Autor Thema: Warnung vor Green Motion Autovermietung  (Gelesen 1969 mal)

Horst

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Warnung vor Green Motion Autovermietung
« am: 12. Juni 2021, 11:32:52 »
Ich selbst hatte das letzten Sommer bei meiner Recherche bezüglich Mietwagenanbieter in Island selbst schon in einschlägigen Foren und Seiten gelesen und nun nochmal recht drastisch zusammengefasst hier:

https://www.reisewut.com/reisebericht-island-westfjorde/keflavik-green-motion/

Die Firma operiert scheinbar nicht nur in Island mit diesen Methoden also besser Finger weg.
"Die Wirklichkeit übertrifft die Erwartungen unserer Träume bei weitem." Christoph Columbus

Rainer

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #1 am: 12. Juni 2021, 12:46:23 »
Ich will jetzt nicht Green Motion in Schutz nehmen, ich kenne den Laden nicht. Aber ich finde es ziemlich eigenartig, wenn Leute nur eine einzige KK in den Urlaub mitnehmen und die ist dann quasi "am Limit", wenn man 2.900,-€ blockt. Und angeblich steht das in den Mietbedingungen drin, dass diese Kaution (die nur geblockt wird, nicht abgebucht) in dieser Höhe fällig wird.

Wir haben typischerweise mindestens 4(!) KK im Urlaub dabei und jede einzelne davon ist weit über 5.000,-€ belastbar. Die Barclay Platinum und die Advanzia Gold bis zu 10.000,-€. Ich habe also faktisch mindestens 20.000,-€ dabei - soviel Geld besitze ich gar nicht auf dem Konto. Aber die Kreditkarten würden das decken und das ist die Stelle, die ich bei den schlechten Kritiken nicht wirklich verstehe. Zugebenermaßen sind 2.900,-€ für eine Kaution ziemlich Holz, aber erstens steht es ja angeblich in den Mietbedingungen und zweitens wird auch in anderen Ländern eine Kaution geblockt, die aber meistens deutlich geringer ausfällt.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich hätte da an gleicher Stelle wahrscheinlich gar nichts gesagt, hätte sowieso die unnötige Versicherung (statt Kaution) nicht abgeschlossen und hätte von dem ganzen "Schmuh" im Hintergrund gar nichts bemerkt. Und wer eine halbwegs vernünftig gedeckte KK dabei hat, sollte das meiner Meinung nach genauso handhaben.

P.S.: Ich habe mich mal informiert. Also grundsätzlich ist Green Motion erst einmal ein ganz normaler Rentalcar Anbieter, der weltweit aktiv ist und ca. 450 Stationen betreibt. Ob das viel oder wenig ist, kann ich nicht beurteilen. Ich muss aber wirklich langsam den isländischen Anbieter in Schutz nehmen, denn was "Reisewut" entsprechend wütend auf seiner Homepage schreibt, ist leider nicht richtig. Ich zitiere mal einen Ausschnitt:

Zitat
"Es wird einem vorgegaukelt, dass die im Vorfeld abgeschlossene Versicherung in Island keinerlei Gültigkeit hat und man eine Versicherung von Green Motion abschließen muss – sei es nun eine zusätzliche Sand- und Ascheversicherung oder eine allgemeine von dieser Firma. DAS ist natürlich völliger Quatsch !! Selbstverständlich haben die in Deutschland über den Veranstalter oder über ein Buchungsportal geschlossenen Versicherungen auch in Island Gültigkeit."

"irrtum" sprach der Igel und sprang von der Bürste...

Ich habe mir die Mühe gemacht und einen Wagen bei billiger-mietwagen (nicht ganz) gebucht. Als Vermittler wird Argus Car Hire angeführt (das deckt sich mit den Beiträgen bei Reisewut). Bei Reisewut erkennt man aber schon die Problematik der Anwender, die nicht erkennen, dass auch Argus Car Hire nicht der Vermieter ist, sondern lediglich ein Vermittler.

