein Restaurant/Café, ich habe aber gelesen, dass es seit einiger Zeit geschlossen ist. Ich schaue trotzdem mal nach (und mit mir ein paar andere Wanderer), aber tatsächlich, es stehen zwar noch Tische und Stühle und sogar die Theke mit Glasvitrinen herum, diese sind aber leer, der große Raum wird nun zum Unterstellen von Mountainbikes, die man hier mieten kann, genutzt. Schade, aber ich bin ja vorbereitet und habe mir ein anderes Restaurant für diesen Fall schon mal zu Hause rausgesucht.
Ich fahre in den Ort Ylläsjärvi bzw. zu dessen Gondelstation Ylläs Ski Resort, wo es Hotels, Apartments, Geschäfte und ein paar Restaurants gibt. In einem davon („Ylläs Kota“) esse ich nochmal einen Rentierburger mit Pommes, dazu einen Eistee und danach einen Kaffee (EUR 23,00).
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/P5SFZrGS/250919_055_Forum.jpg)
Danach fahre ich zurück ins Hotel. Weder das Wetter (auch hier inzwischen die Sonne verschwunden und Hochnebel bedeckt den Himmel) noch mein Knie verleiten mich zu einem nochmaligen Stadtbummel in Levi, ich bleibe im gemütlichen Zimmer.
Wetter: neblig, bewölkt, kurz mal sonnig, ca. 7° - 10°C
Wanderung: Keskisenlän kierros (entspricht Rother Lappland Nr. 40) 12,55 km, 483 m Anstieg
Unterkunft: 3 Nächte Hotel Hullu Poro in Levi, mit Frühstück, EUR 205,00, gebucht über die Hotelwebsite
-
Im Allgäu /den deutschen Alpen gibt es den Spruch „wenn die Kühe liegen ist und bleibt das Wetter schlecht“, das gilt wohl auch für Rentiere in Finnland
Die machen es sich doch zum Wiederkäuen immer gemütlich.
Toll, was du mit dem operierten Knie und der Bandscheibe erwanderst :beifall: .
-
Da hast du wirklich Pech mit dem Knie :heul: ich finde es bewundernswert dass du trotzdem die 12 km lange Wanderung durchgezogen hast, vor allem als es auch noch angefangen hat zu regnen! Aber das ist wirklich eine sehr lohnenswerte Tour, ich finde es ganz herrlich wie die rötlich gefärbten Pflnzen über die Felsen wuchern. Und die Rentiere ganz aus der Nähe sind die Krönung! Auf dem letzten Bild sieht man ja so ein Riesen Geweih, das wusste ich gar nicht dass die so groß werden, ich dachte das sind eher so Stummel maximal zweigeteilt. Wahrscheinlich werden die auch umso größer je älter die Tiere sind. Da würde ich mein Haupt auch am Boden ablegen ;D
-
Wieder eine schöne Wanderung.
So ein Geweih auf dem Kopf muss doch ganz schön unbequem sein...
-
Eine sehr schöne Wanderung, schade, dass das Wetter nicht so mitgespielt hat. Als besonderes Highlight dann auch noch Rentiere so nah zu beobachten. Statt Wetter schlecht, hätte ich eigentlich gesagt, die sonnen sich ;)
Wirklich ein Pech, dass das Knie nun auch wieder schmerzte :knuddel:
-
13. Tag, Samstag, 20.09
Heute beginnt mein Rückweg nach Helsinki, von wo ich am Mittwoch nach Hause fliegen werde.
Um halb acht bin ich ein letztes Mal beim Frühstücksbuffet, um viertel nach acht beim Auschecken, wo ich vom älteren Herrn an der Rezeption auf Deutsch verabschiedet werde.
Anders als beim Weg nach Norden habe ich mich für den Rückweg entschieden Stopps an der Küste einzulegen, so dauert es zwar etwas länger, aber dafür muss ich in diesem Urlaub nicht aufs Meer verzichten.
6 Stunden reine Fahrzeit stehen mir nun bevor, ich möchte sie bis auf kürzere Pausen ohne Zwischenstopps durchfahren, damit ich gegen Nachmittag / Abend noch einen Strandspaziergang machen kann.
2 Stunden brauche ich bis Rovaniemi bei bewölktem, aber trockenem Wetter und wenig Verkehr. Ab hier wird es unangenehm, mehr Verkehr und vor allem viel Regen, es schüttet die nächsten Stunden heftig und ohne Unterbrechung. Am späteren Vormittag lege ich einen Tankstopp ein, zur Mittagszeit gibt es mal wieder ein Lunchbuffet an einer Raststätte (EUR 13,90).
Ab 14.30 Uhr hellt es endlich etwas auf und der Regen lässt nach, ich komme an einem großen modernen Supermarkt mit Café vorbei. Hier mache ich eine weitere Pause mit Kaffee und Munkki (EUR 3,00) und erledige gleich den Einkauf.
Ab hier sind es noch anderthalb Stunden bis zu meinem Ziel Kalajoki, es hört auf zu Regnen und die Sonne kommt hervor.
Um 16.30 Uhr erreiche ich das Hotel Safarimajoitus und checke ein, auch hier persönlich an der Rezeption bzw. am Tresen des zugehörigen Restaurants. Ich bringe meine Sachen ins Zimmer und mache mich dann gleich auf den Weg zum Strand, der nur ein paar Gehminuten vom Hotel entfernt ist.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/D0Qxz7dr/250920_014_Forum.jpg)
Leider sind schon wieder zahlreiche Wolken unterwegs und leider macht mein Knie ziemliche Probleme, die Ruhestunden heute haben keinerlei Besserung gebracht. Ein halbes Stündchen schaffe ich es auf den Boardwalks durch die Dünen zu spazieren, auch direkt ans Wasser gehe ich.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/SRLgKm7K/250920_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fTTcd7Mv/250920_004_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/90PLfctz/250920_005_Forum.jpg)
Die Lichtstimmung ist gar nicht so übel und ich freue mich, mal wieder am Meer zu sein. Solch ausgedehnte Dünengebiete gibt es in Finnland nur selten, ein weiteres liegt weiter südlich bei Pori im Örtchen Ytteri, dort war ich letzten Juni.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/90PLfct0/250920_007_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FzbTKhgY/250920_009_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/D0Qxz7ds/250920_010_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FzbTKhgS/250920_011_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Wzm54s6M/250920_012_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/vT70mGLL/250920_013_Forum.jpg)
Kalajoki ist bekannt für seine schönen Sonnenuntergänge, dafür ist es heute aber viel zu bewölkt, die Bewölkung soll später noch zunehmen. Das stört mich aber nicht allzu sehr, denn mein Knie hätte einen zweiten Ausflug zum Strand später am Abend zur Sonnenuntergangszeit sowieso nicht mitgemacht (aber ich wäre wohl mit dem Auto hingefahren, dort am Kalajoki Schild war ein heute fast leerer Parkplatz).
Kurz vor sechs bin ich zurück in meinem Zimmer.
Wetter: zunächst bewölkt, dann starker Regen, dann teils sonnig, teils bewölkt, ca. 7° - 15°C
Unterkunft: 1 Nacht Hotel Safarimajoitus in Kalajoki, mit Kühlschrank, Mikrowelle, Wasserkocher, ohne Frühstück, EUR 62,10, gebucht über booking.com
-
Der starke Regen hat sich deinen Fahrtag rausgesucht. Immerhin gab es später am Strand ein paar Wolkenlücken.
-
Bei Regen zu fahren ist immer ätzend :P aber besser als Regen beim Wandern.
Wenigstens kam pünktlich zum Strandspaziergang ein wenig die Sonne heraus. Ein netter Strand übrigens ^-^
-
Das Hotel erinnert an ein Motel in USA :)
der Holzbohlenweg am Strand gefällt mir sehr gut, die Lichtstimmung hast du toll eingefangen, natürlich traurig dass das Wetter nicht besser war, so ein Sonnenuntergang zum Abschied einer Reise hat doch was...
beim Autofahren hattest du kein Problem mit dem Knie?
-
beim Autofahren hattest du kein Problem mit dem Knie?
Nein, zum Glück nicht, das wäre blöd gewesen, da es das rechte Knie war, da hätte es auch nichts geholfen, dass es ein Automatik Auto war.
-
14. Tag, Sonntag, 21.09.
Heute geht es schon wieder ein weiteres Stück Richtung Süden, die Fahrtzeit beträgt aber nur etwas über zwei Stunden, so dass genug Zeit für Aktivitäten bleibt. Nachdem ich die Wettervorhersage angeschaut habe, entscheide ich mich, die nächsten Stunden hier in Kalajoki zu verbringen, da soll es vormittags noch einigermaßen sonnig sein, mit jedem Kilometer nach Süden wird das Wetter schlechter werden.
