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Reiseberichte / Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Letzter Beitrag von Susan am 21. Dezember 2025, 23:15:04 »
3. Oktober  Granada - Casas, Plazas, Touri-Tour


Wir haben ja noch einige Eintritte quasi schon bezahlt, daher gehts weiter mit Besichtigungen in Granada. Und zwar etwas hin und her wegen unterschiedlichen Öffnungszeiten.

Insbesondere wegen der Privatstraßen haben wir wenig Lust mit dem Roller ins Albaicín zu fahren. Außerdem haben wir ja noch die Busfahrkarte. Also habe ich eines der anderen Ziele ins Navi eingegeben. Das führt uns wieder etwas im Zickzack, jedoch genau richtig. Kurz vorm Ziel parken wir mal wieder dort, wo schon einige Roller stehen. Das Gebäude scheint zur Universität zu gehören. Ein paar Schritte weiter ist ein Polizeikommissariat. Also steht der Roller dort wohl sicher  ;)

Es ist nicht weit zur nächsten Haltestelle der Linie C32, einer der kleinen Citybusse bringt uns zu unserem ersten Ziel. Beim Einsteigen wird unsere Chipkarte gescannt und es wird auch gleich angezeigt, dass wir jetzt noch acht Fahrten darauf haben. Sehr praktisch. Weniger praktisch ist, dass die Haltestellen nicht angesagt werden.

Die Casa del Chapiz besteht eigentlich aus zwei maurischen Häusern, erbaut im 16. Jahrhundert. Sie gehörten damals zum Christentum konvertierten maurischen Familien. Seit 1932 ist dort ein Institut für Arabien Studien ansässig.


Innenhof


südlicher Hof

Das Anwesen hat auch einen schönen Garten mit Blicken hinüber zur Alhambra.



Von hier aus spazieren wir weiter zum Palacio de Dar al-Horra. Hier soll Aixa, die Mutter des letzten Emirs von Granada gewohnt haben. Nach der Rückeroberung durch die katholischen Könige wurde er ein Teil des Klosters Santa Isabel la Real. Spuren arabischer Baukunst sind aber noch zu sehen. Vom Wohnturm aus können wir wunderbar auf die Stadt und auf Albaicín blicken.



Es ist nicht weit zur nächsten Haltestelle und mit dem Bus fahren wir wieder zurück.

Unser nächster Besuch gilt der Casa de los Tiros. Das Gebäude wurde zwischen 1530 und 1535 errichtet, auch hier sollen konvertierte Mauren gelebt haben. Seit 1929 ist hier ein Museum untergebracht, das Malereien, Skulpturen, Keramiken, volkstümliche Stoffe und eine Sammlung von Mobiliar aus dem 19. Jahrhundert zeigt.



Weiter geht es zum Cuarto Real de Santo Domingo. Gelockt hat mich die Beschreibung als Palast aus dem 13. Jahrhundert. Dessen Geschichte ähnelt stark der vom vorher besuchten Palacio  :gruebel: Aixa soll hier gelebt haben, nachdem sie von ihrem Gatten aus der Alhambra verbannt wurde. Und nach der Übernahme durch die Christen wurde daraus ein Kloster. Dort wiederum hat dann einst der Großinquisitor Torquemada eine Zeitlang gewohnt. Vom arabischen Stil ist nur die ehemalige Empfangshalle erhalten bzw. rekonstruiert worden, der Rest sind moderne Gebäude über den Grundmauern des alten Palastes.

 

In einem Trakt werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Die momentane über die nach Granada Reisenden im 19. Jahrhundert war recht interessant. Besonders die Animation, in der bekannte Persönlichkeiten wie Lady Tennyson oder Washington Irving (schrieb Geschichten über die Alhambra) über ihre Erlebnisse dort plaudern.

Wir schlagen einen Bogen durch das Viertel, vorbei an Plazas und Brunnen, hübscher und weniger hübscher Graffiti sowie dem Rathaus von Granada zum Corral de Carbon. Zu maurischen Zeiten diente es als Getreidebörse, später dann als Kohlenhof. Dort können wir nur einen Blick in den Innenhof werden. Durch die Alcaicería - ehemals der Basar, heute ähnliches mit reichlich Souvenirläden - hindurch kommen wir wieder in die Nähe der Kathedrale.





