Autor Thema: Heiß und kalt – Island Juni 2021  (Gelesen 13736 mal)

Christina

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #15 am: 08. November 2021, 18:07:38 »
Gut, dass sich beim zweiten Test alles geklärt hat. Wobei ich bisher immer dachte, dass die Antikörper, egal ob nach Erkrankung oder nach Impfung nach und nach weniger werden und man deshalb sehr wohl noch erkranken kann, deshalb gilt man doch zumindest in Deutschland nur 6 Monate nach der Coviderkrankung als "Genesener" und deshalb sind doch jetzt die Auffrischungsimpfungen nötig. Aber scheinbar sieht man das in Island anders.

Die Unterkunft ist ja gut gewählt, so ein Vulkanglühen am Abend würde mir auch gefallen. Und immerhin konntet ihr ausführlich Spazierengehen, das macht eine Quarantäne dann erträglicher. Ich hatte das ganze im Sommer in Island Foren ein bisschen verfolgt, da hat mal jemand von der Quarantäne in einem der offiziellen Quarantäne Hotels erzählt (die immerhin kostenlos waren), da war man bis auf eine oder zwei Stunden Spaziergang am Tag dauerhaft im kleinen Zimmer, ich weiss nicht, wie man das mehrere Tage aushalten kann.


LG Christina

Susan

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #16 am: 08. November 2021, 19:19:41 »
Schon etwas verwirrend die Test-und Quarantänebestimmungen, aber egal...
Mit der abendlichen Aussicht und der Möglichkeit zu Spaziergängen lässt sich auch eine Isolierung aushalten
Liebe Grüße
Susan


Heike Heimo

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #17 am: 08. November 2021, 20:08:32 »
Gut, dass sich beim zweiten Test alles geklärt hat. Wobei ich bisher immer dachte, dass die Antikörper, egal ob nach Erkrankung oder nach Impfung nach und nach weniger werden und man deshalb sehr wohl noch erkranken kann, deshalb gilt man doch zumindest in Deutschland nur 6 Monate nach der Coviderkrankung als "Genesener" und deshalb sind doch jetzt die Auffrischungsimpfungen nötig. Aber scheinbar sieht man das in Island anders.

Die Unterkunft ist ja gut gewählt, so ein Vulkanglühen am Abend würde mir auch gefallen. Und immerhin konntet ihr ausführlich Spazierengehen, das macht eine Quarantäne dann erträglicher. Ich hatte das ganze im Sommer in Island Foren ein bisschen verfolgt, da hat mal jemand von der Quarantäne in einem der offiziellen Quarantäne Hotels erzählt (die immerhin kostenlos waren), da war man bis auf eine oder zwei Stunden Spaziergang am Tag dauerhaft im kleinen Zimmer, ich weiss nicht, wie man das mehrere Tage aushalten kann.

Bin momentan das lebende Beispiel, dass eine Genesung der ideale Schutz ist. Die gesamte Familie (5 Personen) ist zurzeit an Corona erkrankt. 2 davon 2x geimpft und das Virus wurde von einer 2x geimpften Person eingeschleppt. Es frisst sich nun durch die Familie. Nur ich bin der einzige, der völlig gesund ist und laufend negativ getestet wird. Wir leben alle in einem Haus. Daher geht jetzt im Bericht leider nicht viel weiter.

Ja wir hatten Glück, dass wir nicht in ein Quarantäne-Hotel mussten. Auch wenn wir für die Unterkunft bezahlen mussten. Dafür hatten wir freie Ortswahl. War sehr entspannend.

Schon etwas verwirrend die Test-und Quarantänebestimmungen, aber egal...

In den 2 Monaten vor der Anreise haben sie sich fast wöchentlich geändert. Hinzu kamen auch noch die laufenden Änderungen beim Umsteigen in Deutschland. :schwitz:
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Christina

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #18 am: 09. November 2021, 18:15:05 »
Da drücke ich die Daumen, dass alle Erkrankten in deiner Familie es weitestgehend problemlos überstehen.


