Autor Thema: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien  (Gelesen 32871 mal)

Susan

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #165 am: 01. Dezember 2018, 21:56:41 »
Beim Blick von oben hat es mich gewundert: wie, keine Kreuzfahrtschiffe?  ;)  Beim Stadtmauerrundgang war dann doch zumindest eins zu sehen. Dafür sah die Stadt wirklich recht voll aus.  Diese Stadtwanderung fanden wir auch klasse! Mit der Seilbahn haben wir offenbar nichts verpasst.

Seit 2012 scheinen die Preise ja kräftig angezogen zu sein  :( Für 135 Kuna haben wir da noch eine ganze Flasche Wein gekriegt (und das zur Hauptsaison). Doch wenn jetzt nicht nur Kreuzfahrer sondern auch noch Filmfans kommen...  ::)
Liebe Grüße
Susan


soenke

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #166 am: 01. Dezember 2018, 22:18:19 »
Schöne Eindrücke aus Dubrovnik !!

Die Stadtmauerwanderrung hat mir als Städtemuffel auch gefallen. 8)

Hätte nicht gedacht, dass Dubrovnik so überfüllt mit Touristen ist, so dass man kaum einen Platz im restaurant bekommt, ganz schön krass.

LG

Ilona

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #167 am: 02. Dezember 2018, 09:56:22 »
Die engen Gassen und die Wanderung auf der Stadtmauer gefällt mir  :thumb:.

Falls wir mal dorthin kommen, lassen wir aber die Fahrt mit der Seilbahn weg.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Silvia

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #168 am: 02. Dezember 2018, 10:51:11 »
Wirklich schöne Eindrücke aus der Stadt, die hätte mir auch gefallen  ;D   - weniger die vielen Leute  :( - kein Platz im Restaurant ist schon heftig. Vor allem da die Kreuzfahrer ja bestimmt auf ihrem Schiff essen, die also gar nicht mit dabei sind  ???


Silv

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #169 am: 02. Dezember 2018, 10:59:21 »
Die engen Gassen gefallen mir, aber die vielen Menschen würden mich schon wieder abschrecken.

Schlechtes W-Lan ist eines der Dinge, was mich an einem Urlaub gar nicht stört. Wenn ich keine Internetverbindung habe, dann habe ich halt keine... :weissnicht:
Liebe Grüße
Silvia

Paula

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #170 am: 02. Dezember 2018, 11:44:21 »
Die Stadt erinnert mich sehr an südfranzösische Städte bzw. auch an der Atlantikküste entlang. Und wenn ich denke, wie wenig dort in den letzten Jahren vor oder nach Pfingsten immer los war und man dort ausserdem ohne Grenzaufenthalt hinkommt, mit dem Euro zahlen kann und ich die Sprache spreche, wird es wohl bei mir eher wieder Frankreich als Kroatien.

wenn man Frankreich und Kroatien als Ganzes vergleicht gewinnt Frankreich um Längen, gar keine Frage (da denke ich zum Beispiel auch ans Essen, ganz wichtiger Punkt im Urlaub) aber im direkten Städtevergleich z.B. Carcassonne gegen Dubrovnik: da gewinnt Dubrovnik, solch eine Stadt hat hat ganz Frankreich nicht zu bieten und ich glaube Italien auch nicht, Dubrovnik gewinnt auch gegen Lucca. Also Dubrovnik ist definitiv eine Reise wert, aber es ist halt schon weit weg, einen Flughafen in der Nähe gibt es nicht umso erstaunlicher ist die Masse an Menschen dort.

