Autor Thema: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020  (Gelesen 3176 mal)

Christina

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #45 am: 24. Februar 2021, 18:03:53 »
8. Tag – Freitag, 25.09.

Für heute ist schlechtes Wetter vorhergesagt. Als ich aufstehe ist es bereits stark bewölkt und tröpfelt. Da lasse ich es ein bisschen langsamer angehen als üblich, nehme mir Zeit für eine etwas ausführlichere Körperpflege, dann nach dem Frühstück fahre ich zum Tanken und Lebensmittel einkaufen. Schließlich gibt es noch eine schnelle Reinigung der Wohnung. Gegen halb zehn ist es trocken, so dass ich mich entschließe von Sellin auf dem Hochuferweg in den nördlichen Nachbarort Binz zu wandern.

In der Wilhelmstrasse ist wegen des schlechten Wetters nichts los, so dass ich trotz des bedeckten Himmels um ein paar Fotos der „Bäderarchitektur- Häuser“ mal wieder „nicht herumkomme“ :).





Oberhalb der Seebrücke biege ich dann nach links in den Wald ein. Anfänglich habe ich ein etwas mulmiges Gefühl, so ohne Sonne ist es sehr düster zwischen den Bäumen und ich sehe keine anderen Spaziergänger. Nach einiger Zeit treffe ich dann aber doch auf Leute und dann in recht großem Abstand aber doch regelmäßig immer wieder. Da bin ich beruhigt und habe wieder Spaß am Gehen. Wegen der Abbruchgefahr gibt es fast keine Aussichtspunkte, möglich sind aber ein Blick zurück zur Seebrücke von Sellin, nach vorn zur Seebrücke von Binz und – ganz in der Ferne – sind die Kreidefelsen des Jasmund National Park zu erahnen.




Der Waldpfad verläuft mal eben, mal mit extremer Steigung (aber wie schon geschrieben, auch bergab problemlos, da auf dem sandig/erdigen Boden keine Rutschgefahr besteht) parallel zur Küste. Kurz vor Binz mache ich noch einen Abstecher zum Strand.



Gegen 12 Uhr komme ich in Binz an und gehe in der „Strandhalle“, einem über hundert Jahre alten Holzbau mit hohen Decken, dunklem Holz und einem gemütlichen Sammelsurium an Tischen und Stühlen Mittagessen. Nach leckerer Bauernpfanne mit Würsten in Bierteigmantel und Sanddornsaftschorle spaziere ich auf der Strandpromenade in Richtung Zentrum.

Anders als Sellin liegt Binz nicht an einem Steilufer, sondern an einem flachen Küstenabschnitt, so dass hier die Häuser direkt entlang des Strandes gebaut werden konnten. Auch hier kann ich herrliche Bäderarchitektur bestaunen, man merkt deutlich, dass hier in Binz noch sehr viel mehr Geld in die Renovierung und nun Erhaltung der Häuser und Gärten geflossen ist bzw. fließt als in Sellin.


Ich komme an der wunderbaren Rettungsstation von 1968 vorbei, wieder ein Werk von Müther. Heute kann man darin heiraten und es findet auch gerade eine Trauung statt.


Nun setzt leider Regen ein und als ich am Kurplatz von Binz ankomme, schüttet es regelrecht. Zum Glück gibt es an beiden Ende des Platzes überdachte „Wandelhallen“, die nur an einer Seite offen sind, so dass es darin angenehm warm und trocken ist.


Dummerweise gibt es auch nach einer Viertelstunde am Himmel keinerlei Anzeichen, dass bald mit einer Wetterbesserung zu rechnen ist, es schüttet unvermindert weiter. Ich überlege, ob ich den Rückweg nach Sellin zu Fuß wagen soll, kann aber nicht abschätzen, wie gut der Wald vor dem Regen schützt. Daher entscheide ich mich mit dem "Rasenden Roland" zu fahren. Diese eigentlich touristische Bahn ist tatsächlich die einzig praktikable Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Binz nach Sellin zu gelangen. Es gibt auch einen Bus, der fährt aber einen riesigen Umweg und man muss an einem „Umsteigeplatz“ mitten im nichts den Bus wechseln (bei nicht aufeinander abgestimmten Fahrplänen). Das Problem ist allerdings, dass sich der Bahnhof des "Rasenden Roland" an der vom Strand abwandten Seite von Binz befindet. Aber ich habe ja keine Wahl, also packe ich die Kamera in den Rucksack, ziehe die Regenschutzhülle über den Rucksack und die Kapuze auf den Kopf und gehe, renne zum Teil sogar, die 1,4 km (lt. Google Maps) vom Kurplatz zum Bahnhof.

