Autor Thema: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021  (Gelesen 4894 mal)

Paula

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #15 am: 30. Januar 2022, 19:01:46 »
Kannst dir ja mal meine Fotos von Borkum anschauen, am Ende des Berichts bzw. des Borkum Aufenthalts kann ich noch etwas zu Borkum im Vergleich zu anderen Ostfriesischen Inseln, die ich kenne, schreiben.

Das wäre super Christina!
Die Wanderung gefällt mir sehr gut, 23 km ist aber sehr viel, Respekt! Die Karnickel sind ja putzig, ich habe immergern Tiere unterwegs. Wenn ich im Winter in Bayern wandere fehlen mir immer die Kühe  :)
Viele Grüße Paula

Ilona

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #16 am: 31. Januar 2022, 17:43:56 »
Zitat
... bin ich doch schon viele Stunden in der Sonne ohne jeglichen Schatten unterwegs. 

 :respekt:, da hast du zu Beginn schon seeeehr viele Kilometer gemacht  :beifall:.

Zitat
Es gibt Milchreis mit roter Grütze und eine Sanddornschorle (EUR 10,50).

Das hattest du dir redlich verdient.

Mir wäre da eher nach etwas Herzhaftem zumute. Die Sanddornschorle hätte ich aber gerne mal probiert.
Liebe Grüße

Ilona

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Horst

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #17 am: 31. Januar 2022, 18:18:16 »
Wow - coole Bilder vom Sonnenuntergang!
"Die Wirklichkeit übertrifft die Erwartungen unserer Träume bei weitem." Christoph Columbus

Christina

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #18 am: 31. Januar 2022, 18:35:12 »

Die Wanderung gefällt mir sehr gut, 23 km ist aber sehr viel, Respekt! Die Karnickel sind ja putzig, ich habe immergern Tiere unterwegs. Wenn ich im Winter in Bayern wandere fehlen mir immer die Kühe  :)

Zitat
... bin ich doch schon viele Stunden in der Sonne ohne jeglichen Schatten unterwegs. 

 :respekt:, da hast du zu Beginn schon seeeehr viele Kilometer gemacht  :beifall:.

Das waren zwar viele Kilometer, aber praktisch ohne jegliche Höhenmeter, da ist das nicht so anstrengend.



LG Christina

Susan

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #19 am: 31. Januar 2022, 22:19:44 »
Ich bin ab jetzt natürlich auch mit dabei  :winkewinke:

Eine unserer Nachbarinnen damals in der Jugend war jeden Sommer auf Borkum, aber wir haben es nie auf diese Insel geschafft. Und unser Besuch auf Helgoland ist mindestens ein halbes Jahrhundert her  8) Da bin ich mal gespannt auf Eindrücke.

Nach dem Hin und Her der Planung und der nervigen Anreise sieht das Apartment schon mal gemütlich aus. Die ersten Eindrücke gefallen mir auch schon mal. Trotz Ebbe/Niedrigwasser sehr schöne Abendstimmungen!

Respekt für die lange Wanderung! Auch wenn es flach einher geht, wäre das doch für mich eine beachtliche Strecke.

Der "Zaun" aus Walknochen wär bei mir glatt als Holz durch gegangen  8)


Liebe Grüße
Susan


Christina

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #20 am: 01. Februar 2022, 18:09:33 »
Hallo Susan, freut mich, dass du nun auch dabei bist. Zum Walknochenzaun - hätte ich das nicht vorher im Reiseführer gelesen, wäre ich auch von Holz ausgegangen, auch bei näherem Hinsehen sah es wie Holz aus.

4. Tag – Donnerstag, 23.09. - Sturmtag

Für heute ist Sturm mit Orkanböen vorhergesagt, da lass ich es morgens etwas langsamer angehen, nach dem Frühstück erledige ich ein paar Einkäufe bei Edeka und Rossmann.

Dann möchte ich einen Blick aufs Meer werfen und anschließend ins Aquarium. Der Wind ist innerorts noch ziemlich erträglich, die letzten Meter bis zur Strandpromenade durch die Häuserschlucht (siehe die Bilder vom Leuchtturm von oben) sind dann aber kaum zu bewältigen, ich gehe zum Teil rückwärts, damit ich überhaupt vorankomme. Auf der Strandpromenade ist es dann wieder angenehmer, nun ist allerdings der Sand das Problem. Der wird durch den Sturm durch die Luft geweht und dringt in alle Ritzen ein, bleibt auf der Haut kleben und im Mund knirscht es nur noch – so etwas habe ich noch nie erlebt.

