Autor Thema: Reiseführer noch zeitgemäß?  (Gelesen 2578 mal)

Birgit

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Reiseführer noch zeitgemäß?
« am: 23. April 2019, 08:02:56 »
Ich habe gerade mal so nachgedacht: Meine Regalwand im Wohnzimmer ist voll von Reiseführern. Ich brauche die irgendwie für mein Wohlbefinden. Andere haben Souvenirs auf jedem Tisch und in jeder Ecke stehen. Bei mir weiten die vielen Reiseführer den Blick für die weite Welt.

Aber im Laufe der letzten Jahre habe ich gemerkt, dass die Rolle der Reiseführer sich verändert. Ich nutze sie in erster Linie zum Appetitholen und für den Überblick, während ich sie früher zur konkreten Planung genommen habe.

Demnach nehme ich nun auch kaum noch Reiseführer mit auf Reisen: Den einen oder anderen als E-Book, ansonsten nutze ich auch unterwegs eher die Websites der einzelnen Ziele / Sehenswürdigkeiten... Ich brauche eben nicht mehr über 1 kg Lonely Planet Indien, wenn ich letztlich für den Überblick vor Ort hieraus nur 30 Seiten brauche.

Und da sich das verändert hat, wähle ich bei Reiseführern nun auch anders aus. Neben mir liegt derzeit der fette Baedeker für Sizilien, den ich früher abgelehnt habe als Reiseführer für Kulturschnepfen auf Gruppenreise. Nachdem die ihr Design verändert haben, finde ich den aber toll und informativ und fasse ihn ohne diese fiese Plastikhülle gerne an.

Weg von den praktischen Infos über Öffnungszeiten und 5 Hotelvorschlägen vor Ort. Hin zu inhaltlicher Information, was es zu sehen gibt.

Habt ihr auch  festgestellt, dass die Rolle von Reiseführern sich für euch verändert?


www.331days.de

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Susan

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Re: Reiseführer noch zeitgemäß?
« Antwort #1 am: 23. April 2019, 11:21:18 »
Mir gehts da ähnlich. Ich mag meine gesammelten Reiseführer und blättere gern immer mal wieder in ihnen. Doch zur konkreten Planung nutze ich eher die Möglichkeiten im Internet: Websites der Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte etc; Reiseberichte, -foren und -blogs. Die gesammelten Infos kommen dann als PDF mit auf Tour. Selbst unser Campingplatzführer ist mittlerweile 5 7 Jahre alt und dient nur als Backup.

In den letzten Jahren habe ich mir auch eher Wanderführer oder Fotoreiseführer - ala Photographing XY - zugelegt als die typischen Angucken-Essen-Übernachten-Teile.  ;)
Liebe Grüße
Susan


Christina

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Re: Reiseführer noch zeitgemäß?
« Antwort #2 am: 23. April 2019, 18:03:45 »
Ich bin da noch etwas altmodischer, geändert hat sich bei mir nur, dass ich alte Reiseführer schneller entsorge, die ich früher viele Jahre aufgehoben habe, um etwas zur Hand zur haben, wenn man nachschauen wollte, wann z.B. die ideale Reisezeit für das Ziel ist, ob geeignet für eine Rundreise oder eher Standortreise oder ähnliches. Das kann ich nun jederzeit übers Internet feststellen.

Daher kaufe ich Reiseführer nur noch und erst, wenn eine Reise tatsächlich gebucht ist. Ich informiere mich dann natürlich auch übers Internet, lese Reiseberichte, Blogs usw. daraus schreibe ich mir alles interessante raus. Dann lese ich den Reiseführer (ich kaufe nur einen) und vergleiche meine Notizen damit. Alles was nicht im Reiseführer drin ist und mir kurz vor Reisebeginn noch wichtig und interessant erscheint, ergänze ich dann mit Post-its im Reiseführer oder in meinem Notizblock. Elektronisch im Urlaub dabei habe ich nur das Auto- und Wandernavi. Und vor Ort schaue ich, wenn W-Lan vorhanden, mal nach Wetter, Öffnungszeiten und was sonst noch spontan auftritt. Reiseführer, eventl. Wanderführer und das Notizheft nehme ich in Papierform mit.
LG Christina

Silv

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Re: Reiseführer noch zeitgemäß?
« Antwort #3 am: 24. April 2019, 07:18:00 »
Mir geht es wie Christina. Ich informiere mich vor der Reise zusätzlich im Internet, aber ein Reiseführer muss mit. Gerade jetzt, wo wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, habe ich gerne Reiseführer speziell für Wohnmobilreisen dabei. Hier stehen einfach viele Tipps drin, u.a. für Parkplätze.

Ich lese auch noch lieber ein Buch in Papierform als ein E-Book  ;)
Liebe Grüße
Silvia

Horst

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Re: Reiseführer noch zeitgemäß?
« Antwort #4 am: 26. April 2019, 18:33:02 »
Ich kaufe immer noch Reiseführer aber nicht mehr ganz so viele wie früher. Vor dem Internet habe ich fast alles (auch englischsprachig) gekauft was nicht bei 3 auf dem Baum war. Heute kaufe ich für ein neues Reiseland 3-4 Reiseführer (davon meist 1-2 zum Wandern) und natürlich ein paar Landkarten und gut ist.
Pflichtkauf ist inzwischen der Michael-Müller der für viele Länder am gehaltvollsten ist und der Vis-A-Vis wegen den hübschen Fotos zum anfixen für eine Reise.
Dann wird im Web recherchiert und gezielt Infos ausgedruckt und mitgenommen.
"Die Wirklichkeit übertrifft die Erwartungen unserer Träume bei weitem." Christoph Columbus

Shadra

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Re: Reiseführer noch zeitgemäß?
« Antwort #5 am: 27. April 2019, 00:43:20 »
Ich muss gestehen, mit E-Books konnte ich mich bis heute noch nicht anfreunden. Man kann keine Marker einkleben, nichts markieren und irgendwie hat man nichts in der Hand ...

