Autor Thema: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde  (Gelesen 7890 mal)

Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #45 am: 07. Februar 2022, 20:26:11 »
In Island muss man sich scheinbar keine Gedanken darüber machen, dass Wasserfälle im Sommer/Herbst ausgetrocknet sein könnten, das verhindert der regelmässige Nachschub nehme ich an?
Es gibt schon saisonale Unterschiede - vor allem bezüglich der Schneeschmelze im Frühsommer aber ausgetrocknete Wasserfälle gibt es in Island nicht - die bekommen das ganze Jahr über ihr Wasser.  ;)
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Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #46 am: 08. Februar 2022, 16:58:31 »
10.Tag, Mi, 18.8.2021



Heute morgen verlassen wir die Region Egilsstadir und den Nordosten und fahren zurück in den Süden. Hier oben im Nordosten rund um den Lagerflotsee ...






... gibt es für Islandverhältnisse viele kleine Wäldchen. Bemerkenswert in einem Land in dem man sonst Bäume suchen muss.

Was macht ein Isländer, wenn er sich im Wald verläuft? Er stellt sich einfach hin.
Diesen isländischen Witz versteht nur, wer die Wälder auf der Insel kennt: Die wenigen, die es gibt, sind meist so jung und so klein, dass ein Erwachsener sie leicht überblicken kann.
Bevor die Wikinger Ende des neunten Jahrhunderts das damals unbewohnte Island eroberten, war das Land zu einem Viertel bewaldet. Innerhalb eines Jahrhunderts holzten die Siedler 97 Prozent der heimischen Birken ab, um Holz zum Bauen und Platz für Weiden zu haben. Davon hat sich der Wald bis heute nicht erholt.
Das harsche Klima und die aktiven Vulkane, die den Boden immer wieder mit Lava und Asche bedecken, machen die Aufforstung schwierig. Island ist das am geringsten bewaldete Land Europas. Nur 0,5 Prozent der Fläche sind mit Wald bedeckt. Keine Vegetation schützt den Boden vor Erosion, er kann kein Wasser halten. Wüste breitet sich aus. Im ganzen Land gibt es inzwischen Baumschulen, um neue Wälder anlegen zu können. Seit 2015 wurden mehr als drei Millionen Bäume in Island gepflanzt. Drei Monate bleiben die Pflänzchen im warmen Gewächshaus bevor sie im Freien weiter wachsen. Die Klima-Erwärmung scheint zudem das Wachstum in Island zu beschleunigen.





Zunächst folgen wir kurz der „1“ um dann auf die ungeteerte aber gut befahrbare 939 – die „Öxi“ nach Süden abzubiegen, die unsere Fahrstrecke gegenüber der Ringstraße um 67 Kilometer abkürzt und dafür schöne Landschaftseindrücke hinzufügt.






"Streckenposten" an der 939







Noch scheint die Sonne und mit dem Folaldafoss gibt es einen tollen Wasserfall dazu.




Beim Berufjördur stoßen wir wieder auf die Ringstraße.















Im Hafen von Djupivogur heißt es Vorsicht Kunst. 34 eiförmige Steine repräsentieren die 34 Vogelarten der Region.
Kunst und Kreativität hat in Island einen besonders hohen Stellenwert – was an den langen dunklen Wintermonaten liegen kann, die Zeit und Ruhe für solche Betätingungsfelder liefert. Viele bekannte Autoren kommen aus Island weshalb die Isländer selbst über sich sagen:
„Die eine Hälfte der Bewohner liest, die andere Hälfte schreibt“. Das sagt schon viel über die Kreativität eines Volkes. Und sinngemäß gilt das auch für die Musik und die Kunst. Die Finanzkrise von 2008 hat Island wahrlich hart getroffen. Aber das Konzerthaus Harpa am Hafen Reykjavíks wurde fertig gebaut, trotzdem das Projekt auf Eis gelegt werden sollte. So wurde dieses architektonische Highlight der Hauptstadt in gewisser Weise zu einem Symbol für den Überlebenswillen des Landes. Auch die Verkaufszahlen von Büchern gingen nicht zurück, ganz im Gegenteil. Bei allen Einschnitten, die die Krise mit sich brachte, wurde anders als in anderen Krisenländern Europas der Kulturhaushalt nicht gekürzt. Und aus der Kultur kamen wichtige Impulse für einen „Neustart“ des Landes.





