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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 03. August 2026, 17:54:48 »
5. Tag – Samstag, 25.04. - 2. Teil

Im Inneren arbeite ich mich dann Stockwerk für Stockwerk nach unten.


Als erstes schaue ich mir die Ausstellung „Pixel Pioneers“ an, die heute ihren ersten Tag hat. Bereits in den 1960iger Jahren gab es Künstler, die mittels Computern Kunstwerke geschaffen haben, was sich seitdem natürlich bis heute fortgesetzt hat. Mal sind die Bilder digital hergestellt, mal sind Computerbildschirme das Kunstwerk, mal werden analoge Bilder bekannter Künstler digital wiedergegeben und die Besucher können mittels ihrer Bewegung das jeweilige Bild beeinflussen. Das alles ist nicht so ganz mein Geschmack, schade, aber ich bin ja nicht wegen einer einzelnen Ausstellung hier, sondern wegen des Gebäudes an sich.


Und das ist gut gemacht, auch das Treppenhaus ist Teil der Ausstellungsfläche, es wird sehr viel buntes zwischen sehr viel durchsichtigen Flächen gezeigt, so dass man auf den ersten Blick oft gar nicht sieht, wo was hingehört.



An mehreren Stellen kann man in das eigentliche Depot schauen, also die Lagerräume der Kunstwerke, dazu kann man jeweils einen Lichtschalter betätigen, dann wird der hinter einer Glaswand liegende Raum für kurze Zeit hell und damit sichtbar.


Außerdem besteht die Möglichkeit zu geführten Überraschungs- oder Spontanbesuchen in verschiedenen Lagerräumen, dazu wird auf einem kleinen Schild am jeweiligen Eingang eine Uhrzeit angezeigt zu der man sich einfinden muss. Leider komme ich immer entweder zu spät oder ich werde zu der angegebenen Zeit nicht mehr im Museum sein.

Schließlich gibt es eine weitere Ausstellung „Diary of Things“, da geht es anhand von konkreten Ausstellungsstücken darum, wie ein Museum zu seinen Werken kommt. Mal werden sie von anderen Museen gekauft, wie z.B. das Gemälde „Schwarzes Dreieck“ von Kandinsky, 1964 gekauft vom Guggenheim Museum New York, das zu viele Werke von Kandinsky hatte,



mal sind es Spenden oder Geschenke, manchmal geht ein Werk auch illegale Wege, was oft erst später festgestellt wird und dann zu Erwägungen darüber führt, ob und an wen das Kunstwerk zurückgegeben werden soll. Ein sehr interessantes Thema, das eine Vielzahl von völlig unterschiedlichen Werken in einer Ausstellung zusammenführt.

Leider habe ich nur eine gute Stunde Zeit für das Depotmuseum, weil ich später noch einen Termin habe, meinen Wunsch, die Dachterrasse und das Innere dieses einfallsreichen Gebäudes zu sehen, kann ich in der Stunde aber natürlich erfüllen, auch ein kurzer Blick in die beiden Ausstellungen war möglich. Möchte man diese aber genauer anschauen und vielleicht auch an einer kurzen „Spontanführung“ teilnehmen, braucht man zumindest zwei Stunden.

Gegen viertel nach zwölf Uhr verlasse ich also das Depotmuseum und mache auf einer der Bänke davor eine kurze Mittagspause, dafür habe ich mir gestern im Supermarkt ein Sandwich besorgt und heute mitgenommen, ich konnte nicht einschätzen, ob Zeit für einen Restaurantbesuch bleiben würde. Dann spaziere ich in Richtung Schiffsanlegestelle bei der Erasmusbrücke.

Auf dem Weg dorthin komme ich am Westersingel an einem weiteren Kunstwerk vorbei, der Skulptur „Elevazione“ des italienischen Künstlers Giuseppe Penone aus dem Jahr 2001, ein Baumstamm aus Bronze ist inmitten von fünf echten Bäumen befestigt, ich muss mehrmals hinschauen, bis ich mir sicher bin, dass der „Baum“ in der Mitte künstlich ist.


Die Idee dahinter ist, dass sich im Laufe der Jahre Spuren des künstlichen Baums bzw. dessen Wurzeln in der Rinde der echten Bäume finden werden. Ob und wie gut das gelingt, müsste man jetzt schon beurteilen können, immerhin steht die Baumgruppe schon seit 25 Jahren hier, gewachsen sind die Bäume auf jeden Fall, das kann ich beim Vergleich zwischen meinem Foto und dem auf der „Sculpture International Rotterdam“ Homepage sehen.

Für 13.30 Uhr habe ich schon von zu Hause aus online ein Ticket für die „Extended Harbour Tour“ Schiffsrundfahrt, durchgeführt von „Spido“ gekauft (EUR 32,50). Diese findet während meines Rotterdam Aufenthalts nur am heutigen Samstag einmal vormittags und einmal nachmittags statt, die üblichen, kürzeren Hafenrundfahrten werden dagegen mehrmals täglich angeboten.

