Autor Thema: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes  (Gelesen 17859 mal)

Paula

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #30 am: 29. Juli 2019, 18:40:17 »

Hätte ich gar nicht gedacht, dass das Essen in Griechenland nicht gut ist/war. Klar, es kann immer mal einen Fehlgriff geben, aber das griechischen Essen, das es hier in Deutschland in den Restaurants gibt, ist doch immer recht lecker.

Wir haben damals ein deutsches Paar besucht das nach Griechenland ausgewandert war, die hatten die gleiche schlechte Erfahrung mit dem Essen gemacht. Hier in München haben wir auch einen guten Griechen in der Nähe, wir haben den Unterschied auch nicht verstanden.

An Gebirgsstrecken kann ich mich gar nicht mehr erinnern, in Sparta waren wir aber auch nicht, so eine Gebirgsgegend wo man wandern kann wäre für uns ja eigentlich ein Top-Ziel, vielleicht haben wir damals versäumt einen Wanderführer zu besorgen, wir waren mehr an geschichtlich bekannten Orten.
Was ich noch gut weiß ist dass das Autofahren null Problem war weil überhaupt kein Verkehr war. Unser Navi kannte in Griechenland nur die ganz großen Straßen so dass gar keine Gefahr bestand in enge Gassen zu geraten, also das Fahren war echt easy damals, das hatten wir schwieriger erwartet.
Viele Grüße Paula

serendipity

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #31 am: 01. August 2019, 14:39:04 »
Eine tolle Strecke, die hätte mir auch gefallen.

Auf Rhodos war das Essen durchweg gut.

Susan

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #32 am: 02. August 2019, 00:07:54 »
1. Juni   Byzantinische Festungsstadt Mystras

Die Sonne lacht vom Himmel, es ist schön griechisch warm, der Pool lockt.  8) Doch wir sind ja nicht zum Baden hergekommen, sondern um ein UNESCO Welterbe zu sehen. Außerdem soll man ja nach dem Essen (= üppiges Frühstück) nicht schwimmen.

Kersten fragt noch, ob er den Roller runterschnallen soll. Nö, irgendwo habe ich gelesen, dass es nur 800 m Fußweg sind. Leider war damit wohl der neuzeitliche Ort gemeint, nicht der alte.  Wir dürfen noch rund 1200 m weiter marschieren und das bergauf!  :girly:

Wir besuchen die Überreste einer byzantinischen Festungsstadt. Byzanz = Konstantinopel = Istanbul das weiß ich, genaueres musste ich erstmal nachlesen.
 :read2:
Das byzantinische Reich entstand quasi aus der Osthälfte des römischen Reichs und bestand vom etwa 6. Jhd. an bis 1453 die Osmanen übernahmen. Nach dem 4. Kreuzzug 1202 gründeten Kreuzritter die Höhenfestung Mystras, unterhalb zogen Siedler ein und es entstand eine blühende Stadt mit mehreren tausend Einwohnern. Nach wechselvoller Geschichte war sie jedoch 1825 weitgehend zerstört, die Griechen bauten stattdessen Sparta wieder auf (das liegt ebener).

Wir betreten die Ruinenstadt durch das untere Tor. Eintritt kostet 12 Euro pP Damit wir uns zurechtfinden,  bekommen wir einen Plan. Mit dem konnte ich nun auch die Fotos halbwegs richtig zuordnen (hoffentlich). Unterwegs im Gelände gibt es viele Erklärungstafeln (griechisch und englisch), die helfen sich ein Bild von der damaligen Stadt zu machen.

Unteres Tor heißt, dass auch die Besichtigungsrunde erstmal bergan weiter geht  ::)



Auffällig schon auf dem Plan: bestens erhalten sind Kirchen, Klöster und der Palast.  ;) Sei es aus Respekt, sei es, weil die Mönche die letzten waren, die gegangen sind. So kommen wir vom unteren Tor ziemlich als erstes gleich zur Hauptkirche von Mystras, der Metropolis Kirche Agios Dimitrios. Sie ist gleichzeitig die älteste Kirche im Ort.


Gasse zur Metropolis Kirche

Da die Stadt am Hang gebaut war, gab es hauptsächlich gepflasterte Gassen mit Stufen. Die Nutzung von Wagen, Karren oder ähnlichem war in der Festungsstadt nicht vorgesehen.


