Autor Thema: Alltag in Corona-Zeiten  (Gelesen 6322 mal)

Rainer

  • Eumerika Team
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4498
    • Familie Halstenbach
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #165 am: 12. Juni 2020, 13:17:23 »
Zu fast all deinen aufgezählten Risiken gibt es durchaus auch gesetzliche Bestimmungen um mehr Todesfälle, Krankheiten und Unfälle zu verhindern: Gurtpflicht, Helmpflicht, Rauchverbote, Arbeitsunfallschutzgesetze, Kennzeichnungspflicht von gefährlichen Stoffen, Tempolimite, Promillegrenzen, etc pp  Sollen wir die jetzt aufgeben, weil wir eh alle sterben müssen?
 

Nur sind das nicht "zu fast allen" sondern "zu ein paar wenigen" Risiken ein paar hemdsärmelige Maßnahmen. Das sind fast alles Unfallfolgen (statt Krankheiten) und ein Rauchverbot dient sowieso nicht dazu, den Raucher zu schützen, sondern den Nichtraucher vor dem Raucher zu beschützen. Aber die dicken Brummer (Herz/Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen usw.) beeinflussen wir allenfalls durch unsere ungesunde Lebensweise, aber dass der Staat von oben eingreift und ganze Berufe lahmlegt, ist einmalig (und immer noch unsicher, ob diese Maßnahmen überhaupt erlaubt waren/sind).

Letztendlich sind die o.g. Maßnahmen aber eben auch "verhältnismäßig", was ich bei den Maßnahmen gegen Corona eben nicht sehe. Die sind absolut unverhältnismäßig. Im obigen Sinne der Gurtpflicht wäre eine Maskenpflicht eine angemessene Maßnahme, aber ein ganzer Lockdown mit seinen katastrophalen Folgen war mindestens übereilt. Das war von Aktionismus angetrieben.

Aber was wissen wir schon über alle Folgen?
Genauso viel oder wenig wie über ALLE(!) anderen Viren, Bakterien, pathologischen Erkrankungen etc. pp. Wir wissen doch ehrlicherweise sowieso fast nichts über unseren Körper und Milliarden von Viren und Bakterien, die da kreuchen und fleuchen. Wir haben ein Immunsystem, ein Wunderwerk der Natur und dieses Immunsystem schützt uns vor Corona genauso wie vor vielen anderen Erregern. Leider haben einige Menschen ein schlechtes Immunsystem, diese Menschen müssen anderweitig geschützt werden. Darüber herrscht ja auch Konsens. Er herrscht nur kein Konsens über die Mittel und über deren Kosten.

Ob jemand einen Virus verteilt, ist leider nicht so eindeutig.

Was ja für alle Viren und Bakterien gilt, nur wurden wir bisher noch nie so von oben in unseren Grundrechte erschüttert, um eine Ansteckung zu erschweren. Last not least kann ja auch jeder selbst entscheiden, sich in Quarantäne zu begeben. So wie ich beispielsweise.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdown sind oder scheinen immens, doch ist das nun die Schuld des Lockdowns oder steht unsere Wirtschaft auf so tönernen Füßen, dass sie nicht mal zwei, drei Monate ohne Umsatz überbrücken kann?

Beides natürlich. Und es ist ja auch nicht so, dass das überraschend kommt. Die Gesetze der globalen Volkswirtschaft sind nun einmal sehr fragil und wenn Transportwege einknicken, spielen sich komplexe Dominoeffekte ab. Das (wie gesagt) wußte man aber und man hat das in Kauf genommen. Deswegen hat die Bundesregierung ja von Tag 1 an mit der "Bazooka" gewedelt, auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Nur ist es eben jetzt erst so weit, dass die Folgen auch wirklich eintreten und man sieht, was das im Alltag für den Einzelnen bedeutet. Ich habe von Tag 1 an gesagt, dass ich das für überzogen halte. Mir kann man mit Sicherheit nicht vorwerfen, dass ich erst heute anfange, auf die Maßnahmen zu schimpfen - ich habe von Anfang an geschimpft. ;)

Alle schreien nach staatlicher Hilfe, einige wenige sind innovativ.  :(
Ist doch aber richtig. Nach dem Verursacherprinzip, wer den Schaden verursacht, muss ihn beheben. Ist der Staat der Verursacher, muss der Staat eben helfen. Das heißt dann Staatshilfe. "Innovativ" ist leicht gesagt. Manche können das sicherlich (beispielsweise bei uns der Hemdenhersteller van Laack, der jetzt Millionen von Gesichtsmasken produziert und riesige Gewinne macht), aber eine entlassene Fachkraft aus einer Kita kann nicht von heute auf morgen in der IT Branche anfangen und ein entlassener Flugkapitän kann nicht in der Altenpflege einfach mal so einsteigen. Das geht einfach nicht, unsere Gesellschaft besteht nun einmal aus spezialisierten Jobs und da kann man nicht mal eben "innovativ" sein und stante pedes mal eben einen anderen Job ausüben. Und die Verlierer der Corona Maßnahmen können auch gar nichts dafür, dass ausgerechnet sie als Opfer auserkoren wurden. Das MUSS der Staat regeln.

