Autor Thema: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence  (Gelesen 9615 mal)

Susan

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September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« am: 08. Oktober 2021, 19:31:37 »
Zwar heißt es, die Hoffnung stürbe zuletzt, doch so richtig optimistisch waren wir nicht, einen Sonne-tanken-vorm-Winter Urlaub in Portugal dieses Jahr genießen zu können. Und das obwohl wir früher als erwartet ein Impfzertifikat erringen konnten.  ::)
Die Hindernisse schienen zwar nicht allzu hoch, doch wer weiß, was noch so unverhofft kommt an Bestimmungen. Daher wollten wir möglichst wenig Grenzen passieren und auch Ziele mit Fährfahrten meiden. Mein dusseliger Fehltritt mit seinen Folgen, der Bänderdehnung, setzte andere Grenzen.

Die erste Idee zu Südfrankreich kam mir bei der Recherche zu Flusskreuzfahrten und setzte sich dann fest. Kurzzeitig hatte ich sogar eine Hausboottour im Sinn, doch die Mietpreise setzten dem schnell ein Ende.  ???  Nachdem wir dann tatsächlich solche Urlauber beobachten konnten, ist auch klar, dass das mit angeknackstem Knöchel keine gute Idee gewesen wäre. 

Also inhalierte ich Reiseberichte, -führer und – blogs und hätte sicher ein Dutzend Touren basteln können, sogar ohne Wanderführer, die vielleicht noch mehr Ziele initiiert hätten. Was letztlich aus allen Ideen geworden ist ...



Die Provence ist wahrscheinlich den meisten ein Begriff. Diese Region liegt östlich der Rhone,  das Languedoc ist die westlich davon bis etwa zur Garonne. Historisch gesehen bezeichnete es die Gemeinden in Südfrankreich, in denen okzitanisch (oc), eine regionale romanische Sprache, gesprochen wurde.

Da wir nicht ganz so weit in den Süden fahren wie sonst zum Herbst, starten wir etwa drei Wochen früher als gewöhnlich.

Ihr seid herzlich eingeladen uns zu begleiten.

 :welcome:
Liebe Grüße
Susan


Silv

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #1 am: 08. Oktober 2021, 20:09:16 »
Erste!

Ich bin zwar jetzt nicht gerade der Frankreich-Fan...aber schauen wir mal  :)

Bei uns hat es dieses Jahr übrigens mit Slowenien (4 Tage, Rest war Österreich und Deutschland) geklappt, wir konnten unseren Urlaub ohne irgendwelche Blessuren bei tollem Wetter genießen und sind seit Dienstag wieder zurück.
Liebe Grüße
Silvia

Christina

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #2 am: 08. Oktober 2021, 20:21:38 »
Ach wie schön, ein Bericht aus meinem geliebten Frankreich, da bin ich natürlich mit dabei, nach 2017 (und damit 4 Jahre Frankreich in Folge) hatte wir uns eine Frankreich Pause verordnet, aber so langsam würde ich doch gerne mal wieder hin. War auch für diesen Herbst eine Überlegung gewesen, aber wie schon bei Paulas Reisebericht geschrieben, scheitert selbst ein einwöchiger Wanderurlaub in Deutschland an Peter's Reiseunlust und Arbeitseifer (zum Glück hatte ich schon damit gerechnet und hatte nun zwei wunderbare Nordseewochen).

Ich bin gespannt, ob ich im Provence Teil etwas wiedererkenne, bei zwei der Fotos aus der Collage habe ich einen Verdacht, aber die Fotos sind klein und die Orte ähneln sich auch, ich lass mich überraschen ;D
LG Christina

Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #3 am: 08. Oktober 2021, 21:05:36 »
Hallo ihr Zwei,

schön, dass ihr dabei seid und selbst so schöne Urlaubstage hattet. Wäre natürlich gespannt auf Berichte und seien sie nur kurz  :floet: Hat aber keine Eile.  8)

Christina, im Provence Teil wirst du sicher vieles wiederkennen, habe ich doch deinen Reisebericht als Anregung genommen.  ;D

So, die Waschmaschine läuft und im TV gibt es Fußball  ::)  Also geht es gleich mal weiter...
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #4 am: 08. Oktober 2021, 21:29:17 »
29. und 30. August  Der Sonne hinterher

