Autor Thema: Parkgebühren in Las Vegas  (Gelesen 3119 mal)

serendipity

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Parkgebühren in Las Vegas
« am: 22. Mai 2016, 15:49:17 »
Nach den etwas undurchschaulichen Resort-Fees (inkludiert oder nicht) muss man ab 01.06.2016 auch in einigen Hotels in Las Vegas mit Parkgebühren rechnen. Betroffen sind zunächst die Hotels der MGM-Group.

Der Aufschrei vor allem bei den Leuten, die bisher eigentlich nur billig schlafen und trinken wollten, ist groß. Hehe, die Hotels bzw. Investoren wollen noch mehr verdienen! Wie böse!
Nun, keiner hat die Hotels mitten in die Wüste gestellt, um deutsche Touristen zu Jugendherbergspreisen in großen, runtergekühlten Zimmern möglichst mit Stripview billig zu beherbergen und dann setzen sich diese in den Spielerbereich, verspielen vllt. max.10 $, trinken aber für 20 $. Auch die Parkplätze der Hotels/Casinos sind bestimmt nicht für die gedacht, die billig irgendwo außerhalb nächtigen und dann auch mal den Strip besichtigen möchten.

Ärgern könnten sich jetzt die wirklichen Nutzer des Strips, aber die haben wohl eine Memberschaft, die kostenloses Parken schon wieder inkludiert  ;) und ärgern können sich die, die Las Vegas zum ersten Mal besuchen, denn sie müssen nun für die jahrzehntelange "Ausnutzung" von Billig-Touristen zahlen.

Las Vegas ist damit kein Ponyhof mehr, sondern mittlerweile zum Reiterhof mutiert und das kostet nun einmal Geld! Wer Ponyhof will, kann immer noch auf Laughlin oder Reno ausweichen, die Frage bleibt, wie lange noch?

Achtung: Ironie und Provokation sind inbegriffen!

Rainer

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Re: Parkgebühren in Las Vegas
« Antwort #1 am: 25. Mai 2016, 13:35:09 »
Nach den etwas undurchschaulichen Resort-Fees (inkludiert oder nicht) muss man ab 01.06.2016 auch in einigen Hotels in Las Vegas mit Parkgebühren rechnen. Betroffen sind zunächst die Hotels der MGM-Group.

Das wird wahrscheinlich irgendwann für alle normal sein, genau wie diese Resortfee (die aber auch immer weiter ansteigt, inzwischen ist die bei manchem Hotels schon im 30$ Bereich). Aber im Gegensatz zur Resortfee, die ja wirklich so gut wie keine meßbare Gegenleistung erbringt, bekommt man hier wenigstens einen Parkplatz. Und wer nicht mit Auto kommt, der spart die Parkplatzkosten. Eigentlich ja fair, wir selbst haben auch lange nicht immer ein Auto zur Verfügung, wenn wir in Las Vegas sind. Das ist "mal so, mal so".

Im Vergleich zu anderen Metropolen sind die angedachten Preise auch noch recht moderat, da kostet ein Parkplatz in San Francisco oder Los Angeles oder auch in Boston in einem 4-Sterne-Hotel ganz erheblich mehr.

Der Aufschrei vor allem bei den Leuten, die bisher eigentlich nur billig schlafen und trinken wollten, ist groß. Hehe, die Hotels bzw. Investoren wollen noch mehr verdienen! Wie böse!

Die Leute wollen nicht verstehen, dass Las Vegas die Preise der Vergangenheit nur durch die Zocker ermöglichen konnte. Aber es wird immer weniger gespielt, also muss man das Geld auf andere Weise verdienen. Was die deutschen Touristen betrifft, ich kann ja Deinen Sarkasmus verstehen, aber die deutschen Touristen sind eine absolute Randgruppe in Las Vegas. Nicht einmal 2% aller Besucher sind aus Deutschland. Es trifft natürlich in erster Linie auch Amerikaner, die nach wie vor mit Abstand die meisten Besucher ausmachen.

und ärgern können sich die, die Las Vegas zum ersten Mal besuchen, denn sie müssen nun für die jahrzehntelange "Ausnutzung" von Billig-Touristen zahlen.

Wenn überhaupt, dann können sie sich darüber ärgern, dass sie nicht vor 30 Jahren in Las Vegas waren, denn da hat Las Vegas noch richtig von den Spielern gelebt und wer das ausnutzen wollte, konnte das natürlich tun (aber das war sicher nicht "opportun"). Las Vegas hat sich einfach gewandelt, es kommen viel mehr "Schaulustige" als Spieler und irgendwie muss das ganze ja bezahlt werden. Und wer viel spielt, kann da zwar nach wie vor viel verlieren, aber der bekommt natürlich im Gegenzug jede Menge Rabatte und sog. "Comps". Da ist auch heute noch möglich, dass man für das Zimmer nichts bezahlt (für den Parkplatz sowieso nicht), dass man das Buffet frei hat oder wie auch immer. Aber man muss eben spielen, um gewisse Mindesteinsätze und gewisse Mindestzeiten. Wenn man dann Glück hat, ist ja alles gut, aber wenn man dann fett verliert, dann macht das Zimmer auch nicht mehr viel aus.

Wer Ponyhof will, kann immer noch auf Laughlin oder Reno ausweichen, die Frage bleibt, wie lange noch?

Ich kenne ja alle diese Zockerstädte, aber weder Reno und erst Recht nicht Laughlin ist mit Las Vegas vergleichbar. Die sind auch ganz schöne abgewrackt inzwischen. Die sind wirklich einfach nur "billiger".  You get what you paid for....

Also selbst mit Parkplatzgebühren und mit den wieder angestiegenen Zimmerpreisen (in der Krise 2008/2009 waren die Zimmerpreise irrsinnig eingeknickt) ist Las Vegas immer noch vergleichsweise günstig. Andere Metropolen kosten erheblich mehr. Letztes Jahr waren wir ja in Boston, meine Güte, für 100$ pro Nacht bekommst Du da allenfalls eine abgewohnte Motelbaracke. Da gibt es in Las Vegas teilweise schon richtig gute Zimmer.