Dort angekommen, bin ich ziemlich durchnässt (die Regenjacke hat dichtgehalten, aber ohne Regenhose sind die Beine natürlich komplett nass und ein bisschen Wasser ist auch von den Beinen in die Schuhe gelaufen, die an sich wasserdicht sind). In der Bahnhofshalle ist es zwar trocken und warm, aber auch so voller Menschen, dass an den nötigen Abstand nicht zu denken ist. Klar, jeder trägt Maske, aber falls ich in den nächsten Tagen an Corona erkranke, dann weiß ich, wo ich mich infiziert habe. Trotzdem bleibe ich lieber hier drin, als mich draußen bei Kälte und Regen zu erkälten. Ich kaufe mein Ticket (EUR 4,80) und muss dann ca. eine halbe Stunde auf den Zug warten.

Der Zug ist dann natürlich genauso voll wie die Bahnhofshalle und die Fahrt zieht sich dank geringer Höchstgeschwindigkeit endlos, genauer gesagt dauert sie 35 Minuten. Zum Glück sind es vom Bahnhof in Sellin nur ca. fünf Gehminuten bis in meine Ferienwohnung, wo ich gegen halb vier endlich meine nassen Sachen ausziehen kann, alles schnell zum Trocknen aufhänge, mir dann heißen Tee mache und die nächsten Stunden mit Tee, einem Buch und einer warmen Decke auf dem Sofa verbringe.

Draußen schüttet es zunächst weiter, aber gegen halb sechs Uhr hört es auf und die Sonne zeigt sich zwischen den Wolken.

In der Hoffnung auf einen schön gefärbten Himmel mache ich mich deshalb gegen halb sieben nochmal auf den Weg zur Seebrücke und tatsächlich gibt es viel Rosa zu sehen und ich bleibe lange genug, um zum ersten Mal die volle Beleuchtung der Seebrücke bzw. der Bauten auf der Seebrücke zu sehen.





Das ist doch ein unerwartet schöner Abschluss dieses zeitweise sehr nassen Tages.

Wetter: vormittags und abends trocken und bewölkt, nachmittags starker Regen, ca. 18 °C
Wanderung: von Sellin nach Binz, 7,6 km (lt. Google Maps)
LG Christina

Ilona

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #46 am: 25. Februar 2021, 08:19:08 »
Regen gab es also an dem Tag nicht nur in Südtirol :cool2:. Die Natur braucht zwar den Regen, aber der Wanderer nicht  :floet:.

Zitat
Oberhalb der Seebrücke biege ich dann nach links in den Wald ein. Anfänglich habe ich ein etwas mulmiges Gefühl, so ohne Sonne ist es sehr düster zwischen den Bäumen und ich sehe keine anderen Spaziergänger.

Ich fühle mich bekannterweise in Wäldern nie wohl :floet:, vor allem wenn man vor lauter Wald keine Bäume ähm andere Spaziergänger sieht  :toothy9:.

Diese Bäderarchitektur-Häuser sind wirklich klasse, aber die Pastellstunde flasht mich total :beifall:. Da braucht es nicht einmal Photoshop dafür.
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #47 am: 25. Februar 2021, 17:59:06 »
Regen gab es also an dem Tag nicht nur in Südtirol :cool2:. Die Natur braucht zwar den Regen, aber der Wanderer nicht  :floet:.

Diese Bäderarchitektur-Häuser sind wirklich klasse, aber die Pastellstunde flasht mich total :beifall:. Da braucht es nicht einmal Photoshop dafür.

Ja, das war ein großes Schlechtwettergebiet, das ja einige von uns hier im Forum unterwegs getroffen hat.

Die Pastellfarben waren wirklich wunderschön (und ganz natürlich), manchmal hat so schlechtes Wetter auch etwas gutes. Das erste Bild von Seebrücke an dem Tag hängt jetzt in 40 x 30 bei uns im Haus. 
LG Christina

Ilona

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #48 am: 26. Februar 2021, 09:58:05 »
Die Pastellfarben waren wirklich wunderschön (und ganz natürlich), manchmal hat so schlechtes Wetter auch etwas gutes. Das erste Bild von Seebrücke an dem Tag hängt jetzt in 40 x 30 bei uns im Haus.

:beifall: und als Kalenderbild wäre es auch toll.
Liebe Grüße

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #49 am: 26. Februar 2021, 18:04:27 »
9. Tag – Samstag, 26.09.