Schon das Packen und Beladen des Wohnmobils war recht nervig. Immer wieder unterbrochen durch Regenschauer.  Überhaupt hatten wir das Gefühl, dies Jahr mit Sommertagen zu kurz gekommen zu sein. Insbesondere der August war echt besch…  :P

Schließlich ist alles drin, was mit soll und wir können nach einem frühen Sonntagsfrühstück starten. Natürlich bei Regen!
Wie geplant sind so gut wie keine LKWs unterwegs und wir kommen gut voran. Nur das ständige Wasser von oben nervt. Wir hatten echt keine fünf Minuten, in denen es mal nicht nieselte, regnete oder schüttete.

Zum Glück hören wir rechtzeitig vor dem Hattenbacher Dreieck, dass es sowohl auf der A5 als auch auf der  A67 kilometerlange (und wachsende) Staus gibt. Also bleiben wir auf der A7 bis Würzburg und fahren dann über die A81 Richtung Schwarzwald. Insgesamt vielleicht keine wirkliche Zeitersparnis, aber immerhin rollen wir stetig bis auf kleine Stockungen im Raum Stuttgart.

Bei der Kaffeepause an der Raststätte wird dann auch erstmalig das Impfzertifikat auf den Handys getestet; klappt reibungslos.  ^-^
Wir schlagen unser Nachtquartier auf dem Campingplatz Alpirsbach auf, ein Wiesengelände an der Kinzig. Nach den Bildern der Flutkatastrophe und dem Dauerregen sind wir schon ein wenig vorsichtig, wähnen uns aber weit genug von dem Bach entfernt. Ein Übriges tut das Alpirsbacher Klosterbräu, von dem jeder Gast eine Flasche gratis bekommt.  ;)   Achja, das Impfzertifikat funktioniert auch im Schwarzwald.





Am nächsten Morgen ist es zumindest zeitweise trocken, aber immer noch grau in grau Wolken verhangen. Über Freiburg-Nord (nochmal volltanken) schlagen wir uns zur A5 durch und biegen dann Richtung Frankreich ab. Brav haben wir das Einreiseformular ausgefüllt, aber das will an der Autobahn natürlich niemand sehen bzw. es ist erst gar keiner da.  8)

Kurz hinter Mülhausen die ersten Stücke blauen Himmels seit langem;



bei Dole strahlender Sonnenschein und kurz vor Lyon müssen wir die Klimaanlage einschalten.  ;D
Die brauchen wir dann besonders um Lyon herum – heftiger Verkehr, obwohl wir schon die äußerste Umfahrung gewählt haben.
Kaum haben wir die französische A7 erreicht, ruft der nächste Campingplatz an, ob wir noch kämen. Naja, so spät ist es eigentlich noch nicht.  ::) Die Dame ist beruhigt, als ich ihr sage, wir hätten Lyon passiert.
Ziel ist der Campingplatz Le Soleil Fruité bei Châteauneuf-sur-Isère. Eine schöne Anlage, eigentlich zu schade als reiner Übernachtungsplatz. Ich müsste mal recherchieren, was es so in der Nähe zu sehen gibt. Auch hier funktioniert der QR-Code des Impfzertifikats als "pass sanitaire"  einwandfrei und wir bekommen unser erstes "Freundschaftsbändchen". Für einen Poolbesuch ist es leider zu spät, doch ein Gläschen Pastis als Aperitif bringt das Frankreichurlaub Gefühl.

Pastis ist ein französischer Anisschnaps mit 40 bis 45 "Umdrehungen" und wird üblicherweise mit (Eis)Wasser serviert. So kann sich jeder den Drink nach Wunsch verdünnen.


Liebe Grüße
Susan


Horst

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #5 am: 08. Oktober 2021, 21:46:47 »
Wow - Reise im September - Anfang Oktober schon der Bericht - das ist fix  ;)
Bin ich gerne mit dabei.
Zumal ich noch nie Urlaub in Frankreich gemacht habe.
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Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #6 am: 08. Oktober 2021, 23:26:32 »
Willkommen, Horst  :adieu: Vielleicht kommst du ja auf den Geschmack einer Frankreichreise.

