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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Paula am 06. August 2026, 10:25:51 »
Das Valley of fire ist wirklich traumhaft, wir waren da 2015 zwei Tage und haben natürlich bei weitem nicht so viel gesehen wie du, wir haben überwiegend die offiziellen Wanderwege beschritten. Die Fire wave war damals noch nicht richtig ausgeschildert, da haben wir eine Weile gesucht, aber ich sehe schon da ist uns einiges entgangen, den Nike Felsen haben wir zum Beispiel nicht gesehen.
Du bist vom Parkplatz 2 aus wenn ich dich richtig verstanden habe einfach quer in die Pampa gelaufen, darf man das eigentlich oder bekommt man Probleme wenn man von einem Ranger erwischt wird? Lohnenwert war das ja auf jeden Fall, ich liebe diese Farbkombinationen aus gelb, rosa, lila  ^-^
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Reiseberichte / Re: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 06. August 2026, 09:13:37 »
13.Tag - 31.3.2026 Dienstag: Ein kulinarischer Tag - Plastik am Morgen und Pretzel am Abend








An diesem Morgen habe ich mir mal eine größere Mütze Schlaf gegönnt. Da es ausnahmsweise für heute bedecktes Wetter gibt, muss ich nicht zu einem Sonnenaufgang im Park sein den man nicht sieht. So richtig viel Matratzenhorchdienst gab es die letzten knapp 2 Wochen auch nicht gerade, so dass ein faulerer Morgen auch mal nett ist. Sogar das im Preis inkludierte Frühstück muss ich heute mal nicht sausen lassen, sondern kann mich in das Plastik- und Papptellergewitter stürzen. Der Müll der hier an einem einzigen Morgen produziert wird ist beachtlich. Als ich vom Frühstückstisch aufstehe, ist bereits ein Behälter mit 60-70cm Durchmesser und einem Meter Höhe voll und ein zweiter halb gefüllt. Es ist halt gänzlich alles aus Pappe oder Plastik. Teller, Kaffeebecher, Besteck, Verpackung von Marmelade, Saft, Butter usw. Na ja, wir Deutschen übertreiben es vielleicht manchmal in die andere Richtung.
Da treffen dann ideologisch inzwischen Welten aufeinander.

Diesmal ist das Kassenhäuschen also schon besetzt, als ich wieder von der Ostseite in den Park einfahre.
Das Valley of Fire ist übrigens mit rund 160 Quadratkilometern Fläche der größte State Park Nevadas und zugleich eine Institution. Das Gebiet wurde bereits 1935 unter Schutz gestellt und war damit der erste State Park Nevadas.





Auf der Valley Of Fire Road fahre ich nach Westen. Zunächst halte ich am kleinen Parkplatz des Petrified Tree und wandere einen Hügel hinauf und auf der anderen Seite hinab in einen Wash der zum Ephemeral Arch führen würde. Weil ich auf das kilometerlange Gestapfe durch diesen sandigen Wash, ohne unterwegs etwas zu sehen, keine Lust habe, kehre ich nach 20 Minuten wieder um. Eine sehr gute Entscheidung, denn später lese ich im Internet, dass der Arch schon vor einigen Jahren zusammengebrochen ist.






So geht es weiter nach Westen bis zum Parkplatz an den Beevives – den Bienenstöcken.





Diese Felsen hier sehen auch wirklich wie übergroße Bienenstöcke aus ...






... und selbst die Bienen sind schon da – in Form meist asiatischer Bienen, man spürt hier die spätere Uhrzeit und dass man für diesen Fotospot eben keinen Meter laufen muss.




















Nur einen langen Steinwurf weit entfernt, an der Arch Rock Straße (Scenic Loop Road) findet man gleich zu Beginn der Einbahnstraße den Atlatl Rock mit historischen Petroglyphen.