Seit 2012 scheinen die Preise ja kräftig angezogen zu sein  :( Für 135 Kuna haben wir da noch eine ganze Flasche Wein gekriegt (und das zur Hauptsaison). Doch wenn jetzt nicht nur Kreuzfahrer sondern auch noch Filmfans kommen...  ::)

die Preise werden jedes Jahr angehoben, das hat man uns bei der Stadtführung erzählt. Und es gab praktisch stündlich Stadtführungen zu den Spielplätzen von Game of Thrones, das ist aktuell wohl der Hauptmagnet für Dunbrovnik. Ich habe jetzt gelesen dass die Besucherzahl derart stark gestiegen ist dass man überlegt die Besucherzahl in der Altstadt zu begrenzen

Die engen Gassen gefallen mir, aber die vielen Menschen würden mich schon wieder abschrecken.

normalerweise stört mich das auch, in Dubrovnik seltsamerweise aber nicht. Es war einfach sooo herrlich dort, ich habe die Massen einfach ausgeblendet. Wir haben es am nächsten Abend noch mal gewagt und haben ein Restaurant in der Altstadt gesucht (und gefunden  :) ) ich mußte da unbedingt noch mal hin!
Viele Grüße Paula


Outdoordreams

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #171 am: 04. Dezember 2018, 18:07:13 »
Hallo,

vielen Dank für die Eindrücke aus Kroatien, MNR und BiH.

Das meiste davon haben wir auch schon besucht und - ich gebe Dir absolut Recht: die Altstadt von Dubrovnik ist durch nichts zu toppen, weder in Frankreich noch in Italien oder Spanien.

Dubrovnik ist die Mutter aller Altstädte.
Für die Anreise gibt es den Flughafen bei Dubrovnik, ansonsten hat Split einen grossen Internat. Flughafen.

Die Begeisterung für Montenegro teile ich auch, allerdings nicht für die Küste, sondern für das Hinterland, insbesondere Durmitor und Tara Canyon waren für uns die Highlights auf unserer Nationalparkreise in MNR vor einigen Jahren.
Der Skadarska Jezero sieht so friedlich aus tagsüber. Bei Nacht ist der See allerdings Schmuggelroute und man hält sich als Tourist besser nicht dort auf.

Campingreisen in Montenegro sind mittlerweile auch möglich. Inzwischen gibt es einige Campingplätze im Land wo man es ganz gut aushalten kann, man sollte allerdings keinen 4-Sterne-Standard ala Kroatien oder Italien erwarten. Dafür sind die Plätze zu einfach (aber auch noch günstig, während Hotelurlaub in der Hauptsaison durch Osteuropäische Touristen dominiert wird und in den mondänen Yachthäfen und Luxusresorts auch der internat. Jet Set.
Schade dass ihr auch die Stadt Kotor nicht angesehen habt, die hat was, nicht so gross und spektakulär wie Dubrovnik, aber wir fanden das Mini-Dubrovnik sehr reizvoll.

Bin schon gespannt wie es weiter geht.   :)

Grüsse Kate

Paula

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #172 am: 05. Dezember 2018, 09:30:16 »
Hallo Kate,

vielen Dank für deinen Kommentar und Willkommen bei Eumerika  :welcome:
du kennst dich ja sehr gut in der Region aus. Wir hatten bei der Planung unserer Reise nur ein paar Reiseführer zur Hilfe genommen, die meisten Bekannten waren zwar schon in Kroatioen aber Bosnien-Herzegowina und Montenegro waren allen unbekannt so dass wir uns da keine Tipps holen konnten. Ich denke schon dass wir noch mal nach Montenegro fahren werden, dann komme ich gern auf deine Vorschläge zurück  :)
Leider nähert sich unsere Reise langsam dem Ende, wir waren insgesamt 3 Wochen unterwegs.
Viele Grüße Paula


Paula

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #173 am: 05. Dezember 2018, 12:35:02 »
18. Tag 5. Juni 2018

Heute Nacht hatte ich schlecht geschlafen weil mein Bein wehtat, aber irgendwann muss ich doch eingeschlafen sein. Um halb 8 hat uns er Wecker geweckt.
Zum Frühstück saßen wir auf der Terrasse, es war bewölkt aber warm. Das Frühstücksbuffet war reichhaltig, der Kaffee wurde am Tisch serviert und war gut stark. Von unserem Frühstück haben wir auch was abgegeben  :)

   