Heute ist Schlechtwettertag Nr. 2, es soll aber vormittags trocken bleiben und erst am Nachmittag wieder regnen. Da bietet es sich an, das gestern abgebrochene Programm fortzusetzen, also Binz anzuschauen und dann von dort auf der Strandpromenade bzw. am Strand in nördliche Richtung nach Prora zu gehen. Ich überlege, ob ich mit dem Auto nach Binz fahren soll, eigentlich ja, aber wegen dieser blöden Baustelle müsste ich einen riesigen Umweg über die halbe Insel machen, das ist mir dann doch zu doof. Also entscheide ich mich nochmal mit dem «Rasenden Roland» zu fahren, hat den Vorteil, dass ich völlig unabhängig vom Standort meines Autos bin.

Der erste Zug des Tages fährt um 9.07 Uhr ab Sellin, es sind zwar schon erstaunlich viele Fahrgäste am Bahnhof, aber ich steige in das vorderste Zugabteil ein, das ich mir dann nur mit einer Handvoll anderer teilen muss, während die Mehrheit in der Mitte des Zugs einsteigt und dort bleibt. Nach der heute also sehr entspannten und angenehmen Fahrt mache ich mich in Binz auf den mir von gestern schon bekannten Weg zum Strand.

Bei der Rettungsstation gehe ich an den Strand und von dort bis zur Seebrücke von Binz.







Nach einem kurzen Abstecher auf die hier beginnende Fußgängerzone mit vielen Geschäften und dementsprechend vielen Leuten, gehe ich zurück zur Seebrücke bzw. Kurplatz und bleibe ab hier auf der durchgehend gepflasterten Promenade bis Prora. Zwischendurch kommt sogar die Sonne raus und ich habe schöne Ausblicke durch den Kiefernwald aufs Meer.


Nach den letzten Häusern von Binz beginnt ein Campingplatz im Kiefernwald, da trennt einen nur die Strandpromenade von Strand und Meer, und wenn man in der ersten Reihe steht, hat man sogar Meerblick. Allerdings ist der Campingplatz Angehörigen der Bundeswehr vorbehalten und so nett das sicherlich im Sommer ist, so froh bin ich jetzt im Herbst um meine kuschelig warme und große Ferienwohnung, wenn ich sehe, wie die Camper da ihre dreckigen Schuhe vor der Tür des Campers abgestellt haben, ihre Handtücher draußen zwischen den Bäumen aufhängen und in dicken Jacken vor dem Camper sitzen.

Nach einer guten Stunde erreiche ich den ersten Block von Prora (das Projekt der nationalsozialistischen Organisation «Kraft durch Freude» mit einem geplanten Gebäudekoloss von mehr als vier Kilometern Länge, wurde nie fertiggestellt, steht seit 1994 unter Denkmalschutz), dieser ist bereits vollständig renoviert, wirkt aber dennoch bedrückend und irgendwie leblos, wegen des Zauns an der Rückseite (keine Ahnung weshalb es den gibt) und der Länge des Gebäudes mitten im Nichts. Erstaunt bin ich über den recht großen Abstand zwischen Haus und Strand, das hatte ich mir aufgrund der Bilder bzw. Beschreibungen der Ferienwohnungsvermieter (bei booking.com zahlreich zu finden) doch wesentlich näher vorgestellt. Selbst wenn man im obersten Stockwerk wohnt, kann man das Meer über den Bäumen vermutlich nur erahnen.


Ich gehe zur Rückseite des ersten Blocks und dort an der Straße entlang bis zum ersten der nicht renovierten Blöcke.




Mir gefällt es hier überhaupt nicht. Es gibt ein paar wenige Geschäfte, z.B. einen Bäcker, einen Souvenirladen, ein paar Restaurants und sonst nichts. Die Zufahrt zum Gelände ist nur mittels Schranke möglich, auch die Parkhäuser, die sich gegenüber der Wohnblocks befinden, sind durch Schranken versperrt, alles irgendwie gespenstig.

Bei den nicht renovierten Blocks befindet sich das Dokumentationszentrum Prora, Ausstellung und Museum über die gesamte Geschichte von Prora. Eigentlich hatte ich mir das anschauen wollen und das Wetter würde ja für einen Museumsbesuch sprechen, aber irgendwie habe ich plötzlich keine Lust mehr.

Ich kaufe mir in der Bäckerei noch Wasser und zwei belegte Brötchen, dann gehe ich an den Strand, wo eine rote Klinkermauer steht, die Überreste bzw. Anfänge einer ebenfalls vom Naziregime geplanten, aber nie vollendeten Landungsbrücke.


