Autor Thema: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence  (Gelesen 9617 mal)

Silv

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #90 am: 21. November 2021, 10:08:49 »
Noch ein Tag ganz nach meinem Geschmack ... tolle Mischung ... Meer und Natur, dann trutzige Bauten  :thumb:

In einer der Gassen direkt an der Mauer fand ein Motorrad-Flohmarkt statt. Himmel, was gab es da an Schrott zu sehen  ::) Aber irgendwen scheint es ja interessiert zu haben.
;D  Ich kenn da etliche Kollegen die nur zu gerne da stöbern würden

Ich kenne da auch ein paar...

Solche Gassen gefallen mir, insbesondere wenn nicht viel los ist.  :)
Liebe Grüße
Silvia

Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #91 am: 25. November 2021, 19:14:20 »
27. September  Adieu Languedoc, salut Provence!

Trotz aller Vorsicht habe ich mir einige Mückenstiche eingefangen. Zeit von hier zu verschwinden  ;) Wir wählen wieder eine Route ohne Autobahn. Die Aussichten unterwegs sind sich ziemlich ähnlich  ^-^


Wein und Étang
Wir queren die Rhône und erreichen damit die Provence


Wein und Berge

Ansonsten gibt es noch die ein oder andere Allee



und typische sandfarbene Dörfer



Wir nähern uns unserem Ziel, auch hier viel Wein  8) Im Hintergrund die Bergkette des Vaucluse.



Wir beziehen Quartier auf dem Campingplatz Domaine des Chênes Blancs. Wie der Name besagt mitten in einem Eichenwäldchen. Der Platz ist recht günstig gelegen für die gedachten Ausflüge. Außerdem noch geöffnet, obwohl sich der Service schon langsam zur Ruhe begibt: Bar nur noch einen Tag geöffnet, Brotlieferung nur bis Ende September. Wir faulenzen den Rest des Tages in der Sonne am Pool.



Die Route

Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #92 am: 25. November 2021, 21:37:22 »
28. September  Bilderbuch-Provence-Bergdorf Gordes

so zumindest der Reiseführer  ;)

Zu allererst müssen wir dringend den Roller betanken, das haben wir entgegen der Gewohnheit in Le Grau versäumt. Das ist hier gar nicht so einfach, Tankstellen sind rar. Wir müssen fast 18 km fahren, zumindest liegt diese halbwegs in Richtung unseres Ausflugsziels.  ::) Dann fahren wir die Südflanke der Monts Vaucluse hinauf. Unterwegs ein Aussichtspunkt auf einem Felsbalkon hinüber zu unserem heutigen Ziel





 :read2:
Schon die Kelten errichteten an diesem strategischen Punkt eine befestigte Siedlung. Überreste einer römischen Straße lassen vermuten, dass die auch nach der Eroberung Galliens bedeutsam war. Im 8. Jahrhundert wurde an der Stelle eine Benediktiner Abtei erbaut, im 11. Jahrhundert  erhielt das Dorf eine massive Burgfestung. Als eines der ersten Dörfer Frankreichs  wurde Gordes protestantisch, konnte selbst während der Hugenottenkriege nicht eingenommen werden. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert zogen immer mehr Einwohner weg. Später zogen Künstler  ein. Marc Chagall flüchtete während des Krieges in das Dorf und lockte danach seine Freunde dort hin. Heute lebt der Ort vom Tourismus.

In der Hauptsaison soll Gordes fürchterlich überlaufen sein. Wir haben den Markttag erwischt, doch der Rummel hält sich in Grenzen.  Vielleicht weil der Abbau schon begonnen hat? Wir können endlich Kräuter der Provence einkaufen, Kersten bekommt neue Gürtel, ich widerstehe der Versuchung von Strohtaschen und Chilizöpfen. Wenn wir sie da schon probiert hätten, wären wir auch bei lecker Pasten fündig geworden.





Die Verkäufer hatten alle brav ihre Masken auf, wir natürlich auch  :engel: Bei anderen Besuchern - meist deutschsprachig - hing sie gern mal am Kinn, sofern überhaupt welche getragen wurden.

Wir bummeln durch die alten Gassen, erstmal weg vom Zentrum.