Ich schreibe die Reiseberichte gern möglichst bald, sonst entfleucht mir zuviel der Erinnerung  :floet: Bin nämlich meist zu faul, abends Notizen zu machen.


31. August  Gorges de l’Ardèche

Der Morgen beschert uns herrlichen Sonnenschein.  ;D Da macht das Frühstück gleich noch mehr Spaß, besonders mit dem leckeren Baguette. Das schmeckt vor Ort meistens besser als daheim.
Die Nachbarn rundum scheinen hier länger zu logieren: Vater auf Fahrradtour, Mutter und Kinder an den Pool.

Für die Fahrt zum nächsten Etappenziel bleiben wir der Autobahn fern. Insbesondere suchen wir einen Supermarkt mit Tankstelle, da ist der Sprit in der Regel billiger. Der erste hat leider zu niedrige Höhenbarrieren, aber wir finden zum Glück noch einen weiteren, der sogar billiger ist.
Wir können Blicke auf die Rhone werfen und die Landschaft drum herum genießen – viel Weinbau.  ^-^ Und uns wieder an den französischen Verkehr gewöhnen: Kreisel über Kreisel und reichlich Tempo 30 Zonen mit Bodenschwellen  ::)

Schließlich kommen wir zum Fluss Ardèche, der im letzten Drittel seines Verlaufs eine große Schlucht durchquert. Anders als der google-Routenplaner haben wir kein Problem damit, die am Nordrand der Schlucht verlaufende Panoramastraße Richtung nächstem Campingplatz zu fahren (daher auch keine Streckenkarte). Die D290 ist durchaus Wohnmobil tauglich, einzig Parken an den Aussichtspunkten kann ein Knackpunkt werden. Zur Hochsaison würde ich sie weniger gern befahren wollen, egal mit welchem Gefährt.

Cool ist diese neue Lösung: der Parkplatz wurde quasi in die Mitte verlegt. Da kommt man von beiden Seiten gut ran.



Beim Grand Belvédére sieht man noch wenig Schlucht.



Das wird später besser. Ich weiß nicht genau, an welchen Aussichtspunkten wir angehalten haben. Da wir schon öfter dort waren, haben wir einige ausgelassen. Zudem gab es nicht überall Parkraum fürs Dickschiff. Die Ardèche hat einige Hufeisenschleifen, so sind die Aussichten auch keine wirkliche Hilfe.






Fluss gezoomt


eine der Hufeisen-Schleifen

Die Gorges sind seit Jahrzehnten ein Klassiker für Kanu- und Kajaktouren. Es heißt im Sommer käme man trockenen Fußes durch die Schlucht, so viele Boote seien unterwegs.  ^-^ Mittlerweile gibt es wohl einige Beschränkungen und strengere Regeln. Wir haben die 32 km Tour schon ein paar Mal gemacht, heuer ist das aber keine Option. Freitags und Samstags kann man sich auch hinunter schippern lassen, ich habe jedoch zu lange mit der Reservierung gezögert. Schade, denn die Landschaftseindrücke unterwegs sind einfach toll.

Von oben sind die Boote auch gut zu sehen







Die Schlucht ist etwa 32 Flusskilometer lang und bis zum 300 m tief. Sie ist bis auf zwei Biwaklagerplätze unbebaut. Auf denen kann man mit Reservierung kampieren allerdings nur eine Nacht. Es soll auch einen Wanderweg durch die Gorges geben, wir jedoch haben dort noch nie Wanderer gesehen. Ist ja auch eine beachtliche Strecke, wenn wohl nur in zwei Tagen zu schaffen.







Je näher wir dem Hauptort des Tals Vallon-Pont-d’Arc kommen, desto voller wird die Straße. Daher auch kein Stopp am Markenzeichen der Gorges, dazu kommen wir später.

Wir beziehen einen Stellplatz auf unserem Lieblingscampingplatz dort, d.h. der wurde mit einem anderen zusammengelegt und firmiert nun als  Rives d’Arc. Ich hatte reserviert, was wohl unnötig gewesen wäre. Doch da in Frankreich auf immer mehr Campingplätzen die Parzellen mit Mobilhomes umbaut werden, erschien mir das sicherer. Handy herausholen und Impfzertifikat laden, wird langsam zu Routine. Wir bekommen ein Bändchen in anderer Farbe. 