Manche "Kunst" auch hier in Djupivogur ist etwas gewöhnungsbedürftig.





Vorbei an den Schwänen am Hamarsfjördur geht es weiter nach Süden.

















An der Küste bei den grünen Klippen von Blabjörg am Alftarfjördur legen wir eine Kunstpause ein und improvisieren ein Picknick im Auto, da uns der Wind außen etwas zu kalt ist.





Weiter nach Süden entlang der „1“, der Ringstraße erreichen wir irgendwann wieder das Eystrahorn bei Hvalnes, das sich heute noch mehr im Nebel versteckt als auf der Fahrt nach Norden. Überhaupt wird das Wetter immer ungemütlicher.





Den Pferden die wir immer wieder entlang der Straße stehen sehen scheint das nichts auszumachen.











Wir brauchen da schon Unterstützung um Geist und Körper aufzuwärmen und finden Erste Hilfe Im Viking Cafe bei Stokksness.
Die coffeinhaltige Erwärmung tat Not, denn das Wetter hat sich leider endgültig auf H2O  in allen Variationen entschieden.





Weitesgehend erleben wir Nieselregen, auch an der Eislagune Jökulsarlon, was uns nur einen kurzen Stopp beschert.





Am Diamond Beach

















Bei Dverghammrar (ein paar Kilometer nördlich von Kirkubaerklaustur) haben wir Glück und erwischen ein Regenloch.





Wir bewundern die Basaltsäulen fast direkt an der Straße, die hier eine kleine Basalt-Burg ...






... sogar mit Blick auf den Foss a Sidu ermöglichen.

Die Entstehung von Basaltsäulen setzt eine verzögerte Auskühlung der Basaltlava voraus. Beim Erstarren der Lava erfolgt ein Volumenschwund der zur Bildung von Spannungsrissen führt. Erst bildet sich an der Oberfläche, die am schnellsten auskühlt, ein Netz polygonaler Spannungsrisse. Bei zunehmender Auskühlung wachsen die Spannungsrisse weiter nach unten und führen zu der typischen Basaltsäulen-Bildung.






Danach legen wir die letzten Kilometer vorbei an Kirkjubaerklaustür bis zum tollen Snaebyli Cottage zurück.




Übernachtung:

Snaebyli Cottage, (8 km nördlich der Ringstraße an der 209/F210)  – 146 € sauber, neu, alles da was man braucht, ein Hauch von Luxus – bestes Zimmer der Reise

Preis/Leistung: 10/von 10
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Christina

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #47 am: 08. Februar 2022, 18:40:15 »
Ich hatte schon in einer Doku mal gesehen, dass Island ursprünglich ziemlich bewaldet war, das kann man irgendwie kaum glauben, da die jetztige Landschaft so urtümlich wirkt, als ob da nie ein Mensch etwas dran gemacht hätte. Verständlich und sinnvoll, dass wieder aufgeforstet werden soll, aber so aus touristische Sicht (ohne dass ich je dort war) könnte ich mir vorstellen, dass das die Landschaft weniger faszinierend macht, da würde dann die Weite fehlen und das was Island von anderen skandinavischen Ländern unterscheidet.



LG Christina

Heike Heimo

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #48 am: 08. Februar 2022, 19:54:49 »
Die Wolken geben der großartigen Landschaft wieder ein ganz anderes Gesicht.

Das Häuschen schaut einladend aus.
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Silv

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #49 am: 08. Februar 2022, 20:33:22 »



Das ist allerdings gewöhnungsbedürftig... Ich finde es schon etwas gruselig.