Auf der Strandpromenade geht es dann zurück nach Binz, dort mache ich auf einer Bank Mittagspause mit den in Prora gekauften Brötchen. Inzwischen hat sich der Himmel zugezogen und ein starker Wind ist aufgekommen, da bietet sich eine Verlängerung der Pause im Café «Torteneck» von dem ich im Reiseführer lese, an. Zwar ist die Torten- und Kuchenauswahl riesig, mein Tortenstück aber mini, ebenso die Kaffeetasse. Na ja, zum Aufwärmen und zur Toilettennutzung ist es immerhin geeignet.

Es ist immer noch trocken, da kann ich es doch wagen, die gestrige Runde zu vollenden, d.h. auf dem Hochuferweg zurück nach Sellin zu wandern.

Während ich im Wald unterwegs bin, nimmt der Wind zu, das merke ich aber nur akustisch am Rauschen der Blätter oben in den Baumkronen und am Rauschen des Meeres. Kurz bevor ich Sellin erreiche, fängt es an zu tröpfeln. Also wieder Regenschutz über den Rucksack und Kapuze über den Kopf, damit komme ich einigermaßen trocken in der Wilhelmstrasse an. Nach der eher spärlichen Kaffeepause in Binz, die außerdem schon anderthalb Stunden und einen einstündigen schnellen Fußmarsch her ist, mache ich nun noch eine zweite. Im vollen Café finde ich tatsächlich noch einen Tisch mit einem einzelnen Sessel und genieße dann ausgiebig eine große Tasse Milchkaffee und ein Stück Streuselkuchen. Hier (mit Selbstbedienung) fragt niemand nach meinem Namen/Adresse und zwischen den Tischen gibt es keinerlei Abtrennung, obwohl sie recht eng zusammenstehen.

Gegen halb vier verlasse ich das Café, nun regnet es wieder in Strömen, dazu stürmt es recht heftig. Trotzdem gehe ich zur Seebrücke, um mir das aufgewühlte Meer anzuschauen – was für ein Unterschied zu all den bisherigen Tagen!



Gegen viertel nach vier Uhr bin zurück in der Ferienwohnung, natürlich bin ich auch heute wieder komplett nass geworden (auf dem letzten Stück von der Wilhelmstraße zur Ferienwohnung).

Bei diesem Wetter würde sich ein Besuch der nahegelegenen Selliner Therme anbieten, zumal im Mietpreis für die Ferienwohnung täglich drei Stunden Eintritt enthalten sind, aber ich gehe davon aus, dass die Idee heute sehr viele haben und auf ein volles Bad habe ich in Corona Zeiten keine Lust (auch wenn die Viren durch Wärme und Chlorwasser wohl abgetötet werden) und womöglich gibt es eine Begrenzung der Besucherzahl und ich käme gar nicht hinein bzw. müsste warten. Da ist Sofa und Buch doch die verlockendere Alternative.

Wetter: trocken bis ca. 14 Uhr, dann Sturm und Regen, ca. 15 °C
Wanderungen: Rother Wanderung Nr. 36, 6,2 km, das gleiche dann zurück, und von Binz nach Sellin, 7,6 km (lt. Google Maps)
LG Christina

Silvia

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #50 am: 26. Februar 2021, 20:57:21 »
So, ich bin auch wieder mit dabei ....

Das Bild mit der Seebrücke in Pastell sieht echt toll aus  :happy:

Ilona

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #51 am: 27. Februar 2021, 11:16:22 »
Die Plattenbauten sind ja grausig. In so einer Legebatterie käme bei mir keine Urlaubsstimmung auf.

Toll dagegen finde ich die bunten Strandkörbe, aber auch die stehen nahe beieinander.

Ich bin froh, dass ich den stürmischen Tag nicht live erlebt habe. So völlig durchnässt, macht das Erkunden der Gegend keinen Spaß.
Liebe Grüße

Ilona

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Susan

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #52 am: 27. Februar 2021, 13:42:08 »
Ich auch  :))

So ab und an - also maximal 1x pro Urlaub-  finde ich stürmische See ganz spannend. Grad die Ostsee sieht dann endlich mal nach Meer aus  ;) Zum Wandern ist Nasswetter natürlich Mist und du hast Recht, im Camper macht das noch weniger Spaß.
Dafür gab es ja noch sehr schöne Bäderarchitektur zu sehen. Die haben sie toll restauriert. Das wurde ja wohl auch bei den Prora Blocks versucht, aber trotzdem passen die irgendwie nicht in die Gegend. Ich frag mich immer wie es denn wohl auf der Insel aussähe, wenn die wirklich alle belegt wären. Kann ja nur gruselig übervoll sein dann.