LG Christina

Heike Heimo

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #19 am: 09. November 2021, 19:43:36 »
Da drücke ich die Daumen, dass alle Erkrankten in deiner Familie es weitestgehend problemlos überstehen.

Danke
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Heike Heimo

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #20 am: 09. November 2021, 19:45:30 »
31.05 – 02.06.2021   Grindavik

Trotz des immer schlechten Wetterberichtes, meist wurde Regen prognostiziert, zeigte sich das Wetter während der Quarantänezeit meist von der sonnigen Seite. Hin und wieder gab es Regenschauer.





Der Alltag bestand aus Spaziergängen, rund um unsere Unterkunft. Suchbild mit Schafen.



Wir umrundeten die Halbinsel, auf der einige gestrandete Schiffe liegen. Die größeren haben meist Infotafeln über Hergang und Auswirkung. Die Hafeneinfahrt von Grindavik scheint eine Herausforderung gewesen zu sein.



Ca. alle 10 Minuten spukte der Vulkan Rauchwolken. Was uns nicht so freute war, dass am Montagtag der Weg zum nahegelegensten Aussichtspunkt gesperrt wurde, da befürchtet wurde, die Lava könnte den Weg überfluten.
Der schönste Tag war der Mittwoch. Ich wanderte 2x zu einem Vogelbrutgebiet mit toller Aussicht auf die Küste und der Vulkan war auch besser zu sehen.







Die Glut war deutlich zu sehen.





Heike konnte nicht mit. Es war zu befürchten, dass die Polizei zur Quarantänekontrolle kommt. Die isländische Quarantänekontrolle hat schon 3x versucht Heike per Handy zu erreichen. Es kam aber immer nur eine „Anruf in Abwesenheit“ - Meldung. Mein Handy hatte dasselbe Problem. Beim Rückruf wurde nur ein Tonband erreicht, das auf die Covid.is Seite verwies. Am Mittwoch kontaktierte ich unseren österreichischen Telefonanbieter. Der Helpdesk konnte nicht helfen und leitete das Problem an die Technik weiter. Am Abend bekamen wir die Info, dass der isländische Provider eingehende Anrufe auf österreichische Handys nicht weitergeleitet hat. Morgen (Donnerstag) sollte es wieder funktionieren.

Am Abend, als es etwas dunkler wurde, gingen wir Vulkan beobachten. Die Fontänen waren gut zu sehen.







Was muss das für ein Anblick gewesen sein, als vor wenigen Wochen die Lavafontänen 300 -400 m hoch waren. Jetzt waren sie 50-100 Meter hoch und wesentlich schwächer. Finster wurde es nie. Kurz vor Mitternacht ging die Sonne unter, kurz vor 3 Uhr war sie schon wieder da.
Die Tage waren angenehm ruhig. So richtig zum Entspannen.
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Susan

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #21 am: 11. November 2021, 18:34:12 »
Gute Besserung für die Familie!
Immer schön, wenn das Wetter besser ist als die Vorhersage. Interessante Gegend und dann noch ein Hobbizhäuschen  ;)

Die Lavafontainen sind auch so schon beeindruckend
Liebe Grüße
Susan


Rainer

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #22 am: 11. November 2021, 19:40:47 »
Bin momentan das lebende Beispiel, dass eine Genesung der ideale Schutz ist.

"Ideal" ist er nicht, aber oft sehr gut. Aber das ist so schwierig, es gibt auch Fälle (auf cnn.com sind viele Videos von erkrankten Amerikanern, da ist alles dabei) wo Genesene schwerst erkranken und auf intensiv gelandet sind.