Die Felsbilder am Atlatl Rock wurden vor etwa 2.000 bis 4.000 Jahren von den Vorfahren der Pueblo-Völker (den Anasazi) in den roten Sandstein geritzt. Spätere Stämme, wie die Southern Paiute, nutzten das Gebiet ebenfalls und betrachteten die Formationen als spirituell bedeutsam. Die Gravuren zeigen vor allem Atlatl-Speerschleudern - ein wichtiges, namensgebendes Jagdwerkzeug, das vor der Erfindung von Pfeil und Bogen genutzt wurde sowie Tiere, Menschen und abstrakte Figuren.











Auf meiner Fahrt gestern auf der Mouse’s Tank /White Domes Road war mir ein Gebiet östlich der geschwungenen Straße aufgefallen. Also geht es wieder Richtung White Domes, diesmal bis Parkplatz 2.






Von dort wandere ich nach Osten und schon nach wenigen Metern lasse ich alles was an Tourismus im Park gerade unterwegs ist hinter mir.
Abseits der populären Ziele erlebt man also auch im Valley of Fire völlige Einsamkeit, was mir wirklich nicht unangenehm ist.







Gerade in Gegenden wie in diesem Park macht es großen Spaß umher zu stöbern und selbst auf Entdeckungstour zugehen.





Dabei müssen keine sensationellen Dinge vor Auge und Kamera auftauchen, ...





... der Spaßfaktor der Suche macht es aus und irgendwas an dem ich mich erfreuen kann, finde ich hier immer.






Gerade im punkto Farben – treibt es die Landschaft hier ganz schön bunt.
































Danach fahre ich zurück zur Valley of Fire Road und nach Osten.





Nur wenige Meter ist der Weg bis zum Arrowhead Arch, der eine recht ungewöhnliche Form aufweist.






Deutlich mehr Meter sind es zum Pretzel Arch. Den erreicht man vom Parkplatz am Elefant Rock/Kassenhäuschen Ost nach einem Marsch von 1,5km ohne dass man direkt einem Trail folgt (den es nicht gibt). Man durchquert einige Washes und läuft in sanftem Auf und Ab über meist sandigen Untergrund bis man eine Anhöhe erreicht der man Stück nach oben folgt. Dort versteckt sich dann der Pretzel Arch, den ein Bäcker nicht schöner formen könnte.





Rund um den Pretzel Arch gibt es noch weitere Bögen (hier direkt daneben).

So streife ich wieder herum und bin gerade dabei mir einen Weg hinauf auf den Hügel zu suchen wo ich einen netten Arch entdeckt habe, als ich eine Gruppe Dickhorn Schafe vor mir durch den Bogen des Arches flüchtet. Für die Kamera war das zu schnell aber für mich ein cooles Erlebnis.





Ich klettere weiter nach oben zum Arch und finde unterhalb davon noch einen der schwer zu fotografieren ist.
Nun stellt sich mir die Frage – einfach zurückgehen oder weiter auf einer Runde die ich auf meinem Handy habe und zu weiteren Arches nach Süd-Osten.
Neugierig wie ich bin will ich noch etwas sehen.





Da ich durch meine Expansion vom imaginären GPS Trail abgekommen bin muss ich mir selbst einen Weg suchen wie ich von oben wieder herunterkomme und gleichzeitig in die richtige Richtung weitergehe.





Schließlich finde ich einen Abstieg und entdecke auf meiner Runde u.a. den Little Mosquito Arch.






Little Mosquito Arch von der Seite.






Ich finde noch einige Bögen deren Namen ich nicht kenne oder die keinen Namen haben.





Die auffälligen Felsformationen und „Löcher“ im Valley of Fire State Park ...






... sind das Ergebnis von Millionen Jahren geologischer Prozesse. Vor allem Ablagerung, Verfestigung und Erosion.