Wurden die Strandkörbe eigentlich noch vermietet, die sehen alle so abgesperrt aus?
Immer wiederschön die Seebrücke
Liebe Grüße
Susan

Christina

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #53 am: 01. März 2021, 19:51:07 »
Ich auch  :))

 Das wurde ja wohl auch bei den Prora Blocks versucht, aber trotzdem passen die irgendwie nicht in die Gegend. Ich frag mich immer wie es denn wohl auf der Insel aussähe, wenn die wirklich alle belegt wären. Kann ja nur gruselig übervoll sein dann.

Wurden die Strandkörbe eigentlich noch vermietet, die sehen alle so abgesperrt aus?

Ja, wenn bzw. falls mal alle Prora Blöcke als Hotel oder Ferienwohnungen vermietet werden, wird es zumindest in der näheren Umgebung dort, sehr voll. Nachdem ich das jetzt gesehen habe, bin ich eigentlich der Meinung, dass man bis auf einen Block (der dann als Museum und zur Erinnerung bzw. Mahnung dienen sollte) alles hätte abreißen sollen.

Bei den Strandkörben bin ich nicht sicher, ob sie noch vermietet wurden, zumindest entlang des Strands gab es keine Mietmöglichkeit, ob vielleicht an einer Hotelrezeption oder bei der Tourist Info - vielleicht. Fast alle waren mit Brettern abgesperrt, es gab aber auch immer mal welche, die offen waren und einfach so von Leuten für eine kleine Pause genutzt wurden.
LG Christina

Christina

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #54 am: 01. März 2021, 20:05:02 »
10. Tag – Sonntag, 27.09.

Ein dritter Schlechtwettertag in Folge erwartet mich heute. Da ich nicht schon wieder komplett nass werden will, steht heute statt Wanderung «Sightseeing» auf dem Plan.

Gegen 9 Uhr fahre ich nach Bergen, auf direktem Weg 20 km von Sellin, aufgrund der Umleitung (ich habe inzwischen die Karte angeschaut und festgestellt, wo genau sich die Baustelle befindet und was die Umfahrungsmöglichkeiten sind), die über Putbus führt, sind es 25 km. Bergen liegt ziemlich genau in der Mitte von Rügen, ist die größte Stadt der Insel (mit 13500 Einwohnern) und deren wirtschaftliches Zentrum.

Ich parke auf einem großen kostenlosen Parkplatz am Rande der Innenstadt und spaziere dann durchs Zentrum. Interessant ist das Amtsgericht und die Gebäude des ehemaligen Nonnenklosters, heute teils Museum, teils sind kleine Geschäfte darin untergebracht, jetzt am Sonntagvormittag hat alles geschlossen. Direkt neben dem ehemaligen Kloster steht die Marienkirche, die älteste Kirche Rügens. Für eine Innenbesichtigung bleibt mir leider nur wenig Zeit, da der Beginn des Sonntagsgottesdienstes bevorsteht. An der Außenmauer sehe ich den Jaromarstein, zumindest wird vermutet, dass die Figur auf der in die Mauer eingelassenen Granitplatte Jaromar, der Slawenfürst (siehe die Jaromarsburg am Kap Arkona) ist.






Der Marktplatz ist von einer Reihe hübscher Häuser umgeben, bei schönem Wetter kann man hier sicher in einem der Cafés bzw. Restaurants nett draußen sitzen.




Vom Marktplatz spaziere ich durch ein Wohngebiet und eine herrliche Baumallee zum Stadtrand wo sich der Ernst-Moritz-Arndt-Turm befindet.



Ernst Moritz Arndt ist einer der berühmtesten, aber auch umstrittensten Rüganer, 1769 geboren, setzte er sich nach seinem Studium in Greifswald gegen die damals noch herrschende Leibeigenschaft ein, die 1806 auch tatsächlich aufgehoben wurde. Danach wendete er sich immer stärker dem Nationalismus zu, vertrat antisemitische und rassistische Ansichten. Später wurde er von den Nationalsozialisten, dann aber auch von der DDR Führung als vorbildlicher Deutscher Denker geehrt.

Der Turm in Bergen wurde zum 100. Geburtstag von Arndt gebaut, gesponsert vom Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus und dem preußischen König Wilhelm I. 1877 war der Turm dann fertig. Ich vermute, dass man wegen der tief hängenden Wolken kaum etwas von oben sehen wird, aber einen Versuch ist es allemal wert. Am Drehkreuz werfe ich EUR 2 ein, dann geht es 43 Stufen nach oben. Der obere Teil der Treppe ist aus hübsch verziertem Gußeisen. Die Aussichtssituation ist allerdings noch schlechter als ich dachte, man sieht tatsächlich überhaupt gar nichts außer einer grauen Nebelwand – schade.



