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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 24. Juli 2026, 18:30:26 »
Hallo Horst und Ilona, schön, dass ihr dabei seid, ich starte gleich mit dem Anreisetag.

1. Tag – Dienstag, 21.04. - 1. Teil

Den Anreisetag kann ich entspannt angehen. Mein Zug fährt um 7.20 Uhr vom Bahnhof nur 3 Minuten zu Fuß von zu Hause entfernt und ich habe eine Stunde Aufenthalt an meinem Umsteigebahnhof Frankfurt Flughafen, da werde ich den ICE, der mich bis fast nach Rotterdam bringen wird, auch bei Verspätung der Regionalbahn  ;) gut erreichen.

Diesen Puffer kann ich tatsächlich gut gebrauchen, der Zug fährt schon mit 10 Minuten Verspätung bei mir ab und im Laufe der Fahrt verlängert sich die Verspätung auf 25 Minuten, immer wieder bremsen uns vorausfahrende und kreuzende Züge aus.

In Frankfurt bleibt dann trotzdem noch genug Zeit damit ich mich bei einem Bäcker mit Proviant für die Fahrt versorgen, die Toilette nutzen und den recht weiten Weg zwischen Regional- und Fernbahnhof zurücklegen kann.

Der ICE mit Endziel Amsterdam verlässt Frankfurt dann pünktlich um viertel vor zehn. Die Fahrt ist sehr angenehm, der Zug ist ziemlich leer und ich habe ohne Reservierung einen 2er Sitz die gesamte Fahrt für mich allein.

Bei den Stopps in Siegburg/Bonn und Köln ist der ICE weiterhin pünktlich, kurz vor dem letzten Halt in Deutschland, Mönchengladbach, kommen wir aber wieder ins Stocken, natürlich wieder ein vorausfahrender Zug, der im Weg ist. Aus der Bummelei werden schließlich 20 Minuten Verspätung. Aber auch das ist kein Problem für mich, am zweiten holländischen Halt nach s’-Hertogenbosch, Utrecht muss ich umsteigen in den IC nach Rotterdam. Den ursprünglich vorgesehenen Zug erreiche ich nicht mehr, aber die Züge zwischen Utrecht und Rotterdam verkehren im 10 – 20 Minuten Takt.

Der Blick aus dem Fenster bei diesem Fahrtabschnitt vermittelt bei herrlichem Sonnenschein all die schönen Hollandklischees mit grünen Acker- und Wiesenflächen, jede einzelne umgeben von einem Entwässerungskanal, auf dem Wasservögel schwimmen, viele Kühe, viele Radwege und Radfahrer, eine Windmühle, und eine Autofähre, die einen etwas größeren Kanal überwindet.

Zwischenstopp ist in Gouda, das wäre ein möglicher Tagesausflug von Rotterdam, mal sehen, ob ich Zeit dafür finden werde.

14.45 Uhr erreiche ich schließlich Rotterdam Centraal. Hier erwartet mich noch eine kleine Herausforderung, in den Niederlanden sind alle Bahnhöfe nur für Ticketinhaber oder mittels Nutzung der contactless Kredit- oder Debitkarte, die dann auch als Fahrkarte dient, nutzbar. Das heißt, um einen Bahnhof zu betreten muss eine Schranke mit einem der genannten Mittel geöffnet werden und beim Verlassen wieder. Ich habe ja mein deutsches Bahnticket, das einen QR Code hat und diesen können nur einige wenige Schranken lesen. Scheinbar nutze ich die falsche oder es liegt daran, dass ich mein ausgedrucktes Papierticket nutze und nicht das Ticket auf meinem Handy, sie will sich jedenfalls nicht öffnen, aber dann kommt auch schon ein sehr hilfsbereiter Holländer vorbei und öffnet die Schranke für mich mit seiner Karte.

Wenige Meter weiter ist die nächste Schranke, die den Zugang zur Metro kontrolliert. Hier nutze ich problemlos meine Kreditkarte und fahre mit der Linie E / D bis zur Haltestelle Wilhelminaplein. Am Ausgang dort muss dann wieder mit der Kreditkarte ausgecheckt werden.