Und "genesen" hat noch ein ganz großes Problem: man muss dafür erkrankt gewesen sein. Mein jüngster Bruder ("Jung" ist natürlich relativ, der ist jetzt 58 J. alt) und ein Neffe (der 3. Sohn meines ältesten Bruders), 30 Jahre alt, sind beide vor ziemlich genau einem Jahr an Corona erkrankt. Das war aber Zufall, denn mein Bruder wohnt in Velbert / Neviges, und der Neffe wohnt in Luxemburg. Und beide haben sich definitiv nie gesehen. Aber beide haben (leider!) sowohl Geschmackssinn, als auch Geruchssinn verloren. Der Geschmackssinn ist immerhin inzwischen halbwegs wieder zurückgekommen, aber der Geruchssinn nicht. Und das ist wirklich ganz schlimm, beispielsweise kann mein Bruder keinen Rotwein mehr trinken, gerade beim Rotwein macht die "Blume" einen erheblich Anteil am Genuss aus, aber das fehlt jetzt und für meinen Bruder ist das ein ekeliges Gefühl, den Wein zu trinken. Klar, es gibt natürlich noch schlimmere Dinge im Leben, aber das ist schon eine ganz schöne Beeinträchtigung der Lebensqualität. Insbesondere fehlt auch der Warnmechanismus, wenn man verdorbene Ware isst. Normalerweise würde man das ggf. riechen - mein Bruder (und mein Neffe) riecht da gar nichts mehr.

Ob das jemals wiederkommt, weiß im Moment keiner. Das ist belastend und sehr unbefriedigend. Ich kann also jedem nur raten, lasst Euch impfen. Und werdet erst gar nicnt krank.

Natürlich gibt es auch immer mehr Impfdurchbrüche mittlerweile, aber da ist die Tendenz auch recht klar, zum einen trifft es mit höchster Wahrscheinlichkeit ältere Semester (>60 J.), in aller Regel mit schon weit zurückliegender 2. Impfung (die ersten Kandidaten sind ja schon vor 11 Monaten geimpft worden), und/oder mit Immunsuppression o.ä.. Impfdurchbrüche bei ansonsten gesunden Menschen und jünger als 60 J. sowie ohne Vorerkrankungen sind extrem selten. Und last not least haben viele Impfdurchbrüche so gut wie keine Symptome, bei vielen wird die Infektion mehr oder minder zufällig festgestellt. Ohne Impfung könnte der gleiche Infekt tödlich verlaufen.

Ich kann wirklich nur jedem nahelegen, lasst Euch impfen. Es schützt Euch nicht nur, sondern Ihr könnt auch an der Solidargemeinschaft teilnehmen. Und insgesamt haben wir nur so eine Chance, die Pandemie zu beenden oder zumindest so weit herunter zu fahren, dass sie keine Rolle mehr in unserem Alltag spielt. Die Portugiesen leben es uns vor (und nicht die Dänen und auch nicht die Niederländer).

Christina

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #23 am: 12. November 2021, 18:04:44 »
Die Landschaft um eure Quarantäne Unterkunft gefällt mir und ich wäre auch mit der kleineren Lavafontäne mehr als zufrieden gewesen, ist ja auf jeden Fall was besonderes, so einen Vulkanausbruch live und trotzdem in Sicherheit erleben zu können.


LG Christina

Heike Heimo

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #24 am: 13. November 2021, 17:28:39 »
Gute Besserung für die Familie!

Danke

Die Landschaft um eure Quarantäne Unterkunft gefällt mir und ich wäre auch mit der kleineren Lavafontäne mehr als zufrieden gewesen, ist ja auf jeden Fall was besonderes, so einen Vulkanausbruch live und trotzdem in Sicherheit erleben zu können.

Dieser Vulkanausbruch ist mit jenem in La Palma nicht zu vergleichen. Den Ausbruch beschreibe ich im heutigen Bericht ganz am Ende. Er ist ungefährlich, außer es wird auf jede Sicherheit verzichtet. Es gibt genug Bilder von Verrückten. Einer ist sogar auf den Kraterrand geklettert :happy:.
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Heike Heimo

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #25 am: 13. November 2021, 17:32:44 »
03.06.2021   Vulkanwanderung

Bevor es so weit war, musste Heike noch den PCR Test durchführen. Dafür hat sie einen Bar-Code am Mittwochabend erhalten. Sie soll um 9 Uhr in Reykjavik sein. Etwas vor der Zeit waren wir da. Das war auch gut so, da kurz darauf viele Leute zur Testung kamen. Das Ergebnis soll nach Mittag per SMS kommen.