Weil ich ja leider wegen meinem Knie nicht allzu viel zu Fuß werde machen können, habe ich etwas länger geschlafen, nach Duschen und Frühstück im Zimmer werfe ich den Zimmerschlüssel gegen 9 Uhr in die dafür vorgesehene Box (die ich einige Zeit suche, da ich sie beim Restaurant, wo ich eingecheckt habe, vermute, sie ist aber an der Außenwand des Hotelgebäudes angebracht), die Rezeption öffnet erst später.
Dann fahre ich mit dem Auto zum gestern Abend gesehenen Parkplatz am Strand, dafür das Auto am Hotel stehen zu lassen, gibt es keinen Grund, der Strandparkplatz ist kostenlos.
Das Dünengelände kann vollständig auf Boardwalks begangen werden und der Spazierweg führt am Ende der Dünen noch weiter in den Wald hinein. Ich gehe also zunächst durch die Dünen, ganz so naturnah bzw. unberührt, wie man beim Blick in Richtung Meer den Eindruck hat, ist das Dünengebiet nicht, an seinem Rand stehen zahlreiche Hotels und Häuser mit Ferienwohnungen, viele davon erst in den letzten Jahren erbaut. Auch direkt am Wasser gibt es Ferienhäuser, hier zum Glück kleine gelbe und rote Holzhäuser, die gut in die Landschaft passen.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Hn8gzP0b/250921_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/QCK3mngp/250921_002_Forum.jpg)
Ich gehe zum Ende des Strands, dort scheint sich ebenfalls ein Neubaugebiet auszudehnen, dahinter beginnt der Wald mit nur noch einzelnen Ferienhäusern bis die Bebauung ganz aufhört und der Weg durch ein Naturschutzgebiet führt. Ich folge ihm ein ganzes Stück, wunderbar ruhig ist es hier, nur vereinzelt sind Spaziergänger unterwegs. Der Pfad endet in einigen Kilometern an einem Vogelbeobachtungsturm, dann würde es auf gleichem Weg zurückgehen. So weit will bzw. kann ich meinem Knie nicht zumuten zu gehen, daher drehe ich nach einiger Zeit um und gehe zurück zum Strand.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/5yQVgk55/250921_005_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/NF2cDP86/250921_006_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/jCVrFQvn/250921_007_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fk4hrj5t/250921_009_Forum.jpg)
Dort gehe ich direkt ans Wasser, immer wieder schön, sich das Plätschern der ruhigen Ostsee, wenn sie auf den Sand trifft, anzuhören. Im Anschluss gehe ich den Holzbohlenweg bis zu seinem anderen Ende und dann zurück zum Auto.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/s1FRN9KZ/250921_011_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/4nCTSbw9/250921_015_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/7PjGkFWM/250921_017_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/SQH2hBvr/250921_018_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/y62gHMbT/250921_020_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/3rz4Tsc9/250921_021_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/dQgkYbxW/250921_022_Forum.jpg)
Um 11.30 Uhr verlasse ich Kalajoki und fahre Richtung Vaasa, meinem nächsten Übernachtungsort. Zum Mittagessen gibt es wieder ein Lunchbuffet an einer Raststätte passend zum Sonntag sogar mit u.a. Braten und Kuchen samt Sahne zum Nachtisch (EUR 14,90).
Schon gleich hinter Kalajoki hat Regen eingesetzt, der weiter anhält, dennoch möchte ich zumindest eine kurze Pause an einem weiteren Strand machen, dem Fäboda Strand beim Ort Jacobstad (an der finnischen Süd- und Ostküste leben viele schwedisch-stämmige Finnen, die Gegend ist daher zweisprachig, die Ortsnamen sind immer auf Finnisch und Schwedisch angeschrieben).
Auf schmalen gewundenen Straßen, bei denen ich froh bin, dass es keinen Gegenverkehr gibt, geht es vorbei an einigen Wohnhäusern (eine nette Wohngegend, ländlich, in Strandnähe, aber doch auch stadtnah) und durch den Wald. Dann erreiche ich einen sehr großen Parkplatz mitten im Wald, bei gutem Wetter wird es hier also sehr voll, heute ist es ein bisschen unheimlich, es steht kein einziges Auto da.
Ich laufe trotzdem los, auch hier gibt es ein ausgedehntes Boardwalk – Netz, dem ich zunächst zu einer Trockentoilette folge, die ich nutze und dann in Richtung Wasser gehe. Und hier ist es richtig schön, der Wald reicht bis an den Strand, es gibt viele kleine Sandbuchten, begrenzt von Granitfelsen, laut Beschreibung sind in der Ferne kleine Inselchen zu sehen. Die kann ich vor lauter Regen bzw. Nebel und tiefhängenden Wolken nicht mal erahnen, aber ich bin trotzdem begeistert.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/05hMsTBW/250921_024_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/nVNjJyPS/250921_025_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/GhYBhXWf/250921_027_Forum.jpg)
Bei Sonnenschein würde ich mich hier einige Zeit auf einen Felsen setzen und den Blick genießen, statt Sonne gibt es aber viel Feuchtigkeit von oben, daher mache ich mich bald wieder auf den Rückweg zum Auto. Am Parkplatz haben sich nun doch immerhin zwei weitere Autos eingefunden, die Leute machen sich gerade auf den Weg zum Strand.
Gegen halb vier mache ich mich auf die letzte Etappe für heute und erreiche nach einem Tank- und Toilettenstopp eine Stunde später das Greenstar Hotel Vaasa, meine Unterkunft für die nächsten zwei Nächte.
Der Hotelparkplatz ist kostenpflichtig, es gibt aber knapp hundert Meter entfernt kostenfreie Parkflächen, dort stelle ich mein Auto ab. Ich checke an der Rezeption ein und nehme den Fahrstuhl in den dritten Stock auf dem mein Zimmer liegt. Ich freue mich sehr, denn ich habe hier fast ganz oben (es gibt nur noch ein weiteres Stockwerk) das Zimmer ganz am Ende des Gangs mit einem riesigen Panoramafenster bekommen – ich liebe Ausblicke (auch wenn man von hier nur unspektakulär auf eine Straße, Supermärkte und Mehrfamilienhäuser schauen kann, aber auch auf ganz viel Himmel) und werde sicherlich einige Zeit am Fenster verbringen (erst jetzt beim Schreiben des Berichts stelle ich entsetzt fest, dass ich gar kein Foto vom Ausblick gemacht habe, was war da nur los mit mir?).
Das Hotel gehört zur kleinen finnischen Kette Greenstar, hier hat man immer einen Wasserkocher auf dem Zimmer und auf jedem Stockwerk gibt es eine kleine Gemeinschaftsküche mit Mikrowelle und großem Kühlschrank mit abschließbaren Fächern für jedes Zimmer. Der Code für mein Fach funktioniert nicht, ich gehe daher nochmal zur Rezeption und bekomme einen neuen für ein anderes Fach, es sind nur wenige Hotelzimmer belegt, so dass das möglich ist, denn eigentlich gibt es für jedes Zimmer ein zugewiesenes Fach.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/156g5vkT/250921_028_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/28vq80sX/250921_032_Forum.jpg)
Danach spaziere ich noch zum Lidl (den ich von meinem Fenster sehen kann), zum ersten Mal in Finnland komme ich mal dazu dort einzukaufen, für ein paar (fast) letzte Einkäufe.
Würde mein Knie keine Probleme machen, würde ich nun trotz des regnerischen Wetters in die Innenstadt gehen (ca. 15 Gehminuten vom Hotel entfernt), mit diesen Schmerzen geht das aber nicht, ich bleibe daher für den Rest des Abends im Hotel.
Wetter: vormittags teils bewölkt, teils sonnig, dann bewölkt, immer wieder Regen, sehr windig, ca. 10° - 12°C
Wanderung: Kalajoki Strand und Naturschutzgebiet 7,79 km, 59,70 m Anstieg
Unterkunft: 2 Nächte GreenStar Hotel Vaasa in Vaasa, ohne Frühstück, EUR 169,20, gebucht über booking.com
-
Liebe Christina,
die Herbstfarben sind herrlich und die Strände im Sommer bestimmt eine Wucht. Da möchte man gerne barfuß entlang laufen.
:respekt:, dass du die Wanderungen trotz Knie und Rücken durchgezogen hast.
