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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 27. Juli 2026, 12:16:52 »11.Tag - 29.3.2026 Sonntag: Die Olympiade der Erosion
Der Handywecker hat seinen Auftritt heute wieder um 5 Uhr. Als ich meinen Schlüssel in der Casino-Rezeption abgebe, sind schon wieder einige am Zocken (meist ältere Leute).
Auf der I-15 geht meine Fahrt nach Westen. Nach 15 Minuten verlasse ich die Interstate auf einen Highway nach Süden. Morgenstund hat Gold im Mund. Bei mir ist das die Gold Butte Road, auf die ich nach Süden abbiege. Die Straße ist größtenteils geteert, sollte aber umsichtig befahren werden. Ein solches Schlaglochfestival überhaupt als Straße zu bezeichnen ist gewagt. Die Gegend ist nicht gerade überlaufen. Eine einzige kleine Farm liegt an der Strecke, an der man aber immerhin ein Palmenhain findet. Nach einer Fahrzeit von gut einer Stunde ist die Whitney Pocket erreicht.

Das Gelände der Whitney Pocket ist Teil des Gold Butte National Monuments aber keine Sorge, ein Kassenhäuschen wird man hier vergeblich suchen. Außer 2 Campern, die wohl hier übernachtet haben, auch hier weit und breit niemand zu sehen.

Die Whitney Pocket steht eigentlich für drei Dinge - bunte und aberwitzig geformte Felsen, durchlöchert wie ein Schweizer Käse, Joshua Trees und Petroglyphs. Auf die Suche nach Petroglyphs also Felszeichnungen zu gehen spare ich mir. ...
Bei so einer spektakulären Landschaft fehlt mir für Petroglyphs heute die Begeisterung. Per Allrad könnte man auch mit dem Auto weiter in das Gebiet vordringen aber ich möchte das ja zu Fuß machen, um durch dieses Wunderland mit der Kamera streifen zu können.

Die bunten skurrilen Felsen ziehen mich sofort in ihren Bann.

Die Whitney Pocket wird oft als Gebiet mit Sandsteinfelsen aus gestreiften Bändern beschrieben. Genau solche Landschaften machen Farbunterschiede besonders sichtbar, weil die Erosion die inneren Schichten freilegt.


Geologisch hängt das auch mit denselben großen Wüstensandstein-Systemen zusammen, die man aus Teilen von Süd-Nevada und Süd-Utah kennt – also ehemaligen Dünenlandschaften, die später verfestigt und wieder freigelegt wurden.

Überwiegend bestehen (teilweise bestanden) die Felsen aus dem rot-orangem Aztec Sandstone, also verfestigten alten Wüstendünen aus dem Erdmittelalter. In diesen Dünensanden wurden zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Minerale abgelagert. Rot-, Orange- und Brauntöne entstehen hauptsächlich durch Eisenoxide.


Helle Weiß-, Creme- oder Beigetöne zeigen Bereiche, in denen entweder weniger Eisen vorhanden war oder Eisen später durch zirkulierendes Wasser teilweise wieder herausgelöst wurde. Die Bänder und Streifen entstehen, weil Sandlagen mit unterschiedlicher Mineralzusammensetzung schichtweise abgelagert wurden.
Später haben Wind, Regen und Temperaturwechsel die Gesteine unterschiedlich stark angegriffen.

Dadurch treten manche Farbschichten stärker hervor als andere, und bizarre Formen mit noch deutlicheren Farbkontrasten entstehen. Es wirkt so, als ob die Erosion hier ihre olympischen Spiele abhalten würde.



Aufgrund der grellen Farben kommen die orangen Felsen wie man sie im Valley of Fire zu Hauf findet in meiner Aufmerksamkeit fast ein wenig zu kurz.

Das rot, gelb, weiß, lila und rosa flasht mich schon völlig.


Das für mich einmalige der Whitney Pocket ist die Kombination der bunten Felsen mit den Joshua Trees.

Joshua Trees sind ziemlich spezialisierte Pflanzen – sie wachsen nur unter ganz bestimmten Bedingungen, weshalb ihr Verbreitungsgebiet auch relativ begrenzt ist, so wachsen sie fast ausschließlich in der Mojave Desert im Südwesten der USA (Kalifornien, Nevada, Arizona, Randgebiete von Utah). Die Mojave-Wüste bietet genau die Mischung aus Höhe, Winterkälte und saisonalem Regen, die diese Pflanzen brauchen. In heißeren Wüsten wie der Sonora-Wüste fehlen oft diese kühleren Winterbedingungen.
Ihre Höhenlage liegt meist zwischen 400 und 1.800 Metern. Diese mittleren Höhen sorgen für die richtige Kombination aus Temperatur und Niederschlag. Joshua Trees sind übrigens überraschend frosttolerant (bis etwa −10 °C), aber mögen keine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit.


