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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 29. Mai 2026, 18:01:48 »
13. Tag, Dienstag, 10.02.

Heute sind wir beide wieder soweit fit, dass ein normales Tagesprogramm möglich ist. Und das ist auch gut so, denn heute und morgen sind unsere zwei letzten vollen Urlaubstage.

Das Wetter sorgt allerdings dafür, dass wir uns körperlich schonen können, die noch auf meiner Liste stehenden Wanderungen sind bei überwiegend Regen und tiefhängenden Wolken nicht möglich.

Gegen 9.20 Uhr fahren wir an die Nordwestküste der Algarve, die ist bisher dem Wetter zum Opfer gefallen.

Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir einen Aussichtspunkt über der Praia de Odeceixe, hier fließt der Fluss Seixe, der die Algarve vom Alentejo trennt, in den Atlantik. Dieser Aussichtspunkt soll zu den schönsten der Algarve zählen, aber leider können wir wegen tiefhängender Wolken oder Nebel kaum etwas erkennen und das was man sieht ist schlammfarbenes Wasser, ob nun Meer oder Fluss….


Ein längerer Aufenthalt, gar ein Abstieg hinunter zum Strand ist sinnlos und so fahren wir wieder ein Stück nach Süden in den Ort Aljezur, wo wir am Fluss bei der Markthalle parken (kostenlos).

Der Ort liegt am gleichnamigen Fluss und besteht aus zwei Ortsteilen beidseits des Flusses. Bis zum großen Erdbeben 1755 war die heutige Altstadt eine Hafenstadt, das Meer reichte bis fast an den Ort heran. Das Erdbeben veränderte komplett die Landschaft, aus der Meeresbucht wurde ein ausgetrocknetes Flusstal und Aljezur wandelte sich von der Hafenstadt zur Binnenstadt. Auch viele Häuser wurden zerstört und der Wiederaufbau erfolgte auf der anderen Seite des Tals. Der alte Ortsteil blieb jedoch bewohnt und daher erhalten. Dieser Teil von Aljezur ist heute dessen touristisches Zentrum. Aljezur blieb wie die gesamte Westküste bis heute weitgehend von Bettenburgen verschont, Touristen gibt es hier aber schon seit den 1980igern Jahren, aber keine üblichen Badetouristen, sondern Aussteiger und Surfer.

Dieser, wie ich es nenne, „Öko-Charakter“ ist bis heute erhalten und es gibt eine ganze Reihe von Cafés und Restaurants mit vegetarischer oder veganer Küche, verschiedene kreative Einrichtungen oder Museen. Mir gefällt so etwas (im Urlaub) immer sehr und so freue ich mich auch über unseren Besuch im Café Moagem, das sich in einer ehemaligen Mühle befindet und wo uns gleich (zum ersten Mal in diesem Urlaub) die Frage nach der Art der Milch für den Kaffee gestellt wird (2 Milchkaffee, ein Pastel de Nata EUR 6,20).

Nach der Kaffeepause hat der Regen etwas nachgelassen und wir machen einen Rundgang durch den Ort.


Die Häuser sind um einen Hügel gruppiert, auf dem höchsten Punkt finden sich die Überreste eines Castelo. Während des Aufstiegs und von oben hat man einen (vernebelten) schönen Blick auf das Dorf, auf den neuen Ortsteil auf der gegenüberliegenden Flussseite und auf den Fluss selbst und die angrenzenden Flächen, denen man die Überflutungen der letzten Tage deutlich ansieht. Trotz des vielen Regens blüht aber auch einiges.







Beim Abstieg vom Castelo müssen wir den zuerst gewählten Weg abbrechen, die nassen Pflastersteine sind an einer sehr steilen Stelle so rutschig, dass man trotz des vorhandenen Geländers fast hinfällt. Insgesamt macht der Ort einen recht netten Eindruck mit vielen Häusern in gutem Zustand, aber auch hier gibt es wieder einige fast völlig verfallene Gebäude.