Ich sage schon mal :danke: fürs Teilen der Reise, da ich die nächsten Tage höchstens lesend dabei sein kann.
Schöne Weihnachten :adieu:.
-
Danke Ilona, dir auch schöne Weihnachten, mal sehen, ob ich noch vor Weihnachten fertig werde mit dem Bericht.
-
Die beiden Strände sehen toll aus, nicht nur zum Umherspazieren, im Sommer bestimmt auch zum Relaxen.
Passiert mir auch ab und an, dass ich von etwas begeistert bin und dann später feststelle, gar kein Foto gemacht zu haben ::)
-
Ist das Glasgebäude auf dem 1. Foto auch ein Hotel? Die kleinen Häuschen gefallen mir besser.
-
Ist das Glasgebäude auf dem 1. Foto auch ein Hotel? Die kleinen Häuschen gefallen mir besser.
Das sind Ferienwohnungen mit verglasten Balkonen.
Passiert mir auch ab und an, dass ich von etwas begeistert bin und dann später feststelle, gar kein Foto gemacht zu haben ::)
Und ich war mir ganz sicher, Fotos gemacht zu haben ;D
-
15. Tag, Montag, 22.09.
Heute steht noch ein letztes Urlaubshighlight auf dem Programm, das UNESCO Weltnaturerbe Kvarken (Merenkurkku auf Finnisch). Zunächst wache ich aber mit Halsschmerzen auf, echt jetzt, zu Knie und Rücken auch noch eine Erkältung :'(? Zum Glück habe ich einen Wasserkocher auf dem Zimmer, da kann ich heute Abend mit ganz viel Tee das Halsweh vielleicht etwas lindern.
Tee gibt es dann aber auch schon zum Frühstück, denn die zwei kleinen Tetrapak Milch, die ich gestern Abend im Lidl gekauft habe, entpuppen sich als Sahne :totlach:, da hätte ich mal besser schon im Laden Google Lens bemüht, denn bei Joghurt und Milch hatte ich schon einige Fehlkäufe hier in Finnland im Laufe der Urlaube, aber im Geschäft ist mir das mit Google Lens immer zu umständlich.
Aus dem eigentlich geplanten Müsli wird also nichts, wenigstens habe ich noch Brötchen und Käse da, zusammen mit ein paar Tassen Tee auch ein gutes Frühstück.
Auch heute reduzieren Knie und Wetter das eigentlich Geplante, so dass es keinen Grund zur Eile gibt und ich mich erst gegen 10 Uhr auf den Weg zur Insel Replot (finnisch: Raippaluoto) mache. Die Insel ist mit Brücken und Dämmen mit dem Festland verbunden und liegt nur 20 km vom Hotel entfernt.
Es gibt einige Haltemöglichkeiten, um einen Blick auf die imposante Brücke zu werfen. Vor dem Überqueren der Brücke stoppe ich links von ihr an einem schön angelegten Badeplatz mit Sandstrand, Grillmöglichkeiten und Toiletten und werfe einen ersten Blick auf die längste Hängebrücke Finnlands (1045 m, Höhe der Pylonen 82 m).
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/1t2tyFJ3/250922_001_Forum.jpg)
Direkt nach der Brücken - Überquerung biege ich nach rechts ab, dort befinden sich ein Restaurant und das Besucherzentrum zum Weltnaturerbe Kvarken mit einer kleinen Ausstellung und Souvenirshop. Beides kann auch mit dem Boot erreicht werden, Liegeplätze gibt es auf der Wasserseite direkt davor.
Ich gehe auf dem Pier ganz nach vorne und schaue mir die Brücke auch von dieser Seite an.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/tTwT962R/250922_002_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/bJWJqn3J/250922_003_Forum.jpg)
Dann schlendere ich noch durch Ausstellung und Souvenirshop. Kvarken wurde erst 2006 ins Weltnaturerbe aufgenommen, es handelt sich um das insel- und steinreichste Schärengebiet der Welt und bildet eine erdgeschichtliche Einheit mit dem gegenüberliegenden schwedischen Küstengebiet; die Höga Kusten (Hohe Küste) ist schon seit 2000 Weltnaturerbe. Über die Eiszeit und die durch ihr Verschwinden verursachte Landhebung werde ich an anderer Stelle noch mehr erfahren.
Nächster Stopp etwa zwanzig Fahrminuten vom Besucherzentrum entfernt ist der Hafen von Replot (sowohl der Ort als auch die Insel heißen Replot). Sehr idyllisch ist es hier mit den roten Bootshäusern und Hütten und den Segelbooten und kleinen Jachten, die hier ankern. Ich bin ganz alleine hier, im Sommer ist das aber durchaus ein beliebtes Touristenziel, dann haben auch diverse kleine Geschäfte in den ehemaligen Bootsgaragen geöffnet.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Px9xdD2r/250922_004_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Px9xdD2P/250922_005_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/3RVR3Gnk/250922_007_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/MTNTzBdc/250922_008_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/cH2Hd3Xg/250922_011_Forum.jpg)
Weiter geht die Fahrt über einen Damm zur Insel Björkö an deren Ende der Hafen Svedjehamn liegt, ab hier kommt man nur noch per Boot weiter. An dieser Stelle im Schärenmeer wird das Phänomen der Landhebung am deutlichsten, deshalb gibt es einen Naturlehrpfad, der an einem Aussichtsturm endet und mit vielen Informationstafeln versehen ist.
Wie auch der Hafen von Replot ist das im Sommer ein Touristenanziehungspunkt, das zeigt der große Parkplatz und die Tatsache, dass man hier tatsächlich Parkgebühren entrichten muss (das ist glaube ich das erste Mal, dass ich in Finnland außerhalb einer der größeren Städte etwas fürs Parken zahlen muss). Es gibt einen Parkautomaten mit der Auswahl Pkw oder Womo, 4 h oder 24 h. Die Auswahl Kartenzahlung oder Bargeld gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr, wie ich schon vorab gelesen hatte. Man kann nur bar bezahlen. Ich werfe 2 EUR für 4 Stunden ein und spaziere los. Auch hier bin ich scheinbar der einzige Tourist, es stehen nur ein paar ältere Autos am Rand des Parkplatzes, die sicher Einheimischen gehören, die in den Bootshäusern tätig sind.
Ich gehe den Rundweg so, dass ich den Aussichtsturm erst am Ende erreichen werde. Wie auch im Hafen von Replot gibt es hier idyllisch aussehende rote Bootshäuser und Boote unterschiedlicher Art an denen mich der Weg vorbeiführt. Im Sommer hat in einem der größeren Häuser ein Restaurant geöffnet. In der Ferne kann ich schon den Aussichtsturm sehen. Wirklich schön ist es hier.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FFkzDPHH/250922_014_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/y63xvf8N/250922_015_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FFkzDPH7/250922_017_Forum.jpg)
Nach Verlassen des Hafengebiets wird der bisher breite, geschotterte Naturlehrpfad zu einem stein- und wurzelreichen Erdpfad, der von der Küste wegführt.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/ryRsQhwt/250922_026_Forum.jpg)
Bald kommen die ersten Hütten des ehemaligen Hafens Bodvattnet / Bodback in Sicht. Ungefähr 130 Bootsschuppen standen hier bis zur ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Dann mussten sich die Inselbewohner einen neuen Platz zum Anlegen ihrer Boote suchen, denn die Landhebung führte dazu, dass das Wasser nicht mehr tief genug für Boote war. Das Wasser, das man heute hier noch sieht, wird künstlich auf diesem Level gehalten (warum das gemacht wird, konnte ich leider nicht herausfinden), ohne ein Eingreifen wäre vermutlich alles komplett trocken.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/MZfHdspH/250922_018_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/WpqzX91q/250922_019_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/xjN8ts1k/250922_021_Forum.jpg)
Wie kommt es zur Landhebung? Während der letzten Eiszeit lag hier ein 3 km dicker Eispanzer, der die ja weiche Erdkruste mit seinem Gewicht ungefähr 1 km nach unten drückte. Seitdem das Eis geschmolzen ist, hebt sich die Erdkruste, auf der nun nicht mehr dieses Gewicht lastet, langsam wieder an. Langsam bedeutet etwa 8 – 10 mm pro Jahr. Das wie ich finde wirklich Erstaunliche ist dabei, dass diese wenigen Millimeter ausreichen, die Küstenlandschaft tatsächlich fürs Auge sichtbar zu verändern. Und nicht nur sichtbar fürs Auge, sondern eben auch mit spürbaren Auswirkungen für die Menschen hier. Sie fanden mit dem heutigen Hafen von Svedjehamn einen Ersatz für Bodvattnet. Das flacher werdende Wasser führte auch zu zahlreichen Schiffsunglücken, weil die Seekarten nicht mehr stimmten und Felsen „plötzlich“ viel weiter aus dem Wasser ragten.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/05KjctyM/250922_023_Forum.jpg)
Nicht geklärt werden konnte bis jetzt, wie sich die Erderwärmung und die dadurch ansteigenden Meeresspiegel auf die sich bis heute fortsetzende Landhebung auswirkt. Zumindest verlangsamt wird die Landhebung dadurch, vielleicht aber auch „ausgeglichen“ bzw. sogar „überholt“ vom steigenden Wasser.