Vielen Dank für die Infos zum Wald. Ich finde die Landschaft auf Island wirklich klasse, aber etwas Wald fehlt mir dann doch...
Liebe Grüße
Silvia

Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #50 am: 08. Februar 2022, 20:41:23 »
Verständlich und sinnvoll, dass wieder aufgeforstet werden soll, aber so aus touristische Sicht (ohne dass ich je dort war) könnte ich mir vorstellen, dass das die Landschaft weniger faszinierend macht, da würde dann die Weite fehlen und das was Island von anderen skandinavischen Ländern unterscheidet.
Keine Sorge, ausschweifende Wälder werden zumindest wir wohl als Reisende nicht mehr erleben. ;)
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Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #51 am: 08. Februar 2022, 20:48:27 »



Das ist allerdings gewöhnungsbedürftig... Ich finde es schon etwas gruselig.
Island ist insgesamt einfach skuril. Habe vor ein paar Tagen einen FIlm im TV gesehen "sture Böcke" (dürfte noch in der ARD Mediathek sein) - typisch isländisch schräg, skuril, eben anders ...  ;)


Vielen Dank für die Infos zum Wald. Ich finde die Landschaft auf Island wirklich klasse, aber etwas Wald fehlt mir dann doch...
Ich mag Wald auch sehr aber auf Island vermisse ich ihn nicht. Die von Christina beschriebene Weite die man z.B. auch in weiten Teilen von Schottland oder dem amerikanischen Westen erleben kann machen das Land aus.
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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #52 am: 08. Februar 2022, 20:49:52 »
Die Wolken geben der großartigen Landschaft wieder ein ganz anderes Gesicht.

Das Häuschen schaut einladend aus.

Das Häuschen war super und direkt am Beginn der F210 die zum Raudibotn Crater führt (die wir 2020 gefahren sind).
Absolute Empfehlung!
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Susan

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #53 am: 09. Februar 2022, 19:05:21 »
Ohje, auch hier etwas in Verzug geraten...

Wieder beeindruckende Landschaftsbilder; der Kontrast von schwarz und grün, die Schluchten, die Wasserfälle und auch die natürlichen Eisskulpturen. Besser als die Kunst  :)

Ich dachte, es läge am Vulkanboden, dass es keine Wälder gibt, aber offenbar waren ganz früher mal welche da.
Liebe Grüße
Susan


Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #54 am: 10. Februar 2022, 17:40:22 »
11.Tag, Do, 19.8.2021


Auch heute begrüßen uns beim verlassen unserer schönen Snaebly Cottage Grautöne am Himmel. Immerhin kein Regen.
Nach wenigen Minuten sind wir wieder auf der „1“ und fahren nach Westen.





In der Hoffnung auf Papageitaucher halten wir wieder bei Dyrholaey.





Wobei auch das Kap Dyrholaey selbst und der schwarze Strand den Besuch lohnt.






Ich weiß ja nicht wie es Euch mit Tieren so geht – aber für mich sind die kleinen Puffins in meiner Wertschätzung ganz groß. Ich könnte denen ewig zusehen und begeistere mich jedes Mal.





Heute hält sich die Begeisterung quantitativ in Grenzen – wir sind wohl zum falschen Zeitpunkt da  – denn im Meer schwimmen einige herum aber auf dem Vogelfelsen landen nur kurz Einzelne – die dann schnell in der Bruthöhle verschwinden.
Na ja es gab ja auf dieser Reise schon einige zu sehen.






Bei Dyrholaey gibt es auch eine Höhle namens Loftsalahellir ...






... eine von wirklich unzähligen dieser oft früher bewohnten Höhlen gerade hier an der Südküste.






Wir fahren weiter bis Skogar. Obwohl der Kvernufoss einer der höheren Wasserfälle in Island ist, bin ich bisher immer tapfer an ihm vorbei gefahren – diesmal nicht.






Trotz einer Fallhöhe von 40m führt der Kvernufoss durch die übermächtige Nachbarschaft des Skogafoss ein Schattendasein.







Der Kvernufoss versteckt sich zudem  in der engen Schlucht Kvernugil.








