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Das frühe Aufstehen und Frieren hat sich gelohnt, wunderschöne Fotos sind das geworden.

Und auch alle anderen Ziele an diesem Tag waren sehr lohnenswert und auch wieder eher abseits der üblicherweise angefahrenen Punkte.
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Silv am 30. Juni 2026, 12:11:50 »
Da hat sich das Bibbern gelohnt, tolle Bilder!

Und für einen Tag hast du echt viel gesehen. Und diese Steinsäulen sind cool  :)

So ein Outdoor-Museum lasse ich mir auch gefallen.
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 30. Juni 2026, 10:58:05 »
4.Tag  - 22.3.2026 Sonntag: California Dreamin'






Es gibt Orte da halte ich kurz, machen ein paar Aufnahmen und fahre weiter. Der Mono Lake ist dagegen eines dieser Ziele die mich fesseln.






So fahre ich an diesem Morgen zum dritten Mal bei schattigen 3 Grad (immerhin Plus) an den See. Den Sunrise bekommt man zu dieser Jahreszeit nicht geschenkt. Ohne etwas bibbern ist das trotz 3 T-Shirts, einem Hemd, 2 leichten Jacken, einer Fleecejacke und einer langen Unterhose nicht zu machen.




Die Szenerie ist aber so spektakulär und herzerwärmend, dass die Kälte schnell vergessen ist und mit den ersten Sonnenstrahlen läuft nicht nur meine Kamera warm, sondern auch ich. Sehr großes Kino.






































































Danach geht es zurück zum Motel - umziehen, auschecken und weiter auf die Nordseite des Mono Lake zu den Black Point Fissures. Der letzte Teil der Anfahrt sind Dirt Roads die man aber gut mit dem PKW bewältigen kann, wenn er ein bisschen Bodenfreiheit hat. Am Ziel findet man einen einsamen Parkplatz an dem man wohl meistens alleine ist. Über den Weg weiß ich erst mal nichts. Liegt vielleicht auch daran, dass es keinen Weg oder Trail gibt. Meistens durch Sand stapft man einen Berg hinauf - den Black Point - was nicht gerade unanstrengend ist. Immer wieder erreicht man eine Erhöhung und denkt nach der nächsten Ebene ist der höchste Punkt erreicht und dann geht das Aufwärts-Gestapfe doch wieder weiter. Irgendwann bin ich dann doch endlich oben und erklimme einen Hügel. Von dort sehe ich die Fissures noch ein Stück entfernt nach Norden. Also noch mal weiter. Nach anderthalb schweißtreibenden Stunden habe ich dann die Fissures erreicht.






Die Black Point Fissures (=Risse) sind schmale Felswände, die sich öffneten, als sich vor etwa 13.000 Jahren eine Lavamasse abkühlte und zusammenzog. So entstanden die Risse, deren Schichten alle aus Tuff, Asche und Sediment bestehen.





Diese Risse verlaufen in die Tiefe als schmale Felswände, die sich in kleine Schluchten und Slots auf dem Bergrücken verzweigen. Eine ungewöhnliche Laune der Natur die ich so noch nirgendwo gesehen habe. In einige der Slots kann man absteigen und einige Meter in der Schlucht gehen, manche Abschnitte sind dann aber nur von oben weiter verfolgbar, weil so eine Schlucht dann meist wieder durch einen Felssturz abrupt endet. Die Fissures zu fotografieren ist aufgrund der unterschiedlichen Lichtsituationen oben am Rand und unten in der Tiefe schwierig.
Der Rückweg wieder den Sandberg hinab geht natürlich wesentlich schneller und entspannter.

Danach geht es zurück nach Lee Vining an die Tanke, Sprit und einen Kaffee zapfen und weiter wieder auf dem Highway 395 Richtung Süden.







Ein kurzer Abstecher vom Highway führt zum June Lake. An sich wäre das hier eine schöne Loop Road mit mehreren Meilen und vielen Seen aber durch die winterlichen Bedingungen auf dieser Höhe im März ist nur der erste See, der June Lake erreichbar. Den lichte ich ab und fahre weiter nach Süden.





Ein zweiter Abstecher von der 395 ist die Owens Gorge Road zu den Crowley Lake Columns. Die Piste ist mit etwas gutem Willen und High Clearance ein gutes Stück auch mit einem PKW befahrbar.





Etwa 4 km vor dem eigentlichen Ziel ist für PKW’s Schluß. Dann ist zwingend ein Allrad gefordert und die Strecke hat auch ein paar sportliche Highlights im Programm (u.a. ein heftiger steiler Anstieg), die den Wrangler aber nicht an seine Grenzen bringen.







