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Allgemeines => Reiseberichte => Thema gestartet von: Christina am 24. Januar 2022, 17:45:14

Titel: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 24. Januar 2022, 17:45:14
Vorwort

Noch nie habe ich bei einer Urlaubsplanung so viel hin- und hergebucht, und zwar bezüglich der Reiseziele, der An- und Abreise und bezüglich der Unterkünfte.

Nachdem coronabedingt weder ein Urlaub zu Jahresbeginn noch im Mai/Juni 2021 möglich war (das war natürlich meine persönliche Beurteilung der Lage), sollte es nach den deutschen Sommerferien Mitte September endlich wieder losgehen. Da Peter nur vage Aussagen zu einer möglichen Reise im Herbst machte, tätigte ich im Juni zunächst mal zwei «Sicherheitsbuchungen» für Solotrips, eine Woche die ostfriesische Insel Borkum im September mit Bahnanreise und als Alternative eine Woche den ostfriesischen Hafenort Greetsiel im Oktober mit Autoanreise.

Gründe für die Wahl der Reiseziele: möglichst keine Autoanreise oder nur max. 600 km Anfahrt (die lange Fahrt nach Rügen letztes Jahr war mir noch in zu lebhafter, negativer Erinnerung) / irgendwo in Deutschland wegen der Unwägbarkeiten der Pandemie / Meer musste sein.

Im Laufe des Sommers wurde immer klarer, dass Peter wenn überhaupt, max. eine Woche ab Mitte Oktober würde wegfahren können, daher konnte (und wollte) ich meine Reisezeit im September verlängern. Ich buchte fünf Tage Lübeck als Vorprogramm von Borkum, auch mit Bahnanreise. Soweit so gut.

Dann kamen die Bahnstreiks und ich suchte ein alternatives Reiseziel zu Lübeck, das unter meinen obigen Vorgaben auch mit dem Auto erreichbar sein würde – nach vielem Überlegen, Abwägen, usw. entschied ich mich für Helgoland. Auch so ein Ziel das schon ewig lange auf meiner Liste stand, aber nie so recht passte. Jetzt schon, per Schiff von Cuxhaven und Hamburg erreichbar, beides mit der Bahn und Cuxhaven auch mit dem Auto machbar.

Als Bahnstreik Nr. 3 kam, habe ich mich endgültig auf die Autoanreise eingestellt – und dann vier Tage vor meiner Abreise war man sich doch einig und in absehbarer Zeit sollte es keine Streiks mehr geben – nach ein paar Stunden Grübeln, habe ich mich dann doch für die Bahnanreise entschieden.

Meine Buchungen und Stornierungen im Einzelnen:

Bahntickets – alle Tickets habe ich stornierbar bis zum Tag vor Nutzung gebucht, diese Tickets kosten 10 EUR mehr als die nicht stornierbaren, diese 10 EUR werden bei einer Stornierung einbehalten, den Rest gibt es als Gutschein (hier mal ein Lob an die Bahn, das mit den Gutscheinen, sowohl die Ausstellung als auch die Einlösung hat wunderbar geklappt, man kann Gutscheine teilweise einlösen, dann gibt es über den Restbetrag wieder einen Gutschein, man kann für eine Fahrt auch mehrere Gutscheine einlösen und das alles digital, online und per Mail) – Ticket Worms – Borkum inkl. Fährfahrten und zurück storniert, Ticket Worms – Lübeck storniert, Ticket Lübeck- Borkum storniert. Stattdessen gebucht Ticket Worms – Borkum, Emden – Cuxhaven, Cuxhaven – Worms. 

Fährtickets – Ticket Emden – Borkum gebucht für Autoanreise, storniert (4 EUR als Gebühr einbehalten) als ich dann doch mit der Bahn fahren konnte, stattdessen gebucht Ticket Borkum – Emden (Ticket Emden – Borkum als Teil des Bahntickets von Worms gebucht), Ticket Cuxhaven – Helgoland - Cuxhaven

Unterkünfte:

Borkum – Wunsch war eine Ferienwohnung, zunächst habe ich keine gefunden, die meinen Vorstellungen entsprach und stornierbar bis min. 2 Wochen vor Anreise war, daher Hotel bei booking.com gebucht, drei Wochen vor Anreise habe ich durch Suchen nach Unterkünften auf Google Maps doch noch eine Ferienwohnung gefunden (die nicht bei booking.com gelistet war) und das Hotel bei booking.com storniert.

Hinte bei Emden – wegen der zeitweise geplanten Autoanreise habe ich noch ein Hotel bei Emden gebucht, um einen Tag vor der Fährüberfahrt nach Borkum anzureisen, Autoanreise am gleichen Tag wie Fährüberfahrt wäre mir wegen Staus zu riskant gewesen, nachdem ich dann doch mit der Bahn fuhr, wurde das Hotel natürlich storniert.

Cuxhaven – hier waren viele Hotels ausgebucht. Verfügbarkeit hat sich aber immer wieder geändert bei booking.com, deshalb mehrmals storniert und etwas, das eher meinen Wünschen entsprach, neu gebucht. Dann Entscheidung doch mit der Bahn zu fahren, jetzt brauchte ich kein Hotel mit Parkplatz mehr, sondern eines in Gehentfernung zum Hafen und Bahnhof. Durch mehrere Buchungen, Stornierungen und Neubuchungen habe ich mich schrittweise «verbessert», für die Nacht zwischen Borkum und Helgoland dann das perfekte Hotel bei booking.com gebucht und für die Nacht nach Helgoland beim Cuxhaven Tourismus Service ein ebenfalls perfektes Hotel gebucht.

Helgoland – zunächst eine recht teure Ferienwohnung bei booking.com gebucht, dann storniert und eine andere Fewo gebucht. Dann habe ich mich entschieden, eine Nacht länger als zunächst geplant zu bleiben, daher auch die zweite Fewo storniert und schließlich beim Helgoland Tourismus Service eine Fewo gebucht, die nicht bei booking.com gelistet war.
Greetsiel im Oktober – storniert, als die September Reise final entschieden war.

Weil das alles vielleicht ein bisschen verwirrend war, am Ende sind es sieben Nächte Borkum und vier Nächte Helgoland geworden, dazu jeweils eine Nacht in Cuxhaven vor und nach Helgoland, das ganze per Bahn und Schiff.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 24. Januar 2022, 20:04:37
Erste  :adieu:.

 :girly: Die Planung/Buchung war tatsächlich etwas verwirrend. Hauptsache, dass während der Reise alles nach Plan verlief. Ich bin schon sehr gespannt.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 25. Januar 2022, 17:58:05
Erste  :adieu:.

 :girly: Die Planung/Buchung war tatsächlich etwas verwirrend. Hauptsache, dass während der Reise alles nach Plan verlief. Ich bin schon sehr gespannt.

Hallo Ilona,
es hat tatsächlich alles geklappt während der Reise, wobei es mich nicht gewundert hätte, wenn ich bei all der Umbucherei eine Unterkunft zum falschen Datum gebucht hätte. :totlach:
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 25. Januar 2022, 18:10:10
1. Tag – Montag, 20.09. - Anreise Borkum

Zum Urlaubsstart geht es schon früh los. Um 6 Uhr fährt Peter mich zu einem ein paar Kilometer von zu Hause entfernten Bahnhof. Da hier die Bahn eine andere Routenführung hat als die Strasse, spart mir das einmal Umsteigen und ich kann 45 Minuten länger schlafen.

Der Regionalzug bringt mich nach Mainz, dort steige ich in den IC nach Köln um, dort Wechsel auf den IC nach Emden. Beide IC sind nur mäßig voll, die Schulklassen, die ich schon in Mainz wenig begeistert entdecke und die teils dann auch wie ich in Köln Richtung Emden umsteigen, sind und bleiben zum Glück in einem für sie reservierten Abteil bzw. Wagon, weit weg von meinem Sitzplatz. Je weiter wir in den Norden fahren, umso leerer wird der Zug.

Zum Thema Corona: in den Bahnhöfen und Zügen gilt natürlich Maskenpflicht und ich habe mir schon Gedanken gemacht, wie ich wohl die knapp acht Stunden (bis zum Umstieg auf die Fähre) mit Maske aushalten würde. Zum Glück muss inzwischen keine FFP2 Maske, sondern nur noch die OP Maske getragen werden und zu meiner Erleichterung geht das ziemlich problemlos. Beim Essen und Trinken kann man sie ja absetzen, so dass es immer wieder mal die Möglichkeit zum Durchatmen gibt. Ich habe übrigens (fast) niemand gesehen, der keine Maske getragen hätte oder nur unterhalb der Nase oder der das Essen und Trinken extra lange ausgedehnt hätte.

Alle Züge sind heute pünktlich, aber es wäre nicht die Bahn, wenn es nicht doch noch ein bisschen Drama gäbe. Mein Ziel heute, die ostfriesische Insel Borkum, wird per Fähre von Emden Außenhafen erreicht. In Emden Außenhafen gibt es auch einen Bahnhof, das ist die Station nach Emden Hauptbahnhof. Schon länger ist bekannt (ich habe das auf der Homepage der Fährgesellschaft gelesen), dass im September diesen Jahres am Außenhafen größere Bauarbeiten stattfinden, dazu gehört auch die Erneuerung der Bahngleise. Daher kann der Bahnhof Emden Außenhafen die letzten beiden Septemberwochen nicht mit dem Zug erreicht werden, sondern nur mit Schienenersatzverkehr.

Von dieser Tatsache erfährt unser Zugpersonal erst im Laufe der Fahrt nach Emden, in Köln war (zu meinem Erstaunen) als Ziel Emden Außenhafen am/im Zug angeschrieben und erst während der zweiten Hälfte der Fahrt wird das in Emden Hauptbahnhof geändert.

Es kommt dann die Durchsage, dass sie sich bemühen Busse als Ersatz am Hauptbahnhof bereitzustellen, dass es aber nicht sicher sei, ob es klappt – ich kann es kaum fassen. Kurz vor der Ankunft in Emden wird verkündet, dass jetzt alles organisiert sei und alle, die zur Fähre nach Borkum möchten, am Hauptbahnhof aussteigen und in die dort bereitstehenden Busse umsteigen sollen. Das klingt gut, vor Ort herrscht dann aber Chaos. Sicherlich an die 150 Leute (darunter mindestens zwei Schulklassen, steigen am Hauptbahnhof aus und wollen schnellstmöglich zum Bahnhofsvorplatz. Natürlich alle mit Gepäck. Am einzigen Aufzug bildet sich sofort eine endlose Schlange, auch über die Treppe geht es nur im Schneckentempo.

Auf dem Bahnhofsvorplatz steht dann ein (!) Reisebus, der Fahrer lädt das Gepäck in die entsprechenden Fächer unterhalb der Sitze und recht schnell ist dort kein Platz mehr und der Bus fährt ab. Ich bin nicht mehr mitgekommen und warte nun mit vielen anderen weiter. Nach einiger Zeit kommt dann ein Linienbus und dieser wird ohne Rücksicht auf Corona oder die Verkehrssicherheit bis zur Oberkante voll gemacht. (Auch hier passen nicht alle, die zur Fähre wollen, rein, es kommt dann wohl noch ein dritter Bus bzw. nochmal der Reisebus, das kriege ich aber nicht mehr mit.)

Nach ungefähr zehnminütiger Fahrt erreichen wir dann den Hafen, wo die Fähre (zum Glück) wartet, schnell geht es an Bord, die Fahrkarten kontrolliert niemand. Mit zwanzigminütiger Verspätung legt die Fähre dann ab.

Ich gehe aufs Außendeck, hole mir am Automaten einen Kaffee und kann mich nun richtig entspannen. Ab jetzt kann bei der Anreise nichts mehr schiefgehen. Während der Überfahrt gibt es einige Schiffe zu sehen und bald die Industrieanlagen auf der niederländischen Seite der Ems (Kraftwerk Vattenfall Eemshaven).

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Wir nähern uns Borkum, aber anders als bei der Anfahrt auf Norderney (eine andere ostfriesische Insel, dort war ich 2018), ist der Ortskern leider nur aus weiter Entfernung zu sehen. Nach ca. 2 stündiger Schifffahrt laufen wir gegen 16.30 Uhr im Hafen von Borkum ein.

Borkum hat einige Besonderheiten: sie ist die westlichste der Ostfriesischen Inseln (daher der Blick auf die Niederlande bei der Anfahrt), sie ist die größte der Ostfriesischen Inseln (daher kein Blick auf das Ortszentrum bei Anfahrt, der Hafen liegt dafür zu weit vom Ortskern entfernt) und sie ist die am weitesten vom Festland entfernte der Ostfriesischen Inseln (daher die lange Anfahrt) und die einzige, die auch mit der Fähre vom niederländischen Festland erreicht werden kann.

Wie ich es schon von der Fähre nach Norderney kenne, wird es nochmal alles andere als coronakonform, als alle ihre Koffer aus den Gepäckfächern holen wollen (laut Durchsage sollen die vielen Schüler eigentlich warten, bis alle anderen ihr Gepäck geholt haben, aber das wird völlig ignoriert, die Lehrer schauen sich das Chaos einfach nur an).

Vom Schiff sind es nur ein paar Meter bis zur Inselbahn, mit der man die 8 km zum Ortszentrum fährt (Fotos von der historischen Bahn gibt es später).

Vom Bahnhof im Ortskern sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zu meiner Ferienwohnung. Zuvor muss ich allerdings noch den Schlüssel aus einer Box beim Büro des Vermieters bzw. Vermittlers holen. Obwohl das nur einen kleinen Umweg bedeutet und ich mir einen Screenhot von Google Maps ausgedruckt habe, irre ich ein bisschen umher :verlegen:, finde das Haus dann aber doch.

Die Ferienwohnung entspricht den Fotos und der Beschreibung, für eine Person völlig ausreichend, für 2 Personen wäre sie mir zu klein, leider etwas lieblos eingerichtet, die Wände sind völlig kahl, insgesamt werde ich hier aber auf jeden Fall eine angenehme Woche verbringen können.

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Ich packe ein bisschen aus, gehe dann zum Edeka, ca. 2 Minuten zu Fuß entfernt und kaufe fürs Frühstück ein und für heute Abend noch ein schnelles Nudelgericht.

Gegen 18.30 Uhr spaziere ich dann zum Strand, vorbei am Neuen Leuchtturm.

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Auf der Wiese, die den Leuchtturm, der mitten im Ort liegt, umgibt, hüpfen eine Unmenge an braunen und schwarzen Kaninchen umher – da kann man eine ganze Weile zuschauen.

Und dann – der erste Blick auf den Strand und das Wasser – gerade im wunderschönen abendlichen Licht. Endlich wieder am Meer!

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Als ich mir bei der Reisevorbereitung die Uhrzeiten der Gezeiten während meines Aufenthalts auf Borkum angeschaut habe, habe ich wenig erfreut festgestellt, dass ausgerechnet in dieser Woche während des Sonnenuntergangs Ebbe herrscht und während meines gesamten Aufenthalts ein extremes Niedrigwasser. Das macht schöne Sonnenuntergangsfotos schwer mangels Spiegelung von Licht und Sonne im Wasser bzw. im nassen Sand. Leider bestätigt sich meine Befürchtung. Aber egal, ich werde das Beste daraus machen.

Vor dem Hauptstrand befindet sich eine Sandbank, die sich immer weiter vergrößert (keine Ahnung, was passiert, wenn sie den Strand komplett umschließt, dann wird das Meer auch bei Flut von der Strandpromenade aus nur zu erahnen sein). Die Sandbank ist ein fast ganzjähriger Ruheplatz für Robben, die aber trotz der vermeintlichen Nähe mit bloßem Auge nur kleine Punkte sind, mit meinem Tele mit 300 mm (auf Kleinbild umgerechnet) und deutlichem Beschnitt aber immerhin recht gut erkennbar.

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Kurz bevor die Sonne untergeht, ziehen Wolken auf, aber davor glüht der Himmel kräftig, na, das ist doch schon mal ein Anfang.

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Gegen 19.30 Uhr mache ich mich auf den Rückweg zur Ferienwohnung. Dort packe ich den Rest noch aus, dann wie üblich, Reisenotizen, Telefonat mit Peter, etwas TV und Buch bevor ich sehr früh, sehr müde ins Bett falle.


Wetter: während der Bahnfahrt überwiegend bewölkt, auf Borkum sonnig mit ein paar Wolken, ca. 20 °C
Unterkunft: 7 Nächte Haus Flandern, Wohnung 1, EUR 614,50 inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung, Kurtaxe (gefunden bei Google Maps, gebucht über Vermittler „Borkum Urlaub“)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Silv am 26. Januar 2022, 20:13:46
Ich bin auch dabei.

Putzig in der Fewo find ich das Schlafzimmer. Da ist wohl gerade noch so Platz am Fußende - oder bist du reingesprungen?  ;D
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 27. Januar 2022, 15:05:11
Auch wenn die Ferienwohnung etwas lieblos eingerichtet ist, du warst doch bestimmt mehr außerhalb unterwegs. Hauptsache, alles war sauber.

Die bunten Strandkörbe sind eine Augenweide und selbst die Robben fühlten sich auf ihrer Sandbank wohl.

So klein wie eine Malediveninseln wird Borkum wohl nicht sein und die Umrundung dauert hoffentlich länger als 20 Minuten.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 27. Januar 2022, 18:04:20
Ich bin auch dabei.

Putzig in der Fewo find ich das Schlafzimmer. Da ist wohl gerade noch so Platz am Fußende - oder bist du reingesprungen?  ;D

Schön, dass du auch dabei bist, Silvia. Ja, das Schlafzimmer war witzig und winzig, aber der Platz wurde optimal ausgenutzt. Nee, man konnte gerade noch so am Türrahmen (eine Tür gab es aber keine, dafür hätte der Platz dann doch nicht gereicht) vorbei gehen, um ins Bett zu kommen ;D


So klein wie eine Malediveninseln wird Borkum wohl nicht sein und die Umrundung dauert hoffentlich länger als 20 Minuten.

Borkum ist 10 km lang und 7 km breit, da gab es einiges zu erwandern. Eine Umrundung wäre zu Fuß an einem Tag zu weit.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 27. Januar 2022, 18:24:03
Heute gibt es nochmal viel Text, die nächsten Tage aber dann weniger.

2. Tag – Dienstag, 21.09. - Inselzentrum

Heute muss ich ins Vermieterbüro zum Einchecken. Na ja, Schlüssel habe ich ja schon, auch ist bereits alles bezahlt, daher geht es eigentlich nur um die Aushändigung der Kurkarte, die bestätigt, dass ich die Kurtaxe bezahlt habe und wohl bei der ein oder anderen Einrichtung vorgelegt werden muss. Dies erledige ich gleich zu Beginn der Öffnungszeit um 9.00 Uhr. Zu Corona – weder für die Fährfahrt gestern, noch für die Ferienwohnung ist Test oder Impfung nötig.