Der Weg zwischen Parkplatz und Wasserfall beträgt nur einen knappen Kilometer und lohnt sich definitiv – auch weil man hinter den Wasserfall gehen kann.





























Selfoss ist mit 6800 Einwohner einer der wirklich großen Orte (besser Städte!!!) in Island, der größte an der Südküste – verglichen mit Deutschland die Kategorie Dortmund, Leipzig oder Essen.






Basaltgestein, Lavabrocken, Krater, Vulkane ohne dass scheint ein Tag in Island nicht möglich. Eines der Paradebeispiele für isländischen Vulkanismus ist der Kerid-Krater an der 35, der Strecke nach Haukadalur (Geysir), am sogenannten Golden Cricle (Runde mit Geysir, Gullfoss und Thingvellir). Islanduntypisch kostet der Krater einen kleinen Eintritt.






Der Krater selbst ist 55 Meter tief und der Kratersee hat eine Größe von ca. 270 mal 170 Metern. Die Wassertiefe schwankt zwischen 7 und 14 Meter.





Sehenswert ist die rote Farbe des Gesteins am Krater.







Auf einem Weg kann der Kraterrand komplett umrundet werden und auch zum See kann man hinab gehen.















Eine Islandreise ohne Besuch am Strokkur und in Haukadalur gab es bisher noch nie.
Da wir noch einen Hotelgutschein aus dem Vorjahr für das Geysirhotel haben, soll es auch dieses Jahr so sein, dass wir dem beständigsten und auch coolsten Geysir (der Widerspruch muss sein) einen Besuch abstatten.
Bei Haukadalur liegt das bekannteste Geysirgebiet Islands – mit dem großen, allerdings sehr selten ausbrechenden großen Geysir (der Mutter aller Geysire – den hier entstand der Name).







Es lohnt sich hier auch auf einen Aussichtshügel hinauf zu gehen ...







... und einen Blick auf das Geysirfeld ...






... und die Umgebung zu werfen, wo Flussläufe durch ein Tal mäandern.












Auch heute ist wieder auf den Strokkur Verlaß und so erlebt man seinen Ausbruch, ...





... der aus einer einmaligen grünen Blase herausplatzt heute alle 5-10 Minuten.



Morgen steht die letzte Etappe zur Halbinsel Snaeffelsness und zurück an die Küste an.



Übernachtung:

Littli Geysir Hotel, Haukadalur 0 € da mit Gutschein aus 2020
Sehr schönes Zimmer aber das stärkste ist das große Geysirhotel und das Frühstücksbuffet – beides sehens- und erlebenswert!

Preis/Leistung: entfällt
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Christina

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #55 am: 10. Februar 2022, 18:01:41 »
Die Puffins sind echt süß, schade, dass ihr so wenige sehen konntet, aber ihr hattet ja schon das ausführlichere Vergnügen auf dieser Reise. Die weiteren Stationen dieses Tages können aber auf jeden Fall mit den Vögeln mithalten, alles wieder sehr schön.



LG Christina

Horst

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #56 am: 12. Februar 2022, 15:46:04 »
12.Tag, Fr, 20.8.2021






Das erste Tageshighlight ist heute das Frühstück. Zum einen weil wir das im großen Hotel Geysir einnehmen, und dafür vorbei an der stilvollen schönen Einrichtung des Hotels kommen und diese bewundern können und zum anderen weil das Frühstücksbuffet wirklich vom Feinsten ist. Immer nur schade, dass man nicht so viel essen kann wie das Auge es möchte, na ja vielleicht auch gut so, dass es so ist…







Bei eher schlechtem Wetter geht die Fahrt über Thingvellir und Borganes auf die Halbinsel Snaefellsness.






Der Name „Snæfellsnes“ ist ein ziemlicher Zungenbrecher für ausländische Besucher, aber es hilft, den Begriff in seine Einzelteile zu zerlegen. Übersetzt bedeutet er „Schneeberghalbinsel“ – eine passende Bezeichnung für eine lange Halbinsel mit einem Vulkan an der Spitze, der von einem Gletscher gekrönt wird.




