1
Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Christina am Heute um 18:37:32 »6. Tag – Dienstag, 03.02. - 2. Teil
Wir bummeln noch durch das an der flussabgewandten Seite des Hügels liegende maurische Viertel. Hier sehen wir mehrfach die typischen Türgriffe in Handform (Hand der Fatima, in der Hand ist eine Kugel = Auge, dieses ist durch die Hand verdeckt und soll damit das Haus vor dem Bösen schützen) und auch wieder die maurischen Fenster- und Türgitter.







Über den Praça da República, an dem wir vorhin noch die Sonne genossen haben, nun schon wieder unter bedecktem Himmel,

gehen wir zurück ans Flussufer. Nach dem üppigen Mittagessen gestern steht uns heute eher der Sinn nach etwas Leichterem wie Sandwiches und Salate. Da sind wir vorhin an einem netten Café, das genau das anbietet vorbeigekommen. Leider sind dort aber alle Plätze schon belegt. Auf der Suche nach einer Alternative entdecken wir zufällig dann doch wieder ein typisch portugiesisches Restaurant, das Restaurant des Sportvereins von Tavira („Ginásio Clube Tavira“) im ersten Stock eines alten Stadtpalastes, das laut dem Aufsteller vor dem Haus nicht nur für Vereinsmitglieder zugänglich ist.
Zwischen Fotos von Sportmannschaften an den Wänden und Regalen mit Siegerpokalen sitzen wir im sonst typisch portugiesisch eher karg und ungemütlich eingerichteten Speisesaal neben vielen Einheimischen, aber auch Touristen. Ein komplettes Menü wird hier (zum Glück) nicht angeboten, ich nehme einen gegrillten Kabeljau mit Kartoffeln und Salat, Peter das Tagesgericht Hähnchenfleisch in Soße mit Pommes und Reis, dazu ein Orangensaft (der sich als Fanta aus der Dose entpuppt) und ein alkoholfreies Bier, auf den Nachtisch verzichten wir schweren Herzens, aber das wäre wieder viel zu viel (EUR 26,00). Alles hat wieder sehr gut geschmeckt.

Vorbei an ein paar Fischerbooten, die ein bisschen Farbe ins inzwischen graue Tageslicht bringen, gehen wir nach dem Essen zurück zum Auto.

Unser nächstes Ziel, die Ilha de Tavira, ist nicht weit entfernt von der Stadt. Wie wir vorhin von der Burg aus gesehen haben, liegt Tavira ja nicht direkt am Meer, sondern an einer Lagune. Die Ilha de Tavira grenzt die Lagune vom Meer ab, auf ihrer dem Meer zugewandten Seite befindet sich der Strand von Tavira. Erreichbar ist die Insel entweder mit regelmäßig vom Stadtzentrum aus verkehrenden Ausflugsbooten oder mit dem Auto bzw. Fahrrad. Die Insel ist nämlich mit einem schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Auf der Festlandseite des Damms im Örtchen Pedras d’El Rei befindet sich ein großer Parkplatz (jetzt zur Nebensaison kostenlos) von dem aus wir den Damm in wenigen Minuten erreichen. Der Damm kann zu Fuß (Fahrräder müssen auf dem Festland bleiben) oder mit einem kleinen Bähnchen überquert werden.

Wir gehen zu Fuß und haben in ca. 25 Minuten die Praia do Barril erreicht. Hier stehen einige nett restaurierte niedrige Gebäude in denen früher die Küstenwache stationiert war, heute sind verschieden Cafés, Restaurants und Souvenirshops darin untergebracht, die meisten jetzt in der Nebensaison geschlossen. Sehr interessant ist der sogenannte „Anker-Friedhof“ in den Dünen. Es handelt sich nicht um die Anker von Booten oder Schiffen, sondern von Fischernetzen zum Thunfischfang. Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jh. war der Thunfischfang und die anschließende Weiterverarbeitung des Fischs eine wichtige Einnahmequelle der Einwohner von Tavira.