Und wie ich es mir gedacht habe, kann man entweder den Wagen komplett ohne Versicherungen buchen (das würde ich ausdrücklich empfehlen und dann vor Ort die Versicherung, die bis dato so ärgerlich erscheint, mit Green Motion abschließen), oder man bucht ein komplettes Versicherungspaket direkt via billiger-mietwagen dazu. Dieses Versicherungspaket gilt es allerdings richtig zuzuordnen und genau da irrt "Reisewut". Dieses Versicherungspaket kommt nämlich nicht von Green Motion, sondern ist ein Angebot des Vermittlers Argus Car Hire. Derlei Versicherungen funktionieren auf dem Prinzip der Erstattung, was auch ausdrücklich auf billiger-mietwagen.de geschrieben steht.

Das bedeutet für den Vermieter Green Motion, dass der Kunde ein unversichertes(!) Auto haben möchte. Die Erstattung eventueller Unfallkosten ist keine Leistung, die Green Motion vereinbart oder veranlasst hat. Im Prinzip läuft das darauf hinaus, dass man im Schadenfall vorleisten muss und sich das Geld dann von Argus Car Hire (Sitz in London) wiederholen muss. So ist der Vertrag gestaltet und Green Motion hat zu 100% Recht, wenn sie sagen, diese Versicherung gälte in Island nicht und das wäre keine Versicherung für den Mietwagen. Das ist es auch nicht, das stellt sich vielleicht für den unbedarften Kunden so da, aber es ist ausschließlich eine Versicherung und eine Leistung des Vermittlers. Und Green Motion sagt vollkommen zu Recht, wenn ich jemandem mein Auto gebe, das dieser vielleicht schrottet, dann bekommt der das nur, wenn er eine adäquate Sicherheit hinterlegt. Da habe ich 100% absolutes Verständnis für und im Falle des Falles würden die Kunden auch platt umfallen, wenn sie bemerken, dass sie im Zweifel finanziell in Vorhand gehen müssen (das müssen sie nämlich). Und Green Motion hat absolut Recht, wenn sie eine Sicherheit verlangen.

Alternativ bietet Green Motion selbst eine Versicherung an und die kostet eben ca. 290,-€. Das ist für 3 Wochen Urlaub vollkommen angemessen und normal, das kostet es überall auf der Welt. Was aus der Sicht der Kunden so selbstverständlich erscheint, sie hätten doch schon eine Versicherung und das ganze wäre ein Betrug, ist lediglich ein Irrtum des Kunden. Die haben einfach das Prinzip des Erstattens nicht verstanden, was aber definitiv auf billiger-mietwagen.de vermerkt ist.

Also lange Rede, kurzer Sinn, Green Motion verhält sich in Sachen Kaution vs. Versicherung absolut korrekt und verlangt verständlicherweise eine ernstzunehmende Rücklage für die Herausgabe des Mietwagens. Entweder eine fette Kaution, oder die echte Versicherung auf Island. Die vom Kunden abgeschlossene "Versicherung durch Erstattung" nützt Green Motion  gar nichts und sie weisen folgerichtig absolut zu Recht darauf hin, dass diese "Versicherung" auf Island keine Versicherung ist. Das Problem liegt beim Kunden, der den Mietvertrag mit billiger-mietwagen.de falsch oder gar nicht verstanden hat.

Horst

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #2 am: 13. Juni 2021, 18:05:27 »
Hallo Rainer,
wegen der Kaution gebe ich Dir recht.
Da muss man halt im Vorfeld aufpassen wegen der Deckung.
Allerdings dass das Auto sonst quasi aus Sicht des Vermieters unversichert ist, wenn man "nur" eine Vollversicherung aus D hat - sehe ich anders.
Der Vermieter weiß ganz genau welche Versicherung ich habe und welche Qualität die hat.
Der Versuch da was zu verkaufen ist eigentlich immer nah am Beschiß.

Bei Green Motion gibt es aber noch ganz andere Probleme und deshalb auch die Warnung - z.B. der Versuch Schäden die vorher schon da waren, nachträglich dem Kunden aufs Auge zu drücken.
Mir ist eingefallen - ich hatte die 2016 in Manchester - das gleiche - Abzockeversuche mit vermeintlichen Schäden bei der Abgabe. Mir war es letztendlich wurscht da ich Versicherungen hatte die ALLES übernommen hatten.
Sonst wäre es extrem ärgerlich geworden.