Und um mal einen ganz bösartigen Advocatus diaboli zu spielen  >:D   :) 

Weiß ich doch, tu ich ja auch mal gerne. Aber hier geht es wirklich um sehr sehr viel und man hätte vielleicht doch etwas länger ausharren und analysieren sollen. Mich ängstigt einfach die Hilflosigkeit, in die wir uns damit manövrieren. Wir haben es überhaupt nicht im Griff, welche Folgen dieser Lockdown noch alles haben wird. Gerade weil das System so "tönern" ist, weil die Zusammenhänge so unglaublich komplex sind, dass wir es nicht selbst in der Hand haben, wenn es zu drastischen Folgen kommt. Wie beispielsweise die von mir befürchtete Medikamentenknappheit. Das entwickelt sich in eine immer schlechtere Richtung, mit dem Bremsweg eines Supertankers. Wenn überhaupt. Frage mal bei Apotheken nach, wie Medikamente eines nach dem anderen immer schwerer zu beschaffen sind. Das war vor Corona schon bedrohlich und wird sich in den nächsten Monaten wahrscheinlich immer weiter verschärfen. Wenn Lager leer laufen, die momentan noch gefüllt sind, aber der Nachschub schon lange nicht mehr produziert wird. Aktuell gibt es von Hexal keine Fentanyl Pflaster mehr (meine Apothekerin konnte keinen einzigen Großlieferanten ausmachen, der noch einen Bestand aufwies). Dann gibt es noch Jansen Cilag mit Durogesic (auch wahnsinnig knappe Bestände) und jetzt habe ich ein Derivat, was ich noch nie gesehen habe. Was ist, wenn es das in drei Monaten auch nicht mehr gibt?

Oder frag mal in den Krankenhäusern nach, wie es um Propofol bestellt ist. Die Bestände sind schon lange abgebrannt und ein Krankenhausbetrieb ohne Propofol ist nicht vorstellbar. Die Preise haben sich in der Corona Krise mehr als verzehnfacht. Ich mache mir auch Sorgen um die Flugbranche, selbst Emirates hat jetzt angefangen, im großen Stil Personal zu entlassen. Die Vorstellung, das würde sich alles einfach so wieder einrenken, ist wahrscheinlich unrealistisch.

Schließlich hatten die meisten Deutschen im Vergleich relativ wenig auszustehen.

Das ist aber sehr relativ. Erstens haben wir jetzt schon über 10 Millionen(!) Menschen in Kurzarbeit. Die bekommen also nur einen Teil ihres Gehalts. Und die großen Kündigungswellen stehen erst noch aus. Alleine die Lufthansa wird mindestens 10.000 Leute entlassen, Staatshilfe hin oder her. Viele mittelständische Firmen sind de fakto insolvent, haben aber die Insolvenzmeldung verzögert, weil die Gesetzeslage angepasst wurde. Das verzerrt das Bild aktuell, aber die Insolvenzen werden kommen, das ist ganz sicher. Es sind durchaus eine ganze Menge Menschen, die mit drastischen wirtschaftlichen Folgen zu kämpfen haben und wer dann auch noch ein Eigenheim finanzieren muss und die Kredite nicht mehr bedienen kann, steht ggf. vor dem totalen Verlust seiner ganzen Existenz. Darüber muss man sich im klaren sein, auch wenn es zum Glück (hoffentlich) eine Minderheit trifft.

Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 1919
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #166 am: 12. Juni 2020, 18:30:25 »
Wie Susan schon geschrieben hat, es gibt in Bezug auf alle Gefahren Regeln und Einschränkungen an die man sich längst gewöhnt hat. Und hinsichtlich Rauchen, Herz- Kreislauferkrankungen und Co, auch da gibt es Regeln, z.B. hinsichtlich Werbung und Angaben auf ungesunden Produkten.

Und ja, so wie ich darauf achte, einigermaßen hinsichtlich Sport und Ernährung gesund zu leben, versuche ich auch mich vor Corona zu schützen, zumal die dafür notwendigen Einschränkungen für mich nicht weiter einschränkend sind, die Zeit für Parties ist schon lange vorbei, in Gottesdienste gehe ich auch nicht usw. Und es gibt für alles das richtige Maß, natürlich fahre ich Auto, und natürlich gehe ich in die Sonne und natürlich isoliere ich mich nun nicht wegen Corona. Auch Urlaub, sogar Fliegen kann ich mir in den nächsten Monaten vorstellen. Da hindert mich dann eher, wie im anderen Thread gesagt, die Umstände mit Maske, möglicherweise Tests, möglicherweise Quarantäne usw.

Und was das Homeschooling angeht, es gibt weltweit unzählige Kinder, die immer zu Hause unterrichtet werden, die oft sehr weit entfernt von anderen Familien leben, und ich nehme nicht an, dass diese Kinder alle geschädigt aufwachsen (wobei ich definitiv kein Unterstützer von Homeschooling bin, ich denke, dass der regelmäßige Umgang mit anderen Kindern wichtig ist), daher bin ich mir sicher, dass in ein paar Monaten, wenn alles wieder normal läuft, kein Kind mehr irgendwie durch Corona bleibende psychische Schäden hat.