Nur fünf Minuten sind es zu Fuß von der Metrohaltestelle zum Hotel „Room Mate Bruno“, wo ich passend zur Eincheckzeit um 15 Uhr ankomme. Ich habe nur eine Person vor mir und das Einchecken verläuft schnell und problemlos (erwähne ich nur, weil es in einigen der Bewertungen anders beschrieben wurde).

Zunächst hatte ich ein anderes Hotel gebucht, dort hatte ich ein Zimmer mit Küchenzeile, also eigentlich genau das, was ich mag, aber halt ein recht „normales“, Hotel in einer „normalen“ Wohngegend und mit einer Stornierungsfrist von zwei Wochen, was mir eigentlich zu lang ist, da es ja nicht nur um eine Nacht geht, sondern um den nicht unerheblichen Gesamtpreis von 7 Nächten.

Bei der Suche war mir schon gleich ein anderes Hotel ins Auge gefallen, in einem ehemaligen Lagerhaus, kunterbunt modern eingerichtet, umgeben von einer Reihe von modernen Hochhäusern und am Wilhelminapier, der Stelle, von der in früheren Zeiten hunderttausende Europäer in Richtung Westen ausgewandert sind – das würde perfekt zu einer Reise in diese Stadt der Moderne und zu ihrer Migrationsgeschichte (und -gegenwart) passen. Leider war es aber deutlich teurer als mein ursprünglich gebuchtes Hotel (auf allen möglichen Vermittlerseiten und auf der Hotelhomepage). Im Laufe der Wochen habe ich immer wieder vor allem bei booking.com nachgeschaut, dort das Hotel immer wieder aufgerufen, mir die Bilder angeschaut und die neuesten Bewertungen durchgelesen und plötzlich, ungefähr vier Wochen vor Reisebeginn, sollte dieses Hotel genauso viel kosten wie mein gebuchtes, zusätzlich wäre noch Frühstück inkludiert, die Stornierungsfrist sollte nur eine Woche betragen und danach würden nur die Kosten einer Übernachtung anfallen – keine Ahnung ob das Zufall war oder ob das das System irgendwie „gemerkt“ hat – aber da habe ich natürlich sofort zugeschlagen und das andere Hotel storniert.

Nun bin ich also hier


und gespannt auf mein Zimmer, denn als einziger Wehmutstropfen bei der Geschichte ist es (wie alle Einzelzimmer und auch die „normalen“ Doppelzimmer“) innenliegend, d.h. das Fenster zeigt auf den mit Glas überdachten Innenhof, also keine Aussicht und keine frische Luft. Im Zimmer bin ich aber sofort begeistert, gelbe Einrichtung, hohe Betondecke mit freiliegenden Balken, blaues Bad, großer Schrank, Kühlschrank, Wasserkocher, Kaffeemaschine und düster ist das Zimmer auch nicht, es fällt viel Licht durch das Glasdach, (morgens scheint sogar die Sonne herein) und ich habe einen Blick auf zwei der umliegenden Hochhäuser.








Ich mache eine kurze Pause im Zimmer und schaue mir dann das Hotel genauer an, erst innen, dann von außen - wirklich toll, mal etwas ganz anderes.





Die meisten Informationen, die ich über die vielen sehenswerten Gebäude in Rotterdam habe, stammen aus dem Buch „Architectural Guide Rotterdam“ von Anneke Bokern, einer deutschen Journalistin, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Architektur beschäftigt, der Guide wurde von ihr auf Englisch geschrieben, eine deutsche Fassung gibt es nicht. Auch mein Hotel wird in diesem Buch vorgestellt, offiziell heißt das Gebäude „Pakhuismeesteren“ und stammt aus dem Jahr 1941, die Umwandlung in ein Hotel und in die „Foodhallen“, die sich auch in diesem Gebäude befinden und durch einen Gang mit dem Hotel verbunden sind, erfolgte 2018 durch das belgischen Architekturbüro awg. Auf dem Gebäude befinden sich die Inschriften Celebes, Borneo, Java und Sumatra, diese wurden nach dem 2. Weltkrieg hinzugefügt und verweisen auf holländische Kolonien. (Auf meinen Fotos sieht man diese Inschriften leider nicht richtig, da habe ich die falsche Gebäudeseite fotografiert, stattdessen kann man aber die Gebäudebezeichnung in großen Buchstaben entlang des zweiten Stocks erkennen).