Ach ja, das Büro ist wirklich sehr nah bei der Ferienwohnung, da habe ich gestern doch ziemliche Umwege zurückgelegt ;D.

Auf der Homepage der Insel Borkum habe ich die «Türme Tour» entdeckt, die zu den interessantesten Punkten im Ort und drumherum führt. Genau das Richtige für einen bewöklten Tag wie heute. Zunächst geht es durch den Ort und die angrenzenden Wohngebiete in Richtung Südstrand. Richtig hübsche Ecken gibt es hier, sehr gut gefallen mir auch die vielen Blumenbeete an den Häusern (die letzten beiden Bilder der nachfolgenden Reihe wurden an anderen, sonnigeren Tagen gemacht).

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Am Südstrand sehe ich die für Borkum typischen Strandzelte (von einer Zeltplane umgebene Sitzbank mit einem dazugehörigen Holzliegestuhl, den man sich daneben in den Sand stellen kann, die aufwändigeren und bequemeren Strandkörbe sind hier aber inzwischen in der Mehrheit)

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und den klassisch rot-weiß gestreiften Elektrischen Leuchtturm, der auch Kleiner Leuchtturm genannt wird. Er ist 28 m hoch und wurde 1890 eingeweiht als erster elektrisch betriebener Leuchtturm Deutschlands. Nach einer Nachrüstung mit einem Sendemasten wurde 1900 mit ihm durch die «Reichspost und Telegrafenverwaltung» der erste Funkdienst der Welt eingerichtet. Das Leuchtfeuer wurde 2003 abgeschaltet, aber der Leuchtturm wird immer noch für die Radarüberwachung der Emsmündung genutzt.

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Teils an der Strandpromenade entlang, teils durch den Kurpark (eher ein kleines Wäldchen) gehe ich in Richtung nördliches Ende der Strandpromenade. Am zentralen Teil war ich gestern schon zum Sonnenuntergang, hier stehen neben einigen Bausünden auch noch die schneeweißen Hotels vom Beginn des letzten Jahrhunderts.

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Bald hört die Bebauung auf und die nun schmalere Strandpromenade führt durch die Dünen. Das Kleine und das Große Kaap kommen in Sichtweite, diese dienten in früheren Zeiten den Fischern zur Orientierung, jede der Ostfriesischen Inseln hatte ein eigenes Symbol. Und ich komme am Pfeiler vorbei, der den nordwestlichsten Punkt Deutschlands kennzeichnet (auf einer Landfläche, auf dem Meer reicht Deutschland noch weiter, auch die vor diesem Punkt liegende Sandfläche ist nicht berücksichtigt, da sich diese immer wieder ändert, zur Zeit dehnt sie sich aus, früher reichte das Wasser bei Flut bis direkt unterhalb der Strandpromenade).

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Unterbrochen durch einen Abstecher in Richtung Wasser

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spaziere ich bis zum Ende der Strandpromenade (ab hier geht es entweder am Strand entlang nach Osten oder parallel dazu weiter im Inselinneren durch die Dünen), hier befindet sich das «Strandcafé Seeblick», gerade rechtzeitig fürs Mittagessen – es hat aber leider dienstags Ruhetag :(. Daher gehe ich wieder ein Stück auf der Promenade in Richtung Zentrum bis zum «Café Sturmeck», dieses hat geöffnet und drinnen findet sich auch noch ein Plätzchen für mich (die meisten sitzen draußen, was mir eindeutig zu kalt wäre), Adresszettel oder wahlweise QR Code zur Kontaktnachverfolgung stehen am Eingang bereit, Test oder Impfung sind nicht nötig.
Für mich gibt es Cranberry-Sanddorn Tee, eine Krabbensuppe und anschließend ein Gemüsepfännchen (EUR 20,00).

Nach der Mittagspause geht es weg vom Meer, durch die Dünen in Richtung Zentrum. Erster Stopp ist die Aussichtsdüne Norddüne. Von hier hat man einen schönen Blick auf die «Skyline» des Orts mit den verschiedenen Türmen.

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Ich komme am Wasserturm vorbei, der leider von einer Baustelle umgeben ist, ein Kran steht auch noch daneben, so dass ich auf ein Foto verzichte. Der 29 m hohe Turm war von 1900 bis 1976 zur Wasserversorgung im Einsatz, dann reichte er wegen der gestiegenen Zahl an Touristen nicht mehr aus. In den 80iger Jahren wurde er unter Denkmalschutz gestellt und wird seit 2010 von einem Verein betreut. Er wird (normalerweise, wenn gerade keine Baustelle ist) nachts bunt angeleuchtet und soll in einigen Jahren als Informationszentrum zum Thema Wasser ausgebaut sein.

Weiter geht es durch Wohngebiete und vorbei an Pferdeweiden

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bis zum Heimatmuseum, das ich heute nur von außen anschaue.

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Nicht weit vom Heimatmuseum ist der Alte Leuchtturm. Er kann nicht bestiegen werden, der Eingangsbereich ist aber geöffnet, man kann sich eine Ausstellung zur Geschichte des Turms anschauen, da stelle ich mich dann gleich während des jetzt einsetzenden Regens unter. Mit dem Bau des Leuchtturms wurde 1576 begonnen, als Standort wurde die erhöhte Lage der Kirchenwarf ausgesucht. Den dort vorhandenen Kirchturm riss man ab (da als Leuchtturm zu niedrig) und errichtet an seiner Stelle den 41 m hohen Turm. Die Glocken aus dem abgerissenen Kirchturm wurden im Leuchtturm aufgehängt, der nun Leucht- und Kirchturm gleichzeitig war.

1879 brannte der Turm dann völlig aus, es wurde der heutige Neue Leuchtturm als Ersatz errichtet, der ausgebrannte Turm aber wieder instandgesetzt und unterschiedlich genutzt, als Wetterwarte oder als Seenotfunkstelle. Heute kümmert sich der Heimatverein darum, dass der Turm nicht verfällt.

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Ganz in der Nähe des Alten Leuchtturms kann man einen der wenigen noch erhaltenen Zäune aus Walknochen anschauen. Auf Borkum gab es damals keine Bäume, also auch kein Holz für Zäune zum Schutz vor Wind und Sand, so dass die Walfänger (dazu schreibe ich dann noch etwas beim Besuch des Heimatmuseums an einem der nächsten Tage) die ansonsten nicht zu gebrauchenden Knochen der getöteten Wale mitbrachten und aufstellten. Leider verwittern diese durch Sonne und Regen und so wurde zu ihrem Schutz ein Dach darüber gebaut.

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Da es wieder aufgehört hat zu regnen, erweitere ich die am Alten Leuchtturm eigentlich endende «Türme Tour» um die Besichtigung der drei Inselkirchen.

Zunächst schaue ich die Reformierte Kirche an, die 1897 errichtet wurde, der Vorgängerbau neben dem Alten Leuchtturm war zu klein geworden.

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Weiter geht’s zur katholische Kirche Maria Meeresstern, diese wurde im eigentlich evangelischen Norddeutschland 1880 für die Inselurlauber errichtet (und auch von ihnen finanziert), nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele katholische Flüchtlinge auf die Insel, die Kirche wurde daher 1954 vergrößert.

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Die dritte Kirche, die evangelisch-lutherische Christuskirche von 1899 befindet sich neben dem Neuen Leuchtturm.

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Der Neue Leuchtturm, wie schon geschrieben, 1879 erbaut, ist 63 m hoch, heißt amtlich Großer Leuchtturm, ist der westlichste Leuchtturm Deutschlands und ist bis heute aktiv. Was mich als Fan von Aussichtspunkten und Türmen freut, er kann bestiegen werden. Eigentlich würde ich mir den Aufstieg für besseres Wetter aufsparen, die Öffnungszeiten sind mit 11 bis 15 bzw. teilweise 16 Uhr aber so kurz, da bin ich bei schönem Wetter eher nicht im Ortszentrum. Daher geht es nun, nachdem ich meine Adresse hinterlegt und EUR 3 bezahlt habe (und natürlich die Maske aufgesetzt), die 315 Stufen nach oben. Die Aussichtsplattform ist leider von einem Gitter umgeben, in jeder Himmelsrichtung ist aber immerhin ein größeres Loch im Gitter, durch das man fotografieren kann. Der Blick ist herrlich, durch die Lage des Leuchtturms mitten im Ort kann dieser in allen Einzelheiten von oben angeschaut werden, auch meine Unterkunft entdecke ich.

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Nun ist es 15 Uhr, Zeit für einen Kaffee. Dazu spaziere ich auf der Strandpromenade nach Süden, das von mir ausgesuchte Café «Strand 5» hat geschlossen, etwas weiter südlich, auch direkt am Strand ist aber das Restaurant «Heimliche Liebe» geöffnet. Der Ausblick vom Restaurant ist super, die Einrichtung bedürfte aber dringend einer Modernisierung und auch die Schokotorte, die ich zum Milchkaffee bestelle, ist eher uninspiriert langweilig (EUR 8,00).

Auf dem Rückweg ins Zentrum gibt es noch eine Windhose über dem Meer zu bestaunen, leider habe ich das Teleobjektiv gerade nicht auf der Kamera, damit wäre sie noch deutlicher zu sehen.

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Nach einer Pause in der Ferienwohnung gehe ich gegen 19 Uhr nochmal zum Strand, Abendstimmung genießen und Sonnenuntergang gucken. Leider hat es auch heute viele Wolken, für ein bisschen Pastellfarben reicht es aber immerhin.

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Strecke zu Fuß: 18,69 km
Wetter: bewölkt, kurze sonnige Abschnitte, zwei Regenschauer am Nachmittag, sehr windig, ca. 15°C
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Heike Heimo am 27. Januar 2022, 19:01:56
Was für ein Glück. Einen Tornado (Windhose) über Wasser live zu sehen. Viele viele viele Wetterfreaks sehen so etwas über Land oder Wasser nie in ihrem Leben.

Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 28. Januar 2022, 16:00:45
Das war eine schöne erste Wanderung :beifall:. An der Nordsee war ich immer sehr müde  :weissnicht:, das Reizklima schlauchte mich sehr.

Gut, dass die Windhose über der See war und nicht die bunten Strandkörbe weggefegt hat.

Ich kehre nun noch schnell ins Borkumer Teestübchen ein :zwinker:, denn ich mag Ostfriesentee.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 28. Januar 2022, 17:58:44
Was für ein Glück. Einen Tornado (Windhose) über Wasser live zu sehen. Viele viele viele Wetterfreaks sehen so etwas über Land oder Wasser nie in ihrem Leben.

Ah ok, war mir gar nicht so bewusst, dass das so selten ist, da hätte es sich doch noch gelohnt, schnell das Teleobjektiv auf die Kamera zu schrauben.

Das war eine schöne erste Wanderung :beifall:. An der Nordsee war ich immer sehr müde  :weissnicht:, das Reizklima schlauchte mich sehr.

Gut, dass die Windhose über der See war und nicht die bunten Strandkörbe weggefegt hat.

Ich kehre nun noch schnell ins Borkumer Teestübchen ein :zwinker:, denn ich mag Ostfriesentee.

Das Reizklima macht mir zum Glück nichts aus.

Ja, die Windhose war zum Glück nur über Wasser, Wind gibt es aber bald dennoch genug.

Leider bin ich nicht dazu gekommen, ins Teestübchen zu gehen, an den Tagen an denen ich nachmittags im Ort war, war dort immer voll, es hat nur sehr wenige Plätze.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Horst am 28. Januar 2022, 21:25:24
Tolle Lichtstimmungen. :D
Mache ja dieses Jahr wegen meinem Enkelkind den ersten Deutschland-Meeres-Urlaub meines Lebens an der Ostsee und lasse mich gerne ein wenig einstimmen auf das Flair des deutschen Nordens.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 29. Januar 2022, 16:47:00
Hallo Christina,

Danke für den Bericht über Borkum, ich denke schon seit Jahren über eine Reise nach Borkum nach weil mir einige Bekannte davon vorgeschwärmt haben, habe aber gar keine Bilder davon.
In letzter Zeit hatte ich gar keinen Kopf für Urlaub und komischerweise auch keine Lust Reiseberichte zu lesen, Corona hat scheinbar Spuren hinterlassen, aber nachdem wir jetzt die Planung für Portugal angefangen haben und ich gerade mit zwei Freundinnen eine Woche Lanzarote im Oktober fix gemacht habe kommt doch wieder Urlaubsstimmung auf. Ich hoffe dass wir dann im Oktober ganz ohne Masken fahren können…
Stundenlang mit fFP2 Maske im Zug stelle ich mir auch sehr ungemütlich vor. Wir hatten letzten Oktober auch das Glück dass man im Flugzeug und auf Lanzarote einfache medizinische Masken tragen durfte. Meine waren so dünn dass man sie kaum gemerkt hat (wahrscheinlich auch ohne großen Nutzen, war mir aber egal). Trotzdem würde ich gern mal wieder „normal“ in Urlaub fahren…
Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 30. Januar 2022, 14:44:52
Hallo Horst, hallo Paula, schön, dass ihr auch dabei seid.

Horst, der Ostseeurlaub wird sicher toll, wobei die Ostsee sich schon deutlich von der Nordsee unterscheidet, auch die umgebende Landschaft, mir gefällt beides gut.

Paula, da hast du ja auch einiges in Planung zur Zeit, so eine Planungs- und Reisemüdigkeit gab es bei mir am Beginn von Corona. Kannst dir ja mal meine Fotos von Borkum anschauen, am Ende des Berichts bzw. des Borkum Aufenthalts kann ich noch etwas zu Borkum im Vergleich zu anderen Ostfriesischen Inseln, die ich kenne, schreiben.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 30. Januar 2022, 14:58:56
3. Tag – Mittwoch, 22.09. – Wanderung nach Hoge Hoorn

Für heute ist Sonnenschein vorhergesagt, das möchte ich für die Wanderung zum östlichsten Punkt der Insel nutzen.

Ich kaufe mir zwei belegte Brötchen als Proviant und nehme den ersten Bus um 9.21 Uhr in Richtung Osten. Dieser fährt bis zum letzten bewohnten Punkt der Insel, dem Ostland (EUR 2,40). Hier gibt es zwei Bauernhöfe, die beide auch Gaststätten mit schönen Biergärten haben und einer der beiden bietet auch Gästezimmer an, vorwiegend von Pferdeliebhabern genutzt, die ihre Tiere dort ebenfalls in Pension geben können.

Östlich der beiden Bauernhöfe gibt es nur noch Natur. Zunächst geht es auf einem gepflasterten Weg durch die Dünen.

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Diesen Weg dürfen auch Radfahrer nutzen und zwar bis zur Aussichtsdüne Steernklippdüne. Von oben hat man einen schönen Blick über Dünen mit verschiedenem Bewuchs bis zum Meer und in die andere Richtung bis zum Hafen.

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Nun geht es nur noch zu Fuß weiter. Ein sehr schöner unbefestigter Weg durch Salzwiesen, der auch mal über Wasserläufe führt, den breitesten kann man zum Glück mit Hilfe einer Brücke trockenen Fußes überqueren.

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Nach und nach wird aus den Salzwiesen Sand bis ich nach ca. einer Stunde Gehzeit das Meer am östlichen Ende der Insel erreiche. Herrlich der Blick von der Ferne in Richtung Wasser und dann am Wasser diese Weite – das liebe ich so an der Nordsee.

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Ungefähr 1,5 h wandere ich am Wasser entlang in Richtung Westen, dann weg vom Wasser zurück in die Dünen. Ich möchte nochmal zum Ostland zum Kaffeetrinken.

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Es gibt viele Wege durch die Dünen, leider nur sehr spärlich ausgeschildert, da aber die Richtung klar ist, komme ich- nach der Mittagspause mit belegten Brötchen im Dünensand – und vielen Zweifeln, ob ich wohl auf dem richtigen Weg bin, gegen viertel vor zwei Uhr bei den Restaurants im Ostland an. Die beiden Biergärten sind gut belegt, ich setze mich aber gerne nach drinnen, bin ich doch schon viele Stunden in der Sonne ohne jeglichen Schatten unterwegs. Es gibt Milchreis mit roter Grütze und eine Sanddornschorle (EUR 10,50).

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Nach der Pause wandere ich am nächsten Strandzugang wieder durch die Dünen bis ans Wasser und dann am Spülsaum entlang bis zum Beginn der Strandpromenade.

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Ab hier dann auf der Promenade weiter mit einem Abstecher zur Aussichtsdüne Norddüne, wo ich gestern schon war und mir das Ganze heute nochmal bei Sonnenschein anschauen kann, in Richtung Ortszentrum ist allerdings extremes Gegenlicht, da ist kein brauchbares Foto möglich.

Schließlich erreiche ich den Ortskern und bin gegen viertel vor fünf ziemlich erschöpft wieder in der Ferienwohnung.

Um kurz vor sieben gehe ich nochmal zum Strand (mit einem Stopp bei den Kaninchen auf der Leuchtturmwiese) in der Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang. Und tatsächlich, dieser wunderschöne Tag endet mit einem ebensolchen Sonnenuntergang.

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Strecke: 23,6 km
Wetter: sonnig, ca. 20°C
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 30. Januar 2022, 19:01:46
Kannst dir ja mal meine Fotos von Borkum anschauen, am Ende des Berichts bzw. des Borkum Aufenthalts kann ich noch etwas zu Borkum im Vergleich zu anderen Ostfriesischen Inseln, die ich kenne, schreiben.

Das wäre super Christina!
Die Wanderung gefällt mir sehr gut, 23 km ist aber sehr viel, Respekt! Die Karnickel sind ja putzig, ich habe immergern Tiere unterwegs. Wenn ich im Winter in Bayern wandere fehlen mir immer die Kühe  :)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 31. Januar 2022, 17:43:56
Zitat
... bin ich doch schon viele Stunden in der Sonne ohne jeglichen Schatten unterwegs. 

 :respekt:, da hast du zu Beginn schon seeeehr viele Kilometer gemacht  :beifall:.

Zitat
Es gibt Milchreis mit roter Grütze und eine Sanddornschorle (EUR 10,50).

Das hattest du dir redlich verdient.

Mir wäre da eher nach etwas Herzhaftem zumute. Die Sanddornschorle hätte ich aber gerne mal probiert.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Horst am 31. Januar 2022, 18:18:16
Wow - coole Bilder vom Sonnenuntergang!
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 31. Januar 2022, 18:35:12

Die Wanderung gefällt mir sehr gut, 23 km ist aber sehr viel, Respekt! Die Karnickel sind ja putzig, ich habe immergern Tiere unterwegs. Wenn ich im Winter in Bayern wandere fehlen mir immer die Kühe  :)

Zitat
... bin ich doch schon viele Stunden in der Sonne ohne jeglichen Schatten unterwegs. 