LG Christina

Silke

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 981
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #167 am: 12. Juni 2020, 19:06:56 »


Wie Susan schon geschrieben hat, es gibt in Bezug auf alle Gefahren Regeln und Einschränkungen an die man sich längst gewöhnt hat. Und hinsichtlich Rauchen, Herz- Kreislauferkrankungen und Co, auch da gibt es Regeln, z.B. hinsichtlich Werbung und Angaben auf ungesunden Produkten.

Und ja, so wie ich darauf achte, einigermaßen hinsichtlich Sport und Ernährung gesund zu leben, versuche ich auch mich vor Corona zu schützen, zumal die dafür notwendigen Einschränkungen für mich nicht weiter einschränkend sind, die Zeit für Parties ist schon lange vorbei, in Gottesdienste gehe ich auch nicht usw. Und es gibt für alles das richtige Maß, natürlich fahre ich Auto, und natürlich gehe ich in die Sonne und natürlich isoliere ich mich nun nicht wegen Corona. Auch Urlaub, sogar Fliegen kann ich mir in den nächsten Monaten vorstellen. Da hindert mich dann eher, wie im anderen Thread gesagt, die Umstände mit Maske, möglicherweise Tests, möglicherweise Quarantäne usw.

Und was das Homeschooling angeht, es gibt weltweit unzählige Kinder, die immer zu Hause unterrichtet werden, die oft sehr weit entfernt von anderen Familien leben, und ich nehme nicht an, dass diese Kinder alle geschädigt aufwachsen (wobei ich definitiv kein Unterstützer von Homeschooling bin, ich denke, dass der regelmäßige Umgang mit anderen Kindern wichtig ist), daher bin ich mir sicher, dass in ein paar Monaten, wenn alles wieder normal läuft, kein Kind mehr irgendwie durch Corona bleibende psychische Schäden hat.

Diese anderen Kinder sind das gewöhnt, sie kennen es nicht anders. Unsere Kinder wurden von heute auf morgen, ohne, dass sie Zeit hatten, sich daran zu gewöhnen oder das irgendwie zu verarbeiten, aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Das kann man m.E. nicht vergleichen. Es ist ja auch diese Ungewissheit, die die Kinder belastet. Die Kinder, die immer anders leben, wissen, dass das soundsoviele Jahre sein wird. Unsere Kinder wissen derzeit nicht bzw. wussten es bis vor ein paar Tagen nicht, wie lange das so weiter geht.
Dazu kommt die Angst der Eltern um ihre Existenz, die die Kinder natürlich mitbekommen. Wenn eine Mutter/Vater die Kinder betreuen muss und dadurch Angst haben muss, ihren/seinen Job zu verlieren, bekommen das die Kinder mit.
WENN in ein paar Monaten wieder alles gewohnt läuft, werden es die meisten Kinder verarbeiten. Wenn es wieder Schulschließungen gibt, werden das sicher nicht Alle verkraften.

Horst

  • Eumerika Team
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3119
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #168 am: 12. Juni 2020, 20:38:33 »
... daher bin ich mir sicher, dass in ein paar Monaten, wenn alles wieder normal läuft, kein Kind mehr irgendwie durch Corona bleibende psychische Schäden hat.

Es gibt inzwischen einige Studien die da etwas anderes behaupten - ein Beispiel:
https://www.swr.de/swraktuell/forscher-befuerchten-langfristig-nachteile-fuer-generation-corona-100.html

Zitat
Aus früheren Studien gehe hervor, dass "ein fehlendes Schuljahr langfristig zwischen sieben bis zehn Prozent des Lebenseinkommens" verringere, erklärte Danzer. Das seien Verluste, die sich über das gesamte Berufsleben erstreckten. Hinzu komme, dass durch die Rettungsmaßnahmen von Bund und Land die Staatsschulden stiegen. "Hier verlagern wir ein Problem auf die Generation unserer Kinder", mahnte der Forscher. Die Politik müsse deshalb sofort Bildung für alle Kinder aller Jahrgangsstufen wieder möglich machen, fordert Danzer.
"Die Wirklichkeit übertrifft die Erwartungen unserer Träume bei weitem." Christoph Columbus

Rainer

  • Eumerika Team
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4498
    • Familie Halstenbach
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #169 am: 12. Juni 2020, 21:01:17 »
Wie Susan schon geschrieben hat, es gibt in Bezug auf alle Gefahren Regeln und Einschränkungen an die man sich längst gewöhnt hat. Und hinsichtlich Rauchen, Herz- Kreislauferkrankungen und Co, auch da gibt es Regeln, z.B. hinsichtlich Werbung und Angaben auf ungesunden Produkten.

