Autor Thema: Mal wieder in den Flieger  (Gelesen 382 mal)

Silke

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Re: Mal wieder in den Flieger
« Antwort #15 am: 27. September 2019, 21:55:25 »
Naja, TC hat aber auch 5 bis 6 mal so viel Umsatz wie Condor. Demzufolge könnte bei einer Condorpleite die Summe reichen.

Silke

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Re: Mal wieder in den Flieger
« Antwort #16 am: 28. September 2019, 06:39:57 »
Falls Jemand bei FB ist: in der Gruppe von Heinz Reinke (den viele aus dem USA Forum noch kennen dürften) wird das Thema auch grade diskutiert.

Rainer

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Re: Mal wieder in den Flieger
« Antwort #17 am: 28. September 2019, 11:09:24 »
Naja, TC hat aber auch 5 bis 6 mal so viel Umsatz wie Condor. Demzufolge könnte bei einer Condorpleite die Summe reichen.

Das sehe ich auch so, mit Thomas Cook ist natürlich ein gigantischer Schaden entstanden. Ich kann meine Buchung eh nicht mehr ändern und würde aber auch neu buchen, immerhin soll Condor ja 380 Mio Kredit bekommen, das ist richtg Holz. Und wenn man bei Expedia wirklich eine valide Versicherung bekommt, reicht die mit Sicherheit auch aus, Condor ist nur ein Bruchteil von Thomas Cook.

Rainer

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Re: Mal wieder in den Flieger
« Antwort #18 am: 28. September 2019, 13:28:16 »
Interessantes Statement von Hermann-Josef Tenhagen (Wirtschaftsjournalist):

"Es gibt für jeden Geld zurück und es gibt auch den ganzen Reisepreis zunächst einmal zurück. Das ist im Gesetz eindeutig so geregelt. Das Problem, dass das Geld, das der Versicherer zur Verfügung stellt, womöglich am Ende nicht reichen sollte, muss jetzt nicht der Kunde lösen, das muss der Versicherer am Schluß lösen".

Wie auch immer so eine Lösung aussehen mag, aber wenn das stimmt, ist die Aussage deutlich: kompletter Buchungspreis zurück. Ohne wenn und aber. Macht ja auch Sinn, soll die Versicherung von vorneherein nur bröckchenweise bezahlen? Die Anträge werden ja nach und nach hereinkommen und bearbeitet, irgendwann ist das Geld eben alle, aber wenn das Gesetz vorschreibt, dass jeder sein Geld zurück bekommen muss, dann wird am Ende wahrscheinlich die Versicherung auf dem Schaden sitzen bleiben (und wahrscheinlich ihrerseits einen Rückversicherer bemühen).

Christina

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Re: Mal wieder in den Flieger
« Antwort #19 am: 28. September 2019, 19:52:45 »
Das Problem, dass die Versicherungssumme nicht reicht, sehe ich bei einer Buchung über Expedia eher als gering an, da in diesem Fall ja die Versicherung von Expedia zuständig wäre und Expedia Veranstalter vieler unterschiedlicher Reisen ist, bei einer Condor Pleite wäre nur ein kleiner Teil der gesamt über Expedia gebuchten Reisen betroffen. Aber, ich würde jetzt trotzdem nicht Condor buchen, denn das Geld wieder zu bekommen, ist das eine, aber es den ganzen Ärger hat man ja trotzdem, klar Expedia muss einen Ersatzflug beschaffen, aber auch darum muss man sich kümmern und ob der dann zeitlich passt, wie oft und wo man umsteigen muss usw. das alles hat man dann nicht mehr in der Hand. Zumindest die nächsten Wochen würde ich abwarten, dass man vielleicht absehen kann, wie sich das entwickelt.


LG Christina

Rainer

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Re: Mal wieder in den Flieger
« Antwort #20 am: 28. September 2019, 22:49:19 »
Zumindest die nächsten Wochen würde ich abwarten, dass man vielleicht absehen kann, wie sich das entwickelt.

Ganz einfach: Condor wird Pleite gehen - "selffullfilling prophecy". Weil alle Angst haben, Condor zu buchen, wird Condor einknicken. Das ist die gerechte Strafe für die unverschämte Art und Weise, wie Fluggesellschaften mit den Kundengeldern umgehen. Wenn das Geld, was sie von den Kunden bekommen, auch konsequent für den gebuchten Flug eingesetzt würde, gäbe es das Problem nicht. Aber weil die Fluggesellschaften sich die Frechheit herausnehmen, das Geld für den Flug weit im voraus einzustreichen, im Gegenzug keinerlei Garantie, geschweige denn eine Versicherung/Absicherung anbieten, buchen die Leute jetzt verständlicherweise Condor nicht mehr.

Die Politik und auch die Fluggesellschaften schieben dieses Problem seit anno dunnemal vor sich ihn, der Geschädigte ist immer der Endkunde, während sich die Manager die Millionengehälter für ihr Versagen bis zum Schluss in den Arsch schieben, bezahlt von den Kundengeldern, die eigentlich einen Flug gebucht haben und nicht einen Manager bezahlen wollen. Jetzt wird Condor dafür abgestraft und selbst wenn wir unsere Tickets verlieren, ich habe Null Mitleid mit niemandem. Vielleicht haben wir Glück und es reicht so gerade noch für unsere Flüge. Aber auf Dauer wird Condor nicht überleben - wenn nicht sehr bald ein verläßlicher und solventer Investor übernimmt. So lange letzteres nicht geschieht, wird Condor kaum noch Tickets verkaufen und ist das definitiv auch selbst Schuld.