71
Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 20. Juli 2026, 09:03:49 »9.Tag - 27.3.2026 Freitag: Kunst in der Wüste
Die letzten Tage, bin ich immer auf dem Weg vom Death Valley nach Beatty an der Ghosttown Rhyolite vorbeigefahren. Heute wo ich die Region verlassen will, soll das anders sein.

Rhyolite ist nur 5 Autominuten von Beatty entfernt und so muss ich heute nicht ganz so früh aufstehen, um das erste Morgenlicht in der Geisterstadt zu erleben.
Etwa 200 Kilometer entfernt von der Glitzerstadt Las Vegas, liegt in der Nähe des Death Valley die verlassene Geisterstadt Rhyolite.

Der Ort ist eine beliebte Touristenattraktion im US-Bundesstaat Nevada, denn hier kann man noch den Glanz des Wilden Westens erahnen. Und das, obwohl der Ort gerade einmal zwölf Jahre lang existierte. Das genügte aber, um Rhyolite landesweit berühmt zu machen.

Rhyolite entstand nach 1904, nach der Entdeckung von Gold durch den Prospector Shorty Harris (siehe Tag 7 Eureka Mine) - einem der schillerndsten Goldsucher seiner Zeit, der einen eigenen Bericht wert wäre.
Passend dazu findet man am Goldwell Open Air Museum eine Statue. Sie trägt den Titel "Tribute to Shorty Harris" und wurde 1994 von dem belgischen Künstler Fred Bervoets geschaffen.Die Skulptur besteht aus einer ca. 7,30 Meter (24 Fuß) hohen Silhouette eines Bergmanns, der von einem Pinguin begleitet wird. Der Pinguin dient als künstlerische Metapher. Bervoets fügte ihn hinzu, um auszudrücken, wie "fremdartig" (alien) und deplatziert er sich selbst als Künstler in der rauen Mojave-Wüste fühlte – genau wie ein Pinguin in der Hitze.
Tja so ist Kunst...
Zwischen 1905 und 1910 lebten in Rhyolite über 10.000 Einwohner, es war damit die drittgrößte Stadt Nevadas. Zu seiner Ausstattung gehörten drei Eisenbahnlinien, eine Telegraphenstation, ein Elektrizitätswerk, drei Zeitungen, 50 Goldminen, eine Oper, eine Symphonie, drei Krankenhäuser, ein öffentliches Schwimmbad, 19 Hotels, 18 Drugstores sowie 53 Saloons.

Am unglaublichsten für die damalige Zeit ist aber wohl der Komfort, den die Bewohner von Rhyolite erfuhren. Im Jahr 1907 hatten sie nicht nur Strom und fließendes Wasser in ihren Häusern, es gab auch Telefone, eine Telegrafenverbindung und einst liefen mehrere verschiedene Eisenbahnlinien durch die Stadt. Die Bürgersteige waren aus Beton, statt wie sonst oft üblich aus Holz. Der Luxus ging auch auf den Stahl-Magnaten Charles Schwab zurück, der ein Jahr zuvor das Minengeschäft in Rhyolite übernahm, wofür er angeblich bis zu sechs Millionen Dollar gezahlt haben soll.

Um 1914 waren die Goldvorkommen ausgebeutet, der Niedergang der Stadt erfolgte so schnell wie ihr Aufstieg. Im Jahr 1919 schloss als letztes das Postamt von Rhyolite, und der letzte Einwohner, der Postbedienstete, verließ die Stadt.

Heute steht Rhyolite unter Denkmalschutz und ist ein Freilichtmuseum, das von der Rhyolite Preservation Society erhalten wird. Die Stadt bestand überwiegend aus Holzhäusern, von denen heute keines mehr existiert.

Lediglich einige steinerne Gebäude wie Banken, Hotels, das Gefängnis sowie das Bahnhofsgebäude im spanischen Stil der früheren Las Vegas and Tonopah Railroad stehen noch.

Die Ruine des Bankgebäudes wurde zu einer Ikone des Westens. Laut dem Bureau of Land Management (BLM) ist sie das meistfotografierte Gebäude in einer Geisterstadt im Westen des Landes.

Zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten Rhyolites gehört heute auch noch das Bottle House. Es wurde 1906 aus rund 50.000 miteinander vermörtelten Flaschen als Wohnhaus errichtet. Die meisten davon weggeworfene Busch-Beer-Flaschen aus dem benachbarten Saloon.