 :respekt:, da hast du zu Beginn schon seeeehr viele Kilometer gemacht  :beifall:.

Das waren zwar viele Kilometer, aber praktisch ohne jegliche Höhenmeter, da ist das nicht so anstrengend.



Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 31. Januar 2022, 22:19:44
Ich bin ab jetzt natürlich auch mit dabei  :winkewinke:

Eine unserer Nachbarinnen damals in der Jugend war jeden Sommer auf Borkum, aber wir haben es nie auf diese Insel geschafft. Und unser Besuch auf Helgoland ist mindestens ein halbes Jahrhundert her  8) Da bin ich mal gespannt auf Eindrücke.

Nach dem Hin und Her der Planung und der nervigen Anreise sieht das Apartment schon mal gemütlich aus. Die ersten Eindrücke gefallen mir auch schon mal. Trotz Ebbe/Niedrigwasser sehr schöne Abendstimmungen!

Respekt für die lange Wanderung! Auch wenn es flach einher geht, wäre das doch für mich eine beachtliche Strecke.

Der "Zaun" aus Walknochen wär bei mir glatt als Holz durch gegangen  8)


Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 01. Februar 2022, 18:09:33
Hallo Susan, freut mich, dass du nun auch dabei bist. Zum Walknochenzaun - hätte ich das nicht vorher im Reiseführer gelesen, wäre ich auch von Holz ausgegangen, auch bei näherem Hinsehen sah es wie Holz aus.

4. Tag – Donnerstag, 23.09. - Sturmtag

Für heute ist Sturm mit Orkanböen vorhergesagt, da lass ich es morgens etwas langsamer angehen, nach dem Frühstück erledige ich ein paar Einkäufe bei Edeka und Rossmann.

Dann möchte ich einen Blick aufs Meer werfen und anschließend ins Aquarium. Der Wind ist innerorts noch ziemlich erträglich, die letzten Meter bis zur Strandpromenade durch die Häuserschlucht (siehe die Bilder vom Leuchtturm von oben) sind dann aber kaum zu bewältigen, ich gehe zum Teil rückwärts, damit ich überhaupt vorankomme. Auf der Strandpromenade ist es dann wieder angenehmer, nun ist allerdings der Sand das Problem. Der wird durch den Sturm durch die Luft geweht und dringt in alle Ritzen ein, bleibt auf der Haut kleben und im Mund knirscht es nur noch – so etwas habe ich noch nie erlebt.

Meine Kamera und das Objektiv sind zwar abgedichtet, aber da ist mir die Gefahr, dass trotzdem Sand eindringt, zu groß. Daher mache ich nur schnell ein paar Fotos vom schäumenden Meer und dann geht’s für die Kamera bis heute Abend in den Rucksack.

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Wie befürchtet, haben sich im Aquarium (EUR 4,50 und Angabe der Kontaktdaten) alle Kleinkinder der Insel versammelt (na ja sind nur vier oder fünf ;D, aber das Aquarium ist klein), der Besuch hat sich aber trotzdem gelohnt, in den Becken schwimmen Meereslebewesen, die in der Nordsee heimisch sind und das sind mehr, davon viele erstaunlich farbenfroh, als ich in diesem kalten Wasser erwartet hätte.

Nach dem Aquarium Besuch kämpfe ich mich durch den Sturm und Sand zurück in den Ort, klar, alle Touristen, die nicht im Aquarium sind, sind in der Innenstadt. Auf Shoppen habe ich keine Lust, es ist aber bereits 12 Uhr, so dass ich mir ein Restaurant zum Mittagessen suche. Die Wahl fällt auf den „Pferdestall“, dort gilt im Innenraum die 2 G Regel, zum allerersten Mal kommt meine   CovPass App zum Einsatz.

Es gibt Rooibos Tee und einen warmen Linsen-Karottensalat (EUR 17,00). Danach gehe ich zurück in die Wohnung, mache den Abwasch und schreibe schon mal alle Postkarten, dann ist das erledigt.

Gegen 15 Uhr bringe ich die Postkarten zur Post und gehe am Schalter der Fährgesellschaft vorbei. Auf der Homepage der Fährgesellschaft hatte ich entdeckt, dass in den letzten Tagen mehrfach die Vormittagsfähre bzw. Katamaran, den ich für meinen Abreisetag gebucht habe, ausgefallen ist, daher möchte ich nachfragen, ob absehbar ist, ob das dann wieder passiert. Leider kann man dazu keine Auskunft geben, ich würde aber per Mail benachrichtigt und könne dann mit meiner Fahrkarte die Fähre vor oder nach der eigentlich gebuchten nehmen. Na, dann drücke ich mir mal die Daumen, dass es gut geht.

Für den restlichen Nachmittag bietet sich der Besuch des Heimatmuseums (EUR 5,00 und Angabe der Kontaktdaten) an. Dieses wird von einem Borkumer Verein betreut, man kann in einem ehemaligen Wohnhaus viele Gegenstände aus der Geschichte der Insel anschauen. Neben alten Trachten, Möbeln und Alltagsgegenständen ist eine Ausstellung zur Vermessung des Meeresbodens mit den im Lauf der Jahrzehnte immer besser werdenden Instrumenten interessant, das riesige Skelett eines Pottwals (1998 vor der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt gestrandet) ist zu sehen, ebenso Skelette kleinerer Wale.

Die Geschichte des Walfangs auf der Insel wird ausführlich dargestellt, ganz entsprechend der großen Bedeutung, die dieser für Borkum hatte. Im 18. Jh. kamen viele Einwohner zu einem relativen Wohlstand, den sie durch das Anheuern auf Walfangschiffen (bzw. wohl auch Ausfahrten mit eigenen Schiffen) erlangten, bezahlt allerdings mit der monatelangen Trennung von der Familie (die Wale wurden vor Grönland oder Spitzbergen gejagt, die Schiffe liefen im April aus und kehrten erst in den Herbstmonaten zurück) und vielen tödlichen Unfällen. Die Walfängerzeit endete für Borkum Ende des 18. Jh., während des Englisch-Niederländischen Seekriegs gerieten alle Borkumer Walfänger 1782 in Gefangenschaft und wurden ohne ihre Schiffe entlassen, darüber hinaus gingen ausgerechnet im selben Jahr auch noch 3 Borkumer Schiffe unter. Auch wenn nun eine Zeit der Armut begann, wollte niemand mehr zum Walfang aufbrechen, zumal sich nun auch schon die Anzahl der Wale aufgrund der Jagd auf sie stark reduzierte und die Walfangfahrten dadurch immer weniger profitabel wurden.

Und, eher unbekannt, die Wiege der Raumfahrt befindet sich auf Borkum, es ist ein Nachbau einer der beiden Raketen ausgestellt, die Wernher von Braun 1934 hier auf der Insel in den Himmel schoss.

Nach dem Museumsbesuch hätte ich gerne Kaffee und Kuchen, das gestaltet sich etwas schwierig, da aufgrund des Wetters so ziemlich alle Touristen genau den gleichen Wunsch haben. Fündig werde ich dann schließlich an der Strandpromenade in «Ria’s Beachhouse», sehr modern mit direktem Blick auf Strand und Meer, auf dem nun einige Kitesurfer unterwegs sind und einem Cappuccino und einer Mohntorte für mich.

Viertel nach fünf bin ich zurück in der Wohnung.

Natürlich gehe ich auch heute gegen 19 Uhr zum Sonnenuntergang nochmal an den Strand. Es gibt es eine recht nette Lichtstimmung zu bewundern, die Kitesurfer sind immer noch unterwegs und drehen ihr Runden. Einen Regenschauer warte ich in einer Wandnische der Promenadenbebauung ab, dann ist es schon dämmrig genug, dass die Beleuchtung des Musikpavillons angeschaltet wird.

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Strecke: heute nicht gemessen
Wetter: starker Sturm, kurze Regenschauer, ca. 17 °C
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 02. Februar 2022, 15:50:32
Zitat
Daher mache ich nur schnell ein paar Fotos vom schäumenden Meer

Da hat wohl jemand zu viel Spüli in die Nordsee gekippt  :zwinker:.

Bei dem Sturm macht das Wandern wirklich keinen Spaß und bevor man vom Winde verweht wird, hätte ich auch zähneknirschend kehrt gemacht.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 02. Februar 2022, 17:51:19
Zitat
Daher mache ich nur schnell ein paar Fotos vom schäumenden Meer

Da hat wohl jemand zu viel Spüli in die Nordsee gekippt  :zwinker:.

Genau ;D Da weiß ich inzwischen, dass der Schaum, so unnatürlich er auch aussieht, tatsächlich durch das Wasser, das durch den Wind aufgewühlt wird, selbst entsteht.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Silv am 02. Februar 2022, 20:24:37
Oh, da gibt es noch jemanden, der Postkarten schreibt  :)

23 km ist schon 'ne ordentliche Strecke, auch wenn es flach ist. Ich glaube, eine Zwei hatte ich bei einer Wanderung noch nicht an erster Stelle stehen... ::)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 03. Februar 2022, 18:10:17
5. Tag – Freitag, 24.09. – Wanderung zum Hafen

Morgens regnet es, gegen halb zehn hört es dann aber glücklicherweise auf und ich kann meinen heutigen Plan, Wanderung zum Hafen, umsetzen.

Zunächst geht es auf der Strandpromenade nach Süden, überall sind Arbeiter damit beschäftigt, den gestern angewehten Sand mit Schaufeln und Schubkarren abzutransportieren, kleinere Seitenwege sind mehr als Kniehoch mit Sand angefüllt, aber auch auf der Hauptpromenade liegt an vielen Stellen eine mehrere Zentimeter dicke Sandschicht, was vor allem für Radfahrer recht unangenehm ist. Am Südstrand komme ich am rot-weißen Quermarkenfeuer vorbei und auch der Kleine = Elektrische Leuchtturm ist zu sehen.

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Dann wechsle ich in das parallel zum Strand verlaufende kleine Wäldchen („Gruene Steu“, also Grüne Stelle, vor ca. 100 Jahren künstlich im Rahmen eines Schulprojekts angelegt, inzwischen zum größten Wald der Insel gewachsen).

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Hier hätte man noch Zugang zu einer weiteren Aussichtsdüne, da finde ich den Weg leider nicht. Nach einiger Zeit treffe ich dann auf die Straße (und die parallel verlaufenden Schienen der Kleinbahn und den Fuß- und Fahrradweg) in Richtung Hafen. Der Weg zieht sich etwas, da er sehr eintönig ist und ich außer ein paar vereinzelten Autos, Fahrradfahrern und einmal die Kleinbahn völlig alleine unterwegs bin.

Ich komme an der Jugendherberge vorbei, die sich über ein riesiges ehemaliges Kasernengelände erstreckt und eine der größten Jugendherbergen Europas ist.

Das Hafengelände, das ich kurz darauf erreiche, ist ziemlich enttäuschend (wenn man wie ich, etwas Vergleichbares mit dem Hafen auf Norderney erwartet): eher ein sehr großes Industrie- bzw. Gewerbeareal, die touristisch interessanten Punkte kaum ausgeschildert, alles ziemlich heruntergekommen (laut Reiseführer ist in den nächsten Jahren eine deutliche Aufwertung zu erwarten). Sehr hübsch ist der Yachthafen und auch rund um das Nationalparkschiff Borkumriff ist alles nett angelegt (das ehemalige Leuchtturmschiff wird als Nationalparkinformationszentrum genutzt und kann besichtigt werden, dazu habe ich aber irgendwie keine Lust).

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Inzwischen ist es schon wieder Mittag und ich brauche eine Toilette und etwas zum aufwärmen und etwas zu essen wäre auch nett. Immerhin gibt es beim Yachthafen ein geöffnetes Restaurant, das „Yachthafen Café“ (das Restaurant neben dem Nationalparkschiff ist geschlossen), der Gastraum ist toll dekoriert mit Fischernetzen, einem alten Tauchanzug, Bojen usw., Tische und Stühle müssten aber dringend mal erneuert werden.

Bei Jägerschnitzel mit Pommes und Salat und einem Sanddorntee (EUR 20,00) wird mir wieder warm und auch der immer blauer werdende Himmel hebt meine Laune.

Nach dem Essen spaziere ich zur Anlegestelle der Fähren und Start- bzw. Endpunkt der Kleinbahn, dabei habe ich einen schönen Blick auf das „Borkumriff“.

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Für den Rückweg nehme ich den Gehweg direkt neben der Straße und habe nun bei Sonnenschein schöne Blicke aufs Watt mit vielen Vögeln und auch die Kleinbahn fährt zweimal an mir vorbei.

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Wieder an der „Gruenen Steu“ angelangt, wähle ich einen unbefestigten Weg in Richtung Meer und erreiche wie erhofft (ausgeschildert ist es mal wieder nicht), den neu angelegten Bohlenweg, der durch die Salzwiesen führt (davon habe ich auf der Homepage der Insel gelesen). Sehr nett gemacht, mit einigen Bänken direkt am Wasser, auf einer davon genieße ich eine ganze Zeit lang die Sonne und den Blick auf den herbstlich gefärbten Bewuchs und die Priele.

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Der Bohlenweg endet am Schutzdeich, von hier hat man einen schönen Blick übers Wasser bis zum Kleinen Leuchtturm und im Hintergrund die Bebauung am Hauptstrand.

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Ich gehe am Strand entlang in Richtung Hauptstrand, beim heute geöffneten Café „Strand 5“ lege ich eine Pause ein. Mit direktem Meerblick gibt es Milchkaffee und eine extrem leckere Schokotorte (EUR 10,00).

Gegen 17 Uhr bin ich wieder in der Wohnung.

Auch heute spaziere ich zur Sonnenuntergangszeit nochmal an den Strand, leider gibt es aber genau gar nichts zu sehen, der Himmel ist einheitlich grau, kein Sonnenstrahl dringt durch. Daher gibt es auch keinerlei Fotos.

Strecke
: 22,76 km
Wetter: morgens Regen, vormittags bewölkt aber trocken, ab 13 Uhr sonnig, abends bewölkt, starker Wind, ca. 19° C
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 03. Februar 2022, 21:13:43
Ist ja krass dass ein Sturm soviel Sand anschwemmt. Irgendwie hätte ich das genaue Gegenteil erwartet, meist liest man doch dass Strände weggespült  werden.
Das Aquarium und das Heimatmuseum hätte ich bestimmt auch besucht, auch bei gutem Wetter.
Auf der einen Nordseeinsel wo wir mal waren sind wir den ganzen Tag mit dem Rad gefahren (entgegen unseren üblichen Gewohnheiten, wir sind eigentlich Wanderer), wie ist es auf Borkum: gehen die Leute eher zu Fuß oder sind sie per Rad unterwegs?
Der Bohlenweg gefällt mir gut, in Mecklenburg-Vorpommern letztes Jahr waren wir auf ähnlichen Wanderwegen auch mit dem Rad unterwegs-wie fast alle anderen Touristen auch. Ist es auf Borkum möglich die Wanderwege mit dem Rad zu befahren?
Und noch eine wichtige Frage: wie ist die Qualität der Kuchen auf Borkum? Meiner Erfahrung nach ist der Kuchen in Nordostdeutschland besser als bei uns im Süden, wie sieht es damit im Nordwesten aus?
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 04. Februar 2022, 15:14:38
Zitat
Mit direktem Meerblick gibt es Milchkaffee und eine extrem leckere Schokotorte (EUR 10,00).

Also im Vergleich zum Jägerschnitzel war der Kaffee mit Torte teuer. Lag das am Meerblick oder hast du 2 Stück davon gegessen :cool2: ?

Die Kleinbahn gefällt mir  :thumb: .
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 04. Februar 2022, 18:49:37
Zitat
Mit direktem Meerblick gibt es Milchkaffee und eine extrem leckere Schokotorte (EUR 10,00).

Also im Vergleich zum Jägerschnitzel war der Kaffee mit Torte teuer. Lag das am Meerblick oder hast du 2 Stück davon gegessen :cool2: ?

Nee ;D, aber ein Stück Torte ca. 4,50 EUR, ein Milchkaffee/Capuccino ca. 3,50 EUR und dann runde ich zu 10 EUR auf (meine Preisangaben sind immer inkl. Trinkgeld).

Paula, das war wirklich extrem mit dem vielen Sand, so wie wenn es geschneit hätte und man räumt den Schnee weg. Als ich auf Norderney war, hatte ich auch so einen Sturmtag, da gab es das Sandproblem aber gar nicht, vielleicht weil es da viel geregnet hat und der Sand dann nass war, so konnte er nicht so herumwehen. Auf Borkum wird jedenfalls der Strand vor der Strandpromenade immer breiter, ob und wann sich das ändert und ob z.B. am Ostende Strand weggespült wird, weiss ich nicht.

Es hat wesentlich mehr Fahrradfahrer als Wanderer, Fußgänger und Radfahrer teilen sich immer den Weg, auch auf diesem Holzbohlenweg (der allerdings recht kurz ist und nur an dieser Stelle, vielleicht kommt da zukünftig noch mehr, denn er ist ganz neu). Ausnahme: der naturbelassene Ostteil, dort dürfen die unbefestigten Wege nur Wanderer nutzen.

Den Kuchen fand ich überwiegend sehr gut, wobei die Auswahl nicht so groß war wie auf Rügen. Zu Hause esse ich eher weniger Kuchen in Cafés, daher habe ich keinen richtigen Vergleich.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 06. Februar 2022, 19:41:31
6. Tag – Samstag, 25.09. – Wanderung Seedeich-Ostland-Bantjedünen-Salzwiesen

Um viertel nach neun starte ich zur heutigen Wanderung. Am Alten Leuchtturm, einem Walknochenzaun ohne Schutzdach und dem Heimatmuseum vorbei, verlasse ich das Ortszentrum und spaziere durch Wiesen und Weiden in Richtung Südosten.

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Dort, wo die Schienen der Kleinbahn auf die Ausläufer der «Gruenen Steu» treffen – hier war ich schon gestern bei meiner Wanderung von und zum Hafen – beginnt in nördlicher Richtung der Seedeich. Dieser schützt die Insel in Richtung Wattenmeer und Festland und, wenn man auf seiner Krone entlang spaziert, ermöglicht schöne Blicke über eben diese und in der anderen Richtung über den Tüskendörsee, der durch den Erdaushub für den Bau des Deichs entstanden ist.

Links und rechts des Wegs sind im Watt und im See viele Vögel zu sehen, aber wie bei den Robben reichen meine umgerechnet 300mm an der Kamera nicht für Nahaufnahmen der Tiere. Rund um den Tüskendörsee und dessen Zu- und Abläufe grasen auch viele Rinder, die gerne mal ein kühlendes Bad nehmen. Wobei mich ein Spaziergänger darauf hinweist, dass die Kühe auch öfter mal im Schlamm stecken bleiben, also nicht (mehr) ganz freiwillig im Wasser stehen.