Da ich wohl von den vielen Löchern im Park so angetan bin muss ich mein eigenes Loch beitragen.
So bleibe ich mit meiner Hose an einem scharfen Felsen hängen und erschaffe meinen Hosen-Arch – so ganz ohne einen Millionen Jahre dauernden geologischen Prozess – toll. ::)

















Mit vielem Auf und Ab, vor und zurück, Suche nach einem Weg oder einem Arch, bin ich nach ca. 7km und etwa 3 Stunden wieder am Auto zurück.
Für heute reicht es mir auch. Golden Hour Licht fällt heute sowieso aus und ich komme ja nochmal in den Park zurück.



Übernachtung: North Shore Inn, Moapa Valley, Nevada
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Reiseberichte / Re: Andalucia y más 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 06. August 2026, 08:47:29 »
am Folgetag hattest Du ja ein Apartment - war da in Antequerra nix mehr frei?

Doch, das hätte uns aber nichts gebracht, da zu weit weg vom nächsten Vorhaben.
 
Viele Restaurants machen am Abend erst um 21 Uhr auf. Auch da hilft die Ferienwohnung mit Küche wenn man doch früher schon was zu Beißen will.  ;)

Schon klar, aber im Urlaub möchte ich ehrlich gesagt nicht auch noch kochen. Sonst ist das kein Urlaub für mich. 

El Torcal macht viel Spaß. Hat was von Winnetou-Film-Set.

Ich habe ihn eher mit dem Chiricahua NP verglichen. Irgendwie ist El Torcal wie dessen kleiner Bruder.

Sehr schön der Torcal Park, steht bei mir auf jeden Fall auf der Liste, sollte es mal mit dem Mietauto in die Gegend gehen.

Den Naturpark sollte man wirklich besucht haben. Der ist auch nicht überfüllt.

Ah, Entschädigung, da hatten wir doch noch darüber "geredet" nach meiner Streikerfahrung im Februar, dann sind Streiks also nicht automatisch ausgeschlossen von der Möglichkeit auf Entschädigung, ein Plus hat ihr euch nach dem ganzen Ärger auch verdient :thumb:.

Immerhin versuchte ich über 8 Stunden in der Hotline durchzukommen und wurde dadurch wenigstens finanziell entschädigt.
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Reiseberichte / Re: Andalucia y más 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 05. August 2026, 20:59:07 »
Sehr schön der Torcal Park, steht bei mir auf jeden Fall auf der Liste, sollte es mal mit dem Mietauto in die Gegend gehen.

Und Mittagessen und die Unterkunft waren ebenfalls ein Erfolg, so soll es sein.

Ah, Entschädigung, da hatten wir doch noch darüber "geredet" nach meiner Streikerfahrung im Februar, dann sind Streiks also nicht automatisch ausgeschlossen von der Möglichkeit auf Entschädigung, ein Plus hat ihr euch nach dem ganzen Ärger auch verdient :thumb:.
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Reiseberichte / Re: Andalucia y más 2026
« Letzter Beitrag von Horst am 05. August 2026, 20:26:19 »
Hätte ich geahnt, dass Antequera überhaupt kein verschlafener Ort ist, hätte ich keine Halbpension gebucht. So mussten wir bis 20 Uhr warten, bis die Restauranttür geöffnet wurde. Unsere Mägen knurrten schon die Servicekräfte an.
In Antequerra habe ich die bisher stimmungsvollste Semana Santa erlebt - nettes Städtchen aber ich weiß schon warum ich ungern in Hotels gehe und mir lieber ein Apartment/Ferienwohnung nehme - gleiches Geld, weniger Rummel aber dreifach so viel Platz (am Folgetag hattest Du ja ein Apartment - war da in Antequerra nix mehr frei?). 
Viele Restaurants machen am Abend erst um 21 Uhr auf. Auch da hilft die Ferienwohnung mit Küche wenn man doch früher schon was zu Beißen will.  ;)

El Torcal macht viel Spaß. Hat was von Winnetou-Film-Set.
Eine von unzähligen tollen Felslandschaften in Spanien. :D
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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 05. August 2026, 18:44:45 »
Zitat
Ich dachte schon, ihr kommt erst wieder zurück, wenn es hier wieder erträgliche Temperaturen hat
;D Nö, wir hatten genug kühle Sommertage - endlich können wir bis spät abnends im T-Shirt draußen sietzen.  ;)  Obwohl es schon etwas weniger schwül sein dürfte.