Metropolis von etwas weiter oben
Leider haben wir es versäumt, das Gebäude auch von innen zu besichtigen. Es soll einen netten Innenhof und einige Deckengemälde zu sehen geben.

Die Byzantiner mochten Bögen und Arkarden. Ganz in römischer Tradition gab es unter selbigen wohl Geschäfte und Werkstätten. Das ist ja auch heute noch hier und da beliebt.  ;)



Ich mag solche Ausflüge in die Geschichte und die Vorstellung, dass zum Beispiel hier unter der Arkade der In-Laden für Togas gewesen ist.  ;D Und schon kommt die nächste Kirche...


Evangelistria

das hat nichts mit evangelisch oder katholisch zu tun, sondern mit dem altgriechischem Wort evangelium = frohe Botschaft ein wenig merkwürdig erscheint mir da die Theorie, dass es sich um eine Friedhofskapelle handeln soll



Kurz danach: die Anlage vom Brontochion Kloster, dem wohlhabendsten und mächtigsten in Mystra. Zu jener Zeit war es recht ungewöhnlich, Kloster in der Stadt zu haben. Meist zogen sich die Mönche eher in die Einsamkeit zurück. Das Brontochion war eine kleine Stadt in der Stadt, zwei Kirchen und etliche Wirtschaftsgebäude. Vermutlich hatte es auch eine große Bibliothek.


die Hauptkirche des Kloster Agioi Theodoroi
gebaut im späten 13. Jhd.



Die zweite Kirche des Komplexes


Hodegetria

Deckenmalereien dort





Es geht weiter bergauf durch die Gassen


Monemvassia Gate
mit Blick hinunter nach Sparta






Ruinen der "normalen" Häuser

Wir kommen zum Despoten-Palast



Er besteht aus Gebäuden aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Dort residierte gewöhnlich der zweite Sohn der byzantinischen Kaiser. Der große freie Platz davor wurde für die unterschiedlichsten Zusammenkünfte genutzt. Zum Palast haben wir keinen Zugang gefunden (jedoch nicht gerade intensiv gesucht  ;) )

Waren wir bisher relativ allein im Gelände, kommen uns nun einige Gruppen entgegen. Einige griechische Schüler, die etliches Lehrsames über  sich ergehen lassen müssen  ;) und ein Haufen älterer Amerikaner, brav alle mit Namensschild um den Hals hängend  ;D Wir treffen Marty und Mary sowie John und Jane Smith (nein, nicht die aus dem Film Mr.&Mrs.Smith).

Kurze Verschnaufspause...

Liebe Grüße
Susan

Susan

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #33 am: 02. August 2019, 01:01:53 »
Mystras - es geht weiter


Und zwar immer noch bergauf  ::)



Eine weitere Kirche


Agia Sophia

ursprünglich eine Klosterkirche, wurde dann als Palastkapelle benutzt. Innen soll es viele Skulpturen zu sehen geben, war aber leider geschlossen.
Ein Treppchen weiter noch und wir erreichen das obere Tor




Blick auf die Bergkette und den Schneeresten darauf


ein Häuschen im Grünen
mit freiem Blick auf die umliegenden Hügel

Vom oberen Tor wären es noch knapp ein Kilometer und weitere Höhenmeter hinauf bis zur Burg auf dem Berg. Wegen der Schnappatmung verzichten wir dankend.  :girly:

In einer Runde geht es wieder zurück zum unteren Tor. Die Bilder gleichen sich...



Uns läuft noch das Kloster Pantanassa über den Weg, das immer noch aktiv bewohnt wird. Und zwar seit dem 19. Jahrhundert von Nonnen. Merkt man gleich an den vielen Blumen drumherum.  ;)

 

Pantanassa ist übrigens ein griechisch orthodoxer Beiname der Maria. Ihr ist das Kloster geweiht.







Das Ausmaß des Gebäudes sieht man von unten etwas besser.



Es gäbe noch ein weiteres interessantes Kloster (und Kirchenreste) zu besichtigen, doch wir haben wenig Lust und Kaffeedurst. Auf unserem Marsch hinauf haben wir ein nettes Caferestaurant mit Ausblick gesehen, das Cafe Xenia. Dort kehren wir dann ein; auf Nusskuchen, Frappe für den Gatten und einen leckeren Pfirsich-Smoothie für mich.