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Hinter dem See liegt der kleine Inselflugplatz, so dass es auch einige Vögel aus Blech zu sehen gibt.

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Am Abzweig zu den Restaurants/Bauernhöfen des Ostlands verlasse ich den Seedeich. Der Weg führt wieder an Kuhweiden, diesmal auf sandigem Boden, vorbei. Ganz in der Nähe der Restaurants ist eine weitere Aussichtsdüne, von der man trotz der leider recht schlechten Sichtverhältnisse die «Skyline» des Orts und in der anderen Richtung, das Meer sehen kann.

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Mittagessen gibt es im Biergarten des «Café Ostland», ich esse ein gegrilltes Schollenfilet mit Bratkartoffeln und Salat, zu trinken gibt’s eine Sanddornschorle (EUR 20,00).

Nach dem Mittagessen gehe ich im Inselinneren auf sehr hübschen Wegen durch die sich auch dort befindlichen Dünen (Bantjedünen) wieder zum Beginn des Seedeichs.

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Da mir der Holzbohlenweg durch die Salzwiesen gestern so gut gefallen hat, gehe ich den jetzt nochmal, setze mich wieder auf eine der Bänke und genieße den Blick auf die herbstlich gefärbten Pflanzen.

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Weiter geht’s zum Südstrand und von dort durch den Ort in Richtung Ferienwohnung. Kurz davor mache ich einen Abstecher für den obligatorischen Nachmittagskaffee. Im Café «Lüttje Toornkieker» beim Alten Leuchtturm gibt es einen Latte Macchiato und einen sehr guten Mohn-Streusel-Kuchen (EUR 8,00) und eine Unterhaltung mit einer älteren Dame, die wohl mit einer Gruppe unterwegs und davon etwas genervt ist, ihre kurze Auszeit bei mir am Tisch wird aber bald beendet, als ihre Mitreisenden sie an ihren gemeinsamen Tisch «nötigen».

Zurück in der Ferienwohnung sehe ich, dass ich eine Mail von der Fährgesellschaft bekommen habe, das Daumendrücken hat nichts geholfen, wie befürchtet fällt am Montag meine gebuchte Katamaranüberfahrt aus. Ich wurde auf die kurz danach ablegende Fähre umgebucht. Das passt allerdings überhaupt nicht, da ich passend zur Anlegezeit des Katamarans ein Bahnticket von Emden nach Cuxhaven gebucht habe, diesen Zug könnte ich mit der Fähre nicht mehr erreichen, da sie für die Überfahrt zwei Stunden braucht, der Katamaran nur eine. Da muss ich morgen zum Schalter der Fährgesellschaft hier auf Borkum und mich auf die erste Fähre am Morgen umbuchen lassen, d.h. frühes Aufstehen und dann langer Aufenthalt in Emden, aber besser als Zug verpassen.

Auf dem Weg zum Strand am Abend schaue ich mal wieder bei den Kaninchen am Leuchtturm vorbei.

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Der Sonnenuntergang fällt dann heute schon wieder wegen Bewölkung völlig aus, ich nehme mir aber die Zeit und bleibe am Strand bis es dämmerig ist, so dass ich mir nicht nur den beleuchteten Musikpavillon, sondern auch die bunte Beleuchtung der Restaurants anschauen und auf dem Rückweg gleich noch Fotos vom (leider nicht beleuchteten) Leuchtturm machen kann.

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Strecke: 21,08 km
Wetter: überwiegend bewölkt, ca. 20°C

Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 06. Februar 2022, 19:55:12
Oops, jetzt habe ich doch wieder kurz den Anschluss verloren....

Der Gischtschaum sieht ja oft etwas künstlich aus, auch wenn es natürlich ist. Mein Bruder hat es, als er klein war, immer mit Eischnee verglichen,  aber zum Glück nie probiert  ;)

Wusste gar nicht, dass es auch eine Walfanggeschichte zu den Inseln gibt. Wieder was gelernt. Nach dem stürmischen Tag war die Abendstimmung ja sehr schön.

Hui, das war ja wieder eine lange Wanderung, da hast du dir Jägerschnitzel und Schokotorte redlich verdient. Der Rückweg gefällt mir da besser als der Hinweg, kann aber auch am Wetter liegen.

Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 06. Februar 2022, 20:05:16
Und schon wieder was dazu gekommen  ;)

Zitat
Wobei mich ein Spaziergänger darauf hinweist, dass die Kühe auch öfter mal im Schlamm stecken bleiben, also nicht (mehr) ganz freiwillig im Wasser stehen.

Nach meiner Watt-Erfahrung kann ich mir leicht vorstellen, dass die öfter stecken bleiben. Wie wohl der Bauer, die da wieder raus bekommt?

Ansonsten wieder eine nette Wanderung!
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Horst am 06. Februar 2022, 21:04:50
Wie waren denn eigentlich so die Temperaturen während Deines Aufenthalts?
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 07. Februar 2022, 07:24:08
Und schon wieder was dazu gekommen  ;)

Zitat
Wobei mich ein Spaziergänger darauf hinweist, dass die Kühe auch öfter mal im Schlamm stecken bleiben, also nicht (mehr) ganz freiwillig im Wasser stehen.

Nach meiner Watt-Erfahrung kann ich mir leicht vorstellen, dass die öfter stecken bleiben. Wie wohl der Bauer, die da wieder raus bekommt?


Genau das habe ich mich auch gerade gefragt  :gruebel:

Die rot gefärbten Pflanzen gefallen mir sehr gut! Und die Karnickel sind wirklich süß. Ich habe eine Freundin die ist totaler Kaninchen Fan, der muß ich das erzählen. Die ist schon zweimal extra auf eine japanische Insel gefahren wo es von Kaninchen wimmelt, das kann sie wirklich näher haben  ;D
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 07. Februar 2022, 08:03:03
Den Bildern vom Abend nach zu urteilen, steppt auf der Insel nicht wirklich der Bär :floet:. Aber mir gefällt das.

Entweder der Landwirt kommt mit dem Trekker und zieht so seine Kühe aus dem Schlamm oder sie werden mit der nächsten Flut herausgespült :toothy9:.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 07. Februar 2022, 18:02:05
Die Tagestemperaturen stehen am Ende jeden Tagesberichts ;D Während der Borkum Woche so um die 20°C, je nach Sonnenschein und Wind.

Auf die Ideen, dass die Kühe im Schlamm stecken bleiben wäre ich nie gekommen, wenn mich nicht der Spaziergänger darauf aufmerksam gemacht hätte. Ich habe mich dann aber auch (leider erst nach dem Gespräch, sonst hätte ich mal nachgefragt) gefragt, wie der Bauer die Kühe wieder herausbekommt und auch, ob er da regelmässig auf Kontrollgänge geht, um zu sehen, ob da eine feststeckt. Mit der Flut vermutlich eher nicht, da das ja Seen oder Sümpfe im Inselinneren sind, die nur wenig (wenn überhaupt) von Ebbe und Flut beeinflusst werden.

Den Bildern vom Abend nach zu urteilen, steppt auf der Insel nicht wirklich der Bär :floet:. Aber mir gefällt das.

Ich bin sowieso immer froh, wenn es nicht allzu viele Leute hat, Parties brauche ich nicht, dafür bin ich nach einem Urlaubstag immer viel zu müde. Es war aber wohl coronabedingt deutlich voller, als zu dieser Jahreszeit (außerhalb der Ferien) üblich, war aber gut erträglich, außer am Sturmtag haben sich die Leute immer gut verteilt.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Horst am 07. Februar 2022, 18:14:57
Die Tagestemperaturen stehen am Ende jeden Tagesberichts ;D
Ups, das habe ich beim Lesen am Handy übersehn. :-[

Aber so um die 20°C im September ist doch recht stattlich.
Wir sind mit der erweiterten Family in der zweiten August-Hälfte an der Ostsee und da hoffe ich auch auf Temperaturen in der Richtung. :)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 07. Februar 2022, 19:52:40
Aber so um die 20°C im September ist doch recht stattlich.
Wir sind mit der erweiterten Family in der zweiten August-Hälfte an der Ostsee und da hoffe ich auch auf Temperaturen in der Richtung. :)

Da müssten die Chancen recht gut stehen, ich war 2020 auch Ende September/Anfang Oktober auf Rügen, da war es deutlich wärmer als jetzt 2021 an der Nordsee, an den Tagen mit Sonnenschein konnte man sogar noch baden.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Horst am 07. Februar 2022, 20:26:43
Das klingt doch super - danke. :D
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Silv am 08. Februar 2022, 20:44:27
Die armen Kühe. Wer weiß, wie lange die manchmal stehen müssen... :-[
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 09. Februar 2022, 17:49:33
7. Tag – Sonntag, 26.09. – Wanderung Waterdelle – Ostland – Seedeich und zurück

Kaum zu glauben, heute ist leider schon wieder mein letzter voller Tag auf Borkum. Bevor ich den sonnigen Tag genießen kann, muss ich aber erst zum Bäcker (der sonntags um 14 Uhr schließt), um Brötchen als Proviant für den morgigen Reisetag zu besorgen und zum glücklicherweise auch sonntags geöffneten Schalter der Fährgesellschaft. Hier kann ich mein Ticket auf das erste Schiff morgen früh um 7.15 Uhr (Abfahrt am Bahnhof hier im Zentrum der Insel) umbuchen.

Alle Aufgabe sind erledigt, nun geht es endlich nochmal an den Strand. Vom Hauptstrand spaziere ich in Richtung „Café Sturmeck“, der Strand mit den Strandkörben und –zelten, der ehemalige Badewagen, die Ausblicke auf den Ort, alles bei diesem Licht wunderschön.

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Dann spaziere ich durch das mir bisher unbekannte Dünental mit kleinem sumpfigen Wäldchen „Waterdelle“ bis zum Flughafen.

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Ab hier geht es auf bereits bekanntem Fußweg bis zum Ostland und weiter bis zum Strandzugang am Wasserwerk – von hier habe ich einen wunderbaren Blick über den Strand und das Meer.

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Im „Café Ostland“ gibt es Mittagessen im Biergarten, ich bestelle Seelachsfilet mit Bratkartoffeln und eine Sanddornschorle (EUR 20,00) (ja, genau das Gleiche wie gestern im benachbarten Restaurant ;D).

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Leider hat sich der Himmel während des Essens zugezogen, ich drehe dennoch meine geplante Runde zur Steerenklippenaussichtsdüne (hier war ich schon bei der Wanderung zum Ostende der Insel),

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von dort auf dem Seedeich in Richtung Südwesten als mir bisher unbekanntes Wegstück und auf dem mir ebenfalls bekannten Verbindungsweg vom Seedeich zurück ins Ostland. Dort gibt es im Biergarten der Bauernstuben einen Milchkaffee und eine extrem leckere Ostfriesentorte.

Da mir nach den vielen zurückgelegten Kilometern der vergangenen Tage einige Stellen an Beinen und Füßen schmerzen, nehme ich nach der Kaffeepause den Bus zurück in Richtung Zentrum. Bereits am Flughafen steige ich aber aus, spaziere nochmal durch die Waterdelle bis zum „Café Seeblick“. Ab hier geht’s dann an den Strand, da kann ich die Schuhe ausziehen, das Barfuß gehen tut richtig gut.

Am Spülsaum entlang gehe ich bis zum Hauptstrand. Die Sonne kommt wieder hervor, ich beobachte ein Weilchen die Surfer und habe dann einen wunderbaren Blick auf die „Skyline“ am Hauptstrand.

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Gegen 17.15 Uhr bin ich zurück in der Ferienwohnung, wo nun das Packen ansteht.

Um viertel vor sieben gehe ein letztes Mal an den Strand, wo ich einen unglaublich rosafarbenen Sonnenuntergang erleben kann. Es ist absolut windstill, auf dem bisschen vorhandenen Wasser schwimmen eine Menge Enten/Vögel, fast könnte man meinen man wäre an einem See und nicht am Meer. Ein schöner Abschluss meines Borkum Aufenthalts.

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Strecke: 22,86 km
Wetter: vormittags sonnig, dann bewölkt, spätnachmittags wieder sonnig, abends bewölkt, ca. 22°C
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 09. Februar 2022, 18:33:33
Zum Abschluss hast du den Himmel richtig "brennen" lassen  :beifall:.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 09. Februar 2022, 18:53:04
Werde wieder erst nach dem essen Berichte lesen  :) Die Scholle schaut so lecker aus...

Das waren doch nochmal eine schöne Wanderung und ein herrlicher Sonnenuntergang zum Abschluss!

So als Skyline sieht Borkum doch viel städtischer aus als die anderen Inseln, zumindest soweit ich das in Erinnerung habe.

Zitat
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Das Bild löst gerade akutes Meerweh aus  ;)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 10. Februar 2022, 17:48:56
So als Skyline sieht Borkum doch viel städtischer aus als die anderen Inseln, zumindest soweit ich das in Erinnerung habe.

Borkum ist ja die größte der ostfriesischen Inseln, das trifft auch auf die Größe des Orts und die Höhe der Häuser zu.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 11. Februar 2022, 17:55:50
8. Tag – Montag, 27.09. – von Borkum nach Cuxhaven

Um 6 Uhr stehe ich auf, Frühstücken, Abwasch und die letzten Sachen zusammenpacken und um 7 Uhr ziehe ich die Wohnungstür hinter mir zu, die Schlüssel kann ich einfach in der Wohnung liegen lassen, so dass ich direkt zum Inselbahnhof gehen kann.

Um 7.15 Uhr fährt die im Gegensatz zum Anreisetag fast leere Inselbahn ab. Am Hafen geht es dann auf‘s Schiff, das um 7.40 Uhr ablegt. Es ist ein kleines und älteres Schiff (Ersatzschiff für den  Katamaran) und die Ansage des Kapitäns, dass die Überfahrt 3 Stunden betragen wird (weil eben älteres und damit weniger leistungsfähiges Schiff und wegen der Flut muss gegen die Strömung gefahren werden) löst bei allen großes Erstaunen aus (die Fähren brauchen normalerweise ca. 2 h von Hafen Emden bis Inselbahnhof Borkum bzw. umgekehrt, der Katamaran nur 1 h).

Mich stört die lange Überfahrt gar nicht, denn ich wäre ja eigentlich mit dem (nun reparaturbedürftigen) Katamaran mit späterer Abfahrtszeit gefahren, der um Viertel nach elf Uhr in Emden angekommen wäre und hatte dementsprechenden einen Zug um Viertel nach zwölf Uhr in Richtung meines heutigen Ziels Cuxhaven gebucht. Da verbringe ich die Zeit lieber auf dem Schiff als am Bahnhof.

Es ist ziemlich kalt heute Morgen und die Sonne kann sich kaum durch Wolken und Nebel kämpfen, die meiste Zeit bin ich trotzdem an Deck.

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Das Schiff fährt tatsächlich spürbar langsam, zeitweise scheint es kaum vom Fleck zu kommen. Erst um 10.45 Uhr legen wir dann schließlich im Hafen von Emden an.

Züge können weiterhin wegen der Baustelle nicht ab Emden Außenhafen zum Emdener Hauptbahnhof fahren, immerhin weiß die Bahn nun Bescheid und die Busse des Schienenersatzverkehrs stehen schon bereit.

Um 12.18 Uhr fährt dann mein Zug zunächst nach Bremen ab. Dort komme ich um 14.15 Uhr an und kann die Dreiviertelstunde Aufenthalt gut nutzen, um beim Thai Stehimbiss zu Mittag (etwas verspätet) zu essen. Dann geht’s weiter nach Bremerhaven, wo ich nochmal umsteigen muss und pünktlich um 16.27 Uhr bin ich am meinem endgültigen Ziel für heute, Cuxhaven.

Hier legt morgen mein Schiff nach Helgoland ab (Schiffe nach Helgoland fahren von verschiedenen Orten, für Cuxhaven habe ich mich entschieden, weil ich das von Emden sowohl gut mit der Bahn als auch mit dem Auto erreichen kann; hätte die Anreise per Bahn fest gestanden, hätte ich mich für Hamburg entschieden, das mit der Bahn wesentlich schneller zu erreichen ist), für die Nacht habe ich durch viel Hartnäckigkeit (die Stadt ist die ganze Woche fast komplett ausgebucht), ein Zimmer im Hotel „Stadt Cuxhaven“ buchen können, das sehr günstig zwischen Bahnhof und Ablegestelle der Fähre liegt, so dass beides zu Fuß erreicht werden kann. Das Hotel ist frisch renoviert und so bekomme ich ein schönes modernes Zimmer, in dem sogar ein Tablet ausliegt, mit dem ich ins Internet kann (das ist doch viel angenehmer als mit dem kleinen Bildschirm des Handys).

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Nach dem Einchecken (dabei muss ich erst zum zweiten Mal auf dieser Reise meinen Impfnachweis vorzeigen) spaziere ich noch ein bisschen in Richtung Hafen, um mir nach dem vielen Sitzen den Tag über noch die Füße zu vertreten.

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Wetter: bewölkt, ca. 20 °C
Unterkunft: Hotel Stadt Cuxhaven, EUR 82,00 inkl. Kurtaxe (ohne Frühstück) (gebucht über booking.com)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 12. Februar 2022, 17:10:08
Der letzte Tag auf Borkum war doch herrlich, der Sonnenuntergang war wirklich vom Feinsten  ^-^
Der Strand sieht bei Sonne sehr verlockend aus, sag mal waren da auch so viele kleine Krebschen im Wasser? Das fand ich auf Terschelling ganz herrlich, auch Muscheln gabs viele am Strand, wie war das auf Borkum?
Und mit dem Hotelzimmer hast du wirklich Glück gehabt, ein Tablet am Zimmer ist ja totaler Luxus! Ich hatte das bisher ein paar Mal im Restaurant als Speisekarte aber im Hotel ist mir das völlig neu.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 12. Februar 2022, 22:40:57
Gut, dass sie das Hotel renoviert haben, habe das altbacken in Erinnerung. Ist ja schick geworden.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 13. Februar 2022, 14:00:14
Die Weiterreise verlief zwar leider nicht ganz so planmäßig, aber wenigstens nicht so chaotisch wie die Anreise.

Das Hotelzimmer gefällt mir und preislich kann man da auch nicht meckern.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 14. Februar 2022, 17:52:14
Gut, dass sie das Hotel renoviert haben, habe das altbacken in Erinnerung. Ist ja schick geworden.

Interessant, dass du das kennst. Die Renovierung ist wohl erst kurz vor meiner Ankunft vollständig abgeschlossen worden, noch in der Woche davor haben sich in den Bewertungen die Leute beschwert, dass der Aufzug außer Betrieb ist.