Habe jetzt endlich alles nachgelesen.

Von Cyanotypie hatte ich noch nie gehört, doch die Bilder in Blau wären total mein Fall.

Schade, dass es mit den Nachtbildern nichts geworden ist. Mir war nicht bewusst, dass es dort schon im April so lange hell ist.

Ja, wenn man bisher hauptsächlich kühle Tage hatte, kann man das aktuelle Wetter genießen, wenn man das nun, ich glaube in der fünften Woche am Stück erlebt (und immer noch keine Aussicht auf Änderung hat), ist es eher unerträglich.

Da hattest du einiges zum Nachlesen, bei Städtetrips werden es immer ziemlich viele Fotos und viel Text bei mir.

Wenn ich nicht so ungeschickt beim Basteln wäre, könnte ich mir vorstellen, die Cyanotypie mal auszuprobieren.

Das mit der langen Helligkeit war mir auch nicht so klar, ich hatte zwar die Sonnenuntergangszeiten angeschaut, aber es ist ja nicht direkt dunkel nach diesem Zeitpunkt und daher konnte ich das nicht richtig einschätzen.
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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 05. August 2026, 18:37:06 »
6. Tag – Sonntag, 26.04. - 3. Teil

Eine Kaffeepause hatte ich heute noch nicht, das möchte ich nun nachholen. Da bietet sich das Museumscafé des Het Nieuwe Instituut an, das neben dem Chabot Museum ist, noch eine gute halbe Stunde geöffnet (es ist 16.30 Uhr) und eine wunderbar in der Sonne liegende Terrasse mit Blick auf das Depotmuseum hat. Bei hausgemachter Limonade und einem Brownie (EUR 9,00) entspanne ich ein Weilchen.



Bis zur Schließung um 17 Uhr bleibt dann noch Zeit für einen Besuch der Toilette, erwähnenswert wegen der bunten Farben und des Museumshops, der unzählige Bücher, auch auf Englisch zum Thema Design und Architektur bietet.



Das Wetter ist so schön sonnig und warm, das lädt zu einem abschließenden Spaziergang ein. Ich gehe in die Innenstadt, wo ich mir die „Lijnbaan“ anschaue. Zur Bauzeit in den 1950iger Jahren war das die erste (oder eine der ersten) Fußgängerzone Europas, gesäumt von zweistockigen Gebäuden in Modularbauweise, mit Geschäften im Erdgeschoss und Büros und Lagerräumen im ersten Stock. Dahinter wurden 10 große Wohnblocks gebaut. Das ganze Ensemble ist ein nationales Monument seit 2010.




Ich wäre gerne noch ein bisschen länger durch die Innenstadt geschlendert und hätte vielleicht in den ein oder anderen Laden geschaut, aber es ist mir viel zu voll, nicht nur viele Fußgänger hat es, sondern auch Autos ohne Ende, gefühlt zieht sich durch die gesamte Innenstadt ein einziger Stau. Vermutlich liegt das am morgigen Feiertag, dem Königstag oder vielleicht ist es Sonntagnachmittags immer so, ich jedenfalls mache mich auf den Weg zum Hotel.

Dabei komme ich noch am Karel Doorman Gebäude vorbei, gebaut 1951, renoviert und dabei mit der heutigen Fassade versehen 2012, wirkt es auf mich ein bisschen wie eine Plastikbox. Das „Plastik“ ist aber Glas mit Streifendesign und soll als Windschutz für die Balkone / Loggias dahinter dienen.


Auch interessant die Skulptur Two Turning Vertical Rectangles (1969) von George Rickey.