Die Farbenorgie ist unfassbar.


Für den Moment mache ich nun einen Cut, verlasse die Whitney Pocket und fahre auf dem Gold Butte Highway (der nun nicht mehr geteert ist) weiter nach Osten. Irgendwann folge ich einer Abzweigung (Mud Wash North Road) nach Süden. Für High Clearance Fahrzeuge kein Problem, nur die letzten 1-2 Meilen sind etwas grenzwertig für einen PKW (Mud Wash Road). Man könnte das Fahrzeug aber vorher abstellen und Luftline etwa einen Kilometer laufen und so nicht der Piste folgen die im Bogen mehr oder weniger einem Wash folgt.

Irgendwann habe ich mein Ziel – Little Finland erreicht und gönne mir auch noch den letzten Anstieg über ein paar Höhenmeter – wofür hat man sonst einen Wrangler. Nicht nur die Palmen weisen darauf hin, dass ich trotz des scheinbar nordischen Namens nicht per „beamen“ nach Skandinavien gereist bin.

Fin heißt im englischen so viel wie Flosse.

So bin ich also im „kleinen Flossenland“ und das hat nichts mit Finnland im Norden Europas zu tun.

Die Gegend von Little Finland wirkt fast wie von einem Künstler gestaltet – ist aber ein Lehrbuchbeispiel für extreme Verwitterung in der Wüste.

Ein derart von der Erosion zerfressenes Gestein ist selbst für den Südwesten der USA ungewöhnlich. Ähnlich wie im Valley of Fire State Park besteht auch Little Finland aus altem Sandstein (ebenfalls aus ehemaligen Dünen). Dieser ist aber besonders weich und ungleichmäßig verfestigt. Einige Bereiche sind stärker „zementiert“ (also härter), andere sehr brüchig. Dadurch wird das Gestein nicht gleichmäßig abgetragen. Der Wind schleift über Jahrtausende Sandkörner gegen den Fels. Weiche Teile werden schnell ausgehöhlt. Harte „Kappen“ bleiben stehen, wodurch bei manchen Formationen die dunklen Kappen über dem roten Gestein thronen. Die vielen kleinen Löcher entstehen durch eine Kombination von Salzkristallen, die das Gestein von innen sprengen und lokal wirkender Feuchtigkeit (z. B. Tau).

Der Boden ist häufig mit einer weißen Schicht bedeckt. Diese Schicht ist die Hinterlassenschaft eines ehemaligen Sees, dessen Wasser einst verdunstet ist und gelöste Mineralien zurückblieben, die für die weiße Kruste sorgten. Auch heute kann Wasser aus dem Untergrund nach oben steigen: Es bringt gelöste Salze mit und verdunstet sofort in der Wüstenhitze. Als Folge bleibt das ebenfalls weiße Salz an der Oberfläche.

Irgendwie ist man hier fast ein wenig erschlagen von der Vielzahl der Figuren.

Zwei dieser Figuren ragen aus dem Labyrinth dieser Skulpturen heraus. Dieser hier der etwas von einem Herz hat ...

... und mein Favorit ist der reitende Drache (zumindest sieht er für mich so aus).

So geflasht wie in der Whitney Pocket bin ich trotzdem nicht. Auch nicht, weil ich das Gebiet von früher kenne und es relativ klein ist. Ich denke die Farben und die Vielfalt wie in der Whitney Pocket fehlen mir hier für einen zeitlich längeren Besuch als die ca. 2 Stunden die ich herumstreife.

So geht es für mich wieder zurück und da ich gerade am späten Nachmittag ja wieder an der Whitney Pocket vorbeifahre, lockt es mich dort noch einmal die Rückseite der Felsen beleuchtet zu bekommen, die am Morgen im Schatten lagen.


Face-Rock?