Um 13.15 Uhr bin ich an der Abfahrtsstelle, das Schiff kann schon betreten werden, ich reihe mich in die recht lange Schlange ein und habe kurz Zweifel, ob das eine gute Idee war mit der Schiffsrundfahrt, auf so eine touristische Menschenmenge habe ich nicht wirklich Lust und bis ich auf dem Schiff sein werde, werden die besten Plätze ganz vorne oben sicher schon belegt sein.

Die Zweifel sind zum Glück schnell zerstreut, denn erstaunlicherweise gehen die meisten Leute entweder ins Innere des Schiffs (bei strahlendem Sonnenschein und einer Fahrt, die man ausschließlich wegen der Ausblicke macht!) oder an die Tische auf dem mittleren Deck. Außerdem ist das Schiff alles andere als voll belegt, was ich aufgrund der langen Schlange nicht vermutet hätte. Ich kann mir also problemlos meinen Wunschplatz sichern und die Fahrt genießen.

Wir fahren unter der Erasmusbrücke durch, wenden dann aber bald wieder. Man hat einen schönen Blick auf das Denkmal „The Bow“ aus dem Jahr 1956 von Frederico Carasso, die Skulptur ist einem Schiffsbug nachempfunden und soll an die während des Zweiten Weltkriegs Gefallenen der Handelsmarine erinnern.

Das dunkle Hochhaus mit dem überstehenden Dach beherbergt das Hotel Doubletree by Hilton und die beiden dunkelgrauen Hochhäuser ganz links sind „De Hoge Heren“ („Die hohen Herren“), Apartmenthäuser aus dem Jahr 1997. Beide haben jeweils 29 Stockwerke, alle 285 Apartments haben Blicke sowohl auf den Fluss als auch auf die Stadt. Die Fassaden bestehen aus Beton und heben sich aufgrund der dunklen Farbe gut von den eher helleren Hochhäusern der Innenstadt ab.



Wir fahren am historischen Fährhafen vorbei, an dem ich schon zu Fuß war


und erreichen dann das Lloydkwartier mit einigen interessanten Hochhäusern. Besonders auffällig ist das „Shipping and Transport College“ mit dem periskopartig geformten oberen Bereich, typisch für das Architekturbüro Neutelings Riedijk.





Es geht noch an ein paar unspektakulären Wohnblocks vorbei,




dann beginnt der Hafenbereich. Hier gibt es nun eine Vielzahl von Trockendocks, Kränen und riesigen Schiffen bzw. stationären Plattformen zu sehen.



Leider gibt es dazu, anders als beim Vorbeifahren an den Hochhäuern vorhin, keine Erklärungen dazu, was genau man da sieht, aber ich finde diese farbigen Riesen mit all den Rohren und Gerüsten und Aufbauten einfach faszinierend, genau deshalb habe ich die ausführliche Hafenrundfahrt gebucht.



Eine gute halbe Stunde bewegen wir uns ganz langsam rund um die Giganten,



dann machen wir einen Abstecher zu einem weiteren Hafenbereich, hier dominieren die Kräne sowohl an Land als auch auf Schiffen.









Dann wird gedreht und wir fahren wieder in Richtung Innenstadt.



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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 03. August 2026, 17:36:02 »
5. Tag – Samstag, 25.04. - 1. Teil

Auch heute habe ich es nach dem Frühstück nicht eilig loszukommen, mein erstes Ziel heute, das Museum Huis Sonneveld öffnet erst um 10 Uhr. Mit der am heutigen Samstag um diese Uhrzeit sehr leeren Metro



fahre ich gegen 9.20 Uhr mit einmal Umsteigen zur Haltestelle Eendrachtsplein, von hier sind es nur ein paar Gehminuten bis zum Museumspark in dem auch das Huis Sonneveld liegt.

Ich bummle nochmal zum Nieuwe Instituut mit seinem Teich und der Skulptur darüber und dem Depotmuseum Van Beuningen daneben.




Dann ist es 10 Uhr und das Huis Sonneveld öffnet.


Ich kaufe mein Ticket (EUR 12,00), bekomme einen Audioguide und muss Plastiküberzieher über meine Schuhe ziehen. Der Fußboden der Räumlichkeiten des Museums soll geschützt werden, ist doch (fast) die gesamte Inneneinrichtung inklusive Fußbodenbelag im Original erhalten. Beim Huis Sonneveld handelt es sich nämlich um die Villa der Familie Sonneveld, erbaut 1933 im Stil des holländischen „Neuen Bauens“, ähnlich dem deutschen Bauhaus Stil. Architekt war das Büro von Brinkman en Van der Vlugt, das auch für die Inneneinrichtung verantwortlich war, die Möbel stammen überwiegend von der holländischen Marke Gispen. Herr Sonneveld war einer der Direktoren der Van Nelle Fabriek, die von Brinkman en Van der Vlugt designt worden war und er war davon so begeistert, dass er die Architekten auch für sein Wohnhaus beauftragte (von der Van Nelle Fabriek werde ich morgen mehr sehen).