Meine Kamera und das Objektiv sind zwar abgedichtet, aber da ist mir die Gefahr, dass trotzdem Sand eindringt, zu groß. Daher mache ich nur schnell ein paar Fotos vom schäumenden Meer und dann geht’s für die Kamera bis heute Abend in den Rucksack.



Wie befürchtet, haben sich im Aquarium (EUR 4,50 und Angabe der Kontaktdaten) alle Kleinkinder der Insel versammelt (na ja sind nur vier oder fünf ;D, aber das Aquarium ist klein), der Besuch hat sich aber trotzdem gelohnt, in den Becken schwimmen Meereslebewesen, die in der Nordsee heimisch sind und das sind mehr, davon viele erstaunlich farbenfroh, als ich in diesem kalten Wasser erwartet hätte.

Nach dem Aquarium Besuch kämpfe ich mich durch den Sturm und Sand zurück in den Ort, klar, alle Touristen, die nicht im Aquarium sind, sind in der Innenstadt. Auf Shoppen habe ich keine Lust, es ist aber bereits 12 Uhr, so dass ich mir ein Restaurant zum Mittagessen suche. Die Wahl fällt auf den „Pferdestall“, dort gilt im Innenraum die 2 G Regel, zum allerersten Mal kommt meine   CovPass App zum Einsatz.

Es gibt Rooibos Tee und einen warmen Linsen-Karottensalat (EUR 17,00). Danach gehe ich zurück in die Wohnung, mache den Abwasch und schreibe schon mal alle Postkarten, dann ist das erledigt.

Gegen 15 Uhr bringe ich die Postkarten zur Post und gehe am Schalter der Fährgesellschaft vorbei. Auf der Homepage der Fährgesellschaft hatte ich entdeckt, dass in den letzten Tagen mehrfach die Vormittagsfähre bzw. Katamaran, den ich für meinen Abreisetag gebucht habe, ausgefallen ist, daher möchte ich nachfragen, ob absehbar ist, ob das dann wieder passiert. Leider kann man dazu keine Auskunft geben, ich würde aber per Mail benachrichtigt und könne dann mit meiner Fahrkarte die Fähre vor oder nach der eigentlich gebuchten nehmen. Na, dann drücke ich mir mal die Daumen, dass es gut geht.

Für den restlichen Nachmittag bietet sich der Besuch des Heimatmuseums (EUR 5,00 und Angabe der Kontaktdaten) an. Dieses wird von einem Borkumer Verein betreut, man kann in einem ehemaligen Wohnhaus viele Gegenstände aus der Geschichte der Insel anschauen. Neben alten Trachten, Möbeln und Alltagsgegenständen ist eine Ausstellung zur Vermessung des Meeresbodens mit den im Lauf der Jahrzehnte immer besser werdenden Instrumenten interessant, das riesige Skelett eines Pottwals (1998 vor der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt gestrandet) ist zu sehen, ebenso Skelette kleinerer Wale.

Die Geschichte des Walfangs auf der Insel wird ausführlich dargestellt, ganz entsprechend der großen Bedeutung, die dieser für Borkum hatte. Im 18. Jh. kamen viele Einwohner zu einem relativen Wohlstand, den sie durch das Anheuern auf Walfangschiffen (bzw. wohl auch Ausfahrten mit eigenen Schiffen) erlangten, bezahlt allerdings mit der monatelangen Trennung von der Familie (die Wale wurden vor Grönland oder Spitzbergen gejagt, die Schiffe liefen im April aus und kehrten erst in den Herbstmonaten zurück) und vielen tödlichen Unfällen. Die Walfängerzeit endete für Borkum Ende des 18. Jh., während des Englisch-Niederländischen Seekriegs gerieten alle Borkumer Walfänger 1782 in Gefangenschaft und wurden ohne ihre Schiffe entlassen, darüber hinaus gingen ausgerechnet im selben Jahr auch noch 3 Borkumer Schiffe unter. Auch wenn nun eine Zeit der Armut begann, wollte niemand mehr zum Walfang aufbrechen, zumal sich nun auch schon die Anzahl der Wale aufgrund der Jagd auf sie stark reduzierte und die Walfangfahrten dadurch immer weniger profitabel wurden.