Ein ganzes Stück führt der Pfad nun durch den Wald, die Sonne hat sich leider ziemlich zurückgezogen und der Wind ist stärker geworden, ständig ist das Rauschen der Baumkronen zu hören. Am Scheitelpunkt des Naturlehrpfads kann man diesen verlängern und auf einem one-way Weg zu einem Rastplatz am Meer wandern. Das hatte ich eigentlich vor, aber das Wetter (und natürlich mein Knie) halten mich davon ab. Ich folge also weiter dem Rundweg und erreiche nach einiger Zeit wieder den Meeressaum
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/2846fVWP/250922_027_Forum.jpg)
und schließlich den Aussichtsturm Saltkaret.
Der Turm ist 20 m hoch, für so eine Strecke brauchte die Landhebung ca. 2000 Jahre. Das heißt vor 2000 Jahren lag das Land auf dem ich am Fuß des Turms stehe, 20 m tiefer, also unter Wasser. Und in weiteren 2000 Jahren wird man wohl an dieser Stelle von Finnland nach Schweden trockenen Fußes gehen können (dabei sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht berücksichtigt).
Sehr spannend und beeindruckend, letzteres gilt auch für die Aussicht von der mittleren und oberen Plattform des Turms. Wie schon geschrieben liebe ich Ausblicke und das ist einer, den ich eine ganze Zeit lang genieße. Nur schade, dass sich die Sonne gar nicht mehr zeigen möchte.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/PrmxkPZG/250922_029_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/9FGMjr96/250922_030_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fTxLhJXn/250922_031_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/4NzdTmtg/250922_032_Forum.jpg)
Schließlich steige ich wieder hinunter und gehe Richtung Auto, dabei drehe ich eine unfreiwillige Runde durch einen weiteren Teil des Hafens, sehr hübsch, gut, dass ich nicht auf den Weg geachtet habe und deshalb hier gelandet bin.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rFSmLKWT/250922_035_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/zXnB1VW8/250922_036_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/MKyT8vRz/250922_037_Forum.jpg)
Um viertel nach eins bin ich zurück am Auto. Während der kleinen Wanderung habe ich ein belegtes Brötchen gegessen, da ich aber noch bzw. wieder Hunger habe und mich an das Restaurant an der Replot Brücke erinnere, beschließe ich mal dorthin zu fahren und zu schauen, ob und was es dort zu essen gibt. Auf dem Weg stoppe ich noch beim kleinen Inselsupermarkt um Nachschub an Teebeuteln zu besorgen. Dabei stelle ich fest, dass hier schwedisch gesprochen wird, völlig verblüfft bedanke ich mich trotzdem mit „kiitos“, obwohl ich eigentlich weiß, dass Danke auf Schwedisch „tack“ heißt. Na ja, da habe ich mich halt als Touristin geoutet ;).
Erfreulicherweise bietet das „Berny’s“ an der Brücke ein Mittagsbuffet an (EUR 13,00) und es passt zeitlich gerade noch, ich komme gegen 14 Uhr an, das Buffet wird um 14.30 Uhr geschlossen. Man sitzt sehr schön im modernen Restaurant, die Glasfront bietet einen Blick aufs Wasser. Bei schönem Wetter könnte man auf der Terrasse draußen sitzen. Daran ist gerade aber nicht zu denken, während ich esse gibt es einen heftigen Regenschauer. Zum Glück bin ich nur den Rundweg gegangen und habe nicht verlängert, da wäre ich ordentlich nass geworden.
Nach dem Essen scheint wieder die Sonne und weil mein 4 Stunden Parkticket noch gültig ist, entscheide ich, einfach nochmal nach Svedjehamn zu fahren und mein Glück mit dem Aussichtsturm nochmal zu versuchen. Erst sieht es nicht gut aus, als ich auf dem Parkplatz ankomme, ist es wieder dicht bewölkt, dann reißt es aber doch wieder auf und ich laufe nochmal (natürlich auf direktem Weg, nicht die ganze Runde) zum Aussichtsturm.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/CLj1VzDh/250922_041_Forum.jpg)
Oben kann ich dann tatsächlich den Ausblick bei intensivem Licht genießen – so schön.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/rFSmLKW8/250922_042_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Yq19whgS/250922_043_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/yYFdzk9d/250922_044_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/15ptZf6X/250922_046_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/fTxLhJXJ/250922_047_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/ncvztC7s/250922_048_Forum.jpg)
Auf dem Rückweg zum Auto sehe ich dann auch noch einen Regenbogen in der Ferne, wenn auch nur schwach.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/4NzdTmt7/250922_049_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/WbM3PhrZ/250922_050_Forum.jpg)
Sehr zufrieden mit dem Tag trete ich gegen 16 Uhr die Rückfahrt an. Eine halbe Stunde später bin ich im Hotel, wo ich meinen Halsschmerzen mit vielen Tassen Tee zu Leibe rücke. Das Wetter bleibt regnerisch für den Rest des Tages, so dass ich auch nicht in die Versuchung komme, meine Knieschmerzen zu ignorieren und doch noch in die Innenstadt von Vaasa zu gehen.
Wetter: Wolken, Sonne, Regen im Wechsel, stürmisch, ca. 10° - 14°C.
Wanderung: Rother Finnland 33 (einen Teil davon) 4,76 km, 72,2 m Anstieg
Unterkunft: 2 Nächte GreenStar Hotel Vaasa in Vaasa, ohne Frühstück, EUR 169,20, gebucht über booking.com
-
Das mit der Milch ist uns auch schon passiert, ich weiß nur nicht mehr ob in Schweden oder in Norwegen. Der Schuss Milch in den Kaffee entpuppte sich als Buttermilch. ^-^
Schön, die kleinen Hütten am Wasser.
-
Also dann lieber Sahne im Müsli als Buttermilch im Kaffee ;) Bin bei fremden Sprachen immer immens vorsichtig beim Einkauf. Colin hat uns da auch schon mal Google Lens empfohlen, doch irgendwie ist mir das meist zu umständlich. 8)
Ohje, jetzt auch noch Halsschmerzen, das warst du ja echt gebeutelt diesen Urlaub :knuddel:
Dafür waren die heutigen Ziele wieder sehr schön. Die Schären mit den netten Bootshäuschen gefallen mir sehr. Interessant auch die Fakten zur Landhebung, dass da so wenige Mm pro Jahr doch schon Auswirkungen haben. Wäre wirklich spannend zu sehen, was da mal draus wird.
-
16. Tag, Dienstag, 23.09.
Einen letzten Unterkunftswechsel gibt es heute, morgen ist dann schon wieder Rückflugtag :'(.
Für die Fahrt von Vaasa nach Lahti hatte ich vorab eine ganze Reihe von unterschiedlichen Aktivitäten herausgesucht. Da das Wetter erst im Laufe des Tages besser werden soll und weil ich nicht so viel zu Fuß unterwegs sein kann, entscheide ich mich für eine eher späte Abfahrt in Vaasa und nur einen Spaziergang durch einen Nationalpark in der zweiten Tageshälfte.
Um 9.30 Uhr fahre ich los und mache erst wieder zur Mittagszeit einen Stopp in einer Raststätte bei Pori. Erwartungsgemäß gibt es auch wieder ein günstiges Mittagsbuffet (EUR 13,50).
Gegen 14 Uhr tanke ich dann nochmal ein bisschen, ich kann das Auto ja leer abgeben (habe bei Abholung diese Variante ausgewählt), mal sehen, wie gut mir das gelingen wird. Auf dem Gelände der Tankstelle beim Ort Humppila befindet sich ein weitläufiges Outlet (in einem ich vermute mal ehemaligen Einkaufszentrum, dessen „normale“ Geschäfte schon längst dauerhaft geschlossen sind) auch mit den bekannten finnischen Marken Marimekko, Ittala und Finlayson. Ich bummle durch die Geschäfte, um mir ein bisschen die Füße zu vertreten, finde aber diesmal nichts, aus den vergangenen Finnland Urlauben habe ich immer eine Kleinigkeit von Finlayson mitgebracht, Tischläufer, T-shirt, usw.