Google mal nach Green Motion.
Da fidnest Du reichlich Futter. Z.B. hier:
https://www.tripadvisor.com/ShowTopic-g189970-i594-k9814224-Reykjavik_Capital_Region.html
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Rainer

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #3 am: 13. Juni 2021, 22:24:16 »
Hallo Horst,

ne, noch sind wir nicht auf der gleichen Linie (das muss natürlich auch nicht sein), aber ich bin da noch guter Dinge.

Du sagst, dass Du die Kaution verstehst. Aber genau die ist ja sehr, sehr hoch und das hat natürlich seinen Grund. Ich glaube nämlich durchaus nicht, dass der Vermieter in irgendeiner Form von der eigenartigen Versicherung des Vermittlers profitiert.

Eigentlich ist es schon eine Frechheit, dass diese Versicherung "Vollkasko" genannt wird (was sicher auch ein Problem von billiger-mietwagen ist), denn es ist faktisch keine Vollkaskoversicherung. Diese Versicherung durch den Vermittler, von der aus meiner Sicht nicht im geringsten sicher ist, dass der Vermieter davon weiß, denn sie ist für den Vermieter vollkommen wertlos, die versichert den Kunden. Es ist eine Rückendeckung nach dem Motte "Du kannst die Karre gerne schrotten, wir erstatten Dir (dem Mieter!) die Kosten". Aber was hat der Vermieter davon?? Gar nichts.

Im Gegenteil. Es ist ganz offensichtlich, dass der Vermittler damit ein Stück vom Kuchen abbekommen möchte, nämlich vom Kuchen der teuren Vollkaskoversicherungen, die sonst die Vermieter ihren Kunden verkaufen. Aber das ist eben problematisch: der Vermittler ist nicht Eigentümer des Autos, mithin kann er keine echte Vollkasko abschließen. Das kann nur der Eigentümer. Stattdessen bietet der Vermittler eine Art "Rückendeckung" an, schnappt damit dem Vermieter diese Ertragsmöglichkeit vor der Nase weg und bietet aber auch keine echte Vollkasko Versicherung.

Und genau da ist auch das Problem: was passiert denn, wenn der Kunde die Karre wirklich schrottet? Bei einer echten Vollkasko wird der Vorgang einfach an die Versicherung durchgereicht und fertig. Genau das geht hier aber gar nicht. Insbesondere hat der Vermieter (der Eigentümer) das Problem, wo er sein Geld herbekommt?! Es ist ja nicht seine Versicherung und er hat keinerlei Ansprüche gegen die Versicherung. Die Versicherung besteht ja zwischen Mieter und Vermittler. Was also soll der Vermieter machen? Er kann nichts anderes, als den Schaden beim Mieter einzufordern. Und jetzt passiert genau das, was gar nicht geht: der Mieter ist ja im irrigen Glauben, eine Vollkasko zu besitzen und verweist den Eigentümer, sich das Geld bei der Vollkaskoversicherung zu holen. Das geht aber nicht, der Eigentümer hat Null Rechte, bei dieser Versicherung auch nur einen Cent einzufordern. Er MUSS das Geld beim Kunden holen.

Der Kunde bockt aber im Zweifel. Und das ist das absolute Fiasko. Eigentlich muss der Kunde nämlich die Kosten vorstrecken, ein Kunde, der nicht einmal 2.900,-€ Kaution hinterlegen kann/will? Wie will der denn einen Schaden über (sagen wir mal) 20.000,-€  begleichen? Der Kunde glaubt ja, das wäre eine Vollkaskoversicherung. Das ist es aber nicht.

Also kann der  Vermieter doch gar nicht anders, als diese Versicherung nicht anzuerkennen. Mehr noch, ich gehe definitiv davon aus, dass er nicht einmal weiß, wer von den Kunden so eine "komische" Rückversicherung abgeschlossen hat. Einzig die selbst angebotene Versicherung des Eigentümers ist eine echte Vollkaskoversicherung. Und die kann der Kunde abschließen - oder (was eigentlich immer noch moderat ist) er hinterläßt wenigstens 2.900,-€ als Kaution. Im Zweifel nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Das ist ein ekelhaftes Konstrukt, was sich die Vermittler haben einfallen lassen, um bei den Versicherungen als Außenstehender mitzuverdienen. Auch wenn es gar nicht deren Fahrzeug ist.