Nach all den Bildern der alten Stadt hier auch ein paar vom neuen Ort




Kirche mit sehr weit vorgehender Kirchenuhr





In Ortsnähe gibt es wohl noch weitere Wanderungen, z.B. in eine Schlucht mit Felsenkirche. Wir haben den Rest des Tages aber lieber wieder am Pool relaxed.  :floet:








Liebe Grüße
Susan

Christina

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #34 am: 02. August 2019, 17:56:34 »
Mystras gefällt mir gut, ist aber doch ziemlich groß und mit erstaunlich vielen Kirchen und Klöstern, da hätte es mir nach ein paar Stunden auf jeden Fall auch gereicht, gut, dass euer Campingplatz einen Pool hatte.

LG Christina

Paula

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #35 am: 02. August 2019, 20:49:17 »
Also im Mystras waren wir damals auch nicht, scheint so dass wir ziemlich viel von Griechenland nicht gesehen haben  :denk:
Viele Grüße Paula

serendipity

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #36 am: 02. August 2019, 23:02:38 »
Mystras gefällt mir ausnehmend gut - wie lange wart ihr ungefähr zu Fuß unterwegs?

Ilona

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #37 am: 04. August 2019, 13:38:18 »
Warum müssen die alten Klosterruinen immer so weit oben sein  :schwitz: !? Nächstes Mal fahren wir doch lieber mit dem Roller  :cool2:.

Ich dachte immer, dass das Essen in Griechenland gut schmeckt :gruebel:. Hierzulande bekommt man ja meist so ein ungewürztes, trockenes Schweinesteak vom Grill mit einem neutral schmeckenden Bauernsalat. Das Beste an Gyros ist meist nur das Tsaziki und deshalb gehen wir äußerst selten zum Griechen essen.

Wenn das Essen im Lande aber auch keine Geschmacksexplosion ist, dann wird Griechenland auf der Liste nicht nach oben rücken  :weissnicht:.
Liebe Grüße

Ilona

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Susan

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #38 am: 05. August 2019, 00:02:49 »
Also im Mystras waren wir damals auch nicht, scheint so dass wir ziemlich viel von Griechenland nicht gesehen haben  :denk:

Es gibt da ja einige Routen und die bekannteren historischen Ziele wie Olympia, Korinth, Delfi und so liegen etwas weiter nördlich. Wir haben auch noch nicht alles von Griechenland gesehen trotz mittlerweile sechs Reisen dorthin.

Mystras gefällt mir ausnehmend gut - wie lange wart ihr ungefähr zu Fuß unterwegs?

In der Ruinenstadt selbst sind wir ungefähr drei Stunden lang rumgelaufen.

Damals zu den Zeiten, als man sich in Griechenland das Essen noch aus der Warmhaltetheke aussuchen musste, war es kulinarisch gewiss kein Höhepunkt.  ::) Vor zwölf Jahren noch gab es äußerst selten in den Restaurants dort Gyros oder Souflaki; das zählte wohl eher als Snack denn als Menu  :weissnicht: Üppige Erfahrungen kann ich nicht liefern; schätze mal, hier wie dort (und überall) kann man Glück haben oder auch nicht.
Liebe Grüße
Susan

Susan

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #39 am: 05. August 2019, 01:41:24 »
2. bis 5. Juni  Gythion Bay

Auch der Sonntag beschert uns wieder strahlenden Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. Ein bisschen ärgerlich: "Sonntags gibt es kein Brot!" Das ist das allererste Mal, dass wir in Südeuropa so etwas hören.  :o Es ist auch das einzige Mal, dass es tatsächlich sonntags keins zu kaufen gibt. Für den ersten kleinen Hunger haben wir glücklicherweise noch einen Rest, den wir aufbraten.