Nicht weit entfernt liegt der Torronsuo Nationalpark, auf den Parkplatz Kiljamo fahre ich gegen 14.45 Uhr. Sonnig ist es noch nicht, man kann aber erkennen, dass es entsprechend der Wettervorhersage bald soweit sein wird.
Der Nationalpark schützt das mit knapp 30 qkm größte zusammenhängende Moor Südfinnlands und macht es mit einigen Holzbohlenwegen für Spaziergänger und Wanderer zugänglich.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/wj6cTmjX/250923_014_Forum.jpg)
Auf dem Parkplatz stehen ein paar Autos und ein finnisches Womo, aus dem gerade extrem schwerfällig ein altes Ehepaar steigt, sie kann nur noch mit Rollator gehen.
Ich nehme als erstes den kurzen Weg zu einem Grillplatz mit Trockentoiletten, die ich gleich nutze und einem Aussichtsturm, den ich dann hinaufsteige.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/2SzF8ZSb/250923_002_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Hkp4sykV/250923_001_Forum.jpg)
Diese Aussicht fällt eher in die Kategorie „nicht unbedingt lohnenswert“, der Turm ist für meinen Geschmack von zu viel hohen Bäumen umgeben, so dass das Moor, um das es ja geht, zu weit entfernt erscheint, die Bäume nehmen zu sehr den Vordergrund ein.
Vorgenommen hatte ich mir hier den 8 km langen Rundweg "Suotaival", der auch im Rother Wanderführer genannt ist (Nr. 7), das ist nun wegen meines Knies nicht möglich, aber in den finnischen Nationalparks gibt es ja fast immer Wege aller Schwierigkeitslevel, auch ganz einfache. Hier ist das der 1,5 km lange Rundweg "Kiljamonkierros", dessen Holzbohlenweg ist nun folge.
Das Moor ist sehr feucht, teilweise schon fast ein See und es gibt immer wieder intensive Herbstfarben.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/2SzF8ZS1/250923_004_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/y8VXYZ8J/250923_005_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/2SzF8ZSW/250923_006_Forum.jpg)
Nach der Hälfte des Wegs kommt dann noch die Sonne heraus, was es natürlich gleich noch schöner macht.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/7ZxMY2Z2/250923_010_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Dw2dyXw1/250923_012_Forum.jpg)
Der Rundweg führt schließlich wieder in den Wald, dort, nicht weit vom Ausgangspunkt entfernt, sehe ich das alte Ehepaar wieder, beide stehen mit Gummistiefeln im Moor und suchen mit Eimern in der Hand nach vermutlich Pilzen oder Beeren, wobei ich, anders als bei vielen anderen Wanderungen des Urlaubs hier nichts davon entdecken konnte (es ist hier tatsächlich erlaubt, sich auch außerhalb der Duckboards zu bewegen und Beeren und Pilze zu sammeln).
Gegen 15.30 Uhr bin ich wieder am Auto und nehme die letzte Etappe für heute unter die Räder.
An meiner Unterkunft dem Enjoy Nature B&B in Hollola bei Lahti komme ich gegen 17.30 Uhr an. Es handelt sich um ein ehemaliges Alten- und Pflegeheim, das erst vor wenigen Jahren zu einem Hotel umgebaut wurde. Es gibt mal wieder keine Rezeption, im Laufe des Tages habe ich eine E-Mail erhalten mit Code für die Eingangstüre und einem Link für den Code für meine Zimmertür. Diesen Link konnte ich nur in der Originalnachricht bei booking.com öffnen, d.h. ich musste mich erst noch bei booking,com anmelden, alles ziemlich kompliziert, wenn man es am Handy im Auto machen muss.
Nachdem ich die Eingangstüre geöffnet habe, kommt dann aber doch jemand vom Personal und führt mich zu meinem Zimmer. Sowohl das Zimmer als auch die Gemeinschaftseinrichtungen sind richtig schön und sehr liebevoll gestaltet, in den Zimmern gibt es einen Kühlschrank, dazu gemeinschaftliche Aufenthaltsräume mit TV und Spielen für Kinder, eine voll ausgestattete Küche, einen Fitnessraum und eine Sauna. Im Freien findet sich eine große Terrasse und Spielplätze. Das Haus ist umgeben von Natur, ein See kann zu Fuß erreicht werden, man kann auch Fahrräder ausleihen. Um all dies nutzen zu können, müsste man länger bleiben als die eine Nacht, die ich hier verbringe. Aber ich freue mich natürlich trotzdem über das hübsche Zimmer, die Ruhe und mache mir im Lauf des Abends mehrere Tassen Tee in der Küche, mein Halsweh ist besser geworden, ich vermute aber, dass da in den nächsten Tagen ein Schnupfen folgen wird.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/qvjctvNz/250923_023_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/CxmCZxRd/250923_024_Forum.jpg)
Wetter: bewölkt, kurze Schauer, gegen Nachmittag sonniger, ca. 8° - 12°C.
Wanderung: Torronsuo Nationalpark, Kiljamonkierros und zum Aussichtsturm, 2,25 km, 30 m Anstieg
Unterkunft: 1 Nacht EnjoyNature B&B in Lahti, mit Frühstück, EUR 89,00, gebucht über booking.com
-
So der Weihnachtstrubel ist rum und ich hatte Zeit in Ruhe die letzen Tage nachzulesen. Es ist toll dass überall diese Bohlenwege vorhanden sind, vor allem über die Dünen am Strand, das war bestimmt für dich sehr hilfreich mit dem lädierten Knie. Wie ärgerlich dass dann auch noch Halsschmerzen dazu kommen >:(
Dafür hast du wirklich noch viel unternommen, vor allem das Schärenmeer mit den „dekorativ hingeworfenen“ Steinen begeistert mich, das ist doch mal ein ganz neuer Anblick!
Dass man ein Altersheim in ein Hotel umwandelt finde ich sehr ungewöhnlich, das würde ich eher anders rum erwarten. In so einer schönen Gegend würde ich gern meinen Lebensabend verbringen…
-
vor allem das Schärenmeer mit den „dekorativ hingeworfenen“ Steinen begeistert mich, das ist doch mal ein ganz neuer Anblick!
Dass man ein Altersheim in ein Hotel umwandelt finde ich sehr ungewöhnlich, das würde ich eher anders rum erwarten. In so einer schönen Gegend würde ich gern meinen Lebensabend verbringen…
Das Schärenmeer hat mir auch richtig gut gefallen.
Bei uns sind die Plätze in den Altersheimen knapp, da würde man sicher keins in ein Hotel umwandeln, hier im südlichen Finnland wundert mich das auch, denn es ziehen immer mehr Leute aus anderen Teilen Finnlands in den Süden rund um Helsinki. In den anderen Gegenden geht die Bevölkerungsanzahl zurück, da habe ich ja schon öfters in ehemaligen Schulen übernachtet, die heute sonst leerstehen würden.
-
17. Tag, Mittwoch, 24.09.
Schon am Morgen scheint die Sonne vom blauen Himmel und das soll auch heute und die nächsten Tage so bleiben, wie gemein, nun wo ich abreise.
Nach dem Duschen fange ich schonmal an, das Gepäck flugzeugfertig zu packen, gegen 8.20 Uhr gehe ich zum Frühstück, das hier im Übernachtungspreis enthalten ist. Im wunderschön eingerichteten Frühstücksraum sitzen schon zwei Franzosen (das sind vermutlich die einzigen anderen Gäste außer mir heute Nacht gewesen), mir wird mein Tisch gezeigt und dann wird „aufgetischt“: Hier besteht das Frühstück aus einer Kombination von Buffet und Bedienung. Mir wird eine Etagère gebracht mit Wurst, Käse, Gemüse, Obst und einem Joghurt. Dazu zwei Schalen mit Marmelade, ein Brotkorb mit sicherlich 10 Brotscheiben unterschiedlicher Sorten und eine große Schüssel frisch angerührter griechischer Joghurt und ein Schälchen Granola. Dazu Orangen- und Apfelsaft. Am Buffet gibt es Tee und Kaffee sowie diverse Kuchen und ähnliches. Alles ist mit viel Liebe zubereitet und hergerichtet und schmeckt sehr lecker, aber es ist mir eindeutig viel zu viel. Ich genieße an meinem sonnigen Tisch so viel ich kann, ab morgen gibt es wieder mein alltägliches, bescheidenes Frühstück.