Danach  sind wir zum Strand gegangen, ein Fußweg führte vom Hotel zum Strand, es waren nur wenige Minuten zu gehen. Entlang des Weges gab es die üblichen Verkaufsstände für Badezubehör und Snackbuden, am Strand war ein großes Lokal mit Strandliegenvermietung (aber sehr teuer), wir hatten aber unsere Decke dabei und haben uns ans Wasser gelegt. Die meisten Liegen waren leer, auch am Strand vor den Liegen war reichlich Platz für unsere Decke

   

Das Wasser war sehr angenehm und wieder gab es keine Seesterne oder anderes Getier das das Tragen von Badeschuhen notwendig gemacht hätte. Gegen Mittag gingen wir zum Hotel zurück und ich habe mit dem Handy Fotos gemacht (die Kamera hatte ich am Strand nicht dabei), es war jetzt heiß und sonnig geworden

   

der Garten:

 

anschließend sind wir wieder mit dem Bus in die Altstadt gefahren. Josef hatte gestern eine Stadtführung  gebucht: "Dubrovnik im Krieg"
Vor der Stadtmauer war schon wieder ein riesen Andrang, wir hatten noch Zeit und sind außen an der Stadtmauer entlang zum Strand gegangen

   

   
 
   

so eine Kajaktour könnte ich mir auch mal vorstellen

   

Durch dieses Tor ging es dann in die Altstadt

   

ganz in der Nähe bei dem großen Brunnen begann unsere Tour. Unser Guide Ivana war eine junge Frau, ihre Mutter lebte in Dubrovnik und war mit ihr schwanger war als der Krieg begann. Die UN hatte die Stadt während der achtmonatigen Belagerung 1991-1992 mit Lebensmitteln versorgt und als Schwangere bekam sie mehr als der Durchschnitt trotzdem hatte sie manchmal nur Äpfel zu essen. Nach der Geburt lag sie drei Tage im Koma und hatte Glück dass das Krankenhaus in der Zeit nicht getroffen wurde und sie überlebt hat. Echt schockierend so was zu hören  :o

Freiwillige hatten sich im Fort wo heute die Seilbahn ist verschanzt und konnten über den Fußweg von der Stadt aus versorgt werden. Der Weg war nicht von den Serben belagert und auch von ihnen nicht mit Geschosssen zu ereichen. Mit der Zeit konnte die kroatische Armee Leute und Waffen nach Dunbrovnik schaffen, die Waffen hatten sie von Ungarn gekauft und so konnten sie schließlich die Serben und Montenegriner vertreiben. Dubrovnik ist ja von Kroatien getrennt (früher war das ein eigener Stadtstaat und gehörte nicht zu Kroatien und es gibt über Land keine Verbindung zum Rest Kroatiens),  und war anfangs völlig isoliert. In in der Stadt gibt es eine Halle mit Fotos der gefallenen Verteidiger der Stadt (die haben wir später besichtigt), das waren alles Freiwillige, keine ausgebildeten Soldaten. Anfangs gab es wohl nur eine einzige Kanone, die immer wieder zu anderen Orten geschafft wurde um den Serben eine größere Waffenzahl vorzugaukeln. Man mag sich gar nicht vorstellen wie es in der Stadt damals zugegangen ist. Ivana erzählte uns dass viele ihrer Freundinnen ihre Väter nicht kennen weil ihre Mütter Opfer von Vergewaltigungen sind. Sie sagt unter jungen Leuten gibt es keine Probleme zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, sie hat auch serbische Freundinnen, bei der Generation ihrere Eltern sieht das aber ganz anders aus, da gibt es kaum Kontakte zwischen Kroaten und Serben.

Während des Krieges wurden 70 % der Dächer in der Stadt zerstört, mit Hilfe der Unesco wurde in den letzten Jahren alles originalgetreu renoviert, man sieht nur noch an wenigen Stellen Einschußlöcher.