Der letzte Tag auf Borkum war doch herrlich, der Sonnenuntergang war wirklich vom Feinsten  ^-^
Der Strand sieht bei Sonne sehr verlockend aus, sag mal waren da auch so viele kleine Krebschen im Wasser? Das fand ich auf Terschelling ganz herrlich, auch Muscheln gabs viele am Strand, wie war das auf Borkum?
Und mit dem Hotelzimmer hast du wirklich Glück gehabt, ein Tablet am Zimmer ist ja totaler Luxus! Ich hatte das bisher ein paar Mal im Restaurant als Speisekarte aber im Hotel ist mir das völlig neu.

Ich habe keine Tiere im Meer gesehen, an einem Strandabschnitt war aber ein Angler mit mehreren Angelschnüren zugange, also Fische oder sonstiges Meeresgetier gab es wohl. Muscheln gab es nur wenige, fällt mir erst jetzt wo du es sagst, auf, ich habe nichtmal ein "Muschelfoto" gemacht.

Das Tablet war toll, leider war ich nur eine Nacht dort. Im Restaurant hatte ich das noch nicht.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 14. Februar 2022, 17:55:45
Exkurs: Paula, für dich ein kurzer Vergleich zwischen den mir bekannten Inseln Borkum, Norderney und Spiekeroog.

Borkum und Norderney ähneln sich sehr, beide sind mit der Fähre tidenunabhängig zu erreichen, auf beiden ist es erlaubt, das eigene Auto mitzunehmen und zu nutzen (es gibt aber viele Sperrzonen, insbesondere innerhalb der jeweiligen Ortszentren darf praktisch nicht gefahren werden). Beide Ortszentren haben eine von mehrheitlich mehrstöckigen eher hässlichen Häusern geprägte Strandpromenade, der östlichste Teil der Inseln ist unbebaut und darf nur zu Fuß betreten werden. Auch die Natur der beiden Inseln ähnelt sich, es gibt an der Nordseite die endlos langen und breiten Sandstrände, dahinter hohe Dünen und an der Südseite das Watt, zu sehen von den jeweiligen Deichen, im Inselinneren gibt es (künstliche) Seen, die viele Vögel anziehen und auch kleine Waldgebiete.

Norderney ist kleiner als Borkum was sich deutlich bemerkbar macht, da die Wege auf Norderney deutlich kürzer sind. Wenn man gerne mit dem Rad unterwegs ist, empfiehlt sich meiner Meinung daher eher Borkum, da man dort auch mal «Strecke» machen kann, als Fußgänger waren mir die Entfernungen auf Borkum teilweise zu weit.

Abgesehen von der Größe ist mir am meisten aufgefallen, dass Norderney wesentlich moderner als Borkum ist. Die Gaststätten auf Norderney sind wohl überwiegend in den letzten zehn Jahren renoviert worden, es gibt Gaststätten mit großen Fensterfronten zum Wasser, moderner Sitzplatzgestaltung (also Mischung zwischen Sesseln mit niedrigen Tischchen, Sofas und normalen «Ess»tischen), offenen Kaminen usw. Die Aussichtsdünen auf Norderney sind zahlreicher und mit modernen Sitzelementen, mal diese Holzliegen, mal hölzerne «Drehstühle» usw. Der gesamte Hafenbereich auf Norderney ist modern mit neuem Nationalparkzentrum und neuem Fährgebäude in dem es ein Restaurant mit Hafenblick gibt, Toiletten, Wartebereiche im Trocknen und Warmen.
Auch das Ortszentrum und die Strandpromenade haben mir auf Norderney besser gefallen, die Häuser sind nicht ganz so hoch wie auf Borkum, die zentralen Gebäude wie das Hallenbad und die Touristeninformation mit Lesehalle und Shop sind im weißgetünchten Bäderarchitekturstil gehalten.

Was mir auf Borkum besser gefallen hat als auf Norderney ist der neue Holzbohlenweg durch die Salzwiesen, so etwas gibt es auf Norderney überhaupt nicht (zumindest noch nicht 2018) und dass der Leuchtturm in der Ortsmitte steht, da ist die Aussicht von oben einfach interessanter als wenn nur Natur zu sehen ist, außerdem ist der Ort außerhalb des unmittelbaren Zentrums hübscher.

Unterm Strich ist meine Empfehlung bei einer Entscheidung zwischen Borkum und Norderney ganz klar Norderney, einzige Ausnahme, wenn Fahrradfahren eine wichtige Rolle im Urlaub spielt, dann lieber Borkum. Klar aber auch, was die Natur betrifft, nehmen sich die Inseln nichts, die ist auf beiden herrlich.

Spiekeroog unterscheidet sich von Borkum und Norderney deutlich. Die Fähren nach Spiekeroog sind tidenabhängig, auf dieser Insel gibt es keine Autos und selbst Fahrradfahren ist zwar nicht verboten, aber unerwünscht, es gibt deshalb auch keinen Fahrradverleih. Das Dorf besteht aus überwiegend kleinen historischen Häusern, es gibt praktisch keine Bausünden. Der Ort ist vom Strand durch die Dünen getrennt, es gibt also keine Strandpromenade. Es gibt auch zur Wattseite keinen Deich, damit ist eine Inselumrundung anders als auf Borkum und Norderney nicht möglich. Somit sind auch die Wander-/Spazierwege, die man zurücklegen kann, wesentlich kürzer, während sich meine Wege auf Borkum und Norderney bei einer Woche Aufenthalt kaum wiederholt haben, wird das auf Spiekeroog spätestens nach drei Tagen der Fall sein. Dennoch mag ich Spiekeroog sehr, eine ganze Woche werde ich wohl dort nicht verbringen wollen, aber drei, vier Tage könnte ich mir irgendwann in den nächsten Jahren vorstellen. Die anderen, mir noch unbekannten Ostfriesischen Inseln sind wohl eher Spiekeroog ähnlich als Borkum oder Norderney, also eher kleiner und beschaulicher, alle ohne Autoverkehr.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Silv am 15. Februar 2022, 13:32:17
Mit dem Sonnenuntergang wurdest du von der Insel gebührend verabschiedet.  :)

Vielleicht habe ich das auch überlesen (weil ich manchmal den Text nur überfliege.... :verlegen: ): was sind das eigentlich für Häuschen mit den Rädern dran? Oh, jetzt sehe ich: Badewagen. Aber was ist das?
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 15. Februar 2022, 17:55:35
Mit dem Sonnenuntergang wurdest du von der Insel gebührend verabschiedet.  :)

Vielleicht habe ich das auch überlesen (weil ich manchmal den Text nur überfliege.... :verlegen: ): was sind das eigentlich für Häuschen mit den Rädern dran? Oh, jetzt sehe ich: Badewagen. Aber was ist das?

Ja, das sind Badewagen, damit wurde vor 100 oder 150 Jahren gebadet, der Wagen stand im Wasser, dort wo es etwas tiefer wurde, der Badende ist in den Wagen gestiegen, hat sich darin den Badeanzug angezogen und ist dann vom Wagen direkt ins Wasser gestiegen - man hat sich damals nicht so gerne ohne eine Vielzahl von Kleiderschichten gezeigt ;D.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 15. Februar 2022, 18:20:14
9. Tag – Dienstag, 28.09. – von Cuxhaven nach Helgoland

Auch heute steht also wieder eine Schifffahrt an, anders als gestern kann ich es heute Morgen jedoch gemütlich angehen lassen, das Schiff legt erst um 10.15 Uhr ab.

Ich frühstücke auf dem Zimmer, vom Reisetag gestern habe ich noch ein Brötchen übrig (war über Nacht im ebenfalls im Zimmer vorhandenen Kühlschrank/Minibar) und mache mir mit der Nespresso Maschine eine Tasse Kaffee dazu (das Hotel bietet ein großes Frühstücksbuffet für EUR 18 an, das ist mir eindeutig zu viel für ein Frühstück).

Gegen neun Uhr checke ich aus und gehe bei strahlendem Sonnenschein zum Schiffsanleger. Nun geht es also nach Helgoland – endlich klappt es mal. Während meines ersten Aufenthalts an der Nordsee, im Schullandheim auf Spiekeroog sollte ein Teil der zwei Wochen, die die Klassenfahrt dauerte, auf Helgoland verbracht werden. Dieser Vorschlag unseres Lehrers wurde leider von der Mehrheit der Eltern wegen der zusätzlichen Kosten durch die zusätzliche Schifffahrt abgelehnt, ich fand das sehr schade. Als ich 2018 im Sommer in Hamburg war, habe ich über einen Tagesausflug nach Helgoland nachgedacht, es aber wegen der kurzen Aufenthaltszeit auf der Insel nicht gemacht. Für meinen jetzigen Aufenthalt war ich ziemlich unschlüssig, wie lange ich bleiben sollte, die Insel ist ja extrem klein (zusammen mit der Nebeninsel Düne ca. 1,7 qkm), wird es mir da nach einem oder zwei Tagen langweilig oder gibt es doch genug zu sehen? Ich habe mich für 4 Nächte entschieden und bin gespannt.

Am Schiffsanleger hat sich schon eine recht lange Schlange gebildet, da stelle ich mich auch an, der Koffer muss aufgegeben werden (das ist immer so, allerdings kann man den Koffer normalerweise am Anleger in Helgoland wieder in Empfang nehmen, wegen Corona werden nun alle Koffer bis in die Unterkunft gebracht, natürlich gegen eine zusätzliche Gebühr), ich gehe davon aus, dass man ihn am Ende der Schlange abgibt, zumindest ist nichts Anderes ausgeschildert. Nach einiger Wartezeit wird der Impf-/Testnachweis (für die Fahrt nach Helgoland gilt 3G, nach Borkum gab es keine Einschränkungen) kontrolliert und es gibt ein grünes Kärtchen. Den Koffer kann ich allerdings (noch) nicht hier aufgeben, da muss ich zuerst an einen Schalter, zu dem ich mich mehrmals durchfragen muss, es ist ein Container mit der Aufschrift «Schifffahrten zu den Seehundbänken». Dort kaufe ich eine Banderole mit meinem Namen und der Hotelanschrift (und bekomme auch für die Rückfahrt schon eine passende Banderole), damit kann ich mich dann wieder in die erste Schlange einreihen, meinen Koffer abgeben, mit dem grünen Kärtchen nachweisen, dass ich schon auf 3G kontrolliert wurde und nach der Ticketkontrolle endlich an Bord gehen.

Das Schiff ist ziemlich neu, fährt mit Flüssiggas und ist von der Einrichtung her einem Kreuzfahrtschiff nachempfunden mit mehrstöckigem Atrium, Aufzügen, modernen Sitzlandschaften, Liegestühlen an Deck, Souvenirshop usw. Das ist erstmal recht nett, aber bald schon wünsche ich mich auf eines der einfachen Schiffe zu den Ostfriesischen Inseln zurück, wo man tun und lassen kann was man möchte, hier gibt es viele Regeln, die immer wieder per Lautsprecher durchgesagt werden.

Rucksäcke müssen in der Hand getragen werden (es könnten sich Kinder verletzen), man darf sich nicht auf den Bänken auf Deck hinlegen (was man sowieso nur macht, wenn es genug Platz hat und was spricht denn dann dagegen), an allen möglichen Stellen darf man nicht stehen, Rucksack oder sonstiges Handgepäck darf man nicht neben sich auf die Bank stellen, sondern nur auf den Boden und so geht es weiter.

Na ja, egal, ich finde einen windgeschützten Sonnenplatz und genieße die Fahrt trotzdem (und mein Rucksack darf neben mir sitzen :P). Zunächst hat man einen schönen Blick auf Cuxhaven und seine Strände, dann geht es aufs offene Meer, man sieht nur noch Wasser und hin und wieder alle möglichen Schiffe, auch große Segler.

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Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt, ich kaufe mir zwischendrin ein Lachsbrötchen, was ich kurz darauf bereue, denn trotz Sonnenschein und augenscheinlich ruhigem Meer schaukelt es während der letzten Stunde extrem (und das trotz der tollen neuen Stabilisatoren mit denen die Reederei wirbt), ich kann mein Brötchen bei mir behalten, bin aber sehr froh, als endlich die Insel zu sehen ist. Leider umrundet man die Insel bei der Anfahrt nicht, man hat nur einen kurzen Blick auf den bebauten Teil von Helgoland.

Noch bis vor wenigen Jahren konnte die Fahrgastschiffe nicht am Hafen von Helgoland anlegen, die Gäste mussten «ausgebootet» werden, d.h. vom Schiff musste auf ein Ruderboot umgestiegen werden, mit dem dann an Land gerudert wurde. Heutzutage ist das nicht mehr nötig, es gibt einen neuen Hafen, in dem die Fahrgastschiffe anlegen können. Die Ruderboote, genannt Börteboote sind aber inzwischen ein Wahrzeichen von Helgoland geworden, seit 2018 sind sie Teil des immateriellen UNESCO Weltkulturerbes. Wir sehen einige Börteboote, die auf dem Weg ins Winterquartier sind

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und wer möchte kann sich bei einem kurzen Stopp unseres Schiffs vor dem Einlaufen in den Hafen ausbooten lassen. Mir reicht das Zuschauen und ich hoffe, dass ich während meines Aufenthalts die Gelegenheit habe mit einem Börteboot eine Inselumrundung zu machen. Für heute Nachmittag gibt es Termine, da es meinem Magen aber eben eh schon nicht gut geht nach der Überfahrt hierher, muss ich heute darauf leider verzichten.

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Das Aussteigen läuft auch unter militärisch anmutenden Kommandos ab, dann spaziere ich vom neuen Hafen in Richtung Dorf.

Ein paar Fakten zu Helgoland: sie ist die einzige «Hochseeinsel» Deutschlands, d.h. keine andere Insel liegt so weit vom Festland entfernt, nämlich 48,5 km von St. Peter Ording und 70 km von Cuxhaven (Borkum: 20 km zum deutschen Festland, 12 km zum niederländischen). Helgoland ist keine «Sandinsel» wie die anderen Nordseeinseln, sondern ein Fels, der ursprünglich Teil des Festlands war, unterhalb des Wasserspiegels ist sie umgeben von niedrigen Felsen, bei Ebbe kann man manchmal einen Teil davon sehen.

Gleich als erstes komme ich an den bunten Hummerbuden vorbei, eines der Wahrzeichen der Insel. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als Schuppen für die Fischer gebaut (zur Architektur und Geschichte der Insel schreibe ich später noch etwas) und beherbergen heute Souvenirgeschäfte und Imbissbuden. Im Sonnenlicht ein wirklich hübscher Anblick.

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Ich gehe weiter in Richtung Dorf, wo sich zentral das Hotel Quisisana befindet. Die Inhaber sind auch Vermieter meiner Ferienwohnung und im Hotel kann ich den Wohnungsschlüssel abholen. Das ist schnell erledigt und nun geht es für mich hinauf ins Oberland. Die 40 Höhenmeter können entweder per Fahrstuhl oder über 184 Treppenstufen überwunden werden. Da ich ja kein Gepäck zur Wohnung mitnehmen muss, nehme ich natürlich die Treppe.

Die Wohnung im Erdgeschoß für eine Person besteht aus Wohn-/Esszimmer mit offener Küchenzeile, Schlafzimmer und Bad. Anders als die Wohnung auf Borkum ist sie sehr gemütlich mit Helgoland Bildern an den Wänden und Dekogegenständen (auf dem breiten Fenstersims im Wohnzimmer stehen die Vögel der Insel aus Holz neben einem Stück Treibgutholz) ausgestattet, zum Empfang steht ein Fläschchen Sekt bereit, im Hausflur gibt es ein Bücherregal zum Leihen oder Tauschen. Vom großen Fenster im Wohnzimmer kann ich zwischen den Häusern den Leuchtturm sehen.

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Zwei Häuser weiter ist einer der Edeka Märkte der Insel, dorthin gehe ich auch gleich für einen Ersteinkauf. Ein absolut winziger Laden, es gibt kaum Platz zum Durchgehen, so vollgestellt mit Waren ist es. Obst und Gemüse gibt es außerhalb im angrenzenden Hof, Diebe fürchtet man hier wohl nicht.

Nach meinem Einkauf steht auch schon mein Koffer vor der Tür. Perfekt, so kann ich nun gleich loslegen mit einem ersten Rundgang entlang der Klippen, wer weiß, ob ich nochmal so schönes Wetter wie heute haben werde.

Von der Ferienwohnung sind es nur ein paar Minuten, dann habe ich den Klippenrandweg erreicht. Wow - ist das schön hier. Aufgrund der erhöhten Lage braucht man keinen Aussichtsturm, sondern hat von überall aus einen wunderbaren Blick auf das Meer, die roten Felsen, den Leuchtturm und die Bebauung im Ober- und Unterland und auf die Nachbarinsel Düne. Ein Kreuzfahrtschiff fährt ein, zum Glück nur ein kleines. Anlegen kann es nicht, die Passagiere müssen in kleinen Schlauchbooten an Land gebracht werden.

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Ich gehe den gesamten Rundweg, der ca. 3 km lang ist. Dabei komme ich an den Schrebergärten der Insel vorbei und «erklimme» den mit 61,30 m höchsten Berg nicht nur der Insel, sondern des gesamten Landkreises Pinneberg (Schleswig-Holstein) zu dem Helgoland verwaltungstechnisch gehört, den gleichnamigen «Pinneberg».

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Dann erreiche ich ein weiteres Wahrzeichen von Helgoland, die «Lange Anna», ein 47 m hoher Felsblock, der bis 1860 durch eine Felsbrücke mit dem benachbarten Fels verbunden war. Damit nach dem Einsturz dieser Felsbrücke nicht auch noch die «Lange Anna» einstürzte, wurde Anfang des 20. Jh. eine Brandungsmauer gebaut, die dann nach und nach verlängert wurde und nun die gesamte Westküste vor der Brandung schützen soll – was sie bei näherem Hinsehen auch bitter nötig hat.

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Die «Lange Anna» und die weiteren Felsen an der Nordwestspitze von Helgoland sind Deutschlands einzige Seevogelkolonie. Zurzeit sind nur wenige Vögel da, hauptsächlich Basstölpel, die erst seit 1991 hier brüten. Die Nester der Vögel befinden sich direkt hinter der Absperrung des Klippenrandwegs, man kann sie also aus nächster Nähe beobachten, das finde ich wirklich erstaunlich. Heute fotografiere ich mit meinem Weitwinkelobjektiv, in den nächsten Tagen möchte ich auch noch das Teleobjektiv nutzen. Man kann hier auch deutlich sehen, dass für die Seevögel inzwischen leider die farbigen Schnüre und Netze der Fischerboote, die im Meer herumtreiben, üblicher Bestandteil des Baumaterials für ihre Nester ist, obwohl sie sich oft darin verheddern und dann verenden.