Nach dem Essen packe ich vollends zusammen und gehe dann zu meinem Auto. Dort nehme ich die Fußmatte und die Kofferraummatte heraus, die beide voller Sand und Steine sind und kehre sie ab (ganz zu Anfang des Urlaubs habe ich einen kleinen Besen gekauft und während des Urlaubs öfter genutzt, um die Schuhe abzukehren), so sieht das ganze doch gleich wieder schön sauber aus. Auf eine Autowäsche, die ich bei meinen beiden letzten Finnlandurlauben immer vor der Autoabgabe gemacht habe, verzichte ich heute, es hat überall in Finnland so viel geregnet in den letzten Tagen, da kann kein Vermieter erwarten, dass das Auto ohne Dreckspritzer, die man von entgegenkommenden Lastwagen abkriegt, abgegeben wird.
Das Auto fahre ich dann direkt vor die Nebeneingangstür, die meinem Zimmer am nächsten ist (das Haus ist sehr verwinkelt mit langen Gängen und vielen Eingangstüren, die Dame, die mich gestern Abend zu meinem Zimmer geführt hat, hat mich auf diese nah an meinem Zimmer liegende Tür hingewiesen), hole mein Gepäck aus dem Zimmer und fahre gegen 9.45 Uhr los.
Weit ist es nicht bis zu meinem vormittäglichen Ziel (mein Flug geht erst um 17 Uhr), der Stadt Lahti. Ich parke am Hafen und zahle am Parkticketautomaten 2 EUR mit Kreditkarte, dafür kann ich bis viertel vor eins hier stehen bleiben.
Die Gegend rund um den Hafen ist wie in vielen anderen finnischen Städten auch recht neu und modern gestaltet mit Restaurants und Sitzmöglichkeiten, es erstrecken sich viele Wohngebiete am See entlang, die Innenstadt ist ein Stückchen entfernt. In der Ferne sieht man die Skisprungschanze, Lahti ist ja hauptsächlich für Wintersportwettkämpfe bekannt. Im Sommer kann man mit einem Aufzug auf die Schanze fahren und die Aussicht genießen (und in einem Freibad am Fuß der Schanze baden), leider gibt es diese Möglichkeit jetzt Ende September nicht mehr, das hätte ich sonst sehr gerne gemacht, insbesondere bei dem traumhaften Wetter heute, wobei, optisch ist es traumhaft, tatsächlich weht aber ein eiskalter Wind, das sind winterliche Temperaturen und nur mit Mütze und Schal halb über dem Gesicht auszuhalten. Ich spaziere trotzdem ein ganzes Stück am See entlang bevor ich umdrehe und mir die Sibeliushalle näher anschaue.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/7h30qHvN/250924_001_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/GtFGbL0Q/250924_002_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/sxY73jFK/250924_003_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/mkYCTLxd/250924_009_Forum.jpg)
Die wurde 2000 eröffnet, errichtet auf den Überresten einer alten Möbelfabrik und mit viel Glas und Holz (das für Lahti eine große Rolle spielt, hat es sich doch nur dank Papier- und Möbelfabriken vom unbedeutenden Dorf zur Großstadt mit heute 120.000 Einwohnern entwickelt) gebaut. Der Konzertsaal ist international hoch gelobt, ausgestattet mit einer ausgeklügelten Akkustik, von der Berliner Zeitung als „Stradivari unter Glas“ bezeichnet. Ich kann mir nur den schönen Eingangsbereich anschauen, in dem sich ein Restaurant befindet.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/j2HPRxVc/250924_004_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/gjV8Gz9S/250924_005_Forum.jpg)
Vom See spaziere ich in die Innenstadt, der Weg geht bergauf, vorbei an zunächst neueren, dann älteren Wohnblocks und Mehrfamilienhäusern und dem Kunstwerk „Kylän Portti“ (Village Gate) von Akseli Leinonen aus dem Jahr 2021.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/9XZGdp45/250924_011_Forum.jpg)
Schließlich erreiche ich ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, die Kreuzkirche. Sie wurde vom bekannten finnischen Architekten Alvar Aalto, von dem ich schon zahlreiche Gebäude auf meinen vergangenen Finnlandreisen bewundert habe, entworfen und 1978 eingeweiht. Typisch für Aalto sind die Backsteine aus denen die Kirche errichtet ist und noch mehr der ganz in weiß gehaltene, helle und schlichte Innenraum. Sehr ärgerlich, ausgerechnet jetzt, an einem Mittwochvormittag, findet ein Gottesdienst statt, so dass ich den Innenraum nicht ausführlicher anschauen und erst recht nicht fotografieren kann. Ich warte zwar eine Zeitlang, aber nichts deutet auf ein baldiges Ende des Gottesdienstes hin.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/yxmc71qp/250924_013_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/Y2Y1634B/250924_014_Forum.jpg)
Von der Kirche geht es bergab zum eigentlichen Stadtzentrum. Das ist zum einen der typisch finnisch große, leere und recht hässliche Marktplatz,
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/dQr82B7K/250924_016_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/wxLhXVtp/250924_017_Forum.jpg)
zum anderen eine Fußgängerzone bzw. verkehrsberuhigte Straße mit vielen Geschäften, Kaufhäusern, Restaurants und Cafés. Auch nicht schön auf den ersten Blick, aber sie ist belebt und macht einen sympathischen Eindruck.
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/FF3jyZfN/250924_018_Forum.jpg)
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/G3GkFQB3/250924_019_Forum.jpg)
Leider verpasse ich ein weiteres interessantes Gebäude, auf einem Hügel gegenüber der Kreuzkirche steht das Rathaus der Stadt, erbaut vom ebenfalls sehr bedeutsamen finnischen Architekten Eliel Saarinen. Sehr ärgerlich, andererseits habe ich aber sowieso schon Probleme mit meinem Knie noch bis zum Auto zurückzukommen, deshalb scheidet auch ein Abstecher nochmals zur Kreuzkirche, wo der Gottesdienst vielleicht inzwischen beendet wäre, aus.
Gegen 12 Uhr verlasse ich Lahti und fahre auf der Autobahn Richtung Flughafen Helsinki. Unterwegs habe ich trotz des üppigen Frühstücks wieder Hunger und esse ein letztes Mal an einer Raststätte vom Lunchbuffet (EUR 13,70).
Um 13.45 Uhr fahre ich ins Parkhaus am Flughafen ein und stelle mein Auto ab. Eine Mitarbeiterin von Sixt nimmt es in Empfang und schaut es sich an, während ich meine Sachen auslade. Ich gebe ihr noch den kleinen Besen (samt Kehrschaufel), über den sie sich tatsächlich freut und das war’s dann wieder mit dem Auto, das mich klaglos 4156 km durch Finnland gefahren hat.
Den Tank habe ich nicht ganz so leer gefahren, wie geplant bzw. gehofft, zu 3/8 ist er noch voll (laut Sixt Rechnung), das nächste Mal werde ich das „Tank leer abgeben Angebot“, wenn ich wieder ab diesem Flughafen mieten sollte, ablehnen, ich kenne mich inzwischen gut genug aus, dass ich die Tankstelle keinesfalls verpassen würde.
Nun habe ich noch einige Zeit bis zum Abflug zu überbrücken, ich drucke mir einen baggage tag aus, gebe meinen Koffer am Automaten ab und gehe durch die Sicherheitskontrolle. Das geht in Helsinki immer recht schnell, der Flughafen wurde erst in den letzten Jahren neu gestaltet, komplett fertig erlebe ich ihn jetzt zum ersten Mal. Die Scanner sind deshalb modern, man kann die Elektronik im Handgepäck lassen, das ist so angenehm.
Ich bummle durch den Flughafen, eine unglaubliche Menge an Geschäften und Restaurants gibt es hier und zwar richtig schöne Geschäfte wo man mit normalem Budget einkaufen kann, natürlich gibt es auch die üblichen Luxusboutiquen.
Schon traditionell gibt es beim Espresso House einen Cappuccino (nach zweieinhalb Wochen ausschließlich mit Filterkaffee aus Kaffeekannen auf Warmhalteplatten, endlich wieder ein leckeres, cremiges Kaffeegetränk) und einen sehr schokoladigen Mud Cake für mich (EUR 12,00).
(https://www.eumerika.de/i.postimg.cc/qBy8sLtM/250924_021_Forum.jpg)
Um 16.30 Uhr startet dann das Boarding, ich habe einen Mittelplatz in der letzten Reihe und wieder kein Glück mit einem freien Platz in meiner Reihe, es sind noch einige Plätze frei im Flugzeug, aber eben leider nicht in meiner Reihe. So ging es mir schon beim Rückflug von Helsinki letztes Jahr und ich konnte feststellen, dass so ein Mittelplatz gar nicht so schlimm ist, wie ich mir das immer gedacht hatte. Deshalb stört mich das auch heute nicht weiter, ich schlafe einige Zeit, esse ein belegtes Brötchen, das ich von gestern noch übrig habe zum Abendessen und döse vor mich hin.