Ansonsten kann ich zu Green Motion nichts sagen, mag sein, dass die ärgerlich sind. Alamo, Budget und Co. kriegen auch regelmäßig ihr Fett weg, Der Markt ist umkämpft und ruinös. Aber diese Versicherungsgeschichte ist ekelhaft und da trägt billiger-mietwagen sicher auch eine Schuld dran. Das DARF MAN NICHT Vollkasko nennen, denn es ist keine.

P.S.: Mir ist im nachhinein aufgefallen, das bei meiner Testbuchung via billiger-mietwagen der Autoverleiher nicht Green Motion heißt, sondern Faircar. Komische Sache, denn die Mietbedingungen (inkl. der hohen Kaution!) und inkl. "Versicherung durch Erstattung" durch den gleichen Vermittler Argus Car Hire waren alle identisch. Und es waren so gut wie alle Angebote von Faircar, obwohl ich eigentlich nach Green Motion gesucht hatte. Mein Verdacht: der Verleiher auf Island hat sich umbenannt. Also wenn Du von Faircar ein Angebot bekommst, schaue genauer hin!

P.P.S.: Lassen wir die Versicherungsgeschichte beseite (die spielt im Internet sonst keine große Rolle), aber Green Motion ist ansonsten wirklich ein "netter" Laden... hier noch bessere Geschichten: https://www.theguardian.com/money/2018/jun/09/green-motion-car-hire-bills

Sollte man wohl wirklich meiden, aber deswegen mein Hinweis, vielleicht haben sich manche Stationen umbenannt.

Horst

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #4 am: 14. Juni 2021, 22:50:21 »
Noch ein Wort zum Thema Versicherung.
Seriöse Anbieter hatten bei mir in den letzten Jahren selbst angemerkt "Sie haben ja alle Versicherungen die man braucht".
Unseriöse wollen dem Kunden dann doppelte Versicherungen andrehen.

Zudem möchte ich nicht wissen, wie oft vermeintliche Schäden in "hauseigenenen" Werkstätten der Vermieter "repariert" wurden - wo die Autos niemals einen KFZ-Mechaniker zu Gesicht bekommen haben.
Gerade Kunden mit Vollkasko-Versicherung ist es ja egal und was da für ein Schmuh getrieben wird, mag man sich vorstellen.

Bei mir in den letzten 20 Jahren übrigens der einzige Mietwagenanbieter über den ich wirklich ablästern kann. Alle anderen waren gut bis sehr gut.
Zuletzt in Nordspanien "Enterprise" (was ich auch schon öfter hatte) hat mich sogar vor Ort angerufen, ob ich zufrieden bin...
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Silke

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #5 am: 15. Juni 2021, 06:58:10 »


Hallo Horst,

ne, noch sind wir nicht auf der gleichen Linie (das muss natürlich auch nicht sein), aber ich bin da noch guter Dinge.

Du sagst, dass Du die Kaution verstehst. Aber genau die ist ja sehr, sehr hoch und das hat natürlich seinen Grund. Ich glaube nämlich durchaus nicht, dass der Vermieter in irgendeiner Form von der eigenartigen Versicherung des Vermittlers profitiert.

Eigentlich ist es schon eine Frechheit, dass diese Versicherung "Vollkasko" genannt wird (was sicher auch ein Problem von billiger-mietwagen ist), denn es ist faktisch keine Vollkaskoversicherung. Diese Versicherung durch den Vermittler, von der aus meiner Sicht nicht im geringsten sicher ist, dass der Vermieter davon weiß, denn sie ist für den Vermieter vollkommen wertlos, die versichert den Kunden. Es ist eine Rückendeckung nach dem Motte "Du kannst die Karre gerne schrotten, wir erstatten Dir (dem Mieter!) die Kosten". Aber was hat der Vermieter davon?? Gar nichts.

Im Gegenteil. Es ist ganz offensichtlich, dass der Vermittler damit ein Stück vom Kuchen abbekommen möchte, nämlich vom Kuchen der teuren Vollkaskoversicherungen, die sonst die Vermieter ihren Kunden verkaufen. Aber das ist eben problematisch: der Vermittler ist nicht Eigentümer des Autos, mithin kann er keine echte Vollkasko abschließen. Das kann nur der Eigentümer. Stattdessen bietet der Vermittler eine Art "Rückendeckung" an, schnappt damit dem Vermieter diese Ertragsmöglichkeit vor der Nase weg und bietet aber auch keine echte Vollkasko Versicherung.