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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 24. Juli 2026, 14:15:29 »
Bin auch wieder mit an Bord  :adieu: und der Königstag soll eigentlich ganz interessant sein. Rotterdam bzw. fast die ganze Niederlande sind zudem Neuland für mich.
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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 24. Juli 2026, 10:05:16 »
Außer Amsterdam habe ich von Holland noch nichts gesehen und mit Rotterdam habe ich mich noch gar nicht beschäftigt.
Bin also mal gespannt wie die Stadt so aussieht. :)
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Reiseberichte / Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 23. Juli 2026, 17:42:00 »
Damit ich noch vor meinem Finnland Urlaub im September fertig werde und als Kontrast zur roten Wüste und viel Natur bei Horst starte ich mal meinen Bericht über meine Rotterdam Reise. Wie immer erstmal mit dem bilderlosen Vorwort:


Ende 2025 war für 2026 die Algarve Reise im Januar / Februar und der Finnland Urlaub im September schon gebucht, beides Flugreisen mit Mietauto vor Ort, da fehlte nun noch etwas „Kleines“ zwischendrin. Schon länger war ich nicht mehr mit der Bahn verreist, daher stand das Transportmittel schnell fest.

Als Ziel wäre eine weitere Nordseeinsel mal wieder schön gewesen, aber da fand sich keine passende Zugverbindung, alle, die in einem Tag von zu Hause zu erreichen sind, habe ich wohl inzwischen schon gesehen, da muss ich zukünftig mal eine An- /Abreise mit Zwischenübernachtungen planen, das war mir für diese Reise zu aufwändig.

Ein Blick auf die Europa Karte bei Google Maps hat mich auf die Idee einer Städtereise in die Niederlande gebracht. Zweimal war ich schon in Holland, 2017 und 2019, Zeeland und Noord-Holland, beides als Autoreise mit vielen Kleinstädten und viel Küste. Da wäre eine reine Städtereise mit der Bahn doch mal eine Abwechslung.

Städte gibt es in Holland einige, Den Haag hatte ich schon länger im Hinterkopf, aber bei der Suche nach einer guten Bahnverbindung bin ich dann auf Rotterdam gestoßen und die moderne Architektur dort hat mich sofort angesprochen.

Eine Woche sollte der Urlaub dauern, ob das für Rotterdam zu viel ist, konnte ich nicht einschätzen, aber die Niederlande sind ja ein kleines Land mit guten Bahnverbindungen, da sind eine ganze Reihe von Tagesausflügen von Rotterdam aus möglich.

Als Reisezeit habe ich Ende April gewählt, eigentlich nicht mittig genug zwischen Februar und September, aber mit den Feiertagen im Mai und den danach schon beginnenden Sommerferien war das noch der einzige Zeitraum an dem ich Hoffnung auf eine noch nicht ganz volle Stadt hatte.

Dummerweise fiel mir erst nach der Buchung der Bahnfahrt auf, dass am 27.04. Königstag, ein Feiertag in den Niederlanden ist, gebucht war vom 21. - 28.04., hoffentlich werde ich den dann stattfindenden Feiern gut ausweichen können.

Gesehen hatte ich vor der Buchung, dass der Euromast (ein Aussichtsturm, von dem man über die ganze Stadt und das Umland blicken kann und für mich als Aussichtsliebhaberin ein Muss) gerade wegen Renovierung geschlossen war, die Neueröffnung war für Anfang des zweiten Quartals 2026 angekündigt– da waren also sogar noch ein paar Wochen Puffer für den Fall einer verspäteten Öffnung. Ab Mitte April habe ich dann immer mal wieder auf der Homepage bzw. Google Maps nachgeschaut – der Euromast war und blieb geschlossen. Och nee, wie ärgerlich. Ich habe dann nach möglichen Alternativen gesucht, mal sehen, wie zufrieden ich damit sein würde.