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Nach meinem Rundgang über das Oberland gehe ich nochmal ins Unterland. Dort gibt es Milchkaffee und Käsekuchen auf der Terrasse des "Strandhotels" und einen schönen Blick auf die bunten Bungalows der Düne.

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Zurück in der Ferienwohnung packe ich meine Sachen aus und gegen 18.30 Uhr gehe ich nochmal an die Westseite der Insel, um die Sonnenuntergangsstimmung zu genießen.

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Wetter: sonnig, ab Spätnachmittag zunehmend bewölkt, ca. 20 °C
Unterkunft: Appartementhaus Sabina, Appartement Baßtölpel EUR 211,00 inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung, Kurtaxe (gebucht über Helgoland Tourismus Service)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 15. Februar 2022, 20:12:32
Hallo Christina,
Vielen Dank für den ausführlichen Inselvergleich! Dass Borkum so häßlich verbaut ist hätte ich bestimmt nicht erwartet und dass offensichtlich wenig renoviert wird ist ja enttäuschend. Da klingt Norderney wirklich besser. Wobei ich sagen muss dass nach deiner Schilderung Terschelling wohl noch die bessere Wahl ist. Irgendwann mache ich mal ein Inselhopping und schaue mir das selber an!
Helgoland mit seinen roten Felsen gefällt mir super. Wo es rote Felsen gibt bin ich richtig  ^-^
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 16. Februar 2022, 13:27:07
Gut, dass sie das Hotel renoviert haben, habe das altbacken in Erinnerung. Ist ja schick geworden.

Interessant, dass du das kennst. Die Renovierung ist wohl erst kurz vor meiner Ankunft vollständig abgeschlossen worden, noch in der Woche davor haben sich in den Bewertungen die Leute beschwert, dass der Aufzug außer Betrieb ist.

Ist schon ein Weilchen her, war so ein Romantik-Wochenend-Paket. Der Aufzug ging da tatsächlich auch nicht wegen eines Wasserschadens   ^-^

Schon mal sehr schöne Bilder von Helgoland!

Macht direkt Lust, da mal wieder hin zu schippern. (So nach fast 50 Jahren  ;) ) Als Kinder fanden wir das Ausbooten natürlich cool. Beeindruckend, wie zwei Seeleute da so'n Kerl samt zwei Koffern vom Schiff ins Boot gewuppt haben.  Jetzt finde ich es gut, dass es auch bequemer geht.  ^-^

Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 16. Februar 2022, 16:04:14
Auf Helgoland war ich noch gar nie, dafür mein Vater umso öfter. Er war absolut seefest und aß zum Leidwesen anderer Passagiere auf der Überfahrt immer sein Leberwurstbrötchen  :totlach:.

Das Meer sah an dem Tag gar nicht so wellig aus, aber das täuscht oft. Ich wusste gar nicht, dass es Ferienwohnungen für eine Person mit einem Einzelbett gibt. Meistens ist doch ein Doppelbett vorhanden, auf dem man sich als Alleinreisende(r) ausbreiten kann.

Die ersten Eindrücke sind schon mal vielversprechend. Endlich mal wieder rote Felsen :thumb:.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 16. Februar 2022, 18:16:49
Das Meer sah an dem Tag gar nicht so wellig aus, aber das täuscht oft. Ich wusste gar nicht, dass es Ferienwohnungen für eine Person mit einem Einzelbett gibt. Meistens ist doch ein Doppelbett vorhanden, auf dem man sich als Alleinreisende(r) ausbreiten kann.

Ja, ich war eben auch sehr überrascht, dass es überhaupt und dann auch noch recht plötzlich so geschaukelt hat, man musste sich beim Gehen festhalten, so heftig war das.

Eine Ferienwohnung mit Einzelbett kannte ich auch noch nicht. Ich mag es zwar auch, wenn ich mich in einem breiten Bett ausbreiten kann, aber hier wäre es im Zimmer dann extrem eng gewesen, so war es absolut i.O.

Als Kinder fanden wir das Ausbooten natürlich cool. Beeindruckend, wie zwei Seeleute da so'n Kerl samt zwei Koffern vom Schiff ins Boot gewuppt haben.  Jetzt finde ich es gut, dass es auch bequemer geht.  ^-^

Als Kind hätte mich das auch begeistert, wobei, vielleicht hätte ich da Angst gehabt ins Wasser zu fallen :verlegen:.

Da hatte ich gar nicht daran gedacht, dass man damals dann auch die Koffer mit ausbooten musste, das entfällt heute definitiv.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 16. Februar 2022, 18:20:08
Wobei ich sagen muss dass nach deiner Schilderung Terschelling wohl noch die bessere Wahl ist. Irgendwann mache ich mal ein Inselhopping und schaue mir das selber an!

Die holländischen Inseln hatte ich mir auch schon mal (vor Corona) als mögliches Ziel näher angeschaut, aber das ist eher was für eine Anreise mit dem Auto und ich mag es bei den deutschen Nordseeinseln, dass ich mich einfach in den Zug setzen kann und vor Ort auf der Insel dann auch gar kein Auto brauche.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 17. Februar 2022, 17:58:01
Paula, heute abend (und dann in der Mediathek) kommt auf NDR Mare TV Norderney und dann Mare TV Texel, da kannst du vergleichen.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 17. Februar 2022, 18:14:58
10. Tag – Mittwoch, 29.09. – Unterland und Bunker Führung

Gegen 9.00 gehe ich heute Morgen als erstes zur Touristinfo neben dem Rathaus im Unterland. Dort möchte ich nach einem Ticket für eine Führung durch die Bunker der Insel fragen. Diese Tickets sind wohl sehr begehrt, ich habe aber Glück und bekomme eines für die heutige Tour mit Start um 11 Uhr (EUR 12,50).

Bis dahin habe ich also noch etwas Zeit und schaue mich etwas genauer als gestern im Unterland um. Das Rathaus trägt den Schriftzug «Rüm Hart - Kloar Kimmen». Das ist der Wahlspruch der Insulaner auf Halunder und heißt auf Deutsch «Weites Herz – Klarer Horizont». Halunder ist Inselnordfriesisch, ein Dialekt des Friesischen, einer westgermanischen Sprache. Es ist also eine eigenständige Sprache mit eigener Grammatik, die mit dem Englischen und dem Dänischen verwandt ist und sich stark von Platt- oder Hochdeutsch unterscheidet. Die Insulaner sprechen heute alle (Hoch)Deutsch, nur wenige noch Halunder.

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«Welkoam lip Lunn» ist ein weiterer Spruch, auf den man als Tourist immer mal wieder trifft «Willkommen auf der Insel».

Vom Rathaus spaziere ich weiter an der Strandpromenade entlang, hier liegt in vorderster Reihe (wegen des Meerblicks und als Windschutz für die Wohnhäuser dahinter) ein Hotel neben dem anderen. Davor ein neuer, etwas merkwürdig aussehender Spielplatz.

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Auf die Hotels folgen dann die bunten Hummerbuden. Um diese Uhrzeit, also bevor gegen Mittag die Schiffe vom Festland anlegen, sind nur wenige Menschen unterwegs.

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Am Tonnenhof mit (alten) Seezeichen vorbei

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gehe ich wieder ins Oberland hinauf. Ich werfe noch einen Blick hinunter über die grauen Dächer und bunten Fassaden der Häuser,

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dann gehe ich kurz in die Ferienwohnung und ziehe mich etwas wärmer an, da es in den Bunkern kühl ist.

Kurz vor elf Uhr bin ich am Treffpunkt für die Bunker Führung. Noch oberirdisch gibt es dann für uns ca. 15 Teilnehmer (nach Ticket und 3G Kontrolle) einen Überblick über die Geschichte der Insel, insbesondere über die beiden Weltkriege, da diese Zeit für die Entstehung der Bunker und das heutige Aussehen der Insel insgesamt entscheidend war.

Erst seit 1890 gehört Helgoland zu Deutschland, zuvor war es dänisch und dann britisch. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. baute die Insel zur Seefestung aus, durch Landaufspülungen wurde zusätzlicher Platz für einen Marinehafen gewonnen, der bisherige Südhafen wurde zum Kriegshafen ausgebaut, ein neuer, größerer Leuchtturm wurde errichtet, zum Schutz der Westküste der Insel vor der Brandung eine Mauer unterhalb der Klippen ins Meer gesetzt und es wurden mehrere Tunnel als unterirdische Verbindungsgänge gegraben.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs mussten alle Bewohner die Insel auf Anordnung der deutschen Regierung nach kurzfristiger Ankündigung verlassen und ihre Häuser unverschlossen zurücklassen. Der Kriegshafen wurde zu einem der wichtigsten deutschen Häfen und es gab mehrere Gefechte in den Gewässern rund um Helgoland.

1918 durften die Helgoländer wieder zurück auf ihre Insel – und waren entsetzt, als sie entdeckten, dass viele ihrer Häuser geplündert und verwüstet waren durch die deutschen Soldaten, die sich während des Kriegs dort einquartiert hatten und leider alles andere als pfleglich mit ihren Unterkünften auf Zeit umgegangen waren.

Der Versailler Vertrag sah vor, dass alle militärischen Einrichtungen auf Helgoland zerstört werden mussten, dies wurde trotz der Überwachung durch eine britische Abrüstungskommission aber nur sehr oberflächlich umgesetzt.

Unter Hitler wurde bereits 1934 wieder aufgerüstet, auf Helgoland sollte der größte deutsche eisfreie Kriegshafen entstehen, die gesamte deutsche Kriegsflotte sollte darin Platz finden. Dieses «Hummerschere» genannte Projekt wurde aus Kostengründen und Materialmangel aber nicht fertiggestellt.

Die Bevölkerung durfte anders als während des Ersten Weltkriegs auf der Insel bleiben. Als es 1940 die ersten vereinzelten Luftangriffe gab, wurden die vorhandenen Tunnel als Luftschutzbunker ausgebaut. Diese Tunnel sind bis heute in großen Teilen erhalten und sind teilweise für Führungen zugänglich (in den nächsten Jahren sollen noch mehr Tunnelabschnitte für Touristen geöffnet werden, auch ein Museum soll eingerichtet werden).

Unser Touristenführer schließt eine unscheinbare Stahltüre auf, dann geht es auf zwei breiten, gegenläufigen Treppen (damit möglichst viele Leute gleichzeitig absteigen konnten) in die Tiefe.

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Es gibt Toiletten- und Sanitätsräume und verschiedene Aufenthaltsräume zu sehen. Zum Ende des Krieges wurden die Luftangriffe auf Helgoland häufiger, die 2000 Bewohner verbrachten viele Stunden in den Tunneln. Unser Guide lässt eine Eisenkugel einen langen Gang entlangrollen, das extrem laute Geräusch ähnelt wohl stark dem Geräusch, das während der Bombardierungen hier unten zu hören war – sehr anschaulich und beängstigend.

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Eine Besonderheit gibt es dann noch zu sehen, die Lampenflora. Diese Grünalgen an den Wänden einiger Tunnelabschnitte sind weltweit einzigartig, obwohl sie ihre Energie aus Licht gewinnen, können sie Dunkelphasen von 8 Monaten überstehen.

Im April 1945 wurden die letzten beiden Angriffe geflogen, die Royal Air Force warf mit 1000 Flugzeugen an zwei Tagen 7000 Bomben über der Insel ab, die Einwohner mussten mehrere Tage in den Schutzbunkern bleiben.

Nach diesen Angriffen lag Helgoland in Schutt und Asche, war völlig unbewohnbar geworden, alle Einwohner mussten die Insel verlassen.

Ab Kriegsende wurde Helgoland von den Briten besetzt. Sie fühlten sich wegen der nach dem Ersten Weltkrieg nur unzureichend durchgeführten Abrüstung (vor allem wohl, weil sie unter ihrer Aufsicht stattgefunden hatte) von den Deutschen an der Nase herumgeführt und wollten eine Wiederholung auf alle Fälle vermeiden. Deshalb fand 1947 die Operation «Big Bang» statt, die bis dahin (und wohl auch bis heute) größte nichtnukleare Sprengung weltweit. Es wurde damit gerechnet und von den Briten zumindest in Kauf genommen, dass diese Explosion den vollständigen Untergang der Insel bedeuten könnte. Erstaunlicherweise war das nicht der Fall, «nur» die Südspitze war in die Luft geflogen und damit das heutige Mittelland entstanden.

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In den nachfolgenden Jahren wurden weitere Sprengungen durchgeführt und die Insel diente als Übungsabwurfplatz, die vielen dabei entstandenen Bombenkrater sind bis heute gut zu sehen.

Wachsender nationaler und internationaler Druck führte schließlich 1952 zur Rückgabe von Helgoland durch Großbritannien an Deutschland – der Wiederaufbau konnte beginnen (dazu schreibe ich dann am morgigen Tag etwas, für heute gibt es schon genug Text ;D).

An anderer Stelle im Oberland verlassen wir die Tunnel nach ca. 90 Minuten wieder, eine absolut lohnende Führung, bei der uns auch viel über den heutigen Alltag der Insulaner erzählt wurde.

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Auf dem kurzen Weg vom Tunnelausgang zu meiner Wohnung habe ich nette Blicke in die typischen Gassen der Insel (zur Architektur erzähle ich im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau ein bisschen am nächsten Reisetag).

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«Zuhause» koche ich mir ein schnelles Mittagessen mit Nudeln und Soße, es ist bereits 13 Uhr, da würde es mir zu lange dauern, erst noch in ein Restaurant zu gehen und dort auf die Bestellung zu warten.

Nach dem Essen spaziere ich ins Unterland hinunter und kaufe mir als Nachtisch eine Kugel Pistazieneis, die ich bei einem kurzen Regenschauer unter einem Dachvorsprung schlecke.

Als der Regen aufhört gehe ich durch einige Strassen des Unterlands

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in Richtung Nordosten. Direkt am Nordstrand liegt die Jugendherberge.

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Der Nordstrand endet unter den Klippen des Oberlands, dort sind noch die Überreste der Lorenbahn zur Nordostmole (zum Transport von Baumaterial beim Bau der Schutzmauer an der Westseite der Insel) zu sehen.

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Leider setzt nun wieder Regen ein und ich beeile mich, in den bebauten Teil der Insel zurückzukommen. Dort gibt es im «Emma James» (nach der Möwe Emma von James Krüss, der auf Helgoland geboren und aufgewachsen ist) einen Cappuccino mit Krokantstreusel, eine Salted Caramel Torte und ein Glas Sanddorn Tee (EUR 15,00). Auch hier muss ich meinen Impfausweis vorzeigen, anders als auf Borkum gilt für die gesamte Innengastronomie auf Helgoland 3G.

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Durch den immer noch anhaltenden Regen und den (wie angekündigt) einsetzenden Sturm gehe ich danach erstmal wieder in meine Ferienwohnung zurück.

Gegen Abend hört der Regen für einige Zeit auf und ich spaziere einen Teil des Klippenrandwegs entlang, die Bewölkung ist aber sehr dicht, so dass auf einen (sichtbaren) Sonnenuntergang nicht zu hoffen ist. Als es dann auch noch erneut zu regnen beginnt, gehe ich zurück in die Wohnung.

Mal sehen wie ruhig oder unruhig die Nacht durch den heranziehenden Sturm wird.

Wetter: vormittags trocken, ab früher Nachmittag immer wieder Schauer, zunehmender Wind, ca. 16 °C
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 17. Februar 2022, 22:08:51
Paula, heute abend (und dann in der Mediathek) kommt auf NDR Mare TV Norderney und dann Mare TV Texel, da kannst du vergleichen.

Das werde ich mir am Wochenende anschauen, danke für den Tipp  :thumb:
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 17. Februar 2022, 22:17:21
Die bunten Häuser in Helgoland sind ja total hübsch, also optisch gefällt mit Helgoland mit Abstand am besten von allen drei Inseln.
Und dass Helgoland solch eine Kriegsgeschichte hat war mir völlig neu. Solche Führungen mache ich auch immer gern, da bekommt man in kurzer Zeit tiefe Einblicke!
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 18. Februar 2022, 16:23:49
Die Bunker kamen mal in einem Thriller vor und waren mir von daher bekannt.

Mir gefallen die bunten Häuser. Da können die Schweden nicht mithalten.

Zitat
eine Salted Caramel Torte und ein Glas Sanddorn Tee

Wie schmeckt eigentlich Sanddorn-Tee? In die Salted Caramel Torte würde ich glatt reinbeißen, obwohl ich Karamell nicht mag.

Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 18. Februar 2022, 18:07:15
Die Bunker kamen mal in einem Thriller vor und waren mir von daher bekannt.

Zitat
eine Salted Caramel Torte und ein Glas Sanddorn Tee

Wie schmeckt eigentlich Sanddorn-Tee? In die Salted Caramel Torte würde ich glatt reinbeißen, obwohl ich Karamell nicht mag.

Nicht nur Reiseberichte lesen bildet, sondern auch Thriller lesen/schauen :) Mir geht bzw. ging es wie Paula, ich hatte von den Bunkern und der Geschichte Helgolands ingesamt nichts gewusst oder, falls das mal Thema in der Schule war, wieder vergessen ;D

Die Salted Caramel Torte hättest du gut essen können, Salted Caramel schmeckt ja nicht so extrem nach Karamell und die Torte war (leider) sowieso nicht so geschmacklich intensiv. Wie Sanddorn Tee schmeckt - kann ich eigentlich gar nicht beschreiben, obwohl ich sogar hier zu Hause noch einen Rest vom Sanddorn Tee aus Rügen vom letzten Jahr habe, Sanddorn schmeckt als Saft ein bisschen wie Orangensaft, aber deutlich säuerlicher und ich finde etwas bitter, als Tee ist der Geschmack dann weniger intensiv. 
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 19. Februar 2022, 21:38:13
Hab mich gewundert, warum der Sanddorntee so milchig aussah  ;) sollte wohl etwas genauer lesen, da war ja auch von einem Cappu die Rede...

Die Bunker kamen auch in einem Friesenkrimi vor  8) Aber der Rest der Geschichte Helgolands war mir weitgehend unbekannt, insbesondere nicht der "Big Bang". Offenbar ist der rote Felsen sehr robust, dass er all die Bomben ausgehalten hat.

So schön bunt, habe ich die Häuser nicht in Erinnerung. Da hat sich wohl einiges getan. Außerdem staune ich ein wenig über die vielen Hotels. War mir gar nicht bewusst, dass so viele läner als einen (halben) Tag bleiben.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Silv am 20. Februar 2022, 12:34:41

Mir gefallen die bunten Häuser. Da können die Schweden nicht mithalten.