Und genau da ist auch das Problem: was passiert denn, wenn der Kunde die Karre wirklich schrottet? Bei einer echten Vollkasko wird der Vorgang einfach an die Versicherung durchgereicht und fertig. Genau das geht hier aber gar nicht. Insbesondere hat der Vermieter (der Eigentümer) das Problem, wo er sein Geld herbekommt?! Es ist ja nicht seine Versicherung und er hat keinerlei Ansprüche gegen die Versicherung. Die Versicherung besteht ja zwischen Mieter und Vermittler. Was also soll der Vermieter machen? Er kann nichts anderes, als den Schaden beim Mieter einzufordern. Und jetzt passiert genau das, was gar nicht geht: der Mieter ist ja im irrigen Glauben, eine Vollkasko zu besitzen und verweist den Eigentümer, sich das Geld bei der Vollkaskoversicherung zu holen. Das geht aber nicht, der Eigentümer hat Null Rechte, bei dieser Versicherung auch nur einen Cent einzufordern. Er MUSS das Geld beim Kunden holen.

Der Kunde bockt aber im Zweifel. Und das ist das absolute Fiasko. Eigentlich muss der Kunde nämlich die Kosten vorstrecken, ein Kunde, der nicht einmal 2.900,-€ Kaution hinterlegen kann/will? Wie will der denn einen Schaden über (sagen wir mal) 20.000,-€  begleichen? Der Kunde glaubt ja, das wäre eine Vollkaskoversicherung. Das ist es aber nicht.


Nein, der Kunde weiss genau, dass es keine Vollkaskoversicherung ist, sondern dass es sich um eine Erstattung handelt. Das wird so bei der Buchung ganz klar mitgeteilt.
Zumindest war es bei uns bisher so, wir haben das Konstrukt schon mehrmals gebucht.
Und in unseren Fällen wusste der Vermieter auch genau, dass wir eine solche Versicherung haben. Es stand auf der Buchung und es lag bei den Vermietern vor.

Und der Kunde muss den Schaden ja nicht begleichen. Er reicht die Unterlagen bei der Versicherung ein, bekommt das Geld und leitet es an den Vermieter weiter oder tritt die Forderung gleich ab, so dass direkt an den Vermieter ausgezahlt werden kann. Auch bei einer Vollkasko müsste der Vermieter ja auf die Zahlung der Versicherung warten.

Rainer

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #6 am: 15. Juni 2021, 10:26:51 »
Natürlich müßte der Kunde wissen, dass er nur eine Versicherung durch Erstattung hat. Hier ist es ja auch nicht so, dass der Vermieter eine Versicherung aufschwätzen will. Nur zur Erinnerung:

Der Kunde WEISS (definitiv!) dass er eine Kaution hinterlegen muss, die ist definitiv die Folge der Versicherung durch die Erstattung. Der Kunde weigert sich aber, die Kaution zu hinterlegen und DANN besteht der Vermieter darauf, dass der Kunde eine richtige Vollkasko abschließt.

@Silke: es ist eben NICHT so, dass der Kunde einen evtl. Schaden einfach durchreichen kann. Wenn das bei Euch so war, war es ein Glücksfall. Wir hatten das beim letzten Urlaub in den USA auch genauso, für den Mietwagen von Frankfurt zurück nach Hause (und auch bereits auf dem Hinweg). Und wir wurden bei beiden Stationen darauf aufmerksam gemacht, dass wir einen Schaden selbst begleichen müßten und die Quittung beim Vermittler einreichen können. Der Vermieter hat in beiden Fällen explizit darauf hingewiesen, dass wir aus seiner Sicht unversichert sind, wenn wir das ändern wollten, könnten wir für (immerhin nur 30,-€, aber ist ja auch nur für 1 Tag) bei ihm eine Versicherung abschließen.

Haben wir abgelehnt, auch wir mußten dann eine Kaution via Kreditkarte hinterlassen. Also genau so, wie in Irland. Der Schuldige ist ganz ganz eindeutig der Kunde, der die Kaution nicht zahlen will, die steht fett mit rotem Kreuz markiert im Mietangebot (könnte ich auch hier einstellen, aber ich denke, das glaubt ihr auch so.). Wenn dem Kunde die Kaution zu hoch ist, ist das sein Problem, sie wurde bereits im Angebot deutlich vermerkt.