Verlassene Orte waren schon immer interessant für Künstler.
Ende der 1980er-Jahre lebte der belgisch-polnische Künstler Albert Szukalski zeitweilig in Rhyolite und schuf währenddessen einige Geisterstatuen aus Gips. Sie sind der wesentliche Bestandteil des Goldwell Open Air Museums. Seine Figuren sind heute die einzigen ständigen „Bewohner“ der Geisterstadt. Dieses Gips-Ensemble trägt den Titel „Das letzte Abendmahl“ und ist vielleicht die berühmteste Skulptur im Museum. Das 1984 von Albert Szukalski entworfene Stück sollte nur zwei Jahre dort ausgestellt sein, "überlebt" dort aber schon über vierzig Jahre.

Auch der „Ghost Rider“ ist natürlich von Albert Szukalski.

Danach geht es wieder zurück nach Beatty. Das Nest war mir bisher keinen näheren Blick wert. Nun nehme ich mir doch noch etwas Zeit, eine kleine Runde durch den Stadtkern zu drehen.

Die Affinität Nevadas zu Außerirdischen ist ja überall im Staat omnipräsent und ganz besonders fällt das in Beatty auf. Außerirdische, das passt ja irgendwo auch zu dem Präsidenten den man sich zurzeit gönnt.

Trotzdem habe ich mich gefragt woher die Alien-Hommage in Nevada konkret herkommt und es scheint eine Mischung aus Militärgeheimnissen, Mythen und cleverem Tourismus zu sein. Gerade Orte wie Beatty greifen das gerne auf.
Der wichtigste Ursprung ist die berühmte Militärbasis Area 51 in der Wüste Nevadas.
Seit den 1950ern wurden dort geheime Flugzeuge getestet.
Weil alles streng geheim war, konnten sich die Bewohner ungewöhnliche Lichter oder Flugobjekte in der einsamen Weite der Wüste nicht erklären. So entstanden letztendlich die UFO-Gerüchte.
Die Regierung hat lange nicht einmal zugegeben, dass die Basis existiert – das hat die Spekulationen weiter angeheizt.
Die UFO-Theorie stammt aus Presseberichten über eine “fliegende Untertasse“ vom 8. Juli 1947, deren Fund die United States Army gemeldet habe. Diese erklärte dazu am selben Tag, bei Roswell gefundene Trümmer gehörten zu einem abgestürzten Wetterballon mit einem Radarreflektor. Der Fall erhielt zunächst keine besonders große Aufmerksamkeit und geriet nach Juli 1947 schnell wieder in Vergessenheit.
Charles Berlitz und William L. Moore machten den vergessenen Vorfall mit ihrem Buchtitel als Roswell-Zwischenfall (Roswell Incident) 1980 weltweit bekannt. Sie verbreiteten die Verschwörungstheorie, die US-Regierung habe damals ein außerirdisches Raumschiff und Leichen außerirdischer Lebewesen (Aliens) gefunden, heimlich untersucht und halte sie bis heute versteckt. Dem folgten viele weitere Bücher und Filme mit zahlreichen Varianten zu diesem Thema. Der Roswell-Zwischenfall entwickelte sich in den 1990er-Jahren zum bekanntesten angeblichen UFO-Vorfall weltweit, ging in die Popkultur ein und wurde zum Anknüpfungspunkt für zahlreiche Science-Fiction-Geschichten.
Filme, Serien und Verschwörungstheorien haben Nevada als „Hotspot“ etabliert
Die Straße zur Area 51 heißt sogar „Extraterrestrial Highway“ (Highway der Außerirdischen). Orte wie Beatty nutzen das Thema gezielt mit Alien-Deko, Souvenirs und Motels mit UFO-Thema. Nevadas Alien-Image ist also kein Zufall, sondern das Ergebnis von geheimen Militärprojekten, mystischer einsamer Wüste sowie Popkultur und Tourismus-Marketing.
Ein letzter Kaffee von der Tanke in Beatty und ich verlasse die Region Beatty und das Death Valley. Die Wüste bleibt mir allerdings erhalten und auch dem Staat Nevada bleibe ich vorerst treu.