Auf dem folgenden Bild sind die Zerstörungen markiert, Dreiecke markieren zerstörte Dächer, runde Punkte direkte Einschläge am Boden, die orangenen Flächen sind abgebrannt

   

wir sind dann mit ihr in diese Kirche (Koster?) gegangen

   

neben diesem schönen Arkadenhof ist der Raum zu Ehren der gefallenen Verteidiger Dubrovniks eingerichtet

   

   

wir sind dann mit ihr durch die Gassen der Stadt gelaufen und sie hat uns jeweils gezeigt welche Gebäude zerstört wurden

   

eine orthodoxe Kirche gibt es auch in Dubrovnik

   

   

Sie hat uns noch erzählt dass jeder der in der Innenstadt eine Wohnung hat diese an Touristen vermietet und nicht mehr zu arbeiten braucht. Bei einem Durchschnittsgealt von 800€ kann sich kein normaler Angestellter eine Wohnung in der Innenstadt leisten, die Mieten haben da das Niveau von München. Es leben praktisch keine Einheimischen mehr in der Altstadt und es ist schwer Personal für die Restaurants zu finden weil diese Leute eben keinen bezahlbaren Wohnraum finden.
Nach der Führung sind wir noch durch ein paar Straßen gebummelt, es war so voll wie gestern, danach sind wir wieder zum Hotel zurück gefahren. In einem Delikatessengeschäft neben der Bushaltestelle haben wir zwei Flaschen Wein erstanden und ein Glas Oliven, haben uns in einer Eisdiele ein Eis gekauft und haben das im Garten unseren Hotels verspeist. Danach sind wir noch mal an den Strand gegangen. Das ist schon sehr praktisch wenn man nur 5 Minuten zum Strand zu laufen hat. Am Strand war etwas mehr los als morgens aber immer noch reichlich Platz und ich glaube da waren nur Einheimische, deutsch hat man -im Gegensatz zur Altstadt- hier nicht gehört.

Am Abend sind wir noch mal in die Altstadt gefahren uns zog es einfach dorthin. Im Bus trafen wir ein nettes Paar aus Nürnberg, sie waren auch mit dem Auto auf Jugoslawientour. Sie hatten über Airbnb ein Zimmer in der Altstadt gemietet (80 €), das Auto hatten sie auf einem Parkplatz in der Nähe unseres Hotels geparkt und nun mußten sie mit ihrem ganzen Gepäck in die Stadt fahren. Also das wäre mir zu umständlich.

Obwohl es wieder rappelvoll war war eine wunderbare Stimmung in der Stadt, wenn es dunkel wird beginnt sie erst recht zu leuchten. Wir haben es einfach genossen

   

   

   

   

es wurde langsam dunkel und Unmengen von Schwalben schwirrten über unseren Köpfen, das habe ich auch gefilmt

   

   https://www.youtube.com/embed/aaXObSjuKlc

Bei der Suche nach einem Restaurant waren wir diesmal erfolgreicher, in einer der Seitengassen der Hauptstrasse fanden wir ein nettes Lokal. Ich hatte eine Pizza und Josef Fischfilet. Beides sehr lecker und preislich in Ordnung. Danach sind wir im Dunkeln durch die immer noch vollen Gasen gebummelt als es zu tröpfeln begann und plötzlich goss es wie aus Kübeln. Wir waren gerade vor einem Gebäude mit Arkaden, dort setzen wir uns auf die Steinbänke, da war es eigentlich ganz gemütlich und wir beobachteten wie der Regen auf den Marmorboden prasselte

   

Nach einer Viertelstunde wurde der Regen weniger und wir gingen durch ein paar Seitengassen zum Ausgang.

   

   

In den 6er Bus sind wir gerade noch so reingekommen, er war gerammelt voll wie gestern.
Im Hotel setzten wir uns in den Garten, hier hatte es wohl kaum geregnet und nun war es trocken. Eine Viertelstunde später fing es auch hier zu donnern an, es regnete aber nur sanft, so setzten wir uns wieder unter die bewachsene Laube, dort blieb es trocken.