Wir sind gestern schon am Palacio de la Madraza vorbei gekommen, heute gehen wir hinein. In maurischer Zeit war der eine Koranschule und heute sind hier Fachbereiche der Universität untergebracht.  Wenn die Tür offen ist, kann man den Innenhof und einen Saal im ersten Stock kostenlos besichtigen. Der heutige Bau stammt aus dem 18. Jahrhundert, aus maurischer Zeit ist nur die Gebetshalle übrig geblieben. Die sehen wir - über eine Absperrung hinweg -  unten; dort außerdem Standbilder zweier Bischöfe (meine Vermutung, keine Erklärung gefunden) Die Treppen nach oben sind heute versperrt. 



So, jetzt haben wir uns aber eine Kaffeepause verdient! Wir kehren wieder im Café Bernina ein, diesmal lassen wir uns vom Kellner noch zu einem der süßen Teilchen überreden.

Fortsetzung folgt ...

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Reiseberichte / Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Letzter Beitrag von Susan am 21. Dezember 2025, 15:07:40 »
Das war jetzt schon viel "City-Hiking", für mich schon zu viel. Ich kann mich einfach nicht so dafür begeistern... :verlegen:

Macht doch nichts, Städte gehen mir auch zunehmend auf die Nerven. Allerdings sind wir noch nicht ganz fertig mit dem City Hiking
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Reiseberichte / Re: Herbstwandern in Finnland - September 2025
« Letzter Beitrag von Susan am 21. Dezember 2025, 15:04:32 »
Also dann lieber Sahne im Müsli als Buttermilch im Kaffee  ;) Bin bei fremden Sprachen immer immens vorsichtig beim Einkauf. Colin hat uns da auch schon mal Google Lens empfohlen, doch irgendwie ist mir das meist zu umständlich. 8)

Ohje, jetzt auch noch Halsschmerzen, das warst du ja echt gebeutelt diesen Urlaub  :knuddel:

Dafür waren die heutigen Ziele wieder sehr schön. Die Schären mit den netten Bootshäuschen gefallen mir sehr. Interessant auch die Fakten zur Landhebung, dass da so wenige Mm pro Jahr doch schon Auswirkungen haben. Wäre wirklich spannend zu sehen, was da mal draus wird.
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Reiseberichte / Re: Mit dem WoMo nach Schweden und Norwegen - September/Oktober 2025
« Letzter Beitrag von Susan am 21. Dezember 2025, 14:53:15 »
Zitat
Ja, es gibt LPG Nachfüllstationen (ich meine meistens an Tankstellen). Ich hatte mal gelesen, man bräuchte einen extra Adapter, bei uns ging das ohne. Wir haben nämlich eine solche Station besucht - dazu mehr in ein paar Tagen  :)

Danke, sehr beruhigend

Das mit der Fähre war ja ärgerlich, immerhin hatte der Umweg einiges zu bieten: Aussichten, nettes Herbstlaub und Schafe. Der Stellplatz schaut auch sehr nett aus. Schade, dass es am nächsten Tag dann so kalt und windig war. Wenn das Wohnmobil zu sehr wackelt, habe ich auch immer die Befürchtung es kippt - entgegen aller Physikvernunft.  ::) Bei dem Wetter ist eine Sauna am Camping eine feine Einrichtung.
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Reiseberichte / Re: Mit dem WoMo nach Schweden und Norwegen - September/Oktober 2025
« Letzter Beitrag von Silv am 21. Dezember 2025, 13:17:47 »
Tag 11 – 29.9.2025

Wir haben mal wieder ausgeschlafen, ich bin noch etwas auf dem Gelände herumgelaufen und habe noch vor dem Frühstück ein paar Fotos gemacht.











Das Wetter war sehr schön, ein paar Wolken am Himmel, aber nicht dramatisch. Damit können wir leben. Abfahrt schafften wir aber erst um 11.00 Uhr.



Geplant hatte ich heute mal eine kleine Wanderung auf der Insel Gimsoy. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Stopp am Austnesfjorden Rastplatz. Hier waren wir auch schon das 3. Mal, aber die Aussicht ist einfach zu schön, um daran vorbeizufahren. Der Wind pfiff, es wurde kalt und die Wolken wurden dichter.