Man kann alle Räume in eigenem Tempo anschauen, zu jedem Zimmer gibt es mittels des Audioguides Erklärungen.












Ich bin begeistert, sowieso mag ich den Bauhaus Stil sehr, auch die funktionale schnörkellose Inneneinrichtung (wobei es mir hier in einigen Räumen wie dem Gästezimmer


aufgrund des Chroms und der glänzenden Oberflächen etwas zu karg und ungemütlich erscheint), dazu ist es für die 30iger Jahre eine unglaublich moderne Einrichtung, z.B. die Bäder mit Badewanne und im Badezimmer der Eltern zusätzlich eine Dusche mit mehreren Sprühköpfen, die Herr Sonneveld auf Geschäftsreisen in Amerika kennengelernt hat. Die Geschichten, die man mittels des Audioguides (auf Deutsch) hören kann, sind richtig interessant, es werden neben den Fakten viele kleine Einzelheiten aus dem Leben der Familie Sonneveld liebevoll erzählt. Gleichzeitig mit mir ist noch ein Paar im Museum, wir können uns die Räume ohne uns gegenseitig zu stören in Ruhe anschauen.

Eine Stunde halte ich mich im Haus auf, dann gebe ich meine Schuhüberzieher und den Audioguide wieder ab und unterhalte mich kurz mit der Dame am Empfang über das Haus und die Einrichtung. Das war für mich ein weiteres Highlight meines Rotterdam Besuchs.

Nun ist es 11 Uhr und ich kann nahtlos ins nächste Museum wechseln, denn gestern habe ich mir online ein Ticket fürs Depotmuseum Bojmans van Beuningen für den ersten Zeitslot ab 11 Uhr gekauft (EUR 20,00). Ich bin schon gespannt, wie es in der „Salatschüssel“ innen aussieht. Wie schon bei meiner Außenbesichtigung am zweiten Urlaubstag geschrieben, ist dieses Museum kein eigentliches Museum, sondern (wie ja auch der Name schon sagt) ein Depot für die Kunstwerke, die sich normalerweise im Museum Bojmans van Beuningen befinden, das aber zurzeit (mit einer mehrjährigen Dauer) umgebaut wird.

Ich lasse mein Ticket scannen (auch hier kann man übrigens wieder, entgegen der Angabe auf der Museumshomepage, Tickets vor Ort kaufen), verstaue meine Tasche in einem der bunten durchsichtigen Schließfächer und nehme den Aufzug ganz nach oben auf die Dachterrasse. Die Außenterrasse des Museumsrestaurants ist hier und auf der restlichen Fläche fühlt man sich fast als wäre man im Wald, ganz viele Birken wurden gepflanzt. Die Ausblicke werden durch die spiegelnde Glaswand etwas beeinträchtigt, sind aber trotzdem nett, nur wegen der Aussicht herzukommen, ist allerdings nicht lohnenswert (es gibt aber für den Abend ein sehr günstiges Ticket, mit dem man nur auf die Dachterrasse kommt).



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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 03. August 2026, 17:17:43 »
Wir sind tatsächlich wieder im Lande  ;D

Ungewohnt warm hier  ;) da macht Reiseberichte (nach)lesen mehr Spaß als Bügeln. Rotterdam als Ziel konnte ich mir so gar nicht vorstellen, doch beim flüchtigen Drüberschauen gefällt mir doch so einiges dort. Werde jetzt etwas gründlicher schauen.

Ich dachte schon, ihr kommt erst wieder zurück, wenn es hier wieder erträgliche Temperaturen hat ;D

Freut mich, dass du auch noch mit dabei bist.
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Reiseberichte / Re: Andalucia y más 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 03. August 2026, 16:22:04 »
Churros sind doch eher eine Süßspeise? Die hätte ich jetzt nicht bei Bacon und Eiern gesucht...

Churros sind aus Brandteig und werden nach dem Frittieren in Zucker gewälzt oder mit Schokoguss überzogen. So kannte ich das bisher. Die vom Hotel waren neutral, so dass man sie herzhaft oder selber süßen konnte. Da ich so ein Teil noch nie gegessen habe, probierte ich ein kleines Stück. Das Gebäck ist aber so gar nicht mein Fall.

Das Büffet war ohnehin mehr auf die Asiaten abgestimmt. Die frühstückten einen Teller Salat zum Käse- mit Marmeladebrot und löffelten Suppe dazu. Andere Länder, andere Sitten. Wahrscheinlich werden die Churros in die Suppe getunkt.

Zwei Stunden für die Alhambra sind wirklich rekordverdächtig   ;D Ansonsten, immer wieder sehenswert. Ein bisschen blühte ja schon im Generalife.

:totlach: Das war mir genug altes Gemäuer und ich war noch einigermaßen gut zu Fuß. Obwohl wir in der ersten Gruppe waren, war es teilweise recht voll. Die Reiseleiter schleusten zur selben Zeit ihre Busladungen durch.