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Sieht wirklich sehr interessant aus im Snow Canyon State Park mit dem Kontrast zwischen rotem und schwarzem Gestein. Und wenn ich mir die Hikes in Ilonas Link anschaue, würde ich am liebsten gleich loswandern (na ja, nicht zu dieser Jahreszeit natürlich).
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 23. Juli 2026, 14:46:42 »
Zitat
Die erste Lavahöhle verkneife ich mir und das nicht nur, weil auf dem Weg dorthin ein verletzter Tourist auf einer Bahre an mir vorbeigetragen wird.

 :schreck: In unserem Alter muss man wirklich nicht mehr in jedes Loch kriechen. Das Lava-Gestein ist teilweise messerscharf.

Der Snow Canyon SP ist eine Augenweide :herz:. Er bietet so einige (kurze) Trails und verschiedene Gesteinsfarben. Das Whiterocks Amphitheater ist z. B. weiß. Vielleicht kommt da der Name her. Jedenfalls kann man im Park locker zwei Tage mit wandern und erkunden verbringen.

Anscheinend ist Jenny's Canyon von Mitte März bis Anfang Juni nicht mehr gesperrt. Während dieser Zeit konnten früher die Vögel und Schildkröten ungestört brüten.
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 23. Juli 2026, 07:25:23 »
10.Tag - 28.3.2026 Samstag: Die Summe der Dinge





Entgegen sonstiger Gewohnheiten gibt es auf dieser Südwest-Reise nur ein einziges Ziel in Utah und auf das würden wahrscheinlich bei der Vielzahl der tollen Felslandschaften dieses Bundesstaates die Wenigsten auswählen, den Snow Canyon State Park. Es gibt für mich 3 Gründe warum ich mich letztendlich für diesen Park entschieden habe. Erstens, ich kenne ihn noch nicht, zweitens er ist für mich auf dem Weg nach Nevada praktisch ohne Umweg (nur eine handvoll Meilen nördlich der Interstate bei St.George) sehr gut „mitzunehmen“ und drittens, er soll einen Mix aus Roten Steinen, erstarrter schwarzer Vulkanlava mit Lava-Höhlen und sogar Slotcanyons. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Der Park kostet erst mal stattliche 20$ Eintritt.







Der Snow Canyon State Park, an dem Viele ahnungslos auf der Interstate vorbeifahren, wirkt auf den ersten Blick wie eine klassische Wüstenlandschaft – rote Sandsteinfelsen, weite Ebenen, flirrende Hitze.



Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine zweite, dunklere Seite des Parks und seine offensichtliche vulkanische Geschichte. Vor rund 27.000 Jahren ergossen sich hier Lavaströme aus vulkanischen Spalten, die die Landschaft bis heute prägen.



Schwarze Basaltfelder durchziehen den Park wie erstarrte Flüsse und bilden einen faszinierenden Kontrast zu den warm leuchtenden Navajo-Sandsteinen.
Diese Lava ist kein Relikt eines einzelnen Vulkanausbruchs, sondern Teil eines größeren vulkanischen Systems im sogenannten Great Basin. Die dünnflüssige Lava breitete sich weit aus, kühlte langsam ab und hinterließ bizarre Formationen: zerklüftete Oberflächen, Lavatunnel und scharfkantige Gesteinsbrocken.



Nach kurzem Studium der Parkkarte, die man mir am Eingang mitgegeben hat, starte ich mit einem Rundtrail, der aus einer Kombination aus Hidden Pinion und Red Sands Trail besteht.





Am Anfang stapft man auf einem sandigen Trail nach Norden. Die Vegetation wird immer interessanter, Kakteen und ihre Blüten garnieren den Weg, ...