   

Zuerst noch Straße folgt dann natürlich wieder viel Kopfsteinpflaster.  8)

   

 

Wir landen an der Rue du Belvédère, von der man an einigen Stellen weit ins Tal hinunter schauen kann.


gegenüber das Luberon-Gebirge

   

Vasarely -siehe Bild an Hauswand- lebte auch einige Zeit in Gordes. Kersten hatte einige Poster von ihm in seiner Junggesellenbude.

Nun, die erste Runde ist kurz, schnell landen wir wieder an Hauptplatz und -straße. Auf einem Hotelparkplatz sehen wir ganz viele Enten, vermutlich ein Oldtimer-Treffen.





Früher wollte ich gern so ein Wägelchen als erstes Auto, ist dann aber doch ein Audi 50 geworden.  ::)

Da immer noch Lieferwagen vom Marktabbau die Idylle stören, suchen wir eines der kleinen Cafes auf.



Wir gönnen uns ein Glas Rose –das ist ziemlich groß eher eine Viertele- , das wir in aller Ruhe genießen. Dazu bekommen wir Schnittchen mit verschiedenen Pasten. Eine ist eindeutig aus Oliven gefertigt, eine andere die "französische Leberwurst". Die Zutaten einer gelben haben wir nicht so recht identifizieren können. Lecker waren sie alle drei.

Danach drehen wir eine weitere Runde durch Gordes. Jetzt sind auch die Marktstände und Lieferwagen verschwunden und wir können das Château bewundern.



Im Innern gibt es ein Kunstmuseum, wir verzichten aber auf einen Besuch. Interessanter hätten wir das Labyrinth darunter mit Gewölben, Zisternen und einer alten Ölmühle gefunden, doch davon haben wir erst später gelesen. Kunst gibt es auch in freier Wildbahn  ;)



Die Chapelle des Pénitents Blancs verunzieren allerdings weiter die Verkehrsschilder  ::)

   

   
Kirchlein zwischendurch und Durchgang zum


Place Genty Pantaly
Der Brunnen stammt aus dem 13. Jhd. und war lange die einzige Wasserstelle des Orts.



Wir vertreiben uns die Zeit bis der kleine Supermarkt des Ortes aufmacht, wir brauchen noch Tomaten für einen Salat. Für Ende September ist es knuffig warm, wir haben daher eher Lust auf einen Poolbesuch als auf weitere Besichtigungen  :floet:

Gordes hat uns  sehr gut gefallen, danke an Christina für den Tipp.


Die Route einfach:

Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #93 am: 26. November 2021, 13:49:40 »
Dieses Bergdorf Gordes gefällt mir sehr gut  :beifall:. Dazu habt ihr noch den Markttag erwischt oder vielleicht sind die Stände immer für die Touris vor Ort?

Gürtel sind sinnvoll, doch Strohtaschen und Chilizöpfe braucht es wirklich nicht.

Zitat
Zu allererst müssen wir dringend den Roller betanken, das haben wir entgegen der Gewohnheit in Le Grau versäumt. Das ist hier gar nicht so einfach, Tankstellen sind rar. Wir müssen fast 18 km fahren

So lange noch Sprit für 18 km im Tank war :cool2:.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #94 am: 26. November 2021, 20:36:20 »
So lange noch Sprit für 18 km im Tank war :cool2:.

Da hatten wir echt Glück, dass es zur Tankstelle zumindest das letzte Stück bergab ging  ;D

29. September  Der Tag des Ockers I

Schon lange wollten wir die "Redrocks" der Provence besuchen, es hat sich aber nie gepasst bzw. haben uns Berichte über Autoaufbrüche abgehalten. Ich befürchtete schon, dass es wieder nicht klappt, denn zeitweise waren sie wegen der Waldbrandgefahr gesperrt, dann wieder wegen zuviel Regens.  Doch heute lacht die Sonne, also machen wir uns mit dem Roller auf den Weg, zuerst nach Roussillon.

Es war einmal ein Trupp Titanen, die wollten die Provence erobern. So feuerten sie mit einer riesigen Kanone Glutball nach Glutball auf das Land. Wo immer die einschlugen, ist die Erde bis heute rot verbrannt.