Zum Mittagessen wählen wir das italienische Restaurant „Arte Bianca“, eigentlich in der Hoffnung auf eine kleinere, leichtere Mahlzeit, als sie in portugiesischen Restaurants, die es hier auch gibt, angeboten werden. Tja, da hätten wir uns nicht für eine Pizza entscheiden dürfen bzw. hätte wir wieder eine zum Teilen für uns beide bestellen müssen. So sind wir nach einer Pizza Hawaii (Peter) und einer Pizza Primavera (ich) wieder mal pappsatt (zusammen mit einem alkoholfreien Bier, einer Bio-Limo und zwei Kaffee EUR 42,00), aber die Pizzen sind wirklich lecker, das Restaurant wird von zwei nach Portugal ausgewanderten Italienern betrieben, die nicht den üblichen Pizzateig backen, sondern einen aus Sauerteig.

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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 28. Mai 2026, 18:06:08 »

Schade, dass die Zugänge alle gesperrt waren. Befürchten die Steinschläge von den Klippen im Winterwetter oder ist es wegen der vermehrten Brandung  :gruebel: Die interessanten Felsformationen sind tatsächlich eher unten an der Stelle mit der "Beach"Bar. Die sind jedenfalls zur Saison durchaus gut besucht, ich war allerdings nicht da runter (nur in Flipfops wollte ich das lieber nicht). Denke jedoch auch, dass es an der Küste interessantere Stellen gibt.

Ich schrieb, glaube ich, schon, dass Carvoeiro seit unserem ersten Besuch dort enorm gewachsen ist - und das nicht gerade schön. Bilder von damals leider nur als Dias irgendwo.

Die Sperrung der Zugänge war vermutlich eine Kombination aus beidem, Erklärschilder gab es nicht, nur rot-weisses Flatterband.

Schade mit Carvoeiro, eigentlich sollte man heute schlauer sein und nicht mehr alles zubauen, aber ich habe den Eindruck es wird an vielen Stellen immer noch mehr gebaut.

Zitat
Und die (wohl) interessanteste Stelle ist doch tatsächlich mit zwei Bars zugebaut (der Weg dorthin ist gesperrt), ich verstehe einfach nicht, warum man so etwas macht, ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendjemand toll findet.

Die in der Bar sitzen finden den Ausblick bestimmt toll :cool2:.


Ja, wenn die Bar mal da ist, wird sie auch genutzt, das ist mir schon klar. Aber die Leute würden sicher genauso in die Bar gehen, wenn sie ein Stück oberhalb stehen würde und nicht mitten zwischen den Felsen.
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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 28. Mai 2026, 15:37:22 »
Zitat
Und die (wohl) interessanteste Stelle ist doch tatsächlich mit zwei Bars zugebaut (der Weg dorthin ist gesperrt), ich verstehe einfach nicht, warum man so etwas macht, ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendjemand toll findet.

Die in der Bar sitzen finden den Ausblick bestimmt toll :cool2:.

Zitat
... und ich habe starke Kopfschmerzen, die sich weder durch Migränetabletten noch durch Ibuprofen oder Paracetamol bekämpfen lassen.

Oha, da hat's dich aber ganz schön erwischt. So ein grippaler Infekt macht schon zu Hause keinen Spaß und im Urlaub erst recht nicht.
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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Susan am 28. Mai 2026, 11:50:48 »
Ohje, Schnupfen mit solch Kopfschmerzen und schlechtes Wetter sprechen nicht gerade für einen netten Urlaubstag  :knuddel: Hoffentlich ging es dir bald wieder besser.

Schade, dass die Zugänge alle gesperrt waren. Befürchten die Steinschläge von den Klippen im Winterwetter oder ist es wegen der vermehrten Brandung  :gruebel: Die interessanten Felsformationen sind tatsächlich eher unten an der Stelle mit der "Beach"Bar. Die sind jedenfalls zur Saison durchaus gut besucht, ich war allerdings nicht da runter (nur in Flipfops wollte ich das lieber nicht). Denke jedoch auch, dass es an der Küste interessantere Stellen gibt.