Unterkunft: wie gestern
Viele Grüße Paula


Christina

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #174 am: 05. Dezember 2018, 18:16:46 »
Die Stadtführung war sehr informativ, aber auch wieder bedrückend, wenn man die Einzelheiten zum Krieg damals hört. Offenbar war praktisch die gesamte Altstadt mehr oder weniger zerstört worden, ein Glück, dass das alles wieder aufgebaut wurde.

Sehr schöne Stimmung bei Nacht.

Aber ich finde es sehr schade, dass sich die Einheimischen keine Wohnungen mehr in der Altstadt leisten können, so etwas mag ich gar nicht und versuche solche Städte zu meiden, zumindest würde ich dort nie eine Ferienwohnung nehmen und diese Entwicklung dadurch auch noch unterstützen. Wenn die Einheimischen weg sind, schließen auch die normalen Geschäfte und es bleiben nur noch "Touriläden", ebenso bei den Restaurants, da ist man dann nur noch von Touristen umgeben.
LG Christina

Ilona

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #175 am: 06. Dezember 2018, 16:18:38 »
Zitat
Josef hatte gestern eine Stadtführung  gebucht: "Dubrovnik im Krieg"

Das hätte Heiko bestimmt auch interessiert, aber ich Geschichtsmuffel wäre so lange am Strand geblieben :zwinker:.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Susan

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #176 am: 07. Dezember 2018, 23:08:12 »
Dubrovnik ist immer wieder schön anzusehen, auch wenn es jetzt noch voller scheint.
Ich war ja vor dem Krieg einmal da, dann wieder eine Weile danach. Hätte man es uns nicht erzählt, wäre mir kaum aufgefallen, wieviel da zerstört war.

Das Wohnungsproblem kennen ja etliche beliebte Touristenstädte / -gebiete, neulich habe ich erst einen interessanten Artikel dazu gelesen. Ein schwer zu lösendes Problem, wenn ein Ort eben hauptsächlich seine Attraktivität als Reiseziel als Einnahmequelle hat  :weissnicht: Habe vor Jahren mal einen Fernsehbericht über Skye gesehen, über die Angst, dass die Insel "ausstirbt", weil es keine Arbeit gibt. Jetzt jammern alle, dass es dort zu voll ist... Sorry OT
Liebe Grüße
Susan


soenke

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #177 am: 08. Dezember 2018, 12:17:56 »
Dubrovnik bei Nacht ist wirklich sehr schön. 8)

Ach mal bisschen planschen im Meer, da hätte ich zu dieser trüben Jahreszeit jetzt auch Lust. 8)

Paula

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #178 am: 12. Dezember 2018, 09:14:48 »
19. Tag 6. Juni 2018

Heute morgen war es sehr sonnig und man musste sich unter den Sonnenschirm setzen zum Frühstück. Heute habe ich die Haferflocken mal weggelassen und habe mir statt dessen ein Stück Kirschkäsekuchen gegönnt, der wird hier in einer Guglhupfform gebacken und dazu gabs noch ein Schokoladenmuffin und etwas Obstsalat. Und dann noch was richtiges zu essen: Eier und Gemüse  ;).
Dann haben wir unsere letzten Postkarten geschrieben und haben sie beim Auschecken im Hotel abgegeben.
An der Küste entlang sind wir anschließend nach Mali Ston gefahren wo wir schon kurz nach 10 am Hotel Ostrea ankamen. Unser Zimmer im Dachgeschoß war schon fertig, ausgestattet mit historischen Möbeln, 3 Fenstern und einem schönen Bad mit Wanne. Eine Minibar um die Kaffeedosen zu kühlen gab es auch und natürlich einen Klimaanlage, die baucht man hier definitiv.

   
 
   

   

      

Mali Ston ist ein ganz kleiner Ort, wir gingen die paar Meter am Hafen entlang und entdeckten schon mal ein Restaurant für heute Abend (unter dem weißen Dach)

   

   

auf dem folgenden Bild sieht man schon mal die Hauptattraktion von Mali Ston: Die alte Stadtmauer die sich den Berg hochzieht

   

etwas außerhalb war ein schöner Kiesstrand

   

hier werden Austern gezüchtet

   

Danach gingen wir auf der Befestigungsmauer nach Ston.