Und, eher unbekannt, die Wiege der Raumfahrt befindet sich auf Borkum, es ist ein Nachbau einer der beiden Raketen ausgestellt, die Wernher von Braun 1934 hier auf der Insel in den Himmel schoss.

Nach dem Museumsbesuch hätte ich gerne Kaffee und Kuchen, das gestaltet sich etwas schwierig, da aufgrund des Wetters so ziemlich alle Touristen genau den gleichen Wunsch haben. Fündig werde ich dann schließlich an der Strandpromenade in «Ria’s Beachhouse», sehr modern mit direktem Blick auf Strand und Meer, auf dem nun einige Kitesurfer unterwegs sind und einem Cappuccino und einer Mohntorte für mich.

Viertel nach fünf bin ich zurück in der Wohnung.

Natürlich gehe ich auch heute gegen 19 Uhr zum Sonnenuntergang nochmal an den Strand. Es gibt es eine recht nette Lichtstimmung zu bewundern, die Kitesurfer sind immer noch unterwegs und drehen ihr Runden. Einen Regenschauer warte ich in einer Wandnische der Promenadenbebauung ab, dann ist es schon dämmrig genug, dass die Beleuchtung des Musikpavillons angeschaltet wird.




Strecke: heute nicht gemessen
Wetter: starker Sturm, kurze Regenschauer, ca. 17 °C
LG Christina

Ilona

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #21 am: 02. Februar 2022, 15:50:32 »
Zitat
Daher mache ich nur schnell ein paar Fotos vom schäumenden Meer

Da hat wohl jemand zu viel Spüli in die Nordsee gekippt  :zwinker:.

Bei dem Sturm macht das Wandern wirklich keinen Spaß und bevor man vom Winde verweht wird, hätte ich auch zähneknirschend kehrt gemacht.
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #22 am: 02. Februar 2022, 17:51:19 »
Zitat
Daher mache ich nur schnell ein paar Fotos vom schäumenden Meer

Da hat wohl jemand zu viel Spüli in die Nordsee gekippt  :zwinker:.

Genau ;D Da weiß ich inzwischen, dass der Schaum, so unnatürlich er auch aussieht, tatsächlich durch das Wasser, das durch den Wind aufgewühlt wird, selbst entsteht.
LG Christina

Silv

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #23 am: 02. Februar 2022, 20:24:37 »
Oh, da gibt es noch jemanden, der Postkarten schreibt  :)

23 km ist schon 'ne ordentliche Strecke, auch wenn es flach ist. Ich glaube, eine Zwei hatte ich bei einer Wanderung noch nicht an erster Stelle stehen... ::)
Liebe Grüße
Silvia

Christina

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #24 am: 03. Februar 2022, 18:10:17 »
5. Tag – Freitag, 24.09. – Wanderung zum Hafen

Morgens regnet es, gegen halb zehn hört es dann aber glücklicherweise auf und ich kann meinen heutigen Plan, Wanderung zum Hafen, umsetzen.

Zunächst geht es auf der Strandpromenade nach Süden, überall sind Arbeiter damit beschäftigt, den gestern angewehten Sand mit Schaufeln und Schubkarren abzutransportieren, kleinere Seitenwege sind mehr als Kniehoch mit Sand angefüllt, aber auch auf der Hauptpromenade liegt an vielen Stellen eine mehrere Zentimeter dicke Sandschicht, was vor allem für Radfahrer recht unangenehm ist. Am Südstrand komme ich am rot-weißen Quermarkenfeuer vorbei und auch der Kleine = Elektrische Leuchtturm ist zu sehen.





Dann wechsle ich in das parallel zum Strand verlaufende kleine Wäldchen („Gruene Steu“, also Grüne Stelle, vor ca. 100 Jahren künstlich im Rahmen eines Schulprojekts angelegt, inzwischen zum größten Wald der Insel gewachsen).


Hier hätte man noch Zugang zu einer weiteren Aussichtsdüne, da finde ich den Weg leider nicht. Nach einiger Zeit treffe ich dann auf die Straße (und die parallel verlaufenden Schienen der Kleinbahn und den Fuß- und Fahrradweg) in Richtung Hafen. Der Weg zieht sich etwas, da er sehr eintönig ist und ich außer ein paar vereinzelten Autos, Fahrradfahrern und einmal die Kleinbahn völlig alleine unterwegs bin.