Vom Turm gehe ich wieder zurück zum Auto und fahre ins nur wenige Kilometer entfernt gelegene Dorf Ralswiek. Dieses liegt am Großen Jasmunder Bodden und ist wegen seines Schlosses und den Störtebecker Festspielen (die dieses Jahr coronabedingt ausgefallen sind) bekannt.

Ich parke auf dem kostenlosen Parkplatz am Hafen und nutze die dortige Toilette. Dann spaziere ich durch das Dörfchen, das auch bei tiefhängenden Wolken und leichtem Regen sehr idyllisch ist.







Zum Schloss, das oberhalb des Ortes auf einem Hügel liegt, geht es auf einem Waldweg durch den Schlosspark. Von der Terrasse des Schlossrestaurants hat man einen schönen Blick auf den Bodden und die Kulissen der Festspiele. Es ist zwölf Uhr und das Schlossrestaurant würde sich zum Mittagessen anbieten, leider öffnet die Küche erst um ein Uhr. Das ist mir deutlich zu spät und so spaziere ich den Hügel wieder hinunter und kaufe mir vom Räucherschiff am Hafen ein Fischbrötchen, das ich an den Tischen neben dem Schiff esse (es gibt auch noch ein paar Restaurants im Ort, die aber alle geschlossen sind).



Bis jetzt habe ich noch keine Souvenirs gekauft, möchte aber auf jeden Fall noch ein paar lokale Produkte mit nach Hause nehmen – da bietet sich doch das schlechte Wetter für einen Shoppingausflug an. Fast direkt an der Strecke zurück nach Sellin («fast» wegen der Umleitung) liegt in Zirkow der «Karls Erlebnishof», eine riesige, schön dekorierte Einkaufsscheune mit vielen lokalen Produkten (nicht nur von Rügen, sondern aus ganz Mecklenburg-Vorpommern), Dekoartikeln, Restaurant und Café und einem Außenbereich (den ich nicht angeschaut habe) mit Essensständen, einem großen Kürbismarkt und ich glaube auch Fahrgeschäften und Streichelzoo für Kinder.

Hier ist einiges los, der nötige Abstand lässt sich meistens gerade so noch einhalten. Ich kaufe Rapshonig, Sanddorn-Chili-Senf, Rügener Rapsöl und einen Sanddorn Früchtetee (wie sich inzwischen herausgestellt hat, ist alles sehr lecker und bis auf den Früchtetee ist alles schon verbraucht ;D).

Nachdem der Einkauf erledigt ist, fahre ich zurück nach Sellin. Es ist 14.30 Uhr und regnet nicht, da würde sich doch ein Spaziergang zur Wilhelmstrasse mit Café - Einkehr doch anbieten. Im Café in dem ich gestern schon war (riesige Auswahl an Kuchen und Torten), habe ich heute weniger Glück als gestern, ich finde keinen freien Platz im Café (echt doof, dass man wegen Corona nicht zu anderen an einen Tisch sitzen darf), so esse ich meine sehr leckere Mohntorte halt draußen, etwas frisch, aber gerade noch machbar.

Als ich fertig bin, ist es weiterhin trocken, daher gehe ich nochmal zur Seebrücke und vom Strand dort unterhalb der Steilküste am Wasser entlang bis zum Südstrand. Die Wellen sind auch heute noch ziemlich hoch, das ist so eine ganz andere Stimmung, als wenn bei Sonne und ruhiger See die kleinen Wellen über die Steine am Strand plätschern.





Schließlich gehe ich am Südstrand den steilen Weg (kommt auf dem Foto gar nicht so steil rüber, wie es in Wirklichkeit ist) hinauf und bin dann gegen 17.15 Uhr wieder in der Ferienwohnung.



Wetter: überwiegend trocken, teils leichter Regen am Vormittag, teils kalter Wind, bewölkt, ca. 15 °C
LG Christina

Ilona

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #55 am: 02. März 2021, 08:52:14 »
Die filigrane Wendeltreppe gefällt mir sehr gut und trotz des Schmuddelwetters hast du wieder etliche Kilometer zu Fuß gemacht :beifall:.

So einen trüben Tag muss man einfach zum Einkaufen nutzen. Regionale Spezialitäten wandern bei uns auch gerne in die Tüte.
Liebe Grüße

Ilona

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Silvia

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #56 am: 02. März 2021, 09:41:00 »
Ich finde diese herrlichen Baumalleen einfach nur toll  :herz:

... die Wendeltreppe ist auch sehenswert ... wenn es schon mit der Aussicht nichts war  :(

Susan

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #57 am: 02. März 2021, 21:38:40 »
Hilfe, ich verenglische  ::) Ich habe ungefähr eine Minute gegrübelt, was wohl Rap-shonig sein soll, bis ich richtig Raps-honig gelesen habe  :))