   

ich hatte mich Null vorbereitet und habe erst daheim in Wikipedia nachgeschaut wo wir da eigentlich waren:

   
Zitat
An der schmalen Landenge, die Pelješac mit dem Festland verbindet, wurde schon unter römischer Herrschaft die Siedlung Stagnum errichtet. Auf dem Berg Starigrad bei Ston sind noch die Reste eines römischen Kastells erkennbar. Auch die bis heute existierenden Salzgärten entstanden schon in römischer Zeit.

Im Mittelalter kam Pelješac 1333 zur Republik Dubrovnik. In dieser Zeit wurde die heutige Stadt gegründet und befestigt. Die Salzgewinnung in der seit der Antike betriebenen großen Meerwassersaline Ston, war die Grundlage der Wirtschaft der Stadt und zeitweilig eine der bedeutendsten Einnahmequellen Dubrovniks.

Im 14. Jahrhundert wurde mit dem Bau der Befestigungsanlagen begonnen. Es entstanden drei Kastelle, die durch Mauern miteinander verbunden waren. Über 40 Türme waren Teil der ca. 5 km langen Mauer, von der bis heute noch Teile stehen. So war der Zugang zur Halbinsel Pelješac vollständig kontrollierbar. Die Gesamtanlage wurde 1506 fertiggestellt und wird als die längste Festungsmauer in Europa bezeichnet.

1996 richtet ein Erdbeben vor allem in Veliki Ston schwere Schäden an.

   

   

der Ort sah überall sehr proper aus, kann natürlich sein dass nach dem Erdbeben viel neu gemacht wurde

   

   

70 Kuna sind 10 €, das fand ich jetzt nicht gerade billig.
Tja und hier fühlte ich mich wie auf der chinesischen Mauer ;D  mit dem einzigen Unterschied dass wir da fast alleine waren, wir haben unterwegs drei, vier Leute getroffen, mehr nicht.

   

Blick nach links auf den Ort Mali Ston

   

und gerade aus auf die Burg wo der Stadtmauer beginnt. Die Burg wird gerade mit Unterstützung durch die EU renoviert und war nicht zugänglich

   

es ging immer weiter nach oben und mein Bein machte heute wieder ziemlich Probleme. Eigentlich war ein Rundweg geplant aber das war für mich heute zu viel.

   

Blick von noch weiter oben

   

und schließlich hatten wir den höchsten Punkt erreicht und konnten zum Ort Ston runtersehen

   

da steht eine tolle Burg, die sieht sehr frisch reoviert aus

   

da bin ich dann umgekehrt und langsam wieder nach unten gegangen, runter ging leider noch schlechter als rauf  >:( Josef wollte die Wanderung zu Ende gehen und wir haben ausgemacht uns an dem schönen Kiesstrand zu treffen

Es war jetzt sehr sonnig und heiß und ich legte mich unter einen Baum in den Schatten

   

zuerst war ich ganz alleine dann kamen noch zwei ältere Frauen und ein paar Kinder zum Baden, offensichtlich alles Einheimische, ich konnte es kaum glauben: keine Touristen weit und breit.

   

es war unglaublich idyllisch hier, Urlaub in Idealform  ^-^

   

später tuckerte dann ein kleines Boot mit zwei Leuten vorbei und schließlich kam auch Josef an den Strand. Er hatte unten in Ston einen Bus Chinesen getroffen  :totlach: die wollten wohl mal die europäische Version der chinesischen Mauer sehen. Einfach unglaublich wo überall in Europa man mitlerweile Chinesen trifft. Von Mali Ston hatte ich vor dem Urlaub noch nie was gehört. Zum Glück sind sie aber nicht über die Mauer zu uns runtergelaufen (jedenfalls kamen sie nicht an den Strand)
Wir haben uns hier wie zuhause gefühlt und sind mit der Decke immer dem Schatten nachgezogen, in der Sonne hat man es wirklich nicht ausgehalten. Das Wasser war zu Baden ganz herrlich und es gab wieder keinen Grund Badeshuhe zu tragen, auf den runden Kieseln konnte man roblemlos gehen.