Im Generalife war nur bei den Springbunnen mehr los. Bis da jeder sein Selfie im Kästchen hatte  ::) .

Wie schön wenigstens ein paar Bilder von El Torcal zu sehen  ^-^ Ein Besuch dort steht bei uns ja immer noch aus.
Zitat
An dem späten Nachmittag hatten wir Glück, denn wir durften bis zum Besucherzentrum fahren und bekamen noch einen freien Parkplatz.
Also war es doch noch recht voll?

Der El Torcal begeisterte uns total. Da solltet ihr auf jeden Fall hin.

Da es nur wenig Parkplätze beim Besucherzentrum gibt, wird die Zufahrt zwischen 9 - 15 Uhr gesperrt. Unterhalb gibt es aber einen großen Parkplatz samt Shuttlebus.

Wir hatten das auch nicht gewusst, weil wir an dem Nachmittag erst gegen 16 Uhr eintrafen. Am nächsten Morgen war um 8:30 Uhr die Zufahrt frei und der Parkplatz noch leer. Auf der Rückfahrt sahen wir, dass der Shuttle-Parkplatz gut gefüllt war. Das WoMo würde ich dort stehen lassen. Am Besucherzentrum stand auch keins.

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Reiseberichte / Re: Andalucia y más 2026
« Letzter Beitrag von Susan am 03. August 2026, 14:49:46 »
Zwei Stunden für die Alhambra sind wirklich rekordverdächtig   ;D Ansonsten, immer wieder sehenswert. Ein bisschen blühte ja schon im Generalife.

Wie schön wenigstens ein paar Bilder von El Torcal zu sehen  ^-^ Ein Besuch dort steht bei uns ja immer noch aus.
Zitat
An dem späten Nachmittag hatten wir Glück, denn wir durften bis zum Besucherzentrum fahren und bekamen noch einen freien Parkplatz.
Also war es doch noch recht voll?

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Reiseberichte / Re: Andalucia y más 2026
« Letzter Beitrag von Silv am 03. August 2026, 14:15:09 »

Die Busfahrer rasen mit Karacho durch die engen Gassen, in denen der Bus wenigstens nicht umkippen kann.


Sehr beruhigend!  ;D

Churros sind doch eher eine Süßspeise? Die hätte ich jetzt nicht bei Bacon und Eiern gesucht...
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Silv am 03. August 2026, 14:08:58 »


Warum der so heißt wird vielleicht aus dieser Perspektive deutlicher.


Als Snoopy-Fan sehe ich da auch einen Snoopy  ^-^

Und bei den Straßen muss ich sofort an Thelma und Louise denken...
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Reiseberichte / Re: Andalucia y más 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 03. August 2026, 13:25:29 »
15.04.26 – Von Granada nach Antequera
 
Highlights: Alhambra und El Torcal

Das etwas betagte, hellhörige Hotel war ausgebucht und dementsprechend voll war es im Speisesaal, der das Ambiente einer Werkskantine versprühte.

Wir frühstückten inmitten zwei Busladungen voller Chinesen, die in aller Eile das Büffet stürmten.



Nach dem Frühstück checkten wir aus. Die Koffer durften wir im Hotel deponieren.

Schon Monate im Voraus hatte ich Tickets für den Nasridenpalast für 9:00 Uhr reserviert. Sozusagen für die erste Einlassgruppe. Die restlichen Trakte der riesigen Stadtburg öffnen um 8:30 Uhr.

Um nicht so lange warten zu müssen, waren wir die ersten Besucher der Alcazaba. Die Alcazaba ist der älteste Teil der Alhambra und war die Verteidigungsanlage der Festung.



Der Rundgang inklusive des Aufstieges zum Waffenturm dauerte bei uns nur 20 Minuten. Danach nutzten wir auf dem Weg noch schnell die Toiletten und standen pünktlich am Einlass vom Nasridenpalast. Dabei handelt es sich um ein Meisterwerk maurischer Architektur und das Herzstück der Alhambra.

Die Wand- und Deckenmuster sind sowas von filigran.



Ich bin kein Fan von alten Gemäuern, doch solch Kunsthandwerk begeistert mich.





Man geht von Gebäudeteil zu Gebäudeteil. So früh am Morgen kamen wir zügig durch.









Am Löwenbrunnen



sieht es in ruhigen Zeiten so aus.



Wenn man Decken fotografiert, steht wenigstens keiner im Weg :zwinker:.





Ein kleiner Garten im Innenhof. Hier befindet sich auch der Ausgang vom Nasridenpalast.



Die große Gartenanlage im Anschluss ist schlecht beschildert.



Wir irrten etwas umher, bevor ich eine Gärtnerin ansprach und nach dem Weg zum Palacio del Generalife fragte. Der befindet sich oberhalb und da kam noch einiges an Fußstrecke zusammen.



Von dort sind wir gekommen.



Der Palacio del Generalife ist der ehemalige Sommerpalast und die Gartenanlage der nasridischen Sultane. Erbaut im 13. Jahrhundert, diente er als Rückzugsort der Könige. Bekannt ist er für seine üppigen Gärten und Wasserspiele.



Ganz oben gibt es die Wassertreppe (Escalera del Agua). Die Treppe mit insgesamt drei Abschnitten ist einzigartig und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Von der Gärtnerin wurde uns dieser Abstecher empfohlen.



Ich war somit mit der Alhambra durch :toothy9:. Heiko war vor über 20 Jahren schon einmal mit mehr Zeit dort. Nach rekordverdächtigen zwei Stunden machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle.

Die Kleinbusse der Linien C30 und C32 verkehren regelmäßig zwischen der Alhambra und der Altstadt von Granada. Für 1,50 € pro Person und Strecke blieb uns ein steiler, anstrengender Fußmarsch erspart.

Die Busfahrer rasen mit Karacho durch die engen Gassen, in denen der Bus wenigstens nicht umkippen kann. In der Nähe vom Plaza Isabel del Católica stiegen wir aus.

Die Statue stellt ein Gespräch zwischen Christoph Kolumbus und der Königin Isabel dar.



Zur und um die Kathedrale von Granada bahnten wir uns einen Weg durch die überfüllten engen Gassen. Wir verzichteten auf die kostenpflichtige Besichtigung und weil ich zu viele Köpfe hätte unkenntlich machen müssen, gibt es hier nur ein Bild von der Seite durch den Zaun.



Beim Hohen Gerichtshof (Real Chancilleria) war es ruhiger. Städte sind einfach nicht unser Ding.



Um die Mittagszeit hatten wir Hunger, doch die Restaurants öffnen erst um 13 Uhr.

Deshalb herrscht beim Güldenen M viel Andrang. Auch wir schnabulierten einen Burger, bevor wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle machten. Wir stiegen bei der Alhambra aus und gingen das Stück zum Parkplatz weiter. Der Parkautomat knöpfte uns die 23 € ab. Danach fuhr Heiko das Auto vors Hotel und wir holten das Gepäck aus dem Lagerraum.

Auf dem Weg zur Autobahn tankten wir unseren Jungbullen voll. Die Spritpreise waren der Traum, denn der Liter kostete nur 1,399. Da tankt man doch gerne.
 
Unsere nächste Unterkunft war im 112 km entfernten Antequera. Der Ort lebt vom Obst- und Gemüseanbau und hat eine gute Infrastruktur. Wir stoppten kurz in einem Einkaufszentrum und kauften bei Carrefour ein.

Im Hotel Antequera Hills konnten wir gleich einchecken. Das Hotel war auf den ersten Blick vielversprechend, doch dann kam die Ernüchterung. Ich hatte einen Executive Room gebucht, der laut Bestätigung 32 m² haben sollte. Das Zimmer im EG war aber viel kleiner, hatte keinen Balkon und einen Ausblick auf den Hinterhof. Ich reklamierte an der Rezeption und bekam als Antwort, dass die Executive Rooms modernisiert sind. Modernisiert bedeutet einen Laminatboden und der Sessel ist neu. Aha?! OK?! Sauber war das Zimmer und wegen einer Nacht wollte ich nicht weiter meckern. Den Balkon hätten wir ohnehin nicht nutzen können.



Wir machten uns lieber auf den Weg zum Naturpark El Torcal. Der befindet sich ca. 13 km entfernt auf dem Berg. An dem späten Nachmittag hatten wir Glück, denn wir durften bis zum Besucherzentrum fahren und bekamen noch einen freien Parkplatz.

Uns erwartete eine überwältigende Karstlandschaft mit Felsformationen, die unsere Herzen :herz: höher schlagen ließen. Hier waren wir in unserem Element. Als erstes gingen wir das kurze Stück zum Aussichtspunkt.
 
Wow, das konnte sich schon mal sehen lassen.









Ein Pfad führt zum Wahrzeichen des Parkes.



Die ersten Frühlingsboten.





Wie ein riesiges Steinmännchen



präsentiert sich El Tornillo (das Gewinde, die Schraube), der aus der Ferne kürzer erscheint.



So langsam leerte sich der Naturpark und wir fuhren zum Hotel zurück.

Die über Antequera thronende Alcazaba gehört zu den größten und beeindruckendsten Festungen des Mittelalters in ganz Spanien. Uns reichte ein Bild. 



Hätte ich geahnt, dass Antequera überhaupt kein verschlafener Ort ist, hätte ich keine Halbpension gebucht. So mussten wir bis 20 Uhr warten, bis die Restauranttür geöffnet wurde. Unsere Mägen knurrten schon die Servicekräfte an.


 
Das Essen war wie das Hotel ein Flop. Die Getränke mussten gleich bestellt und bezahlt werden, dann erst wurden sie an den Tisch gebracht. Das Büffet war übersichtlich und sowohl Fleisch als auch der Fisch trocken gegrillt. Es machte satt, mehr aber auch nicht.

Danach machten wir noch einen Spaziergang. Dort fiel uns zum ersten Mal auf, dass es in Spanien sehr viele Hunde gibt. Deren Hinterlassenschaften werden nicht entsorgt. Den Blick immer auf den Gehweg gerichtet, wichen wir zahlreichen Tretminen aus.

An dem Tag sind etliche Kilometer zu Fuß zusammengekommen. Deshalb machten wir bald das Licht aus.

Übernachtung: Hotel Antequera Hills - 158,40 € inkl. Halbpension

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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 02. August 2026, 14:04:21 »
Nevada kann auch kunterbunte Steine :beifall:.

Das VoF ist seit 41 Jahren einer meiner Lieblingsparks. Während meiner ersten USA-Reise fragte mich ein älterer Herr in Las Vegas, ob ich das Valley of Fire kenne. Natürlich kannte ich das damals nur den Einheimischen bekannte Feuertal nicht. Er schwärmte so davon, dass ich auf dem Weg nach Colorado einen Abstecher machte. Obwohl ich nur die zwei Straßen entlang fuhr, war ich sofort von den bunten Steinen und Formationen geflasht  :herz:. Vermutlich sprang im VoF das USA-Virus auf mich über. Im Laufe der Jahre/Reisen erkundeten wir dort fast jede Nische.

 :danke: fürs Zeigen. Das Feuertal ist immer eine Augenweide und so leicht zu erreichen.

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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 02. August 2026, 09:33:48 »
12.Tag - 30.3.2026 Montag: Farbenfeuerwerk im Feuertal
 







Wie fast immer ist es noch dunkel, als mein Handywecker den neuen Tag einläutet (oder besser einklingelt). Etwa eine Stunde ist die Fahrt von Mesquite Nevada zum Valley of Fire, ebenfalls in Nevada. Der Bundesstaat Nevada bleibt mir nun bis zum nahen Ende der Reise erhalten. Im Vorfeld war ich mir nicht sicher wann ich nun genau morgens in das Valley of Fire fahren darf. Die offizielle Regelung der Öffnungszeiten ist Sunrise – Sunset. Also habe ich meine Ankunftszeit so getimt, dass ich zum Sunrise (heute um 6:30 Uhr) am östlichen Kassenhäuschen bin. Das ist wie erwartet noch nicht besetzt. So fülle ich einen Umschlag mit meinem Nummernschild aus, lege die 15$ Eintrittsgebühr in den Umschlag, werfe das Kuvert in die dafür vorgesehene Box und mache mich auf den Weg in den Park.
Der State Park wird vom gleichnamigen Valley of Fire Highway erschlossen, der das Tal auf 17 Kilometern Länge von West nach Ost durchquert (somit gibt es neben dem Ost- auch einen Westeingang). Mir scheint, den Highway kann man problemlos auch außerhalb der Öffnungszeiten befahren, also zumindest auch ausreichend vor Sonnenaufgang.

Parkkarte Valley of Fire



Die Knacknuss könnte die beliebte Mouse’s Tank Road (oft bekannter als White Domes Road) sein. In meinem Fall ist die Straße nun (um 6:45 Uhr) jedenfalls offen. Hier könnte es vorher vielleicht eine Barriere geben die man zum Sunrise entfernt aber vielleicht gibt es auch nichts. Es ist jedenfalls weit und breit niemand zu sehen.







Die ersten Sonnenstrahlen treffen auf den Sandstein und die Farben beginnen zu leuchten.
Seinen Namen verdankt das Tal eben diesen rötlichen Sandsteinformationen, die sich in 150 Millionen Jahren aus Dünen entwickelten und von der Erosion zu bizarren Gebilden geformt wurden. Diese scheinen in Flammen (Fire) zu stehen, wenn sie die Strahlen der glühend heißen Sonne reflektieren. Überhaupt erscheint das Tal im nördlichen Bereich der Mojave-Wüste wie ein Glutofen. Die Höchsttemperatur steigt im Sommer regelmäßig bis auf 47 Grad Celsius, und selbst im Winter sind Werte jenseits der 20-Grad-Marke nicht ungewöhnlich. Inzwischen ist die Rekord-Hitze im Südwesten der USA erstmal Geschichte und es herrschen „normale“ Temperaturen für Ende März/Anfang April von Ende 20 Grad (zumindest außerhalb des nochmal wärmeren Valley of Fire's), was sich auch in der Sonne ganz gut aushalten lässt.




Es ist inzwischen fast 20 Jahre her, dass ich zum letzten Mal hier war. Seitdem hat sich manches geändert. Gerade an der White Domes Road ist es schwierig geworden entlang der Straße anzuhalten oder gar zu parken. Dafür gibt es einige wenige Parkplätze.
So wie oben im Foto zu parken - das war früher kein Problem. Heute darf das nur noch der Ranger.





Winding Road - eine der schönsten Straßen Nordamerikas - die Mouse's Tank Road (offizieller Name) - die man oft als White Domes Road bezeichnet, da sie an ihrem Ende zum White Domes Trailhead führt.