Trotz des trüben Wetters war es doch ein netter Tag. Bei dem Bild mit dem Räucherfischkutter läuft mir grad das Wasser im Munde zusammen, habe ewig keinen mehr essen dürfen.
Liebe Grüße
Susan

Christina

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #58 am: 03. März 2021, 19:36:28 »
Hilfe, ich verenglische  ::) Ich habe ungefähr eine Minute gegrübelt, was wohl Rap-shonig sein soll, bis ich richtig Raps-honig gelesen habe  :))

 :totlach: wobei mir das Wort, als ich den Text nochmal überflogen hab, auch etwas merkwürdig vorkam. Vielleicht heißt es richtig eher Rapsblütenhonig? Na ja, der Rap bleibt immer ;D
LG Christina

Christina

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Re: 2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020
« Antwort #59 am: 03. März 2021, 19:57:28 »
11. Tag – Montag, 28.09.

Heute verlasse ich die Insel – für einen Tagesausflug in die Hansestadt Stralsund. Um halb neun starte ich mit der 50 km Fahrt. Ich habe das Parkhaus am Ozeaneum und damit am Hafen als Ziel ins Navi eingegeben, was eine gute Wahl ist. Ich kann nämlich direkt von der Bundesstrasse 96 auf Rügen über den Rügendamm (also nicht die neuere Brücke, die ich bei der Anreise genutzt habe) Rügen verlassen, muss dann auf dem Festland nur noch einmal rechts abbiegen und ohne, dass ich mit dem Stadtverkehr in Berührung komme, bin ich schon am Parkhaus, in das ich gegen 9.30 Uhr einfahre.

Als erstes schaue ich mich am Hafen um. Das moderne Gebäude des Meeresmuseum Ozeaneum fügt sich gut zwischen die alten Backsteingebäude ein, bei bedecktem Himmel, wie jetzt gerade, hebt es sich allerdings kaum vom Hintergrund ab. Nicht weit entfernt vom Ozeaneum schaue ich mir noch die Gorch Fock I an, das Vorgängerschiff des Marineschulschiffs gleichen Namens, ist so aus unmittelbarer Nähe beeindruckend groß.




Vom Hafen gehe ich dann in die Innenstadt und starte meinen Rundgang am Alten Markt, sicherlich der schönste Ort der Stadt. Rund um den Platz stehen das wunderbare Rathaus mit Schaufassade, über den Bogenfenstern sind die Wappen der wichtigsten Hansestädte eingefügt, daneben die Nikolaikirche und eine ganze Reihe weiterer Häuser teils in Backsteingotik, teils in anderen Stilrichtungen.





Die Nikolaikirche schaue ich mir von innen an (EUR 3,00). Die älteste Kirche Stralsunds (Baubeginn war 1270) gefällt mir mit den filigranen gemalten Mustern und Fresken an den Säulen gut.



Ich verlasse den Alten Markt und komme in der Fährstrasse am Scheelehaus vorbei. In diesem roten Giebelgebäude aus dem 14. Jh., wurde der schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele (Entdecker des Sauerstoffs) geboren, heute befindet sich ein Hotel und Restaurant darin.



Weiter geht’s zur Ruine des ehemaligen Johannisklosters. Leider kann man sich das nur durch den Zaun anschauen, das Gelände ist schon seit Jahren wegen Sanierung gesperrt. Direkt nebenan ist eine idyllische Wohnsiedlung, hier setze ich mich auf eine Bank in (die inzwischen herausgekommene) Sonne und mache eine Pause.



Nicht weit entfernt ist das Kniepertor, eines von nur zwei noch erhaltenen Stadttoren, ursprünglich gab es mal zehn in der Stadtmauer, die die gesamte Altstadt im Mittelalter umschlossen hat. Direkt vor dem Kniepertor steht das kürzlich renovierte Theater von Stralsund. Entlang einiger Überreste der Stadtmauer gehe ich bis zum Kütertor, dem zweiten noch erhaltenen Stadttor.




Durch einige Strassen mit hübschen bunten Stadthäusern


erreiche ich den Neuen Markt mit der Marienkirche. Die Kirche ist viel zu groß, als dass man sie vom Neuen Markt ganz anschauen könnte, das werde ich später noch von etwas größerer Entfernung nachholen. Nun gehe ich aber zunächst in die Kirche, sie ist weniger üppig ausgestattet wie die Nikolaikirche, abgesehen von der prächtigen Orgel aus dem 17. Jh.