Kurz vor der Erasmusbrücke fallen mir noch diese drei unterschiedlichen Fassaden ins Auge.


Dann folgt noch ein Einkauf im Supermarkt um die Ecke vom Hotel und gegen 18 Uhr bin ich im Zimmer.

Wetter: sonnig, ca. 7 - 17°C
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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 05. August 2026, 18:31:18 »
6. Tag – Sonntag, 26.04. - 2. Teil

Ich fahre wieder zurück zur Station Marconiplein. Von hier erstreckt sich in Richtung Norden / Nordosten das Wohnviertel Spangen, das zum Stadtteil Delfshaven gehört und eines der ärmsten Wohnviertel der Niederlande sein soll, in Spangen ist aber auch Sparta Rotterdam, der älteste Fußballklub Hollands zu Hause mit seinem Stadion „Het Kasteel“. Nördlich davon befindet sich die Van Nelle Fabri(e)k, wo ich um 13.30 Uhr an einer Führung teilnehmen möchte. Das Ticket (EUR 19,50) habe ich mir schon zu Hause online gekauft, die englischsprachige Führung findet nur samstags und sonntags um jeweils 13.30 Uhr statt.

Vom Marconiplein könnte ich nun noch die Straßenbahn für ein Stück des Wegs nehmen, ich bin aber nicht unter Zeitdruck und das Wetter ist schön, also gehe ich zu Fuß. Am Wohnviertel ist nichts besonders auffällig, es sind keine zigstöckigen Wohnblocks, sondern drei bis vierstöckige Häuser aus dem typischen roten Backstein. Ich komme an besagtem Stadion vorbei und kann für das letzte Wegstück auf einem Fußweg am Fluss/ Kanal Schie entlang gehen.



An der Pförtnerloge ist der Treffpunkt für die Führung, in einem kleinen Raum lasse ich mein Ticket scannen, es gibt Sitzmöglichkeiten, ein paar Bildbände und Bücher über die Fabrik und Architektur allgemein liegen aus und sind auch käuflich erwerbbar. Auch eine Toilette ist vorhanden.

Ungefähr 15 Leute aus unterschiedlichen Ländern (da kann ich nur anhand der Sprachen raten, eine Vorstellung der Teilnehmer gibt es natürlich nicht, wir sind ja nicht in den USA :)) nehmen an der Führung teil. Der Guide ist älterer Holländer.

Die Van Nelle Fabrik gehört zum Weltkulturerbe und ist architektonisch eines der herausragendsten Gebäude der Niederlande. Sie wurde in den 1920iger Jahren erbaut, wie schon bei meinem Besuch des Sonneveld Hauses (das einem der Direktoren der Van Nelle Fabrik gehörte) gestern erwähnt, waren Brinkman en Van der Vlugt die Architekten, die im Auftrag des Fabrikinhabers eine für diese Zeit hochmoderne Fabrik erbauten. Sehr viel Glas wurde verwendet, das viel Licht und Luft (viele Fenster zum öffnen) in die Fabrikräume ließ, eine weitere Besonderheit war die Stahlbetonskelett Bauweise die mit ihren pilzartigen Trägern ebenfalls sehr viel Platz für Licht und Luft ließ. Außerdem waren die sanitären Einrichtungen für die Arbeiter meilenweit oberhalb des damaligen Standards, Duschen hatten die meisten damals nicht mal zu Hause, ganz zu schweigen von ihrem Arbeitsplatz.




In der Fabrik wurden Tee, Kaffee und Tabak verarbeitet und zum Verkauf verpackt, angeliefert in Rohform mit dem Schiff vom Rotterdamer Hafen direkt an die Anlegestelle vor der Fabrik.