So die Legende, nüchtern gesehen handelt es sich bei der Farbenpracht allerdings um nichts anderes als Rost  ^-^  oder genauer um eine Mischung aus Eisenoxiden und sandigem Lehm. 1785 erfand Jean Etienne Astier aus Roussillon eine Methode, aus diesem Gemisch Farbstoffe zu gewinnen; von Safrangelb über Zinnober und Weinrot bis Violett. Bis in die 1930er Jahre wurden in der Gegend des Luberon große Ockersteinbrüche betrieben. Nach dem Weltkrieg kam die Produktion zum Erliegen, denn in der Industrie wurden immer mehr künstliche Farben verwendet.


Ockervorkommen im Luberon

Wieder einmal irren wir etwas herum, weil die Beschilderung nicht optimal ist und ich mir den Parkplatz außerdem viel abgelegener vorgestellt habe. Doch schließlich kommen wir zum

Sentier des Ocres

einem Wanderweg durch den ehemaligen Ockerbruch, in den wir von oben einsteigen.  Es gibt zwei Rundkurse, wir wählen den längeren, rot markierten.


erster Blick







 

Der Weg führt immer mal wieder durch Wald. Die Formen sind nicht nur durch den Abbau für die Pigmentgewinnung entstanden, sondern vor allem auch durch Erosion.



   

Wir kommen zum Cirque des Aiguilles, quasi dem Wendepunkt der roten Route.



   

Witzig der Baum, der da so schräg heraus gewachsen ist.  ^-^ Die große Nadel leider voll im Gegenlicht.



Von hier aus geht es überwiegend durch den Wald zurück, zwischendurch noch eine bunte Wand

   


von der anderen Seite

Bald haben wir den Ausgangspunkt wieder erreicht. Im Faltblatt steht eine Gehzeit von 50 Minuten, wir waren eine gute Stunde unterwegs.

 



Auf der Herfahrt haben wir noch mehr rotes Felsgebiet gesehen. Ob es da weitere Wanderpfade gibt, weiß ich nicht. Vom Weg ins Dorf zurückblickend sehen wir das auch der an einer Abbruchkante verläuft.



Fortsetzung folgt ...

Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #95 am: 26. November 2021, 23:31:45 »
Der Tag des Ockers II

Der Ort Roussillon liegt auf einer Hügelkuppe zwischen Luberon und Monts Vaucluse. Der Ockerabbau dort ist nicht ganz neu, das taten schon die Römer im Dorf vicus russulus.  Aus dem Jahr 987 ist der Bau des Château de Roussillon dokumentiert, von dem gibt es aber keine Überreste. Die Église Saint Michel stammt aus dem 11. Jahrhundert und lag innerhalb der Mauern des befestigten Dorfs. Sie wurde mehrfach umgebaut. Vom Zentrum des Ockerabbaus, das Roussillon einst war, ist nur noch eine Farbenfabrik übrig geblieben. Dafür zählt es zu den Plus beaux villages de France und lebt hauptsächlich vom Tourismus.


Blick vom Parkplatz

Einige Häuser stehen buchstäblich am Ockerabgrund.



Übrigens gibt es noch eine Legende, warum die Erde hier so rot ist:

Im Château de Roussillon wohnte einst Graf Raymond d'Avignon mit seiner Frau Sermonde.  Der Graf interessierte sich jedoch nur für Pferde und die Jagd. So verliebte sich seine Frau in Guillaume, Sohn eines Grafens in den Alpen, der als Knappe auf der Burg lebte und Ritter lernen sollte. Als die Liebeslieder, die der Jüngling dichtete, zum Klatsch am Hofe führten, stellte ihn Graf Raymond zur Rede. Guillaume behauptete daraufhin, er liebe die Schwester Sermondes, was diese auch bestätigte um die Liebenden zu schützen. Das verstimmte jedoch die Gräfin, sie forderte von dem Knappen eine Ballade, die ihre Liebesgeschichte erzählte.  Um sie zu besänftigen ließ er sich darauf ein. Natürlich konnte Graf Raymond das nicht dulden und erstach den Jüngling während der Jagd. Er ließ dessen Herz in einer würzigen Soße zubereiten und seiner Gattin servieren. Dann verhöhnte er sie. Sermonde erwiderte, nach diesem köstlichen Mahl würde sie nie wieder etwas essen. Sie flüchtete aus der Burg und stürzte sich von den Klippen. Man sagt, ihr Blut hätte all die Erde der Gegend gefärbt und aus ihren Tränen speise sich die Quelle am Fuße des Hügels.