Nachdem wir uns installiert haben, schauen wir noch zum Fluss. Dort gibt es Terrassen für (Liege)Stühle und einen Badeplatz;



Time to relax 


Liebe Grüße
Susan


Horst

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #7 am: 09. Oktober 2021, 12:09:44 »
Tolle Schlucht!


Anders als der google-Routenplaner haben wir kein Problem damit, die am Nordrand der Schlucht verlaufende Panoramastraße Richtung nächstem Campingplatz zu fahren (daher auch keine Streckenkarte).
Das könnte daran liegen, dass google maps die Strecke tagesaktuell anzeigt - also im September war sie noch befahrbar - im Oktober vielleicht nicht mehr.
So ging es mir jedenfalls schon mit Islandkarten von Gmaps - weil außerhalb des Sommers divese Straßen nicht mehr befahrbar sind.
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Rainer

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #8 am: 09. Oktober 2021, 12:41:21 »
Wenn Horsts Vermutung stimmt (was ich auch annehme), könntest Du (Susan) mal probieren, in Google Maps die Abfahrtszeit (inkl. Datum, auch vergangene Termine werden akzeptiert) auf Euer Reisedatum zu legen. Vielleicht taucht die Strecke ja dann auf. Ich kann das in meinem Browser, wenn oben ich links, aber rechts neben dem Start Eintrag auf die 3 senkrecht angeordneten Punkte klicke.

@Horst: dasselbe könntest Du auch mit Island probieren. Ich habe selbst keine Route auf Lager, um das mal zu testen.

Horst

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #9 am: 09. Oktober 2021, 15:03:49 »
@Horst: dasselbe könntest Du auch mit Island probieren. Ich habe selbst keine Route auf Lager, um das mal zu testen.
Ich mach das immer gleich nach der Reise und ziehe Hardcopies der Google Maps Routen fürs Fotobuch. ;)
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Ilona

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #10 am: 09. Oktober 2021, 17:23:32 »
Liebe Susan,

du bist wirklich von der schnellen Truppe :beifall:. Das liegt bestimmt auch daran, dass du dein Büro mit an Bord hast. Ich mache mir auf Reisen abends immer ein paar Notizen, wenn ich nicht zu kaputt bin. Dennoch dauert der Reisebericht im Anschluss einige Zeit.

Um Frankreich hatte ich bisher immer einen großen Bogen gemacht, wobei ich mich mittlerweile als Tagesausflügler mit dem Elsass anfreundete. Aber dort verstehe ich die Leute wenigstens :cool2:. Unser Schulfranzösisch ist lange her und wurde nie weitergepflegt.

Doch nun zur Anreise: Die Alternativroute war zwar ungeplant, aber ihr seid an uns nur 20 km entfernt vorbeigefahren und hättet gerne einen Abstecher machen können. So kurzfristig hätten wir zwar kein Alpirsbacher Klosterbräu auftischen können, aber irgendetwas zum Anstoßen :drunken: findet sich immer.

Die Ardèche-Schlucht gefällt mir sehr gut. Bei dem klaren Wasser würde sogar ich ins Kanu steigen. Verfahren kann man sich schließlich nicht  :floet:. An den Schleifen haben sich traumhafte weiße Sandstrände gebildet. Schluchten kann ich einfach nicht widerstehen und bisher gefällt mir das Gezeigte sehr gut :thumb:. Auf die roten Felsen  :zwinker: freue ich mich jetzt schon.

Liebe Grüße

Ilona

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Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #11 am: 09. Oktober 2021, 19:58:58 »
Danke für die Hinweise zur Landkartenerstellung. Diesmal liegt es wohl nicht an der Jahreszeit, schon im Sommer bei der Planung wolle der Routenplaner da nie lang  ::)

Mit dem Einfügen von Zwischenzielen auf der Panaoramastraße ist es mir jetzt gelungen, die Karte zu erstellen. Ein Teilstück ist offenbar als Einbahnstraße gespeichert, daher kamen einige unsinnige Routenführungen.


 :adieu: Ilona,

Um Frankreich hatte ich bisher immer einen großen Bogen gemacht, wobei ich mich mittlerweile als Tagesausflügler mit dem Elsass angefreundet habe. Aber da verstehe ich die Leute wenigstens :cool2:. Unser Schulfranzösisch ist lange her und wurde nie weitergepflegt.