Ansonsten bin ich immer noch Fan von Reiseführer. Momentan wurschtel ich mich durch 3 Stück parallel zum Internet durch und versuche unseren nächsten Urlaub mehr oder weniger grob zu planen.

Da wir die letzten Jahre unseren Urlaub auf ziemlich kleinen Inseln verbracht haben, waren hier die Reiseführer nicht so ausschlaggebend, sondern mehr ein nettes Hilfsmittel für die Übersicht. Da wäre es nicht schlimm gewesen, wenn man etwas verpasst hätte, da man dann einfach am nächsten Tag nochmal hinfahren hätte können.

Aber ich möchte auf keinen Fall darauf verzichten! Natürlich findet man alles (oder zumindest das Meiste) im Netz, aber ich mag es, in den Büchern zu stöbern oder Anregungen und Ideen zu holen, die man so auf die schnelle im Netz vielleicht nicht gefunden hätte.

Eine Karte ist bei mir auch grundsätzlich ein Muss! Egal, ob mit Navi oder Google Maps - eine Karte auf Papier muss dabei sein. Und das dann auch noch möglichst in einem Maßstab, auf welchem man auch etwas erkennen kann!

Bisher waren Baedeker und der Rother Wanderführer meine heimlichen Favoriten, aber inzwischen musste ich den Rother von der Liste streichen, da wir festgestellt haben, dass wir für die dort angegebenen Zeitangaben wohl viel zu langsam unterwegs sind (OK - das könnte man noch ausgleichen, in dem man die angegebenen Zeiten einfach ignoriert oder nochmal 1/3 aufschlägt - aber leider sind die meisten Wanderungen für uns inzwischen einfach zu lang  ???

Was ich mich nur manchmal frage wenn ich nach Reiseführer ausschau halte - wenn dieser schon 3 Jahre alt ist - wieviel davon ist zwischenzeitlich schon nicht mehr gültig? Nützt er mir überhaupt noch etwas oder sind die Angaben schon lange nicht mehr aktuell?
Achtet ihr beim Kauf darauf und wie "alt" darfs dann sein?
Schöne Grüße
Nele

Manche Menschen schwimmen mit dem Strom. Andere schwimmen gegen den Strom. Und ich steh hier mitten im Wald und find den blöden Fluss nicht!

Christina

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Re: Reiseführer noch zeitgemäß?
« Antwort #6 am: 29. April 2019, 17:58:26 »
Eine Papierkarte habe ich auch immer dabei, da hat man, wenn man morgens oder abends die Feinplanung für den (kommenden) Tag macht, den besten Überblick. Oder auch für zwischendrin, bei unvorhergesehener Planänderung, kann man gut schauen, was noch in der Nähe liegt.

Was die Dauer der Wanderungen im Rother Wanderführer angeht: wir haben auch fast immer den Rother, 2017 für die Provence habe ich ausnahmsweise mal den Wanderführer aus dem Micheal Müller Verlag gekauft, weil beim Rother die Kritik hinsichtlich falscher Wegführung so heftig war. Den richtigen Weg zu finden, war mit dem Müller kein Problem, aber die Zeitangaben waren so extrem daneben, da müsste man Extremsportler sein, um die Angaben auch nur annährend einzuhalten. Beim Rother passt bei uns die Zeitangabe meist, es ist ja die reine Gehzeit, also Pausen muss man noch dazurechnen. Was die Länge angeht, kommt es sehr auf das Wandergebiet an. Ich finde aber, dass es doch meist eine ganz gute Mischung aus langen und kurzen Wanderungen ist.

Die Aktualität ist mir ziemlich wichtig, da sich doch immer sehr viel ändert. Für den anstehenden Azorenurlaub habe ich extra bis Ende März gewartet, bis der neue Reiseführer herauskam (obwohl ich es nach der Flugbuchung Mitte Februar kaum erwarten konnte, darin zu lesen ;D). Wobei bei den Wanderführern die Aktualität deutlich wichtiger ist, als bei den allgemeinen Reiseführern.

Mein Favorit bei den Reiseführern ist eigentlich der Michelin. Den gibt es auf Deutsch aber leider nur für Frankreich. Dabei gefällt mir gut, dass die Orte/Sehenswürdigkeiten innerhalb eine Region  mit Sternen bewertet werden, da man ja sowieso nie genügend Zeit für alles hat, kann man damit eine gute Vorauswahl treffen, außerdem gibt es für jeden Ort Infos zu (kostenlosen) Parkmöglichkeiten, der ungefähren Dauer einer Besichtigung und einen Vorschlag für einen Rundgang.

Ansonsten kaufe ich meist, wie Horst, den Michael Müller Reiseführer, da er sehr detailliert ist. Total begeistert war ich vom Hamburg Reiseführer aus dieser Reihe.

LG Christina