Vielleicht aber die Norweger... Ich schau mal dieses Jahr. Ich musste aber auch gleich Schweden bzw. Norwegen denken.  :)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Silvia am 20. Februar 2022, 13:34:26
Bin auch wieder auf dem Laufenden ... zu Helgoland hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht, gelesen oder sonstiges... deshalb sehr interessant die Geschichte zu lesen  :thumb:  ... die roten Felsen sind schon eindrucksvoll
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 20. Februar 2022, 19:47:25
11. Tag – Donnerstag, 30.09. -Sturmtag-Architektur und Düne

In der Nacht bin ich immer wieder aufgewacht, das ist wohl der stärkste Sturm, den ich je erlebt habt. Durchgängig war ein Rauschen vor den Fenstern zu hören, dazu dann immer wieder noch lautere Böen. Gegen Morgen wird es etwas ruhiger.

Gegen neun Uhr gehe ich den «Falm» auf dem Oberland entlang, von dieser Straße hat man direkten Blick auf das Unterland und die Düne. Oh ja, die Wellen sind hoch, an der Kaimauer und den Tetrapoden am äußeren Hafen und am «Kringelstrand» schießt das Wasser immer wieder in die Höhe. Zu schade, dass dieser gesamte Abschnitt wegen Bauarbeiten gesperrt ist.

Noch deutlicher sichtbar werden die hohen Wellen beim Blick rüber zur Düne. Ich überlege kurz, die Fähre zur Nachbarinsel zu nehmen, weiss aber nicht, ob sie wegen der Wellen überhaupt fährt  und wenn ja, wäre mir das zu «schaukelig».

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Ich spaziere daher vom «Falm» ein Stück hinunter ins Mittelland von wo man einen besseren Blick auf die Kaimauer am Hafen hat, vor allem nachdem ich auf das Teleobjektiv wechsle, kann ich auch aus der Entfernung über längere Zeit den Blick auf die Wellen genießen. Ich beobachte ein paar Leute, die über die Wiesen zum «Kringelstrand» absteigen, es ist kein Verbotsschild zu sehen, aber das ist mir zu heikel.

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Ich gehe wieder zurück aufs Oberland und schaue mir noch einige architektonisch interessante Punkte aus dem Flyer zur Architektur Helgolands an, den ich mir in der Touristinfo mitgenommen habe.

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Ich hätte gerne eine Architekturführung mitgemacht, es finden aber leider keine während meiner Zeit auf der Insel statt, so dass mir nur die Infos des Bunkerführers gestern und die aus dem Flyer bleiben.

Auf den (oder jedenfalls meinen) ersten kurzen Blick auf den bebauten Teil von Helgoland sieht das wie eine typische 50iger/60iger Jahre Siedlung wie es sie in Deutschland vielfach gibt, aus (ausgenommen natürlich die Hummerbuden), außergewöhnlich ist nur, dass es (fast) keine «modernen» Gebäude gibt.

Tatsächlich wurden die meisten der Gebäude, die sich heute auf Helgoland befinden, in den 1950iger und 1960iger Jahre erbaut, nach Zweitem Weltkrieg, Big Bang und Übungsbombenabwürfen, gab es keine intakten Gebäude mehr auf der Insel als sie 1952 an Deutschland zurückgegeben wurde. Viele der ehemaligen Bewohner wollten Helgoland genauso wieder aufbauen, wie es vor dem Krieg gewesen war, die Verantwortlichen schrieben aber einen Architekturwettbewerb aus, die Zerstörung sollte als Chance für Verbesserung genutzt werden. (Das nachfolgende Bild ist aus dem Bunker gestern abfotografiert, leider das einzige Bild, das ich aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg habe)

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Zur Erinnerung an die Geschichte wurde beschlossen, die geographischen Auswirkungen der Bombardierungen nicht zu beseitigen, d.h. das Mittelland blieb bestehen und auch die vielen Bombenkrater auf dem unbebauten Teil des Oberlands. Ebenso erhalten wurde das unter Hitler künstlich aufgespülte Nord-Ost-Land (wo sich jetzt z.B. die Jugendherberge und der Sportplatz befinden).

Architektonisch entschied man sich für Gebäude in Anlehnung sowohl an die Bauhaus Architektur als auch an den skandinavischen, insbesondere dänischen Stil. Das heißt schnörkellos, mit ausgeprägten Ecken und Kanten und unter Verwendung von kräftigen Farben (letztere sind nicht irgendwie zufällig gewählt, sondern von einem Hamburger Künstler speziell für Helgoland entwickelt worden, insgesamt sind es 14 verschiedene Farben).

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Die Anordnung der Häuser folgte hauptsächlich den klimatischen Bedingungen auf der Insel: eine dichte Bebauung mit vielen versetzt gebauten Vorsprüngen, verschachtelte Gassen, verwinkelte Dächer, um den häufigen Nordseewind innerhalb des Orts abzuschwächen.
Auch die Schule, die Jugendherberge und die Hummerbuden wurden entsprechend dieses Plans in den 1950iger Jahren gebaut. (Interessant – das Schulgebäude wurde nach dem Vorbild der dänischen Munkegaard Schule des Architekten Arne Jacobsen gestaltet, von ihm sollte ich einige Wochen später auf meinem Kopenhagen Trip noch einiges sehen – davon wusste ich aber während meines Aufenthalts auf Helgoland noch gar nichts.)

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Auf der Ostseite des Klippenrandwegs entlang gehe ich bis zum Jägerstieg, den ich zum Nordstrand hinabsteige. Der Sturm hat eine riesige Menge Algen bzw, Seetang herangespült, optisch weniger schön, für die Vögel scheinbar eine ergiebige Futterquelle.

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In der Ferne kann ich einen schönen Regenbogen sehen, hier bleibt es zum Glück trocken.

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Ich spaziere weiter in Richtung Hafenanlagen, wo man weiterhin das hochspritzende Meer beobachten kann.

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Am Strand der Promenade ist deutlich brauner Sand und/oder Sedimente im Wasser zu sehen, das durch den Sturm aufgewühlt wird.

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Bei wunderbarem Sonnenschein gehe ich weiter zu den Hummerbuden, hier wie auch schon an der Strandpromenade ist und bleibt es heute sehr ruhig, kein Schiff vom Festland legt an, für eine Überfahrt ist es viel zu stürmisch, daher bleiben die Tagestouristen aus, viele Geschäfte und kleinere Restaurants insbesondere in den Hummerbuden bleiben deshalb geschlossen.

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Mittagessen gibt es gegen 12 Uhr im «Flamingo» in der Fußgängerzone, das Dorschfilet mit Bratkartoffeln und Salat ist sehr lecker, dazu trinke ich einen Rhabarbersaft (EUR 22,00).

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Auch nach dem Essen scheint noch die Sonne, so dass ich mich doch noch für einen Ausflug auf die Düne entscheide. Leider fährt die Fähre heute wegen der Wetterbedingungen (bzw. vermutlich wegen der dadurch geringen Zahl an Fahrgästen) nicht halbstündlich, sondern nur stündlich und ich muss eine dreiviertel Stunde auf die nächste Abfahrt um 14 Uhr warten. Die Zeit nutze ich für ein paar weitere Fotos der Inselbebauung auf dem Unterland.

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Bis ich dann die nur zehnminütige Überfahrt auf der schaukelnden Fähre (EUR 6 Hin- und Rückfahrt) hinter mich gebracht habe, sind schon wieder viele Wolken im Anzug. Zunächst kann ich aber meinen Strandspaziergang genießen, die Düne ist landschaftlich nicht mit der Hauptinsel zu vergleichen, hier gibt es weißen Sand und grün bewachsene Dünen.

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Am Südstrand mit dem hübschen rot-weiß gestreiften Leuchtturm

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holen mich die Wolken dann ein, es fängt an zu schütten, zusammen mit dem heftigen Sturm, der den Sand quer über die Insel treibt, ist ein weiterkommen fast unmöglich, irgendwie kämpfe ich mich zum Dünenrestaurant durch. Hier kann ich mich bei Himbeerkuchen und Milchkaffee wieder aufwärmen und trocknen. Der Regen lässt bald etwas nach, sonnig wird es aber nicht mehr, so dass ich vom Restaurant den direkten Weg zum Fähranleger nehme, hoffentlich kann ich morgen die Düne bei besserem Wetter nochmal besuchen.

Zurück auf der Hauptinsel mache ich noch einen Versuch den Klippenrandweg entlang zu spazieren. Nach einem Blick auf die Lange Anna breche ich ab, der Sturm ist so stark, dass ich kaum die Kamera gerade halten kann und wenn ich den Wind im Rücken habe, muss ich extrem aufpassen, nicht hinzufallen, der Sturm drückt gegen die Beine, so etwas habe ich noch nie erlebt.

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Den stürmischen und trotzdem sehr abwechslungsreichen und über längere Zeit sonnigen Tag beende ich daher recht früh und hoffe auf weniger Sturm morgen.

Wetter: sehr stürmisch, längere sonnige Abschnitte, dazwischen kräftige Regenschauer, ca. 16 °C
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 20. Februar 2022, 20:14:27
Offenbar ist der rote Felsen sehr robust, dass er all die Bomben ausgehalten hat.

So schön bunt, habe ich die Häuser nicht in Erinnerung. Da hat sich wohl einiges getan. Außerdem staune ich ein wenig über die vielen Hotels. War mir gar nicht bewusst, dass so viele läner als einen (halben) Tag bleiben.

Das hat damals wohl alle sehr erstaunt, dass die Insel nicht komplett untergegangen ist bzw. wäre niemand überrascht gewesen, wenn nur ein paar vereinzelte Fetzen Land übrig geblieben wären.

Die Hotels haben natürlich, verglichen mit Hotels auf dem Festland, nur wenige Zimmer, es werden aber zusätzlich noch Ferienwohnungen vermietet, gefühlt ist in einem Großteil der Häuser zumindest eine Wohnung als Ferienwohnung vermietet. Das große moderne Gebäude am Hafen (mit dem schiefen, quadratischen Dach) war eine zeitlang ein Hotel, das hat sich aber nicht rentiert, nun gehört es einer Gesellschaft für Offshore Windenergie, dem zweiten Standbein der Insel neben dem Tourismus. Dort übernachten und wohnen nun deren Mitarbeiter.

Ziel ist, die Zahl der Tagestouristen auf dem aktuellen Niveau zu halten, das sind deutlich weniger als zur "Hauptzeit" der Insel, den 70iger und 80iger Jahren als die Leute wegen dem Duty Free Shopping kamen (ist immer noch mehrwertsteuerfrei, aber billiger Alkohol zieht wohl nicht mehr so), das dann durch die "Butterfahrten" in die Osteuropäischen Länder, wo es noch viel billiger war, ersetzt wurde. Und es sollen deutlich mehr Übernachtungsgäste werden, mit möglichst vielen Übernachtungen (diese Info sind alle von der Bunkerführung). Auf der Düne wurden deshalb eine ganze Reihe von modernen Bunglows mit Bad und Küche gebaut, früher gab es auf der Düne nur die Zeltübernachtung. Insgesamt ist es aber eine schwierige Situation, da es eigentlich jetzt schon zu wenig Restaurantplätze für die Übernachtungsgäste gibt, wenn man abends eine Platz möchte, muss mann wohl am besten ein paar Tage vorher schon reservieren. Personal für Restaurants und Hotels ist schwierig zu bekommen, da die Unterkünfte klein und eng sind und man in der Freizeit auf der Insel "festhängt".
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 21. Februar 2022, 16:56:22
Jetzt habe ich mir Helgoland auf Google Maps angeschaut und jetzt erst begriffen dass Helgoland-Düne eine zweite Insel ist  :-[
Der weiße Strand ist toll, bei Sommerwetter würde es mir dort am Strand bestimmt sehr gut gefallen.
Wenn bei dir im September schon so ein Sturm war wie wird es dann letztes Wochenende dort ausgesehen haben?

Dass ein Künstler die Farben ausgesucht hat sieht man, das ist alles sehr schön abgestimmt und wirklich gelungen, das gefällt mir richtig gut.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 21. Februar 2022, 17:47:10

Wenn bei dir im September schon so ein Sturm war wie wird es dann letztes Wochenende dort ausgesehen haben?


Da musste ich auch dran denken. Auch an die ostfriesischen Inseln. Wangerooge hat wohl fast den gesamten Strand verloren und auf Norderney gibt es entlang der Strandpromenade auch schwere Beschädigungen.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 22. Februar 2022, 22:50:21
Ich hätte bei dem Wiederaufbau mehr Großzügigkeit walten lassen, also nicht so eng bebaut, aber

Zitat
Die Anordnung der Häuser folgte hauptsächlich den klimatischen Bedingungen auf der Insel: eine dichte Bebauung mit vielen versetzt gebauten Vorsprüngen, verschachtelte Gassen, verwinkelte Dächer, um den häufigen Nordseewind innerhalb des Orts abzuschwächen.

Das macht natürlich Sinn.

Genau so eine "Butterfahrt" haben wir damals 1972 auch gemacht  8) Den Erwachsenen ging es damals mehr um billige Zigaretten. Darum sehe ich nun auch zum ersten Mal die Düne, zum Baden sind wir nicht rüber.  Schaut nach einem netten Strand aus.

So mit Sonnenstrahlen macht es auch Spaß, den Sturmnachwehen zuzuschauen. Am Wochenende hätte ich da nicht sein mögen  :P
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 23. Februar 2022, 16:23:43
Auf der Düne ist doch der Insel-Flughafen, wie ich in G***le Maps gesehen habe.

Es ist erstaunlich, dass die Düne einen so weißen Sand hat. Ich hätte eher roten erwartet, den es von den Felsen herüber wehte.

Bei dem Sturm hattest du Mut, die Überfahrt zu wagen :beifall:. Ich hoffe, er lässt nach und die Rückfahrt aufs Festland wird einigermaßen erträglich.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 23. Februar 2022, 18:01:32
Auf der Düne ist doch der Insel-Flughafen, wie ich in G***le Maps gesehen habe.

Es ist erstaunlich, dass die Düne einen so weißen Sand hat. Ich hätte eher roten erwartet, den es von den Felsen herüber wehte.


Genau, der Flughafen liegt auf der Düne, mitten im Sand zwischen Nord- und Südstrand. Auf meinem Weg vom Nord- zum Südstrand habe ich die Landepiste überquert, wenn ein Flugzeug landet oder startet blinken ein paar Warnlichter, dann darf man nicht rüber.

Ich finde es auch erstaunlich, dass die Düne landschaftlich so völlig anders ist als die Hauptinsel, dabei waren beide sogar bis, ich meine 1870, miteinander verbunden, dann hat ein Sturm sie getrennt und es gab wohl immer wieder überlegen, die Verbindung wieder aufzubauen, wohl erst vor ein paar Jahren gab es für die Helgoländer dazu ein Referendum und die Mehrheit hat dagegen gestimmt.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 23. Februar 2022, 18:18:27
12. Tag – Freitag, 01.10. – Museum und Düne

Erster Gang des Tages ist auch wieder zum Klippenrandweg und dort zu den Westklippen. Aber leider, der Wind bläst unverändert stark, die Westseite kann nicht begangen werden, daher nehme ich wieder den Jägersteig runter an den Nordstrand. Dort natürlich auch unverändert zu gestern die riesige Menge an Seetang.

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Vom Nordstrand spaziere ich in Richtung Hafen, kurz davor ist das Museum Helgoland. Ich zahle EUR 5 und zeige meinen Impfnachweis, dann kann ich ohne Maske (!) die Ausstellung anschauen. Gezeigt werden die Geschichte Helgolands mit Schwerpunkt rund um den Zweiten Weltkrieg, naturgeschichtliche Ausstellungsteile gibt es auch (interessiert mich ja eher nicht so sehr) und zurzeit läuft eine Sonderausstellung mit Fotografien von Franz Schensky (1871 – 1957), ein bekannter Inselfotograf, der sein Geld hauptsächlich mit Portraits der Bewohner und Urlauber verdiente, daneben aber wunderbare Landschaftsfotos der Insel machte.

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Im Außenbereich des Museums stehen Miniatur -Hummerbuden (und ein Mini-Leuchtturm), die innen jeweils etwas inseltypisches zu Thema haben, z.B. Leben und Werk von James Krüss (1926-1997), der auf Helgoland aufgewachsen ist oder das Postwesen der Insel.

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Nach dem Museumsbesuch gibt es Mittagessen, Chili con Carne und einen heißen Tee im «Emma und James» (EUR 15,00), gut zum Aufwärmen an diesem eher recht kalten Tag.

Trotz des nicht so optimalen Wetters beschließe ich noch einmal zur Düne zu fahren, um einen ausführlicheren Blick auf den Südstrand zu werfen, als gestern wetterbedingt möglich war.

Auch heute fährt die Fähre zur Düne nur stündlich, die Zeit bis zur nächsten Abfahrt um zwei Uhr vertreibe ich mir am Strand neben dem Hafen. Ich schaue auf dem Boden nach dem an Helgolands Stränden häufigen Strandglas, vom Meer glatt geschliffene Glasscherben (Foto am Abend in der Wohnung gemacht),

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als eine Frau zu mir kommt und sagt, ich solle auf den nötigen 30 m Abstand zu dem kleinen Seehund achten. Hä, Seehund, wo denn? Ich bin völlig überrascht, aber tatsächlich liegt nicht weit von mir entfernt im Sand ein gut getarnter, weil sandfarbener Seehund (oder Kegelrobbe?, da kenne ich mich nicht aus) – wie toll ist das denn! Auf der Düne sind Seehunde und Robben Stammgäste, allerdings wohl auch nicht immer, gestern waren jedenfalls keine zu sehen. Dass die Tiere auch an die Strände der Hauptinsel kommen, wusste ich nicht.

Natürlich ist auf der Kamera gerade das Weitwinkelobjektiv, damit mache ich trotzdem mal ein paar Fotos, das Tierchen, das bisher mit geschlossenen Augen ruhig dalag, ist inzwischen wach geworden und schaut sich um, dreht sich, so als ob es für die (inzwischen haben einige Leute, die in der Nähe waren, den Seehund bemerkt) Zuschauer posieren wolle.

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Da der Seehund keine Anstalten macht, sich ins Wasser zu verziehen, nehme ich mir die Zeit auf das Teleobjektiv zu wechseln und kann nun einige brauchbare Fotos machen – was für ein schönes Erlebnis.

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Weniger schön ist dann die Überfahrt zur Düne. Das Boot schaukelt heute nochmal deutlich mehr als gestern und die eigentlich kurze zehnminütige Fahrt zieht sich gefühlt ins Unendliche.

Auf der Düne gehe ich dann direkt an den Südstrand, vorbei an den bunten Bungalows.

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Robben sind keine zu sehen, stattdessen gibt es nochmal ganz viel Brandung und hohe Wellen, die sich an den Tetrapoden und dem zweiten Leuchtturm im Wasser brechen (durch den Wind ist leider sehr viel Salzwasser in der Luft, das sich auf die Kameralinse legt, so dass die Fotos etwas «milchig» erscheinen).