Wir bummeln durch den Ort. Hier wie in etlichen anderen Dörfern der Provence wird Ocker auch für die Häuserfassaden benutzt.

   

In Roussillon haben sich viele Kunsthandwerker angesiedelt, die provenzalische Keramik, Schmiedearbeiten und Kunstmalereien anbieten. Zudem gibt es natürlich Läden mit dem üblichen Touristenkram. Ich dachte, hier könnten wir vielleicht auch die Brotaufstriche von gestern bekommen. Gläschen in den Schaufenster sahen ähnlich genug aus. Doch es waren hier nur Farbpigmente für die (Hobby)Künstler.  ::)



Wir folgen den Wegweisern zum Belvédère.

   
Beffroi
das ehemalige Tor des befestigten Orts. Erst seit der Renovierung im 19. Jhd. beherbergt der Turm eine Kirchenglocke.


das Rathaus
um den Platz herum befinden sich Häuser aus dem 18. Jahrhundert



   
Église Saint Michel und Place de la Forge
Letzterer war vermutlich der Hof des ehemaligen Schlosses und schon haben wir den Aussichtspunkt erreicht


Blick nach Osten


und nach Norden
ganz hinten der Mont Ventoux

Hier ist Sackgasse, also gehen wir auf gleichen Weg zurück zum Rathausplatz.

   



Die Künster haben sich auch an den Gebäuden ausgetobt  ;)





Es gibt natürlich auch einige Restaurants in Roussillon, doch leider, leider keine Eisdiele (die so aussieht als ob ist leider geschlossen). Vielleicht haben wir beim nächsten Ziel mehr Glück. Trotzdem hat uns der Ort sehr gefallen.

Fortsetzung folgt ...



Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #96 am: 27. November 2021, 01:01:35 »
Der Tag des Ockers III

Wir fahren ostwärts zum zweiten bedeutenden Ockerzentrum der Provence:
Le Colorado Provençal

Das hat jetzt wenig mit dem US-Staat oder dem Fluss dort zu tun  ;) Eher mit der spanischen Vokabel colorado für rot oder auch farbig.  (Okay, oft sieht der Colorado ja schlammig rot aus)

Wie in Roussillon gibt es hier Wanderwege durch den ehemaligen Ockerbruch und auch hier zwei unterschiedlich lange Rundkurse. Vom Parkplatz aus gehen wir eine Weile, bis wir zu den ersten bunten Felsen kommen.


Le Sahara
Okay, das erinnert uns eher an Utah als an Colorado  ;D





Und hier gibt es mehr weiß als in Roussillon

   

Von dort aus wählen wir den längeren, orange gekennzeichneten Weg. Der führt zu einem Belvédère hinauf: da wo auf dem Bild oben die Leute zu erspähen sind.



Positiv an dem Weg ist zu vermerken, dass er recht schattig ist und wir ein paar rot-bunte Felsen zu sehen bekommen. Weniger schön ist, dass er teilweise recht steinig ist und daher für mich momentan kein Vergnügen  :P









Eine kleine Abwechslung bietet die neben dem Weg üppig blühende Heide (oder ähnliches Kraut).





Schließlich erreichen wir den besagten Aussichtspunkt und blicken auf ....




Le Sahara
 ::)
Wir suchen uns ein Plätzchen im Schatten für ein Apfel-Picknick.