Der Flug ist 15 Minuten früher gestartet als planmäßig und landet dementsprechend auch 15 Min früher in Frankfurt. Obwohl es erst zwanzig Minuten nach 18 Uhr ist (eine Stunde Zeitverschiebung zu Finnland), ist es fast dunkel draußen, die Wolken hängen tief und es schüttet. Hätte ich das gewusst, wäre ich mit der Bahn heimgefahren, Peter hatte mir heute im Lauf des Tages angeboten mich mit dem Auto abzuholen, was ich erfreut angenommen habe. Aber bei diesem Regen wird die Autofahrt nach Hause sicher sehr unangenehm, na ja, nicht mehr zu ändern.
Die frühere Ankunft bringt nur wenig, denn FRA ist nicht vorbereitet darauf und die Busse zum Abholen (wie fast immer, wenn man an Terminal 2 mit Finnair ankommt oder abfliegt, wird man nicht angedockt) brauchen zehn Minuten bis sie da sind. Immerhin ist man mit den Bussen dann nur noch wenige Schritte von der Gepäckausgabe entfernt, dort muss ich nicht lange warten, dann ist mein Koffer da. Peter wartet schon am Ausgang auf mich und bereits um 19.05 Uhr bezahlen wir das Parkticket in der Tiefgarage.
Wie erwartet ist die Fahrt nach Hause eine ziemliche Horrorfahrt, Wasser überall, Sicht praktisch Null, dazu Autos, die vor sich hinschleichen, aber nicht bereit sind ganz rechts zu fahren und Autos, die rasen, als ob die Straße trocken wäre. Eine ganze Stunde brauchen wir dann auch für die 68 km, dann sind wir zu Hause und mein Urlaub ist endgültig zu Ende.
In den nächsten Tagen folgt dann noch ein Fazit.
-
Gegen 14 Uhr tanke ich dann nochmal ein bisschen, ich kann das Auto ja leer abgeben (habe bei Abholung diese Variante ausgewählt),
Darf ich fragen warum Du diese Variante gewählt hast?
-
Gegen 14 Uhr tanke ich dann nochmal ein bisschen, ich kann das Auto ja leer abgeben (habe bei Abholung diese Variante ausgewählt),
Darf ich fragen warum Du diese Variante gewählt hast?
Weil das noch vor der Abgabe-Tanken-Müssen immer etwas Druck macht, dass man es nicht vergißt, dass man die Tankstelle findet, noch genug Zeit dafür hat. Und Sixt bietet immer (also vor zwei Jahren und dieses Jahr) einen Liter Preis deutlich unter dem an, was man an Tankstellen zahlt, weitere Gebühren kommen da nicht dazu (Hertz, bei denen ich letztes Jahr dort gemietet hab, bietet das gar nicht an, da habe ich dann vor der Abgabe voll getankt). Vor zwei Jahren ist es mir auch ganz gut gelungen, den Tank einigermassen leer abzugeben, dieses Jahr leider nicht.
-
Lahti als Stadt fand ich jetzt nicht so spannend, auch wenn die Gegend am Hafen ganz nett zu sein scheint. Ist vielleicht eher was für den Winter ;) Die letzte Wanderung hat mir dagegen sehr gefallen. Ich finde die Holzbohlenwege auch sehr praktisch
-
Fazit:
Auch wenn der Urlaub etwas beeinträchtigt war durch die diversen gesundheitlichen Probleme (daran bin ich inzwischen leider ja schon gewöhnt, wobei das Ganze in diesem Urlaub nochmal eine höhere Stufe erreicht hat) und durch das in der zweiten Hälfte der Reise häufig schlechte Wetter, hatte ich eine schöne Zeit. Lappland hat mir sehr gut gefallen und ist mit den Bergen und Rentieren eine Abwechslung zum restlichen Finnland. Die Fahrtstrecken waren teilweise recht lang, das ließ sich aber wegen meiner Entscheidung ab / bis Helsinki zu fahren, nicht ändern. Für diese Reise war ich auch recht froh über diese Planung, denn in den letzten Tagen hätten weder mein Knie noch das Wetter weitere Wanderungen zugelassen, so dass ich diese Zeit in Lappland nicht mehr hätte sinnvoll nutzen können, so aber hatte ich noch abwechslungsreiche Urlaubstage am Meer und mit Lahti sogar noch eine Stadt mit dabei.
Wie erwartet nach all dem was ich so gelesen hatte, waren in Lappland wesentlich mehr Touristen unterwegs als im restlichen Finnland. Es handelte sich dabei überwiegend um Finnen, in sehr viel kleinerer Zahl Reisende aus anderen europäischen Ländern. Asiaten und Amerikaner, die auch immer in Bezug auf den Lappland Tourismus genannt werden, waren fast nur im Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi anzutreffen, diese Gruppe ist wohl eher im Winter unterwegs. In Kilpisjärvi sind mir einige Autos mit norwegischen Kennzeichen aufgefallen, die man sonst trotz der Nähe zu Finnland dort eigentlich gar nicht sieht.
Die „kleine Bärenrunde“ im Oulanka Nationalpark war mir etwas zu voll, diese würde ich aus diesem Grund wohl nicht wiederholen, auch die erste Wanderung im Pyhä-Luosto NP (mit dem steilen Geröllaufstieg) und die zweite Wanderung im Pallas-Yllästunturi NP (am Nebeltag) habe ich mit recht vielen anderen Wanderern geteilt, hier war es aber noch erträglich. Alle anderen Wanderungen waren ruhig, im südlichen Teil Finnlands war ich wie auch in den beiden Jahren zuvor im Juni ganz oder fast ganz alleine unterwegs.
Einen weiteren Lappland Urlaub wird es auf jeden Fall geben, vielleicht / hoffentlich schon nächsten Herbst, ob ich nochmal in Helsinki starte, weiß ich noch nicht. Aber auch der südliche Teil Finnlands wird mich sicherlich noch öfters sehen.
Den obigen Text habe ich im Oktober geschrieben, im November habe ich dann voller Optimismus und Hoffnung, dass mein Knie nächsten Herbst das Wandern wieder erlaubt, einen Flug nach Oulu gebucht, auch die Route durch Lappland steht schon, eine Mischung aus bekannten Ecken (aber mit anderen Wanderungen) und neuen.
Inzwischen bin ich aber nicht mehr so optimistisch was mein Knie angeht und mache mir deshalb Gedanken über eine alternative Route, bei der ich die Natur und auch ein paar Städtchen auch ohne längere Wanderungen genießen kann. Deshalb plane ich gerade eine Runde zu den Lofoten, Vesteralen und Senja. Das bedeutet aber wieder viel Fahrerei am Anfang und Ende, eine weitere Alternative wäre eine Runde über Tornio/Haparanda - Jokkmokk - Östersund - Sundsvall - Höga Kusten (also das Gegenstück zum Kvarken Archipel) - Pitea.
-
Lahti als Stadt fand ich jetzt nicht so spannend, auch wenn die Gegend am Hafen ganz nett zu sein scheint. Ist vielleicht eher was für den Winter ;)
Ist nicht hässlicher und nicht hübscher als die Mehrheit der anderen finnischen Städte, die ich bisher gesehen habe. Ausnahmen sind nur Helsinki, Turku und vielleicht noch Pori, sicher auch Tampere, aber dort war ich noch nicht (Und Ausnahmen sind auch die wenigen Städte mit historischer Altstadt wie Rauma und Porvoo, aber das kann man eigentlich nicht vergleichen).
-
Das Du nicht gerne viele Leute um Dich herum auf Wanderungen & Co brauchst, kann ich gut nachvollziehen. Das ist für mich auch oft ein entscheidender Grund für Ziele oder gar die gesamte Reise.
Wo man sich wohlfühlt ist ja bei jedem anders. Du scheinst da im Norden so eine zweite Heimat gefunden zu haben.
Ich wünsche Dir, dass Dein Knie beim nächsten Trip noch mehr zulässt und Du die Reise so noch mehr genießen kannst.
Bei Skandinaviern gehe ich davon aus, dass sie gut Englisch können. Hast Du trotzdem inzwischen auch schon etwas Finnnisch gelernt?