Auf der kleinen Halbinsel ist die Sildpollnes Kirche zu sehen.







Unterwegs muss man immer die Augen offen halten und manchmal abbremsen, denn die Schafe sind los. Und die lassen sich auch durch niemanden stören.





Es wurde immer ungemütlicher, so dass wir uns dazu entschlossen, die Wanderung nicht zu machen und einen Stellplatz suchen. Das Reineholmen Bobilcamp bei Ballstad las sich gut. Auf dem Weg dorthin stoppten wir noch an der Buksnes Kirche. Hinein konnte man nicht, es fand gerade eine Trauerfeier statt.





Der Stellplatz ist sehr schön gelegen, aber irgendwie ungemütlich. Wir suchten uns zwar einen Platz aus, ich machte ein Foto von einem Bulli (ich glaube, der war Deko)



doch wir bzw. ich fühlte mich nicht so wohl. Wahrscheinlich deswegen, weil der Wind weiter zunahm. Außerdem fanden wir es mit rd. 40.- € (Toiletten und Waschhaus waren geschlossen) zu teuer.

Wir hatten ja noch Zeit, also sind wir weiter gefahren bis zum Lofoten Beach Camp.



Dieses ist zwar teurer, dafür wunderschön am Strand gelegen und es wird wesentlich mehr angeboten (Surfschule, Sauna, Bistro etc.). Ich habe zu Andy gesagt, er soll sich auf einen Platz zwischen 2 Wohnmobilen stellen, da sind wir etwas windgeschützter. Hier haben wir auch schonmal übernachtet. Wir sind noch kurz zum Strand,



die Temperatur des Wassers wurde auch getestet


aber der Wind blies heftig und so sind wir bald ins warme WoMo. Ich war noch schön warm duschen (diese sind hier schön groß, es läuft Musik und im Vorraum massig Platz zum Umziehen. Die Größe ist wohl den vielen Surfern geschuldet.)

Die Aussicht Polarlichter zu sehen, war sehr gering bis gegen null, es fing sogar leicht zu regnen an. Das Wohnmobil wackelt. Andy beruhigt mich (versucht es zumindest): Wir kippen nicht um!  :windig:

Gefahrene km: 212, Übernachtungskosten: 45.- €

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Reiseberichte / Re: Mit dem WoMo nach Schweden und Norwegen - September/Oktober 2025
« Letzter Beitrag von Silv am 21. Dezember 2025, 12:44:54 »
Ja, ist halt schon ein Umweg. Aber die Landschaft ist so schön, da ist es gar nicht so schlimm  :)

Im September beginnt die Zeit für Polarlichter und gerade die Lofoten sind dafür ein Hotspot. Außerdem ziehen die Herbstwinde viele Surfer an die tollen Strände dort.
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Reiseberichte / Re: Herbstwandern in Finnland - September 2025
« Letzter Beitrag von Silv am 21. Dezember 2025, 12:04:56 »
Das mit der Milch ist uns auch schon passiert, ich weiß nur nicht mehr ob in Schweden oder in Norwegen. Der Schuss Milch in den Kaffee entpuppte sich als Buttermilch.  ^-^

Schön, die kleinen Hütten am Wasser.
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Reiseberichte / Re: Mit dem WoMo nach Schweden und Norwegen - September/Oktober 2025
« Letzter Beitrag von Christina am 20. Dezember 2025, 18:42:13 »
Jetzt habt ihr auch die Herbstfarben ;D. Einfach eine schöne Landschaft. Und ein toller Abendhimmel über dem Hafen.

Da musstet ihr dann doch noch einige Stunden weiterfahren für die nächste Fähre. Immerhin seit ihr flexibel mit den Stellplätzen. Aber selbst Ende September ist also auf den Lofoten noch einiges an Touristen unterwegs.
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Reiseberichte / Re: Herbstwandern in Finnland - September 2025
« Letzter Beitrag von Christina am 20. Dezember 2025, 18:30:43 »
15. Tag, Montag, 22.09.