Danach kürzen wir die orangene Route ab und verzichten auf den Schlenker zum Aussichtspunkt zur "weißen Wüste". Der Weg bergab bleibt steinig und stufig,was mir einiges abverlangt.
 :girly:
Wir erhaschen noch Blicke auf die so genannten "Feen-Kamine"









Nach dem Faltblatt, das wir am Eingang bekommen haben, hatte ich erwartet auf der orangenen Route die Falaises (Klippen) zu sehen zu bekommen. Wir sind aber oberhalb gewesen, vielleicht wäre da die kürzere, blaue Route besser gewesen. Laut unserem Reiseführer, der allerdings 13 Jahre auf dem Buckel hat, klang es nach mehr Wegmöglichkeiten in dem Gebiet, insbesondere bei den Cheminées de fées. Ob sich das geändert hat? Vielleicht hätte ich auch nur Christinas Reisebericht gründlicher lesen sollen  :floet: Die Gehzeit war mit 1 h 45 angegeben, wir haben trotz Abkürzung ungefähr so lang gebraucht.

Nun haben wir uns eine Erfrischung verdient! Es gibt zwar eine Art Cafe vor Ort, enttäuschend aber das Angebot für Eis - nur eins am Stiel. ::) Naja, besser als nix: wie lautete nochmal die Werbung?  "Mein Magnum und ich"  ;)

Wir verzichten auf einen Besuch des dazu gehörigen Ortes Rustrel und halten nur noch kurz in St. Saturnin um Eier für Omelette zu kaufen. Danach heißt es: Füße hochlegen  ;D

Die Ockergebiete waren jetzt kleiner als ich erwartet hätte, trotzdem war das ein lohnenswerter Ausflug!

Die Route

Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #97 am: 27. November 2021, 13:56:05 »
WOW, die Redrocks, orangefarbenen oder weißen Steine können durchaus mithalten :beifall:. Ich bin restlos begeistert!

Ich gehe mal davon aus, dass in der Zeit kein Fahrzeug aufgebrochen wurde.

Vielen lieben Dank, Susan, dass ihr uns das Gebiet gezeigt habt. Darüber gelesen hatte ich schon, doch so schön bebildert noch nicht gesehen.



Liebe Grüße

Ilona

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Silvia

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #98 am: 28. November 2021, 09:45:59 »
 :happy:   Herrlich!!  Diese Ockergegend war mir bisher völlig unbekannt - vielen Dank für's Zeigen .... ich seh schon, in Frankreich gibt es wirklich viel zu entdecken, wann da nur diese Sprache nicht wäre  :o  ..ja, nein, bitte, danke ... diese Wörter gehen noch, danach ist Schluß  ::)

Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #99 am: 28. November 2021, 19:13:28 »
Danke für die Blumen, ihr Lieben  ;D  Ich teil sie mir mit Christina, die hier auch schon mal Bilder von der Gegend gezeigt hat.

Liebe Grüße
Susan


Christina

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #100 am: 29. November 2021, 18:52:55 »
Da hatte ich jetzt richtig viel zum nachlesen.

So viele Flamingos in der Camargue sehr schön, ich habe Flamingos bisher leider nur im Zoo gesehen.

Ach ja, Gordes und dann die Ockerbrüche, das hat mich natürlich an unseren Urlaub erinnert. Wegen der Wege durch den Colorado Provencal habe ich gerade nochmal meinen Bericht gelesen und die Bilder angeschaut - wir sind wohl denselben Weg gegangen ;D Den Weg durch die Ockerbrüche von Roussillon haben wir ja nicht gemacht, wie ich an deinen Bildern sehe, wäre das durchaus lohnenswert gewesen.

Ilona und Silvia, ich meine mich zu erinnern, dass ihr beide auch schon meinen Bericht zu den Ockerbrüchen mitgelesen habt ;)
LG Christina

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #101 am: 29. November 2021, 19:44:08 »
Hallo Christina,

 :-[ stimmt, an deinen 2017er Bericht habe ich mich gar nicht mehr erinnert, obwohl ich eifrig kommentiert hatte. Asche über mein Haupt.

Nun habe ich schnell nochmals nachgelesen und deine Bilder sind auch erste Sahne  :beifall:.
Liebe Grüße

Ilona

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Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #102 am: 29. November 2021, 22:57:55 »
Christina, da habe ich noch ein paar Erinnerungen für dich  ;D  Herzlichen Dank für die Anregung!


