Autor Thema: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde  (Gelesen 3655 mal)

Horst

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Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« am: 20. Januar 2022, 19:30:03 »
Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Hallo zusammen,

wenn ihr mögt dürft ihr mit mir noch einmal nach Island reisen und erleben, was es in Island im August 2021 noch alles zu bestaunen gibt.







Eine kleine Einleitung



Vieles spricht dafür nach Island zu reisen.
Manches auch dagegen.

Um mit Letzterem zu beginnen – es ist nicht gerade preiswert, das Wetter kann mitunter anstrengend sein, die Natur ist weniger lieblich – eher wild und ungezügelt – Stadtkultur hat seine Grenzen.
Dagegen bekommt man als Naturliebhaber das ganz große Kino. Eigentlich überall, an jeder Abzweigung die man einfach mal von der Hauptstraße nimmt, wird irgendetwas tolles zu sehen, zu entdecken sein.
Die Vielfalt an Naturwunder ist schier unfassbar, die intensiven leuchtenden Farben – selbst bei schlechtem Wetter, die Berge, die Küsten, die Täler, die heißen Quellen, die unendlich vielen Wasserfälle (von denen ein großer Teil nicht mal einen Namen besitzt), die schwarze oder mal grün mal gelb überwucherte Lava, die Gletscher mit ihren Lagunen, die wilden Flüsse die sich durch satte Wiesen schlängeln und die Vulkane die Island von je her prägen, sorgten dafür, dass Island in den letzten Jahren viele neue Fans und Erstbesucher anlockte.

Pandemiebedingt war 2020 ein Jahr fast ohne Besucher und auch 2021 sind noch nicht wieder so viele Besucher im Land (vor allem die Asiaten) wie in den Jahren vor 2020.
Dafür ist Island zumindest im Moment um einen neue Attraktion reicher von der man nicht weiß wie lange sie besteht – der Vulkan Geldingdalur der je nach Lust und Laune seine glühend rote Lava von einem Berg herabfließen lässt.
Das hat nun wieder dafür gesorgt – dass gerade Amerikaner (die es von der Ostküste nach Island nicht weit haben), Deutsche und einige andere Europäer den Weg nach Island auf sich genommen haben – vor allem seit die Quarantänepflicht für Corona-Geimpfte Mitte des Sommers entfallen war. 
Man braucht im August 2021 also neben seinem Impfnachweis nur einen höchstens 72 Stunden alten PCR oder Antigentest und darf ohne weitere Verzögerungen in das für mich nach wie vor wundervollste Land dieses Planeten einreisen.
Trotzdem empfiehlt es sich in diesem Sommer für den der seine Ruhe haben will – nicht unbedingt hauptsächlich die bekanntesten Ziele anzusteuern. So entstand eine Planung die vorwiegend Ziele im Programm hat – die zwar wunderschön – und doch nicht allzu sehr überlaufen sind.
Geplant ist eine Tour entlang der Süd- und Ostküste bis in den Nordosten dazu die Halbinsel Snaefellsness – die schon Jules Verne 1864 in seinem Roman als Ausgangspunkt der „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ auserkoren hat. Eine passendere Wahl gibt es meiner Meinung nach nicht.
So unbedeutend Island politisch sein mag – umso bedeutender ist es, um sich die Erdgeschichte und die Wunder der Natur vor Augen zu führen – da darf man als Naturfan gerne sein Fähnchen zentrieren und alle Mühen auf sich nehmen um genau dort hin zu kommen – zum Mittelpunkt der Natur auf Erden.

