10. Tag, Samstag, 07.02. - 1. Teil
Peter fühlt sich ziemlich krank und möchte den Tag in der Ferienwohnung verbringen. Vormittags soll es sowieso regnen, nachmittags trockener und sonniger werden. Ich fahre daher nach dem Frühstück erstmal einkaufen fürs Mittagessen und tanke auch gleich noch.
Auf dem Rückweg fängt es zu regnen an und das wieder mal richtig kräftig, da bleibt nur mit Buch und Kuscheldecke aufs Sofa zu gehen.
Wie angekündigt sieht das Wetter nach dem Mittagessen viel freundlicher aus und ich mache mich auf den Weg, Alvor näher zu erkunden, da sind wir am ersten vollen Urlaubstag recht schnell durchgegangen.
Auf dem Holzbohlenweg gehe ich in Richtung Zentrum. Wie auch auf Mallorca sind hier an der Algarve viele Restaurants und Hotels den Winter über geschlossen, die Fenster sind in dieser Zeit mit Papier oder Stoffen beklebt, ich weiß nicht, warum das gemacht wird, das vermittelt einen so trostlosen Anblick.
Ich gehe die Uferpromenade entlang, das Wasser der Flussmündung ist schlammbraun, das kommt von den Überschwemmungen im Hinterland, dabei wird sehr viel Erde in die Flüsse gespült, das war bei unserem ersten Besuch vor etwas über einer Woche noch nicht so extrem, da hatte das Wasser nur eine leicht bräunliche Farbe. Aber seither hat es erneut sehr viel geregnet und in vielen Teilen Portugals sind ganze Dörfer und Stadtteile überschwemmt, leider sind auch Todesopfer zu beklagen, die Berichte darüber laufen auf verschiedenen portugiesischen TV-Sendern in Dauerschleife. Da haben wir hier an der Algarve viel Glück.
Ich bummle ein bisschen durch den Ort, hübsche Häuser wechseln sich mit weniger hübschen, teils verfallenen ab, auf jeden Fall positiv, dass das Ortszentrum noch aus den typischen zweistöckigen Häusern besteht, und nicht, wie in vielen anderen Orten entlang der Küste, Hotel- und Apartmentblocks hingestellt wurden.
Es fängt schon wieder zu tröpfeln an, daher besuche ich sowohl das Innere der kleinen Igreja da Misericordia
als auch das der großen Igreja do Divino Salvador de Alvor, wo wir beim ersten Besuch schon waren.
Dann gehe ich wieder zum Hafen und ins dortige recht neue und kostenfreie Museum (Alvor Lifeguards Interpretive Center) im ehemaligen Schuppen des örtlichen Rettungsboots (Nutzung von 1933-1983). Dieses wurde restauriert und bildet das Zentrum des Museums, es wird auf die Geschichte und die große Bedeutung der Seenotrettung an der Küste eingegangen (heute befindet sich die nächste Seenotrettungsstation in Portimão, dank schneller Schiffe sind große Entfernungen kein Problem mehr) und auf das frühere und aktuelle Leben der Fischer. Ein sehr interessantes kleines Museum, in dem ich die einzige Besucherin bin und in dem ich einen heftigen Regenschauer samt Gewitter gut überbrücken kann.