30. September  Fontaine-de-Vaucluse

Unser nächstes angedachtes Ausflugsziel wäre mit dem Roller auch von diesem Campingplatz machbar, jedoch hart an der Po-Schmerzgrenze  ;) Da außerdem hier so langsam die Schotten dicht gemacht werden, wechseln wir das Quartier.

Dazu müssen wir nur knapp 30 km weit fahren bis zum Camping La Sourgette bei L' Isle-sur-la-Sorgue. So schaffen wir es grade noch rechtzeitig bevor die Rezeption Mittag macht.  Etwas ungewöhnlich ist die Anordnung der Stellplätze in Viererquadraten. So ist man zwar etwas abgeschieden, für die jeweils hinteren Plätze muss man aber rangieren können.  8) Es ist erstaunlich voll. Oder auch nicht erstaunlich, wenn ich bedenke, dass viele Campingplätze in der Gegend spätestens ab morgen geschlossen sind.  Der Platz liegt an einem der Arme des Flusses Sorgue, dessen Ufer hier ziemlich zugewachsen ist.

Nachdem wir uns eingerichtet haben,  fahren wir mit dem Roller Richtung der Quelle der Sorgue nach Fontaine-de-Vaucluse. Schon die Römer kannten dieses abgeschlossene Tal als vallis clausa. Es gibt ein paar Relikte aus dem 4. Jhd. Wir parken an der


Église Notre-Dame-et-Saint-Véran 
Sie wurde im 11. Jhd. an der Stelle des Grabes vom Heiligen Véran gebaut. Bei den Kelten war der Platz ein Wasserheiligtum. Auf dem Vorplatz steht eine Skulptur zur Darstellung einer alten Legende aus dem 6. Jhd.:
Der Drachen Coulobre bedrohte die Bewohner und Tiere des Sorgue Tals. Saint Véran, der Bischof von Cavaillon, belauerte die Bestie viele Tage lang und in dem Moment, als sie sich zeigte, zeichnete er sie mit einem Kreuz. Coulobre wurde dadurch verwundet und floh -lange war sein Stöhnen zu hören-  bis in die Alpen, wo er verendete.




Wir kommen zum Platz vor dem Rathaus und können einen ersten Blick auf das Flusstal werfen. Die Säule in der Mitte ist dem italienischen Dichter Petrarca gewidmet, der hier im Ort etliche Jahre lebte und hier den Großteil seiner Gedichte verfasst haben soll. Er kreierte einen neuen Stil von Minnesang, der sogar Shakespeare inspiriert haben soll.


   
   

Im Dorfkern ist das Ufer gesäumt von Cafe- und Restaurantterrassen, dann folgt eine Art Promenadenbalkon, von dem man auf die Sorgue schauen kann. Im Sommer sollen hier und im weiteren Wegverlauf viele Buden stehen. Die sind heute wohl schon im Winterschlaf.  ::)  Auch die Zahl der Ausflügler hält sich in Grenzen.





Dafür sehen wir ein paar Schülergruppen, die Kajakfahren üben.







Regulärer Sportunterricht oder Klassenfahrtsevent?  ^-^

Wir folgen dem Weg zum Quelltopf der Sorgue.



   

Auch von unten können wir sehen, dass es reichlich Höhlen in den umliegenden Karstfelsen gibt. Einige sollen einst bewohnt gewesen sein.



Der Weg endet vor rund 230 m hohen Felswänden. Dahinter bzw. darunter liegt ein unterirdisches, etwa 1100 qkm großes Becken, das das Wasser der Berge Mont Ventoux, Monts de Vaucluse und Montagne de Lure aufnimmt. Es wurde schon oft von Tauchern, darunter der berühmter Jacques-Yves Cousteau, erforscht. Ein Tauchroboter ermittelte 1985 eine Tiefe von 308 m. Die Quelle der Sorgue ist der einzige Ausfluss und damit die größte Frankreichs und eine der bedeutendsten Quellen der Welt. Der Wasserstand unterscheidet sich je nach Jahreszeit und nach der Menge des gefallenen Regens außerordentlich. Wir haben Pech und sehen nur ein Loch in der Felswand  ;) (Wohl auch, weil wir brav  hinter der Absperrung bleiben).