Ich komme an der Jugendherberge vorbei, die sich über ein riesiges ehemaliges Kasernengelände erstreckt und eine der größten Jugendherbergen Europas ist.

Das Hafengelände, das ich kurz darauf erreiche, ist ziemlich enttäuschend (wenn man wie ich, etwas Vergleichbares mit dem Hafen auf Norderney erwartet): eher ein sehr großes Industrie- bzw. Gewerbeareal, die touristisch interessanten Punkte kaum ausgeschildert, alles ziemlich heruntergekommen (laut Reiseführer ist in den nächsten Jahren eine deutliche Aufwertung zu erwarten). Sehr hübsch ist der Yachthafen und auch rund um das Nationalparkschiff Borkumriff ist alles nett angelegt (das ehemalige Leuchtturmschiff wird als Nationalparkinformationszentrum genutzt und kann besichtigt werden, dazu habe ich aber irgendwie keine Lust).



Inzwischen ist es schon wieder Mittag und ich brauche eine Toilette und etwas zum aufwärmen und etwas zu essen wäre auch nett. Immerhin gibt es beim Yachthafen ein geöffnetes Restaurant, das „Yachthafen Café“ (das Restaurant neben dem Nationalparkschiff ist geschlossen), der Gastraum ist toll dekoriert mit Fischernetzen, einem alten Tauchanzug, Bojen usw., Tische und Stühle müssten aber dringend mal erneuert werden.

Bei Jägerschnitzel mit Pommes und Salat und einem Sanddorntee (EUR 20,00) wird mir wieder warm und auch der immer blauer werdende Himmel hebt meine Laune.

Nach dem Essen spaziere ich zur Anlegestelle der Fähren und Start- bzw. Endpunkt der Kleinbahn, dabei habe ich einen schönen Blick auf das „Borkumriff“.



Für den Rückweg nehme ich den Gehweg direkt neben der Straße und habe nun bei Sonnenschein schöne Blicke aufs Watt mit vielen Vögeln und auch die Kleinbahn fährt zweimal an mir vorbei.




Wieder an der „Gruenen Steu“ angelangt, wähle ich einen unbefestigten Weg in Richtung Meer und erreiche wie erhofft (ausgeschildert ist es mal wieder nicht), den neu angelegten Bohlenweg, der durch die Salzwiesen führt (davon habe ich auf der Homepage der Insel gelesen). Sehr nett gemacht, mit einigen Bänken direkt am Wasser, auf einer davon genieße ich eine ganze Zeit lang die Sonne und den Blick auf den herbstlich gefärbten Bewuchs und die Priele.










Der Bohlenweg endet am Schutzdeich, von hier hat man einen schönen Blick übers Wasser bis zum Kleinen Leuchtturm und im Hintergrund die Bebauung am Hauptstrand.


Ich gehe am Strand entlang in Richtung Hauptstrand, beim heute geöffneten Café „Strand 5“ lege ich eine Pause ein. Mit direktem Meerblick gibt es Milchkaffee und eine extrem leckere Schokotorte (EUR 10,00).

Gegen 17 Uhr bin ich wieder in der Wohnung.

Auch heute spaziere ich zur Sonnenuntergangszeit nochmal an den Strand, leider gibt es aber genau gar nichts zu sehen, der Himmel ist einheitlich grau, kein Sonnenstrahl dringt durch. Daher gibt es auch keinerlei Fotos.

Strecke
: 22,76 km
Wetter: morgens Regen, vormittags bewölkt aber trocken, ab 13 Uhr sonnig, abends bewölkt, starker Wind, ca. 19° C
LG Christina

Paula

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #25 am: 03. Februar 2022, 21:13:43 »
Ist ja krass dass ein Sturm soviel Sand anschwemmt. Irgendwie hätte ich das genaue Gegenteil erwartet, meist liest man doch dass Strände weggespült  werden.
Das Aquarium und das Heimatmuseum hätte ich bestimmt auch besucht, auch bei gutem Wetter.
Auf der einen Nordseeinsel wo wir mal waren sind wir den ganzen Tag mit dem Rad gefahren (entgegen unseren üblichen Gewohnheiten, wir sind eigentlich Wanderer), wie ist es auf Borkum: gehen die Leute eher zu Fuß oder sind sie per Rad unterwegs?
Der Bohlenweg gefällt mir gut, in Mecklenburg-Vorpommern letztes Jahr waren wir auf ähnlichen Wanderwegen auch mit dem Rad unterwegs-wie fast alle anderen Touristen auch. Ist es auf Borkum möglich die Wanderwege mit dem Rad zu befahren?
Und noch eine wichtige Frage: wie ist die Qualität der Kuchen auf Borkum? Meiner Erfahrung nach ist der Kuchen in Nordostdeutschland besser als bei uns im Süden, wie sieht es damit im Nordwesten aus?
Viele Grüße Paula