Oberhalb der Lake Crowley Columns ist dann ein kleiner Parkplatz mit herrlichem Blick über die Szenerie des Sees und der Berge.












Von hier führt ein Trampelpfad hinab an den See.






Wie uralte Ruinen ragen die Columns, die Säulen, am Ostufer aus dem Crowley Lake bis zu 6m Höhe empor.





Diese ungewöhnlichen Steinsäulen, die in engen Reihen und Bögen angeordnet sind, wurden nicht von menschlichen Händen gebildet, sondern entstanden durch eine sehr ungewöhnliche Kombination aus Vulkanismus, heißer Asche, Wasser und Erosion.
Vor etwa 760.000 Jahren gab es den gewaltigen Ausbruch der Long Valley Caldera. Dabei wurden riesige Mengen heißer Vulkanasche und Bimsstein abgelagert. Danach sickerte Grundwasser und kaltes Schmelzwasser in die noch heiße Vulkanasche. Tief im Gestein wurde das Wasser erhitzt und stieg als Dampf wieder nach oben. Dadurch entstanden senkrechte „Konvektionskanäle“ – ähnlich wie natürliche Wärmerohre. In diesen Kanälen lagerten sich Mineralien wie Silikat und Zeolithe ab und verhärteten das Material. Das weichere umliegende Gestein wurde über Hunderttausende Jahre durch Wind, Regen und später die Wellen des künstlichen Crowley Lake abgetragen. Übrig blieben die härteren Säulen – die heutigen Columns.
Die Säulen wurden erst sichtbar, nachdem der Stausee 1941 angelegt worden war. Die Wellen des Sees erodierten die Hänge und legten die Strukturen frei.








Das Ergebnis: Fast 5.000 dieser gebogenen Säulen die wie der Kreuzgang eines Klosters aussehen.






Aktuell ist der Wasserstand im Frühjahr zu hoch, als dass die Säulen ganz aus dem Wasser heraustreten. In der zweiten Jahreshälfte kann sogar man in das „Gewölbe“ eintreten.


Nach Aufstieg und Rückfahrt auf der Piste geht es auf dem Highway 395 weiter nach Süden. Mit jedem Kilometer klettern die Temperaturen wieder nach oben. Am frühen Nachmittag erreiche ich meinen Übernachtungsort Bishop und checke im Motel ein.





Nur 2 Kilometer außerhalb von Bishop Richtung Osten, besuche ich sogar mal ein Museum – das Laws Railroad Freilichtmuseum.





Im Laws Railroad Museum findet man wie der Namen vermuten lassen könnte nicht einfach nur ein paar Züge, ...





... sondern eine komplette nachgebaute Eisenbahnstadt aus dem Wilden Westen. Man kann frei im Gelände herumlaufen und bekommt ein ziemlich realistisches Gefühl dafür, wie das Leben in einer Eisenbahnstadt im späten 19. Jahrhundert war.










Die zerschlissene US-Flagge in einem der Gebäude versinnbildlichen den Zustand der Vereinigten Staaten von Amerika – die haben in ihrem Ansehen, ihrer Popularität und auch ihrer Wirtschaftskraft schon bessere Zeiten erlebt.






Für den Nachmittag habe ich mich in der vulkanisch geprägten Gegend rund um Bishop für die Buttermilk Boulders entschieden. 11 Meilen westlich der Stadt erreiche ich eines der bekanntesten Boulders Gebiete der USA.





Riesige Granitblöcke liegen hier in der Landschaft verstreut. Teilweise so hoch wie ein Haus ragen die runden Blöcke aus der Ebene in den Himmel.






Die Boulders bestehen aus Granit, der vor etwa 80–100 Millionen Jahren tief unter der Erde aus abgekühltem Magma entstand.






Mit der Entstehung der Sierra Nevada wurde das Gestein nach oben gedrückt. Erosion trug das darüber liegende Material ab und der Granit kam an die Oberfläche. Durch Druckentlastung und Temperaturwechsel begann der Granit zu reißen. Schalenartige Verwitterung formte die typischen runden, glatten Blöcke. Wind und Wetter legten sie frei und glätteten die Oberflächen weiter. Deshalb wirken die Felsen heute wie zufällig hingeworfene, perfekt geformte Kugeln in der Landschaft Kaliforniens. Natürlich findet man hier vorwiegend Kletterer, die mit ihren Matten im Schatten der Boulders auf ihren nächsten Aufstiegsversuch warten.