Gegen 18 Uhr haben wir uns aufgemacht und sind mit dem Auto nach Ston gefahren, Josef hatte da ein paar Geschäfte gesehen und wir brauchten noch ein Andenken für unseren Nachbarn.
Ston ist ein sehr hübscher Ort und deutlich größer und auch touristischer als Mali Ston

   

   

   

eins der wenigen renovierungsbedürftigen Häuser

   

die nächsten beiden Fotos sind vor der Burg entstanden die man oben auf der Mauer erkennen konnte. Das Gelände um die Burg wird gerade neu angelegt

   

   

schöne Gassen

   

   

was wir uns nicht erklären konnten sind diese seltsamen Vorrichtungen an den Fenstern, das gab es an den meisten Häusern. Ob das Vorrichtungen für Fensterläden sind?  :raetsel:

   

      

auf dem Schild stand dass es sich hier um Schäden durch das Erdbeben handelt

   

Die Stadtmauer sah man praktisch von überall aus.
Restaurants und Andenkenläden gab es zuhauf, es war aber nichts passendes für unseren Nachbarn dabei. In dem Supermarkt beim Parkplatz fanden wir dann aber eine ansehnliche Flasche Schnaps

   

   

Abschiedsbild vom Parkplatz aus:

   

Der Parklatz war riesig, heute Abend waren aber fast keine anderen Touristen außer uns hier (der Bus mit den Chinesen war auch schon wieder weg  :D )

Zurück in Mali Ston war am Hafen gerade eine herrliche Stimmung

   

wir gingen in das Lokal drei Häuser neben unserem Hotel das wir mittags ausgesucht hatten (laut Tripadvisor das beste, es gab aber nur noch wenige andere). Es waren nur 2 Tische besetzt auf der großen Terrasse: Deutsche und Schweizer Touristen, die Kellner sprachen alle deutsch. Das hat uns schon gewundert denn der Kellner der uns bediente war bestimmt Ende 50. Wir haben ihn gefragt wo er so gut deutsch gelernt hat- in Kroatien in der Schule!

Zunächst kam ein Gruß aus der Küche

   

als Vorspeise hatte Josef Austern bestellt und ich Tintenfischrisotto (das hatte ich schon öfters auf der Karte gesehen und mußte ich jetzt mal probieren)

   

dazu bekamen wir beide ein Lätzchen umgebunden damit wir uns nicht mit schwarzer Farbe bekleckern  :)
die Austern waren größer und schmackhafter als in Frankreich, wer hätte das gedacht und das Risotto war sehr lecker wenn es auch grenzwertig aussieht.
Als Hauptspeise hatte ich Fischfilet bestellt und Josef ein Steak

   

beides war ausgesprochen gut. Dazu noch eine Flasche örtlichen Rotweins und 2 Tassen Kaffee machte insgesamt 700 Kuna, unser teuerstes Essen im Urlaub. Hier mußte man auch für das Gedeck bezahlen (12 Kuna) das kannte ich bisher nur aus Italien. Mit der Rechnung bekamen wir ein großes Glas Travarica eine Art Grappa mit Kräutern,die örtliche Spezialität, danach waren wir knülle. Heute gab es dann keinen Wein mehr im Hotel

Unterkunft: Hotel Ostrea, Mali Ston, 102 € gebucht bei booking.com

die heutige Route:

   
Viele Grüße Paula


Silvia

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Re: Drei Wochen in Ex-Jugoslawien
« Antwort #179 am: 12. Dezember 2018, 09:36:47 »
Ein schönes Fleckchen  :thumb:   Da hätte es mir auch gefallen