Christina

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #7 am: 15. Juni 2021, 18:16:36 »
Noch ein Wort zum Thema Versicherung.
Seriöse Anbieter hatten bei mir in den letzten Jahren selbst angemerkt "Sie haben ja alle Versicherungen die man braucht".
Unseriöse wollen dem Kunden dann doppelte Versicherungen andrehen.

Also ich kenne das aus der jüngeren Vergangenheit auch nur so. Wales und Azoren über ADAC gebucht mit "Vollkasko ohne Selbstbehalt" und bei beiden Anmietungen, einmal Avis, einmal Sixt wurde beim Abholen und beim Zurückbringen gesagt, dass es ja egal sei für mich, ob es irgendwelche Beschädigungen gibt am Auto, ich müsste ja eh nichts bezahlen.


LG Christina

Silvia

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #8 am: 16. Juni 2021, 09:49:16 »
Der Kunde WEISS (definitiv!) dass er eine Kaution hinterlegen muss, die ist definitiv die Folge der Versicherung durch die Erstattung. Der Kunde weigert sich aber, die Kaution zu hinterlegen und DANN besteht der Vermieter darauf, dass der Kunde eine richtige Vollkasko abschließt.

@Silke: es ist eben NICHT so, dass der Kunde einen evtl. Schaden einfach durchreichen kann. Wenn das bei Euch so war, war es ein Glücksfall. Wir hatten das beim letzten Urlaub in den USA auch genauso, für den Mietwagen von Frankfurt zurück nach Hause (und auch bereits auf dem Hinweg). Und wir wurden bei beiden Stationen darauf aufmerksam gemacht, dass wir einen Schaden selbst begleichen müßten und die Quittung beim Vermittler einreichen können.
Kenn ich auch so... Ich weiß nicht mehr, welches Land/ bzw. Autovermietung... aber ich hatte definitiv auch nur eine Versicherung für Erstattung, da hätte ich den Schaden erst bezahlen (über Kaution beim Vermieter gedeckt) und danach einfordern müssen.

Ich kann den Vermieter auch verstehen, das er den Kunden nicht ohne Kaution, bzw. Versicherung vom Hof fahren lässt.

Silke

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #9 am: 16. Juni 2021, 11:14:49 »


Natürlich müßte der Kunde wissen, dass er nur eine Versicherung durch Erstattung hat. Hier ist es ja auch nicht so, dass der Vermieter eine Versicherung aufschwätzen will. Nur zur Erinnerung:

Der Kunde WEISS (definitiv!) dass er eine Kaution hinterlegen muss, die ist definitiv die Folge der Versicherung durch die Erstattung. Der Kunde weigert sich aber, die Kaution zu hinterlegen und DANN besteht der Vermieter darauf, dass der Kunde eine richtige Vollkasko abschließt.

@Silke: es ist eben NICHT so, dass der Kunde einen evtl. Schaden einfach durchreichen kann. Wenn das bei Euch so war, war es ein Glücksfall. Wir hatten das beim letzten Urlaub in den USA auch genauso, für den Mietwagen von Frankfurt zurück nach Hause (und auch bereits auf dem Hinweg). Und wir wurden bei beiden Stationen darauf aufmerksam gemacht, dass wir einen Schaden selbst begleichen müßten und die Quittung beim Vermittler einreichen können.

Nein, ich habe damit noch keine Erfahrungen gemacht, ich habe nur dieses Konstrukt schon öfter gebucht.
Aber es wird ja wohl Niemand einen komplett geschrotteten Wagen einfach mal so bezahlen können. Also wird der Ablauf so sein, dass man eine Rechnung, einen Kostenvoranschlag o.ä. bekommt, den bei der Versicherung einreicht, die das Geld dann einem selbst auszahlt und man es weiter gibt an die Versicherung. Oder man tritt die Forderung, die man selbst an die Versicherung hat, an den Vermieter ab, dann kann die Versicherung gleich das Geld an den Vermieter zahlen. Selbstverständlich wird der Vermieter die Kaution einbehalten.