Mittlerweile kommt man auch gut mit Englisch durch, besonders wenn du genug Bonjours, s'il vous plaits und Mercis einstreust  ^-^

Zitat
Doch nun zur Anreise: Die Alternativroute war zwar ungeplant, aber ihr seid an uns nur 20 km entfernt vorbeigefahren und hättet gerne einen Abstecher machen können. So kurzfristig hätten wir zwar kein Alpirsbacher Klosterbräu auftischen können, aber irgendetwas zum Anstoßen :drunken: findet sich immer.

Tja, wenn wir das gewusst hätten  ;D

Zitat
An den Schleifen haben sich traumhafte weiße Sandstrände gebildet. Schluchten kann ich einfach nicht widerstehen...

Leider sieht es nur von oben nach weißen Sandstränden aus. Das meiste ist Kies  ::) Schluchten habe ich noch ein paar, bis zu den roten Steinen dauert es noch   ;)
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #12 am: 09. Oktober 2021, 20:57:26 »
1. September  Pont d’ Arc & Grotte Chauvet 2

Auch der neue Monat beginnt mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen.  :herz:

Zeit für eine erste Rollertour.

Das Wahrzeichen der Ardèche Schlucht bzw. eigentlich der ganzen Gegend ist die Pont d' Arc, eine natürliche Felsenbrücke, die den Fluss überspannt. Wir kannten noch einen Aussichtspunkt darauf, doch die alten Parkplätze wurden wohl dem Andrang nicht gerecht. So gibt es jetzt größere (z.T. kostenpflichtige) Parkflächen etwas entfernt und man muss eine Ecke zu Fuß laufen, um von der Straße aus einen Blick auf den Bogen zu werfen. Selbst den Roller müssen wir woanders abstellen.


Ausblick beim Parkplatz



Die Felsenbrücke ist etwa 60m lang und 54m hoch, die Bogenhöhe geht bis zu 34m. Entstanden ist sie vor ein bis zwei Millionen Jahren als sich die Ardèche durch das weichere Kalkgestein gebohrt hat.



Schon früh wurde sie eine Touristenattraktion, wie ein paar Gemälde zeigen




Bisher sind wir immer auf dem Wasserweg zur Pont d' Arc gekommen, daher wussten wir bisher nicht, dass man auch zu Fuß zu deren Kiesstränden kommt. Das wird jetzt natürlich nachgeholt.   ^-^ Der Weg ist etwas steinig, doch selbst für mich mit der Fußmanschette zu bewältigen.


Plage Pont d' Arc


Blick flussab

Ganz ruhig ist es hier natürlich nicht, trotzdem herrlich zum Entspannen. Und ja, wir sind auch beide Baden gegangen (Die Manschette darf nass werden).  Erst schien mir das Wasser brrr-kalt, doch dann war es eine schöne Erfrischung.

Kurz hatte ich überlegt, die kurze Paddeltour von knapp 7 km – vom Camping durch den Bogen bis zu einer Anladestelle -  zu machen, mich dann aber doch nicht getraut.

Da der Tag recht bilderarm ist, hier ein paar Eindrücke unserer Ardèche Kajaktour Ende Juni 2010. Größer sind die Bilder nicht, war damals das Format der Wasserkamera.

















Wie gesagt: wer sich nicht traut, selbst zu paddeln, der kann das den Bateliers de l' Ardèche überlassen  8)

Gegen 15 Uhr brechen wir auf, denn wir haben noch einen weiteren Termin.

Das karstähnliche Gebirge der Region birgt auch etliche Höhlen, von denen einige besichtigt werden können (und entsprechend beworben werden). Es ist mir erst bei dieser Reiseplanung aufgefallen, wie viele es sind.  Da scheint es vielleicht etwas merkwürdig, dass wir ausgerechnet zu einer Nachbildung fahren. Dafür geht es mit dem Roller rund 7 km in die andere Richtung und bergauf.