Der Highway 95 führt durch typische Wüstenvegetation im Südwesten Nevadas.


Wilde Esel findet man hier in der Mojave Wüste Süd-Kaliforniens und West-Nevadas immer wieder.
Nach knapp 2 Stunden erreiche ich den Stadtrand von Las Vegas und decke mich wie üblich im Walmart mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein.

2,5 Autostunden nach Norden erreiche ich am Nachmittag den Cathedral Gorge State Park.
Obwohl ein richtiger State Park (10$ Eintrittsgebühr) führt diese Gegend eher ein Schattendasein bei prominenter Konkurrenz im Südwesten der USA. Er liegt halt schon etwas abgelegen, weshalb ich es in den vielen Jahren und vielen Touren im Südwesten auch noch nie hierhergeschafft hatte.
> Parkkarte Cathedral Gorge State Park

Türme die eine Stadt wie von einem anderen Planeten bilden und orange und grau gefärbte Klippen, sind das Ergebnis von Millionen Jahren geologischer Aktivität. Vulkanismus kam in der gesamten Region vor, verteilte Ascheschichten von mehreren hundert Fuß Tiefe und bildete einzigartige Muster im weichen Bentonit-Schlamm. Es entstand eine Verwerfung, ein Riss in der Ebene aus dem ein Tal entstand, dass sich im Laufe der Zeit mit Wasser füllte und einen Süßwassersee formte. Im Laufe der Jahrhunderte begann dieser prähistorische See allmählich zu entwässern, und mit der fortschreitenden Ufererosion kamen Asche und Bimsstein frei, die von antiker vulkanischer Aktivität zurückgeblieben waren.

Was man heute in der Cathedral Gorge sehen und erleben kann, ist das Ergebnis der vollständigen Austrocknung des Sees.

Bis heute sind die Bentonit-Ton-Slot-Canyon-Wände durch Regenstürme in der Region sehr weich und umformbar – das heißt, sie verändern nach jedem Wetterereignis ihre Gestalt.

Ich beginne meine Parkexkursion an den Moon Caves. Höhlen, wie die Moon Cave bestehen aus schmalen und engen Gängen, die ins Innere der Felskathedralen führen ...

... und dort in ungewöhnlich hohen, nach oben offenen Röhren enden. Beeindruckend aber schwierig fotografisch zu erfassen.

Auch die Cathedral Cave, nur einen Steinwurf weit entfernt, zeigt ein ähnliches Bild.



Highlight im Park ist der kurze Weg zum Miller Point (den man auch direkt mit dem Auto erreichen kann).

Hier erlebt man eine Schlucht, die schon seinesgleichen im Südwesten sucht.

Am Miller Point führen Stahltreppen auf den Aufsichtspunkt hinauf. Mindestens genauso spannend ist es unten im Canyon selbst.

Wer so großer Badlands Fan sein sollte wie ich, wird die kleinen aber feinen Unterschiede der geologischen Strukturen dieser Formationen im Cathedral Gorge State Park zu anderen Badlands-Strukturen im Südwesten durchaus zu schätzen wissen.



Dazu kommen diese besonderen Slotcanyon (Caves) mit sehr engen hohen Wänden und viele fotogene Strukturen.

Für mich hat sich die Anfahrt in diese abgelegene Region absolut gelohnt.
Der Tag stand heute mal ganz im Zeichen der Kunst. Ist ja in den USA generell nicht selten, dass es Künstler in die Wüste zieht. In Rhyolite wurde mit Glas (Bottlehaus) oder Gips (Ghosts of Rhyolite) gearbeitet und die Natur hatte im Cathedral Gorge einfach nur Schlamm zur Verfügung. Wieder mal ein Beleg dafür, dass diese Wüstenregion alles andere als eintönig ist.
Am späten Nachmittag verlasse ich den Park und fahre die 2 Stunden nach Cedar City und hinüber nach Utah. Bemerkenswerterweise muss ich abends die Heizung im Auto einschalten. Da die Gegend Richtung Utah deutlich höher liegt hat es am Abend vielleicht noch 10 Grad und auf die bin ich nicht wirklich eingestellt.
Übernachtung: Ramada by Windham, Cedar City, Utah
Die letzten Tage, bin ich immer auf dem Weg vom Death Valley nach Beatty an der Ghosttown Rhyolite vorbeigefahren. Heute wo ich die Region verlassen will, soll das anders sein.