So habe ich hier wieder meinen Spaß, schaffe an diesem Tag insgesamt meinen Rekord an Bildern dieser Reise und fahre hochzufrieden in mein Domizil nach Mesquite, Nevada.
Übernachtung: Virgin River Casino & Lodge, Mesquite, Nevada
Der Handywecker hat seinen Auftritt heute wieder um 5 Uhr. Als ich meinen Schlüssel in der Casino-Rezeption abgebe, sind schon wieder einige am Zocken (meist ältere Leute).
Auf der I-15 geht meine Fahrt nach Westen. Nach 15 Minuten verlasse ich die Interstate auf einen Highway nach Süden. Morgenstund hat Gold im Mund. Bei mir ist das die Gold Butte Road, auf die ich nach Süden abbiege. Die Straße ist größtenteils geteert, sollte aber umsichtig befahren werden. Ein solches Schlaglochfestival überhaupt als Straße zu bezeichnen ist gewagt. Die Gegend ist nicht gerade überlaufen. Eine einzige kleine Farm liegt an der Strecke, an der man aber immerhin ein Palmenhain findet. Nach einer Fahrzeit von gut einer Stunde ist die Whitney Pocket erreicht.

Das Gelände der Whitney Pocket ist Teil des Gold Butte National Monuments aber keine Sorge, ein Kassenhäuschen wird man hier vergeblich suchen. Außer 2 Campern, die wohl hier übernachtet haben, auch hier weit und breit niemand zu sehen.

Die Whitney Pocket steht eigentlich für drei Dinge - bunte und aberwitzig geformte Felsen, durchlöchert wie ein Schweizer Käse, Joshua Trees und Petroglyphs. Auf die Suche nach Petroglyphs also Felszeichnungen zu gehen spare ich mir. ...
Bei so einer spektakulären Landschaft fehlt mir für Petroglyphs heute die Begeisterung. Per Allrad könnte man auch mit dem Auto weiter in das Gebiet vordringen aber ich möchte das ja zu Fuß machen, um durch dieses Wunderland mit der Kamera streifen zu können.

Die bunten skurrilen Felsen ziehen mich sofort in ihren Bann.

Die Whitney Pocket wird oft als Gebiet mit Sandsteinfelsen aus gestreiften Bändern beschrieben. Genau solche Landschaften machen Farbunterschiede besonders sichtbar, weil die Erosion die inneren Schichten freilegt.


Geologisch hängt das auch mit denselben großen Wüstensandstein-Systemen zusammen, die man aus Teilen von Süd-Nevada und Süd-Utah kennt – also ehemaligen Dünenlandschaften, die später verfestigt und wieder freigelegt wurden.

Überwiegend bestehen (teilweise bestanden) die Felsen aus dem rot-orangem Aztec Sandstone, also verfestigten alten Wüstendünen aus dem Erdmittelalter. In diesen Dünensanden wurden zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Minerale abgelagert. Rot-, Orange- und Brauntöne entstehen hauptsächlich durch Eisenoxide.


Helle Weiß-, Creme- oder Beigetöne zeigen Bereiche, in denen entweder weniger Eisen vorhanden war oder Eisen später durch zirkulierendes Wasser teilweise wieder herausgelöst wurde. Die Bänder und Streifen entstehen, weil Sandlagen mit unterschiedlicher Mineralzusammensetzung schichtweise abgelagert wurden.
Später haben Wind, Regen und Temperaturwechsel die Gesteine unterschiedlich stark angegriffen.

Dadurch treten manche Farbschichten stärker hervor als andere, und bizarre Formen mit noch deutlicheren Farbkontrasten entstehen. Es wirkt so, als ob die Erosion hier ihre olympischen Spiele abhalten würde.



Aufgrund der grellen Farben kommen die orangen Felsen wie man sie im Valley of Fire zu Hauf findet in meiner Aufmerksamkeit fast ein wenig zu kurz.

Das rot, gelb, weiß, lila und rosa flasht mich schon völlig.


Das für mich einmalige der Whitney Pocket ist die Kombination der bunten Felsen mit den Joshua Trees.

Joshua Trees sind ziemlich spezialisierte Pflanzen – sie wachsen nur unter ganz bestimmten Bedingungen, weshalb ihr Verbreitungsgebiet auch relativ begrenzt ist, so wachsen sie fast ausschließlich in der Mojave Desert im Südwesten der USA (Kalifornien, Nevada, Arizona, Randgebiete von Utah). Die Mojave-Wüste bietet genau die Mischung aus Höhe, Winterkälte und saisonalem Regen, die diese Pflanzen brauchen. In heißeren Wüsten wie der Sonora-Wüste fehlen oft diese kühleren Winterbedingungen.
Ihre Höhenlage liegt meist zwischen 400 und 1.800 Metern. Diese mittleren Höhen sorgen für die richtige Kombination aus Temperatur und Niederschlag. Joshua Trees sind übrigens überraschend frosttolerant (bis etwa −10 °C), aber mögen keine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit.