Zweimal im Jahr kamen die Thunfischschwärme im Meer vor Tavira vorbeigeschwommen, um sie zu fangen, wurden riesige Netze (bis zu drei Kilometer lang) am Meeresboden mit eben diesen Ankern vom Ankerfriedhof befestigt. Wenn sie voll waren, wurden die Netze an Land gezogen. Alles war extrem harte Handarbeit, um z.B. so einen Anker an seinen Platz zu bringen, wurde er von 16 Männern in ein Boot gehievt, mit dem Boot aufs Meer gebracht und an der richtigen Stelle ins Wasser gelassen. Im Laufe der Jahre sank die Zahl der Thunfische immer weiter bis sich der Fang nicht mehr lohnte und eine Thunfischfanggesellschaft nach der anderen insolvent wurde. 1966 wurde der Thunfischfang dann endgültig aufgegeben. Die Anker blieben im Sand zurück, in der Hoffnung, dass sie doch irgendwann mal wieder genutzt werden würden (oder wie ich vermute, auch weil man sie so nicht anderweitig entsorgen musste
). Irgendwann wird von den Ankern nichts mehr übrigbleiben bzw. zu sehen sein, teilweise werden sie im Sand versinken, teilweise sich zersetzen.
Abgesehen von den Ankern selbst, wird die Erinnerung an den Thunfischfang auch durch eine ganze Reihe von Tafeln mit Erklärungen und Fotos aufrechterhalten.
Wir gehen dann noch ein Stück am Strand entlang (man könnte 4,5 km bis zum anderen Ende der Insel und der dortigen Strandsiedlung wandern und wieder zurück, Rother Nr. 32, dafür fehlt uns bei diesem trüben Wetter aber die Motivation) und laufen dann zurück zum Auto.





Zwischen dem Zentrum von Tavira und Pedras d’El Rei liegt das Fischerörtchen Santa Luzia. Hier stoppen wir nochmal und schauen uns auf einem kurzen Spaziergang die zahlreichen Boote, die hier vor Anker liegen, an. Eigentlich wollten wir hier noch Kaffee trinken, aber es ist fast alles geschlossen und die ein, zwei Cafés, die geöffnet haben, gefallen uns nicht.






Daher fahren wir nun wieder zurück nach Alvor, auf der Fahrt fängt es zu regnen an. Wir gehen noch in den Supermarkt und tanken dort (wie auch in Frankreich gibt es in Portugal an den großen Supermärkten dazugehörige Tankstellen, die wesentlich günstiger sind, als eigentliche Tankstellen) und sind gegen 17.30 Uhr wieder in der Ferienwohnung.
Wetter: vormittags sonnig, dann bewölkt, ab 16 Uhr Regen, ca. 18°C
Wanderung: Pedras d’El Rei – Praia do Barril und zurück 4,5 km, 20 Höhenmeter
Wir bummeln noch durch das an der flussabgewandten Seite des Hügels liegende maurische Viertel. Hier sehen wir mehrfach die typischen Türgriffe in Handform (Hand der Fatima, in der Hand ist eine Kugel = Auge, dieses ist durch die Hand verdeckt und soll damit das Haus vor dem Bösen schützen) und auch wieder die maurischen Fenster- und Türgitter.







Über den Praça da República, an dem wir vorhin noch die Sonne genossen haben, nun schon wieder unter bedecktem Himmel,

gehen wir zurück ans Flussufer. Nach dem üppigen Mittagessen gestern steht uns heute eher der Sinn nach etwas Leichterem wie Sandwiches und Salate. Da sind wir vorhin an einem netten Café, das genau das anbietet vorbeigekommen. Leider sind dort aber alle Plätze schon belegt. Auf der Suche nach einer Alternative entdecken wir zufällig dann doch wieder ein typisch portugiesisches Restaurant, das Restaurant des Sportvereins von Tavira („Ginásio Clube Tavira“) im ersten Stock eines alten Stadtpalastes, das laut dem Aufsteller vor dem Haus nicht nur für Vereinsmitglieder zugänglich ist.
Zwischen Fotos von Sportmannschaften an den Wänden und Regalen mit Siegerpokalen sitzen wir im sonst typisch portugiesisch eher karg und ungemütlich eingerichteten Speisesaal neben vielen Einheimischen, aber auch Touristen. Ein komplettes Menü wird hier (zum Glück) nicht angeboten, ich nehme einen gegrillten Kabeljau mit Kartoffeln und Salat, Peter das Tagesgericht Hähnchenfleisch in Soße mit Pommes und Reis, dazu ein Orangensaft (der sich als Fanta aus der Dose entpuppt) und ein alkoholfreies Bier, auf den Nachtisch verzichten wir schweren Herzens, aber das wäre wieder viel zu viel (EUR 26,00). Alles hat wieder sehr gut geschmeckt.

Vorbei an ein paar Fischerbooten, die ein bisschen Farbe ins inzwischen graue Tageslicht bringen, gehen wir nach dem Essen zurück zum Auto.