Ich schrieb, glaube ich, schon, dass Carvoeiro seit unserem ersten Besuch dort enorm gewachsen ist - und das nicht gerade schön. Bilder von damals leider nur als Dias irgendwo.
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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 27. Mai 2026, 18:04:57 »
12. Tag, Montag, 09.02.

Jetzt hat es mich auch erwischt, über Nacht hat sich mein bislang leichter Schnupfen verschlimmert und ich habe starke Kopfschmerzen, die sich weder durch Migränetabletten noch durch Ibuprofen oder Paracetamol bekämpfen lassen. Peter geht es etwas besser.

Das Wetter soll auch überwiegend regnerisch sein, immerhin verpassen wir diesbezüglich nichts.

Ich bleibe länger im Bett, dann fahren wir zur Apotheke, da wir für uns beide Nachschub an Erkältungsmedikamenten brauchen und zum Supermarkt, um was fürs Mittagessen einzukaufen.

Nach dem Mittagessen möchten wir doch noch ein bisschen was unternehmen, ich habe die Felsformation Algar Seco bei Carvoeiro als schnell zu erreichendes und schnell anzuschauendes Ziel herausgesucht.

Leider verschlechtert sich das Wetter je näher wir Carvoeiro kommen, dichter Nieselregen und viel schlimmer, Nebel lassen die Sicht immer weniger werden. Wir parken bei der Kirche Nossa Senhora da Encarnação am Ortsrand. Hier startet ein relativ kurzer Holzbohlenweg vorbei an den Felsformationen und vom Platz vor der Kirche blickt man auf den Ortsstrand von Carvoeiro – besser gesagt würde man blicken, man kann nämlich außer Nebel gar nichts sehen.

Besser ist der Blick vom Holzbohlenweg aus auf die Felsen, das Ganze ist (vielleicht auch dem Wetter geschuldet) aber eher etwas enttäuschend, so wirklich außergewöhnliche Felsformationen sind das nicht. Und die (wohl) interessanteste Stelle ist doch tatsächlich mit zwei Bars zugebaut (der Weg dorthin ist gesperrt), ich verstehe einfach nicht, warum man so etwas macht, ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendjemand toll findet.






Der Zugang zum Strand ist leider (mal wieder) gesperrt, vielleicht wäre der Anblick von unten lohnenswerter gewesen. Am Ende des Holzbohlenwegs drehen wir um und gehen den gleichen Weg zurück. Man könnte noch auf einem unbefestigten Pfad weiterwandern, aber auf den matschigen und rutschigen Weg haben wir keine Lust.

Wir machen uns auf die Rückfahrt und fahren durch den Ortskern von Carvoeiro, oh je, das ist ziemlich entsetzlich, der Ort liegt in einem Taleinschnitt vom Strand in Richtung Landesinnere und entlang der gesamten Hauptstraße, die sich durch den Taleinschnitt windet, befinden sich mehrstöckige Hotel- und Apartmentkomplexe unterschiedlichster Baustile, in den Erdgeschossen Geschäfte und Restaurants. Der Anblick ist deprimierend.

Da es mir nicht wirklich gut geht, stoppen wir nirgends mehr auf einen Kaffee, wie eigentlich geplant, sondern fahren direkt in unsere Wohnung zurück. Bei Kopfschmerzen sind die Straßen hier kaum auszuhalten, die vielen Speedbumps an den Fußgängerüberwegen, dazu die vielen Löcher in den Straßen, ich bin froh, als ich aussteigen und mich ins Bett legen kann.