... der immer felsiger wird.












Vor mir blicke ich auf eine Anhöhe die sehr stark vulkanisch geprägt ist und mich gleich in ihren Bann zieht. Da hätte es mich auch hinaufgezogen wenn der Weg nicht dorthin geführt hätte, was aber der Fall ist.





Diese Anhöhe überrascht mit einer Art Lava-Hoodoos ...






... und diversen Felsgebilden die eindeutig vulkanisch geprägt sind ...





... und wie eine Armee aus roten Leibern und schwarzen Hüten diese Anhöhe verteidigt.





Nach etwa 90 Minuten bin ich zurück am Wrangler, fahre einen Steinwurf weiter und halte wieder an den Petrified Dunes.






Ein kurzer Spaziergang führt mich zu den gut von der Straße aus erkennbaren Felsen. Diese langgestreckten fließenden Felsen sind verfestigte Sanddünen, die vor Millionen Jahren zu Stein wurden und heute wie erstarrte Wellen wirken.






 





Besonders eindrucksvoll und vielleicht das Highlight im Snow Canyon State Park sind die Lavahöhlen. So freue ich mich besonders auf den Lava Flow Trail, den ich nach kurzer Fahrt weiter nach Norden erreiche.




Der Lava Flow Trail führt an drei zugänglichen Lavahöhlen vorbei, die beim Abkühlen der Lavaströme entstanden sind und heute einen direkten Einblick in die vulkanische Vergangenheit des Parks geben. Sie entstanden, als die äußere Schicht eines Lavastroms bereits erstarrte, während im Inneren noch glühendes Gestein weiterfloss – bis schließlich hohle Röhren zurückblieben.
Die erste Lavahöhle verkneife ich mir und das nicht nur, weil auf dem Weg dorthin ein verletzter Tourist auf einer Bahre an mir vorbeigetragen wird.





Der Blick in die Tiefe und die Vorstellung dort hinunter zu kraxeln hätte mich vor 20 Jahren sicher interessiert aber heute denke ich mir, lohnt sich das für ein schwarzes Loch für das ich eine Stirnlampe brauche um da unten meine Hand vor Augen zu sehen? Zudem ist die Verletzungsgefahr an dem scharfen Lavagestein nicht zu unterschätzen. Minimum würde ich mir wahrscheinlich meine Hose aufreißen – ich kenne mich … 






So wundere ich mich ein bisschen über meinen Vernunftanfall (das ist nicht immer so) und gehe ich weiter zu Lavahöhle 2 die relativ klein ist und nur wenige Meter ohne Klettereinlage in die Tiefe geht.




Die ist wiederum natürlich kein Problem für Knochen und Hose.






Am interessantesten und ebenfalls weitestgehend einfach zu erleben, ist die dritte Lavahöhle.





Ein einfacher kurzer Abstieg führt zunächst in einen Lavakessel, in dessen Ende sich die Lava-Höhle versteckt.





Die Höhle selbst kann man dann vielleicht noch 15-20 Meter erkunden. Stirnlampe oder Handyleuchte sind notwendig - sonst kommt man nicht weit, da der Untergrund im Dunkeln liegt und man dann nicht sieht wo man hin steigt. Die erhöhten Wände sind aber ganz gut zu erkennen. Diesen Kessel mit der Höhle finde ich schon richtig cool und beeindruckend. 





Lava-Wände




Auch auf dem Lava Flow Trail kann man gerade jetzt im Frühjahr viele Wüsten-Pflanzen entdecken und das trotz den harten Bedingungen der von Lava geprägten Umgebung. Ein Beleg dafür wie eng Zerstörung und Neuanfang in der Natur miteinander verbunden sind.
Übrigens - die Lava speichert die Hitze der Sonne und strahlt sie wieder ab, weshalb der Park gerade im Sommer eher noch etwas heißer empfunden wird als die Umgebung. So wäre der Sommer wohl nicht gerade die ideale Reisezeit für diesen Park. Die 32°C heute sind da Vorgeschmack genug.