Rhyolite ist nur 5 Autominuten von Beatty entfernt und so muss ich heute nicht ganz so früh aufstehen, um das erste Morgenlicht in der Geisterstadt zu erleben.
Etwa 200 Kilometer entfernt von der Glitzerstadt Las Vegas, liegt in der Nähe des Death Valley die verlassene Geisterstadt Rhyolite.

Der Ort ist eine beliebte Touristenattraktion im US-Bundesstaat Nevada, denn hier kann man noch den Glanz des Wilden Westens erahnen. Und das, obwohl der Ort gerade einmal zwölf Jahre lang existierte. Das genügte aber, um Rhyolite landesweit berühmt zu machen.

Rhyolite entstand nach 1904, nach der Entdeckung von Gold durch den Prospector Shorty Harris (siehe Tag 7 Eureka Mine) - einem der schillerndsten Goldsucher seiner Zeit, der einen eigenen Bericht wert wäre.
Passend dazu findet man am Goldwell Open Air Museum eine Statue. Sie trägt den Titel "Tribute to Shorty Harris" und wurde 1994 von dem belgischen Künstler Fred Bervoets geschaffen.Die Skulptur besteht aus einer ca. 7,30 Meter (24 Fuß) hohen Silhouette eines Bergmanns, der von einem Pinguin begleitet wird. Der Pinguin dient als künstlerische Metapher. Bervoets fügte ihn hinzu, um auszudrücken, wie "fremdartig" (alien) und deplatziert er sich selbst als Künstler in der rauen Mojave-Wüste fühlte – genau wie ein Pinguin in der Hitze.
Tja so ist Kunst...
Zwischen 1905 und 1910 lebten in Rhyolite über 10.000 Einwohner, es war damit die drittgrößte Stadt Nevadas. Zu seiner Ausstattung gehörten drei Eisenbahnlinien, eine Telegraphenstation, ein Elektrizitätswerk, drei Zeitungen, 50 Goldminen, eine Oper, eine Symphonie, drei Krankenhäuser, ein öffentliches Schwimmbad, 19 Hotels, 18 Drugstores sowie 53 Saloons.

Am unglaublichsten für die damalige Zeit ist aber wohl der Komfort, den die Bewohner von Rhyolite erfuhren. Im Jahr 1907 hatten sie nicht nur Strom und fließendes Wasser in ihren Häusern, es gab auch Telefone, eine Telegrafenverbindung und einst liefen mehrere verschiedene Eisenbahnlinien durch die Stadt. Die Bürgersteige waren aus Beton, statt wie sonst oft üblich aus Holz. Der Luxus ging auch auf den Stahl-Magnaten Charles Schwab zurück, der ein Jahr zuvor das Minengeschäft in Rhyolite übernahm, wofür er angeblich bis zu sechs Millionen Dollar gezahlt haben soll.

Um 1914 waren die Goldvorkommen ausgebeutet, der Niedergang der Stadt erfolgte so schnell wie ihr Aufstieg. Im Jahr 1919 schloss als letztes das Postamt von Rhyolite, und der letzte Einwohner, der Postbedienstete, verließ die Stadt.

Heute steht Rhyolite unter Denkmalschutz und ist ein Freilichtmuseum, das von der Rhyolite Preservation Society erhalten wird. Die Stadt bestand überwiegend aus Holzhäusern, von denen heute keines mehr existiert.

Lediglich einige steinerne Gebäude wie Banken, Hotels, das Gefängnis sowie das Bahnhofsgebäude im spanischen Stil der früheren Las Vegas and Tonopah Railroad stehen noch.

Die Ruine des Bankgebäudes wurde zu einer Ikone des Westens. Laut dem Bureau of Land Management (BLM) ist sie das meistfotografierte Gebäude in einer Geisterstadt im Westen des Landes.

Zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten Rhyolites gehört heute auch noch das Bottle House. Es wurde 1906 aus rund 50.000 miteinander vermörtelten Flaschen als Wohnhaus errichtet. Die meisten davon weggeworfene Busch-Beer-Flaschen aus dem benachbarten Saloon.