Und ja, so wie ich darauf achte, einigermaßen hinsichtlich Sport und Ernährung gesund zu leben, versuche ich auch mich vor Corona zu schützen, zumal die dafür notwendigen Einschränkungen für mich nicht weiter einschränkend sind, die Zeit für Parties ist schon lange vorbei, in Gottesdienste gehe ich auch nicht usw. Und es gibt für alles das richtige Maß, natürlich fahre ich Auto, und natürlich gehe ich in die Sonne und natürlich isoliere ich mich nun nicht wegen Corona. Auch Urlaub, sogar Fliegen kann ich mir in den nächsten Monaten vorstellen. Da hindert mich dann eher, wie im anderen Thread gesagt, die Umstände mit Maske, möglicherweise Tests, möglicherweise Quarantäne usw.

Ja aber dann müßtest Du doch auch der Meinung sein, dass der Lockdown und die damit verbundenen Maßnahmen und Folgen total überzogen sind. Das sind ja genau nicht die Dinge, die Du Dir selbst auferlegst. Sondern es sind massive Eingriffe in unsere Freiheit und massive Eingriffe für viele Arbeitnehmer, die jetzt nicht mehr normal ihrem Verdienst nachgehen können und extreme Einkommensverluste hinnehmen müssen. Um Faktoren schlimmer als "hinsichtlich Sport und Ernährung gesund zu leben". Offensichtlich hast Du das Glück, dass die Maßnahmen Dich nicht berühren (beruflich). Aber allein über 10 Millionen(!) Menschen müssen via Kurzarbeit eingeschränkte Gehälter hinnehmen, und in absehbarer Zeit werden viele ihren Job vollständig verlieren, ersatzlos.

Wie würdest Du Dir das vorstellen, wenn Du Deinen Job verlierst? Läßt Dich das kalt? Ist es Dir das wert, Hauptsache keine Corona Infektion? Diese Fragen muss man sich stellen, denn das sind die schwierigen Fälle und nicht die Fälle, wo alles einfach so weiterläuft. Das ist leider nicht so für einen sehr großen Teil unserer arbeitenden Bevölkerung.

Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 1919
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #170 am: 15. Juni 2020, 18:53:45 »
Zum Homeschooling: in BaWü hat jetzt nach den Pfingstferien der Unterricht wieder begonnen, aber in mehreren Schichten und freiwillig. Meine Schwester hat sich entschieden, ihre Jungs weiterhin zu Hause zu lassen, da sich alle an die Situation gewöhnt haben. Und da sind sie bei weitem nicht die einzige Familie, die so entschieden hat.

Rainer, ja ich finde und fand die Corona Maßnahmen richtig, sie sind ja schon wieder weitgehend gelockert, ich sehe/sah einfach keine Alternative dazu. Und wir sind ja nicht das einzige Land, sondern praktisch alle machen dasselbe (Und wenn ich sehe, dass in Peking schon wieder drastische Maßnahmen wegen Neuinfektionen verhängt werden, bestätigt mir das die Richtigkeit des Vorgehens, denn die Chinesen stellen die Interessen und die Gesundheit der Bevölkerung sehr weit hinten an, die Wirtschaft einzuschränken und weiter zu gefährden, wird sicherlich nur gemacht, wenn es gar nicht anders geht). Und ja, die wirtschaftlichen Probleme dadurch sind heftig, ich habe meinen Job noch, aber es ist von Monat zu Monat ungewiss, ob es so bleibt, das gleiche gilt für Peter. Aber ich denke, dass langfristig sich alles weitgehend wieder bessern wird.   
LG Christina

Rainer

  • Eumerika Team
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4498
    • Familie Halstenbach
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #171 am: 15. Juni 2020, 19:46:24 »
Rainer, ja ich finde und fand die Corona Maßnahmen richtig, sie sind ja schon wieder weitgehend gelockert, ich sehe/sah einfach keine Alternative dazu.

D.h. also jetzt werden die Infektionszahlen wieder sprunghaft ansteigen, resp. hätten sie eigentlich seit einigen Wochen wieder machen müssen. Wenn schon, denn schon. Oder wie? Irgendwo ist da doch der Wurm drin, nicht wahr? Wenn die Maßnahmen doch wirklich alle notwendig waren, warum gehen die Zahlen nicht seit Wochen entsprechend hoch?

Im Gegenzug dazu wird es nach dem Sommer einen furchtbaren Kahlschlag geben, Millionen Menschen werden ihren Arbeitsplatz verlieren (die im Moment noch in Kurzarbeit verharren) und es wird eine Masseninsolvenz geben. Das ist momentan nur künstlich per Gesetz nach hinten verschoben worden. Aber das wird kommen und dann bin ich mal gespannt, ob die Begeisterung weiterhin keine Grenzen kennt. Das Ausmaß des Desasters wird sich nach und nach immer mehr zeigen.

Heute habe ich die neuesten Zahlen aus England gelesen. Das ist ja grauenhaft, Brexit hin oder her, aber so etwas gönnt man doch keinem. Da ist das Brutto Inlands Produkt alleine im April um furchtbare 20%(!!!!!) eingeknickt. Was das letztendlich bedeutet, das kann man überhaupt noch nicht erfassen, so furchtbar ist das. Und auch dort sind "nur" 30.000 Menschen in 3 Monaten gestorben. In den letzten 100 Tagen sind in England ca.180.000 Menschen gestorben. Davon waren anscheinend 150.000 "scheißegal" ("Business as usual"), aber die 30.000 an Corona infizierten rechtfertigen so einen irrsinnigen Einbruch der Wirtschaft?