Heute geht es südlich wieder Richtung Meer. Sparta sieht ziemlich unbelebt aus, da sparen wir uns Stopps. Rechts habe ich dann ein paar nette Ausblicke auf das Taygetos.




und als Panorama

Nach einer guten Stunde erreichen wir den lakonischen Golf und die Stadt Gythion.
"Spartanisch" ist ja auf die genügsame und strenge Lebensweise der Spartaner zurückzuführen. Nun will ich natürlich auch wissen, ob das mit dem Wort "lakonisch" und den Lakoniern ähnlich ist.  8) Yepp, ist es:  diese waren bekannt dafür, wortkarg zu sein und sich knapp, aber treffend auszudrücken.  So sandte der Legende nach der Vater von Alexander, des Großen, den Lakoniern die Drohung "Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen werden." Lakonische Antwort: "Wenn."    :))

Wir fahren noch eine Ecke weiter zum Strand von Mavrovouni und schlagen für vier Nächte unser Quartier auf dem Campingplatz Gythion Bay auf. Auch hier ist schon mehr los als Anfang des Urlaubs. Wir finden noch ein schönes schattiges Plätzchen.
Die heutige Fahrtstrecke:



Der Campingplatz hat eine nette Poolanlage, die gut besucht ist, denn hier weht wieder eine ordentliche Brise. Dort gibt es auch ein Restaurant (nicht getestet), einen Minimarkt, der noch nicht geöffnet ist (Brot können wir an der Rezeption bestellen) und eine Bar.



Dort nehmen wir unseren Ouzo-Aperitif. Der wird hier in der Regel ähnlich wie in Frankreich der Pastis serviert: ungekühlt und im größeren Glas. Yamas!

Auch uns lockt der Strand nicht unbedingt zum Baden, aber zum Spazierengehen.





Und mit dem Roller sind wir auch schnell mal in der Stadt Gythion. Wir halten am Hafen und drehen eine kleine Runde zu Fuß.





Früher hingen hier immer Oktopusse auf der Leine zum Trocknen. Schien immer wie eine Spezialität des Ortes. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. :(



Ich kann mich auch gar nicht erinnern, ob es beim letzten Besuch hier schon den großen Fähranleger gab  :gruebel: Zumindest haben wir von dem aus gute Aussichten auf den Ort.





Gythion hat auch eine alte Geschichte, so war es einst in der Antike der Haupthafen vom Sparta. Auch zu römischen Zeiten blüte die Hafenstadt. Nahezu alle baulichen Zeugnisse der Zeit sind allerdings bei einem Erdbeben im 4 Jhd. im Meer versunken. Es gibt noch die Ruinen eines kleinen römischen Theaters, die wir aber nicht besucht haben.







Auf der anderen Seite der Mole: der Leuchtturm.



Und wir finden eine Meerjungfrau  ;)



Auf der Suche nach einem Fleischer bummeln wir durch die Gassen. Geht natürlich wieder leicht bergauf. Wie öfter in den südlichen Ländern liegt Verfallenes und nett Restauriertes dicht beieinander.




Wieso zeigen die Turmuhren verschiedene Zeiten? Und keine stimmt...  :raetsel:

Ein Blick auf das Inselchen Marathonisi mit der Petrus-Kapelle und dem Leuchtturm, sowie die Ostküste des Golfes.



Über einen Damm käme man auch auf die Insel, das haben wir leider versäumt.

Auf gewohnte Weise finden wir tatsächlich eine Fleischerei. Ich hätte gern Hähnchenbrust für Penne Alfredo, doch der Herr des Hauses versteht nur die erste Hälfte und kommt mit Keulen bzw. Hühnerbeinen an. Ich nehme dann diese, weil ich nicht wollte, das irgendeine Zeichensprache womöglich missverstanden wird  ;D War dann eine ziemlich chirurgische Arbeit, die Beine in Geschnetzeltes zu zerlegen  ::)

Wir rollern dann noch ans Ende der Hafenpromenade, dort soll es einen Supermarkt geben. Wir finden Salat-Zutaten und griechischen Wein; Hähnchenbrust hätte ich da auch nicht bekommen.

Unterwegs: ein schickes, aber ziemlich schmales Hotel



Und der Ort von dem Ende aus.



Fortsetzung folgt

Liebe Grüße
Susan

Christina

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #40 am: 05. August 2019, 17:45:22 »
Gythion Bay, der Ort und auch der Strand, sowie die kleine Insel sehen richtig schön postkartenmässig aus. War das Meer zu kalt zum baden, denn der Strand sieht irgendwie richtig einladend aus?