Im Vorfeld haben wir alle Zimmer über Booking.com bzw. AirBnB vorreserviert (sodass man sie im Falle eines Falles ein paar Tage vorher hätte absagen können) und haben vor allem beim Mietwagen noch rechtzeitig reserviert – als wir mitbekamen, dass die Preise im Sommer immer mehr in exorbitante Sphären abhoben. Dazu muss man wissen, das 2020 um der teuren Lagerhaltung der Autos entgegen zu kommen weltweit und vor allem auch in Island der Fuhrpark reduziert wurde und 2021 nicht schnell genug auf die wieder stark anziehende Tourismussaison reagiert werden konnte.
So entstanden Preise (kein Scherz) von 15.000 € für einen Allrad für 2 Wochen im Hochsommer.
Das hat sich dann auf um die 3000-5000 € für „Kurzentschlossene“ eingependelt (Preis für 2 Wochen Mitte August). Wohlgemerkt Miete – nicht kaufen ...
Auch die Zimmerpreise gingen im Vergleich zum Vorjahr stetig nach oben, weshalb auch hier rechtzeitiges Vorreservieren zu dieser Reisesaison Pflicht ist, um halbwegs preislich erträglich unterwegs zu sein. Das alles ist kein Hexenwerk – man muss sich eben rechtzeitig um diese Dinge kümmern und einfach so buchen dass man stornieren kann oder eben eine andere Reisezeit früher oder später wählen.

In diesen (Pandemie-)Zeiten bucht man als letztes seinen Flug – denn der ist meistens nicht stornierbar. Wir haben wieder Icelandair gewählt und hier kann ich noch einen Tipp beisteuern.
Icelandair ist die einzige mir bekannte Airline die auf einen Businessclassplatz bieten lässt.
Das funktioniert so – man kauft einen Economyplatz. Dann bis spätestens ein paar Tage vor Abflug bietet man für das Flugsegment das man upgraden möchte (Hinflug, Rückflug oder beides – ich mach das immer separat). Mindestgebot sind 160 € pro Nase, pro Flugrichtung. Zusatztipp – ich rufe vorher die Airline an, frage nach, wie viel in der Business noch frei ist und weiß dann ob ich eher mehr oder weniger biete. Hat bisher 4x geklappt mit nahezu Mindestgeot. Dieses mal auch.
Vorteile: reservierte Wunschsitze mit wirklich viel Beinfreiheit (auch seitlich extrem viel Platz - die Business von Icelandair verdient ihren Namen wirklich im Gegensatz zu Lufthansa), kulinarische Versorgung am Boden in der Lounge und in der Luft, 2x32 kg Koffer je Passagier, kein Anstehen beim Check Inn, und bisher jedes Mal kaum Leute in der Business was gerade in Corona-Zeiten auch nicht verkehrt ist.

So viel zum Vorgeplänkel.
Es kann losgehen.




PS: die rote Jacke ist wieder unterwegs ... 
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Silv

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #1 am: 20. Januar 2022, 22:06:33 »
Das Wetter macht mir nix, ich liebe die Natur, Stadtkultur brauche ich nicht. Kann losgehen   ^-^

Und wehe du entsorgst irgendwann mal die rote Jacke!  ;)
Liebe Grüße
Silvia

Christina

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #2 am: 21. Januar 2022, 18:20:56 »
Direkt vom Juni Bericht zum August Bericht  :)- sehr schön. Ich bin natürlich auch dabei, auch wenn ich vermute, dass es dieses Jahr bei mir wohl wieder nichts wird mit Island, vorheriger Test ist mir (jetzt mit Omikron erst recht) zu heikel und die Mietwagenpreise werden sich vermutlich kaum nach unten bewegen. Umso schöner, zumindest virtuell mitzureisen.
LG Christina

Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #3 am: 21. Januar 2022, 19:34:00 »
Direkt vom Juni Bericht zum August Bericht  :)- sehr schön. Ich bin natürlich auch dabei, auch wenn ich vermute, dass es dieses Jahr bei mir wohl wieder nichts wird mit Island, vorheriger Test ist mir (jetzt mit Omikron erst recht) zu heikel und die Mietwagenpreise werden sich vermutlich kaum nach unten bewegen. Umso schöner, zumindest virtuell mitzureisen.
Zumindest was Omikron angeht hoffe ich schon (mit Blick auf Südafrika und Großbritannien) dass das in ein paar Wochen kein Problem mehr ist für die Sommerurlaubssaison.
Mietwagepreise eben mal nachgesehen: verdächtig niedrig.
Meine Empfehlung Christina - gleich Island buchen.  ;D
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Susan