Ich behaupte nicht, dass Corona harmlos ist. Natürlich nicht. Aber ich verstehe nicht, warum es diesen wahnsinnigen Stellenwert bekommt. Tot ist doch tot, oder nicht?

Horst

  • Eumerika Team
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3119
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #172 am: 15. Juni 2020, 21:33:49 »
Den Erfolg bei der Bekämpfung von Corona in Deutschland brachten ja ganz andere Maßnahmen - nicht der Lockdown. Der war nutzlos - allerdings nicht wirkungslos.
Die "Wirkung" sagen viele Ökonome für den Zeitraum Herbst 2020 bis Frühjahr 2021 voraus, aufgrund der milliardenschweren staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für vom Lockdown geschädigten Unternehmen und noch mehr die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Ende September (darf noch bis März 2021 verlängert werden).
In den letzten Wochen habe ich auch keinen Börsianer oder Wirtschaftsexperten gehört, der nicht von einer saftigen Inflation ausgeht, im Moment wird das Geld ja wie Klopapier produziert.

Also so ab späten Herbst würde es mich nicht wundern, wenn der Großteil der Bevölkerung (vor allem die, deren Arbeitsplätze es dann nicht mehr gibt) die Entscheidungen aus dem März noch einmal in einem anderen Licht sieht ... darf natürlich gerne anders kommen aber alles spricht im Moment dafür.



"Die Wirklichkeit übertrifft die Erwartungen unserer Träume bei weitem." Christoph Columbus

serendipity

  • Eumerika Team
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 2242
    • erleben-sehen-genießen
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #173 am: 01. Juli 2020, 20:44:52 »
Ich war länger nicht hier - einfach weil mir die Art und Weise der Diskussion nicht gefallen hat und ich diese im privaten und vor allem beruflichen Umfeld zur Genüge hatte. Ich stehe zu 100 % bei Christina

Zum Homeschooling: in BaWü hat jetzt nach den Pfingstferien der Unterricht wieder begonnen, aber in mehreren Schichten und freiwillig. Meine Schwester hat sich entschieden, ihre Jungs weiterhin zu Hause zu lassen, da sich alle an die Situation gewöhnt haben. Und da sind sie bei weitem nicht die einzige Familie, die so entschieden hat.

Rainer, ja ich finde und fand die Corona Maßnahmen richtig, sie sind ja schon wieder weitgehend gelockert, ich sehe/sah einfach keine Alternative dazu. Und wir sind ja nicht das einzige Land, sondern praktisch alle machen dasselbe (Und wenn ich sehe, dass in Peking schon wieder drastische Maßnahmen wegen Neuinfektionen verhängt werden, bestätigt mir das die Richtigkeit des Vorgehens, denn die Chinesen stellen die Interessen und die Gesundheit der Bevölkerung sehr weit hinten an, die Wirtschaft einzuschränken und weiter zu gefährden, wird sicherlich nur gemacht, wenn es gar nicht anders geht). Und ja, die wirtschaftlichen Probleme dadurch sind heftig, ich habe meinen Job noch, aber es ist von Monat zu Monat ungewiss, ob es so bleibt, das gleiche gilt für Peter. Aber ich denke, dass langfristig sich alles weitgehend wieder bessern wird.   

Ich finde solche Aussagen einfach nur zynisch und menschenverachtend:

Ich behaupte nicht, dass Corona harmlos ist. Natürlich nicht. Aber ich verstehe nicht, warum es diesen wahnsinnigen Stellenwert bekommt. Tot ist doch tot, oder nicht?

Ich bin ja nun seit mehreren Wochen wieder im Präsenzunterricht, zunächst mit den Viertklässlern (freiwillig), dann mit zwei Gruppen-Präsenzunterricht und nun in der zweiten Woche mit "allen" Kindern, wobei in meiner Klasse sich 6 Eltern fürs Home-Schooling entschieden haben, so dass ich nur 12 Schüler/innen habe, die immer noch mit 1,5 m Abstand sitzen und von normalem Schulbetrieb ist alles weit entfernt. Unsere Kinder im dritten Schuljahr sind nun mit ihrem Stoff durch und sie gehen ganz normal ins 4.Schuljahr. Viele sind durch die Homeschooling-Zeit "gewachsen" und haben mehr Eigenverantwortung und Selbstreflexion erlernt. Dafür bin ich den unterstützenden Eltern extrem dankbar - hier hat die Zusammenarbeit einfach gepasst!

Und was das Homeschooling angeht, es gibt weltweit unzählige Kinder, die immer zu Hause unterrichtet werden, die oft sehr weit entfernt von anderen Familien leben, und ich nehme nicht an, dass diese Kinder alle geschädigt aufwachsen (wobei ich definitiv kein Unterstützer von Homeschooling bin, ich denke, dass der regelmäßige Umgang mit anderen Kindern wichtig ist), daher bin ich mir sicher, dass in ein paar Monaten, wenn alles wieder normal läuft, kein Kind mehr irgendwie durch Corona bleibende psychische Schäden hat.