Christina hatte da etwas mehr Glück und zu Zeiten der Schneeschmelze kann es auch so aussehen. Daher, dass die Quelle nicht so vor sich hinplätschert, sondern den Fluss quasi ausspuckt, rührt der Name Fontaine.  In Trockenperioden tritt der Fluss dann erst einige hundert Meter weiter an die Oberfläche.




Kleine Verschnaufspause ...
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #103 am: 30. November 2021, 00:04:31 »
Und weiter: kehrt, Marsch...

Auf gleichem Weg gehen wir zurück ins Dorf.



Eine der Schülergruppe übt nun, das Wehr hinunter zu fahren.   
:respekt: Ich würde mich das nicht trauen! 
Kersten meint, die Mauer sei geschickt gebaut: duch die leichte Wellenform würde unten nicht so eine Strudelwalze entstehen. Die Kiddies kommen auch glatt durch, nur einer der Lehrer (?) zeigt, wie man es nicht machen sollte.


gerade darauf zu


durchrutschen


Nass werden garantiert  ;)


unten kräftig rauspaddeln

Fontaine-de-Vaucluse war lange das Zentrum der regionalen Papierindustrie. Die letzte erhaltene Papiermühle wurde 1974 in ein Museum umgebaut. Wir werfen einen kurzen Blick hinein; einen Großteil der Fläche nimmt jedoch ein Laden für (besondere?) Papiere ein.


dies Wasserrad
treibt weitere Zahnräder im Innern an, die Klöppel in Gang setzen, welche wiederum 24 bis 36 Stunden lang Leinen, Baumwolle und Hanf beklopfen, bis eine bearbeitbare Masse hergestellt ist. Diese Masse kommt in eine Presse, wird gespült und mit Zutaten wie Blüten oder Blätter zu Papier verarbeitet.



Das angrenzende Museum Le Monde Souterrain mit dem Thema Höhlenforschung und den Nachbildung von Höhlen der Welt ist geschlossen.

   
Blicke auf La Sorgue und die angrenzenden Felsen

Jetzt wird es aber Zeit für einen Nachmittagssnack  8) Wir kehren auf einen Eisbecher und Cappuccino (mit Milchschaum) im Grand Café ein und bekommen ein schönes Plätzchen auf der Terrasse am Fluss. Von dort haben wir unter anderem einen guten Blick auf die Burgruine, die auf einer Felsklippe über dem Ort thront.




Château des Évêques
wurde im 12. Jahrhundert erbaut und war zwei Jahrhunderte die Sommerresidenz der Bischöfe von Cavaillon. Man kann wohl auch hinauf wandern, aber das lassen wir heute.

Wir sehen noch ein weiteres Wasserrad. Hat vielleicht auch mal eine Papiermühle betrieben?



Zu dem Becken links im Bild kommt eine Gruppe Paddler. Ich denke schon, die steigen hier aus. Doch nein, irgendwie verschwinden sie im Gebäude  :gruebel: Das schauen wir uns noch näher an. Offenbar gibt es dort einen Röhrendurchgang im Haus, um das Wehr im nächsten Bild zu umgehen (oder für eine abenteuerlichere Kajakpartie).



letzte Blicke auf die Sorgue vom anderen Ufer bzw. der Brücke


Grande Café



Wir rollern zurück nach L' Isle-sur-la-Sorgue.  Eigentlich wollten wir uns dort noch ein wenig umschauen, doch der Feierabendverkehr schreckt uns ab. So halten wir nur noch bei Super U um das Abendessen einzukaufen. Später sind wir dann zu faul nochmals loszudüsen  :floet:

Die kurze Reiseetappe



Und die Rollertour


Liebe Grüße
Susan


Silvia

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #104 am: 30. November 2021, 08:46:41 »
Ilona und Silvia, ich meine mich zu erinnern, dass ihr beide auch schon meinen Bericht zu den Ockerbrüchen mitgelesen habt ;)
:verlegen:   ist mir einfallen als Susan deinen Bericht erwähnte ...  :anbeten:  entschuldige mich dafür ... kann ich es auf mein Alter schieben?  :cool2: