13.Tag - 31.3.2026 Dienstag: Ein kulinarischer Tag - Plastik am Morgen und Pretzel am Abend An diesem Morgen habe ich mir mal eine größere Mütze Schlaf gegönnt. Da es ausnahmsweise für heute bedecktes Wetter gibt, muss ich nicht zu einem Sonnenaufgang im Park sein den man nicht sieht. So richtig viel Matratzenhorchdienst gab es die letzten knapp 2 Wochen auch nicht gerade, so dass ein faulerer Morgen auch mal nett ist. Sogar das im Preis inkludierte Frühstück muss ich heute mal nicht sausen lassen, sondern kann mich in das Plastik- und Papptellergewitter stürzen. Der Müll der hier an einem einzigen Morgen produziert wird ist beachtlich. Als ich vom Frühstückstisch aufstehe, ist bereits ein Behälter mit 60-70cm Durchmesser und einem Meter Höhe voll und ein zweiter halb gefüllt. Es ist halt gänzlich alles aus Pappe oder Plastik. Teller, Kaffeebecher, Besteck, Verpackung von Marmelade, Saft, Butter usw. Na ja, wir Deutschen übertreiben es vielleicht manchmal in die andere Richtung.
Da treffen dann ideologisch inzwischen Welten aufeinander.
Diesmal ist das Kassenhäuschen also schon besetzt, als ich wieder von der Ostseite in den Park einfahre.
Das Valley of Fire ist übrigens mit rund 160 Quadratkilometern Fläche der größte State Park Nevadas und zugleich eine Institution. Das Gebiet wurde bereits 1935 unter Schutz gestellt und war damit der erste State Park Nevadas.

Auf der Valley Of Fire Road fahre ich nach Westen. Zunächst halte ich am kleinen Parkplatz des Petrified Tree und wandere einen Hügel hinauf und auf der anderen Seite hinab in einen Wash der zum Ephemeral Arch führen würde. Weil ich auf das kilometerlange Gestapfe durch diesen sandigen Wash, ohne unterwegs etwas zu sehen, keine Lust habe, kehre ich nach 20 Minuten wieder um. Eine sehr gute Entscheidung, denn später lese ich im Internet, dass der Arch schon vor einigen Jahren zusammengebrochen ist.

So geht es weiter nach Westen bis zum Parkplatz an den Beevives – den Bienenstöcken.

Diese Felsen hier sehen auch wirklich wie übergroße Bienenstöcke aus ...

... und selbst die Bienen sind schon da – in Form meist asiatischer Bienen, man spürt hier die spätere Uhrzeit und dass man für diesen Fotospot eben keinen Meter laufen muss.



Nur einen langen Steinwurf weit entfernt, an der Arch Rock Straße (Scenic Loop Road) findet man gleich zu Beginn der Einbahnstraße den Atlatl Rock mit historischen Petroglyphen.

Die Felsbilder am Atlatl Rock wurden vor etwa 2.000 bis 4.000 Jahren von den Vorfahren der Pueblo-Völker (den Anasazi) in den roten Sandstein geritzt. Spätere Stämme, wie die Southern Paiute, nutzten das Gebiet ebenfalls und betrachteten die Formationen als spirituell bedeutsam. Die Gravuren zeigen vor allem Atlatl-Speerschleudern - ein wichtiges, namensgebendes Jagdwerkzeug, das vor der Erfindung von Pfeil und Bogen genutzt wurde sowie Tiere, Menschen und abstrakte Figuren.

Auf meiner Fahrt gestern auf der Mouse’s Tank /White Domes Road war mir ein Gebiet östlich der geschwungenen Straße aufgefallen. Also geht es wieder Richtung White Domes, diesmal bis Parkplatz 2.

Von dort wandere ich nach Osten und schon nach wenigen Metern lasse ich alles was an Tourismus im Park gerade unterwegs ist hinter mir.
Abseits der populären Ziele erlebt man also auch im Valley of Fire völlige Einsamkeit, was mir wirklich nicht unangenehm ist.

Gerade in Gegenden wie in diesem Park macht es großen Spaß umher zu stöbern und selbst auf Entdeckungstour zugehen.

Dabei müssen keine sensationellen Dinge vor Auge und Kamera auftauchen, ...

... der Spaßfaktor der Suche macht es aus und irgendwas an dem ich mich erfreuen kann, finde ich hier immer.

Gerade im punkto Farben – treibt es die Landschaft hier ganz schön bunt.





Danach fahre ich zurück zur Valley of Fire Road und nach Osten.

Nur wenige Meter ist der Weg bis zum Arrowhead Arch, der eine recht ungewöhnliche Form aufweist.

Deutlich mehr Meter sind es zum Pretzel Arch. Den erreicht man vom Parkplatz am Elefant Rock/Kassenhäuschen Ost nach einem Marsch von 1,5km ohne dass man direkt einem Trail folgt (den es nicht gibt). Man durchquert einige Washes und läuft in sanftem Auf und Ab über meist sandigen Untergrund bis man eine Anhöhe erreicht der man Stück nach oben folgt. Dort versteckt sich dann der Pretzel Arch, den ein Bäcker nicht schöner formen könnte.

Rund um den Pretzel Arch gibt es noch weitere Bögen (hier direkt daneben).
So streife ich wieder herum und bin gerade dabei mir einen Weg hinauf auf den Hügel zu suchen wo ich einen netten Arch entdeckt habe, als ich eine Gruppe Dickhorn Schafe vor mir durch den Bogen des Arches flüchtet. Für die Kamera war das zu schnell aber für mich ein cooles Erlebnis.

Ich klettere weiter nach oben zum Arch und finde unterhalb davon noch einen der schwer zu fotografieren ist.
Nun stellt sich mir die Frage – einfach zurückgehen oder weiter auf einer Runde die ich auf meinem Handy habe und zu weiteren Arches nach Süd-Osten.
Neugierig wie ich bin will ich noch etwas sehen.

Da ich durch meine Expansion vom imaginären GPS Trail abgekommen bin muss ich mir selbst einen Weg suchen wie ich von oben wieder herunterkomme und gleichzeitig in die richtige Richtung weitergehe.

Schließlich finde ich einen Abstieg und entdecke auf meiner Runde u.a. den Little Mosquito Arch.

Little Mosquito Arch von der Seite.

Ich finde noch einige Bögen deren Namen ich nicht kenne oder die keinen Namen haben.

Die auffälligen Felsformationen und „Löcher“ im Valley of Fire State Park ...

... sind das Ergebnis von Millionen Jahren geologischer Prozesse. Vor allem Ablagerung, Verfestigung und Erosion.

Da ich wohl von den vielen Löchern im Park so angetan bin muss ich mein eigenes Loch beitragen.
So bleibe ich mit meiner Hose an einem scharfen Felsen hängen und erschaffe meinen Hosen-Arch – so ganz ohne einen Millionen Jahre dauernden geologischen Prozess – toll.




Mit vielem Auf und Ab, vor und zurück, Suche nach einem Weg oder einem Arch, bin ich nach ca. 7km und etwa 3 Stunden wieder am Auto zurück.
Für heute reicht es mir auch. Golden Hour Licht fällt heute sowieso aus und ich komme ja nochmal in den Park zurück.
Übernachtung: North Shore Inn, Moapa Valley, Nevada