Auch da bin ich wieder zu 100 % bei dir, Christina.

Diese anderen Kinder sind das gewöhnt, sie kennen es nicht anders. Unsere Kinder wurden von heute auf morgen, ohne, dass sie Zeit hatten, sich daran zu gewöhnen oder das irgendwie zu verarbeiten, aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Das kann man m.E. nicht vergleichen. Es ist ja auch diese Ungewissheit, die die Kinder belastet. Die Kinder, die immer anders leben, wissen, dass das soundsoviele Jahre sein wird. Unsere Kinder wissen derzeit nicht bzw. wussten es bis vor ein paar Tagen nicht, wie lange das so weiter geht.
Dazu kommt die Angst der Eltern um ihre Existenz, die die Kinder natürlich mitbekommen. Wenn eine Mutter/Vater die Kinder betreuen muss und dadurch Angst haben muss, ihren/seinen Job zu verlieren, bekommen das die Kinder mit.
WENN in ein paar Monaten wieder alles gewohnt läuft, werden es die meisten Kinder verarbeiten. Wenn es wieder Schulschließungen gibt, werden das sicher nicht Alle verkraften.

Sorry, aber es ist die Aufgabe der Eltern eine besondere Situation zu vermitteln und dies ohne Angst

Also manche Folgen sind schon ganz klar dem Lockdown zuzuschreiben.
Meine Nichte, 5.Klasse, leidet immens unter der Schulschließung. Sie sitzt zu hause und weint nur, will die Aufgaben nicht machen, es ist jeden Tag ein Kampf. Und sie war vorher ein ausgeglichenes Mädchen mit super Leistungen, die auch viel allein gemacht hat, vorzeitig aufs Gymnasium gewechselt ist usw. Sie ist nicht weit entfernt davon, eine Behandlung zu benötigen. Und mein Bruder meint, es geht Einigen in der Klasse so.

Vielleicht war auch einfach der vorzeitige Wechsel aufs Gymnasium nicht gut - es gibt Kinder, die leistungsmäßig viel weiter sind, aber nicht von ihrer emotionalen-sozialen Entwicklung. Sorry, wenn ein Kind nach einem einmaligem Schul-Lockdown eine therapeutische Behandlung braucht, dann liegt/lag vorher schon viel im Argen - wir haben an unserer Schule kein einziges Kind, welches solche Symptome zeigt.

Horst

  • Eumerika Team
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3119
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #174 am: 01. Juli 2020, 23:34:39 »
Diese anderen Kinder sind das gewöhnt, sie kennen es nicht anders. Unsere Kinder wurden von heute auf morgen, ohne, dass sie Zeit hatten, sich daran zu gewöhnen oder das irgendwie zu verarbeiten, aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Das kann man m.E. nicht vergleichen. Es ist ja auch diese Ungewissheit, die die Kinder belastet. Die Kinder, die immer anders leben, wissen, dass das soundsoviele Jahre sein wird. Unsere Kinder wissen derzeit nicht bzw. wussten es bis vor ein paar Tagen nicht, wie lange das so weiter geht.
Dazu kommt die Angst der Eltern um ihre Existenz, die die Kinder natürlich mitbekommen. Wenn eine Mutter/Vater die Kinder betreuen muss und dadurch Angst haben muss, ihren/seinen Job zu verlieren, bekommen das die Kinder mit.
WENN in ein paar Monaten wieder alles gewohnt läuft, werden es die meisten Kinder verarbeiten. Wenn es wieder Schulschließungen gibt, werden das sicher nicht Alle verkraften.

Sorry, aber es ist die Aufgabe der Eltern eine besondere Situation zu vermitteln und dies ohne Angst


Also Leute die monatelang mit 2-3 Kindern in einer 40-50 qm Wohnung, vielleicht noch ohne Balkon sitzen, Angst um ihren Job und den Verlust der Wohnung haben wenn sie ihre Miete nicht mehr zahlen können, sollen auf engstem Raum ihren Kindern nach Wochen voller Streß, Wutausbrüchen, Frustration pädagogisch und angstfrei erklären, warum sie mit so einer Situation überfordert sind?
Ernsthaft?
Ich habe nicht wenige Teilnehmer (Männer wie Frauen) die seit März nicht mehr am Unterricht bei mir teilnehmen können, weil sie alleinerziehend sind und ihre Kinder nicht in Kita oder Schule dürfen. Weiß nicht wie die Deine Aussage finden würden.
Um nicht den gleichen Hammer zu schwingen wie Du gegenüber Rainer verkneife ich mir einen Vergleich. :)


Hier tragen wir unterschiedliche Sichtweisen, Erlebnisse, Erfahrungen, Meinungen zusammen. Es ist natürlich auch ein emotionales Thema das uns ausnahmslos alle sorgt, ängstigt und umtreibt - wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen und manches was man dazu schreibt ist vielleicht auch ein Ventil das man nutzt, um irgendwo etwas loszuwerden, eben hier und das auch mal im Klartext.
Hätten wir alle die gleiche Meinung wär's ja auch langweilig ...  ;)
"Die Wirklichkeit übertrifft die Erwartungen unserer Träume bei weitem." Christoph Columbus

Silke

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 981
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #175 am: 02. Juli 2020, 06:04:43 »


Ich war länger nicht hier - einfach weil mir die Art und Weise der Diskussion nicht gefallen hat und ich diese im privaten und vor allem beruflichen Umfeld zur Genüge hatte. Ich stehe zu 100 % bei Christina

Zum Homeschooling: in BaWü hat jetzt nach den Pfingstferien der Unterricht wieder begonnen, aber in mehreren Schichten und freiwillig. Meine Schwester hat sich entschieden, ihre Jungs weiterhin zu Hause zu lassen, da sich alle an die Situation gewöhnt haben. Und da sind sie bei weitem nicht die einzige Familie, die so entschieden hat.