Verlassene Orte waren schon immer interessant für Künstler.
Ende der 1980er-Jahre lebte der belgisch-polnische Künstler Albert Szukalski zeitweilig in Rhyolite und schuf währenddessen einige Geisterstatuen aus Gips. Sie sind der wesentliche Bestandteil des Goldwell Open Air Museums. Seine Figuren sind heute die einzigen ständigen „Bewohner“ der Geisterstadt. Dieses Gips-Ensemble trägt den Titel „Das letzte Abendmahl“ und ist vielleicht die berühmteste Skulptur im Museum. Das 1984 von Albert Szukalski entworfene Stück sollte nur zwei Jahre dort ausgestellt sein, "überlebt" dort aber schon über vierzig Jahre.

Auch der „Ghost Rider“ ist natürlich von Albert Szukalski.

Danach geht es wieder zurück nach Beatty. Das Nest war mir bisher keinen näheren Blick wert. Nun nehme ich mir doch noch etwas Zeit, eine kleine Runde durch den Stadtkern zu drehen.

Die Affinität Nevadas zu Außerirdischen ist ja überall im Staat omnipräsent und ganz besonders fällt das in Beatty auf. Außerirdische, das passt ja irgendwo auch zu dem Präsidenten den man sich zurzeit gönnt.

Trotzdem habe ich mich gefragt woher die Alien-Hommage in Nevada konkret herkommt und es scheint eine Mischung aus Militärgeheimnissen, Mythen und cleverem Tourismus zu sein. Gerade Orte wie Beatty greifen das gerne auf.
Der wichtigste Ursprung ist die berühmte Militärbasis Area 51 in der Wüste Nevadas.
Seit den 1950ern wurden dort geheime Flugzeuge getestet.
Weil alles streng geheim war, konnten sich die Bewohner ungewöhnliche Lichter oder Flugobjekte in der einsamen Weite der Wüste nicht erklären. So entstanden letztendlich die UFO-Gerüchte.
Die Regierung hat lange nicht einmal zugegeben, dass die Basis existiert – das hat die Spekulationen weiter angeheizt.
Die UFO-Theorie stammt aus Presseberichten über eine “fliegende Untertasse“ vom 8. Juli 1947, deren Fund die United States Army gemeldet habe. Diese erklärte dazu am selben Tag, bei Roswell gefundene Trümmer gehörten zu einem abgestürzten Wetterballon mit einem Radarreflektor. Der Fall erhielt zunächst keine besonders große Aufmerksamkeit und geriet nach Juli 1947 schnell wieder in Vergessenheit.
Charles Berlitz und William L. Moore machten den vergessenen Vorfall mit ihrem Buchtitel als Roswell-Zwischenfall (Roswell Incident) 1980 weltweit bekannt. Sie verbreiteten die Verschwörungstheorie, die US-Regierung habe damals ein außerirdisches Raumschiff und Leichen außerirdischer Lebewesen (Aliens) gefunden, heimlich untersucht und halte sie bis heute versteckt. Dem folgten viele weitere Bücher und Filme mit zahlreichen Varianten zu diesem Thema. Der Roswell-Zwischenfall entwickelte sich in den 1990er-Jahren zum bekanntesten angeblichen UFO-Vorfall weltweit, ging in die Popkultur ein und wurde zum Anknüpfungspunkt für zahlreiche Science-Fiction-Geschichten.
Filme, Serien und Verschwörungstheorien haben Nevada als „Hotspot“ etabliert
Die Straße zur Area 51 heißt sogar „Extraterrestrial Highway“ (Highway der Außerirdischen). Orte wie Beatty nutzen das Thema gezielt mit Alien-Deko, Souvenirs und Motels mit UFO-Thema. Nevadas Alien-Image ist also kein Zufall, sondern das Ergebnis von geheimen Militärprojekten, mystischer einsamer Wüste sowie Popkultur und Tourismus-Marketing.
Ein letzter Kaffee von der Tanke in Beatty und ich verlasse die Region Beatty und das Death Valley. Die Wüste bleibt mir allerdings erhalten und auch dem Staat Nevada bleibe ich vorerst treu.

Der Highway 95 führt durch typische Wüstenvegetation im Südwesten Nevadas.


Wilde Esel findet man hier in der Mojave Wüste Süd-Kaliforniens und West-Nevadas immer wieder.
Nach knapp 2 Stunden erreiche ich den Stadtrand von Las Vegas und decke mich wie üblich im Walmart mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein.