Rainer

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #10 am: 16. Juni 2021, 11:57:06 »
.
Aber es wird ja wohl Niemand einen komplett geschrotteten Wagen einfach mal so bezahlen können.

Das ist sicherlich ein Problem für manchen. Last not least kann man sein Konto überziehen und/oder einen Kurzzeitkredit beantragen. Mit der Versicherungspolice als Sicherheit sollte eine gute Hausbank da auch mitmachen.

Aber das ist sicherlich eine "Engstelle" in dem ganzen Konstrukt. Ich habe glücklicherweise fast alle Buchungsunterlagen der letzten Jahre elektronisch gespeichert, ich habe die mal durchgeschaut, tatsächlich hatte ich auch schon mehrfach (auch eigentlich nicht richtig wissentlich) Versicherung durch Erstattung gebucht. Und im Vertrag mit CarDelMar steht sogar explizit drin (das war unser Dänemark Urlaub 2018, da wollte ich nicht mit dem eigenen Fahrzeug fahren), dass wir einen Schaden durch Einreichung der Quittung erstattet bekommen. Und eine Quittung hat man immer erst, wenn man bezahlt hat.

Im Nachhinein erinnere ich mich auch wieder an die Abholung, das war bei "Buchbinder" in Mönchengladbach und ich hatte das auch unangenehm in Erinnerung, dass der Mitarbeiter ziemlich mau war und die Kreditkarte des Fahrers (meine Frau) haben wollte um eine ziemlich hohe Kaution zu blocken. Ich weiß leider nicht mehr, wieviel das war, aber es war unverhältnismäßig viel und ich fande es abgeschmackt. Damals habe ich überhaupt keinen Zusammenhang erkannt - jetzt wird mir einiges klarer. Diese Konstrukte sind nicht ganz ungefährlich.

Mir war auch gar nicht klar, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich hatte sehr wohl schon öfter den Fall, dass (nur!) die Selbstbeteiligung erstattet wird (ein deutlich geringeres finanzielles Risiko), aber dass die komplette Versicherung nicht über den Vermieter, sondern über den Vermittler läuft, das ist wirklich haarig. Ich werde auch ab sofort genauer hinschauen. Ich habe allerdings inzwischen ja sowieso die Barclay Platinum, die hat ja selbst schon so eine Versicherung drin, dass man quasi eine Haftpflicht (1. Mio) und eine Vollkasko (100.000,-€) im Ausland hat, WENN der Wagen nicht anderweitig versichert ist. Dazu MUSS ich aber mit der Barclay Platinum auch bezahlen.

Rainer

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #11 am: 16. Juni 2021, 12:50:01 »
Zuletzt in Nordspanien "Enterprise" (was ich auch schon öfter hatte) hat mich sogar vor Ort angerufen, ob ich zufrieden bin...

Enterprise ist ein richtiges Schwergewicht auf dem Rentalcar Markt. Das wissen komischerweise die wenigsten, aber sowohl Alamo als auch Nationalcar gehören(!) zu Enterprise. Wenn Du in den USA mal vor einer leeren Choice Line stehst, kann es sehr gut passieren, dass der Mitarbeiter mal eben bei Enterprise anruft und von dort einen Wagen ordert, das hatten wir auch schon mehrfach.

Ansonsten bin ich eigentlich auch immer zufrieden gewesen, ich bin auch noch nie betrogen worden. Manchmal habe ich auch das Gefühl, das hängt auch von den Leuten selbst ab. So wie hier, wenn man keine vernünftige Kreditkarte mitbringt, die auch mal eine fettere Belastung aushält, verstehe ich das sowieso nicht so richtig. Was soll man mit einer Kreditkarte, die nur 2.000,-€ oder so deckt?

Silke

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #12 am: 16. Juni 2021, 15:06:27 »
.
Aber es wird ja wohl Niemand einen komplett geschrotteten Wagen einfach mal so bezahlen können.

Das ist sicherlich ein Problem für manchen. Last not least kann man sein Konto überziehen und/oder einen Kurzzeitkredit beantragen. Mit der Versicherungspolice als Sicherheit sollte eine gute Hausbank da auch mitmachen.