Rainer, ja ich finde und fand die Corona Maßnahmen richtig, sie sind ja schon wieder weitgehend gelockert, ich sehe/sah einfach keine Alternative dazu. Und wir sind ja nicht das einzige Land, sondern praktisch alle machen dasselbe (Und wenn ich sehe, dass in Peking schon wieder drastische Maßnahmen wegen Neuinfektionen verhängt werden, bestätigt mir das die Richtigkeit des Vorgehens, denn die Chinesen stellen die Interessen und die Gesundheit der Bevölkerung sehr weit hinten an, die Wirtschaft einzuschränken und weiter zu gefährden, wird sicherlich nur gemacht, wenn es gar nicht anders geht). Und ja, die wirtschaftlichen Probleme dadurch sind heftig, ich habe meinen Job noch, aber es ist von Monat zu Monat ungewiss, ob es so bleibt, das gleiche gilt für Peter. Aber ich denke, dass langfristig sich alles weitgehend wieder bessern wird.   

Ich finde solche Aussagen einfach nur zynisch und menschenverachtend:

Ich behaupte nicht, dass Corona harmlos ist. Natürlich nicht. Aber ich verstehe nicht, warum es diesen wahnsinnigen Stellenwert bekommt. Tot ist doch tot, oder nicht?

Ich bin ja nun seit mehreren Wochen wieder im Präsenzunterricht, zunächst mit den Viertklässlern (freiwillig), dann mit zwei Gruppen-Präsenzunterricht und nun in der zweiten Woche mit "allen" Kindern, wobei in meiner Klasse sich 6 Eltern fürs Home-Schooling entschieden haben, so dass ich nur 12 Schüler/innen habe, die immer noch mit 1,5 m Abstand sitzen und von normalem Schulbetrieb ist alles weit entfernt. Unsere Kinder im dritten Schuljahr sind nun mit ihrem Stoff durch und sie gehen ganz normal ins 4.Schuljahr. Viele sind durch die Homeschooling-Zeit "gewachsen" und haben mehr Eigenverantwortung und Selbstreflexion erlernt. Dafür bin ich den unterstützenden Eltern extrem dankbar - hier hat die Zusammenarbeit einfach gepasst!

Und was das Homeschooling angeht, es gibt weltweit unzählige Kinder, die immer zu Hause unterrichtet werden, die oft sehr weit entfernt von anderen Familien leben, und ich nehme nicht an, dass diese Kinder alle geschädigt aufwachsen (wobei ich definitiv kein Unterstützer von Homeschooling bin, ich denke, dass der regelmäßige Umgang mit anderen Kindern wichtig ist), daher bin ich mir sicher, dass in ein paar Monaten, wenn alles wieder normal läuft, kein Kind mehr irgendwie durch Corona bleibende psychische Schäden hat.

Auch da bin ich wieder zu 100 % bei dir, Christina.

Diese anderen Kinder sind das gewöhnt, sie kennen es nicht anders. Unsere Kinder wurden von heute auf morgen, ohne, dass sie Zeit hatten, sich daran zu gewöhnen oder das irgendwie zu verarbeiten, aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Das kann man m.E. nicht vergleichen. Es ist ja auch diese Ungewissheit, die die Kinder belastet. Die Kinder, die immer anders leben, wissen, dass das soundsoviele Jahre sein wird. Unsere Kinder wissen derzeit nicht bzw. wussten es bis vor ein paar Tagen nicht, wie lange das so weiter geht.
Dazu kommt die Angst der Eltern um ihre Existenz, die die Kinder natürlich mitbekommen. Wenn eine Mutter/Vater die Kinder betreuen muss und dadurch Angst haben muss, ihren/seinen Job zu verlieren, bekommen das die Kinder mit.
WENN in ein paar Monaten wieder alles gewohnt läuft, werden es die meisten Kinder verarbeiten. Wenn es wieder Schulschließungen gibt, werden das sicher nicht Alle verkraften.

Sorry, aber es ist die Aufgabe der Eltern eine besondere Situation zu vermitteln und dies ohne Angst

Also manche Folgen sind schon ganz klar dem Lockdown zuzuschreiben.
Meine Nichte, 5.Klasse, leidet immens unter der Schulschließung. Sie sitzt zu hause und weint nur, will die Aufgaben nicht machen, es ist jeden Tag ein Kampf. Und sie war vorher ein ausgeglichenes Mädchen mit super Leistungen, die auch viel allein gemacht hat, vorzeitig aufs Gymnasium gewechselt ist usw. Sie ist nicht weit entfernt davon, eine Behandlung zu benötigen. Und mein Bruder meint, es geht Einigen in der Klasse so.