Zurück fuhren wir über die 42 und Krysuvik. Eine der schönsten Strecken auf der Reykjavik-Halbinsel. Das Wetter hielt noch. Es war zur „Überraschung“ Regen angesagt. Wir haben uns Zeit gelassen und machten ein paar Stopps am Kleifavaten.



Vorbei an Krysuvik, wir durften ja nicht aussteigen, da Heike noch in Quarantäne war, ging es zur 427 der Küstenstraße nach Grindavik. Die Straße führte an den Parkplätzen des Vulkans, mit Sicht ins Nátthaga Tal, in dem die Lava schon zu sehen ist, vorbei. Wir nutzen das gleich zur Erkundung für den geplanten Besuch am Nachmittag.

Als wir wieder zurück bei der Unterkunft waren, bewahrheitete sich der Wetterbericht und es begann zu regnen.
Gegen 14 Uhr kam die gute Nachricht, dass der PCR Test negativ ist. Ein bisschen ein ungutes Gefühl war natürlich vorher vorhanden. Leider regnete es noch immer. Aber am Regenradar war zu sehen, dass sich gegen 16 Uhr eine Niederschlagspause von mehreren Stunden ergeben sollte.

Um 16 Uhr regnete es zwar noch leicht, wir fuhren aber trotzdem die 10 Minuten zum Parkplatz. Als ich über die Parkapp die Parkgebühr bezahlt hatte und wir das Auto verließen, hat der Regen pünktlich aufgehört.



Wir waren voll adjustiert. Lange Unterhose, Wanderhose und Regenhose. Unterleibchen, T-Shirt, Pullover, Weste, Jacke und Regenjacke. Die Haube am Kopf ist so wie so klar. Das sollte sich später bezahlt machen. Es hatte 6°C und der Wind blies in Sturmstärke.

Wir nahmen den Weg A. Die Wolken fetzten über uns hinweg, als wir nach gut 20 Minuten den ersten Anstieg erreichten. Oben gab es einen schönen Ausblick auf die Ebene vor dem Parkplatz.



Weiter geht es dem Hang entlang hinauf. Dieser Weg wird in wenigen Tagen anders aussehen.





Bald haben wir einen Punkt erreicht, von dem in das Nátthaga Tal gesehen werden kann. Auch dieser Anblick wird bald anders aussehen. Dazu mehr in rund 10 Tagen.



Nach knapp 45 Minuten erreichten wir die erste Lavazunge und in der Ferne war schon die letzte Ausbruchstelle zusehen, die noch aktiv war. Der Kegel war überraschend hoch. Auf den Webcams wirkte er kleiner. Der Krater ist beim schwarzen Pfeil.



Ein erstes Glühen war an der Spitze des Lavafeldes auch schon zu sehen.



Kurze Erklärung zum Ausbruch:
Auf der Reykjavik-Halbinsel begannen Wochen vor dem Ausbruch Schwarmbeben. Es wurde daher vermutet, dass es nach rund 900 Jahren im Krýsuvík-Trölladyngja Vulkansystems wieder zu einem Ausbruch kommen könnte. Die Spalteneruption begann am 19.03.2021. In den folgenden Wochen öffneten sich auf einer Linie von ca. 500m weiter Spalten, die zu kleinen Kratern wurden. Der Ausbruch war für die Isländer ein Volksfest. Vor der Haustüre von Reykjavik und relativ leicht zu erreichen. Die Aktivität und der Gasausstoß sind für isländische Verhältnisse gering. So konnten die Menschen direkt zum Ausbruch. Die Aktivität ändert sich laufend. Am spektakulärsten war sie Anfang Mai. Als bis zu 400m hohe Lavafontänen alle 8 Minuten für 2 Minuten gegen den damals noch finsteren Nachthimmel stoben. Sie waren bis Reykjavik zu sehen. Mit der Zeit erloschen die Krater, bis auf einen. Die Ausgestoßene Lavamenge blieb meist konstant knapp über 10 cbm/Sekunde. Die meiste Lava fließ in Tunnel ab und kann so weite Strecken zurücklegen. Das sind keine großen Mengen. Der Vulkan Bárðarbunga beim Vatnajökul hat 2014 – 2015 einen Ausstoß von 180 cbm/Sekunde produziert.

