10. Tag, Mittwoch, 28.05.Heute wird nochmal gewandert, es ist unser letzter voller Urlaubstag und somit gibt es keinen Grund zur Schonung unserer diversen Wehwehchen mehr.
Der Himmel zeigt sich am Morgen mal wieder sehr trüb, vielleicht wird es im Laufe des Tages besser, wir gehen erstmal unseren Supermarkteinkauf erledigen, Proviant für die Heimfahrt morgen und ein paar leckere französische Lebensmittel für die erste Zeit zu Hause.
Gegen 10 Uhr fahren wir dann Richtung Nordwesten zum Ausgangspunkt der Wanderung an der Baie des Trépassés. Hier und auch an der benachbarten Landzunge Pointe du Raz waren wir während unseres 2014er Urlaubs schon, allerdings haben wir damals nur jeweils einen Fotostopp gemacht, wegen des schlechten Wetters.
Das Wetter ist heute nicht viel besser, nachdem wir die Toiletten genutzt haben, starten wir aber trotzdem gegen 11 Uhr die Wanderung Nr. 32 des Rother Wanderführers bzw. einen Teil davon.
Auf einem schmalen Pfad geht es recht steil bergauf, die tiefhängenden Wolken verhindern zunächst jeglichen Blick hinüber zur Pointe du Raz.
Dann geht es einigermaßen eben weiter um die nächste Bucht herum und nun lichten sich auch endlich Nebel und Wolken und wir können einen Blick auf die zerklüftete Pointe du Raz mit ihrem Leuchtturm werfen. Aber auch die andere Richtung ist einen Blick wert.
Nun steht der nächste steile Anstieg an, ein Schild warnt vor einem extrem ausgesetzten Weg mit Absturzgefahr und schlägt einen einfacheren Umleitungsweg etwas von der Küste entfernt vor. Na ja, ich wäre den Küstenpfad gegangen, aber da Peter Höhenangst bzw. Höhenschwindel hat, gehen wir lieber kein Risiko ein und folgen dem Umleitungsweg. Das stellt sich allerdings als keine so tolle Idee heraus, der Pfad wird wohl kaum begangen und führt durch mehr als Hüfthoch gewachsene Pflanzen, die wegen des Nebels alle nass sind, so dass wir bald mit nassen Schuhen und Hosen dastehen. Klar, die Wanderschuhe sind wasserdicht, aber dennoch kein Spaß hier zu laufen.
Wie lange die Umleitung ist, wissen wir nicht, es ist inzwischen Mittag und wir machen unsere Pause an einer weniger dicht bewachsenen Stelle, aber im Stehen, denn Felsen zum Sitzen gibt es hier nicht.
War fast schon klar, nur kurze Zeit nach unserer Pause sind wir wieder am Hauptweg mit tollen felsigen Sitzgelegenheiten und schönem Ausblick.
Bald erreichen wir die Landspitze Pointe du Van mit der Kapelle St. They aus dem 15. Jh. Die Küste hier ist wirklich beeindruckend mit den vielen Felsvorsprüngen und kleineren und größeren Buchten.
Leider sind die rosa Blumen (das sind glaube ich Strandnelken) überwiegend schon verblüht, aber es gibt viele gelb blühende Pflanzen (vermutlich Ginster), ein schöner Anblick.
Hier an der Pointe du Van sind einige Leute unterwegs, denn ein Parkplatz ist nicht weit. Sobald wir uns davon entfernen und unsere Wanderung auf dem Küstenpfad fortsetzen, wird es wieder einsam.
In leichtem bergauf und -ab geht es vorbei an Felsvorsprüngen und kleineren Buchten den Küstenpfad entlang. Die Sonne kommt hin und wieder raus und dann kommen die wunderschönen Blautöne des Wassers erst richtig zur Geltung.
Nach ungefähr zwei Stunden führt uns die Wanderung dann schließlich weg von der Küste und über landwirtschaftliche Wege im Landesinneren zurück zum Parkplatz, den wir nach 9,54 km und 240 Höhenmetern erreichen.
Leider will es nicht so richtig sonnig werden, ich gehe trotzdem noch kurz an den Strand, nun ist Flut und ein paar Surfer sind im Wasser, die Wellen sind ziemlich hoch.
Dann fahren wir Richtung Ferienwohnung. An einer Waschanlage zum selber Waschen machen wir das Auto sauber, der häufige Nieselregen und die nicht geteerten Parkplätze haben für einigen Dreck gesorgt, da bekommt man beim Kofferraum beladen und ein-/aussteigen ständig eine dreckige Hose.
Wir tanken noch und holen nochmal frisches Baguette.
In der Unterkunft wird gepackt, schon mal etwas ins Auto geladen und zu Abend gegessen. Da es weiterhin trüb ist, lohnt sich ein abendlicher Spaziergang nicht.
Wetter: bewölkt, neblig, kurzer Nieselregenschauer, kurz mal sonnig, ca. 15-18°C
Wanderung: Rother Bretagne Nr. 32 (teilweise), 9,54 km, 240 Höhenmeter