Da die Halbinsel Snæfellsnes so viele verschiedene Sehenswürdigkeiten aufweist, wird sie oftmals als „Island in Miniatur“ bezeichnet. Sie bietet einen Vulkan und einen Gletscher, Lavafelder, Krater, Wasserfälle, schwarze und weiße Strände, Höhlen, malerische Berge, friedliche Fischerdörfer und -städte sowie herrliche Ausblicke entlang der Küste mit ihren schroffen Felsen und gefrorenen Trollen, die aus den Wellen des Atlantiks herausragen.








Da es regnet gehen wir erst mal einen Kaffee trinken (unsere Spezialdisziplin) und checken das Wetter. Wird eher schwierig, die nächsten Tage, aber für den Nachmittag sollte heute der Süden ok sein.
So versuchen wir es also heute mit Süd-Snaefellsness.






Der Duster macht inzwischen seinem Namen alle Ehre.






Der Ytri Tunga Beach gilt als der beste Platz in Island um Robben zu beobachten.
Bevor wir allerdings Robben erleben, sehen wir etwas anderes, größeres und zwar direkt am Strand, einen verendeten Buckelwal, der hier wohl schon einige Zeit am Strand liegt, da er sich bereits verfärbt hat.






Die Buckelwale können zwischen 12m und 15m lang werden und sind eine der in den Gewässern Islands am häufigsten vorkommenden Wale.
Island ist (neben Norwegen und Japan) eines von drei Ländern in den Walfang offiziell noch erlaubt ist, wobei in Island die letzten 3 Jahre kein Wal mehr gefangen wurde.





Zum Glück gibt es auch lebendige Tiere an diesem Strand und so können wir tatsächlich auch Robben aus angemessener Entfernung beobachten.








Nächster Stopp ist ein Klassiker auf Island und Snaefellsness ...





[/img]
... die Kirche am Strand von Budir, die sich in vielen Büchern über Island findet.





Die Umgebung gefällt uns hier aber sogar fast noch besser, da hier besonders fotogen übermooste Lava und ein Vulkankegel zu finden isind.










Naturkunst auf Snaefellsness






Eines der absoluten Highlights auf Snaefellsness ist die Küste bei Arnastapi.






Am Parkplatz wird man von der übergroßen  Skulptur Bárður Snæfellsás begrüsst. Die Skulptur geht zurück auf eine Sage die um 1350 niedergeschrieben wurde und von dem ersten Siedler der Region, Bárður erzählt, der von einem Halb-Troll abstammen und daher deutlich größer und stärker als andere gewesen sein soll. Bárður galt lange Zeit als Schutzpatron der Region.





Von hier starten wir auf eine kleine Wanderung an den Klippen entlang nach Westen.





Die Kräfte des Nordatlantik haben hier eine wild zerklüftete Steilküste mit spektakulären Felsformationen – Türme, Höhlen, Brücken, Säulen – geschaffen, die man entlang des Wegs bestaunen kann genau so wie eine ganze Kolonie Küstenseeschwalben.






Besonders hervorzuheben ist eine Formation namens Gatklettur  ...





... der „Lochfelsen“ – wie so oft in Island ein bildhafter passender Name für dieses Werk der Natur.

















Etwas weiter im Westen befindet sich – wie man sagt -  der exklusivste Nistplatz für Vögel – die Bruthöhlen der Londrangar, bei denen es sich um Vulkanschlöte handelt. Der eigentliche Vulkan drum herum ist der Meeresbrandung und der Erosion zum Opfer gefallen.






Die Einheimischen nennen den 75 Meter hohen Schlot „christliche Säule“ und den mit 61 Metern etwas kleineren „heidnische Säule“. Beide liegen dicht beieinander und unmittelbar vor den steilen Klippen.






Zahlreiche Seevögel nutzen die beiden Felsen als Brut- und Nistplätze. Ihr lautes Geschrei ist nicht zu überhören. Nach einer alten Überlieferung kommen Elfen zu den Felsen und verwenden diese als Kirche.