Ilona

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #26 am: 04. Februar 2022, 15:14:38 »
Zitat
Mit direktem Meerblick gibt es Milchkaffee und eine extrem leckere Schokotorte (EUR 10,00).

Also im Vergleich zum Jägerschnitzel war der Kaffee mit Torte teuer. Lag das am Meerblick oder hast du 2 Stück davon gegessen :cool2: ?

Die Kleinbahn gefällt mir  :thumb: .
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #27 am: 04. Februar 2022, 18:49:37 »
Zitat
Mit direktem Meerblick gibt es Milchkaffee und eine extrem leckere Schokotorte (EUR 10,00).

Also im Vergleich zum Jägerschnitzel war der Kaffee mit Torte teuer. Lag das am Meerblick oder hast du 2 Stück davon gegessen :cool2: ?

Nee ;D, aber ein Stück Torte ca. 4,50 EUR, ein Milchkaffee/Capuccino ca. 3,50 EUR und dann runde ich zu 10 EUR auf (meine Preisangaben sind immer inkl. Trinkgeld).

Paula, das war wirklich extrem mit dem vielen Sand, so wie wenn es geschneit hätte und man räumt den Schnee weg. Als ich auf Norderney war, hatte ich auch so einen Sturmtag, da gab es das Sandproblem aber gar nicht, vielleicht weil es da viel geregnet hat und der Sand dann nass war, so konnte er nicht so herumwehen. Auf Borkum wird jedenfalls der Strand vor der Strandpromenade immer breiter, ob und wann sich das ändert und ob z.B. am Ostende Strand weggespült wird, weiss ich nicht.

Es hat wesentlich mehr Fahrradfahrer als Wanderer, Fußgänger und Radfahrer teilen sich immer den Weg, auch auf diesem Holzbohlenweg (der allerdings recht kurz ist und nur an dieser Stelle, vielleicht kommt da zukünftig noch mehr, denn er ist ganz neu). Ausnahme: der naturbelassene Ostteil, dort dürfen die unbefestigten Wege nur Wanderer nutzen.

Den Kuchen fand ich überwiegend sehr gut, wobei die Auswahl nicht so groß war wie auf Rügen. Zu Hause esse ich eher weniger Kuchen in Cafés, daher habe ich keinen richtigen Vergleich.
LG Christina

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #28 am: 06. Februar 2022, 19:41:31 »
6. Tag – Samstag, 25.09. – Wanderung Seedeich-Ostland-Bantjedünen-Salzwiesen

Um viertel nach neun starte ich zur heutigen Wanderung. Am Alten Leuchtturm, einem Walknochenzaun ohne Schutzdach und dem Heimatmuseum vorbei, verlasse ich das Ortszentrum und spaziere durch Wiesen und Weiden in Richtung Südosten.





Dort, wo die Schienen der Kleinbahn auf die Ausläufer der «Gruenen Steu» treffen – hier war ich schon gestern bei meiner Wanderung von und zum Hafen – beginnt in nördlicher Richtung der Seedeich. Dieser schützt die Insel in Richtung Wattenmeer und Festland und, wenn man auf seiner Krone entlang spaziert, ermöglicht schöne Blicke über eben diese und in der anderen Richtung über den Tüskendörsee, der durch den Erdaushub für den Bau des Deichs entstanden ist.

Links und rechts des Wegs sind im Watt und im See viele Vögel zu sehen, aber wie bei den Robben reichen meine umgerechnet 300mm an der Kamera nicht für Nahaufnahmen der Tiere. Rund um den Tüskendörsee und dessen Zu- und Abläufe grasen auch viele Rinder, die gerne mal ein kühlendes Bad nehmen. Wobei mich ein Spaziergänger darauf hinweist, dass die Kühe auch öfter mal im Schlamm stecken bleiben, also nicht (mehr) ganz freiwillig im Wasser stehen.