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #4 am: 21. Januar 2022, 20:03:36 »
Ich steige später  noch mit ein, wenn ich wieder ordentliches WiFi habe  :adieu:
Liebe Grüße
Susan


Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #5 am: 22. Januar 2022, 08:47:40 »
1.Tag, Mo, 9.8.2021


Die Anreise nach Island läuft zum Glück unspektakulär. Gespannt sind wir wie letztes Jahr was uns am Flughafen in Island (genauer gesagt in Keflavik) erwartet.
In gut 30 Jahren Fliegerei habe ich schon viel erlebt – heute gibt es mal wieder etwas Neues und leider nichts Gutes.



Die Gepäckhalle mutiert zum Touristengefängnis. Hier stauen sich Unmengen von Urlaubern die eigentlich nur raus aus dem Airport wollen aber nicht dürfen. Der kleine Flughafen ist diesem Massenansturm von vielen gleichzeitig ankommenden Passagieren nicht gewachsen deren Covid-19 Status vor Verlassen des Airports kontrolliert wird. Dieses Nadelöhr sorgt dafür das sich um die Gepäckbänder herum Szenen abspielen wie man sie noch nicht erlebt hat – dicht gedrängt, noch dazu mit ihren Koffern warten die Leute darauf alle paar Minuten mal einen Meter nach vorne zu kommen. Das Ganze ist völlig unkoordiniert und man denkt sich was wäre jetzt, wenn etwas passiert (Loveparade) bzw. daran, wie streng Island mit seinen Besuchern bei der Einreise verfährt und dann hier dem größten denkbaren Ansteckungsrisiko aussetzt. Man sieht – die Pandemie führt Organisationen und Regierungen überall an ihre Grenzen und Fähigkeiten – nicht nur in Deutschland.
Irgendwann dürfen wir dem Gedränge entkommen – allerdings nur um bei unserem Mietwagenvermieter wieder in der nächsten Schlange zu stehen.





Nach einer Stunde sind wir endlich vorne und dürfen unseren Schlüssel für einen Dacia Duster Geländewagen in Empfang nehmen.
Dacia Duster? Kenner werden hier die Nase rümpfen. Normalerweise ich auch  ;) .
Während wir letztes Jahr für einen Grand Vitara Allrad (den ich jederzeit wieder nehmen würde) für fast den gleichen Zeitraum 1200 € für 2 Wochen bezahlt haben – ist es in diesem Sommer der fehlenden Autos 1750 € für eben diesen Duster. Preise höherwertigerer Fahrzeuge habe ich ja schon angedeutet – die sind außerhalb unserer Schmerzgrenze. Es ist zu hoffen, dass sich das 2022 wieder normalisiert und Autos besorgt werden, wenn der Markt dafür da ist.

Die Fahrt zu unserer Unterkunft in Grindavik – einem verschlafenen Nest an der Südküste der Halbinsel Reykjanes dauert kaum 30 Minuten. Es ist 19 Uhr Ortszeit (Island ist zwei Stunden hinter der deutschen Zeit) – und die Live Webcam auf youtube von einem gewissen Geldingdalur liefert die nötige Voraussetzung.
Also – dann gibt es heute noch einen "Tanz auf dem Vulkan".
Island – das Land aus Feuer und Eis wurde von jeher von Vulkanen geprägt und ihre landschaftsverändernden Ausbrüche die über die Jahrhunderte oft viele Menschenleben kosteten prägen das Bild dieser Insel im hohen Norden.
Praktisch flughafennah und erst seit einigen Wochen aktiv ist der Vulkan am Fagradalsfjall im Geldingadalur Tal.
Sein Lavaflow hat sich in diesen Wochen schon einige Male verändert. Auch dachte man schon er wäre nach tagelanger Pause zur Ruhe gekommen. Auch jetzt macht er immer wieder mal ein paar Tage Pause aber heute – da spuckt er und dazu ist es trocken und fast windstill. Also beste Voraussetzungen.