Vielleicht war auch einfach der vorzeitige Wechsel aufs Gymnasium nicht gut - es gibt Kinder, die leistungsmäßig viel weiter sind, aber nicht von ihrer emotionalen-sozialen Entwicklung. Sorry, wenn ein Kind nach einem einmaligem Schul-Lockdown eine therapeutische Behandlung braucht, dann liegt/lag vorher schon viel im Argen - wir haben an unserer Schule kein einziges Kind, welches solche Symptome zeigt.

Ein einmaliger Schul-Lockdown? Bisher fehlen hier 12 Wochen Unterricht und ein Ende ist nicht absehbar. Es soll zwar nach den Ferien normaler Unterricht stattfinden, aber wer weiss das schon.
Sorry, aber mit dieser Aussage verkennst du etwas die Situation.
Und sie klingt, als wenn das etwas Normales, nur mal nebenbei stattfindendes, wäre. Was man mal eben so wegsteckt.

Wenn in deiner Klasse alle mit dem Stoff durch sind, ist das toll. Weisst du das auch von den 6 Schülern, die freiwillig?  (hat man da auch die Kids gefragt? ) zu hause geblieben sind? Wenn das so ist, ist deine Klasse eine absolute Ausnahme (ist sie eh mit 18 Kindern, das gibt es hier nirgends). Ich weiss von vielen Leuten, dass es in jeder Klasse Kinder gibt, mit denen die Eltern wenig bis nichts gemacht haben, weil sie es entweder nicht konnten (Leute mit Migrationshintergrund) oder wollten.
Sicher ist es Aufgabe der Eltern, die Angst zu nehmen. Aber wie sollen sie das können, wenn sie selbst Angst haben? Wenn ihre Existenz bedroht ist?
Horst hat das schon gut dargestellt. Es leben nicht Alle bzw. die Wenigsten in der perfekten Familie und unter den perfekten Umständen.
Wie sollen sie einen Stoff vermitteln, den sie selbst nicht beherrschen? Wenn die Lehrerin einmal in der Woche Aufgaben verteilt, sich aber sonst nicht kümmert? Wenn die Kids noch nicht in der Lage sind, sich den Stoff selbst anzueignen?
Um auf meine Nichte zurück zu kommen, bis März ging es ihr wunderbar auf dem Gymnasium.

Horst

  • Eumerika Team
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3119
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #176 am: 02. Juli 2020, 13:16:20 »
Habe mich heute mit einem Berufsschullehrer unterhalten, der an einer Schule mit 2000 Schülern arbeitet.
Dort sind die Gruppen halbiert - Schüler kommen nur jede zweite Woche und dann auch nur bis 12 Uhr, weil ab 12 Uhr wegen Corona geputzt werden muss ... ich dachte mir hauts den Vogel raus ...
Er selbst ist über 60, nach eigener Aussage kerngesund und seit März zu Hause.
Der über 60jährige Friseur, Masseur, Zahnarzt, Dozent usw... darf dagegen antreten.
Diese Ungleichbehandlung ist weit davon entfernt ok zu sein.

Mal was anderes, habt Ihr Euch diese Corona-App geladen?
"Die Wirklichkeit übertrifft die Erwartungen unserer Träume bei weitem." Christoph Columbus

Ilona

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3329
  • Slot Canyon Addict
    • Amerika und wandern
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #177 am: 02. Juli 2020, 14:07:30 »
Mal was anderes, habt Ihr Euch diese Corona-App geladen?

Natürlich nicht .

Hier mal die Fakten zu Covid-19.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 1919
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #178 am: 02. Juli 2020, 17:58:14 »
Die App habe ich nicht heruntergeladen, obwohl ja eigentlich Länder wie Island oder Südkorea mit dem detaillierten Nachverfolgen der Infektionsketten gute Erfolge haben. Aber was Technik angeht, bin ich einfach extrem misstrauisch und wohl auch etwas altmodisch. Ich habe nur ein älteres Smartphone ohne Vertrag, da funktioniert die App (noch) nicht, ich gehe nur per W-Lan von zu Hause oder im Hotel ins Internet und Bluetooth ist immer aus.

Ilona, die Swiss Seite ist das ziemliche Gegenteil von einer Fakten Seite und mit der Schweiz hat sie auch nichts zu tun. Ich habe neulich einiges darüber gelesen, bin aber nun zu faul, die entsprechenden Links nochmal rauszusuchen, erster Hinweis, dass etwas nicht in Ordnung ist, es fehlt das Impressum.
LG Christina

sh3t0r

  • Vollwertiges Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 245
Re: Alltag in Corona-Zeiten
« Antwort #179 am: 02. Juli 2020, 19:50:07 »
Mal was anderes, habt Ihr Euch diese Corona-App geladen?
Ja natürlich. Kann helfen, datenschutztechnisch unbedenklich, kostet nichts - ich sehe keinen Grund die nicht zu installieren.