Momentan ist der Ausbruch zur Ruhe gekommen. Es wurde, wie es aussieht, nichts mit der Geburt eines neuen Schiltvulkans nach fast 10.000 Jahren Erdgeschichte. Diese Ausbrüche sind gemütlich (effusiv) und können Jahre dauern, aber auch morgen vorbei sein. Der Schiltvulkan Kīlauea auf Hawaii ist schon mehrere 100.000 Jahren aktiv.

Mehr im nächsten Teil mit vielen Bildern und Videos
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Silvia

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #26 am: 13. November 2021, 19:43:03 »
..
Weiter geht es dem Hang entlang hinauf. Dieser Weg wird in wenigen Tagen anders aussehen.
....
Bald haben wir einen Punkt erreicht, von dem in das Nátthaga Tal gesehen werden kann. Auch dieser Anblick wird bald anders aussehen. Dazu mehr in rund 10 Tagen.
...
Mehr im nächsten Teil mit vielen Bildern und Videos
Du machst es spannend ....   :happy:   ... immer her mit den Bildern und Videos  :sabber: 

Heike Heimo

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #27 am: 14. November 2021, 18:47:10 »
03.06.2021   Vulkanwanderung Teil 2

Schon von hier aus waren nach wenigen Minuten erste Aktivitäten zu sehen.







Beachtet die Wolken, mit welcher Geschwindigkeit sie ziehen. So könnt ihr erahnen, wie heftig der Sturm war. Auch die unruhige Kameraführung ist darauf zurückzuführen. Die Videos sind alle in Echtzeit, kein Zeitraffer.



Ansonsten war es auf dem Lavafeld eher ruhig. Ein paar Stellen leuchteten.



Das Lavafeld war noch mehrere Höhenmeter von einer Senke über der sie in Richtung Parkplatz und Grindavik fließen würde. Bei einer anderen Senke Richtung Nátthaga Tal entfernt. Es schien nicht, dass es hier bald zu Problemen kommen könnte.

Wir gingen weiter den Anstieg zum Aussichtspunkt hinauf. Der Sturm pfiff hier heroben so stark, dass ein normales Gehen fast nicht möglich war. Es konnte einem gleich ein paar Schritte zur Seite drücken. Das war nicht ungefährlich. Die Flanken sind recht steil. Ein unachtsamer Moment und man kullert runter zum Lavafeld.

Vom Aussichtspunkt hatten wir schon einen guten Blick auf den Kegel. Der gesperrte Aussichtsberg war etwas im Weg. Wir beobachteten ein paar Ausbrüche.









Gleichzeitig schielten wir auf den Hügel vor uns. Der Zugang ist zwar gesperrt, wir sahen aber immer wieder Leute den Hügel hinaufgehen. Was sollten wir tun?



Wir entschlossen einmal hinunter zur „Absperrung“ zu gehen. Sie bestand nur mehr aus losen Fetzen, die im Wind flatterten. Unten angekommen, sah es nicht so aus, als ob in den nächsten Stunden sich hier etwas tun würde. Alles war ruhig, keine Lava zu sehen.



Ach was, so eine Chance kommt nie mehr wieder und wir warteten, mit all den Mühen, schon Monate auf diesen Moment. Im Fall der Fälle würde der Hubschrauber nicht billig sein, aber das Risiko gingen wir ein. Essen und Getränke hatten wir mit.