Von Grindavik ist man in 15 Minuten am Ausgangspunk für den Weg zum Vulkan.
Inzwischen gibt es mehrere kostenpflichtige Parkplätze von denen man loswandern kann.
Einsam ist man dabei nicht. Jetzt abends bereits gegen 20 Uhr sind hier viele Leute unterwegs und die Parkplätze sind voll. Klar, die Show gibt’s halt nicht jeden Tag mit Durchführungsgarantie.




Schon auf dem Weg kann man Lava aus älteren Ausbrüchen aus dem Frühjahr bewundern und der Weg führt zunächst eben einige Minuten weg von der Küste nach Norden.





Dann geht es einen steilen Geröllhügel hinauf.
Die Turnschuhfraktion wird hier vor allem auf dem Rückweg ihre Mühe haben.




Oben angekommen kann man den Vulkan sehen ...





... und manches mehr.






Aber es geht noch besser. Ein weiter Aufstieg auf einen Hügel nach Norden führt hinauf wo die Webcam befestigt ist.





Von hier kann man das Spektakel besonders gut bewundern.





Fließende Lava zu sehen ist ein tolles Erlebnis. Dafür hat sich der Aufstieg der gut 1 Stunde One Way kostet absolut gelohnt.





Noch was zum Vulkan am Geldingdalur:
Ein Vulkanausbruch auf Island ereignet sich alle paar Jahre mal wieder und ist an sich nicht ungewöhnlich. Das ist jetzt auch kein Wunder, auf Island befinden sich etwa 31 aktive Vulkane, wobei für Geologen jeder Vulkan als aktiv gilt, der innerhalb der letzten 10.000 Jahre ausgebrochen ist. Einige Vulkane sind alle 20 Jahre mal dran – so dass eine latente Ausbruchsgefahr besteht.
Ein Vulkanausbruch, der jedoch für jedermann zugänglich ist und das fast ohne große Gefahr, ist hingegen etwas Besonderes. Lange hatte sich der Ausbruch auf der Reykjanes-Halbinsel angedeutet. Immer wieder traten Erdbeben auf und Bewegung der Magma konnte durch die Geologen vor Ort festgestellt werden. Am 19. März wurden niederfrequente Erdbeben registriert, die möglicherweise durch Magma verursacht wurden und tatsächlich öffnete sich an diesem Tag eine Spalte in der Nähe des Fagradalsfjall im Geldingadalur.
Dabei war das Geschehen Veränderungen unterworfen – die Ausbrüche verlagerten sich örtlich und auch die Rhythmen der Aktivität waren zunehmend wechselhaft mit zum Teil größeren Pausen dazwischen.
Anfang Juni 2021 wurde eine weitere Erhebung, die ursprünglich namenlos war, aber nach Entstehung des Kraters 5 umgangssprachlich als Gónhóll („Glotzhügel“) bezeichnet wurde, vollständig von Lava eingeschlossen. Von ihm hatte man bis dahin noch die beste Sicht auf den aktiven Krater.
Seit Mitte Juni 2021 fließt die Lava direkt aus dem südlichen Geldingadalir in das Tal Nátthagi und machte damit einen weiteren Fußweg (Wanderweg A) in die Nähe des Kraters unpassierbar.
Dennoch waren die isländischen Behörden bemüht darum, den Zugang für Besucher offen zu lassen und alternative Wanderwege wurden eingerichtet. Die Ausbruchstelle war zuvor übrigens kein aktiver Krater, sondern hat sich erst durch die Ausbruchstelle selbst gebildet.
Der zur Zeit interessanteste Weg ist Wanderweg C auf den Langihryggur, von dem aus man direkt auf den Krater blicken kann. Der Weg auf den knapp 300 Meter hohen Gipfel ist allerdings recht anstrengend, da eine sehr steile Passage überwunden werden muss. Auch das isländische Wetter und die vulkanischen Gase (Schwefeldioxid) sind nicht zu unterschätzen.