Aber das ist sicherlich eine "Engstelle" in dem ganzen Konstrukt. Ich habe glücklicherweise fast alle Buchungsunterlagen der letzten Jahre elektronisch gespeichert, ich habe die mal durchgeschaut, tatsächlich hatte ich auch schon mehrfach (auch eigentlich nicht richtig wissentlich) Versicherung durch Erstattung gebucht. Und im Vertrag mit CarDelMar steht sogar explizit drin (das war unser Dänemark Urlaub 2018, da wollte ich nicht mit dem eigenen Fahrzeug fahren), dass wir einen Schaden durch Einreichung der Quittung erstattet bekommen. Und eine Quittung hat man immer erst, wenn man bezahlt hat.

Im Nachhinein erinnere ich mich auch wieder an die Abholung, das war bei "Buchbinder" in Mönchengladbach und ich hatte das auch unangenehm in Erinnerung, dass der Mitarbeiter ziemlich mau war und die Kreditkarte des Fahrers (meine Frau) haben wollte um eine ziemlich hohe Kaution zu blocken. Ich weiß leider nicht mehr, wieviel das war, aber es war unverhältnismäßig viel und ich fande es abgeschmackt. Damals habe ich überhaupt keinen Zusammenhang erkannt - jetzt wird mir einiges klarer. Diese Konstrukte sind nicht ganz ungefährlich.

Mir war auch gar nicht klar, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich hatte sehr wohl schon öfter den Fall, dass (nur!) die Selbstbeteiligung erstattet wird (ein deutlich geringeres finanzielles Risiko), aber dass die komplette Versicherung nicht über den Vermieter, sondern über den Vermittler läuft, das ist wirklich haarig. Ich werde auch ab sofort genauer hinschauen. Ich habe allerdings inzwischen ja sowieso die Barclay Platinum, die hat ja selbst schon so eine Versicherung drin, dass man quasi eine Haftpflicht (1. Mio) und eine Vollkasko (100.000,-€) im Ausland hat, WENN der Wagen nicht anderweitig versichert ist. Dazu MUSS ich aber mit der Barclay Platinum auch bezahlen.
Die Barclay hab ich auch. Das ist aber am Ende das gleiche Konstrukt.


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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #13 am: 16. Juni 2021, 17:08:42 »
Die Barclay hab ich auch. Das ist aber am Ende das gleiche Konstrukt.

Absolut, da gehe ich auch von aus.

Aber ich bin es ja auch nicht, der mit der notwendigen Kaution ein Problem hat (meine Barclay Karte hat ein Limit von 9.500,-€) und im Falle des Falles könnte ich auch einen ganzen Mietwagen vorstrecken. Von daher ist das FÜR MICH ausreichend.

Last not least reden wir hier sehr synthetisch über einen Fall, der vielleicht um Welten schlimmere Folgen hat als "nur" einen Haufen Schrott. Wenn man wirklich eine Karre total zu Klump fährt, gibt es eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch empfindliche Personenschäden entstanden sind, entweder bei sich selbst oder bei anderen Beteiligten. Und dann ist wahrscheinlich der angerichtete Schrotthaufen noch das geringste Problem.

In ganz, ganz vielen Fällen sollte eine dicke Kaution für einen typischen "Rempler" ohne Personenschaden ausreichen. Und darin besteht auch ihr Sinn. Wenn schlimmeres passiert, ist es sowieso müßig, vorher alle Eventualitäten auszudiskutieren. Das gelingt nicht. Das ist dann wirklich ein Problem. So oder so.

Horst

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Re: Warnung vor Green Motion Autovermietung
« Antwort #14 am: 16. Juni 2021, 23:02:36 »
Also diese Totalschadensituation sehe ich nicht so dramatisch.
Man haftet mit der Kreditkarte für den Selbstbehalt. Das sind je nach Wagenkategorie und Anbieter irgendwas zwischen 500 und 2500 Euronen.
Ist das Auto Totalschaden haftet man eben für diesen Betrag und mehr nicht.
Die deutsche Versicherung des Brokers zahlt einem dann den Selbstbehalt zurück wenn so gebucht.
Wo ist das Problem?

Im übrigen hatte ich schon mal einen Totalschaden, vor 23 Jahren in Namibia, in der Namib-Wüste mehrfach mit dem Wagen überschlagen ...
Daraus hat sich sogar noch ein Gewinn ergeben - aber das ist eine andere Geschichte  ;)
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