Wetter: überwiegend Regen, um die Mittagszeit mal kurz trocken, ca. 18°C

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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 26. Mai 2026, 17:54:31 »
Mit der Besichtigung von Silves ist man wirklich schnell durch. Scheinbar haben die Stadtoberen gehört, dass ich meinte die Kathedrale könnte einen neuen Anstrich vertragen  ;)


 ;D
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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Susan am 26. Mai 2026, 10:44:19 »
Mit der Besichtigung von Silves ist man wirklich schnell durch. Scheinbar haben die Stadtoberen gehört, dass ich meinte die Kathedrale könnte einen neuen Anstrich vertragen  ;)

Die Felsformationen am Strand sind wieder toll, die Praia do Vau muss also auch noch auf unsere Liste  8)
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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Ilona am 25. Mai 2026, 15:16:47 »

Du hast den Schuh des Manitou an der Algarve gefunden ;D . Der wurde bestimmt angeschwemmt :zwinker:.

Das Städtchen ist ganz nett und der üppige Orangenbaum eine Pracht. Vermutlich handelt es sich um Bitterorangen, weil die keiner pflückt.

Einfach nicht gut, diese Männergrippe.

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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 25. Mai 2026, 15:08:00 »
Hier noch die Karte, die wollte es gerade nicht speichern:

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Reiseberichte / Re: Bei Nordseewetter an der Algarve - Jan/Feb 2026
« Letzter Beitrag von Christina am 25. Mai 2026, 15:07:06 »
11. Tag, Sonntag, 08.02. - 3. Teil

Gegen 13 Uhr mache ich mich wieder auf den Weg, mit dem Auto fahre ich ein Stück in Richtung Portimão, vorbei an einer riesigen Menge von zigstöckigen Hotel- und Apartmentkomplexen, und suche mir einen Parkplatz an der Praia do Vau (kostenlos). Die Strände bzw. Buchten sind alle über eine Promenade auf den Klippen miteinander verbunden und über Treppen erreichbar, je nach Wasserstand kann man am Wasser entlang gehen.

Wegen des vielen Regens und der damit verbundenen Hangrutschgefahr (nehme ich zumindest an) sind gerade die meisten dieser Treppen gesperrt, auch Pfade, die an den Klippenrand führen, sind weitgehend unzugänglich. Hin und wieder gibt es aber doch die Möglichkeit an den Strand hinunterzukommen und immerhin ist gerade Ebbe, da kann ich ein gutes Stück am Wasser entlang spazieren, bis mich die vorstehenden Felsformationen doch irgendwann ausbremsen, nass oder gar ins Meer gespült oder in einer Bucht vom Wasser eingeschlossen werden möchte ich natürlich nicht.







Es gefällt mir richtig gut hier, die rötlichen und gelben Felswände leuchten in der wenigstens ein bisschen scheinenden Sonne und es macht Spaß große und kleine Felsformationen zu entdecken.







Auf der Klippenpromenade würde ich gerne noch das letzte Stück bis Praia da Rocha, dem am Meer liegenden Stadtteil von Portimão spazieren, aber über eine hohe Mauer eines verlassenen Grundstücks schaut ein riesiger schwarzer Hund und bellt die ganze Zeit. Obwohl ich hier bei weitem nicht alleine bin, habe ich doch Angst, dass der Hund herunterspringen könnte (er hängt schon mit den Vorderpfoten über der Mauer), wenn nicht jetzt, dann auf meinem Rückweg, wer weiß, ob dann noch so viele Leute unterwegs sein werden. Daher drehe ich um und ärgere mich dann über mich selbst. Aber als ich am Auto ankomme, fallen erste Tropfen. Also doch die richtige Entscheidung getroffen. Auf der Rückfahrt setzt Regen ein.

Ab 16 Uhr leiste ich Peter wieder Gesellschaft, der Regen hört an diesem Tag nicht mehr auf.

Wetter: bewölkt, kurze sonnige Abschnitte, ab 16 Uhr Regen, ca. 18°C
Wanderung: Küste zwischen Alvor und Portimão 4,72 km, 87 Höhenmeter
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