>Hier noch die aktuelle Wanderkarte<




Auf dem Rückweg (es ist inzwischen 22 Uhr) gibt es noch schöne Lichtmomente der untergehenden Sonne.



Es geht wieder den Geröllhügel hinab und man sieht schon von weitem ein Sanitätsfahrzeug stehen. Ein Tourist (vielleicht mit Turnschuhen?) ist wohl umgeknickt und hat sich so schwer verletzt, dass man ihn mit Hilfe von Sanitätern behandeln und abtransportieren muss. Schon auf dem Hinweg waren mir viele Leute aufgefallen die sich den Knöchel verstaucht hatten.
Der Parkplatz ist noch proppenvoll und das um diese Uhrzeit, klar der Vulkan ist die absolute Attraktion in 2021 in Island.

Zum heutigen Thema ein passendes Video einer meiner Lieblingsbands natürlich aus Island – Arstidir:




Ab morgen, wenn die Reise so richtig beginnt wird sich zeigen, dass Island weit mehr als diesen Vulkan zu bieten hat.


Ein Wort zu den Übernachtungen:
Im Sommer (Juli/August) ziehen die schon hohen Preise noch einmal an und in diesem Sommer mit dem aktiven „Touristenvulkan“ natürlich noch mehr.
Die Angabe bei den Preisen ist pro komplettes Zimmer, pro Nacht und die Bewertungen sind Islandstyle – also ein Vergleich wie man es in Island erleben kann und weniger mit dem Standard von anderen Ländern.


Übernachtung:

Reykjanes Guesthouse, Grindavik – 157 € - sehr groß (50qm) mit kleiner Küche – insgesamt zweckmäßig und schlicht eingerichtet
Preis/Leistung: 7/von 10
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Heike Heimo

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #6 am: 22. Januar 2022, 18:50:59 »
Endlich geht es mit deinem Bericht los. Ich bin schon sehr gespannt. Wir haben doch einiges von deiner Reise im Sommer 2020 übernommen.

Von den überfüllten Hallen bei der Ankunft hatten wir schon vor unserer Abreise gehört und gelesen. Das sich hier bis August nichts geändert hat ist verwunderlich. Bei den Fahrzeugen war bei uns die längste Wartezeit, bis Mann vom Ruheraum beim Schalter war ;D.

Ansonsten geht es ja schon feurig los. Sehr schön, dass ihr ein Zeitfenster erwischt habt, in dem der Vulkan aktiv war. Ein Betreiber einer Vulkan Facebook Seite hat während seinen gesamten Aufenthalt die Ruhephase vor euch erwischt.
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Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #7 am: 22. Januar 2022, 20:49:06 »
Endlich geht es mit deinem Bericht los. Ich bin schon sehr gespannt. Wir haben doch einiges von deiner Reise im Sommer 2020 übernommen.
Vielleicht gibt es auch dieses mal ein paar Anregungen für Euch - denn außer dem Vulkanbesuch haben wir bis auf ein kleines Ziel völlig unterschiedliche Orte besucht (was auch viel über die Vielfallt Islands sagt). :)

Von den überfüllten Hallen bei der Ankunft hatten wir schon vor unserer Abreise gehört und gelesen. Das sich hier bis August nichts geändert hat ist verwunderlich.
Ja das hat mich doch erschreckt. Der Flughafen ist einfach zu klein für zu viele Leute gleichzeitig, die dann zu langsam rausgelotst werden.


Ansonsten geht es ja schon feurig los. Sehr schön, dass ihr ein Zeitfenster erwischt habt, in dem der Vulkan aktiv war. Ein Betreiber einer Vulkan Facebook Seite hat während seinen gesamten Aufenthalt die Ruhephase vor euch erwischt.
Ich hatte das natürlich über den Sommer verfolgt - und mich als absoluter Vulkanfan und Lavagroupie  ;) natürlich sehr gefreut, dass es tatsächlich geklappt hat.