Nochmal Kontrastprogramm im Snow Canyon: es geht auf der Parkstraße nach Süden zum Jenny's Canyon.
Gerade mal 5 Minuten ist man auf dem "Trail" unterwegs und steht schon vor dem Eingang der kurzen Schlucht.



Der ca. 80m lange Jenny's Canyon ist ein Slotcanyon wie aus dem Bilderbuch.






Die engen, vom Wasser geschliffenen Sandsteinwänden sind wirklich ein starker Kontrast zu den umliegenden Lavafeldern.




Besonders gut gefallen mir die wabenförmigen Auswaschungen von denen es hier jede Menge gibt.















Mein letztes Ziel im Park ist der Snow Canyon Overlook - der den Blick über die Bereiche des Parks schweifen lässt.
Der Snow Canyon State Park hat mich positiv überrascht und ist für jeden eine Empfehlung wert, der den Kontrast an rotem Sandstein und der schwarzen Lava zu schätzen weiß. Wer ausschließlich auf der Jagd nach roten Steinen ist, für den gibt es spektakulärere Schutzgebiete im Südwesten und gerade in Utah.
Der Snow Canyon State Park besitzt nicht die eine überragende Natursensation aber die "Summe der Dinge" macht einfach Spaß.




Der Overlook ist ein würdiger Abschluß sowohl meines Besuchs im Snow Canyon State Parks als auch des kurzen Abstechers nach Utah.
Von hier geht es über die Interstate 15 in einer Stunde zu meinem Übernachtungsziel in Mesquite, wo noch ein Lebensmittel-Einkauf im Walmart und eine Stippvisite des Casino-Hotel-Pools absolviert wird, bevor dann die Planung für die letzten Tage erfolgt.


Übernachtung:  Virgin River Casino & Lodge, Mesquite
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 22. Juli 2026, 09:16:43 »
Der Cathedral Gorge SP ist schon eine Augenweide und bei Fotografen begehrt.
Ursprünglich war ja 2 Tage Anza Borrego in Südkalifornien geplant, musste aber wegen der Rekord-Hitze gecancelt werden. So entstand die Möglichkeit mal Cathedral Gorge zu erleben, auch wenn es etwas Fahrerei war. Die Besonderheit dieser Lehmstrukturen, besonders in den Caves mit diesen Röhren die zum Himmel ragen lohnt sich, wenn man eben echter Badlands-Fan ist. Für den "Normaltouristen" gibt es mit weniger Fahraufwand in Süd-Utah oder Nord-New Mexico viele schöne Badlandsgebiete die sich in klassische Routen einbauen lassen.

Die Geschichte der Ghosttowns ist immer wieder faszinierend, vor allem, dass sie meist nur eine so kurze Blütezeit hatten und dann direkt wieder verlassen wurden.
Wäre gerne noch mal nach Bodie gefahren - vielleicht die schönste Ghosttown der USA - war dann aber durch Schneesperrung auf der Zufahrtsstraße noch nicht möglich.


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Frühmorgendliches Geklopfe an die Moteltür und das auch noch zweimal hat dann ja nochmal bestens zum Atomic Inn gepasst.

Viele abwechslungsreiche Ziele standen auf deinem Programm, manches davon habe ich schon selbst gesehen, von anderem schon öfter gelesen, der Holzsteg im Death Valley über dem salzhaltigen Bachlauf ist mir ganz neu.

Die Geschichte der Ghosttowns ist immer wieder faszinierend, vor allem, dass sie meist nur eine so kurze Blütezeit hatten und dann direkt wieder verlassen wurden.
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 20. Juli 2026, 13:53:20 »
Alles mir bekannte Locations :thumb:. Die Fahrstrecke zog sich an dem Tag.

Der Cathedral Gorge SP ist schon eine Augenweide und bei Fotografen begehrt. Während bei uns ein verkleideter Yedi-Ritter unterwegs war, wurden während deines Besuchs Hochzeitsaufnahmen gemacht.
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