Die Farbenorgie ist unfassbar.


Für den Moment mache ich nun einen Cut, verlasse die Whitney Pocket und fahre auf dem Gold Butte Highway (der nun nicht mehr geteert ist) weiter nach Osten. Irgendwann folge ich einer Abzweigung (Mud Wash North Road) nach Süden. Für High Clearance Fahrzeuge kein Problem, nur die letzten 1-2 Meilen sind etwas grenzwertig für einen PKW (Mud Wash Road). Man könnte das Fahrzeug aber vorher abstellen und Luftline etwa einen Kilometer laufen und so nicht der Piste folgen die im Bogen mehr oder weniger einem Wash folgt.

Irgendwann habe ich mein Ziel – Little Finland erreicht und gönne mir auch noch den letzten Anstieg über ein paar Höhenmeter – wofür hat man sonst einen Wrangler. Nicht nur die Palmen weisen darauf hin, dass ich trotz des scheinbar nordischen Namens nicht per „beamen“ nach Skandinavien gereist bin.

Fin heißt im englischen so viel wie Flosse.

So bin ich also im „kleinen Flossenland“ und das hat nichts mit Finnland im Norden Europas zu tun.

Die Gegend von Little Finland wirkt fast wie von einem Künstler gestaltet – ist aber ein Lehrbuchbeispiel für extreme Verwitterung in der Wüste.

Ein derart von der Erosion zerfressenes Gestein ist selbst für den Südwesten der USA ungewöhnlich. Ähnlich wie im Valley of Fire State Park besteht auch Little Finland aus altem Sandstein (ebenfalls aus ehemaligen Dünen). Dieser ist aber besonders weich und ungleichmäßig verfestigt. Einige Bereiche sind stärker „zementiert“ (also härter), andere sehr brüchig. Dadurch wird das Gestein nicht gleichmäßig abgetragen. Der Wind schleift über Jahrtausende Sandkörner gegen den Fels. Weiche Teile werden schnell ausgehöhlt. Harte „Kappen“ bleiben stehen, wodurch bei manchen Formationen die dunklen Kappen über dem roten Gestein thronen. Die vielen kleinen Löcher entstehen durch eine Kombination von Salzkristallen, die das Gestein von innen sprengen und lokal wirkender Feuchtigkeit (z. B. Tau).

Der Boden ist häufig mit einer weißen Schicht bedeckt. Diese Schicht ist die Hinterlassenschaft eines ehemaligen Sees, dessen Wasser einst verdunstet ist und gelöste Mineralien zurückblieben, die für die weiße Kruste sorgten. Auch heute kann Wasser aus dem Untergrund nach oben steigen: Es bringt gelöste Salze mit und verdunstet sofort in der Wüstenhitze. Als Folge bleibt das ebenfalls weiße Salz an der Oberfläche.

Irgendwie ist man hier fast ein wenig erschlagen von der Vielzahl der Figuren.

Zwei dieser Figuren ragen aus dem Labyrinth dieser Skulpturen heraus. Dieser hier der etwas von einem Herz hat ...

... und mein Favorit ist der reitende Drache (zumindest sieht er für mich so aus).

So geflasht wie in der Whitney Pocket bin ich trotzdem nicht. Auch nicht, weil ich das Gebiet von früher kenne und es relativ klein ist. Ich denke die Farben und die Vielfalt wie in der Whitney Pocket fehlen mir hier für einen zeitlich längeren Besuch als die ca. 2 Stunden die ich herumstreife.

So geht es für mich wieder zurück und da ich gerade am späten Nachmittag ja wieder an der Whitney Pocket vorbeifahre, lockt es mich dort noch einmal die Rückseite der Felsen beleuchtet zu bekommen, die am Morgen im Schatten lagen.


Face-Rock?





So habe ich hier wieder meinen Spaß, schaffe an diesem Tag insgesamt meinen Rekord an Bildern dieser Reise und fahre hochzufrieden in mein Domizil nach Mesquite, Nevada.
Übernachtung: Virgin River Casino & Lodge, Mesquite, Nevada
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. Aber der Norden ist ohnehin dein Revier
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In unserem Alter muss man wirklich nicht mehr in jedes Loch kriechen. Das Lava-Gestein ist teilweise messerscharf. 
















gut erreichen. 












und der Königstag soll eigentlich ganz interessant sein. Rotterdam bzw. fast die ganze Niederlande sind zudem Neuland für mich. 