Speziell für Euch ist am nächsten Tag eine interessante Location dabei.  ;)
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Silvia

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #8 am: 24. Januar 2022, 08:41:15 »
Island da bin ich natürlich dabei   :adieu:   ... wenn auch z.Zt. meist als stiller Mitleser

Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #9 am: 24. Januar 2022, 12:36:09 »
2.Tag, Di, 9.8.2021


Das Wetter scheint heute gut zu werden – aber der Vulkan hat seine Tätigkeit mal wieder eingestellt – gut dass der Besuch gestern Abend gleich stattfinden konnte. Wir verlassen Grindavik und fahren auf der 427 nach Osten und der 1 der „Ringstraße“ ein kurzes Stück nach Süden bis Hveragerdi. Die 1341 km lange Ringstrasse die rund um die Insel führt ist die Lebensader der Vulkaninsel. Fast alle wichtigen Städte liegen an ihr und seit 2019 ist sie vollständig asphaltiert. In Hveragherdi entfernen wir uns nur eine handvoll Kilometer von der Ringstraße zum Wanderparkplatz Reykjadalur. Im Rucksack haben wir neben den üblichen Verdächtigen auch Badeklamotten dabei.
Die Sonne strahlt, es ist Windstill – was leider einige Mücken auf den Plan ruft. Die Islandmücke sticht zwar in der Regel nicht aber sie kann gewaltig auf den Nerv gehen wenn sie in Nase und Ohren fliegt und einem ums Gesicht schwirrt.



Der Weg führt nach einer Brücke an einigen heißen Quellen vorbei.
Wasserdampf wird eines der prägenden Elemente dieser Wanderung sein.





Es geht stetig bergauf, insgesamt 350 Höhenmeter.





Die Wanderung führt ins Reich des Hengill – ein Gebirgsmassiv und Vulkansystem bestehend aus drei aktiven Zentralvulkanen.








Nachdem die Höhe erreicht ist blicken wir in ein von Dampf erfülltes Tal, das Reykjadalur, ...







...durch den sich ein zunehmend warmer Fluß schlängelt.






Nach insgesamt 1,5 Stunden erreichen wir eine Badestelle, die heute bei dem Traumwetter natürlich gut besucht ist.





Die Wassertemperatur ist unterschiedlich, teilweise 40°C was schon etwas sehr warm ist – man findet aber auch kältere Stellen die knapp über 30°C liegen.





Nach der Badestelle führt der Weg noch tiefer hinein ins Heißquellengebiet ...






... und so finden sich Felsen im Wasser die von Bakterien in grün, gelb und rot eingefärbt wurden und weitere dampfende Quellen und Fumarolen.

















Zurück am Parkplatz folgen wir der Ringstraße bis Hvölsvöllur gehen Pizza essen und fahren dann mit Blick auf den Eyjafjallajökull ( den Störenfried des weltweiten Flugverkehrs 2010) weiter entlang der Südküste.











Unser Weg führt nach Vik i Myrdal kurz Vik – mit seinen 300 Einwohnern eines der bekanntesten und beliebtesten Orte Islands. Die Beliebtheit liegt weniger an einem gelungenen Ortsbild sondern mehr an der tollen Umgebung, die neben den grünen Bergen die Gletscher des Myrdalsjökull, Papageitaucher und den berühmten schwarzen Strand mit dem Wahrzeichen Vik’s den im Meer stehenden Felsspitzen, den Reynisdrangar anbietet (nicht im Bild - kommt aber noch...).




Der imposante Hausberg Vik’s, der Reynisfjall mit seinen 340 Höhenmeter darf in der Aufzählung nicht fehlen, nicht nur deswegen weil er unser nächstes Ziel ist.
Also nach den 350 Höhenmetern vom Vormittag kommt jetzt fast das Gleiche noch mal dazu. So schraubt sich der Weg in Serpentienen hoch zum Plateau des Berges.
Die 30 min Aufstieg klingen kurz, haben es aber ordentlich in sich.