Am vorletzten Parkplatz (Nr.3) stelle ich den Wrangler ab und folge dem Seven Wonders Trail westlich der Straße.






Der Weg taucht in die bizarre Felslandschaft dieser Region ein, die neben ihrem Markenzeichen, den rötlichen Felsen, diverse andere Farbschattierungen aufweist.
Die Gegend beiderseits der White Domes oder Mouse’s Tank Road gilt als die schönste im Park, weshalb hier später besonders viel los sein dürfte.





Nach wenigen Minuten ist der Fire Cave Arch erreicht.





Zweite Perspektive auf den Fire Cave Arch.





Und noch ein dritter Shot auf den Fire Cave Arch der zeigt, wie stark unterschiedliche Blickwinkel ein Motiv beeinflussen können.




Praktisch nebenan versteckt sich der der Thunderstorm Arch.





Auch hier noch der fotografische Gegenschuß.
Ein Tag mit vielen geologischen Unglaublichkeiten nimmt langsam Fahrt auf.
Auch wenn die Felsbögen so charismatisch und spektakulär wirken, sind sie manchmal gar nicht so leicht zu entdecken, wobei ein GPS Programm auf dem Smartphone (bei mir Locus) gute Dienste leistet.











Bevor der Trail die Mouse’s Tank/White Domes Road überquert findet man den Nike Rock (aka Stripped Rock).




Warum der so heißt wird vielleicht aus dieser Perspektive deutlicher.





Ich folge dem Trail noch ein Stück über die Straße bis in den Pink Canyon ...





... und kehre dann vor dem eigentlichen Highlight des Trails, der Fire Wave, wieder um.
Die Fire Wave hebe ich mir heute für den Abend auf.






Zurück am Parkplatz klettere ich noch auf einen Hügel westlich der Straße um mir einen Überblick zu verschaffen und da ich hier am Parkplatz Nr.3 am nördlichsten mit dem Auto erreichbaren Punkt des Parks bin, fahre ich noch die wenigen hundert Meter zum letzten Parkplatz an der Mouse’s Tank Road, dem Trailhead des White Domes Trails.





Am Nachmittag ist hier nicht selten der Parkplatz voll. Am Trailstart gibt es noch eine Hinweistafel zum Rundweg sowie ein Warnhinweis zur Hitze, wobei ich heute bei gemeldet kühlen 32°C im Schatten ja entspannt den Weg fortsetzen kann.





Beim White Domes (weiße Kuppeln) Trail läuft man fast durchgehend auf Sand – man sollte sich also auf etwas anstrengenderes Gestapfe einstellen, dafür ist der Trail mit 2km nicht gerade lang.



Der Weg führt nach wenigen Metern steil abwärts durch eine breite Felsrinne mit rosa-organener bis weißer Farbe.










Danach folgt man rechts abbiegend dem Weg hinein in einen immer enger werdenden Slot Canyon – dem Highlight des Trails.
Nach dem angenehm kühlen Canyon ...





... gelangt man wieder mitten in die pralle Sonne und es geht zudem aufwärts wieder durch eine Rinne in den Felsen nach oben.





Sandsteinstrukturen und Skulpturen säumen den Weg.







Man sollte im Valley of Fire immer auch einen Blick für Details übrighaben.












White Domes Arch.

Nach einer Stunde mit (wie üblich) viel fotografieren bin ich wieder zurück am Wrangler und lege erst mal eine Mittagspause ein. Der Trail ist auf jeden Fall ähnlich wie der Seven Wonders Trail unbedingt eine Empfehlung wert.





Dann geht es auf der Mouse’s Tank Road wieder ein Stück zurück nach Süden, ...







... bis ich auf die kurze Fire Canyon Road einbiege und am Silica Dome für ein paar Fotos halte.






Nur einen Steinwurf weiter an der Fire Canyon Road führt ein kurzer Weg zum sehenswerten Fire Canyon Arch.






So wie der guckt, fühlt er sich wohl in seiner Ruhe gestört, zudem spare ich mir jetzt das schattenlose grelle Mittagslicht und fahre ich erstmal wieder auf der Ostseite aus dem Park bis ins nahe Moapa Valley zu meinem Motel, kaufe mir ein Nachmittags-Käffchen und checke am Motel ein. Nachdem ich im Motelzimmer „mein Lager aufgeschlagen habe“ lege ich mal 30 Minuten für ein Power-Nap die Beine hoch, man ist ja keine 22 mehr (in dem Alter war ich übrigens das erste Mal in den USA, wenn ich mich nicht verzählt habe war das meine 21.Reise ins Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten).