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Ebenfalls wie gestern fängt es schon nach recht kurzer Zeit wieder an heftig zu regnen, so dass ich bereits die 15.15 Uhr Fähre zurück auf die Hauptinsel nehme. Ob am Nordstrand der Düne heute Robben lagen? Ich werde es nie erfahren.

Auf der Rückfahrt mit der Fähre setze ich mich trotz Regen zum ersten Mal ins Freie, dort ist das Schaukeln etwas besser zu ertragen, als im schlecht belüfteten Inneren, dennoch bin ich froh, als ich wieder an Land gehen kann.

Im Café des Hotel «Hanseat» direkt an der Strandpromenade gibt es dann einen Milchkaffee zur extrem leckeren Apfeltorte (EUR 10,00).

Zur Abfahrtszeit des Schiffs nach Cuxhaven (nachdem gestern ja wie schon geschrieben, gar keine Schiffe vom Festland nach Helgoland gefahren sind, ist die MS Helgoland heute das einzige, erst morgen soll alles wieder normal fahren), das ich dann morgen nehmen werde, spaziere ich zum Anleger, um mir die Ausfahrt anzuschauen, das geht ja nicht, wenn ich morgen auf dem Schiff bin.

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Ich besorge mir dann in der Drogerie noch eine Packung feuchte Brillenputztücher, um meine Kamera gründlich reinigen zu können (die von zu Hause mitgenommen sind aufgebraucht) und gehe im erneuten Regenschauer zurück in meine Ferienwohnung. Es bleibt stark bewölkt, regnerisch und windig, so dass ich gar keinen neuen Versuch starte, den Sonnenuntergang anzuschauen.

Wetter: stürmisch, bewölkt, ab 15 Uhr immer wieder Schauer, ca. 15°C
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 24. Februar 2022, 17:03:40
Robbie gefällt mir sehr gut :herz: und der schien sich wohl zu fühlen.

Das Strandglas hätte ich auch gesammelt. Davon habe ich noch nie zuvor gehört/gelesen.

Schade, dass du von der Düne wieder nicht viel gehabt hast.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 26. Februar 2022, 15:39:37
Das kleine Museum schaut interessant aus. James Krüss kam mir zwar bekannt vor, musste aber erstmal schauen, was der so geschrieben hat.

Mit seinem tarnanzuf hätte ich den Seehund wahrscheinlich auch übersehen. Niedlich, der Kleine.  8)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 27. Februar 2022, 17:47:01
James Krüss kam mir zwar bekannt vor, musste aber erstmal schauen, was der so geschrieben hat.

Da bin ich ja froh, dass es dir auch so ging. Wenn man Reiseführer und Museum liest/anschaut, hat man den Eindruck, dass seine Bücher absoluter Standard in deutschen Kinderzimmern war/ist. Ich hatte keines seiner Bücher. Ich werde nun, da ich auf Helgoland war, wo seine Geschichten spielen bzw. von wo er seine Inspiration her hat, eventuell mal eines lesen, kann man ja auch noch als Erwachsener ;D
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 27. Februar 2022, 18:02:42
13. Tag – Samstag, 02.10. – Basstölpel und Rückfahrt nach Cuxhaven

Heute Morgen muss ich leider schon wieder meinen Koffer packen, aber immerhin kann ich noch einen Großteil des Tages auf Helgoland verbringen, das Schiff fährt erst um 16.15 Uhr ab.

Der Koffer muss bis 10.30 Uhr (soweit ich mich richtig erinnere) vor der Haustüre bereit zur Abholung durch den Gepäcktransport stehen, die Wohnung kann ich netterweise bis 12 (oder sogar 13 ?) Uhr nutzen.

Gegen halb zehn bin ich soweit fertig, stelle den Koffer mit der Banderole, die ich bei der Abfahrt in Cuxhaven bekomme habe, am Griff vor die Tür und spaziere in Richtung Klippenrandweg. Auf dem Weg dorthin schaue ich mir noch die St. Nicolai Kirche, deren Turm weithin sichtbar ist, auch mal von innen an. In der evangelisch-lutherischen Kirche, die ebenfalls während des Neuaufbaus in den 1950iger Jahren (wieder)errichtet wurde, sind das Taufbecken des Bildhauers Fritz Fleer, sowie mehrere Votivschiffe sehenswert.

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Hinter der James-Krüss-Schule erreiche ich den Klippenrandweg, den ich heute endlich wieder komplett gehen kann, auch wenn der Wind immer noch recht stark und auch kalt ist. Auch die Basstölpel und anderen Vögel, die sich während des Sturms in den letzten Tagen nicht gezeigt haben, kann ich nun nochmal ausführlich beobachten und fotografieren.

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Ich gehe an den Westklippen entlang, hier ist ein deutlicher Riss in der Felswand zu sehen, hoffentlich bricht da nicht bald ein großes Stück Fels ab.

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Weiter geht’s auf dem Falm mit Blick auf das Unterland. Erst jetzt fällt mir auf, dass die Häuser, die direkt an der Felswand stehen, durch Gitter vor herabfallenden Steinen geschützt werden.

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Gegen 11.30 Uhr beende ich meine Runde auf dem Oberland und gehe zurück in die Wohnung, packe die letzten Sachen in meinen Rucksack und gehe dann ins Unterland, um meinen Wohnungsschlüssel zurückzugeben. Von den Vermietern habe ich zu Weihnachten eine Karte bekommen, sehr nett.

Zum Mittagessen gehe ich heute zu «Bruns Pizza und Pasta», hauptsächlich auf Mitnahmegerichte ausgerichtet, gibt es aber auch einen netten Sitzbereich, ich bestelle Spaghetti mit Meeresfrüchten und ein Mineralwasser (EUR 16,00), warme Getränke gibt es leider nicht, ein Tee wäre mir zum Aufwärmen ganz recht gewesen – auch wenn es auf dem Foto eventuell anders aussieht, es ist eine sattmachende Hauptspeisenportion ;D.

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Nach dem Essen kommt tatsächlich die Sonne zum Vorschein. Ich spaziere zum Nordstrand, wo es einiges an Vögeln zu beobachten gibt und ich feststelle, dass ein Großteil der vielen Algen, die durch den Sturm an den Strand gespült wurde, verschwunden sind, wohin weiß ich nicht.

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Dann gehe ich doch noch ein letztes Mal über den Jägersteig hinauf aufs Oberland. Hier genieße ich ausführlich Sonne und Basstölpel.

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Um 14.30 Uhr gehe ich ins Unterland, wo es im «Emma und James» eine sehr leckere Schokotorte und einen Milchkaffee (EUR 9,00) gibt.

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Und dann muss ich mich schließlich auf den Weg zum Vorhafen machen. Auf dem Schiff empfangen mich die bekannten Regeln, das Ganze ist allerdings etwas entspannter, da sehr viel weniger Leute an Bord sind, als auf der Hinfahrt. Ich sitze trotz des kühlen Wetters überwiegend im Freien, entgegen meiner Befürchtungen (ich habe sogar Kaugummis gegen Reiseübelkeit in der Apotheke gekauft), ist die Überfahrt deutlich weniger schaukelig als die Hinfahrt. Ich unterhalte mich recht lange mit Mutter und Sohn (Sohn in meinem Alter) aus Hannover, die heute tatsächlich von dort aus mit dem Bus einen Tagesausflug (!) nach Helgoland gemacht haben und noch erstaunlicher, viele Jahre, schon als der Sohn noch ein Kind war, regelmässig Sommerurlaub auf Helgoland gemacht haben und noch machen, drei (!) Wochen am Stück meist, wobei beide auch sonst sehr viel reisen.

Zum Abendessen gibt es noch ein Salamisandwich auf dem Schiff für mich, gegen 18.45 Uhr sind wir schließlich in Cuxhaven, ich muss noch auf meinen Koffer warten, das Gepäck wird in Containern transportiert, dann gehe ich zu Fuß (auf den Bus warten lohnt nicht), nun schon in der Dämmerung, ca. 20 Minuten zum Hotel «Hafenhostel» (ist trotz des Namens ein ganz normales Hotel mit Zimmern mit eigenem Bad) in der Nähe des Bahnhofs, wo ich ein riesiges modernes Zimmer mit Blick auf den alten Fischerhafen bekomme.

(https://abload.de/img/211002_059_forumutkmy.jpg)


Wetter: bewölkt, nachmittags teilweise sonnig, ca. 15 °C
Unterkunft: Havenhostel Cuxhaven, EUR 76,80 inkl. Kurtaxe (ohne Frühstück) (gebucht über CUX Tourismus GmbH)
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 28. Februar 2022, 12:42:35
Tolle Vogelbilder sind dir da gelungen!  Besonders das Junge (?) schaut recht plüschig aus  ^-^
Habe mich schon gefragt, ob und wie die Leute denn ihre Häuser vor eventuellen Steinschlag schützen. Interessant, hier werden also mal die Häuser eingedrahtet und nicht die Felsen.
Und nun ist auch der Windpark, von dem ich dachte, der müsste doch da sein, mal zu sehen.

Tja, für etliche Hannoveraner - Ausnahme wir  ;) - ist Helgoland ein Tagesausflugsziel; sehr beliebt für Betriebsausflüge   ::)  Wie du so schön gezeigt hast, lohnt sich auch ein längerer Aufenthalt. Drei Wochen - und dann noch jeden Sommer - wäre mir aber zuviel.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 28. Februar 2022, 15:45:13
Schön, dass du eine ruhige Überfahrt hattest. Nach dem Sturm hätte ich eher das Gegenteil erwartet und bin erstaunt, wie schnell sich die Wogen glätten.

So ein oder zwei Tage Helgoland finde ich ok, aber drei Wochen wären mir auch zu viel. Da geht mir die Insel aus. Oder man verbringt die meiste Zeit auf der Düne mit einem Strandkorb voller Bücher :gruebel:.

Das Hostelhotel überrascht mit einer zweckmäßigen und sehr modernen Ausstattung.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 28. Februar 2022, 17:59:07
Tolle Vogelbilder sind dir da gelungen!  Besonders das Junge (?) schaut recht plüschig aus  ^-^

Danke. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es ein Junges der Basstölpel ist oder eine ganz andere Vogelart. Jedenfalls konnte ich mehrmals beobachten, wie auf dem Plüschigen herumgehackt wurde, vielleicht weil es immer noch da sitzt und nicht wegfliegt, es gab nur zwei oder drei so Plüschige.

Tja, für etliche Hannoveraner - Ausnahme wir  ;) - ist Helgoland ein Tagesausflugsziel; sehr beliebt für Betriebsausflüge   ::)  Wie du so schön gezeigt hast, lohnt sich auch ein längerer Aufenthalt. Drei Wochen - und dann noch jeden Sommer - wäre mir aber zuviel.

So ein oder zwei Tage Helgoland finde ich ok, aber drei Wochen wären mir auch zu viel. Da geht mir die Insel aus. Oder man verbringt die meiste Zeit auf der Düne mit einem Strandkorb voller Bücher :gruebel:.

Geht mir genauso, ein Tagesausflug lohnt nicht (auf die Idee, das von Hannover aus zu machen, wäre ich nicht gekommen, da muss man ja so früh los fahren, da das Schiff ja nicht wartet, Staus müssen doch miteinkalkuliert werden, ich meine die beiden mit denen ich mich unterhalten habe, sind zwischen 4 und 5 Uhr mit dem Bus gestartet), aber 3 Wochen sind definitiv zu viel, das ist mir genauso unverständlich wie der Tagesausflug von Hannover.

Ja, ich glaube solche Leute verbringen dann sehr viel Zeit auf der Düne im Strandkorb.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 01. März 2022, 18:08:05
Und zum Abschluss noch der letzte ereignislose Tag und das Fazit.

14. Tag – Sonntag, 03.10.- Rückfahrt nach Hause

Kurz nach 8 Uhr fährt mein Zug heute Morgen ab, praktischerweise ist das Hotel nur ein paar Fußminuten vom Bahnhof entfernt, auf das Hotelfrühstück verzichte ich trotzdem zugunsten einer halben Stunde mehr Schlaf.

Gegen 10 Uhr erreiche ich Hamburg, eine halbe Stunde später fährt der ICE nach Frankfurt ab, dieser ist ziemlich gut gefüllt, aber ich finde auch ohne Reservierung einen Sitzplatz.

Dreieinhalb Stunden später komme ich pünktlich in Frankfurt an, kaufe mir einen Becher Kaffee und fahre um halb drei Uhr weiter nach Worms. Auch dort ist alles pünktlich und kurz nach 16 Uhr bin ich wieder zu Hause.

Wetter: auf der gesamten Strecke bewölkt, windig, immer wieder Regenschauer, ca. 15°C


Fazit:

Auch das war wieder, trotz der vielen Zieländerungen und Umbuchungen ein sehr gelungener Urlaub. Das Wetter hätte ein bisschen besser sein dürfen, insbesondere auf Helgoland hätte ich mir einen Tag mehr ohne Sturm gewünscht, aber nach dem unbeständigen Wetter schon den ganzen Sommer über, war das nicht zu erwarten, das wichtigste wie immer, es gab keinen Dauerregen. Und – meine nun endlich (nachdem ich in den letzten Jahren regelmässig nass geworden bin) gekaufte Regenhose kam nicht zum Einsatz ;D.

Bis auf die Komplikationen im Vorfeld wegen des Lokführerstreiks und bei der Anreise von Emden Hauptbahnhof nach Emden Außenhafen waren erstaunlicherweise alle Bahnfahrten pünktlich und problemlos, die Maske war über die vielen Stunden am Stück entgegen meinen Befürchtungen gut zu ertragen.

Auf ein bisschen Abenteuer muss man sich aber tatsächlich bei einem Aufenthalt auf einer der Nordseeinseln einstellen wie ich feststellen musste, die Schiffsverbindung kann wegen schlechten Wetters oder auch einem technischen Defekt ausfallen oder sich deutlich verspäten.

Helgoland hat meine Erwartungen deutlich übertroffen, ich hatte etwas Bedenken, ob 4 Übernachtungen dort nicht zu viel sind, aber das war völlig unbegründet, es gibt genug zu sehen und zu tun. Es hat mir so gut gefallen, dass ich bald nochmal dorthin möchte, dann auch wieder 4 besser 5 Nächte. Ich möchte auf jeden Fall eine Architekturführung mitmachen, mit dem Boot die Insel umrunden (um die roten Felsen von unten zu sehen, das hat diesmal wegen der Sturmtage leider nicht geklappt), einen ganzen Tag ohne Wetterprobleme auf der Düne verbringen (und hoffentlich ganz viele Robben sehen) und auch das Hallenbad mit Außenschwimmbereich steht auf meiner Liste. Außerdem fehlt mir aufgrund der derzeitigen Baustelle noch der Kringelstrand, von dem aus man die Westklippen und die Lange Anna fast wie vom Boot von unten sehen kann. Und ich hoffe auf mindestens einen richtig schönen Sonnenuntergang.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Susan am 03. März 2022, 11:36:44
Herzlichen Dank für den interessanten Reisebericht. Hat Spaß gemacht virtuell mitzufahren. Vor dem PC merkt man ja die s-teife Brise nicht so  ;)

Für Borkum kann ich mich nicht so recht erwärmen, da gefallen mir die kleineren Inseln besser. Aber Helgoland wäre tatsächlich mal wieder einen Kurztrip wert. Colin jedenfalls ist schon mit seinem Kumpel am Planen  ^-^ Da wir immer mit ihm im Süden herumgekurvt sind, wusste er gar nichts von der Insel  ::)

 :danke:  und bis zum nächsten Mal :adieu:
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Ilona am 03. März 2022, 17:05:25
Auch von mir ein herzliches :danke:, dass wir dich in den hohen Norden begleiten durften. Helgoland ist durchaus sehenswert.

Wenn die Erderwärmung weiter fortschreitet, dann werde ich die Nordseeinseln auch mal ins Auge fassen. Kälte, Regen und Sturm möchte ich im Urlaub nämlich nicht haben.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 03. März 2022, 18:33:24
Susan vielen Dank fürs Mitreisen, schön, dass ich euch immerhin mit Helgoland eine Inspiration liefern konnte.

Auch dir vielen Dank Ilona für die rege Kommentierung. Schön, dass es so viele Ziele in verschiedene Klimazonen gibt, da kann man sich je nach Vorliebe eine Aussuchen. Bei Erderwärmung muss ich dann wohl noch weiter nach Norden ausweichen ;D.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Paula am 05. März 2022, 16:26:46
Hallo Christina,

So jetzt bin ich auch endlich am Ziel angekommen  :)
Danke für den interessanten, informativen Reisebericht! Für mich war das sehr erhellend, vor allem Borkum hatte ich mir ganz anders vorgestellt ( nachdem ein Kollege mir oft davon vorgeschwärmt hat).  Am besten hat mit Helgoland gefallen, rote Felsen sind für mich durch nichts zu tippen  ^-^
Wenn ich mal dazu komme zwei Sommerwochen in Deutschland zu verbringen mache ich es wahrscheinlich wie du mit einem Inselhopping über mehrere Inseln.
Ich wünsche dir noch viele schöne Reisen und eine tolle Zeit in Belgien  :winkewinke:
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 07. März 2022, 17:57:36
Hallo Paula, vielen Danke für deine Kommentare. Was die verschiedenen ostfriesischen Insel angeht, so sind die Geschmäcker halt verschieden, die Dame mit der ich mich auf der Rückfahrt von Helgoland lange unterhalten habe, findet Borkum schöner (oder netter zum Urlaub machen) als Norderney (über die anderen Inseln haben wir nicht gesprochen).

Auf Belgien freue ich mich schon, auch wenn (schon wieder) die Freude eingeschränkt ist, diesmal nicht durch Corona (gerade hat Belgien einen Großteil der Maßnahmen aufgehoben), sondern natürlich wegen dem Wahnsinnigen im Osten.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Silvia am 27. März 2022, 19:02:56
Ups, hier fehlt noch ein Dankeschön von mir für deinen Bericht und die tollen Fotos von den Inseln ... grad zum Schluß mit Robbie und den Basstölpeln  :herz:
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Christina am 28. März 2022, 17:49:37
Ups, hier fehlt noch ein Dankeschön von mir für deinen Bericht und die tollen Fotos von den Inseln ... grad zum Schluß mit Robbie und den Basstölpeln  :herz:

Freut mich, dass es dir gefallen hat. Ja, Robbie und Basstölpel waren auf jeden Fall ein Highlight der Reise.
Titel: Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
Beitrag von: Horst am 29. März 2022, 19:41:08
Hallo Christina,

ist mir irgendwie durchgerutscht, dass Dein Bericht schon zu Ende ist - vielen Dank dafür  :) und ich hätte auch nicht gedacht, dass das kleine Helgoland so viele Tage hergibt - wobei mich das im Bereich Nordsee auch am meisten interessieren würde.