Der Weg vor zur Klippe des Berges ist in weiteren 30 Minuten erledigt. Hier blicken wir auch auf die Reynisdrangar - die berühmten sagenumwobenen Felsen im Meer bei Vik i Myrdal.





Natürlich hoffen wir neben einem schönen Blick auf die Umgebung auch auf Papageitaucher und werden für unsere Mühen belohnt.





In Reih und Glied stehen die Lundis wie man sie hier nennt im Abendwind am Rand der Klippe an ihren Bruthöhlen.





Papageitaucher leben die meiste Zeit des Jahres auf dem Meer.





Nur wenn sie im Mai Nachwuchs bekommen, gehen sie an die Küste zu ihren Bruthöhlen, an die Plätze wo es Sandaale, die bevorzugte Beute der kleinen Lundis, gibt.
















Für uns ist das ein würdiger Abschluß eines tollen Tages, der einen Eindruck von der Vielfalt isländischer Natur bietet.



Übernachtung:
Hotel Dyrholeay, Dyrholaey (nahe Vik I Myrdal) – 144 € , sauber, groß, hell mit Frühstücksbuffet, sehr gute Lage – Empfehlenswert wenn man keine Küche braucht

Preis/Leistung: 8/von 10
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Christina

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #10 am: 24. Januar 2022, 18:10:12 »
Abgesehen vom Stau in der Ankunftshalle und der Wartezeit aufs Auto zwei gelungene erste Tage.

Super, dass ihr den Vulkan aktiv erleben konntet, dank Webcams weiß man heutzutage zumindest, ob sich Anfahrt und Aufstieg lohnen.

Die Landschaft sieht deutlich grüner aus als im Juni bei Heimo, dafür hat man dann mehr Touristen und höhere Unterkunftspreise (wobei die Schneefelder durchaus auch für schöne Anblicke gesorgt haben).

Auch der abendliche Spaziergang zu den Lundis hat sich absolut gelohnt, so schönes Abendlicht.
LG Christina

Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #11 am: 24. Januar 2022, 18:43:52 »
Die Landschaft sieht deutlich grüner aus als im Juni bei Heimo, dafür hat man dann mehr Touristen und höhere Unterkunftspreise (wobei die Schneefelder durchaus auch für schöne Anblicke gesorgt haben).
Eigentlich finde ich Mitte Juni eine sehr schöne Zeit für Island - weniger Leute, sehr grün und die Lupine explodieren aus dem Boden. Heike/Heimo waren ja teilweise Ende Mai/Anfang Juni und der Frühling kam im letzten Jahr wohl einen Tick später als sonst - was zu der etwas kargeren Natur führte. Die Schneefelder auf den Bergen sind im Frühsommer toll - die sind im Hochsommer meistens leider weg.
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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #12 am: 24. Januar 2022, 20:35:11 »
Danke, dass wir Vik bei schönen Wetter sehen dürfen und dann auch noch eine top Aussicht mit Papageientaucher. Wir kenne Vik nur im grauen Dunst bei Sturm :frier:

Das Hengill Geothermalgebiet und den Wanderweg kennen wir nur vom Winter. Was für ein Kontrast.













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Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #13 am: 24. Januar 2022, 21:25:48 »
Tolle Wintereindrücke (vor allem das letzte Bild gefällt mir sehr gut).
Aber echt gnadenlos, dass Ihr sogar in der Kälte da reingegangen seid.  :respekt:
Stelle ich mir schon spannend vor, wenn man aus dem warmen Wasser rausgeht - bis die Klamotten wieder an sind.  :frier: :frier: :frier:
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Heike Heimo

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #14 am: 24. Januar 2022, 21:31:58 »
Eher umgekehrt. Wenn man aus dem Wasser kommt ist man überhitzt. Das Anziehen muss dann aber schnell gehen :))
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