15. Oktober Rollertour nach Setenil de las BodegasUnser heutiges Ziel hat uns die Platzwartin empfohlen. Es liegt auf der Route der
Pueblos Blancos (weißen Dörfer) und wird wohl gut besucht sein, besonders da schon wieder zwei Kreuzfahrtschiffe in Malaga liegen.

Die meisten dieser weißen Dörfer entstanden in sicherer Höhe auf Hügeln oder an Berghängen, die Siedler von Setenil haben die schmale Felsenschlucht des Rio Trejo für ihren Ort gewählt. Im Laufe der Jahrtausende hat der nämlich Balkone und Höhlen in den Sandstein geformt. Das nutzten die Menschen und errichteten natürliche Höhlenunterkünfte. Oft brauchten sie da nur eine Wand zwischen Boden und Felsüberhang ziehen und fertig war die Wohnung.
Bewohnt waren die Höhlen wohl schon seit der Steinzeit, die maurischen Emire bauten dann im 8. Jhd. auch oben eine Festung. So war der Ort schwer zu erobern, woher auch angeblich der Name kommt und zwar aus dem lateinischen "septem nihil" (siebenmal nichts bei Belagerung). Am 21. September 1484 jedoch fiel der Ort endgültig an die katholischen Könige Kastiliens.
Die Endung "de las Bodegas" verweist auf den langjährigen - Antike bis 1860 - Weinanbau in der Gegend und die Nutzung der Felshöhlen als Weinkeller.
Wir kommen aus Südosten in den Ort und folgen den Parken Schildern. Als der Weg wieder bergauf führt, parken wir den Roller irgendwo an der Straße. Dann spazieren wir hinunter zum Rio und in eine der beiden Hauptgassen des alten Dorfes.

Der Bach wirkt nicht so als hätte er ml eine Schlucht graben können. Für Gänse und Enten ist aber genug Wasser da

Die
Calle Cuevas del Sol folgt dem Ufer des Flussbettes und liegt auf der Sonnenseite. Die überhängenden Felswände bilden hier natürliche Dächer der weiß gekalkten Häuser. Viele dienen heutzutage als Bar, Restaurant oder Souvenirlädchen.




Ein Treppenaufgang führt hinauf zum
Mirador del CarmenVon dort aus können wir die Reste der maurischen Festung erblicken und die
Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación, die die Katholischen Könige an der Stelle der ehemaligen Moschee erbauen ließen.

Wir stiefeln wieder hinunter und weiter in die Schlucht hinein bzw. heraus, denn sie weitet sich. Die Calle Cuevas del Sol geht über in die Calle Jaboneria. Dort sind die Höhlenbauten noch Wohnhäuser, einige auch Urlaubsunterkünfte.



Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación andere Seite
Mittlerweile sind auch die Hänge der umliegenden Hügel bebaut, wie wir hier gut sehen können.

Wir wechseln zur anderen Flussseite. Vorbei an der Calle Herreria, einer Treppengasse, die hinauf zur Kirche führt (haben wir uns geschenkt), und einem Wandbild aus bemalten Schindeln

kommen wir zur
Calle Cuevas de la Sombra. Dort ragt der Felsen auf einem kurzen Stück so weit hinein, dass er auch noch gleichzeitig Häuser an der Uferseite mit bedeckt.




Blick zur Sonnenseite
Das Vorbeischlendern an so vielen Lokalen hat uns natürlich den Mund wässrig gemacht. Kersten hat sich sogar gemerkt, wo es eine Heladeria gibt

Dort trinken wir dann einen großen Frappuccino mit dem stolzen Preis von 9 Euro.

Setenil war Schauplatz in spanischen Filmen und TV-Serien, z.B. Curro Jiménez, eine Serie über das Banditentum in Andalusien im 19. Jhd. Die gab es wohl sogar auf deutsch im DDR Fernsehen zu sehen.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz halten wir noch kurz zum Tanken und bei Lidl zum Einkaufen.