9. Tag, Dienstag, 27.05.Heute kann Peter sein Bein nochmal ausruhen, nun bin ich es, die unsere Aktivtäten etwas einschränkt. Nein, immer noch nicht wegen meines Knies, stattdessen habe ich seit der Nacht Durchfall. Nicht allzu schlimm, keine Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen dazu, aber trotzdem möchte / muss ich es etwas ruhiger angehen lassen.
Als erstes fahren wir zur Apotheke, was gegen den Durchfall kaufen, dann zum Supermarkt, ich brauche Salzletten, viel mehr bzw. anderes möchte ich heute vorsichtshalber nicht essen.
Gegen 10 Uhr fahren wir dann zur Ruine der Chapelle de Languidou, im Landesinneren nicht allzu weit von Guilvinec entfernt. Die Kapelle steht auf freiem Feld mit einem Parkplatz davor. Außer einer Wanderin, die bald mit ihrer Besichtigung fertig ist und auf einer der nahen Bänke Pause macht, sind wir alleine.
Die Kirche wurde in verschiedenen Bauabschnitten errichtet bzw. umgebaut, der heute zu sehende Grundbau stammt aus dem Jahr 1260 (die Ursprünge sind wesentlich älter), die filigrane Rosette von 1425. Während der Französischen Revolution wurde die Kapelle zerstört und Teile davon für den Bau eines Küstenwachpostens verwendet. Ein sehr malerisches Fotomotiv, auch wenn der mal wieder graue Himmel etwas stört.
Von hier fahren wir an die Küste zur Pointe de la Torche, eine felsigen Landzunge, die zwei Sandbuchten voneinander trennt. Dieser Küstenabschnitt ist bekannt für seine hohen Wellen und daher ein Top Spot für Surfer, auch verschiedene Wettkämpfe finden hier statt. Obwohl gerade Ebbe ist, sind die Wellen tatsächlich enorm hoch, das ist auf den Fotos nicht richtig zu erkennen. Surfer hat es vermutlich wegen der Ebbe gerade keine, aber auf dem trockenliegenden Sandstrand sind einige Strandsegler unterwegs.
Es ist leider sehr feucht, kalt und windig, so dass wir unseren Besuch recht schnell wieder beenden und in die Ferienwohnung für eine längere Mittagspause zurückfahren.
Gegen 14 Uhr brechen wir auf ins nahegelegene Städtchen Pont-l’Abbé, das früher mal die Hauptstadt des Süd-Finistère war, bevor Quimper (das wir bei unserem Urlaub 2014 angeschaut haben) diese Stelle einnahm.
Benannt ist Pont-l’Abbé nach der bebauten Brücke im Zentrum, daneben steht das ehemalige Schloss, in dem heute ein Geschichts- und Volkskundemuseum über die Region untergebracht ist. Leider wird das gesamte Gebäude umfassend renoviert und ist deshalb fast komplett eingerüstet und zugehängt. Sehr schade, aber wir finden noch ein paar andere sehenswerte Bauwerke: natürlich die Brücke (mit dem nicht eingerüsteten Schlossturm im Hintergrund), die Kirche Notre-Dame-des-Carmes von 1411 und die Ruine der Eglise de Lambour aus dem 13. Jh. Diese ließ Louis XIV. 1675 zusammen mit weiteren Kirchen in der Gegend zerstören, als Reaktion auf eine Bauernrevolte (die sog. Rot-Kappen-Revolte), die sich gegen die gerade erhöhten königlichen Steuern richtete.
Pont l’Abbé bietet noch einige nette kleine Einkaufsstraßen, durch die wir bummeln, dabei in den ein oder anderen Laden schauen.
Nach ungefähr einer Stunde fahren wir weiter. Da sich nun immer mal wieder die Sonne zeigt, wollen wir nochmal zur Pointe de la Torche fahren. Und das lohnt sich.
Es ist nicht nur bessere Sicht, sondern auch noch Flut, so dass die Felsen immer wieder vom Wasser überflutet werden. Einige (Kite) Surfer sind unterwegs, die wir ein bisschen beobachten und wir entdecken nun auch den Dolmen am höchsten Punkt der Landzunge, der hatte sich heute Vormittag im Nebel versteckt.
Von der Pointe de la Torche ist es nicht weit zum Phare d’Eckmühl in Penmarc’h. Den 65 m hohen Granitleuchtturm (der mit der weißen „Haube“) haben wir bereits 2014 besucht und auch die Aussicht von oben genossen, daher können wir uns heute (mein Knie ist froh darüber, die 307 Stufen bzw. 614, man muss ja auch wieder runter, nicht bewältigen zu müssen) auf den Blick von außen beschränken.
Der deutsche Name stammt vom napoleonischen General Davout, der von Napoleon wegen seiner Verdienste beim Sieg der Franzosen bei der Schlacht im bayerischen Eckmühl den Titel „Prinz von Eckmühl“ verliehen bekam. Die Tochter dieses Prinzen wiederum vererbte dem französischen Staat 1892 ihr Vermögen oder ein Teil davon mit der Auflage es für den Bau eines Leuchtturms einzusetzen und diesen nach ihrem Vater zu benennen – eine kuriose Geschichte.
Der kleinere Leuchtturm ist der Vorgängerbau und dient heute als Museum. Die beiden kleineren Türmchen ganz vorne am Wasser sind ein Kirchturm und der Weiße der Vor- vorgänger zum heutigen Phare d’Eckmühl.
Vom Leuchtturm fahren wir zurück in unsere Unterkunft.
Wetter: vormittags bewölkt, nachmittags teils sonnig, teils wolkig, ca. 15-18°C
Das mit der Karte funktioniert heute leider nicht, statt der Karte wird dieser Text angezeigt:" Google Maps Platform rejected your request. Invalid request. Invalid 'pb' parameter."