Am Nachmittag geht es wieder zurück in den Park und diesmal auf der Valley of Fire Road weiter in den Westen des Feuertals, wo sich ein Abstecher auf die Scenic Loop Road anbietet. Dort trifft man als erstes auf einen der bekanntesten Felsbögen im Park, den Arch Rock. Den kann man heutzutage (wenn man ein braver Tourist ist) nur noch von vorne ablichten, weil das (einfache) beklettern der kleinen Erhebung nicht mehr gestattet ist, was ich von früher noch anders kannte. Wahrscheinlich sind irgendwann mal ein paar Chinesen oder Inder beim Selfieknipsen abgestürzt oder der Rummel auf der kleinen Location war der Parkverwaltung zu groß. Bei 1 Million Besucher pro Jahr kann es an Stoßtagen hier schon mal etwas turbulent zugehen, weshalb man das Wochenende in den Wintermonaten, wenn möglich meiden sollte.






Die phantasievollen Felsen regten offensichtlich auch die Phantasie des Menschen an, so kennt man dieses Steingebilde als Piano Rock.





Um zum Pagoda Arch zu gelangen ist eine kleine Klettereinlage nötig die ich in 10 Jahren wahrscheinlich auch nicht mehr mache. Die Perspektive lohnt aber die kurze Kraxelei über ein paar Felsen und wirklich dramatisch ist es auch nicht.





Die Gegend hier unterhalb des Pagoda Arch wäre alleine schon den Stop an der Scenic Loop Road wert.
Hier gibt es viel zu entdecken. Außerhalb der Mouse’s Tank/White Domes Road findet man im Park übrigens nur den rot-orangen Actec-Sandstone.






Aus diesem Werkstoff ist auch die kleine Felsöffnung am (ehemaligen) Windstone Arch entstanden. Das Bein des Windstone Arch, das ich beim letzten Besuch noch erleben durfte hat aber wie bei Käptain Ahab nicht Moby Dick, sondern die Erosion gefressen.





Dieses Gestein entstand einst aus riesigen Sanddünen vor 150-200 Millionen Jahren. Diese Dünen wurden im Laufe der Zeit durch Druck und mineralische Bindung zu festem Sandstein verfestigt – dem sogenannten Aztec Sandstone. Die rötliche Farbe kommt von Eisenoxid (Rost), das sich im Gestein abgelagert hat.
Später wurde die Region durch tektonische Kräfte angehoben. Dabei entstanden Risse und Schwächezonen im Gestein – perfekte Angriffspunkte für Verwitterung. Die spektakulären Formen – Bögen, Wellen, „Löcher“ – entstanden hauptsächlich durch Erosion - Temperaturschwankungen die das Gestein ausdehnen und zusammenziehen, so dass es zu Rissen kommt. Wind und Wasser formen diese Risse dann weiter.






Danach geht es zum Finale nochmal auf die Mouse’s Tank/White Domes Road. Wieder bis zum Parkplatz Nr.3 und auf den Fire Wave Trail, den man zusammen mit dem Seven Wonders Trail auch als Loop gehen kann.






Ich gehe den Trail aber nur bis zur Fire Wave – inzwischen der Ikone des Valley of Fire schlechthin. Viele Besucher kommen nur wegen dieser Felsformation in den Park. So wurde ich gleich am Parkplatz und unterwegs ein paar Mal von anderen Besuchern nach dem Weg gefragt (obwohl das nicht so schwer zu finden ist) verbunden mit der Bemerkung, dass man hauptsächlich wegen der Fire Wave hierhergekommen ist.






Entdeckung und Name dieser wirklich sensationellen Felsformation in einer Gegend die nicht wirklich arm an geologischen Naturwundern ist, geht auf Isa und Steffen Synnatschke zurück.
Die beiden Fotografen und Buchautoren gaben dieser geschwungenen Felsformation nicht nur ihren Namen, sondern machten ihre Fire Wave durch Fotos (u.a. Coverfoto des Know How Reiseführers USA Südwesten vor einigen Jahren) so bekannt, dass die Parkverwaltung den Namen aufgriff und die bis dahin der Öffentlichkeit weitestgehend unbekannte Attraktion in ihre Parkkarten und Parkbeschreibungen aufnahm.



Lichttechnisch ideal wäre die Zeit nach dem Sonnenuntergang aber das ist mit den Öffnungszeiten (Sunrise-Sunset) etwas schwierig (außer man campt im Park), so begnüge ich mich mit dem Anblick kurz vor dem Sunset.






Zum Sonnenuntergang bin ich zurück am Parkplatz und fahre die Straße zurück zur Valley of Fire Road. Da kommt mir auch das Fahrzeug des Parkrangers entgegen, dessen Aufgabe es nun sein dürfte, die letzten noch anwesenden Besucher am Parkplatz zu verscheuchen und denen die dann noch ohne Campingnachweis am Parkplatz stehen eventuell mit einem Ticket zu „belohnen“.
Verbleibt noch die kurze Fahrt aus dem Park Richtung Overton und meinem Motel und das übliche Abendprogramm mit Essen auf dem Zimmer, Bilder sichern, nächsten Tag checken, duschen und den Handy-Wecker für den nächsten Morgen stellen.
 

Übernachtung: North Shore Inn, Moapa Valley, Nevada
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