In einem Seitenschiff hängen einige Bilder eines lokalen Malers mit bunten modern gestalteten Ansichten von Stralsund, die mir richtig gut gefallen. Nachdem ich ein Foto von einem der Bilder gemacht habe, kommt ein Mann zu mir, der sich als der Maler vorstellt und mich bittet, möglichst wenig Bilder zu machen und sie nicht ins Internet zu stellen. Daran halte ich mich natürlich, leider konnte ich den Namen des Malers bei späterer Recherche nicht herausfinden, das eine oder andere seiner Bilder könnte ich mir durchaus für unser Wohnzimmer vorstellen (was ich mir, wie meist, erst später überlegt habe).

Das beste an der Marienkirche ist ihr besteigbarer Turm. Für EUR 4 geht es über 366 Stufen (gegen Ende zum Teil extrem steil, eher Leitern als Treppen) auf die 90 m hohe Aussichtsplattform. Die Aussicht ist genial, alle wichtigen Gebäude der Stadt sind zu sehen (interessant, wie klein das Rathaus neben der Nikolaikirche wirkt), dazu die vielen Wasserflächen, Rügenbrücke und –damm, die Werft, Altefähr auf Rügen und das ganze bei blauem Himmel und weißen Wölkchen.






Eine halbe Stunde genieße ich die Aussicht von oben. Als ich wieder unten bin, ist es halb eins und somit Zeit, nach einer Möglichkeit zum Mittagessen zu schauen. Im Reiseführer finde ich das Selbstbedienungsrestaurant «Die Suppenmacher» in der Nähe der Marienkirche. Hier gibt es täglich zwei oder drei frisch gekochte Suppen bzw. Eintöpfe zur Auswahl zum vor Ort essen oder zum Mitnehmen. Ich bestelle eine große Portion Chinakohl-Eintopf mit Hackfleisch, Karotten und Kartoffeln – sehr lecker und mit EUR 5,00 sehr günstig. Nach der Anschrift wird hier mal wieder nicht gefragt und Abtrennungen oder extra Abstand zwischen den Tischen gibt es auch nicht.

Nach dem Essen spaziere ich rund um den Frankenteich, da gibt es die gesamte Strecke entlang wunderbare Blicke auf die riesige Marienkirche.


Vom Teich gehe ich wieder zurück in die Innenstadt und zum Hafen. Da ich gerne Schiffchen fahre, habe ich vorab geschaut, ob es Hafenrundfahrten oder sonstige Ausflugsfahrten gibt. Um 14 Uhr startet eine Hafenrundfahrt, ich bin noch etwas unentschlossen, ob das wegen Corona so eine gute Idee ist. Mal schauen, ich beeile mich etwas und erreiche ein paar Minuten vor Abfahrt das Ausflugsschiff. Auf dem Oberdeck sind alle Plätze belegt (wegen Corona darf nur jeder zweite Platz genutzt werden), es wird mir aber angeboten auf der kleinen Freifläche am Einstieg zum Schiff mich aufhalten zu können, dafür wird auch extra ein Stuhl von innen geholt. Ich zögere etwas, da ich nicht sicher bin, wie die Ausblicke von dieser überwiegend überdachten Fläche sind, entschiede mich dann doch dafür. Ich bezahle EUR 10,00 und schon geht es los. Und mein «Extra-Platz» ist perfekt. Ich kann mich auf der Freifläche frei bewegen, mal nach hinten, nach links und nach rechts hinausschauen oder mich hinsetzen, das alles hätte ich mit einem festen Platz auf dem Oberdeck nicht gekonnt und das Dach stört überhaupt nicht, da es leicht nach innen versetzt ist.

Es gibt schöne Blicke auf die Skyline von Stralsund und Altefähr (wo ich am Tag der Ankunft auf Rügen war), es geht unter Rügendamm und –brücke hindurch, an der Werft vorbei und auch die Gorch Fock kann ich von der Wasserseite nochmal bewundern.







Nach ungefähr einer Stunde legen wir wieder im Hafen an. Ich spaziere nochmal in Richtung Zentrum. Im Café «Frötsch» in der Nähe des Alten Marktes mache ich Pause mit Milchkaffee und Schokonougattorte. Dann schaue ich mir nochmal die schönen Gebäude am Alten Markt an und stöbere durch die Souvenirabteilung der Tourismusinfo (kaufe aber nichts), gegen 16 Uhr gehe ich schließlich zurück zum Parkhaus (EUR 10,00 kostet das Parken für den Tag).

Eine Stunde später bin ich wieder zurück in der Ferienwohnung in Sellin. Gegen 18.30 Uhr mache ich mich nochmal auf den Weg, um die Seebrücke bei Dämmerung und Dunkelheit zu fotografieren – immer wieder schön.



Wetter: teils sonnig, teils wolkig, trocken, ca. 17 °C
LG Christina