Die gläsernen Verbindungen zwischen den zwei Gebäuden sind übrigens keine Gänge für Fußgänger, sondern waren mit elektrischen Transportbändern für den Warentransport ausgestattet. Diese „Brücken“ sollten ursprünglich waagrecht angebracht werden, aufgrund von finanziellen Problemen wurden die Gebäude aber mit weniger Stockwerken gebaut als geplant, was also eher zufällig zum heute herausragendsten Merkmal der Fabrik führte.



Im leicht gebogenen Gebäude waren die Büros der Direktoren, drei gab es, sichtbar an den drei Garagen, die sich im Erdgeschoss des Gebäudes befinden. Vom Bürogebäude führt eine diesmal tatsächlich für Fußgänger gedachte verglaste Brücke zum Treppenhaus des Produktionsgebäudes. Von dort ist der runde Pavillon auf dem Dach erreichbar mit Panorama Blick über das gesamte Gelände und darüber hinaus.


Die Fabrik gehört heute (nach mehreren Verkäufen) einer belgischen Firma, die einzelne Räume an Unternehmen (Anwaltskanzleien, Architekturbüros, Unternehmensberater, Designer usw.) vermietet, aber auch Events finden hier statt. Drei interessante Details noch: eines der Unternehmen, die heute Mieter in der ehemaligen Fabrik sind, ist das Architekturbüro Brinkmann en Van der Vlugt bzw. deren Nachfolger, so schließt sich der Kreis; einer der Räume wird von der finnischen Designfirma Marimekko genutzt, die fast schon als Synonym für Finnland steht und mich natürlich sofort an meine Finnland Urlaube erinnert; die türkisfarbigen Fliesen im Treppenhaus sind die gleichen, die im Bad des Hauses Sonneveld verwendet wurden, entweder weil Herrn Sonneveld diese so sehr gefielen, dass er sie auch zu Hause haben wollte oder weil noch viele der Fliesen nach der Fertigstellung der Fabrik übrig waren (das lässt sich heute nicht mehr klären).







Eine Stunde ist für die Führung vorgesehen, sie dauert aber länger, auch, weil ein paar der Teilnehmer ständig Fragen haben. Insgesamt war die Führung sehr interessant, ich hatte mir aber erhofft, mehr vom Inneren der Fabrik zu sehen, z.B. in eine der gläsernen Brücken gehen zu können oder auch in die gläserne Panoramalounge auf dem Dach. Aber das alles erlaubt der belgische Inhaber nicht bzw. würde dafür sehr viel höhere Gebühren fordern. Da das Außengelände für jedermann zugänglich ist, kann man sich also überlegen, ob man nicht auf die Führung verzichtet und sich die Gebäude nur von außen anschaut. Sehr schön wäre das Ganze auch bei Dämmerung oder Dunkelheit, der ikonische Schriftzug auf dem Dach ist dann farbig beleuchtet.

Die Führung wird vom Chabot Museum organisiert und im Ticketpreis für die Führung ist auch der Eintritt ins Chabot Museum enthalten und dorthin möchte ich nun noch gehen.

Das Chabot Museum steht neben dem Haus Sonneveld, also im Museumspark und dieser ist praktischerweise mit der Straßenbahnlinie, die ihre Endstation in Spangen am Sparta Fußballstadion hat, gut erreichbar. Dorthin mache ich mich also nach dem Ende der Führung zu Fuß auf den Weg.

Die Haltestelle Museumspark erreicht die Tram gegen 20 nach drei, ein paar Minuten später bin ich beim Museum. Das Museum ist in einer Villa untergebracht, das wie das benachbarte Huis Sonneveld im Bauhaus Stil in den 1930iger Jahren errichtet wurde. Architekten waren hier nicht Brinkman en Van der Vlugt, sondern Gerrit Willem Baas, der aber ein ehemaliger Angestellter von Brinkman war. Besonderheit des Hauses ist der gebogene Balkon, während am Haus Sonneveld alles kantig ist.