2,5 Autostunden nach Norden erreiche ich am Nachmittag den Cathedral Gorge State Park.
Obwohl ein richtiger State Park (10$ Eintrittsgebühr) führt diese Gegend eher ein Schattendasein bei prominenter Konkurrenz im Südwesten der USA. Er liegt halt schon etwas abgelegen, weshalb ich es in den vielen Jahren und vielen Touren im Südwesten auch noch nie hierhergeschafft hatte.
> Parkkarte Cathedral Gorge State Park

Türme die eine Stadt wie von einem anderen Planeten bilden und orange und grau gefärbte Klippen, sind das Ergebnis von Millionen Jahren geologischer Aktivität. Vulkanismus kam in der gesamten Region vor, verteilte Ascheschichten von mehreren hundert Fuß Tiefe und bildete einzigartige Muster im weichen Bentonit-Schlamm. Es entstand eine Verwerfung, ein Riss in der Ebene aus dem ein Tal entstand, dass sich im Laufe der Zeit mit Wasser füllte und einen Süßwassersee formte. Im Laufe der Jahrhunderte begann dieser prähistorische See allmählich zu entwässern, und mit der fortschreitenden Ufererosion kamen Asche und Bimsstein frei, die von antiker vulkanischer Aktivität zurückgeblieben waren.

Was man heute in der Cathedral Gorge sehen und erleben kann, ist das Ergebnis der vollständigen Austrocknung des Sees.

Bis heute sind die Bentonit-Ton-Slot-Canyon-Wände durch Regenstürme in der Region sehr weich und umformbar – das heißt, sie verändern nach jedem Wetterereignis ihre Gestalt.

Ich beginne meine Parkexkursion an den Moon Caves. Höhlen, wie die Moon Cave bestehen aus schmalen und engen Gängen, die ins Innere der Felskathedralen führen ...

... und dort in ungewöhnlich hohen, nach oben offenen Röhren enden. Beeindruckend aber schwierig fotografisch zu erfassen.

Auch die Cathedral Cave, nur einen Steinwurf weit entfernt, zeigt ein ähnliches Bild.



Highlight im Park ist der kurze Weg zum Miller Point (den man auch direkt mit dem Auto erreichen kann).

Hier erlebt man eine Schlucht, die schon seinesgleichen im Südwesten sucht.

Am Miller Point führen Stahltreppen auf den Aufsichtspunkt hinauf. Mindestens genauso spannend ist es unten im Canyon selbst.

Wer so großer Badlands Fan sein sollte wie ich, wird die kleinen aber feinen Unterschiede der geologischen Strukturen dieser Formationen im Cathedral Gorge State Park zu anderen Badlands-Strukturen im Südwesten durchaus zu schätzen wissen.



Dazu kommen diese besonderen Slotcanyon (Caves) mit sehr engen hohen Wänden und viele fotogene Strukturen.

Für mich hat sich die Anfahrt in diese abgelegene Region absolut gelohnt.
Der Tag stand heute mal ganz im Zeichen der Kunst. Ist ja in den USA generell nicht selten, dass es Künstler in die Wüste zieht. In Rhyolite wurde mit Glas (Bottlehaus) oder Gips (Ghosts of Rhyolite) gearbeitet und die Natur hatte im Cathedral Gorge einfach nur Schlamm zur Verfügung. Wieder mal ein Beleg dafür, dass diese Wüstenregion alles andere als eintönig ist.
Am späten Nachmittag verlasse ich den Park und fahre die 2 Stunden nach Cedar City und hinüber nach Utah. Bemerkenswerterweise muss ich abends die Heizung im Auto einschalten. Da die Gegend Richtung Utah deutlich höher liegt hat es am Abend vielleicht noch 10 Grad und auf die bin ich nicht wirklich eingestellt.
Übernachtung: Ramada by Windham, Cedar City, Utah
Neueste Beiträge


































gelandet bist.
, dort einzuchecken. Ich denke, wir wären weiter gefahren. Ich habe da immer die Befürchtung, dass wir uns das Bett mit Bettwanzen teilen müssten.
? Bei uns standen 2022 einige entlang und auf dem Highway.
Herrlich die Beschreibung beim Einchecken - wie im Film! Ich hab totales Kopfkino. 