Hinter dem See liegt der kleine Inselflugplatz, so dass es auch einige Vögel aus Blech zu sehen gibt.


Am Abzweig zu den Restaurants/Bauernhöfen des Ostlands verlasse ich den Seedeich. Der Weg führt wieder an Kuhweiden, diesmal auf sandigem Boden, vorbei. Ganz in der Nähe der Restaurants ist eine weitere Aussichtsdüne, von der man trotz der leider recht schlechten Sichtverhältnisse die «Skyline» des Orts und in der anderen Richtung, das Meer sehen kann.


Mittagessen gibt es im Biergarten des «Café Ostland», ich esse ein gegrilltes Schollenfilet mit Bratkartoffeln und Salat, zu trinken gibt’s eine Sanddornschorle (EUR 20,00).

Nach dem Mittagessen gehe ich im Inselinneren auf sehr hübschen Wegen durch die sich auch dort befindlichen Dünen (Bantjedünen) wieder zum Beginn des Seedeichs.



Da mir der Holzbohlenweg durch die Salzwiesen gestern so gut gefallen hat, gehe ich den jetzt nochmal, setze mich wieder auf eine der Bänke und genieße den Blick auf die herbstlich gefärbten Pflanzen.



Weiter geht’s zum Südstrand und von dort durch den Ort in Richtung Ferienwohnung. Kurz davor mache ich einen Abstecher für den obligatorischen Nachmittagskaffee. Im Café «Lüttje Toornkieker» beim Alten Leuchtturm gibt es einen Latte Macchiato und einen sehr guten Mohn-Streusel-Kuchen (EUR 8,00) und eine Unterhaltung mit einer älteren Dame, die wohl mit einer Gruppe unterwegs und davon etwas genervt ist, ihre kurze Auszeit bei mir am Tisch wird aber bald beendet, als ihre Mitreisenden sie an ihren gemeinsamen Tisch «nötigen».

Zurück in der Ferienwohnung sehe ich, dass ich eine Mail von der Fährgesellschaft bekommen habe, das Daumendrücken hat nichts geholfen, wie befürchtet fällt am Montag meine gebuchte Katamaranüberfahrt aus. Ich wurde auf die kurz danach ablegende Fähre umgebucht. Das passt allerdings überhaupt nicht, da ich passend zur Anlegezeit des Katamarans ein Bahnticket von Emden nach Cuxhaven gebucht habe, diesen Zug könnte ich mit der Fähre nicht mehr erreichen, da sie für die Überfahrt zwei Stunden braucht, der Katamaran nur eine. Da muss ich morgen zum Schalter der Fährgesellschaft hier auf Borkum und mich auf die erste Fähre am Morgen umbuchen lassen, d.h. frühes Aufstehen und dann langer Aufenthalt in Emden, aber besser als Zug verpassen.

Auf dem Weg zum Strand am Abend schaue ich mal wieder bei den Kaninchen am Leuchtturm vorbei.


Der Sonnenuntergang fällt dann heute schon wieder wegen Bewölkung völlig aus, ich nehme mir aber die Zeit und bleibe am Strand bis es dämmerig ist, so dass ich mir nicht nur den beleuchteten Musikpavillon, sondern auch die bunte Beleuchtung der Restaurants anschauen und auf dem Rückweg gleich noch Fotos vom (leider nicht beleuchteten) Leuchtturm machen kann.








Strecke: 21,08 km
Wetter: überwiegend bewölkt, ca. 20°C

LG Christina

Susan

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Re: Inselhopping in der Nordsee - Borkum und Helgoland im September 2021
« Antwort #29 am: 06. Februar 2022, 19:55:12 »
Oops, jetzt habe ich doch wieder kurz den Anschluss verloren....

Der Gischtschaum sieht ja oft etwas künstlich aus, auch wenn es natürlich ist. Mein Bruder hat es, als er klein war, immer mit Eischnee verglichen,  aber zum Glück nie probiert  ;)

Wusste gar nicht, dass es auch eine Walfanggeschichte zu den Inseln gibt. Wieder was gelernt. Nach dem stürmischen Tag war die Abendstimmung ja sehr schön.

Hui, das war ja wieder eine lange Wanderung, da hast du dir Jägerschnitzel und Schokotorte redlich verdient. Der Rückweg gefällt mir da besser als der Hinweg, kann aber auch am Wetter liegen.

Liebe Grüße
Susan