Ich erklimme einen Hügel und sehe mich um. Trotz der unübersehbaren Felsgiganten lohnt sich auch der Blick für Details – so gibt es wunderschöne Blumen am Fuß einiger Felsen.










Ein schönes Gebiet und ein verhältnismäßig kleiner Abstecher vom Highway – also für mich durchaus lohnend. Schon bemerkenswert, welch unterschiedliche Motive und Ansichten Kalifornien an nur einem Tag und einer Distanz von gerade mal 100 Meilen bietet - ein Kalifornischer Traum!

Das soll für heute genügen. Morgen muss ich mal wieder besonders früh raus und deshalb reiße ich für heute den Riemen runter, mache eine Stippvisite bei Taco Bell (muss 1-2 mal sein wenn ich in den USA bin) und beende dann diesen Tag.


Übernachtung: Motel 6, Bishop, Kalifornien
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 28. Juni 2026, 12:15:41 »
Wiedersehen mit dem Death Valley lässt mich in Erinnerungen schwelgen - 2012 war ich 5 Tage dort, mit vielen tollen Wanderungen, unglaublichen Farben und heftigen Winden - man wurde regelrecht sandgestrahlt und einem kaputten Zelt...

Wasser bzw. Schlamm in Badwater ist ein Glücksfall, ebenso die Blumen (auch wenn du nur die letzten Rest miterlebt hast)
Durch die Hitze sind sie leider recht schnell verblüht - da hätte ich dieses Jahr 2 Wochen früher dran sein müssen.
War aber ok. Gerade das Death Valley hat mich nach über 20 Jahren seit ich das letzte Mal dort war richtig geflasht und das trotz der (für diese Jahreszeit) ungewöhnlichen Hitze.
Die besten und noch intensiveren Eindrücke kommen beim zweiten Death Valley Besuch dieser Reise.
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 28. Juni 2026, 12:10:26 »
Das sind viel angenehmere Temperaturen :thumb:, gut, dass du hinsichtlich der Reihenfolge flexibel warst.

Die Hot Creek Site ist wohl eher eine unbekanntere Stelle, sieht aber sehr lohnenswert aus.

Am Mono Lake war ich leider noch nicht, du hast dir ja richtig viel Zeit dafür genommen. Sehr schönes Licht hattest du am Abend.
Bezüglich Hot Creek - geothermale Gebiete liebe ich ja besonders. Es gibt in der Region rund um den Hot Creek noch 5-6 weitere Locations wo man wie in Island in der Einsamkeit ein warmes Bad nehmen kann - also heiße/warme Pools wie Z.B. die Travertine Hot Springs oder die Wild Willy's Hot Springs um mal nur zwei zu nennen. Um da noch mehrere zu besuchen hat mir die Zeit gefehlt, bzw. habe ich eben andere Locations besucht.

Der Mono Lake war bei mir September 2009 schon mal geplant.
Damals hat mich ein Orthopäde "misshandelt". Spritze in den Rücken, Dura durchstochen, Liquorverlust im Gehirn (ihr braucht Euch bei mir also über nichts mehr wundern  ;) ) und damit verbunden ein paar Tage Krankenhaus. Den Rechtsstreit konnte ich wengen mangelnder Aufklärung gewinnen. Die Reise musste ich damals aber komplett canceln. Dafür sind wir dann im November nach Südafrika geflogen. Ein schönes Trostpflaster.  :D
Seitdem wollte ich die Tufas sehen.
Dieses Jahr hat es endlich geklappt und ich kann schon mal anmerken ... das war's noch nicht mit dem Mono Lake auf dieser Reise.   :)
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 :adieu:  In den letzten Monaten nur sporadischer Mitleser - das Leben hält mich auf Trab - kann ich mich doch nicht dem Reiz des SW entziehen  :herz:

Wiedersehen mit dem Death Valley lässt mich in Erinnerungen schwelgen - 2012 war ich 5 Tage dort, mit vielen tollen Wanderungen, unglaublichen Farben und heftigen Winden - man wurde regelrecht sandgestrahlt und einem kaputten Zelt...

Wasser bzw. Schlamm in Badwater ist ein Glücksfall, ebenso die Blumen (auch wenn du nur die letzten Rest miterlebt hast)


Die Tufa-Säulen am Monolake sind mir absolut neu, davon hatte ich noch nie gehört  :happy:

Die Fahrt mit den schneebedeckten Bergen im Blick ist herrlich ... Jetzt war ich auch schon einige Male in der Gegend, aber den Hot Creek kannte ich auch noch nicht.
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Das sind viel angenehmere Temperaturen :thumb:, gut, dass du hinsichtlich der Reihenfolge flexibel warst.