Heute steht noch ein letztes Urlaubshighlight auf dem Programm, das UNESCO Weltnaturerbe Kvarken (Merenkurkku auf Finnisch). Zunächst wache ich aber mit Halsschmerzen auf, echt jetzt, zu Knie und Rücken auch noch eine Erkältung :'(? Zum Glück habe ich einen Wasserkocher auf dem Zimmer, da kann ich heute Abend mit ganz viel Tee das Halsweh vielleicht etwas lindern.

Tee gibt es dann aber auch schon zum Frühstück, denn die zwei kleinen Tetrapak Milch, die ich gestern Abend im Lidl gekauft habe, entpuppen sich als Sahne :totlach:, da hätte ich mal besser schon im Laden Google Lens bemüht, denn bei Joghurt und Milch hatte ich schon einige Fehlkäufe hier in Finnland im Laufe der Urlaube, aber im Geschäft ist mir das mit Google Lens immer zu umständlich.

Aus dem eigentlich geplanten Müsli wird also nichts, wenigstens habe ich noch Brötchen und Käse da, zusammen mit ein paar Tassen Tee auch ein gutes Frühstück.

Auch heute reduzieren Knie und Wetter das eigentlich Geplante, so dass es keinen Grund zur Eile gibt und ich mich erst gegen 10 Uhr auf den Weg zur Insel Replot (finnisch: Raippaluoto) mache. Die Insel ist mit Brücken und Dämmen mit dem Festland verbunden und liegt nur 20 km vom Hotel entfernt.

Es gibt einige Haltemöglichkeiten, um einen Blick auf die imposante Brücke zu werfen. Vor dem Überqueren der Brücke stoppe ich links von ihr an einem schön angelegten Badeplatz mit Sandstrand, Grillmöglichkeiten und Toiletten und werfe einen ersten Blick auf die längste Hängebrücke Finnlands (1045 m, Höhe der Pylonen 82 m).


Direkt nach der Brücken - Überquerung biege ich nach rechts ab, dort befinden sich ein Restaurant und das Besucherzentrum zum Weltnaturerbe Kvarken mit einer kleinen Ausstellung und Souvenirshop. Beides kann auch mit dem Boot erreicht werden, Liegeplätze gibt es auf der Wasserseite direkt davor.

Ich gehe auf dem Pier ganz nach vorne und schaue mir die Brücke auch von dieser Seite an.



Dann schlendere ich noch durch Ausstellung und Souvenirshop. Kvarken wurde erst 2006 ins Weltnaturerbe aufgenommen, es handelt sich um das insel- und steinreichste Schärengebiet der Welt und bildet eine erdgeschichtliche Einheit mit dem gegenüberliegenden schwedischen Küstengebiet; die Höga Kusten (Hohe Küste) ist schon seit 2000 Weltnaturerbe. Über die Eiszeit und die durch ihr Verschwinden verursachte Landhebung werde ich an anderer Stelle noch mehr erfahren.

Nächster Stopp etwa zwanzig Fahrminuten vom Besucherzentrum entfernt ist der Hafen von Replot (sowohl der Ort als auch die Insel heißen Replot). Sehr idyllisch ist es hier mit den roten Bootshäusern und Hütten und den Segelbooten und kleinen Jachten, die hier ankern. Ich bin ganz alleine hier, im Sommer ist das aber durchaus ein beliebtes Touristenziel, dann haben auch diverse kleine Geschäfte in den ehemaligen Bootsgaragen geöffnet.






Weiter geht die Fahrt über einen Damm zur Insel Björkö an deren Ende der Hafen Svedjehamn liegt, ab hier kommt man nur noch per Boot weiter. An dieser Stelle im Schärenmeer wird das Phänomen der Landhebung am deutlichsten, deshalb gibt es einen Naturlehrpfad, der an einem Aussichtsturm endet und mit vielen Informationstafeln versehen ist.

Wie auch der Hafen von Replot ist das im Sommer ein Touristenanziehungspunkt, das zeigt der große Parkplatz und die Tatsache, dass man hier tatsächlich Parkgebühren entrichten muss (das ist glaube ich das erste Mal, dass ich in Finnland außerhalb einer der größeren Städte etwas fürs Parken zahlen muss). Es gibt einen Parkautomaten mit der Auswahl Pkw oder Womo, 4 h oder 24 h. Die Auswahl Kartenzahlung oder Bargeld gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr, wie ich schon vorab gelesen hatte. Man kann nur bar bezahlen. Ich werfe 2 EUR für 4 Stunden ein und spaziere los. Auch hier bin ich scheinbar der einzige Tourist, es stehen nur ein paar ältere Autos am Rand des Parkplatzes, die sicher Einheimischen gehören, die in den Bootshäusern tätig sind.