Gezeigt werden zurzeit die Werke von drei Künstlerinnen aus Rotterdam. Im Erdgeschoss stellt Anne Wenzel aus, sie macht große, dunkle, wuchtige Skulpturen, die sich auf frühere oder aktuelle politische Ereignisse oder Personen beziehen, so z.B. der Sturm auf das Capitol in Washington 2021. Es geht um Heldentum, Macht und Gewalt und um die Macht des Volkes gegen die Macht der Politik.



Im ersten Stock schaue ich mir die unterschiedlichen Objekte von Evelyn Taocheng Wang an. Sie malt, zeichnet und schreibt, ihre Werke wirken oft humorvoll und leicht. Es geht bei ihr um Migration, Verbindung und wie wir uns präsentieren mittels Kleidungsstil und Marken.



Im dritten Stock schließlich finden sich die Werke von Silvia B. In den hier gezeigten Skulpturen geht es um die heutige junge Generation, die geprägt ist von hohem Druck hinsichtlich Aussehen und Kleidung und der eigenen Darstellung in den sozialen Medien, dazu die Hoffnung und Erwartung die Umwelt zu retten, die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Sehr ungewöhnliche Skulpturen finde ich.




Im Untergeschoß wird ein kurzer Film über den Bau der Van Nelle Fabrik gezeigt, der eine tolle Ergänzung zur Führung ist.

Am Ausgang kann man noch seine Stimme abgeben, welche der drei Künstlerinnen den diesjährigen Chabot Preis erhalten soll, ich wähle Evelyn Taocheng Wang, da mir die Leichtigkeit ihrer Werke gefallen hat, trotz der ernsten Themen, die zugrunde liegen.
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Reiseberichte / Re: Das andere Holland - Rotterdam April 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 05. August 2026, 18:14:52 »
6. Tag – Sonntag, 26.04. - 1. Teil

Auch heute habe ich einen Termin, auch heute um 13.30 Uhr, was die Gestaltung des Vormittags wieder etwas erschwert bzw. einschränkt.

Ich fahre mit der Metro zur Station Marconiplein, um mir den Fuchs anzuschauen. Der Fuchs nennt sich auf Niederländisch Bospoldervos und wurde von Florentijn Hofman 2020 gestaltet.



Die Skulptur ist 16 m lang und 10 m hoch und soll die Straße bzw. Gegend aufwerten und Aufmerksamkeit auf sie lenken, die Plastiktüte im Maul soll die Verbindung von Natur und Stadt zeigen oder auch die Problematik von Plastiktüten für die Natur. Mir gefällt der Fuchs sehr gut, ist doch mal eine andere Art von Skulptur als die sonst üblichen, sehr viel auffälliger, sehr viel einfacher zu deuten. Florentijn Hofmann hat noch andere Skulpturen in Rotterdam geschaffen, den großen Raben neben dem Naturhistorischen Museum (siehe mein 2. Urlaubstag) oder die bunten „Papier“boote, die ich bei der Schiffsrundfahrt gestern vor einer Wohnanlage gesehen hab (siehe mein Bericht zum gestrigen Tag) und von ihm stammen auch die riesigen gelben Gummienten, die vor ein paar Jahren in verschiedenen Häfen weltweit zu sehen waren.

Vom Fuchs ist es nur Spaziergang den Schiedamseweg entlang zu meinem nächsten Ziel, Delfshaven. Heute ein Stadtteil von Rotterdam gehörte der Hafen früher zur Stadt Delft und war dann eine Zeitlang eine eigenständige Stadt. Hier findet man noch ein Stück Holland wie aus dem Bilderbuch mit Kanälen, Ziehbrücken und Giebelhäusern.




Das schöne Gotteshaus nennt sich Kirche der Pilgerväter, denn von hier starteten 1620 die Pilgerväter mit dem Schiff in die heutigen USA, wobei sie korrekterweise nur bis Southampton fuhren und dort an Bord der bekannten Mayflower gingen, die sie schließlich nach Amerika brachte. Das Innere der Kirche kann ich leider nicht anschauen, denn darin findet, nicht überraschend für einen Sonntagvormittag, ein Gottesdienst statt.