Man kann von einem Aussichtspunkt entlang der Küste vorbei an den Londrangar zum Leuchtturm Malariff wandern und so die Vulkanfelsen in diversen Perspektiven erleben.







Unsere Fahrt nach Westen geht weiter in der Ferne immer wieder Vulkankegel.





Bei Djupalonsandur gibt es nicht nur einen kleinen Felsengarten ...





... mit bizarren Felsfiguren und Öffnungen ...





... sondern auch einen schwarzen Lavasandstrand an dem Schiffe ihr letztes Stündlein erlebt haben. So findet man hier auch Wrackstücke des britischen Trawlers Epine GY7, der am 13. März 1948 östlich der Bucht Dritvík havarierte. Vierzehn Männer starben, fünf weitere konnten von den isländischen Such- und Rettungsteams aus den benachbarten Städten gerettet werden. Die eisernen Ruinen liegen hier, um an die Todesopfer zu erinnern.











Strand bei Djupalonsandur.






Die Wolken lichten sich kurz und geben einen Blick auf den Gletscher des Mount Snaeffel frei – den allbeherrschenden Berg der Insel mit großer Berühmtheit, den hier verortete Jules Verne in seinem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ den Einstieg in die Unterwelt an den Fuß dieses Berges.
Viele erzählen, dass sie um den Vulkan herum eine sehr starke Energie spüren – und bei denen, die einen Hang zu solchen Dingen haben, gilt er als eines der größten und stärksten Energiefelder der Welt. Für den 5. November 1993 (21:03 Uhr) wurde sogar eine Landung von Aliens auf dem Gletscher vorhergesagt. Hunderte von Menschen strömten hierher, um die Außerirdischen zu begrüßen – was sich im Nachhinein als nicht so ganz zielführend erwies – aber hinterher ist man ja immer schlauer …





Auf Snaefellsness gibt es eine große Anzahl von Vulkan-Kratern. Einen den Saxoll-Krater kann man auf einem kurzen Weg besteigen.












Wir wechseln auf die Nordseite der Insel und halten ein letztes Mal am Kirkjufell mit seinem Wasserfall. Der Berg ist nicht nur das beliebteste Motiv der Halbinsel sondern hat sich inzwischen zu einem Wahrzeichen ganz Islands entwickelt. „Ein Berg geformt wie eine Pfeilspitze“, so wurde er in Game of Thrones beschrieben; doch schon lange vor seinem „Auftritt“ in dieser weltberühmten Fernsehserie, lockte er zahlreiche Fotografen und Naturfans an.





Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung nach Grundafjördur wo wir die letzte Etappe dieser Reise verbringen.




Übernachtung:
Stöd Guesthouse, Grundafjördur  – 147 €
sauber, sehr geräumig, Küche
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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #57 am: 12. Februar 2022, 22:35:58 »
Schade, dass es beim zweiten Mal nicht so viele Lundis zu sehen gab. Die sind halt zu putzig, leider haben wir in Schottland keine zu sehen bekommen.

Dafür gab es ja wieder tolle Landschaften zu sehen!

Auch wenn ich den toten Wal auf den ersten Blick für Felsen gehalten habe, war er ja wohl kaum zu übersehen. Werden verendete Tiere da einfach so liegen gelassen?
 
Liebe Grüße
Susan


Heike Heimo

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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #58 am: 13. Februar 2022, 07:34:03 »
Das Auto in Tranfarbe gefällt mir. Das ist die richtige Panier für eine Islandlandfahrt :thumb:



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Re: Island 2021 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
« Antwort #59 am: 14. Februar 2022, 18:48:41 »
Susan's Frage schließe ich mich an, der Wal sieht ja nicht gerade appetitlich aus, stinkt der nicht auch ziemlich? Und zieht Mücken an?

Sonst wieder ein wunderbarer Tag, die Snaefellsnes Halbinsel bietet ja wirklich viel Abwechslung.



LG Christina