Die Hot Creek Site ist wohl eher eine unbekanntere Stelle, sieht aber sehr lohnenswert aus.

Am Mono Lake war ich leider noch nicht, du hast dir ja richtig viel Zeit dafür genommen. Sehr schönes Licht hattest du am Abend.
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 27. Juni 2026, 15:42:05 »
In die Gegend hat es uns noch nie verschlagen.

Die Sand Tufas wären schicke Stehtische :cool2:.
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 27. Juni 2026, 10:38:39 »
3.Tag - 21.3.26 Samstag: Way Up North - zu neuen Ufern
 





Heute soll es in die kühleren Regionen nach Norden gehen, die ursprünglich für das Ende der Reise geplant waren. Hier macht sich die Hitzewelle positiv bemerkbar, da ich im Vorfeld in dieser Gegend mit deutlich kühleren Temperaturen als Mitte 20 Grad gerechnet hatte.




Zunächst folge ich einigen Highways nach Westen.






Die Landschaft wird immer grüner und ein unerwartet schönes Gebiet mit Felsbrocken, das keinen besonderen Namen zu haben scheint, zwingt mich zu einem Fotostop. Es erinnert mich irgendwie an die Grapevine Hills im Big Bend Nationalpark in Texas.





Der Highway 120 und die anschließende Benton Crossing Road sind dabei ein unerwartetes Highlight. Die Straßen kurven durch herrliche Landschaften, sanft aber stetig gewinne ich an Höhe und am Horizont schiebt sich die Gebirgskette der schneebedeckten Sierra Nevada ins Bild.











Mein eigentliches erstes Ziel ist die Hot Creek Geological Site, jenseits der Staatengrenze in Kalifornien. Hier war ich mir im Vorfeld nicht sicher ob der kleine Park überhaupt angefahren werden kann und die Zufahrtsstraße nicht noch unter einer Schneedecke liegt. Die warmen letzten Wochen haben aber offensichtlich dieses Problem gelöst und so kann ich vom Parkplatz hinunter zum heißen Creek gehen.





Es gibt nur eine Handvoll Orte auf der Erde wie die aktive geologische Umgebung von Hot Creek.






Innerhalb der flachen Schlucht erreicht das Grundwasser, das von unterirdischen Körpern aus geschmolzenem Magma erhitzt wird, die Oberfläche und vermischt sich mit den kühlen Gewässern des Hot Creek, wodurch eine faszinierende Landschaft entstand.




Wie die meisten geothermischen Quellen verändert sich das Gebiet ständig und entwickelt sich weiter. Einst aktive Geysire und Quellen sind jetzt schlummernd oder ausgestorben, und jährlich erscheinen neue Quellen.






Ich gehe ein Stück den Bach entlang und beobachte Angler bei ihrem Fischfang.





Nach 2 Stunden kehre ich zum Parkplatz zurück und lasse mich an einem Picknickplatz für eine Lunchpause nieder.







Danach geht es weiter zum Highway 395 der Lebensader der Region, die hier von Süd nach Nord verläuft.
Am Convict Lake unweit des Highway lege ich noch einen Fotostop ein, dann halte ich auf dem Weg zum Mono Lake nicht mehr an.







Es muss genau vor 30 Jahren gewesen sein, als ich zum letzten Mal am Mono Lake war.





Von den schönen Tufa-Formationen wusste ich damals nichts und die finde ich schon absolut klasse.





Man nennt den Mono Lake aufgrund des Salzgehalts auch das Tote Meer Kaliforniens.





Die Gegend am südlichen Seeufer des Mono Lake wurde 1981 zur Mono Lake South Tufa Natural Reserve erklärt. Das Tuffgestein besteht aus Kalk (Kalziumkarbonat), ist sehr fragil und schon "gut in die Jahre gekommen".






13.000 Jahre werkelt die Natur schon an diesen Meisterwerken herum. Ein wahrhaft langwieriger Prozess, der durch Wechselwirkung der Frischwasserzuflüsse mit dem salzhaltigen Wasser des Mono Lake entsteht.





Der Salzgehalt des Mono Lake ist übrigens dreimal so hoch wie der eines Ozeans, weshalb man auch keine Tiere hier findet, die sonst einen See bevölkern. Im See leben nur Algen und Shrimps und Fliegen. Möwen und weitere Vögel bedienen sich an diesem besonderen Nahrungsangebot.