1994 entdeckten Jean-Marie Chauvet und zwei weitere Höhlenforscher ausgerechnet im Gebirge bei der Pont d‘ Arc eine bis dahin unbekannte Höhle. Sie ist nicht nur größer als die anderen Höhlen der Gegend, sondern in ihr befinden sich zudem ausgesprochen gut erhaltene und alte Höhlenmalereien. Datierungen gehen von bis zu 37000 Jahren aus. Zeitweise galten sie als älteste der Welt. Bisher wurden über 400 Wandbilder mit rund 1000 gemalten und gravierten Tier- und Symboldarstellungen erfasst.

Um den Menschen die Höhlenmalereien nahe zu bringen ohne Schäden in der Höhle zu verursachen, wurde wie bei der von Lascaux ein Nachbau erstellt: Grotte Chauvet 2


Sieht so etwas arg klotzig aus

Durch den Höhlennachbau wird man normalerweise in Gruppen geführt. Da man nie genau weiß, welche Sprache gerade dran ist, habe ich die Abendrunde reserviert. Da bekommt man einen Audioguide auf’s Handy und kann selbständig durch die, ich nenn es mal Ausstellung gehen. Momentan natürlich nur mit Maske.

Die Höhlenmalereien sind wirklich erstaunlich. Was die damals schon so alles konnten - also ich kann nicht so gut zeichnen. ;) Teilweise sind es, ähnlich den Petroglyphen in den USA, schlichte Einritzungen auf verschiedenen Untergründen. Anderes wurde offenbar mit Holzkohle gemalt. Leider sind Fotos im Höhlennachbau nicht erlaubt, man kann sich welche auf der Webseite anschauen. Ein paar Kostproben:

Fresko mit allerlei Tieren unter anderem Nashörner
An anderer Stelle etliche Pferdeköpfe
Das nächste soll wohl eine Art Bison sein. Ferner sehen wir auch noch Hyäne und Panther. So die offizielle Betitelung. Ich hätte das größere Tier eher als Bär angesehen.  ::)
Außer den Malereien wurden auch andere Funde in der Höhle nachgebildet, wie Fußspuren, Knochen von Höhlenbären und Tropfsteine.
 
Neben dem Höhlennachbau gibt es noch Ausstellungen mit nachgebildeten Steinen, Pflanzen, Tier- und Menschenmodellen, sowie Multimediadarstellungen. Wir waren etwas zu spät dran dafür.

Auf dem Rückweg halten wir noch kurz in Vallon-Pont d' Arc um Steaks zu kaufen, besichtigen den Ort aber nicht weiter.
Liebe Grüße
Susan


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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #13 am: 10. Oktober 2021, 17:56:45 »
Da ich nun weiß, dass es sich um grobe Kiesstrände handelt, verweile ich hier nicht allzu lange :floet: . Dazu muss man aufpassen, dass man beim Schwimmen nicht von einem Kajak überfahren wird  :verpiss:. Davon abgesehen gefällt mir der Steinbogen sehr gut  :thumb:.

Eine nachgebaute Grotte - das ist ja ein Ding! Bei dem Bild mit den Pferden kam die Inspiration entweder von Franz Marc oder er wurde von der Höhlenzeichnung inspiriert  :toothy9:. Ich hoffe, die bauen in Frankreich nicht alle Höhlen nach. Durfte man in der Pseudo-Höhle nicht fotografieren?
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #14 am: 11. Oktober 2021, 19:58:27 »
Kaum in Frankreich und schon scheint die Sonne ;D

Die Gorges de l'Ardèche und insbesondere die Pont d'Arc sehen toll aus, wäre sicherlich ein Ziel für uns, wenn wir nochmal in die Region kommen, wobei ich dann die Wandermöglichkeiten recherchieren würde, da ich Peter in kein Kanu kriege.

Dass es außer dem Nachbau von Lascaux noch weitere Höhlennachbauten in Frankreich gibt, wusste ich auch nicht, einerseits sinnvoll, aber das Gebäude ist doch ein recht heftiger Klotz in der Landschaft (da wäre vielleicht ein unterirdischer Nachbau besser gewesen, aber sicher zu teuer und aufwändig).

P.S. zu meinem Nordseeurlaub werde ich einen Bericht schreiben, aber ich brauche da deutlich länger dafür als du, ich bin gerade dabei, meine abendlichen Notizen etwas zu ergänzen und schaue zum zweiten Mal die Bilder durch.
LG Christina