Der Sturm trug uns förmlich den steilen Hang hinauf. Vorne im Bereich mit der besten Sicht waren abgeduckt am Felshang 20- 30 Leute. Oberhalb befanden sich Landemarkierungen für die Hubschrauber. Sie bringen, wenn das Wetter passt, zahlungskräftige Touristen hier her. Wir suchten uns einen guten Platz. Der Schlot lag noch ruhig vor uns.







Bald blieb uns aber der Mund offen vor Staunen, was sich unmittelbar vor uns abspielte. In Worten nicht zu beschreiben, wenn der Ausbruch los geht und einem die Hitze entgegenschlägt.















Da strahlt das Herz







Nach jedem Ausbruch glühten die Wände im inneren des Kraters nach. Manchmal stürzten große Flächen von der Wand ins Innere.



Wir blieben Ausbruch um Ausbruch. Jeder schien schöner als der andere zu sein. Ein unglaubliches Erlebnis. Der Schlot ist schön im Rhythmus. Nach 8 -10 Minuten Pause ist er 2 Minuten aktiv.

Zwei Videos, auf denen Dynamik und die Kraft eines Ausbruches so richtig zur Geltung kommt.
Das erste Video zeigt den gesamten Ausbruch und nach ca. einer Minute ist mein Fuß zu sehen, als mich der Sturm einfach so im Sitzen umwehte. Akrobatisch konnte ich das Handy noch auf den Vulkan halten und im Liegen weiter filmen.



Im zweiten Video ist der Hauptteil einer Eruption zu sehen. Mit höheren Fontänen und stärkerer Dynamik.



Würde es klar sein, wäre dass der Blick auf Reykjavik. Das Meer kann bei genauer Betrachtung erkannt werden.



Und noch eine Fotoserie, weil es so schön ist.









Trotz unserer Kleidung, die Temperatur war so um 4°C, wurde uns nach mehr als 2 Stunden langsam kalt. Wir machten uns auf den Rückweg. Noch ein letzter Blick.



Wir kämpften gegen den Sturm an, der uns jetzt entgegen blies. Bei der Sperre angekommen, war immer noch alles ruhig. Mir kam nur vor, dass es seitlich zu dampfen begonnen hatte.

Zurück gingen wir Mal entlang des Lavafeldes auf der anderen Seite, am Fuß des offiziellen Aussichtspunktes.





Die Ausgasung des Feldes war deutlich zu riechen. Bald erreichten wir die Schutzdämme. Sie waren vor Wochen errichtet worden, um das Abließen der Lava ins Nátthaga Tal und in weitere Folge auf die Verbindungsstrasse zu verhindern.



Der östliche wurde bald von der Lava überwunden. Sie floss dann in einem spektakulären Lavafall fast 100 Höhenmeter ins Nátthaga Tal. Dort breitet sie sich nun sehr langsam aus.



Zurück geht es wieder auf dem gleichen Weg zum Parkplatz. Gegen Mitternacht waren wir mit vielen Bildern im Kopf wieder in unserer Unterkunft in Grindavik.
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Susan

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #28 am: 15. November 2021, 12:20:11 »
Die Wanderung klingt sehr anstrengend, aber sie hat sich ja gelohnt  :happy:
Die Bilder sind der Hammer!  :herz:
Das muss selbst aus der Ferne beeindruckend gewesen sein.

Ich weiß nicht, ob ich mich auf den abgesperrten Hügel getraut hätte. Vor allem, wenn man sieht, wie schnell die Lava fliesst
Liebe Grüße
Susan


Christina

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Re: Heiß und kalt – Island Juni 2021
« Antwort #29 am: 15. November 2021, 19:47:01 »
Wow, das war ja ein Wahnsinnserlebnis. Dafür beneide ich euch auf jeden Fall, auch wenn Sturm und Temperatur das ganze drumherum eher unangenehm gemacht haben. Ob ich mich auf den abgesperrten Hügel getraut hätte, keine Ahnung, wahrscheinlich eher nicht, aber die Sicht von dort war dann doch um ein vielfaches besser als von eurem ersten Aussichtspunkt.


LG Christina