Der See ist eigentlich kein See wie viele andere. Vielmehr stellt er ein Becken vulkanischen Ursprungs dar. Seit Anfang der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden einige Zuflüsse des Mono Lake zur Trinkwasserversorgung des stetig wachsenden Los Angeles angezapft bzw. ganz umgeleitet. Nur 5 Prozent des einstigen Zuflussaufkommens gelangen heute noch in das Gewässer. Das Wasser der übriggebliebenen Zuflüsse transportiert nach wie vor gelöste Salze und Mineralien in den Mono Lake. Da kein natürlicher Abfluss existiert, verliert der Mono Lake nur durch natürliche Verdunstung etwas Wasser. Die eingeschwemmten Salze bleiben zurück, und deren Konzentration steigt ständig weiter an. Besonders schön ist der See natürlich an windstillen Tagen, wenn sich die Tufas und die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada im See spiegeln.

Im Übrigen gilt am Parkplatz der South Tufas auch der Nationalparkpass.





Neben den Tufas interessiert mich nun auch noch das ein paar hundert Meter weiter östlich liegende Ufergebiet der Sand Tufas am Navy Beach.
Beim Sand Tufa hat sich bei der Bildung dieser ungewöhnlichen Formationen Sand mit ins Travertin gemischt. Dadurch sind gut sichtbare „Röhren“ entstanden, filigrane Bauwerke der Natur. Durch den abgesunkenen Wasserstand des Mono Lakes wurden die in Gruppen zusammengefassten Röhren zuerst vom Sand verschüttet, dann von der Erosion teilweise wieder freigelegt.





Jetzt stehen einige von diesen Natur-Kunstwerken Knie- bis brusthoch in einer Sandmulde und geben ihre inneren Geheimnisse preis. Da die Sand Tufa Formationen sehr brüchig sind, muss man sich mit großer Vorsicht zwischen den weltweit einmaligen Unikaten bewegen, um nicht mehr zu beschädigen als es Wind und Wetter sowieso schon tun. Denn ohne den Schutz des Wassers sind die Tufas dem unvermeidlichen Verfall preisgegeben. Diese erste Runde am Mono Lake war sozusagen ein Scouten mit Kamera.





Nachdem die Fotospeicherkarte ordentlich gefüllt ist, überzeuge ich mich noch an einem Nachbarn des Sees von der vulkanischen Aktivität der Region. Gerade an der Südseite des Sees gibt es einige Vulkankrater, von denen der Panum Krater am leichtesten zu erreichen ist. Ein kurzer Aufstieg auf dem Kraterweg gibt Einblicke in die Vulkanlandschaft vor dem Hintergrund des tiefblauen Mono Lake.


Dann lege ich erstmal einen Break ein und steuere den Wrangler ins nur wenige Kilometer entfernte Lee Vining, checke im Motel ein und absolviere ein einfaches Abendessen auf dem Zimmer. In dem Nest hat zu dieser Jahreszeit sowieso praktisch noch fast alles zu, nachdem die wichtigste touristische Einflussgröße, die Tioga Pass Road hinein in den Yosemitie Nationalpark, noch einige Monate geschlossen sein wird.






Nach dem Abendessen fahre ich wieder wie am Nachmittag zunächst zu den South Tufas am Mono Lake.





Am See genieße ich die Golden Hour und die immer länger werdenden Schatten.














Danach geht es zum Sonnenuntergang auch noch einmal zu den Sand Tufas am Navy Beach.









Jetzt, wo sich die Sonne aufmacht hinter den Bergen zu verschwinden, kommen diese ungewöhnlichen Skulpturen besonders zur Geltung.













































Eine regelrechte Knipsorgie, die mir großen Spaß macht und das heute bei etwas über 20 Grad auch alles bei sehr angenehmen Temperaturen.



Übernachtung:  Murphey's Motel, Lee Vining, Kalifornien
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 26. Juni 2026, 07:09:24 »
35°C haben wir hier heute auch, eigentlich brauche ich einen Bericht aus kühleren Gefilden, um mich ein bisschen abzukühlen ;) - eine "Flucht aus der Hitze" ist zur Zeit leider mangels Urlaub nicht möglich.
Dann muss ich hier wohl schnell den Norden anbieten, damit wir alle zumindest virtuell etwa abkühlen können. ;)


Sehr vorausschauend trotz kurzfristiger Reise mit den Schuhüberziehern :).
Ja die Dinger hatte ich noch von einer früheren Reise zu Hause rumliegen.
Allerdings bei mir fast grotesk auf ein Detail zu achten wo es darum geht nicht schmutzig zu werden.
Wenn ich ein neues Hemd anziehe kann ich die Uhr danach stellen, wann ich den ersten Fleck darauf mache ...  ::)
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