So hübsch Delfshaven auch ist, der wirklich alte Teil ist sehr klein. Man sieht auf der Karte zwar zwei Kanäle umgeben von Bebauung und überspannt von Brücken, alt ist aber davon nur der kleinste Teil, überwiegend handelt es sich um recht neue Häuser, auch die alte Mühle ist umgeben von solch moderneren Häusern, von etwas weiter weg, sieht sie aber sehr typisch holländisch und alt aus.



Schneller als gedacht bin ich daher mit meinem Besuch von Delfshaven fertig. Durch das angrenzende Wohnviertel




gelange ich zu einer weiteren interessanten „Sehenswürdigkeit“ der Gegend, dem Dakpark. Vor einigen Jahren wurde auf dem Dach eines Einkaufszentrums in neun Metern Höhe eine Grünfläche mit über einem Kilometer Länge und 85 m Breite eingerichtet, mit Rasenflächen zum Grillen und Spielen, Bänken, Wasserspielen, auch ein Restaurant in einem gewächshausähnlichen Gebäude gibt es. In diesem Restaurant hatte ich mir überlegt Mittag zu essen, da ich nun aber schon so früh hier bin, spaziere ich nur vorbei und komme am Ende des Dakparks wieder zum Marconiplein mit der Metrostation.




Es ist jetzt 11 Uhr und ich beschließe mit der Metro nach Schiedam zu fahren, eigentlich ist die Zeit bis zum Termin später zu kurz, aber besser ein bisschen was von Schiedam sehen, als überhaupt nicht dort gewesen zu sein. Schiedam ist zwar mit Rotterdam zusammengewachsen und auch nur eine Metrostation vom Marconiplein entfernt, aber trotzdem ein eingeständiges Städtchen mit einem historischen Stadtkern. Diesen erreicht man von der Metrostation nach einem Spaziergang am neu gestalteten Kanalufer entlang in ungefähr 10 Minuten. An der Grote of Sint Janskerk und dem nebenanliegenden Platz Grote Markt angekommen, bin ich gleich begeistert. Eine gemütliche Kleinstadtatmosphäre herrscht hier, dazu die hübschen alten Häuser und der Kanal. Da wäre es besser gewesen nach einem Besuch beim Fuchs direkt hierher zu fahren und Delfshaven samt Dakpark auszulassen. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.






Ich schaue mich noch ein wenig um, gehe in die Kirche hinein



und suche dann nach einem Restaurant fürs Mittagessen. Am Grote Markt werde ich fündig, „Lucas Drinkwinkel“ bietet schöne, auch sonnige Plätze auf der Außenterrasse und Sandwiches und ähnliche Kleinigkeiten. Es ist noch nicht ganz 12 Uhr, daher bin ich anfangs der einzige Gast, das ändert sich aber schnell. Mein Schinken-Käse Brot ist lecker (zusammen mit einem Eistee EUR 17,70) und gegen halb eins muss ich mich dann leider auf den Rückweg zur Metrostation machen.

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Reiseberichte / Re: Andalucia y más 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 05. August 2026, 16:23:47 »
So früh werden wir wir es kaum dahin schaffen, also müssen wir wohl auf den Shuttle zurückgreifen. Eigentlich hatte ich per Roller anreisen wollen, doch hatten wir ja Pech mit dem Feiertagswochenende und keine freien Campingplätze. Hoffentlich klappts beim nächsten Mal besser.

Bestimmt klappt es das nächste Mal. Es funktioniert anscheinend gut mit dem Shuttlebus, sagte uns ein Niederländer.

Das Apartment in Ardales gefällt mir.

In dieses Apartment wäre ich am liebsten für längere Zeit eingezogen. Einzig ein Pool fehlt für heiße Tage. Wir hatten allerdings nur optimale Wander-, aber keine Badetemperaturen.
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