-
Herzlichen Dank, liebe Christina, für diesen interessanten Reisebericht aus Lappland. Begeistert haben mich vor allem die herrlichen Herbstfarben, doch auch die Landschaft an sich schaut nett aus mit den Seen und den Bootshäuschen. Sympatisch finde ich außerdem, dass bei den Wanderungen immer eine Art Grill- oder Picknickplatz in der Nähe war. Zusammen mit den anderen Finnland Berichten bin ich geneigt, das Land in unsere geplante Nordtour mit aufzunehmen. Auf Wunsch eines einzelnen Herren ;) wird es wohl aber eher eine Früh/ Mittsommertour werden.
Zu schade, dass du nicht all deine Pläne verwirklichen konntest. Ich drücke die Daumen, dass es nächstes Jahr besser klappt.
:danke: Und schon mal einen guten Rutsch und die besten Wünsche fürs Neue Jahr!
-
Bei Skandinaviern gehe ich davon aus, dass sie gut Englisch können. Hast Du trotzdem inzwischen auch schon etwas Finnnisch gelernt?
Genau, Englisch ist kein Problem. Ich kann inzwischen viele einzelne finnische Wörter, aber tatsächlich gelernt mit Grammatik habe ich es nicht. Ich habe darüber nachgedacht, aber es ist extrem schwierig weil es keinerlei Anknüpfungspunkte bei mir bekannten Sprachen gibt. Und wenn ich wegen meines Knies vielleicht tatsächlich zukünftig nicht mehr werde wandern können, gibt es dann auch keinen Grund mehr für einen Finnland Urlaub, außer mal noch ein Städtetrip nach Helsinki in Kombination mit Tampere.
Vielen Dank fürs Mitreisen Horst.
Zusammen mit den anderen Finnland Berichten bin ich geneigt, das Land in unsere geplante Nordtour mit aufzunehmen. Auf Wunsch eines einzelnen Herren ;) wird es wohl aber eher eine Früh/ Mittsommertour werden.
Und schon mal einen guten Rutsch und die besten Wünsche fürs Neue Jahr!
Wenn schon Nordlandtour dann auch Finnland ;) Früh-/Mittsommer ist auf jeden Fall auch eine gute Zeit für Skandinavien.
Susan, vielen Dank fürs Dabeisein und Kommentieren. Auch dir alles Gute im Neuen Jahr!
-
Hallo Christine,
den Rest und das Fazit habe ich jetzt auch gelesen :thumb:.
:danke: nochmals für den Bericht.
Finnisch und Ungarisch sind verwandte Sprachen und beide sehr schwer zu lernen (vor allem im Alter). So lange die meisten Englisch sprechen, lohnt sich das nicht.
Inzwischen bin ich aber nicht mehr so optimistisch was mein Knie angeht
Würde sich da nicht eine Knieprothese anbieten? Da du so gerne wanderst, sollte man doch weitere Möglichkeiten in Erwägung ziehen.
Ich wünsche dir jedenfalls ein gutes und vor allem gesundes 2026!
-
Hallo Christine,
Finnisch und Ungarisch sind verwandte Sprachen und beide sehr schwer zu lernen (vor allem im Alter). So lange die meisten Englisch sprechen, lohnt sich das nicht.
Würde sich da nicht eine Knieprothese anbieten? Da du so gerne wanderst, sollte man doch weitere Möglichkeiten in Erwägung ziehen.
Ich wünsche dir jedenfalls ein gutes und vor allem gesundes 2026!
Ilona, lieben Dank fürs Mitreisen und ich wünsche dir auch alles Gute für 2026!
Sehe ich auch so, versuchen es zu lernen würde ich nur, wenn ich dort ein Ferienhaus kaufen würde (machen ja viele, würde ich nicht wollen, dann muss man immer an diesen Ort fahren) oder wenn ich (in Verbindung mit Homeoffice) mehrere Monate pro Jahr dort sein würde.
Knieprothese wird mir sicherlich nicht erspart bleiben, aber hoffentlich erst in vielen Jahren (die muss wohl nach 10-15 Jahren erneuert werden, d.h. da stünden mir noch einige weitere OPs im Laufe meines Lebens bevor), da gibt es schon noch einen ganze Reihe von anderen Möglichkeiten, die ich versuchen kann. Von OPs habe ich nach der im letzten Jahr erstmal genug, hätte ich die nicht machen lassen, ginge es mir jetzt vermutlich deutlich besser und eine Prothese ist ja nochmal ein wesentlicher intensiverer Eingriff mit noch mehr Risikofaktoren.
Im Januar habe ich ein Arztgespräch zur Vorbereitung einer Röntgenreizbestrahlung, dann geht es an die Algarve (da bin ich gespannt, was ich da alles machen kann, größere Wanderungen sind nicht geplant, kleinere schon) und dann kommt die erste Bestrahlung. Möglich ist z.B. auch noch eine gezielte Physiotherapie bzw. eher Osteopathie, die nach der OP bezog sich ja nur darauf, das Bein/Knie wieder beweglich zu machen, außerdem war da von Arthrose noch nicht die Rede.
-
Hallo Christina,
vielen Dank für deinen Bericht. Finnisch Lappland hat mir um einiges besser gefallen als der Süden Finnlands - aber da sind die Geschmäcker natürlich verschieden. Schade, dass du mit deinem Knie so gehandicapt warst. Ich drücke dir die Daumen, dass deine nächste Behandlung Erfolge zeigt.
Auch wenn ich deinen Text nicht immer komplett lese :verlegen:, bewundere ich doch deine Aufzeichnungen. Ich mache mir auch Notizen, aber wenn ich jetzt wieder für den Reisebericht in mein Notizbuch schaue, denke ich: das hättest du dir auch sparen können.
-
Liebe Christina,
ich wünsche dir alles Gute für das neue Jahr, vor allem Gesundheit! Ich hoffe die Behandlungen für das Knie schlagen an. Ich kenne jetzt schon einige Leute mit ähnlichen Problemen, eine Freundin hat eine Knieprothese bekommen (das hat gut geklappt) bei einer anderen steht die OP dieses Jahr an. Alle sind so wie ich Anfang 60. Aber ich würde eine OP auch nur als letzten Ausweg ansehen! Hast du mal gefragt ob du eine Reha bekommen kannst? Wenn man drei oder 4 Wochen in einer Rehaklinik ist kann man einfach viel mehr Behandlungen machen als ambulant. Eine Freundin war zur Reha in Bernried am Starnberger See und war hochzufrieden (ich habe sie besucht, die Klinik liegt schöner als die meisten Hotels).
Danke für den schönen Reisebericht! Mir hat Lappland auch besser gefallen als andere Landesteile da es doch relativ schnell etwas eintönig ist wenn die Landschaft immer flach ist. Ich kann mir vorstellen auch mal nach Finland zu reisen aber erst wenn der Krieg in der Ukraine beendet ist und ich eine Vorstellung davon habe mit was in Bezug auf Russland zu rechnen ist...Ich habe übrigens in den letzten Tagen einen Bericht über Finnland gelesen, darin hieß es dass Finnland mit 1,2 Kindern pro Frau die niedrigste Geburtenrate in Europa hat, hätte ich nicht gedacht! In dem Bericht hieß es auch dass schon viele Schulen geschlossen wurden und das für weitere ansteht.
Ich drücke dir die Daumen für den nächsten Finlandurlaub, hoffentlich kannst du deine geplnaten Wanderungen machen!
-
Silvia, Paula auch euch danke, dass ihr dabei gewesen seid und euch alles Gute im Neuen Jahr.
Lappland war wegen den Bergen, wenn man nur wandern will, tatsächlich landschaftlich abwechslungreicher als der Süden, aber im Süden finde ich es, wenn man nicht nur wandern will, sondern eine Mischung aus Besichtigungen und Wanderungen, Spaziergängen machen möchte, unterm Strich abwechslungsreicher, weil man da auch noch die Küste hat und Städte und sonstige kleinere Besichtigungsmöglichkeiten und auch schöne Strassenabschnitte mit Fährfahrten über Seen oder an der Schärenküste, auch die Aussichtstürme mit Blick über die Seenlandschaft sind oft ohne Wanderungen zu erreichen.
Paula, ich bin "erst" 52, das ist zu früh für eine Knieprothese, vor allem, da es bei mir ja nicht um einen Dauerschmerz geht, sondern "nur" darum, dass ich keine längeren Strecken mehr schmerzfrei gehen/wandern kann. Reha gibt es aus diesem Grund auch nicht. Ich muss jetzt die unterschiedlichen Möglichkeiten durchprobieren und hoffen, dass es sich bessert.