Das mit der Brust vom Huhn hättest du mal den Gatten machen lassen sollen, da wäre es wohl nicht zu Missverständnissen gekommen  :totlach:

Das schmale Hotel ist witzig, aber eigentlich will ja sowieso niemand ein Zimmer hinten raus, da kann man sich die Baukosten dafür gleich sparen - "alle Zimmer haben Meerblick"  :))

Spartanisch und lakonisch, man nutzt es und denkt gar nicht mehr darüber nach, woher die Worte eigentlich kommen.
LG Christina

Susan

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #41 am: 05. August 2019, 23:24:37 »
Allzu kalt war das Wasser eigentlich nicht, jedenfalls nicht, als ich drin rumgewatet bin. Es pfiff aber ein ordentlicher Wind  :windig: der Baden dort ungemütlich erscheinen ließ.
Bei schwierigeren Einkäufen als Steak, Hack und Brot lässt der Gatte gern mir den Vortritt  ::)

Weiter geht's

Ausflug zur Mani

Mani bezeichnet die Halbinsel zwischen messenischem und lakonischem Golf, oft auch als "Mittelfinger" der Peloponnes bezeichnet. Der Landstrich ist geprägt vom Gebirge und galt bis ins 20. Jahrhundert als unwegsam. Er war ideal als Rückzugsort für Piraten und Menschen auf der Flucht vor fremden Eroberern. Die Bewohner waren organisiert in Familienclans, die sich Jahrhunderte lang heftige Blutrachefehden lieferten. Oft dauerten diese mehrere Jahre und endeten mit hunderten von Toten. Darum wohnten die Clans in stark befestigten Wohntürmen, von denen man heute noch einige sehen kann.

Weil es dort sehr wenige Campingplätze gibt und ich die aktuelle Straßenlage nicht recherchiert hatte, wollte ich eigentlich die Mani diesmal auslassen. Von Mavrovouni aus können wir jedoch zumindest  zwei Ziele mit dem Roller anfahren. Dazu geht’s quasi einmal quer über den Finger, auf einer guten Bergstraße einen Pass hinauf und wieder hinunter.

Unser erstes Ziel ist die Tropfsteinhöhle Glyfada bei Pyrgos Dirou. Mit 15,6 km erforschten Höhlensystems ist sie die größte in Griechenland und eine der größten Europas. Sie wurde 1923 von Dorfbewohnern entdeckt und ab 1949 erforscht. Besichtigen kann man nur einen kleinen Teil davon. Wir zahlen 13 Euro Eintritt pP und werden dafür rund 25 Minuten mit dem Flachboot durch die Höhle gestakt. Da wir nur zu zweit sind, können wir gleich in einen Kahn einsteigen und haben uns so an den Busladungen Kreuzfahrer vorbei gemogelt  8)







Viel erzählt unser Führer nicht und das Wenige nur auf Griechisch. Netterweise übersetzen zwei unserer Mitfahrer uns das ins Deutsche. Daher kann ich nur wenig Informationen zu den Bildern liefern.







Meist gleiten wir über ziemlich flaches Wasser, es gibt aber auch tiefe Stellen bis 30 m, so ich micht recht erinnere. Im nicht touristischen Teil erreichte ein Höhlentaucher Tiefen bis zu 78 m.


Bluttropfenkammer oder so ähnlich  :gruebel:





Nach einer Weile kommen wir uns vor wie im Labyrinth. Und manche Durchfahrten scheinen so eng, dass wir unwillkürlich die Köpfe einziehen.





Wir legen an anderer Stelle an, von dort führt uns ein kurzer Fußweg wieder ans Tageslicht. Hier können wir die Tropfsteingebilde etwas näher betrachten.








es tröpfelt







Die Glyfada Höhle ist eine der interessantesten, die wir je besichtigt haben. Besonders Spaß macht natürlich die Bootsfahrt.  8) Über einen Küstenweg oberhalb der Bucht von  von Dirou kommen wir zurück zum Höhleneingang. Dort gibt es auch eine Cafeteria, in der wir uns mit einem Frappe stärken. Jetzt holen uns langsam auch die Kreuzfahrer ein  ;)

Blick auf die Bucht mit zwei Kiesstränden, einer Kapelle und einer Bauruine unbestimmten Zweckes.



Der griechische Kampf um die Unabhängigkeit  von der türkischen Herrschaft begann 1821 auf der Mani. Unter anderen erinnert dieses Denkmal an die Kämpfe.