Ich gehe den Rundweg so, dass ich den Aussichtsturm erst am Ende erreichen werde. Wie auch im Hafen von Replot gibt es hier idyllisch aussehende rote Bootshäuser und Boote unterschiedlicher Art an denen mich der Weg vorbeiführt. Im Sommer hat in einem der größeren Häuser ein Restaurant geöffnet. In der Ferne kann ich schon den Aussichtsturm sehen. Wirklich schön ist es hier.




Nach Verlassen des Hafengebiets wird der bisher breite, geschotterte Naturlehrpfad zu einem stein- und wurzelreichen Erdpfad, der von der Küste wegführt.


Bald kommen die ersten Hütten des ehemaligen Hafens Bodvattnet / Bodback in Sicht. Ungefähr 130 Bootsschuppen standen hier bis zur ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Dann mussten sich die Inselbewohner einen neuen Platz zum Anlegen ihrer Boote suchen, denn die Landhebung führte dazu, dass das Wasser nicht mehr tief genug für Boote war. Das Wasser, das man heute hier noch sieht, wird künstlich auf diesem Level gehalten (warum das gemacht wird, konnte ich leider nicht herausfinden), ohne ein Eingreifen wäre vermutlich alles komplett trocken.




Wie kommt es zur Landhebung? Während der letzten Eiszeit lag hier ein 3 km dicker Eispanzer, der die ja weiche Erdkruste mit seinem Gewicht ungefähr 1 km nach unten drückte. Seitdem das Eis geschmolzen ist, hebt sich die Erdkruste, auf der nun nicht mehr dieses Gewicht lastet, langsam wieder an. Langsam bedeutet etwa 8 – 10 mm pro Jahr. Das wie ich finde wirklich Erstaunliche ist dabei, dass diese wenigen Millimeter ausreichen, die Küstenlandschaft tatsächlich fürs Auge sichtbar zu verändern. Und nicht nur sichtbar fürs Auge, sondern eben auch mit spürbaren Auswirkungen für die Menschen hier. Sie fanden mit dem heutigen Hafen von Svedjehamn einen Ersatz für Bodvattnet. Das flacher werdende Wasser führte auch zu zahlreichen Schiffsunglücken, weil die Seekarten nicht mehr stimmten und Felsen „plötzlich“ viel weiter aus dem Wasser ragten.


Nicht geklärt werden konnte bis jetzt, wie sich die Erderwärmung und die dadurch ansteigenden Meeresspiegel auf die sich bis heute fortsetzende Landhebung auswirkt. Zumindest verlangsamt wird die Landhebung dadurch, vielleicht aber auch „ausgeglichen“ bzw. sogar „überholt“ vom steigenden Wasser.

Ein ganzes Stück führt der Pfad nun durch den Wald, die Sonne hat sich leider ziemlich zurückgezogen und der Wind ist stärker geworden, ständig ist das Rauschen der Baumkronen zu hören. Am Scheitelpunkt des Naturlehrpfads kann man diesen verlängern und auf einem one-way Weg zu einem Rastplatz am Meer wandern. Das hatte ich eigentlich vor, aber das Wetter (und natürlich mein Knie) halten mich davon ab. Ich folge also weiter dem Rundweg und erreiche nach einiger Zeit wieder den Meeressaum


und schließlich den Aussichtsturm Saltkaret.

Der Turm ist 20 m hoch, für so eine Strecke brauchte die Landhebung ca. 2000 Jahre. Das heißt vor 2000 Jahren lag das Land auf dem ich am Fuß des Turms stehe, 20 m tiefer, also unter Wasser. Und in weiteren 2000 Jahren wird man wohl an dieser Stelle von Finnland nach Schweden trockenen Fußes gehen können (dabei sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht berücksichtigt).