Unser nächstes Ziel, die Ilha de Tavira, ist nicht weit entfernt von der Stadt. Wie wir vorhin von der Burg aus gesehen haben, liegt Tavira ja nicht direkt am Meer, sondern an einer Lagune. Die Ilha de Tavira grenzt die Lagune vom Meer ab, auf ihrer dem Meer zugewandten Seite befindet sich der Strand von Tavira. Erreichbar ist die Insel entweder mit regelmäßig vom Stadtzentrum aus verkehrenden Ausflugsbooten oder mit dem Auto bzw. Fahrrad. Die Insel ist nämlich mit einem schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Auf der Festlandseite des Damms im Örtchen Pedras d’El Rei befindet sich ein großer Parkplatz (jetzt zur Nebensaison kostenlos) von dem aus wir den Damm in wenigen Minuten erreichen. Der Damm kann zu Fuß (Fahrräder müssen auf dem Festland bleiben) oder mit einem kleinen Bähnchen überquert werden.

Wir gehen zu Fuß und haben in ca. 25 Minuten die Praia do Barril erreicht. Hier stehen einige nett restaurierte niedrige Gebäude in denen früher die Küstenwache stationiert war, heute sind verschieden Cafés, Restaurants und Souvenirshops darin untergebracht, die meisten jetzt in der Nebensaison geschlossen. Sehr interessant ist der sogenannte „Anker-Friedhof“ in den Dünen. Es handelt sich nicht um die Anker von Booten oder Schiffen, sondern von Fischernetzen zum Thunfischfang. Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jh. war der Thunfischfang und die anschließende Weiterverarbeitung des Fischs eine wichtige Einnahmequelle der Einwohner von Tavira.


Zweimal im Jahr kamen die Thunfischschwärme im Meer vor Tavira vorbeigeschwommen, um sie zu fangen, wurden riesige Netze (bis zu drei Kilometer lang) am Meeresboden mit eben diesen Ankern vom Ankerfriedhof befestigt. Wenn sie voll waren, wurden die Netze an Land gezogen. Alles war extrem harte Handarbeit, um z.B. so einen Anker an seinen Platz zu bringen, wurde er von 16 Männern in ein Boot gehievt, mit dem Boot aufs Meer gebracht und an der richtigen Stelle ins Wasser gelassen. Im Laufe der Jahre sank die Zahl der Thunfische immer weiter bis sich der Fang nicht mehr lohnte und eine Thunfischfanggesellschaft nach der anderen insolvent wurde. 1966 wurde der Thunfischfang dann endgültig aufgegeben. Die Anker blieben im Sand zurück, in der Hoffnung, dass sie doch irgendwann mal wieder genutzt werden würden (oder wie ich vermute, auch weil man sie so nicht anderweitig entsorgen musste
). Irgendwann wird von den Ankern nichts mehr übrigbleiben bzw. zu sehen sein, teilweise werden sie im Sand versinken, teilweise sich zersetzen. Abgesehen von den Ankern selbst, wird die Erinnerung an den Thunfischfang auch durch eine ganze Reihe von Tafeln mit Erklärungen und Fotos aufrechterhalten.
Wir gehen dann noch ein Stück am Strand entlang (man könnte 4,5 km bis zum anderen Ende der Insel und der dortigen Strandsiedlung wandern und wieder zurück, Rother Nr. 32, dafür fehlt uns bei diesem trüben Wetter aber die Motivation) und laufen dann zurück zum Auto.





Zwischen dem Zentrum von Tavira und Pedras d’El Rei liegt das Fischerörtchen Santa Luzia. Hier stoppen wir nochmal und schauen uns auf einem kurzen Spaziergang die zahlreichen Boote, die hier vor Anker liegen, an. Eigentlich wollten wir hier noch Kaffee trinken, aber es ist fast alles geschlossen und die ein, zwei Cafés, die geöffnet haben, gefallen uns nicht.






Daher fahren wir nun wieder zurück nach Alvor, auf der Fahrt fängt es zu regnen an. Wir gehen noch in den Supermarkt und tanken dort (wie auch in Frankreich gibt es in Portugal an den großen Supermärkten dazugehörige Tankstellen, die wesentlich günstiger sind, als eigentliche Tankstellen) und sind gegen 17.30 Uhr wieder in der Ferienwohnung.
Wetter: vormittags sonnig, dann bewölkt, ab 16 Uhr Regen, ca. 18°C
Wanderung: Pedras d’El Rei – Praia do Barril und zurück 4,5 km, 20 Höhenmeter
Neueste Beiträge



























.
.




























