Im Juni 1826 versuchten die Truppen des Ibrahim Pascha am Strand von Dirou zu landen und den Freiheitskämpfern in den Rücken zu fallen. Doch sie trafen auf die entschlossen Frauen der Mani, die herbeieilten um die Attacke zurückzuschlagen, nur mit Sensen und Steinen bewaffnet.

Auf der Rückfahrt halten wir in Areopoli, dem Hauptort der Mani, benannt nach dem Kriegsgott Ares. Hier startete im März 1821 der Freiheitskämpfer Petros Mavromichalis zusammen mit anderen Manioten dem Kampf für eine unabhängige griechische Republik.


sein Denkmal auf dem Marktplatz

Hier oben auf 255 m Höhe ist es leider ziemlich bewölkt. So wirkt der Bummel durch den denkmalgeschützten Ort etwas trist. Während anderswo in Südeuropa in ähnlich alten Orten die Gemäuer Kräuter-, Tonwaren-, Schnickschnack- oder sonstige Lädchen beherbergen, scheint es hier nur Kneipen zu geben. Und wieder keine Eisdiele  ;)

 


ein kleiner Wohnturm


Turm der Agios Taxiarchos
hier hissten die Manioten Freiheitskämpfer die Fahne mit der Losung "Sieg oder Tod"


Panagia Kirche

Es schaut immer mehr nach Gewitter aus, also sehen wir zu, dass wir wieder zum Campingplatz kommen. Dort auf der anderen Bergseite scheint auch wieder die Sonne  ;D


Liebe Grüße
Susan

Susan

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #42 am: 06. August 2019, 00:33:41 »
Gythion Bay - "Shipwreck Beach"

Ein zweiter Rollerausflug führt uns zum Strand von Valtaki, der einen ungewöhnlichen Blickfang bietet.

Im Dezember 1980 lief der Frachter Dimitrios in den Hafen von Gythion ein, weil der Kapitän schwer erkrankt war und ärztliche Versorgung brauchte. Das Schiff war in erbärmlichem Zustand,  die Crew hatte kein Geld für die Hafengebühr. Da es zudem angeblich ein Schmuggelschiff war, beschlagnahmte es die Hafenpolizei, schleppte es aus dem Hafen und ließ es in der Bucht ankern.  Ein schwerer Sturm riss den Frachter von der Ankerkette und trieb ihn 5 km nördlich an den Strand. Dort rostet er nun vor sich hin.



Wrack von allen Seiten  ;)







Der Strand selber hat schönen Sand, nur der Einstieg ins Meer über die Felsplatten ist etwas schwierig. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt mit einem großen Strandrestaurant. Dort können wir gemütlich sitzen, doch die Preise sind ziemlich happig. 



Trotzdem ein schöner entspannter Nachmittag  8)  Noch einen Blick zurück



Der Parkplatz zum Strand ist übrigens einer der Stellen, an denen das Freistehen bzw. Wildcampen toleriert wird. Und so stehen dort auch einige Wohnmobile und -wagen.  Einmal mehr erschließt sich uns nicht der Charme dieser Art des Campens  :raetsel: Die stehen hier dichter beieinander als wir auf dem Campingplatz, Meerblick hat so richtig auch keiner, kein ordentliches Klo (es sei denn die belästigen das Restaurant), (Kalt) Duschen an der Strandbrause... Da zahle ich doch lieber 20 Euro die Nacht.  ::)


Liebe Grüße
Susan

Silv

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #43 am: 06. August 2019, 13:28:01 »
Mit dem Boot durch die Tropfsteinhöhle stelle ich mir auch schön vor. :)

Das Schiffswrack ist aber echt ein schönes Fotomotiv!

Auf deinen Fotos sehe ich wenig Menschen - war da allgemein nicht viel los?
Liebe Grüße
Silvia

Christina

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #44 am: 06. August 2019, 17:42:39 »
Mal was anderes, mit dem Boot durch die Tropfsteinhöhle, ich kenne es nur als Kombination zu Fuß und kleines Stückchen mit einem Boot. Etwas störend sind diese orangenen Teile im Wasser, vermutlich Rettungsinseln, aber sonst sehr beeindruckend.

Das Schiffswrack ist klasse!
LG Christina