Sehr spannend und beeindruckend, letzteres gilt auch für die Aussicht von der mittleren und oberen Plattform des Turms. Wie schon geschrieben liebe ich Ausblicke und das ist einer, den ich eine ganze Zeit lang genieße. Nur schade, dass sich die Sonne gar nicht mehr zeigen möchte.





Schließlich steige ich wieder hinunter und gehe Richtung Auto, dabei drehe ich eine unfreiwillige Runde durch einen weiteren Teil des Hafens, sehr hübsch, gut, dass ich nicht auf den Weg geachtet habe und deshalb hier gelandet bin.




Um viertel nach eins bin ich zurück am Auto. Während der kleinen Wanderung habe ich ein belegtes Brötchen gegessen, da ich aber noch bzw. wieder Hunger habe und mich an das Restaurant an der Replot Brücke erinnere, beschließe ich mal dorthin zu fahren und zu schauen, ob und was es dort zu essen gibt. Auf dem Weg stoppe ich noch beim kleinen Inselsupermarkt um Nachschub an Teebeuteln zu besorgen. Dabei stelle ich fest, dass hier schwedisch gesprochen wird, völlig verblüfft bedanke ich mich trotzdem mit „kiitos“, obwohl ich eigentlich weiß, dass Danke auf Schwedisch „tack“ heißt. Na ja, da habe ich mich halt als Touristin geoutet ;).

Erfreulicherweise bietet das „Berny’s“ an der Brücke ein Mittagsbuffet an (EUR 13,00) und es passt zeitlich gerade noch, ich komme gegen 14 Uhr an, das Buffet wird um 14.30 Uhr geschlossen. Man sitzt sehr schön im modernen Restaurant, die Glasfront bietet einen Blick aufs Wasser. Bei schönem Wetter könnte man auf der Terrasse draußen sitzen. Daran ist gerade aber nicht zu denken, während ich esse gibt es einen heftigen Regenschauer. Zum Glück bin ich nur den Rundweg gegangen und habe nicht verlängert, da wäre ich ordentlich nass geworden.

Nach dem Essen scheint wieder die Sonne und weil mein 4 Stunden Parkticket noch gültig ist, entscheide ich, einfach nochmal nach Svedjehamn zu fahren und mein Glück mit dem Aussichtsturm nochmal zu versuchen. Erst sieht es nicht gut aus, als ich auf dem Parkplatz ankomme, ist es wieder dicht bewölkt, dann reißt es aber doch wieder auf und ich laufe nochmal (natürlich auf direktem Weg, nicht die ganze Runde) zum Aussichtsturm.


Oben kann ich dann tatsächlich den Ausblick bei intensivem Licht genießen – so schön.







Auf dem Rückweg zum Auto sehe ich dann auch noch einen Regenbogen in der Ferne, wenn auch nur schwach.



Sehr zufrieden mit dem Tag trete ich gegen 16 Uhr die Rückfahrt an. Eine halbe Stunde später bin ich im Hotel, wo ich meinen Halsschmerzen mit vielen Tassen Tee zu Leibe rücke. Das Wetter bleibt regnerisch für den Rest des Tages, so dass ich auch nicht in die Versuchung komme, meine Knieschmerzen zu ignorieren und doch noch in die Innenstadt von Vaasa zu gehen.




Wetter: Wolken, Sonne, Regen im Wechsel, stürmisch, ca. 10° - 14°C.
Wanderung: Rother Finnland 33 (einen Teil davon) 4,76 km, 72,2 m Anstieg
Unterkunft: 2 Nächte GreenStar Hotel Vaasa in Vaasa, ohne Frühstück, EUR 169,20, gebucht über booking.com
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Reiseberichte / Re: Herbstwandern in Finnland - September 2025
« Letzter Beitrag von Christina am 20. Dezember 2025, 17:59:35 »
Ist das Glasgebäude auf dem 1. Foto auch ein Hotel? Die kleinen Häuschen gefallen mir besser.

Das sind Ferienwohnungen mit verglasten Balkonen.


Passiert mir auch ab und an, dass ich von etwas begeistert bin und dann später feststelle, gar kein Foto gemacht zu haben  ::)

Und ich war mir ganz sicher, Fotos gemacht zu haben ;D 
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